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Fichas

Lernförderung im Elementarbereich

Clarissa Müller-Stengel Erziehungswissenschaften Bachelor Alemán 72 fichas

Fichas del conjunto (72)

  1. 1ElementarbereichStufe des Deutschen Bildungssystems unterhalb der Grundschule = i.d.R. Kinder im Alter zwischen 1-6 Jahre
    - Kinderkrippen
    - Kindergärten
    - Sammelbegriff Kindertagesstätten
    Aufgaben (laut Kinder- und Jugendhilfegesetz) = Bildung, Betreuung und Erziehung §22
  2. 2Kindergarten- Ursprünglich = Einrichtungen ab dem vollendetem 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt
    - Seit dem 01.01.1996 = Rechtsanspruch ab dem 3. Geburtstag (Halbtagsplatz)
    - Besuch in Deutschland nicht verpflichtend
    - Trägerautonomie = Träger sind bzgl. päd. Konzepte und praktischer Umsetzung frei (i. d. Regel der gesetzlichen Vorgaben)
  3. 3Kinderkrippen- Altersbereich unterhalb des Kindergartens, Kinder bis zu ihrem 3. Geburtstag (U3 Betreuung)
    - 2005: Tagesbetreuungsausbaugesetz, TAG (Rasanter Ausbau der Betreuungskapazität)
    - Seit August 2013: Rechtsanspruch ab dem 1.Geburtstag
  4. 4Zusammenfassung Elementarbereich- U3: Steigende Inanspruchnahme, aber im Westen noch immer deutlich < 39%
    - große regionale Unterschiede in Versorgung und Inanspruchnahme (NRW: 26%, Sachsen-Anhalt:58%)
    - Ü3: Hohe Inanspruchnahme
    - Früherer Beginn und häufiger Ganztagsbetreuung in Ostdeutschland
    - Soziale Disparitäten der Inanspruchnahme, besonders im U3-Bereich - Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund besuchen Einrichtungen später und kürzer
  5. 5Bildungspläne Bezeichnung- Bildungs- und Erziehungsplan, Orientierungsplan, Grundsätze elementarer Bildung, Bildungskonzeption, Bildungsempfehlungen
  6. 6Bildungspläne Umfang33 Seiten (Brandenburg) - ca. 500 Seiten (Bayern)
  7. 7Bildungspläne Geltungsbereich (Alter)- meist vorschulische Einrichtungen
    - z. T. auch Einrichtungen für Schulkinder (z. B. Horte)
    - Hessen: 2007 erster alters-/institutionsübergreifender Bildungsplan (0-10 Jahre)
  8. 8Die meisten Bildungspläne differenzieren zwischen- übergeordnete Basiskompetenzen
    - Inhaltlichen Lernfeldern zur Förderung dieser Kompetenzen
  9. 9BEP = Bildungs- und Erziehungsplan Hessen: Vier Basiskompetenzen1. Personale bzw. individuumsbezogene Kompetenzen
    2. Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext
    3. Lernmethodische Kompetenzen
    4. Kompetenzen im Umgang mit Veränderungen und Belastungen (Resilienz)
  10. 10Lernfelder Bildungspläne- Sprache/Kommunikation/Medien
    - Mathematik/Natur/Technik
    - Sozialverhalten/Kultur/Wertevermittlung
    - Musik/Kunst
    - Gesundheit/Bewegung
  11. 11Grundsätze der Bildungspläne - Übereinstimmung zwischen allen Plänen- Kinder als eigenständige und autonome Persönlichkeiten
    - Kinder als aktive Lerner, die ihr eigenes Lernverhalten selbst steuern und ihre Umgebung mitgestalten können und wollen
    - Betonung von Neugier und Erkundungsdrang
    - Verdienen Respekt und Wertschätzung
    - Konstruktivistisches Bild
  12. 12BildungsbegriffBildung als aktiver, sozialer und kultureller Begriff
  13. 13Ziele früher Bildung- Förderung der kindlichen Individualität und Persönlichkeit
    - Stärkung der sozialen und kulturellen Identität
    - Erziehung zu Selbstständigkeit
    - sollen durch ganzheitliche und entwicklungsangemessene Begleitung der Kinder verfolgt werden
  14. 14Umgang mit Heterogenität bezüglich früher Bildung- individuelle Lernvoraussetzungen der Kinder
    - sozialer und kultureller Herkunft der Familien
    - in einzelnen (aber nicht allen!) BP Abschnitte zu den Bereichen: Kinder mit Migrationshintergrund, Geschlechterunterschiede, Inklusion, Hochbegabung
  15. 15Beziehung der Fachkräfte zu den Eltern- Erziehungspartnerschaft oder -kooperation
    - Einbezug in Entscheidungsprozesse
    - Transparenz des Vorgehens = Informationen über Konzepte, regelmäßige Entwicklungsgespräche
    - Offenheit gegenüber Eltern in unterschiedlichen Lebenslagen und sozialen/kulturellen Hintergründen
  16. 16PartizipationKinder und Eltern haben den Anspruch der Mitbestimmung - demokratische Teilhabe
  17. 17Professionelle Rolle der pädagogischen Fachkräfte- Kompetente Begleitung des Kindes - beobachtend, unterstützend und fördernd
    - Bereitstellen einer anregenden Lernumwelt
  18. 18Weitere Themen in der frühen Bildung- Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte
    - Vernetzung mit sozialen/kulturellen Einrichtungen in der Umgebung
    - Qualitätssicherung und Evaluation: regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung des päd. Konzepts, Dokumentation der Entwicklungsfortschritte
    - Gestaltung der Übergänge: Eingewöhnung, Übergang in die Grundschule
  19. 19Öffentliche Rezeption- Insgesamt positive Bewertung durch päd. Fachkräfte und Eltern
    - Mögliche Gründe:
    Beschränkung auf konsensfähige Grundprinzipien
    Aufwertung der Kindertagesstätten zu Bildungseinrichtungen
    Anerkennung und Wertschätzung für päd. Fachkräfte
  20. 20Kritik an Bildungsplänen- Heterogenität zwischen den Ländern
    - einige Pläne zu Wissenschaftlich/theoretisch abstrakt
    - Gefahr, dass päd. Fachkräfte keinen praktischen Nutzen daraus ziehen
    - Verständliche Vermittlung und Übertragbarkeit in praktische Maßnahmen ist entscheidend für erfolgreiche Implementierung in der Praxis!
  21. 21Einführung in den Spracherwerb Hintergrund- Sprachkompetenz als Schlüsselqualifikation für Bildungserfolg und Integration
    - Sprachförderung ist eine der zentralen Aufgaben des Elementarbereiches
    - Sprachdiagnostik und -förderung sind in den Bildungsplänen aller Bundesländer verankert - Kernaufgabe pädagogischer Fachkräfte
    - Vielzahl an Initiativen und Programmen, aber: Wildwuchs der Maßnahmen - wenig empirische Nachweise zur Wirksamkeit
  22. 22Kindlicher Zweitspracherwerb Unterschiedliche Erwerbstypen1. Simultaner (doppelter/bilingualer) Erstpracherwerb
    2. Früher kindlicher Zweitspracherwerb - Erwerbsbeginn zwischen dem 2. und 4. Geburtstag
    3. Später kindlicher Zweitspracherwerb - Erwerbsbeginn nach dem 4. Geburtstag
  23. 23Welche individuellen und sozialen Faktoren können den Erwerb einer Zweitsprache positiv oder negative beeinflussen?- Quantität und Qualität der Lerngelegenheiten
    - Alter bei Erwerbsbeginn/Kontaktdauer
    - Motivation - instrumentell vs. integrativ
    - Einstellung der Eltern, Unterstützung
    - Kognitive Voraussetzungen
    - Sprachliche Begabung
    - Temperament
  24. 24Zweitspracherwerb Hintergrund- besondere Herausforderungen für Kindertagesstätten: >60% der Kinder verfügen über einen Migrationshintergrund (Stadt Ffm 2012)
    - Einrichtungen mit >90% Kindern mit Deutsch als Zweitsprache
    - in den Schuleingangsuntersuchungen Sprachauffälligkeiten bei etwa einem Fünftel eines Jahrgangs
  25. 25Schuleingangsuntersuchung 2009-2011 FfmDie Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund zeigen sich bei der Schuleingangsuntersuchung fast doppelt so auffällig, als bei den Kindern ohne MH. Ohne MH = ca. 10% und mit MH = ca. 20%
  26. 26Sprachförderung in Kindertagesstätten1. Alltagsintegriert
    2. Additive Sprachförderung in Kleingruppen
    - Ergänzen sich in der Regel gut
    - Durchführung der Sprachförderung meist durch internes Personal - Wichtig ist hier die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung
  27. 27Aktuelle Erhebung in Frankfurter Kitas: Kinder mit Sprachförderbedarf werden bei uns so gefördert- Im Rahmen der allgemeinen Entwicklungsförderung: 96%
    - In besonderen Kleingruppen: 77%
    - In besonderer Einzelförderung: 30%
  28. 28Alltagsintegrierte/implizite Sprachförderung- nutzt die natürliche Kommunikation mit Erzieherinnen und Peers im Gruppenalltag (Sprachbad)
    - zielt auf die Verbesserung alltagsrelevanter kommunikativer Kompetenzen und auf eine Erweiterung des Wortschatzes
    - z.B. Meine, deine, unsere Sprache
    - Inszenierte Sprachlernsituationen
  29. 29Möglichkeiten für alltagsintegrierte Sprachförderung- Vorlesen oder Anschauen von Bilderbüchern
    - Singen
    - Reimen
    - Erzählen lassen im Stuhlkreis
    - Sprachlernspiele oder -übungen
    - uvm.
  30. 30Additive Zusatzförderung durch Sprachförderprogramme- Zielsetzung: Wortschatz, implizites Regellernen, Kommunikationsfreude
    - spielerische Förderung in Kleingruppen
    - möglichst früh und intensiv (Gruppen <6 Kinder, mehrmals pro Woche ca. 45 Min.
    - z.B. Deutsch für den Schulstart
  31. 31Empirische Evidenz Studie EVAS- bisher nur wenige empirische Studien zur Wirksamkeit von Sprachförderung
    - Bsp.: EVAS - Evaluation von Sprachförderung bei Vorschulkindern
    - Im Rahmen des Projektes "Sag mal was" der Baden-Württemberg Stiftung
  32. 32Fragestellung Studie EVAS- Wirksamkeit spezifischer Sprachförderprogramme im Vergleich zur unspezifischen alltagsintegrierten Förderung?
    - Langfristige Effekte der Sprachförderung auf die schulische Entwicklung?
    - Vergleich der Wirksamkeit unterschiedlicher Förderprogramme:
    - Deutsch für den Schulstart
    - Kon-Lab
    - Frühe Sprachförderung
  33. 33Stichprobe Studie EVAS- N = 544 Kinder, darunter
    - 325 Kinder mit Förderbedarf
    - 230 Kinder: werden mit einem der 3 Programme gefördert (Fördergruppe)
    - 95 Kinder: erhalten über die alltagsintegriert hinaus keine spezifische Sprachförderung (KG 1)
    - 219 Kinder ohne Förderbedarf (KG 2)
    - Feststellung des Förderbedarfs durch die Einrichtungen
    - Förderung im letzten Ligahalbjahr, 4-5 Std./Woche
  34. 34Erfasste Variablen Studie EVAS- Sprachkompetenz (standardisierter Sprachtest)
    - Schulleistungen (Lehrereinschätzungen, standardisierte Schulleistungstests)
  35. 35Ergebnisse: Prä-Post-Vergleich: Studie EVAS- Verbesserung der Sprachkompetenzen bei allen Kindern
    - Leistungen der Kinder mit Förderbedarf in allen Sprachbereichen niedriger als die der Kinder ohne
    - Abstand zwischen Gruppen verringert sich nicht
    - keine unterschiedlichen Entwicklungen zwischen spezifisch und nicht spezifisch geförderten Kindern
    - keine Unterschiede zwischen den 3 Förderprogrammen
  36. 36Ergebnisse: Follow-Up Untersuchung Studie EVAS- Sprachkompetenzen, Schulleistungen und Lehrereinschätzung der Kinder mit Förderbedarf liegen in allen Bereichen niedriger als die der Kinder ohne Förderbedarf
    - keine Unterschiede zwischen geförderten und nicht spezifisch geförderten Kindern
    - keine Unterschiede zwischen den 3 Förderprogrammen
  37. 37Zusammenfassung Studie EVAS- keine Vorteile der additiven Förderprogramme gegenüber der unspezifischen Förderung im Gruppenalltag
    - keine Hinweise auf Überlegenheit eines der Förderprogramme gegenüber den anderen
  38. 38Mögliche Ursachen der ausbleibenden Wirksamkeit Studie EVAS- Methodische Probleme der Studie (viele Faktoren konnten nicht kontrolliert werden)
    - Fördermaßnahmen wurden nicht wie geplant durchgeführt (v.a. hinsichtlich Intensität)
    - Fortbildungsmaßnahmen für die Fachkräfte nicht ausreichend?
    - Förderung zu spät?
  39. 39Sprachförderung durch Interaktionstrainings Neuer Ansatz- Verbesserung der dialogischen Handlungskompetenzen von Erzieherinnen
    - Reflektiertes Interaktionsverhalten
    - Schaffung eines sprachanregenden Umfelds
  40. 40Sprachförderung durch Interaktionstrainings 3 Säulen1. Vermittlung theoretischen Wissens über Sprachentwicklung
    2. Vermittlung von Strategien für entwicklungsangemessene Dialoge
    3. Erkennen und Herbeiführen sprachanregender Situationen im Alltag, Aufbau einer sprachförderlichen Grundhaltung
    - Workshops mit Rollenspielen, Videoanalyse, Praxisbeispielen etc.
    Beispiele:
    - Dialoge mit Kindern führen
    - Mit Kindern im Gespräch
  41. 41Einführung in den Schriftspracherwerb Hintergrund- Schriftspracherwerb als zentrale Entwicklungsaufgabe in der Grundschule
    - Idee: Frühe Prävention von Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb durch Förderung von Vorläuferfähigkeiten im Elementarbereich
  42. 42Phasenmodell von Firth (1985)1. Lokographische (logographemische) Phase
    2. Alphabetische Phase
    3. Orthographische Phase
  43. 43Phasenmodell von Firth (1985) 1. Lokographische (logographemische) Phase- Wörter werden als Ganzheit von Schriftzeichen wahrgenommen und erkannt (Logogramme)
    - Beispiel: Kinder schreiben und erkennen ihren Namen oder Markenzeichen
    - Schreiben erfolgt aus dem Gedächtnis und orientiert sich an hervorstechenden Merkmalen
  44. 44Phasenmodell von Firth (1985) 2. Alphabetische Phase- Wissen über die Bedeutung von Buchstaben als Symbole für Laute wird erworben - Erlernen von Laut-Buchstaben-Zuordnungen (Phonem Graphem Korrespondenzregeln)
    - Kinder sind in der Lage, lautgetreu zu schreiben, d.h. Wörter in Laute zu gliedern und sie Laut für Laut aufzuschreiben
  45. 45Phasenmodell von Firth (1985) 3. Orthographische Phase- Verarbeitung nicht mehr über Einzellaute, sondern über Buchstabenfolgen
    - Erwerb orthographischer Regeln (z. B. Groß- und Kleinschreibung, Dehnung, Doppelung)
    - Regelbasiertes Schreiben
    - Zunehmende Automatisierung der Lese- und Schreibprozesse
    - Aufbau eines Stichwortschatzes: Wörter werden auf einen Blick gelesen
  46. 46Fördermöglichkeiten- Regelmäßiges Vorlesen, Angebot an (Bilder-) Büchern
    - Singen, Reimen, Sprachspiele - Sprachförderung
    - Buchstaben mit allen Sinnen erfahren (Montessori)
    - Präsenz von Schrift im Alltag, z. B. sich Notizen machen) - vermittelt Funktion der Schriftsprache
    - Erste "Schreib"-versuche der Kinder positiv verstärken
  47. 47Zusammenfassung Additive Förderprogramme- Einige spezifische Förderprogramme sind nachweislich wirksam
    - Aber: Für viele Programme/Förderbereiche liegen bisher keine oder wenig aussagekräftige Evaluationsstudien vor
    - Größere/nachhaltigere Effekte werden mit möglichst frühzeitigen und langfristigen Fördermaßnahmen erreicht
    - Programme sind umso wirksamer, je spezifischer sie sind, aber: Auswirkungen bestehen meist nur auf sehr engen, geförderten Bereich - i.d.R. kein Transfer
  48. 48Was genau soll/kann angesichts der Fülle an Förderprogrammen und Förderbereichen vorrangig gefördert werden?- Anspruchshaltung bildungsbewusster Eltern
    - Gefahr zu starker Verschulung des Kita-Alltags?
    - Verunsicherung pädagogischer Fachkräfte
  49. 49Fazit- Weniger ist Mehr - gut vorbereite und qualitativ hochwertige Förderung in ausgewählten Bereichen ist besser als oberflächliches Abarbeiten vieler Inhaltsbereiche!
    - kein Gießkannenprinzip - In welchen Inhaltsbereichen ist gezielte Unterstützung für die Mehrzahl der Kinder in der konkreten Einrichtung hilfreich?
    - Übrige Bereiche: ganzheitliches, alltagsintegriertes Vorgehen im Rahmen des päd. Konzepts
    - Voraussetzung erfolgreicher Förderung:
    Erkennen der relevanten Förderbereiche
    Auswahl geeigneter Maßnahmen
    kompetente Durchführung
    - gute Erzieher Aus- und Fortbildung notwendig
  50. 50Auf welche Bereiche kann sich frühe Bildung positiv oder negativ auswirken?1. Effekte auf die kognitiv-sprachliche Entwicklung
    2. Effekte auf die sozial-emotionale Entwicklung
    3. Ökonomische/Volkswirtschaftliche Auswirkungen
  51. 51Individuelle Faktoren- Alter und Entwicklungsstand des Kindes
    - Persönliche Dispositionen und individuelle Merkmale
  52. 52Soziale Faktoren- Anregungs- und Interaktionsqualität im Elternhaus
    - Sozioökonomischen Faktoren, Migrationshintergrund
    - Familienzusammensetzung
  53. 53Institutionelle Einflussfaktoren- Quantität der Betreuung
    - Pädagogisches Konzept
    - Anregungs- und Betreuungsqualität
  54. 54Studientypen Klassische Studien- USA (1960er/1970er Jahre)
    - Ausgangsbedingungen: Kinder aus benachteiligten Familien erhielten i.d.R. keine vorschulische Förderung
  55. 55Studientypen Sozial- und bildungspolitische Zielsetzung- Abbau sozialer Ungleichheiten durch bessere Startchancen - kompensatorischer Ansatz
    - Aufwändige Förderprogramme
    - sorgfältige wissenschaftliche Evaluation
    - z. T. Ergebnisse zu Langzeiteffekten bis zu 40 Jahre später
    - Perry Preschool Project, Abecedarian Project, Head Start Project
  56. 56Studientypen Aktuelle Längsschnittstudien- Innerhalb des regulären Betreuungssystems
    - Fragestellungen:
    -Welche Merkmale der Betreuung sind effektiv in Bezug auf welche Zielvariablen?
    - Fokus auf Betreuungsqualität
    - Wie nachhaltig sind die erzielten Effekte?
    Problem: Kontrollgruppe?
  57. 57Studientypen Internationale Studien (Auswahl)NICHD-Studie (USA)
    ECCE (Deutschland, Österreich, Spanien, Portugal)
    EPPE (GB)
  58. 58Studientypen Deutschland- Nationale Untersuchung zu Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK) (Querschnittsstudie)
    - Sozioökonomisches Panel (SOEP)
    - Nationales Bildungspanel (NEPS)
    - Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vor- und Grundschulalter (BiKS)
  59. 59Studientypen NICHD Studie - Early Child Care Research- 1364 Kinder in den USA
    - 1991-2004, Geburt bis Jugendalter
    - Erfassung versah. Aspekte der kindlichen Entwicklung (Sprache & Kognition, körperliche Entwicklung, Sozialverhalten, Emotionalität etc.)
    - aufgrund von Stichprobengröße und Umfang der erhobenen Daten besonders aussagekräftig
  60. 60Studientypen NUBBEK Studie - Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit- Fokus: Betreuungsqualität in deutschen Kitas und Kindertagespflege
    - fast 2000 Kinder, 2 Gruppen: Zwei- und Vierjährige
    - repräsentativ für Deutschland
    - Erfasste Variablen: Betreuungsgeschichte, soziale Hintergrundmerkmale der Familien, Qualität der Betreuung
    - Weiterer Schwerpunkt: Nutzung von Betreuungsangeboten durch Familien mit Migrationshintergrund
  61. 61John Bowlby (1907-1990) Bindungstheorie - Definition- Vater der Bindungstheorie
    - Bindung = andauernde, frühe emotionale Beziehung des Kindes zu Personen, die ihm Schutz und unbedingte Unterstützung bieten - in der Regel die Eltern
  62. 62Bindungstheorie- gelungene Bindung = wichtige Voraussetzung der sozialemotionalen und kognitiven Entwicklung
    - wird v.a. im 1. Lebensjahr aufgebaut
    - 3 Bindungstypen:
    Sicher-gebunden
    Unsicher-vermeidend gebunden
    Unsicher-ambivalent gebunden
    - Sichere Bindung bietet die Basis für Explorationsverhalten des Kindes
  63. 63Bindungstyp Sicher-gebunden- Die Kinder zeigen Emotionen beim Weggehen der Mutter deutlich sichtbar (Weinen, etc.)
    - lassen sich von fremder Person nicht beruhigen
    - Wiederkehr: zeigen offen Freude und suchen aktiv Nähe der Mutter
  64. 64Bindungstyp Unsicher-vermeidend- zeigen kaum offen Emotionen beim Weggang der Mutter
    - nehmen rasch Kontakt zur fremden Person auf
    Wiederkehr: verhalten sich eher abweisend und nehmen keinen Körperkontakt zur Mutter auf
  65. 65Bindungstyp Unsicher-ambivalent- reagieren mit starker emotionaler Betroffenheit auf den Weggang, lassen sich von fremder Person nicht beruhigen
    - Wiederkehr: Mischung aus Anhänglichkeit und Abwehr
  66. 66Zusammenfassung der Ergebnisse zur Effektivität Kognitiv-sprachlicher Bereich- Positive Auswirkungen früher Bildungsangebote auf kognitive und sprachliche Kompetenzen der Kinder sowie Schulleistungen empirisch gut abgesichert
    - Zum Teil beachtliche Langzeiteffekte bis ins Jugendalter hinein
    - Schlüsselrolle der Betreuungsqualität
  67. 67Zusammenfassung der Ergebnisse zur Effektivität Sozial-emotionale Entwicklung- Neuere Studien: keine Belege für negative Auswirkungen früher außerfamiliärer Betreuung auf die Mutter-Kind-Bindung
    - Befunde aus der Stressforschung deuten auf leicht erhöhte Stressbelastung sehr früh außerfamiliär betreuter Kinder - moderiert durch Betreuungsqualität
    - Befunde zu Auswirkungen auf das kindliche Sozialverhalten sind uneinheitlich; Effekte insgesamt eher niedrig
  68. 68Zusammenfassung der Ergebnisse zur Effektivität Volkswirtschaftliche Effekte- Nettonutzen vorschulischer Bildung ist deutlich höher als die notwendigen Investionskosten
  69. 69Zusammenfassung der Ergebnisse zur Effektivität Aber:- Effekte früher Bildung eher moderat im Vergleich zum Einfluss der familialen Anregung
    - Gute Betreuung kann Kinder in ihrer Entwicklung fördern und unterstützen, aber grundlegende Defizite der familialen Situation und Anregungsqualität nicht vollständig kompensieren
  70. 70Transitionen - Übergang - Übergehung- Bewältigung neuer Anforderungen, Anpassungsleistung
    - potenziell kritische Lebensereignisse
    - Neue Rollen für Eltern und Kind, Veränderungen in Beziehung
    - Aber: nicht nur Risiken, sondern auch Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten
    - Bei den meisten Kindern verlaufen die Übergänge in Bildungsinstitutionen problemlos!
    - Einschulung = ritualisierter Übergang in einen neuen gesellschaftlichen Status
    - Rolle als Schulkind
  71. 71Schulreife- ursprünglich als endogener, biologisch bedingter Reibungsvorgang betrachtet - Abwarten, bis die erforderliche Reifung (von alleine) eingetreten ist
    - Aktuelle Begriffe: Schulfähigkeit oder Schulbereitschaft - berücksichtigen exogener Faktoren
  72. 72—

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Descripción
Bachelor Erziehungswissenschaften Fichas sobre Lernförderung im Elementarbereich, creado por Clarissa Müller-Stengel el 08/07/2016.
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