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Apuntes

Französische Revolution

K. Boettcher Geschichte Abitur Alemán 5,0Valoración media 5,0 de 5 (1 valoración) 1 página

Contenido del apunte (1)

Página 1

Geistige Wandlungen im Ancien Regime

1.

Wirtschaftslehre

a.

Francois Quesnay (1758): Physiokratismus

i.

Forderung nach freier Wirtschaft

ii.

Einteilung der Wirtschaft in

1.

Produktive Schicht = Landwirtschaft

2.

Sterile Schicht = Handel, Gewerbe

iii.

Landwirtschaft = Kernstück des nationalen

Reichtums

b.

Adam Smith (1775): Wirtschaftsliberalismus

i.

Forderung nach Unternehmer- und Handelsfreiheit

ii.

Arbeit = Ursache des nationalen Wohlstandes

iii.

Prinzip von Angebot und Nachfrage

iv.

Aufgabe des Staates: Schutz der Wirtschaft

→

Begründer der Nationalökonomie

è

Gegensatz zum französischen Merkantilismus:

Forderung nach Abschaffung des Merkantilismus und freier Wirtschaft

è

Ziel: Behebung von Wirtschaftskrise und

Haushaltsdefizit

2.

Staats- und Gesellschaftslehre

a.

John Locke (Two Treatises of Government, 1690):

Idealisierung der englischen Herrschaftsform nach 1688

i.

Parlamentarische Monarchie

ii.

Volkssouveränität

iii.

Theoretische Begründung der Gewaltenteilung

iv.

Widerspruchsrecht

b. Charles de Montesquieu (De l’esprit

des lois, 1748):

i.

Forderung nach Gewaltenteilung und –kontrolle

ii.

Exekutive: Monarch, Legislative: Volk

iii.

Konstitutionelle Monarchie

c.

Jean Jacques Rousseau (Der Gesellschaftsvertrag,

1762):

i.

„volonté générale“

ii.

Unmittelbare Demokratie

è

Gesellschaftliche Kritik und geistiger Gegensatz

des absolutistischen System

è

Starke Einflussnahme auf Französische Revolution

Wirtschaftliche und finanzielle Situation im ausgehenden Ancien Régime

1.

Wirtschaftliche Rezession

a.

Wirtschaft beruht auf naturabhängiger

Landwirtschaft

→

Stetiger Wechsel von Konjunktur- und

Rezessionszyklen

b.

Bis Mitte 18. Jhd.: Konjunktur mit

wirtschaftlichem Aufwärtstrend

→

Anstieg der Löhne, Bevölkerungswachstum

c.

Seit 1778 allgemeine Rezession

→

Missernten, Viehseuchen, Bevölkerungswachstum:

Ernährungsengpass

→

Liberale Wirtschaftspolitik: Freigabe der

Getreideexporte, keine Anlage von Vorratslagern, Getreideimporte: passive

Handelsbilanz, Preisanstieg v.a. der Grundnahrungsmitteln

2.

Finanzkrise

a.

Seit 1715 (Tod Ludwigs XIV) stetiges Ansteigen

der Staatsverschuldung:

i.

Kriegsaufwendungen, Unterhalt der Armee

ii.

Hofhaltung, Versailles

iii.

Zinsen für Staatsschulden

b.

Seit 1774 (Regierungsantritt Ludwigs XVI)

Verdreifachung des Defizits:

i.

Z.T. Erbe seiner Vorgänger

ii.

Wirtschaftliches und militärisches Engagement im

amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

iii.

Reformversuche durch Turgot, Necker, de Calonne

und de Brienne scheitern am Widerstand der Hofpartei Marie Antoinettes und der

Parlamente

iv.

1788: Staatsbankrott, Einberufung der

Generalstände, Rückberufung Neckers, Verdopplung der Abgeordneten des 3.

Standes (es zählt aber nur der Stand, nicht Köpfe…)

è

Katastrophale finanzielle Situation: mehr als

50% der Staatseinnahmen zur Deckung der Zinsen für das Defizit

è

Drohender Staatsbankrott = Schwindendes Ansehen

des Staates

è

Scheitern der Reformpläne

am Widerstand der Privilegierten: Wirtschaftliche, soziale und finanzielle

Krise münden in politische Krise -> Letzte Konsequenz: Ausbruch der

Französischen Revolution.

Krise des Ancien Régime

-

Über 80% der Bevölkerung lebt auf dem Land

è

Viele besitzen eigenes Land. Mehrzahl aber Pächter

mit gewissen Zugeständnissen (Vererbbarkeit des Landes, Nutzen der Erträge,

Abgabe an Grundherrn)

è

Besitz reicht meist trotzdem nicht aus um eine

Familie zu ernähren.

-

Landverteilung

80% der Bevölkerung

sind Bauern – 33% des Bodens

1% der Bevölkerung gehört zum Adel – 25% des Bodens

Städtischen

Bürgern gehört 25% des Bodens

Kirche gehört 10% des Bodens

Rest ist

Gemeindeeigentum

-

Steigende Lebensmittelpreise durch

Bevölkerungswachstum im 18. Jahrhundert

-

Viele Bauern müssen zusätzlich als Tagelöhner

arbeiten um einigermaßen über die Runden zu kommen -> Pächter wandern in die

Stadt ab oder verschulden sich, wenn es nicht funktioniert

-

Ungerechte Steuerverteilung: Klerus und Adel war

von Steuern befreit

o

Direkte Steuern: Taille (= Einkommens- und

Grundsteuer), capiration (= Kopfsteuer), corvée (= Steuer als Ersatz für

Frondienst), vingtième (=Zwanzigster)

o

Indirekte Steuern: gabelle (=Salzsteuer)

-

In den 15 Jahren vor Ausbruch der französischen

Revolution waren die Steuern, die die Bauern zahlen mussten um 25% gestiegen.

-

1788/1789: Missernten, steigen der Brotpreise

bei gering bleibenden Löhnen

-

Wirtschaftskrise durch Missernten, Viehseuchen,

steigende Arbeitslosigkeit

→

Inflation, Hungersnot

→

Steigende Preise, gering bleibende Löhne

-

Finanzkrise:

o

Hohe Staatsverschuldung (ab Tod Ludwig XIV)

→

Bau von Versailles

→

Aufwendige Hofhaltung

→

Kriege

è

Bankrotter Staatshaushalt

o

Unter Ludwig XV: weitere Verschärfung der

Finanznot (wegen Kolonien in Amerika)

o

Erst Ludwig XVI versucht ernsthaft Reformen

durchzuführen; Reformen werden von Klerus und Adel boykottiert, befürchten um

ihre Privilegien

→

Reformpläne:

·

Finanzminister Turbot

·

Gewerbefreiheit und Freihandel

·

Allgemeine Grundsteuer (von allen zu zahlen)

è

Adel dagegen

è

Turbot wird abgesetzt

è

Nachfolger ist Necker, dieser will Finanzkrise

bekannt machen und scheitert ebenfalls

è

1788: Erneute

Einberufung Neckers wegen Staatsbankrotterklärung

-

Parlamente in z.B.: Paris und Grenoble leisten

Widerstand damit König Generalstände einberuft (-> wurden nie einberufen,

weil sie mehr Macht wollten)

→

Einberufung der Generalstände:

→

Vorher werden von Gemeinden Beschwerdebriefe

verfasst um in der Versammlung Missstände zu beheben (Abschaffung Feudallasten;

Abschaffung der Adelsprivilegien; Einschränkung königlicher Macht durch eine

Verfassung; Einrichtung einer dauerhaften Nationalversammlung, die über Steuern

beraten und Gesetze verabschieden kann)

→

Anzahl der Abgeordneten im 3. Stand erhöht

→

Adel/Klerus will nach Ständen abstimmen, 3.

Stand nach „Köpfen“ -> 6 Wochen Diskussion

→

17.6.1789: 3.

Stand erklärt sich zur Nationalversammlung und fordert die anderen beiden

Stände auf sich anzuschließen

·

Ergebnis: Teile schließen sich an, König

versucht Nationalversammlung aufzulösen indem er den Sitzungssaal schleißen

lässt -> Versammeln sich im Ballhaus am 20.6. und

schwören so lange zu tagen bis sie eine Verfassung haben -> Ballhauschwur

Von der Generalständen zur Nationalversammlung

1.

Generalstände:

a.

Eröffnung am 5. Mai 1789

b.

Zusammensetzung und Ziele:

→

1. und 2. Stand: je 300 Abgeordnete (Erhaltung

der Privilegien, Abstimmung nach Ständen)

→

3. Stand: 600 Abgeordnete (Abschaffung der

Privilegien, Abstimmung nach Köpfen)

c.

Ablehnung der Abstimmung nach Köpfen durch 1.

Und 2. Stand

→

Lähmung der Generalstände

→

Formierung des 3. Standes zur

Nationalversammlung (17. Juni)

è

Erster Schritt von den Reformen zur Revolution

3.

Die Konstituierung der Nationalversammlung

a.

„Communis opinio“: Bindung der Mandatträger

durch die Cahiers in ähnlicher Weise

b.

Begründung: Repräsentation von 96% der

Bevölkerung mit gemeinsamen Aufgaben:

i.

Ausarbeitung einer Verfassung

ii.

Recht auf Festsetzung der Steuerbewilligung

iii.

Prinzip der Volkssouveränität

iv.

Anschluss des niederen Klerus und liberalen

Adels an NV am 19. Juni

c.

20. Juni: Ballhausschwur, Ziele:

i.

Errichtung einer Verfassung, Öffentliche Ordnung

und Wahrung der Grundsätze der Monarchie

ii.

Beschluss: „Kein Auseinandergehen bis eine

Verfassung geschaffen ist“

→

Bruch mit bestehender Ordnung

è

Beginn der französischen Revolution

Die Beschlüsse der Constituante

2.

Beseitigung der alten Ordnung

a.

Beschlüsse der NV vom 4./5. August 1789

i.

Abschaffung der Feudalrechte

ii.

Aufhebung der Ständeprivilegien

iii.

Gleichheit der Steuerpflicht

iv.

Abschaffung des Ämterkaufs = Zulassung der

Bürger zu allen Ämtern

v.

Abschaffung aller Kirchenabgaben

è

Bruch mit der bestehenden Gesellschaftsordnung

3.

Aufbau einer neuen Ordnung

a.

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (26.

August 1789):

i.

Art 1: Rechtsgleichheit (aber: Zensuswahlrecht)

ii.

Art 2: Garantien (persönliche Freiheit,

Eigentum, Widerstandsrecht gegen Unterdrückung)

iii.

Art 3: Volkssouveränität

iv.

Art 4/5: Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung

è

Grundlage der Verfassung von 1791

4.

Neugestaltung der Institutionen

a.

Verwaltungs- und Justizreform:

i.

Trennung von Justiz und Verwaltung (Einteilung

der französischen Verwaltung in 83 Départements, Distrikte, Kanone)

ii.

Dezentralisierung von Verwaltung und Justiz

iii.

Wahl der Beamten und Richter durch Wahlmänner

(Zensus)

b.

Zivilverfassung des Klerus (27. November 1789)

i.

Verstaatlichung der Kirchengüter

(„Nationalgüter“), 2. Nov 1789

ii.

Aufhebung der Klöster (12. Juli 1790)

iii.

Kleriker als Staatsbeamte = Eid auf Verfassung

iv.

Enge Bindung der Kirche an den Staat

→

Spaltung der Priesterschaft, Konflikte mit Rom

è

Machtanspruch der NV

Städtische und bäuerliche Revolution 1789

1.

Städtische Revolution

a.

Ursachen

i.

Seit 25.06. 1789 Zusammenziehung von Truppen in

Paris: Anstreben einer militärischen Lösung der Revolution durch Ludwig XVI.

-> Verschärfung der Krise

ii.

Angst vor gewaltsamer Wiederherstellung der

alten Verhältnisse -> Ansteigen der revolutionären Stimmung in Paris

iii.

Andauernde Hungerunruhen, 14.07.1789

Getreidehöchstpreis in Paris

b.

Verlauf:

i.

Schließung der Pariser Börse (12./13.07.1789):

spontaner Zusammenschluss von unterstädtischen Schichten und Kleinbürgern ->

Plünderung von Waffenläden, Errichtung von Barrikaden

ii.

14.07.1789: Erbeutung von Waffen und Munition im

Zeughaus, Zug zur Bastille als verhasstes Symbol der absolutistischen

Herrschaft -> Erstürmung der militärisch unbedeutenden Festung, Lynchmord an

Kommandant de Launay

c.

Folgen:

i.

Symbolischer Sieg über das Ancien Régime

ii.

Rückzug der Truppen, anlegen der Trikolore durch

Ludwig XVI (17.7.)

iii.

Erste Emigrationswelle

iv.

Paris = Zentrum der Revolution

v.

Steigendes Nationalgefühl des Dritten Standes

2.

Bäuerliche Revolution

a.

Ursachen:

i.

Verschlechterung der Versorgungslage durch

Agrarkrise

ii.

Angst vor adligem Komplott und militärischer

Intervention

iii.

Verunsicherung durch vagabundierende Banden

b.

Verlauf:

i.

Einzelaktionen (März/Mai): Bedrohung von

Schlössern, Verweigerung der Abgaben

ii.

Erste Phase nach Sturm auf die Bastille

(Franche-Comté, Champagne, Macon): Abschaffung von Feudalabgaben

iii.

Hauptphase (bis 6. August): Übergriff auf ganz

Frankreich (ausgehend von Franche-Comté Champagne, Beauvais, Maine, Nantes,

Ruffec) -> Stürmen von Schlössern, Verbrennung der Feudalrechte, z.T.

Lynchmorde

c.

Folgen:

i.

Gegensatz zwischen bürgerlicher und bäuerlicher

Revolution: Bürger verteidigen als Eigentümer ihren Besitz

ii.

Neuorganisation des ländlichen Lebens

iii.

Konflikt in Nationalversammlung: militärisches

Vorgehen zur Bekämpfung der Anarchie oder Enteignung des Grundbesitzes zur

Beruhigung der Massen?!

Phasen

1789-1792: Erste Phase

der Französischen Revolution -> Verfassungsrevolution

5.

Beginn: Ausrufung Nationalversammlung

6.

Revolution des gehobenen Bürgertums und des

liberalen Adels (Aufhebung der Ständegesellschaft, Schaffung einer Verfassung,

politische Mitsprache) -> Revolution der Privilegierten

7.

Revolution der städtischen Unterschichten

(besonders in Paris -> größte Stadt): Stürmung der Bastille ->

Municipalrevolution

8.

Revolution der Bauern (Ende

Juli 1789, im ganzen Land außer Elsass, Lothringen, Bretagne):

Ereignisse von Paris erbreiten sich; Emigrationswelle des Adelslöst Gerüchte

aus, dass der Adel einen Komplott gegen die Revolution plant, außerdem die

Situation auf dem Land führt zur „grande peur“ (Angst Adel schlägt zu und

verbesserte Situation würde sich nicht durchsetzen) -> Bauern bewaffnen

sich, erstürmen, plündern und brandschatzen Klöster/Schlösser, vernichten

Urkunden über Grundrechte und Abgaben -> Versuch der Befreiung von der

Feudalherrschaft

1792-1794: Zweite Phase

der Revolution -> Radikalisierung

9.

Krieg gegen Österreich (April

1792)

10.

10. August 1792:

Aufstand der Sektionen in Paris

11.

September 1792:

Lynchmorde

12.

21. September 1792:

Neuer Nationalkonvent tritt zusammen

a.

Abschaffung der

Monarchie

b.

„Unteilbare Monarchie“

13.

21. Januar 1793:

Hinrichtung des Königs

a. Umsetzung der

Verfassung von 1791 wurde durch die wirtschaftliche Destabilisierung, die

Wirkung der Konterrevolution, die Inflation und die Revolutionskriege erschwert

14. Terreur:

→ April

1793: Wohlfahrtsausschuss bekommt Regierungsfunktion übertragen

→ Revolutionstribunale:

Konterrevolutionäre können gerichtet werden ohne Berufung

→ Revolutionsausschüsse:

Anklage und Festnahme von Konterrevolutionären

Ab 1794: Letzte Phase der

Revolution

15.

Beginnt mit der Hinrichtung Robespierre 1794

16.

Auf den Terror der Jakobiner folgt der

sogenannte „Weiße Terror“ der Royalisten und schließlich errichten die

Gemäßigten bzw. das Großbürgertum 1795 die

Herrschaft der Thermidorianer mit einer Direktorialverfassung (Direktorium

bestehend aus 5 Männern (Koliqualität) als Spitze, Rat der Alten und Rat der

500; Zensuswahlrecht; wichtige Stütze: Armee), sie stark an die Verfassung von

1791 angelehnt ist

17.

1795:

Niederschlagung des royalen Aufstandes in Paris

18.

1796/1797:

Sieg über Österreich in Italien

→

Friede von Campo Formio: Annexion Belgiens,

linksrheinische Gebiete werden 1801 abgetreten, Aufteilung Italiens

19.

Frühjahr 1799:

Beginn des 2. Koalitionskrieges mit Großbritannien, Türkei, Russland, Neapel,

Österreich und Schweden als Koalition gegen Frankreich

→

Rückschläge der französischen Armee -> Ruf

nach einem starken Mann an der Spitze des Staates

20.

9. November 1799:

Staatsstreich des Napoleon mit Unterstützung der Thermidorianer:

a.

Napoleon lässt die gesetzgebende Versammlung in

Paris durch Truppen auseinanderjagen. Unter dem Vorwand einen Jakobineraufstand

zu vereiteln

b.

Auflösung des Direktoriums

c.

Errichtung einer Konsulatsverfassung mit 3

Konsuln (er selbst ist der 1. Konsul) zunächst auf 10 Jahre mit exekutiver und

legislativer Gewalt

d.

Grundlage seiner Macht: das Heer

e.

Plebiszitäre Militärdiktatur: Militärdiktatur

aber durch Volksentscheidungen abgesichert

21.

1802: Konsul

auf Lebenszeit

22.

1804: Krönung

zum Kaiser mit erblichem Kaisertum

23.

1804: Code

Napoleon

(Seiten 215, 219, 225

und 228)

Die Verfassung

1.

Kräfteverhältnisse in der NV

a.

Die rechte: Monarchisten

→

Starke Exekutivgewalt des Königs (absolutes Veto)

→

Zwei-kammer-System (Ober- und Unterhaus, wie GB)

→

Vertreter: Mirabeau

b.

Die Mitte: Konstitutionelle

→

Interessen der Großbürger

→

Starkes Parlament als Gegengewicht zum König

→

Anhänger Montesquieus (Abbé Sieyès, LaFayette)

c.

Die Linke: Demokraten

→

Interessen des Volkes

→

König nur repräsentatives Staatsoberhaupt

→

Anhänger Rousseaus (Robespierre)

è

Dominanz des gemäßigten

Groß- und Besitzbürgertums

2.

Grundzüge der Verfassung

a.

Exekutive (König)

i.

Eid auf Verfassung (14.09.91)

ii.

Erbmonarchie (männliche Primogenitur)

iii.

Ministerielle Gegenzeichnung königlicher

Verordnungen

iv.

Kontrolle durch NV

v.

Keine Gesetzesinitiative

vi.

Suspensives Veto

vii.

Oberbefehl über Herr

viii.

Benennung und Entlassung der Minister

b.

Legislative (NV)

i.

Entscheidungsbefugnisse über Innen- und Außenpolitik

ii.

Abgeordnete indirekt auf 2 Jahre gewählt

iii.

Keine Wiederwahl

iv.

Wahl durch Wahlmänner (1 Wahlmann = 100 Wähler)

v.

Zensuswahlrecht: abhängig vom Einkommen, Teilung

der Bevölkerung in Aktivbürger (ca. 4,3 Mio Männer über 25, Mindestjahresrente

2-3 Livres (= 3 tageslöhne), Wahl von Beamten, Wahlmännern, Friedensrichtern,

Geschworenen) und in Passivbürger (ca. 20 Mio, Frauen und Männer unter 25, ohne

höheres Einkommen)

c.

Judikative

i.

Unabhängig von Exekutive

ii.

Richter durch Wahl bestellt

iii.

Kontrolle der Richter durch Oberste Gerichtshöfe

iv.

Kontrolle der Obersten Gerichtshöfe durch NV

è

Konstitutionelle

Monarchie mit Gewaltenteilung und gegenseitiger Kontrolle im Sinne Montesquieus

Die Radikalisierung der Revolution

1.

Äußere Entwicklung

a.

Militärische Reformen (schlechter Zustand der

Revolutionsarmeen):

ØLevée en

masse 23.08.1793 (carnot):

ØMobilisierung

aller Kräfte

ØNeue,

beweglichere Taktik

ØOrganisation

(Selbstversorgung, bessere Ausrüstung)

ØErhöhtes

Nationalgefühl

b.

Militärische Erfolge:

ØRückeroberung

von Lyon (9.10.) und Toulon (19.12.)

ØNiederschlagung

des Vendée-Aufstandes

Ø26.06.94 Sieg

über Österreich bei Fleurus: Rückgewinnung Belgiens

è

Außenpolitische

Entlastung

2.

Die Ausschaltung der Fraktionen

a.

März 1794: Forderung des radikalen linken

Flügels der Jakobiner (Hébertisten) nach

ØVerschärfung

des Terrors

ØUnbegrenztem

Krieg

ØRadikaler

Dechristianisierung

b.

Forderung des rechten Flügels nach

ØEinschränkung

des Terrors

ØEinschränkung

kirchenfeindlicher Politik

ØEinschränkung

der Kriegspolitik

ØBeendigung

der inneren Auseinandersetzungen durch Hinrichtung der Hébertisten durch

Robespierre

d.

April 1794: Forderung von Danton, Desmoulins

u.a. (gemäßigter Flügel) nach Beendigung von Terror und nach Friedensschluss

mit Ausland -> Hinrichtung

e.

Beginn der Auseinandersetzungen zwischen

Wohlfahrtsausschuss und Sicherheitsausschuss über Wirtschaftspolitik

è

Auseinanderbrechen der

jakobinischen Einheitsfront

3.

Die Alleinherrschaft Robespierres

a.

Mai 1794: Abschaffung des Christentums, Einführung

des Kultes von Tugend und Vernunft -> Umwandlung Frankreichs in „Republik

der Tugend“

b.

Phase des „Großen Terrors“: Reform des

Revolutionstribunals = Abschaffung des Rechtsbeistandes und der

Rechtssicherheit

ØHöhepunkt des

Terrors

ØZiel: Schaffen

der vollkommenen republikanischen Gesellschaft

ØFurcht in der

Bevölkerung

c.

Sieg der Revolutionstruppen über Österreich am

26.06.; Rückeroberung Belgiens

è

Fortsetzung des Terrors

trotz militärischer Erfolge = Verselbstständigung

4.

Das Ende des Terreurs

a.

Juni 1794: Verhaftung streikender Arbeiter als

Verdächtige = Sinken der Popularität Robespierres

b.

Hoffnung auf Ende des Terrors durch weitere

Siege der revolutionsarmeen

c.

26./27.07.1794: Anträge Robespierres und St.

Just:

ØDiktatorische

Vollmachten

ØAnkündigungen

der „Großen Säuberung“ im Nationalkonvent: -> Zusammenschluss aller

gegnerischen Kräfte

d.

27.07.1794: Verhaftung Robespierres im Konvent,

28.07. Hinrichtung mit seinen Anhängern ohne Gerichtsverfahren

ØEnde des

Terrors, Gefühl der Erlösung

e.

Sept 1794: Schließung von Revolutionstribunal

und politischen Clubs

è

Wendepunkt der

Französischen Revolution: Ende von Jakobinerherrschaft und zweiter

Revolutionsphase

Die Französische Revolution

Ursachen und Anlass:

Ursachen:

Geistige Ursachen (Aufklärung, Kritik am politischen und gesellschaftlichen

System), Politische/Soziale Ursachen (Absolutismus = fehlen politischer rechte

und politischer Mitsprache), Wirtschaftlich/Soziale Ursachen (Not armer Bauern

verstärkt durch Missernten, Hungersnöte und Preissteigerung)

Anlass:

Finanznot des Staates -> Scheitern

notwendiger Reformen am Egoismus der Privilegierten -> Einberufung der

Generalstände (Erhöhung der Abgeordneten des 3. Standes auf 600, sonst je 300;

aber: getrennte Abstimmung der Stände -> 3. Stand kann überstimmt werden)

-> Faktisch Abdankung des Absolutismus; Mai 1789 Forderungen der

Generalstände

Verlauf:

1. Phase: 1789-1792

3fache Revolution im Sommer

a.

In Versailles: 3. Stand erklärt sich zur

Nationalversammlung -> Volkssouveränität (17. Juni, Abbé Sieyes), Ballhausschwur

20. Juni: „Revolution der Privilegierten“

b.

Sturm auf die Bastille: 14.7. Städtische

Unterschichten

c.

Auf dem Land: „Grande peur“ = Masse der Bauern

geg. Adel und Geistlichkeit, Plünderungen und Revolten

Ergebnisse:

Abschaffung der Feudalordnung durch NV am 4./5.08. (=keine Stände mehr);

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Freiheit, Gleichheit, Eigentum,

Sicherheit [soziale und juristische]); Säkularisierung, Konstitutionelle

Monarchie (Verfassung Sept 1791 nach missglückter Flucht des Königs)

2. Phase: 1794

Innere und äußere Probleme (inflation, Parteienbildung,

gefahr durch Konterrevolution, bedrohung durch absolutistisches ausland)

è

Radikalisierung: Kriegserklärung der Girondisten

an Österreich und Preußen; Übernahme der Macht durch Jakobiner (Sansculotten)

21.09.1792: Frankreich wird Republik

Ø

Januar 1793: Hinrichtung Louis Carpets

April 1793: Wohlfahrtsausschuss mit diktatorischen

Vollmachten vom Nationalkonvent geschaffen; Plebiszite, keine Gewaltenteilung;

„Terreur“ als Herrschaftsmittel Robespierres

3. Phase:

Napoleonische Ära

Weißer Terror = Royalisten jagen Jakobiner -> Ruf nach

Sicherheit und Ruhe, nach einem ‚starken Mann‘ und autoritärer Herrschaft.

17.08.1795: Direktorialverfassung (2 Kammern: Legislative; 5

Direktoren als Exekutive), Herrschaft der Bourgeoisie, Armee als Stütze,

Aufstieg des General Bonaparte

Militärische Erfolge: Niederschlagen des royalistischen

Aufstandes in Paris (1795); 1796/97 Sieg über Österreich, Frieden mit Preußen

1799 Konsulatsverfassung: Staatsstreich Napoleons (3 Konsule,

Napoleon als 1. Konsul für 10 Jahre, plebiszitäre Militärdiktatur, 1802 Konsul

auf Lebenszeit, 1804 Kaiser der Franzosen) -> Erbliches Kaisertum ->

Keine politische Rechte, nur demokratische Fassade durch Plebiszite; Ausgleich

mit Kirche und Adel

Code Civil 21.03.1804: persönliches Freiheitsrecht,

rechtliche Gleichheit, Sachenrecht, Erb-, Schuld-, Ehegüter-, Pfänd-,

Hypothekenrecht (beeinflusst BGB von 1900)

Ergebnisse:

Sozial:

Wandel von Feudalgesellschaft zur bürgerlichen Gesellschaft -> Bourgeoisie

herrscht, Scheitern Sozialistischer Bestrebungen

Politisch:

Durchsetzung des liberalen Verfassungsstaates, konstitutionelle Monarchie,

keine Demokratie

Werte:

Patriotismus und Nationalbewusstsein

Frauen in der Revolution

(siehe Seite 222)

Die napoleonischen Kriege

1792-1797: erster Koalitionskrieg (denn Koalition hat Angst

vor Revolution; war erfolgreich, mainz erste Republik auf deutschem Boden,

Anschluss der links-reihnischen Gebiete

1799-1802: zweiter Koalitionskrieg (Ergebnis von Campo Formio

wird bestätigt

1803: Reichsdepotationshauptschluss: Die deutschen Fürsten

werden auf Betreiben Napoleons für ihre Verluste westlich des Rheins nach zwei

Prinzipien entschädigt:

(a)

Säkularisierung: Geistliche herrschaften werden

in die terrotorialstaaten eingegliedert

(b)

Mediatisierung: Aufhebung der

Reichsunmittelbarkeit freier Reichsstädte

1805: Dritter Koalitionskrieg: England bildet mit Russland,

Österreich, Schweden und Neapel ein Bündnis gegen Frankreich, um das

europäische Gleichgewicht wiederherzustdellen. Preußen bleibt neutral.

Niederlage der Koalition in der „Dreikaiserschlacht“ von Austerlitz.

Zusammenbruch des Deutscen Reiches (Preußen neutral, Bayern/BW mit Frankkreich)

1806/07: Vierter Koalitionskrieg: Preußen und Russland gegen

frankreich. Niederlage der Preußen bei Jena und Auerstedt. Zusammenbruch

Preußens -> Reformschub (Preußische Reformen)

1806: Gründung des Rheinbundes: Zusammenschluss süddeutscher

Staaten unter dem rotektorat Napoleons, dem bis 1811 zwanzig weitere deutsche

Territorien beitreten.

1806: Ende des „Heiligen Römischen reiches Deutscher Nation“

durch die Niederlegung der kaiserkrone durch Kaiser Franz II. (6.8.1806)

1807: Friede von Tilsit: Preußen verliert die Hälfte seines

Staatsgebietes, Gründung des Königreiches Westfalen unter Napoleons Bruder

Jeróme.

1809: Fünfter Koalitionskrieg: Krieg Österreichs gegen

Franreich endet mit der Niederlage Österreichs (Norditalien, Salzburg, Kärnten

abtreten; muss napoleon mit Prinzessin verheiraten -> will Anerkennung für

sich und Kinder.

1812: Napoleons Angriff auf Russland scheitert aufgrund

schwieriger Truppenversorgungt und des kalten Winters. Schwere Verluste in der

napoleonoschehn Armee. Rückzug. Flucht Napoleons nach Frankreich um Situation

zu retten.

1813-1815: Befreiungskriege: Kriege Russlands, Englands,

Preußens, Österreichs, Schwedens, später auch Bayerns gegen Frankreich. Sieg

der Koalition gegen Napoleon in der Völkerschlacht bei leipzig (16.-19.10.1813)

1814/1815: Wiener Kongress

Die Deutschlandpolitik Napoleons

Kriege Frankreichs gegen wechselnde Koalitionen europäischer

Mächte seit 1793 -> Vordringen Frankreichs bis zum Rhein

Ziel Napoleons: Hegemonie Frankreichs in Europa

Was bedeutet das in Bezug auf Europa? Welche politische

Situation existiert zu dieser zeit in Deutschland? (Territoriale Zersplittung

(s. karte S.230)

è

Ziele:

1.

Schwächung Österreichs

2.

Stärkung der dt. Kleinstaaten als gegengewicht

zu Österreich und Preußen -> er will deutsche Mittelstaaten, die stark genug

sind, um Frankreich zu unterstützen, aber zu schwach bleiben, um gegen

Frankreich vorzugehen

1801 endgültige Abtretung linksrheinischer Gebiete an

Frankreich

è

Ausschuss des dt. Reichstages beschließt die

Entschädiguuung dt. Fürsten für die verlorenen Gebiete auf dem linken

Rheinufer. Z.B.: sollte der Graf von saarbrücken, wenn überhauptr entschädigt

werden. Dies erfordert eine Umgestaltung Deutschlands -> napoleon als

Schiedsrichter

Ergebnis des Ausschusses:

1803 Reichsdeputationsabschluss:

-

Säkularisation kirchlicher Besitzungen ->

Enteignungen. ZB Bischof von Metz ohne einfluss auf weltlichen Bereich, sein

ehemaliges Territorium; die Untertanen des Territoriums unterstehen nun einem

weltlichen Herrscher

-

Mediatisierung kleiner weltlicher herrschaften:

kleine Herrschaften, zB Ritter oder Reichsstädte unterstanden bis dahin direkt

dem kaiser, hatten keinen anderen Herren über sich; nun wird eine Mittelinstanz

eingeschoben, was eine Einverleibung dieser Herrschaften in größere

Herrschaften bedeutet (dabei ist Napoleon Schiedsrichter)

Kaiser

Fürst (als medium)

Ritter

-

Rangerhöhung dt. Fürsten durch Napoleon: Fürsten

von Bayern und Württemberg werden Könige, Fürst von Baden wird Großherzog ->

Entstehung von Mittelstaaten (Bayern, Württemberg, Baden) als „Puffer“ gegen

Österreich

1801: Holland, linksrheinische Gebiete, Schweiz, Italien von

Napoleon abhängig

1805: Dreikaiserschlacht von Austerlitz: Österreich Franz

II, Russland Alexander I -><- Frankreich, Sieg Frankreichs

Juli 1806 Gründung des Reinbundes: Zusammenschluss

von 16 dt. Fürsten unter der Schutzherrschaft (=Protektorat) Napoleons.

è

Austritt dieser Staaten aus dem Römischen Reich

deutscher Nation

è

Kaiser Franz II legt die Kaiserkrone des Röm.

Reiches dt. Nation nieder, er ist nur noch Kaiser von Österreich

è

ENDE DES HEILIGEN

RÖMISCHEN REICHES DEUTSCHER NATION

è

Dreiteilung Deutschlands: Rheinbund, Preußen,

Österreich

Folgen im Rheinbund:

-

Beseitigung der Steuerprivilegien für die oberen

Stände

-

Zentralisierung der Verwaltung

-

Einführung des Code Civil

-

Armee des Rheinbundes unterstand Napoleon

-

Rheinbund muss Frankreich in allen Kriegen auf

dem europäischen Festland unterstützen = Verpflichtung zur Heeresfolge

1806 Zusammenbruch Preußens

Österreich war bereits 1805 von napoleon besiegt worden.

Truppen Napoleons in Preußen und Grenzverletzung durch Napoleon. Forderung Preußens

(+ Sachsen und Russland): Räumung Süddeutschlands, Auflösung des Rheinbundes,

Duldung eines norddeutschen Bundes unter der Führung Preußens.

Forderungen Preußens als Ultimatum gestellt à Weigerung und

Kriegserklärung Napoleons à

Krieg

1806 Sieg Napoleons bei Jena und Auerstadt bei Weimar à Einzug Napoleons in

Berlin

1807 Friede von Tilsit (harte Bedingungen)

-

Große Gebietsverluste für Preußen (Hälfte seines

Gebiets)

-

Neu: Königreich Westfalen (westl. der Elbe)

unter dem Bruder Napoleons Jerome

-

Warschau als Herzogtum in Personalunion mit

Sachsen

-

Beschränkung des preußischen Heeres,

Geldzahlungen

è

Preußen bedeutungsloser Mittelstaat, Einfluss

Napoleons bis an die russische Grenze

è

England ist einziger Gegner Frankreichs in

Europa

Napoleons Europapolitik/Streben nach Hegemonie

Nach militärischer Niederlage (Seeschlacht bei Trafalgar

Sieg der engl. Flotte unter Nelson 1805) versucht Napoleon England

wirtschaftlich zu treffen.

1806 Kontinentalsperre:

Der europäische Kontinent soll gegen den engl. Handel

gesperrt werden – kein Handel mit engl. Waren auf dem Kontinent – werden engl.

Waren auf dem Kontinent aufgegriffen, müssen sie vernichtet werden à England soll als

Handelsmacht den europäischen Absatzmarkt verlieren. Da Deutschland, Spanien,

Schweiz, Italien, Österreich von Napoleon erobert oder abhängig sind, gilt auch

hier die Kontinentalsperre, Russland schließt sich 1806 an.

Folgen für den Handel:

a.

England

ØWarenstau

ØKonzentration

auf Überseehandel mit den Kolonien

ØMilitärisches

Vorgehen zur Sicherung von Handelswegen und Absatzmärkten: Überfall auf

Kopenhagen à

Weg in die Ostsee

è

Ausweichen in die Kolonialpolitik

b.

Kontinent

ØFehlende

Rohstoffe

ØStarker

Rückgang der Exporte nach England

ØUmsatzeinbußen

für große Hafenstädte

ØSchmuggel

è

Rückgang des Handels, der Produktion (beachte

Kriegslasten)

è

Unzufriedenheit, Ruf nach Selbstbestimmung

Erste Aufstände gegen Napoleon

1808 Spanischer Aufstand mit Guerillataktik

1809 Österreich gegen Napoleon in der Hoffnung, dass es zu

Volksaufständen in ganz Deutschland kommt. Nach einer Niederlage endgültiger

Sieg Napoleons über Österreich. Metternich, neuer Leiter des österreichischen

Politik bietet Napoleon an eine Tochter des Kaisers (Marie-Luise) zu heiraten.

Ziel Metternichs? Annährung an Frankreich um Österreich zu

schonen

Ziel Napoleons? Aufnahme Napoleons unter die europäischen

Fürsten

1809/10 Tiroler Aufstand

Ab 1812 Russlandfeldzug

Anlass:

Ende 1810 öffnet Russland die russischen Ostseehäfen für englische Schiffe.

Napoleon kann nur auf einen Sieg gegen England. Hoffen, wenn Russland weiter

die Kontinentalsperre stützt. à

Kriegserklärung an Russland

Verlauf:

Rückzug der Russen. Taktik der verbrannten Erde -> Verbrennung der Ernten so

dass Napoleon sich nicht im land ernähren kann. Einnahme Moskaus durch

napoleon, aber Nachschubprobleme und der einbrechende Winter zwingen Napoleon

zum Rückzug, Auflösung der Grande Armee à

katastrophale Niederlage Napoleons

1813 Koalition gegen Napoleon, der den Mythos der

Unbesiegbarkeit verloren hat. Preußen, Österreich, Russland, Schweden, England àß Frankreich

è

16. -19.10.1813:

Vielvölkerschlacht bei Leipzig

Mai 1814 1. Pariser Friede (maßvoller Friede)

-

Frankreich in den Grenzen von 1792

-

Monarchie der Bourbonen wird restauriert

-

Auflösung des rheinbundes

-

Napoleon auf Elba

1815 Rückkehr Mapoleons für 100 Tage

Niederlage in Belgien bei Waterloo gegen England à Verbannung auf St.

Helena

November 1815: 2. Pariser Friede

-

Frankreich verliert Saarbrücken an Preußen,

Landau an Bayern, Savoyen an Sardinien

-

700 Millionen Francs als Entschädigung

-

17 Festungen auf 5 Jahre besetzt

Wiener Kongress 1814/1815

-

Erster gesamteuropäischer Kongress der neueren

Geschichte

Teilnehmer:

-

90 große und kleine souveräne Fürsten

-

53 mediatisierte Fürsten

-

215 Chefs verschiedener Fürstenfamilien

-

Vertreter von 19 Kantonen, Vertreter der

Frankfurter Juden, Delegierte des Papstes und des Sultans

è

Massenveranstaltung, riesiges Fest: „Der Kongress

tanzt aber er schreitet nicht voran“

-

Besprechungen der Hauptsiegermächte (Russland,

England, Österreich, Preußen) mit Frankreich sowie Einzelverhandlungen treiben

die Beschlüsse voran

-

Leitende Persönlichkeiten: Metternich,

Hardenberg, Talleyrant, Castlereigh, Wellington, Zar Alexander I und Graf

Nesselrode

Ziele:

-

Neuordnung Europas

-

Sicherung des Friedens in Europa-> Stabilität

des europäischen Staatensystems -> Garantie der Stabilität: Veränderungen

nur auf dem Verhandlungsweg auf der Grundlage des Wiener Kongresses

-

Vermeidung künftiger Vormachtstellung/Hegemonialstellung

einer europäischen Macht -> Gleichgewicht der Kräfte

Probleme:

-

Revision der territorialen Veränderungen durch

Napoleon oder ihre Beibehaltung?

-

Neuordnung Deutschlands?

-

Selbstbestimmung der Völker oder Legitimität von

Staaten/Dynastien?

-

Neuordnung Europas nach dem Gesichtspunkt der

Restauration oder unter Berücksichtigung nationaler und liberaler Ideen?

Territoriale

Neuordnung (Wiener Kongressakte vom 9. Juni 1815)

Territoriale Ergebnisse

Auswirkungen

Russland: Personalunion mit

dem neugegründeten Kongresspolen (Polen ohne Posen) sowie Finnland

Aufstieg zur stärkste Kontinentalmacht -> Öffnung nach Westen

England: Malta, Ceylon,

Kapland, Helgoland, Personalunion Königreich Hannover

Weltmacht zur See, Gewinn wichtiger strategischer Stützpunkte

Preußen: nördlicher Teil

des Königreichs Sachsen, Westfalen, Posen, Vorpommern, Rheinprovinzen (->

Saarland)

Wacht am Rhein, Hineinwachsen nach Deutschland (nach Westen),

Zweiteilung, unsaturiert

Österreich: Lombardei,

Venetien, Toscana, Parma, Piacenza, gibt Besitz in Süd-West-Deutschland auf

sowie Belgien

Herauswachsen aus DL, Schwerpunkt in Mittel- und Osteuropa ->

Vielvölkerstaat

Königreich Niederlande: gegründet aus Holland und

dem ehemals österr. Belgien

Schweiz: immerwährende Neutralität

Schweden: Personalunion mit

Norwegen

Frankreich: Besitz von 1792

Erhalt als Großmacht -> Gleichgewicht in Europa; Eindämmung durch

Pufferstaaten

è

Vergleich mit vorrevolutionärer Ordnung:

§

Nur teilweise Restauration der europ.

Staatenwelt

§

Abrundung des Territoriums der europ. Großmächte

§

Gründung von Mittel- und Kleinstaaten

§

Wiederherstellung der europ. Mächtekonstellation

des 18. Jhds, allerdings mit erheblichen Gewichtsverlagerungen

Prinzipien und

Inhalt:

-

Gleichgewicht der Mächte (Pentarchie: 5

Großmächte: Frankreich, England, Preußen, Österreich, Russland)

-

Restauration: Wiederherstellung der

alten/vorrevolutionären Ordnung -> innenpolitisch: Wiedereinsetzen alter

Dynastien (Bourbonen in Frankreich); außenpolitisch: Wiederherstellung alter

Grenzen

-

Patriatische Herrschaftsauffassung

-

Autoritätsprinzip

-

Schutz von „Religion, Friede und Gerechtigkeit“

-

Legitimität: Rechtmäßigkeit der Herrscher von

Gottes Gnaden (-><- Französische Revolution/Volkssouveränität) und

monarchisches Prinzip als Grundlage der staatlichen Ordnung

-

Solidarität: gemeinsame Interessenpolitik

legitimer Fürsten zur Abwehr liberaler und nationaler Ideen und zur

Aufrechterhaltung der europ. Ordnung, gegenseitige Hilfeleistung -> Heilige

Allianz

è

Prinzipien auch bekannt als „Prinzip Metternich“

Folgen:

-

Gründung der Hl. Allianz auf Initiative Zar

Alexanders I. am 26.09.1815: Sie soll nach außen nur eine Verbindung von drei

Großmächten sein (Österreich, Preußen, Russland), dient aber eig. einem

gemeinsamen Vorgehen gegen die Ideen der Revolution -> Manifest der

europäischen Restauration -> Instrument des Metternichschen System

-

Gründung des Deutschen Bundes:

→

Staatenbund mit 39 souveränen Staaten, darunter

auch der englische, dänische und niederländische König

→

Bundestag in Frankfurt unter dem Vorsitz

Österreichs

→

Grundlage: Deutsche Bundesakte vom 8. Juni 1815

→

Artikel XIII: Möglichkeit zur Einrichtung

konstitutioneller Repräsentativverfassungen (Auslegung: landständische oder

Repräsentativverfassungen)

→

Bewertung:

→

Loser Fürstenbund unter Einwirkung fremder

Mächte

→

Geringe Handlungsfähigkeit, geringe Kompetenzen

→

Fehlen eines gemeinsamen Oberhaupts, einer

gemeinsamen inneren Verfassung, Volksvertretung und Rechtsprechung

→

Kaum Beschränkung der Souveränität der

Einzelstaaten

→

Sieg des partikularstaatlichen über den

nationalstaatlichen Gedanken

→

Gründe für das Scheitern nationalstaatlicher

Lösung

→

Dt.-Dt. Dualismus

→

Pochen auf Souveränität der Einzelstaaten

→

Fehlender Verfassungskonsens -> werden sich

nicht einig

→

Politik Metternichs gegen nationalstaatliche

Lösung (Vielvölkerstaat)

→

Politik der Großmächte: Gleichgewichtssystem

-> Angst vor Verschieben des Gleichgewichtes

Beurteilung:

-

Neuordnung der Fürsten und Staaten ohne

Mitwirkung der nationalen und liberalen Bewegung

-

Gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker

-

Ideologische Rechtfertigung der restaurativen

Ordnung

-

Zweck: Bund der legitimen Gewalten gegen die

Freiheits- und Einheitsbewegung ihrer Völker

-

Kompromisslose Durchsetzung der restaurativen

Prinzipien unzeitgemäß aufgrund der Verbreitung der nationalen und liberalen

Ideen und teilweise Verwirklichung des liberalen Ideengutes

Auswirkungen der Französischen Revolution

-

Starker Widerhall in den gebildeten und

reformorientierten Kreisen in Europa

-

Entstehen eigener nationaler Bewegungen

-

Idee nach Freiheit und Selbstbestimmung

Auswirkungen der Revolutionskriege auf das Deutsche Reich

-

Abtretung der linksrheinischen gebiete

-

Export der Errungenschaften der Französischen

Revolution auf Reichsgebiet

-

Reichsdeputationshauptschluss (1803)

→

Säkularisierung (= Einzug kirchlichen Eigentums

durch den Staat)

→

Mediatisierung (= beseitigung der

Reichsunmittelbarkeit)

-

Ende der deutschen kleinstaaterei, Übergang zu

Mittelstaaten

-

Wurzel der föderativen Struktur des Deutschen

Reiches

-

Rheinbund (Austritt von 16 deutschen

Mittelstaaten aus dem Deutschen reich)

-

Ende des Heiligen Römischen reiches Deutscher

Nation

-

Durchführung umfassender Reformen in den

Rheinbundstaaten

→

Zentralisierung der Verwaltung

→

Beseitigung der Steuerprivilegien und

Ämtermonopole

→

Errichtung einer Gesellschaft aus freien

Grundeigentümern

→

Übernahme des Code Napoleon

→

Allerdings keine Abschaffung der Grundherrschaft

→

Teilweise beabsichtigt Repräsentativverfasungen

anstelle von Ständeverfassung (zB Bayern und Württemberg)

Resumeé:

-

Durch die napoleonische Herrschaft wird in

Teilen des Reichsgebietes die Errungenschaften der französischen Revolution

zentralistisch-bürokratische Verwaltung, bürgerliche Rechts- und

Gesellschaftsordnung, Abbau der Privilegien exportiert.

-

Auflösung des Reiches und der Reichsverfassung

-

Fortleben der Ideen der französischen Revolution

-

Entstehung nationaler Befreiungskriege

Información

Descripción
Abitur Geschichte Apunte sobre Französische Revolution, creado por K. Boettcher el 30/01/2016.
Creado por
K. Boettcher · ene 2016
Actualizado
18 ene 2017
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