Fichas
2. Klinische Psychologie: Psychische Störungen - Definitionen und Leitsymptome (Teil 1 und 2)
Fichas del conjunto (73)
- 1Akute IntoxikationF1x.0
Störungen oder Veränderungen der körperlichen psychischen oder Verhaltensfunktionen und -reaktionen - 2Schädlicher GebrauchF1x.1
Konsumverhalten, das zu einer Gesundheitsschädigung führt - 3AbhängigkeitssyndromF1x.2
1. starker Konsumwunsch/-zwang
2. verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsums
3. körperliches Entzugssyndrom - 4EntzugssyndromF1x.3
1. Schlafstörungen
2. Gespanntheit
3. Unruhe
4. vegetative Symptomatik wie Schweisausbrüche
5. gelegentliche Kreislaufbeschwerden
6. Einbruch der Stimmung
7. depressive oder suizidale Krise - 5Psychotische StörungF1x.5
organisch bedingte psychische Syndrome, die in ihrer Symptomatik nicht organisch bedingten psychotischen oder wahnhafte Störungen ähneln oder gleichen - 6Amnestisches SyndromF1x.5
ausgeprägte andauernde Beeinträchtigung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses - 7Restzustand und verzögert auftretende psychotische StörungF1x.6
alkohol- oder substanzbedingte Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten, des Affektes, der Persönlichkeit oder des Verhaltens über einen Zeitraum hinaus, in dem noch eine direkte Substanzwirkung angenommen werden kann - 8Spezifische Kriterien der Substanzabhängigkeit:Unangepasster Substanzkonsum, klinisch bedeutsame(s) Leiden, Beeinträchtigung und:
1. Toleranzentwicklung
2. Entzugssymptome
3. Kontrollverlust
4. erfolglose Versuche Konsum zu verringern
5. Hoher Zeitwaufwand
6. Versagen bei Rollenaufgaben
7. Fortgesetzter Gebrauch trotz körperlicher oder psychischer Probleme - 9Spezifische Kriterien des Substanzmissbrauchs:Wiederholter, unangepasster Substanzkonsum (12 Monate),
klinisch bedeutsames Leiden bzw. Beeinträchtigung und:
1. Versagen bei Rollenaufgaben
2. Körperliche Gefährdung
3. Gesetzliche Probleme
4. Fortsetzung des Gebrauchsmusters trotz substanzbezogener sozialer und zwischenmenschlicher Probleme - 10Wortherkunft: SchizophrenieAbgeleitet aus dem griechischen schizo (spalten) und phren (Zwerchfell, Geist, Gemüt), übersetzt als "Seelenspaltung"
- 11Personen in einem psychotischen Zustand ...... haben erhebliche Schwierigkeiten, in einer organisierten, rationalen Form zu denken
- 12psychotische Strörung allgemein definiert durch ...... erhebliche Auswirkungen auf die Wahrnehmung, die Gedanken und das Bewusstsein bzw. Ich-Erleben
- 13Die zwei Kernsymptome von Schizophrenie1. Halluziantionen
2. Wahn - 14HalluzinationenSinneswahrnehmungen ohne adäquate Stimulation der entsprechenden sensorischen Kanäle
Beispiel: hören von Stimmen, Geräuschen, Musik, ohne dass real hörbare Person, Lautsprecher oder andere Gesprächsquellen vorhanden sind - 15Wahnfeste unverrückbare Überzeugungen, die trotz unbestreitbarer Beweise für das gegenteil aufrechterhalten werden
Beispiel: vom Nachbarn abgehört werden - 16Definition: Schizophreniegrundlegende Störung des Realitätsbezuges
Klarheit des Bewusstseins in der Regel nicht beeinträchtigt
Verschiedene Wahrnehmungsstörungen (vor allem akustisch und optisch)
Verläuft Häufig in Phasen und Schüben - 17Early Onset Schizophrenia (EOS)Beginn vor dem 18. Lebensjahr
- 18Very Early Onset Schizophrenia (VEOS)Beginn vor dem 13. Lebensjahr
- 19Definition: Schizoaffektive Störungensowohl schizophrene, als auch affektive Symptome während derselben Krankheitspahse
- 20Definition: Schizotype Störungähnliche Symptome wie Schizophrenie, jedoch ohne Halluzinationen und Wahn
- 21Definition: Wahnhafte StörungenAnhaltender Wahn, der weder als organisch, noch als schizophren oder affektiv klassifiziert werden kann
Zusammenhang mit Schizophrenie unklar - 22Leitsymptome: Schizophrenie - Positiv-Symtomatik1. Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Kontrollwahn
2. Kommentierende oder dialogische Stimmen
3. Anhaltende Wahnideen
4. Anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität
5. Formale Denkstörungen:
Gedankenabreißen oder Einschiebung in den Gedankenfluss
=> Zerfahrenheit, Danebenreden oder Neologismen
6. Katatone Symptome: Erregung, Haltungsstereotypien, wächserne Biegsamkeit, Mutismus oder Stupor - 23Leitsymptome: Schizophrenie - Negativ-Symtomatik1. Auffällige Apathie
(Gleichgültigkeit)
2. Sprachverarmung
3. Affektverflachung
4. Sozialer Rückzug
5. Allgemeine Verringerung der Leistungsfähigkeit - 24Definition: Manische EpisodeIn einem umschriebenen Zeitraum deutlich abgrenzbare Veränderung der Stimmung und des Antriebes, im Sinne einer gehobenen oder reizbaren Stimmung und Antriebssteigerung
Bipolare affektive Störung = Auftreten von mindestens zwei abgrenzbaren Episoden einer affektiven Störung, eine davon mit manischen Merkmalen - 25Symptome: manische Episode1. gesteigerte Gesprächsfähigkeit
2. Rededrang
3. Ideenflucht
5. Verlust normaler sozialer Hemmungen
6. Altersinadäquate Kritiklosigkeit
7. Vermindertes Schlafbedürfnis
8. Überhöhte Selbsteinschätzung
9. Erhöhte Ablenkbarkeit
10. Gesteigerte Libido
11. Größenwahn - 26HypomanieF30.0
1. anhaltende, leicht gehobene Stimmung
2. gesteigerter Antrieb und Aktivität
3. auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher und seelischer Leistungsfähigkeit
4. gesteigerte Geselligkeit
5. Gesprächigkeit
6. Übermäßige Vertraulichkeit
7. gesteigerte Libido und vermindertes Schlafbedürfnis
8. Reizbarkeit
9. Selbstüberschätzung
10. "flegelhaftes" Verhalten - 27Manie ohne psychotische SymptomeF30.1
1. Stimmung situationsinadäquat gehoben
2. Kann zwischen sorgloser Heiterkeit und fast unkontrollierbarer Erregung schwanken
3. Vermehrter Antrieb, Überaktivität,
Rededrang, vermindertes Schlafbedürfnis
4. Aufmerksamkeit kann nicht mehr aufrechterhalten werden => starke Ablenkbarkeit
5. Selbstüberschätzung mit Größenideen und übertriebenem Optimismus
6. Verlust normaler sozialer Hemmungen => leichtsinniges, rücksichtsloses und persönlichkeitsfremdes Verhalten - 28Manie mit psychotischen SymptomenF30.2
1. Zusätzlicher Wahn (meist Größenwahn) oder Halluzinationen (meist Stimmen, die unmittelbar zum Betroffenen sprechen)
2. Erregung, ausgeprägte körperliche Aktivität, Ideenflucht
=> unter Umständen für normale Kommunikation unzugänglich (Manie mit parathymen psychotischen Symptomen, Manie mit synthymen psychotischen Symptomen, Manischer Stupor) - 29Leitsymptome: Bipolare affektive StörungF31.-
manische oder gemischte Episode =
mindestens eine vorhergegangene affektive Episode
oder
Vorliegen einer depressiven Episode mit mindestens einer vergangenen manischen oder gemischten Episode
oder
gegenwärtige Zustand erfüllt nicht die Kriterien für eine affektive Störung, aber in der Anamnese findet sich wenigstens eine eindeutig belegte hypomane, manische oder gemischte affektive Episode und zusätzlich mindestens eine andere affektive Episode - 30Bipolare affektive StörungF31.-
wenigstens zwei Episoden, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind:
1. gehobene Stimmung, vermehrter Antrieb und Aktivität
(Hyponamie oder Manie)
und
2. Stimmungssenkung und verminderter Antrieb bzw. Aktivität (Depression) - 31Leitsymptome: Depressive EpisodeF32.-
1. Mindestens zwei Wochen andauernde Störung mit gedrückter Stimmung, Verlust von Freude und Interesse und erhöhter Ermüdbarkeit
2. Symptomatik vielfältig:
zum Teil altersabhängig und
wenig situationsgebunden
somatische und/oder psychotische Symptome können vorhanden sein - 32Depressive EpisodeF32.-
1. gedrückte Stimmung, Verminderung von Antrieb und Aktivität, der Fähigkeit zur Freude, des Interesses und der Konzentration
2. ausgeprägte Müdigkeit nach jeder kleinsten Anstrengung, Schlaf gestört, Appetit vermindert, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen beeinträchtigt, Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit, gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände
3. von "somatischen" Symptomen begleitet: Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust - 33Leitsymptome: Rezidivierende depressive StörungenF33.-
1. wiederholte depressive Episoden
2. Episoden dauern 3 - 12 Monate
3. ... werden häufig durch belastende Lebensereignisse ausgelöst - 34Rezidivierende depressive StörungF33.-
1. wiederholte depressive Episoden
2. Anamnestisch keine unabhängigen Episoden mit gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb (Manie)
3 kurze Episoden von Hypomanie können allerdings unmittelbar nach einer depressiven Episode (unter Umständen durch eine antidepressive Behandlung mitbedingt) aufgetreten sein
4. erste Episode in jedem Alter zwischen Kindheit und Senium
5. Beginn akut oder schleichend
6. Dauer:
wenige Wochen bis viele Monate
7. Risiko, dass ein Patient mit rezidivierender depressiver Störung eine manische Episode entwickelt, niemals vollständig aufgehoben - 35Definition: Anhaltende affektive StörungenF34.-
1. Anhaltende meist fluktuierende Stimmungsstörungen
2. Mehrzahl der einzelnen Episoden nicht ausreichend schwer genug, um als auch nur leichte depressive oder hypomanische Episode gelten zu können
3. ziehen jedoch beträchtliches subjektives Leiden und Beeinträchtigungen nach sich
4. Intervalle mit normaler Stimmung fehlen oder dauern allenfalls wenige Wochen - 36anhaltende affektive StörungenF34.-
1. anhaltende und meist fluktuierende Stimmungsstörungen
2. einzelne Episoden nicht ausreichend schwer genug, um als hypomanische oder auch nur leichte depressive Episoden gelten zu können
3. dauert jahrelang (manchmal den größten Teil des Erwachsenenlebens) an => beträchtliches subjektives Leiden und Beeinträchtigungen
4. gelegentlich können rezidivierende oder einzelne manische oder depressive Episoden eine anhaltende affektive Störung überlagern - 37ZyklothymiaF34.0
1. andauernde Instabilität der Stimmung mit zahlreichen Perioden von Depressionen und Hypomanie, von denen aber keine ausreichend schwer und anhaltend genug ist, um Kriterien für eine bipolare affektive Störung (F31.-) oder rezidivierende depressive Störung (F33.-) zu erfüllen
2. kommt häufig bei Verwandten von Patienten mit bipolarere affektiver Störung vor
3. einige Patienten mit Zyklothymia entwickeln schließlich selbst eine bipolare affektive Störung - 38Dysthymia34.1
chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelnder Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung (F33.-) zu erfüllen - 39Leisymptome: ZyklothymiaF34.0
Instabilität der Stimmung mit mehreren Episoden depressiver oder hypomanischer Gestimmtheit (ohne dass Kriterien einer mittelschweren oder schweren depressiven Episode oder einer manischen Episode erfüllt)
Mindestens 3 der folgenden Merkmale depressiver Symptomatik müssen für
einige Perioden vorhanden sein:
Verminderte Energie/Aktivität, Schlafstörung, Verlust des Selbstvertrauens oder Gefühl von Unzulänglichkeit,
Konzentrationsschwierigkeiten, sozialer Rückzug, Verlust von Interesse oder Freude an sexuellen und anderen angenehmen Aktivitäten, Verminderte Gesprächigkeit, Pessimismus bezüglich der Zukunft, Grübeln über die Vergangenheit
Mindestens 3 der folgenden Merkmale hypomanischer Symptomatik
müssen für einige Perioden vorhanden sein:
Vermehrte Energie/Aktivität, vermindertes Schlafbedürfnis,
übersteigertes Selbstwertgefühl, geschärftes oder ungewöhnlich
kreatives Denken, geselliger, gesprächiger oder witziger als sonst,
gesteigertes Interesse und Sicheinlassen in sexuelle und andere
angenehme Aktivitäten, über-optimistisch oder Übertreibung
früherer Erfolge - 40Leitsymptome: DysthymiaF34.1
1. Konstante oder immer wiederkehrende depressive Verstimmung, wobei
keine oder nur sehr wenige Depressionsperioden die Ausprägung einer leichten
depressiven Episode erreichen
2. Mindestens 3 der folgenden Merkmale müssen in einigen depressiven
Perioden bestanden haben:
verminderte Energie oder Aktivität, Schlafstörung, Verlust des
Selbstvertrauens oder Gefühl von Unzulänglichkeit,
Konzentrationsschwierigkeiten, häufiges Weinen, Verlust von
Interesse oder Freude an sexuellen und anderen angenehmen
Aktivitäten, Gefühl von Hoffnungslosigkeit oder Verzweiflung,
Erkennbares Unvermögen, mit den Routine-Anforderungen des
täglichen Lebens fertig zu werden, Pessimismus bezüglich der
Zukunft oder Grübeln über die Vergangenheit, sozialer Rückzug,
verminderte Gesprächigkeit
3. Beeinträchtigung der psychosozialen Anpassung hinsichtlich Beziehung zu Familienangehörigen, Gleichaltrigen und Erwachsenen außerhalb der Familie, Bewältigung von sozialen Situationen, Schule bzw. Beruf, Interesse an Freizeitaktivitäten - 41Definition: Phobien/Phobische StörungenF40.-
1. Gruppe von Störungen, bei der Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Stituationen hervorgerufen wird => typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen
2. Befürchtungen des Patienten können sich auf Einzelsymptome (Herzklopfen oder Schwächegefühl) beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten (vor dem Sterben, Kontrollverlust, dem Gefühl wahnsinnig zu werden)
3. Vorstellung dass die phobische Situation eintreten könnte
=> Erwartungsangst
4. Phobische Angst tritt häufig gleichzeitig mit Depression auf
5. Ob zwei Diagnosen (phobische Störung und depressive Episode) erforderlich sind, richtet sich nach dem zeitlichen Verlauf beider Zustandsbilder und nach therapeutischen Erwägungen zum Zeitpunkt der Konsultation - 42AgoraphobieF40.0
1. Befürchtungen, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug zu reisen
2. Panikattacken = häufiges Merkmal bei gegenwärtigen oder zurückliegenden Episoden
3. Vermeidung der phobischen Situation steht oft im Vordergrund
4. einige Agoraphobiker erleben nur wenig Angst, da sie die phobischen Situationen meiden können (F40.00 Ohne Panikstörung, F40.01 Mit Panikstörung) - 43Soziale PhobienF40.1
1. Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zur Vermeidung sozialer Situationen führt
2. in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden
3. häufig Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen
4. Symptome können sich bis zu Panikattacken steigern (Antrophobie, Soziale Neurose) - 44Spezifische (isolierte) PhobienF40.2
1. beschränkt auf eng umschriebene Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit, Fliegen, geschlossenen Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuß bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder Verletzungen
2. kann Panikzustände hervorrufen
(Akrophobie, Einfache Phobie, Klaustrophobie, Tierphobien) - 45Andere AngststörungenF41.-
Hauptsymptome = Manifestationen der Angst ohne auf eine bestimmte Umgebungssituation bezogen zu sein - 46Panikstörung (episodisch paraxysmale Angst)F41.0
1. wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken deshalb auch nicht vorhersehbar
2. Symptome:
plötzliches auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation)
3. Sekundär:
Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder Angst wahnsinnig zu werden
4. Panikstörung nicht als Hauptdiagnose, wenn der Betroffene bei Beginn der Panikattacken depressive Störung, dann Panikattacken wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression (Panikattacke, Panikzustand) - 47Generalisierte AngststörungF41.1
1. Angst generalisiert und anhaltend
2. nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt, sondern "frei flottierend"
3. Symptome variabel
4. ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden
5. häufig Sorgen und Befürchtung, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnte demnächst erkranken oder einen Unfall haben (Angstneurose, Angstreaktion, Angstzustand) - 48Angst und depressive Störung, gemischtF41.2
1. bei gleichzeitigem Bestehen von Angst und Depression, Verwendung jedoch nur, wenn keine der beiden Störungen eindeutig vorherrscht und keine für sich genommen eine eigenständige Diagnose rechtfertigt
2. treten ängstliche und depressive Symptome in so starker Ausprägung auf, dass sie einzelne Diagnosen rechtfertigen => beide Diagnosen gestellt (Ängstliche Depression, leicht oder nicht anhaltend) - 49Andere gemischte AngststörungenF41.3
Angstsymptome gemischt mit Merkmalen anderer Störungen in F42-48
kein Symptom ist allein schwer genug um die Diagnose einer anderen Störung zu stellen - 50ZwangstörungenF42.-
wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
Inkl.: Anankastische Neurose, Zwangsneurose
Exkl.:Zwangspersönlichkeit(-sstörung) (F60.5) - 51Zwangsstörung: ZwangsgedankenF42.-
1. Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen
2. Fast immer quälend
3. Patient versucht erfolglos, Widerstand zu leisten
4. Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt
(selbst wenn als umwillkürlich und häufig abstoßend empfunden) - 52Zwangsstörung: Zwangshandlungen oder -ritualeF42.-
1. ständig wiederholte Stereotypien
2. als unangenehm, unnütz, sinnlos oder ineffektiv erlebt
3. oft als Vorbeugung gegen objektiv unwahrscheinliches Schadensereignis oder Unheil (auch selbst angerichtet)
4. wiederholte Versuche, dagegen anzugehen
5. Angst meist ständig vorhanden
6. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich - 53Vorwiegend Zwangsgedanken oder GrübelzwangF42.0
1. Zwanghafte Ideen, bildhafte Vorstellungen oder Zwangsimpulse
2. Fast immer quälend
3. Manchmal endlose Überlegung unwägbarer Alternativen
4. Häufig verbunden mit der Unfähigkeit einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen
5. Beziehung zwischen Grübelzwängen und Depression besonders eng
(Zwangsstörungen nur diagnostizieren, wenn der Grübelzwang nicht während einer depr. Episode auftritt und anhält) - 54Vorwiegend Zwangshandlungen/-ritualeF42.1
1. Beziehen sich meistens auf Reinlichkeit (Händewaschen), wiederholte Kontrollen (garantieren, dass sich eine potentiell gefährliche Situation nicht entwickeln kann) oder übertiebene Ordnung und Sauberkeit
2. Liegt Furcht vor einer Gefahr zugrunde, die den Patienten bedroht oder von ihm ausgeht
3. Ritual
= wirkungsloser oder symbolischer Versuch, Gefahr abzuwenden - 55Definition: Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen Unterschiede zu übrigen Störungen von F40-49F43.-
1) Symptomatologie
und Verlauf
2) ein oder zwei identifizierbare ursächlichen Faktoren:
a) außergewöhnlich belastendes Lebensereignis
(=> akute Belastungsreaktion)
b) besondere Veränderung im Leben
(=> anhaltend unangenehmen Situation => Anpassungsstörung)
im Gegensatz zu anderen Störungen
immer als direkte Folge der akuten schweren Belastung oder des kontinuierlichen Traumas (nicht nur vulnerabilisierende Einflussfaktoren!), das heißt:
1. belastendes Ereignis oder die andauernden, unangenehmen Umstände = primäre und ausschlaggebende Kausalfaktoren
=> Störung wäre ohne
ihre Einwirkung nicht entstanden
2. insofern als Anpassungsstörungen bei schwerer oder kontinuierlicher Belastung, als sie erfolgreiche
Bewältigungsstrategien behindern
=> zu Problemen der sozialen
Funktionsfähigkeit führen - 56Akute BelastungsreaktionF43.0
1. vorübergehende Störung bei bislang psychisch unauffälligen Menschen als Reaktion auf eine außergewöhnliche physische oder psychische Belastung,
klingt innerhalb von Stunden oder Tagen ab
3. Symptomatik (gemischtes und wechselndes Bild): beginnend mit einer Art von "Betäubung", Bewusstseinseinengungen, eingeschränkter Aufmerksamkeit, Unfähigkeit Reize zu verarbeiten und Desorientiertheit, Sichzurückziehen aus der Umweltsituation (bis hin zu dissoziativem Stupor, siehe F44.2)
oder: Unruhezustand und Überaktivität (wie Fluchtreaktion oder Fugue), vegetative Zeichen panischer Angst (Tachykardie, Schwitzen Erröten)
4. Symptome erscheinen innerhalb von Minuten nach dem belastenden Ereignis und gehen innerhalb von Stunden bzw. 2 - 3 Tagen zurück, teilweise oder vollständige Amnesie (F44.0) bezüglich dieser Episode kann vorkommen
5. Akut: Belastungsreaktion, Krisenreaktion, Kriegsneurose, Krisenzustand, Psychischer Schock - 57Posttraumatische Belastungsstörung:F43.1
verzögerte/protrahierte Reaktion auf belastendes Ereignis/Situation kürzerer oder längerer Dauer,
mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem tiefe Verzweiflung hervorrufen würde, Beginn folgt Trauma mit Latenz (wenige Wochen bis Monate), Verlauf wechselhaft
Merkmale:
wiederholtes Erleben des Traumas in
Erinnerungsattacken (Intrusion, Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen,
andauerndes Gefühl von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit,
Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit, Vermeidung von Aktivitäten & Situationen, die Erinnerungen an Trauma wecken könnten, Zustand
vegetativer Übererregtheit mit
Vigilanzsteigerung, übermäßiger Schreckhaftigkeit & Schlafstörung,
Angst & Depression häufig assoziiert, Suizidgedanken nicht selten
Prädisponierende Faktoren:
zwanghafte oder asthenische
Persönlichkeitszüge, neurotische Krankheiten in Vorgeschichte
meist Heilung möglich, in wenigen Fällen chronischer Verlauf
=> andauernde Persönlichkeitsänderung (F62.0) - 58AnpassungsstörungenF43.2
Zustände subjektiver Bedrängnis & emotionaler Beeinträchtigung =>
soziale Funktionen & Leistungen behindert, treten während
Anpassungsprozess nach entscheidender Lebensveränderung
oder belastenden Lebensereignissen auf, Belastung kann soziales
Netz beschädigt haben (Trauerfall oder Trennungserlebnisse), das weitere
Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte (Emigration, Flucht), kann
auch in größerem Entwicklungsschritt oder Krise bestehen (Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Zieles & Ruhestand)
Anzeichen unterschiedlich: depressive Stimmung, Angst/Sorge (oder
Mischung), Gefühl, mit alltäglichen Gegebenheiten nicht
zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen/fortsetzen zu können;
Störungen des Sozialverhaltens insb. bei Jugendlichen
hervorstechendes Merkmal = kurze oder längere depressive Reaktion oder
Störung anderer Gefühle und des Sozialverhaltens (Hospitalismus bei
Kindern, Kulturschock, Trauerreaktion; Exkl.: Trennungsangst in der Kindheit =
F93.0 ) - 59Definition: Dissoziative Störungen (KonversionsstörungenF44
teilweiser/völliger Verlust normaler Integration d. Erinnerung, d. Identitätsbewusstseins, d. Wahrnehmung unmittelbarer
Empfindungen sowie d. Kontrolle von Körperbewegungen
alle dissoz. Störungen neigen nach einigen Wochen/Monaten zur Remission (insb. wenn nach traumatisierendem Lebensereignis)
chronische Störungen (Lähmungen, Gefühlsstörungen) wenn Beginn mit unlösbaren Problemen/interpersonalen Schwierigkeiten verbunden
ursächlich psychogen, enge zeitl. Verbindung mit traumatisierenden
Ereignissen, unlösbaren/unerträglichen Konflikten/gestörten Beziehungen
Symptome häufig Konzept betroffener Person, wie sich körperl. Krankheit manifestieren müsste, können sich in enger Beziehung zu psych. Belastung entwickeln, oft plötzlich
Körperl. Untersuchung & Befragungen: kein Hinweis auf bekannte
somatische/neurologische Krankheit; Funktionsverlust Ausdruck emotionaler Konflikte/Bedürfnisse
nur Störungen körperl. Funktionen, die normalerweise unter willentl. Kontrolle, einschließlich sinnlicher Wahrnehmung; Störungen mit Schmerz, andere komplexe körperl. Empfindungen => F45.0 - 60Dissoziative AmnesieF44.0
Verlust der Erinnerung für meist wichtige aktuelle Ereignisse, nicht
durch organische psychische Störung, übliche Vergesslichkeit oder Ermüdung
bedingt
bezieht sich meist auf traumatische Ereignisse wie Unfälle oder
unerwartete Trauerfälle
Amnesie i.d.R. unvollständig und selektiv; vollständige und generalisierte
Amnesie selten, dann gewöhnlich Symptom einer Fugue (F44.1)
Exkl.: Alkohol- oder sonstige substanzbedingte amnestische Störung;
Intoxikationen, hirnorganische Störungen, extreme Erschöpfung; Amnesie: anterograd (R41.1), retrograd (R41.2), o.n.A. (R41.3); nicht alkoholbedingtes organisches amnestisches Syndrom (F04); Postiktale Amnesie bei Epilepsie (G40.-); Postiktale Fugue bei Epilepsie ( G40.-) - 61Dissoziative FugueF44.1
Zielgerichtete Ortsveränderung, die über gewöhnliche Alltagsmobilität hinausgeht
alle Kennzeichen einer dissoziativen Amnesie (F44.0)
Obwohl für die Zeit der Fugue eine Amnesie besteht, wirkt Verhalten auf unabhängige Beobachter vollständig normal
Exkl.:
Postiktale Fugue bei Epilepsie (G40.-) - 62Dissoziativer StuporF44.2
beträchtliche Verringerung oder Fehlen von willkürlichen Bewegungen und normalen Reaktionen auf äußere Reize wie Licht, Geräusche oder Berührung
kein Anhalt für körperliche Ursache, Hinweise auf psychogene Verursachung
(kurz vorhergegangene belastende Ereignisse oder Probleme)
Exkl.:
Organische katatone Störung (F06.1)
Stupor: depressiv (F31-33)
kataton (F20.2), manisch (F30.2)
o.n.A. (R40.1) - 63Trance- und BesessenheitszuständeF44.3
zeitweiliger Verlust der persönlichen Identität und der vollständigen Wahrnehmung der Umgebung
nur Trancezustände, die unfreiwillig oder ungewollt und außerhalb von religiösen oder kulturell akzeptierten Situationen auftreten
Exkl. Zustandsbilder bei:
Intoxikation mit psychotropen Substanzen (F10-19)
Organischem Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (F07.2)
Organischer
Persönlichkeitsstörung (F07.0)
Schizophrenie (F20.-)
Vorübergehenden akuten psychotischen Störungen (F23.-) - 64Dissoziative BewegungsstörungenF44.4
vollständiger oder teilweiser Verlust der Bewegungsfähigkeit eines oder mehrerer Körperglieder
große Ähnlichkeit mit fast jeder Form von Ataxie, Apraxie, Akinesie, Aphonie, Dysarthrie, Diskinesie, Anfällen oder Lähmungen; Psychogen: Aponie, Dysponie - 65Dissoziative KrampfanfälleF44.5
können epileptischen Anfällen bezüglich Bewegungen sehr stark ähneln
Zungenbiß, Verletzungen beim Sturz oder Urininkontinenz, jedoch selten;
Bewusstseinsverlust fehlt oder stattdessen stupor-/tranceähnlicher Zustand - 66Dissoziative Sensibilitäts- und EmpfindungsstörungenF44.6
Grenzen anästhetischer Hautareale entsprechen Vorstellungen des Patienten, nicht medizinischen Tatsachen
auch unterschiedliche Ausfälle der sensorischen Modalitäten, die nicht Folge einer neurologischen Läsion sein können
sensorische Ausfälle können von Parästhesien begleitet sein;
vollständige Seh- oder Hörverluste selten (Psychogene Schwerhörigkeit oder Taubheit) - 67Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) gemischtF44.7
Kombination der unter F44.0 - F44.6 beschriebenen Störungen - 68Sonstige dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)F44.8
Ganser-Syndrom (F44.80), Multiple Persönlichkeit (F44.81), Transitorische dissoziative Störungen in Kindheit und Jugend (F44.82), Sonstige dissoziative Störungen, Psychoge Konversion: Dämmerzustand, Verwirrtheit (F44.88) - 69Definition: Somatoforme StörungenF45.-
wiederholte Darbietung körperlicher Syndrome
in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen
... trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass Symptome nicht körperlich begründbar
wenn somatische Störungen vorhanden, erklären sie nicht:
Art und Ausmaß der Symptome,
Leiden und innerliche Beteiligung des Patienten - 70SomatisierungsstörungF45.0
multiple, wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome, die wenigstens 2 Jahre bestehen
meist lange und komplizierte Patienten-Karriere (Primärversorgung bis spezialisierte medizinische Einrichtungen), viele negative Untersuchungen und ergebnislose explorative Operationen
Symptome können sich auf jeden Körperteil/jedes Organsystem beziehen
Verlauf chronisch und fluktuierend, häufig mit langdauernder Störung des sozialen, interpersonaen und familiären Verhaltens verbunden
kurzdauernde (weniger als 2 Jahre) und weniger auffallende Symptomatik unter F45.1 klassifiziert (Briquet-Syndrom, Multiple psychosomatische Störung)
Exkl.: Simulation [bewußte Simulation] (Z76.6) - 71Undifferenzierte SomatisierungsstörungF45.1
Zahlreiche, unterschiedliche und hartnäckige körperliche Beschwerden, aber vollständiges und typisches klinisches Bild einer Somatisierungsstörung nicht erfüllt
(Undifferenzierte psychosomatische Störung) - 72Hypochondrische StörungF45.2
beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren schweren und fortschreitenden körperlichen Krankheiten zu leiden
anhaltende körperliche Beschwerden oder anhaltende Beschäftigung mit ihren körperlichen Phänomenen - ohne organmedizinischen Befund
normale oder allgemeine Körperwahrnehmungen und Symptome als abnorm und belastend interpretiert, Aufmerksamkeit meist nur auf ein oder zwei Organe/Organsysteme fokussiert
Depression und Angst finden sich häufig und können dann zusätzliche Diagnosen rechtfertigen
(Dymorphophobie (nicht wahnhaft), Hypochondrie, Hypochondrische Neurose, Körperdysmorphophobe Störung, Nosophobie)
Exkl.: Auf die körperlichen Funktionen oder die Körperform fixierte Wahnphänomene (F22.-), Wahnhafte Dysmorphophobie (F22.8) - 73Somatoforme autonome FunktionsstörungF45.3
Symptome wie bei körperlicher Krankheit eines Systems oder Organs das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert wird (kardiovaskuläres, gestrointestinales, respiratorisches, urogenitales System)
meist 2 Symptomgruppen, die beide nicht auf eine körperliche Krankheit des betreffenden Organs oder Systems hinweisen:
a) Beschwerden, die auf objektivierbaren Symptomen der vegetativen Stimulation beruhen (Herzklopfen, Schwitzen, Erröten, Zittern) => Ausdruck der Furcht vor Beeinträchtigung durch eine somatische Störung
b) subjektive Beschwerden unspezifischer und wechselnder Natur
(flüchtige Schmerzen, Brennen, Schwere, Enge und Gefühle aufgebläht oder auseinandergezogen zu werden), die vom Patienten einem spezifischen Organ oder System zugeordnet werden
(Da-Costa-Syndrom, Herzneurose, Magenneurose, Neurozirkulatorische Asthenie)
Psychogene Formen:
Aerophagie, Diarrhoe, Dyspepsie, Dysurie, erhöhte Miktionshäufigkeit, Flatulenz, Husten, ...
Exkl.: Psychische und Verhaltenseinflüsse bei andernorts klassifizierten Störungen oder Krankheiten (F54)
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- Bachelor Klinische Psychologie Fichas sobre 2. Klinische Psychologie: Psychische Störungen - Definitionen und Leitsymptome (Teil 1 und 2), creado por arne.doebler el 08/02/2016.
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