Einführung in die Erziehungs- und Bildungstheorien

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Flashcards on Einführung in die Erziehungs- und Bildungstheorien, created by naschkatze81 on 02/18/2014.

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Question Answer
Das Thema von Bildungstheorien 1. Wechselverhältnis Mensch <--> Umwelt (Humboldt) 2. Bildung ist das Sich-allgemein-machen des einzelnen Subjekts (Hegel) 3. Selbstkonstruktion des Subjekts (Tenorth)
Wechselverhältnis Mensch <--> Welt 1. Subjektivierung von objektiven Sachverhalten und Objektivierung von subjektiven Gegebenheiten (Zirfas) - Reflexion, Beeinflussung, Befreiung und Höherentwicklung
Bildung, 2 wichtige Unterscheidungen 1. Deskriptive Aussagen (beschreibend) 2. Evaluative/normative Aussagen (bewertend)
Die Stufen von institutionalisierter Bildung nach Humboldt/Benner Bildung = lebenslanger Prozess der Bestätigung und Entwicklung eigener Kräfte 1. Elementarunterricht 2. Schulunterricht 3. Universitätsunterricht
Bereiche von Bildung in der Schule (Humboldt) 1. linguistischer Lernbereich 2. mathematischer Lernbereich 3. historischer Lernbereich 4. Ästhetisch-künstlerischer Lernbereich 5. Gymnastischer Lernbereich
Die Grundstruktur der Allgemeinbildung und des Kanons der Schule von heute (Baumert) Modi der Weltbegegnung (kanonisches Orientierungswissen) 1. kognitiv-instrumentelle Modellierung der Welt 2. Ästhetisch-expressive Begegnung und Gestaltung 3. normativ evaluative Auseinandersetzung mit Wirtschaft und Gesellschaft 4. Probleme konstitutiver Rationalität (Religion, Philosophie)
Bildungserfahrungen und - erzählungen 1. Vielseitige Bildungsinteressen vs. Soziale Bestimmtheit und Bildungsbegrenzung 2. Freiheit und offene Zukunft vs. Bestimmtheit durch Entscheidungen und Erfahrungen 3. Biographisch bedeutsame Bildungserfahrungen vs. Zwang schulischer Bildung 3. Irritation eigener Vorstellungen und Weltsicht durch Lektüre klassischer Texte 4. Lernen und Bildung als Voraussetzung von Befreiung und Selbstbestimmung
Der Bildungsbegriff der Bildungspolitik (Roman Herzog, 1997) Bildung … muß in unserem Land zum „Megathema“ werden, wenn wir uns in der Wissensgesellschaft des nächsten Jahrhunderts behaupten wollen. … Wissen ist heute die wichtigste Ressource in unserem rohstoffarmen Land. Wissen können wir aber nur durch Bildung erschließen. … Außerdem ist Bildung ein unverzichtbares Mittel des sozialen Ausgleichs. Bildung ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt und noch immer die beste Prophylaxe gegen Arbeitslosigkeit. Sie hält die Mechanismen des sozialen Auf– und Abstiegs offen und hält damit unsere offenen Gesellschaften in Bewegung. Und sie ist zugleich das Lebenselixier der Demokratie in einer Welt, die komplexer wird, in der kulturelle Identitäten zu verschwimmen drohen und das Überschreiten der Grenzen zu anderen Kulturen zur Selbstverständlichkeit wird. Man sagt so leicht, Bildung entscheidet über unsere Zukunft. Aber wie steht es dann um diese Zukunft, wenn die besten Köpfe dieser Welt auf der Suche nach den besten Ausbildungsmöglichkeiten nicht mehr nach Deutschland kommen?
Bildung nach Humboldt (1769 - 1859) 1. Bildung für alle 2. Möglichst weitreichend 3. Ausbau vieler Fähigkeiten 4. Selbstzweck und nicht primär als Zweck für die Gesellschaft
Bildung nach Klafki (1927) - Bildung hat Bezug zu anderen Personen o Selbstbestimmung o Mitbestimmung o Befähigung zur Solidarität (Moralvorstellung)  Bezug zur demokratischen Dimension o Bildung muss für alle sein
Bildung nach Hentig Kritik der Schulbildung --> Welche Form von Bildung sollte die Schule den SuS vermitteln? --> Anlässe für Einsicht und Freude
Erziehung - 2 wichtige Unterscheidungen Doppeldeutigkeit des Begriffs - Erziehung als Resultat - Erziehung als Prozess (Erziehungsprozess)
Logische Differenz von Aussagen über Erziehung - Deskriptive Aussagen (Erziehung als Sachverhalt = Tatsachenaussagen) - evaluative/normative Aussagen (Erziehung als Aufgabe)
Intentionale und funktionale Erziehung (J. Dolch) „Funktionale Erziehung (…) heißen wir jene Erziehungsvorgänge, bei denen die das Wesen der Erziehung ausmachenden Einwirkungen ohne erziehliche Absicht und Bewußtsein des Bewirkenden erfolgen, intentionale E. (…) hingegen diejenigen, bei denen einigermaßen Bewußtsein und Absicht vorliegen. (…) Man könnte, freilich etwas übertrieben, auch sagen: funktionale Erziehung heißen wir jene, wo man zwar die erfolgte Wirkung sieht, nach der Ursache aber erst Umschau halten muß, intentionale Erziehung diejenige, wo ein sich und ev. auch uns bewußter Erzieher sichtlich ist, aber erst geprüft werden muß, ob es auch zum Erziehungserfolg kam oder kommt.“
Unterscheidung funktionale vs. intentionale Erziehung 1. Funktionale Erziehung = Sozialisation a) Einwirkung OHNE erzieherische Absicht und Bewusstsein des Bewirkenden b) Man sieht die erfolgte Wirkung, muss aber nach der Ursache forschen 2. Intentionale Erziehung a) Einwirkung mit erzieherischer Absicht b) Es muss erst geprüft werden, ob es zu einem Erziehungserfolg kam oder kommt.
Enthält im Vergleich zum pädagogischen Dreieck einige Erweiterungen o Das erzieherische Handeln zwischen Erzieher und Educandor o Der Rahmen in der Institution, Schule etc. o Gesellschaftlicher Kontext o Politischer Kontext --> Erzieherisches Handeln findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern in einem eingebetteten Kontext.
Was bedeutet Technologiedefizit? Menschen denken selbständig und urteilen/handeln. Sie sind unter bestimmten Bedingungen frei. Pädagogisch heißt dies: Selbstätigkeit. Wenn es aber so ist, dass Menschen darüber verfügen, dann kann Erziehung in ihre Ziele (Erziehung zum demokratischen Mitglied, Christen etc.) nicht erreichen als die Verursachung von Wirkungen durch ihre Mittel ( Technologisierung). Der Erfolg von Erziehung ist die eigene Leistung des Adressaten (das selbst-überzeugt-sein). Das kann nicht erzwungen werden! Man redet in der Pädagogik von dem sogenannten Technologiedefizit. Es gibt keine eindeutige Ursache-Wirkung-Abhängigkeit. Niemand kann einem das Lernen abnehmen, es lernt von einem Selbst ab.
Was ist die erzieherische Paradoxie? Erzieherische Bemühungen sind nicht notwendigerweise von Erfolg gekrönt. Das, was man erreichen möchte ist nicht mit Sicherheit zu erlangen. Man kann aber die Erziehenden dazu kriegen, dass sie es selber von sich aus wollen. Pädagogen verfügen über bestimmte Mitteln (weiche Technologien) --> inhaltlich, pädagogisch
Kants Formulierung des Dilemmas von Erziehung Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange? Erziehungstheorien beanspruchen, die Ziele der Einflussnahme sowie das Machtverhältnis, die darin implizierte Gewalt und die verwendeten Mittel zu legitimieren. Erziehung ist in der Regel eine Beziehung der Ober- und Unterordnung (Eltern-Kind; Lehrer-Schüler) etc. Sie impliziert das Problem, dass die Akteure das Recht und die Macht haben, andere zu beeinflussen  Problem der Macht! Dies führt zu einem Dilemma (nach Kant). Wie kultiviert man die Freiheit bei einem Zwang? Man darf/kann Zwang ausüben. Aber wenn das Erziehungsziel die Freiheit zu kultivieren ist (Selbstbestimmung, Verantwortlichkeit) durch das Gegenteil (Zwang) zu erreichen? Wie lässt es sich legitimieren, dass die Mittel das Gegenteil des Ziels sind? Freiheit durch Zwang!?
Was bedeutet Indoktrination? Von Indoktrination ist dann zu sprechen, wenn Erziehung und Unterricht zur Verbreitung einer Doktrin benutzt werden, wenn diese als die einzig wahre oder als wissenschaftlich abgesichert dargestellt wird, wenn die Gegeneinwände verschwiegen oder unterdrückt werden, wenn etwas gelernt werden muss, ohne dass es auch verstanden wird. Gilt als Gefahr, die in jedem Erziehungsprozess latent vorhanden ist, das eigentliche Problem ist aber das jeweilige Maß von Macht und Gewalt in der Erziehung.
Was bedeutet Manipulation? Manipulation zielt auf eine Herausformung gewünschter Verhaltensweisen und die Unterdrückung von Alternativen ohne oder gegen den Willen des Manipulierten. Gilt als Gefahr, die in jedem Erziehungsprozess latent vorhanden ist, das eigentliche Problem ist aber das jeweilige Maß von Macht und Gewalt in der Erziehung.
Aristoteles (kurze Zusammenfassung) Menschen werden tüchtig durch Naturanlage (gottgegeben), Gewöhnung und Belehrung. Erziehung und Beschäftigung muss durch Gesetze in Ordnung gebracht werden. Gesetze benötigt man sein Leben lang. Das Gesetz hat zwingende Gewalt und ist belehrende Darlegung aus Einsicht und Vernunft. Die Tauglichkeit ist aufgeteilt in geistig und gesinnungsgemäß. Die geistige Tauglichkeit entsteht durch Belehrung und benötigt daher Zeit und Erfahrung. Die gesinnungsmäßige Tauglichkeit entsteht durch Gewöhnung. Natürliche Anlagen (gottgegeben) können nicht umgewöhnt werden. Die Wahrnehmung besitzt man bereits, übt sie aber weiterhin aus und entwickelt sie. Die Tauglichkeiten dagegen bekommt man indem man sie vorher übt (Architekt wird man durch das Häuserbauen). Der Gesetzgeber /Staat macht den Bürger durch Gewöhnung tüchtig (Entscheidungskriterium von Gutem und schlechten Staat). Durch gleichartigem wirklichen Tun entstehen Haltungen (gerecht/ungerecht; mutig/furchtsam; mild/zornig. Wirkliches Tun muss man zu einem bestimmten Tun machen. Die Lehrgegenstände beziehen sich auf: - Grammatik - Zeichnen - Turnen --> Übung zur Tapferkeit - Musik --> anwenden von Muße als Gegenpol zu Arbeit
Das Höhlengleichnis nach Platon Modell der platonischen Erkenntnistheorie. Die Ideen sind das Wirkliche der Welt und die erscheinende Raumwelt ist nur Schattenwelt dieser Idee. Das, was die Gefesselten sehen und für Wahr halten sind lediglich Erzählungen, Abbildungen etc. Jedoch gehen sie davon aus, dass das die Grundlage von Erkenntnis ist.
Das Sonnengleichnis nach Platon Sonne bestrahlt das Objekt --> Erkenntnis Für Platon besteht eine Analogie zwischen der Sichtbarkeit, die das Sonnenlicht Sinnesobjekten verleiht, und der Erkennbarkeit, die das Licht der Wahrheit geistigen Erkenntnisobjekten verleiht. Das Licht der Wahrheit gestattet dem Philosophen das Seiende zu erfassen. „Die Seele des Menschen kann nur das Wahre sehen, weil die Sonne die Idee dazu gibt.“ Was man sieht/wahrnimmt ist immer nur ein spezifisches Ding. Wir erfassen das, was wir sehen in allgemeinen Kategorien. Zwischen dem konkreten Ding und dem Begriff gibt es eine Differenz!
Liniengleichnis nach Platon
Wissen nach Kant Wissen wird von Meinen und Glauben unterschieden: „Meinen ist ein mit Bewußtsein sowohl subjektiv als objektiv unzureichendes Fürwahrhalten. Ist das letztere nur subjektiv zureichend und wird zugleich für objektiv unzureichend gehalten, so heißt es Glauben. Endlich heißt das sowohl subjektiv als objektiv zureichende Fürwahrhalten das Wissen.
Der Schmerz der Bildung nach Platon „… und sprach ich, wenn ihn einer mit Gewalt von dort durch den unwegsamen und steilen Aufgang schleppte und nicht losließe, bis er ihn an das Licht der Sonne gebracht hätte, wird er nicht viel Schmerzen haben und sich gar ungern schleppen lassen? Und wenn er nun an das Licht kommt und die Augen voll Strahlen hat, wird er nicht das Geringste sehen können von dem, was ihm nun als das Wahre gegeben wird?“
Die Gefährlichkeit der Bildung nach Platon „… würde man ihn nicht auslachen und von ihm sagen, er sei mit verdorbenen Augen zurückgekommen und es lohne sich nicht, dass man auch nur versuche, hinaufzukommen; sondern man müsse jeden, der sie lösen und hinausbringen wollte, wenn man seiner nur habhaft werden und ihn umbringen könnte, auch umbringen? So sprächen sie ganz gewiss.“
Wer soll nach Platon den Staat leiten? Der, der am besten weiß, was das Gerechte/Beste ist. Die Philosophen sollen herrschen. Nur der, der den Weg der Erkenntnis bis hin zum Guten gegangen ist soll einen Staat lenken.
In welche Stufen kann man Erziehung in vormodernen Gesellschaften unterteilen? Vormachen, Nachmachen und Mitmachen
Die 5 Tugenden nach Aristoteles Die Verstandstugenden=logos (Weisheit und Klugheit) Die Charaktertugenden=alogos (Besonnenheit, Tapferkeit und Gerechtigkeit)
Aristoteles über Erziehung zur Tugend „Tugendhaft wird man aber nach einer Meinung von Natur, nach einer anderen durch Gewöhnung und nach einer dritten durch Lehre. Als Naturanlage steht die Tugend offenbar nicht bei uns, sondern ist aufgrund gewisser göttlicher Ursachen Besitz der wahrhaft Glücklichen. Wort und Lehre aber haben nicht bei allen hinlängliche Kraft, sondern die Seele des Hörers muß wie die zur Aufnahme des Samens bestimmte Erde zuvor durch Gewöhnung kultiviert worden sein, um recht zu lieben und zu hassen. Denn es würde einer auf das warnende Wort nicht hören, ja, es nicht einmal verstehen, wenn er der Leidenschaft nachlebt; und wie ist es dann möglich, ihn durch Worte anderen Sinnes zu machen?“
Aristoteles über Gewalt in Erziehung und Staat „Überhaupt kann man sagen, daß gegen die Leidenschaft das Wort nichts ausrichtet, sondern nur die Gewalt. Demnach muß ein der Tugend verwandter Sinn, der das sittlich Schöne liebt und das Häßliche verabscheut, schon in gewisser Weise vorhanden sein. Nun ist es aber schwer, von Jugend auf die rechte sittliche Anleitung zu erhalten, wenn man nicht unter entsprechenden Gesetzen erzogen wird. Denn mäßig und abgehärtet zu leben, ist nicht nach dem Geschmack der Jugend. Daher muß deren Erziehung und Beschäftigung durch Gesetze geregelt werden. Denn was einem zur Gewohnheit geworden ist, macht einem hernach keine Beschwerde mehr.“
Aristoteles über Gewalt in Erziehung und Staat II „Wenn aber nun … wer tugendhaft werden soll, gut erzogen und gewöhnt sein und sodann edlen Bestrebungen leben muß und Schlechtes weder unfreiwillig noch freiwillig tun darf, so dürfte das wohl auf die Weise ermöglicht werden, daß man nach einer gewissen Vernunft und rechten Ordnung lebt, der zugleich nötigende Kraft beiwohnt. Der väterlichen Anordnung steht Gewalt und Zwang in solcher Weise nicht zu und überhaupt nicht dem Willen eines einzelnen Menschen, wenn er nicht König ist oder sonst eine ähnliche Stellung einnimmt. Dagegen hat das Gesetz zwingende Kraft und ist zugleich eine Rede, die von einer Einsicht und Vernunft ausgeht. Und, Menschen, die unsern Neigungen entgegentreten, haßt man, auch wenn sie Recht daran tun; das Gesetz dagegen, wenn es das Rechte befiehlt, ist keinem Haß ausgesetzt.“
Lehrgebiete für die freien Bürger (nicht Sklaven!) nach Aristoteles Lesen und schreiben; Mathematik und Zeichnen; Gmynastik kund Musik
Erziehung in und durch Gemeinschaft und Gesellschaft nach Aristoteles Erziehung= Gewöhnung der heran- wachsenden Menschen an die vorfindliche Sitte und zielt auf ihre Teilnahme am Gesamtleben der Polis bzw. der Gemeinschaft. Belehrung und Unterricht sind diesem Ziel nach- und untergeordnet im Sinne einer rationalisierenden Affirmation. Das Weltbild setzt eine natürlich oder göttlich gegebene Ordnung voraus, der der Mensch seine Bestimmung verdankt und die der Erziehung ihr Ziel vorgibt. Die Ordnung ist gottgegeben und wird durch die Phil. nur belegt und erklärt. Sie wird nicht in Frage gestellt.
Was ist ein naturalistischer Fehlschluss? Ein naturalistischer Fehlschluss liegt vor, wenn diese soziologischen Beschreibungen als Normen und Zielvorgaben für erzieherisches Handeln verstanden und gesetzt werden. Dabei wären sie erst auf ihre Akzeptanz zu prüfen und in ihrer Legitimität zu begründen. --> Krieck (NS); Legitimation eines totalen Erziehungsstaates und einer Pädagogik der Gewalt
Brückenschlag Aristoteles und Gegenwart Man geht von der Gewöhnung aus: Kinder wachsen in der Familie auf und lernen das, was sie dort mitbekommen Jedoch: Soziologische Theorien dienen nicht der Umsetzung in die Praxis. Sie sind lediglich Beschreibungen! Aristoteles rechtfertigt jedoch die traditionelle Erziehung.
Kriecks Ansichten (NS) Weitere Aussagen: Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Zugehörigkeit zu einer Rasse: Begabung ist zur Legitimation der Auslese erfunden. Durch Auslese der Deutschen nach dem Maß ihrer Begabung sorgt die Erziehung dafür, dass jeder den seiner Begabung entsprechenden Platz zum Dienen findet. Erziehung = Gemeinsamkeit der von der Gemeinschaft auf den Nachwuchs ausstrahlenden Einwirkungen, soweit dadurch im Nachwuchs Wachstum gefördert und geformt, Anlagen zur persönlichen und gliedschaftlichen Reife gebracht werden. Pädagogischen Ziele und Mittel werden zur Legitimierung genutzt.
Was ist der Capability Approach? Nach Amarthya Sen und Martha Nussbaum - Ansatz zur Analyse individuellen Wohlergehens und des gesellschaftlichen Wohlstandes - Soziale Ungleichheit, Armut, Gerechtigkeit - Was benötigt ein Mensch für ein gelingendes, gutes Leben? - „Das Wohlergehen hängt nach diesem Ansatz davon ab, was ein Mensch tut oder ist, - seinen erreichten Funktionen (achieved functionings) – und dem, was ein Mensch zu tun oder zu sein in der Lage ist, - seinen Verwirklichungschancen (capabilities).“ - Verwirklichungschancen einer Person sind abhängig von ihren Ressourcen sowie Fähig- und Fertigkeiten - Das Wohlergehen einer Person hängt von der erreichten Lebensweise und von der Freiheit, sich für eine Lebensweise zu entscheiden zu können, ab. o Arbeitet mit aristothelischen Mitteln und wendet sich gegen die gegebene Verteilung des Reichtums in unserer Welt (arm/reich)
Rousseaus Gesellschafts- und Kulturkritik Der Mensch wird frei geboren, und überall ist er in Ketten. Kultur ist kein Fortschritt sondern führt dazu, dass der Mensch sich selber entfremdet.
Was versteht Rousseau unter Natürlicher Erziehung? Anstelle der herkömmlichen Erziehung bedarf es einer grundsätzlichen Neuorientierung der Erziehung, die die (erzieherische) Kommunikation mit anderen Menschen und die Möglichkeiten der Welt- und Selbsterfahrung in der Auseinandersetzung mit „Dingen“ an der „Natur“ des zu Erziehenden, d.h. an seinen Bedürfnissen, Kräften und Mitwirkungsmöglichkeiten ausrichtet.
Was versteht Rousseau unter dem modernen Begriff des Menschen? Der Mensch ist durch seine Unbestimmtheit bestimmt, d.h. durch seine Fähigkeit, neue Fähigkeiten auszubilden und sich in der Auseinandersetzung mit der Welt zu vervollkommnen („perfectibilité“), und das heißt: unbestimmte Bildsamkeit des Einzelnen und unbestimmtes Telos von Bildung und Geschichte. Erster Denker, der die unbestimmte Bildsamkeit des Einzelnen annimmt. Ordnung ist Resultat menschlichen Denkens. Der Weg des Menschen ist nicht vorbestimmt!!! Vorher ging man davon aus, dass es eine gegebene Ordnung gibt!
Was versteht Rousseau unter negativer Erziehung? - Aufgabe der Erziehung ist es, dem Heranwachsenden Erfahrungen im Umgang mit Natur und Gesellschaft zu ermöglichen. - Erziehung wirkt also indirekt, auf der Grundlage der Selbsttätigkeit der Heranwachsenden und durch die Ermöglichung von Erfahrungen. - Direkte Einwirkungen, wie z.B. Lob und Tadel, Belohnung und Bestrafung, sind schädlich und binden den Heranwachsenden an den Erzieher. --> Erziehung ist indirekt --> Direkte Einwirkungen sind tunlichst zu vermeiden
Was besagt die Erziehung vom Kinde aus nach Maria Montessouri? Jedes Kind trägt einen eigenen Bauplan in sich, der individuell realisiert werden sollte. Dieser ist göttlich gegeben. Das Kind ist etwas göttliches und es ist völlig unangebracht in diesen kindlichen Entwicklungsdrang einzugreifen.  hohe moralische Bedeutung. Kritik: Kinder sind böse/verwahrlost/unaufmerksam. Generaldiagnose: Diese negativen Ergebnisse sind Ergebnisse einer schlechten Sozialisation/Erziehung. Das Kind benötigt daraufhin eine neue Erziehung mit einer Polarisation gegen böse Einflüsse. Kind soll sich entwickeln ohne negative Einflüsse von außen.
Was besagt die Pädagogik vom Kinde aus aus der Sicht von Berthold Otto? Nach B. Otto ist Lernen „geistiges Wachstum“ von innen heraus, so dass das Kind „mit instinktiver Sicherheit“ aufgrund seiner Interessen und Fragen seine Weltorientierung gewinnt. Kinder entwickeln sich von sich aus. Die Schule ruiniert die kindliche Neugierde/Interesse. Kinder wollen von sich aus lernen und das Nötige aneignen. Von Natur aus würde sich das Kind richtig entwickeln! Es kommt darauf an, dass die Kinder sich von alleine entwickeln.
Was versteht man unter antiautoritärer (=autoritativ) Pädagogik? (Alexander Sutherland Neill) Die antiautoritäre Pädagogik wendet sich gegen Autorität und repressive Erziehung und will ein möglichst selbstbestimmtes Aufwachsen und Lernen ermöglichen. Die Konzepte der antiautoritären Erziehung sind insbesondere nach den 1960er Jahren diskutiert worden. !!!Antiautoritäre Erziehung ist keine laissez-faire Haltung!!! sondern entspricht eher dem heute geforderten autoritativen Erziehungsstil, der Sensibilität für die kindliche Entwicklung mit Einsicht in notwendige Strukturen verbindet. Pädagogik richtet sich gegen Autoritären. Aufwachsen und Lernen selbstbestimmt von Seiten der Kinder aus. Bis in die Gegenwart heftig umstritten. Sie wird jedoch auch missverstanden. Antiautoritär bedeutet nicht Lesse Fair (tun was man will)! Autoritativer Erziehungsstil: Nimmt auf die Entwicklung Rücksicht, verzichtet jedoch nicht auf Erziehung/Einflussnahme. Synonym von Antiautoritäre Erziehung.
Theorie und Praxis der antiautoritäteren Erziehung nach Neill „Neill setzt nicht auf den Umsturz der bestehenden Zwangsgesellschaft. Freiheit und Menschlichkeit erhofft er sich nicht von den politischen Institutionen und technischen Fortschritten, sondern von einer neuen Erziehung. Sein Grundprinzip: dem Kind bei seiner Entwicklung jede nur mögliche Freiheit zu lassen, die Autorität der Erwachsenen zum Verschwinden zu bringen und Vertrauen zur Grundlage der zwischenmenschlichen Beziehungen zu machen.“ --> Kinder sollen glücklich werden. Erziehung verläuft selbstbestimmt. Es geht nicht um einen Umsturz der bestehenden Zwangsgesellschaft. Ziel: Freiheit und Menschlichkeit sollen sich in der Gesellschaft durchsetzen.
Was ist die schwarze Pädagogik? Repressive Erziehung! Negativ wertende Sammelbezeichnung für die Geschichte einer Erziehung der Unterdrückung, des Zwangs und der Gewalt.
Was versteht man unter Antipädagogik nach Braunmüh/Schönebeck? Für die Antipädagogik ist jede Erziehung Herrschaft von Erwachsenen über Kinder, Fremdbestimmung und Manipulation. Lehnt JEDE Erziehung/Pädagogik ab. Mit jeder Erziehung ist ein Herrschaftsanspruch, Fremdbestimmung und Manipulation verbunden An der Stelle von Erziehung soll Freundschaft mit Kindern und freiheitlicher Umgang treten. Großer Einfluss auf die Kinderrechtsbewegung und auf freie Schulen bzw. Konzepte der Entschulung.
Kritik der Antipädagogik nach Braunmüh/Schönebeck Auch die Antipädagogik ist eine Pädagogik, der Verzicht auf den Begriff der Erziehung löst nicht die Sachprobleme der Entscheidung und Begründung von Zielen, Handlungen und Settings im Umgang mit (abhängigen) Kindern (Paradox: „Man kann nicht nicht erziehen.“). Auf Grundlage dieser Abhängigkeit stellt sich das pädagogische Problem. Alles, was man mit Kindern tut hat Einfluss und wird somit zur Erziehung. Vernünftige Selbstbestimmung der Kinder kann nicht vorausgesetzt werden. Die Verrechtlichung des Umgangs von Erwachsenen und Kindern ist ein zweifelhafter Ersatz für das kritisierte Erziehungsverhalten. Ist das Problem gerichtlich zu lösen?
Kant über Autonomie und Mündigkeit „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
Kant über Erziehung „Vielleicht, daß die Erziehung immer besser werden, und daß jede folgende Generation einen Schritt näher tun wird zur Vervollkommnung der Menschheit; denn hinter der Edukation steckt das große Geheimnis der Vollkommenheit der menschlichen Natur. Von jetzt an kann dieses geschehen. Denn nun erst fängt man an, richtig zu urteilen, und deutlich einzusehen, was eigentlich zu einer guten Erziehung gehöre. Es ist entzückend, sich vorzustellen, daß die menschliche Natur immer besser durch Erziehung werde entwickelt werden, und daß man diese in eine Form bringen kann, die der Menschheit angemessen ist. Dies eröffnet uns den Prospekt zu einem künftigen glücklichern Menschengeschlechte.“ Prinzip: Dass die Erziehung immer besser werden, und dass jede folgende Generation einen Schritt näher tun wird zur Vervollkommnung der Menschheit. --> Fortschrittsideologie
Welche 4 Formen/Aspekte von Erziehung und Bildung unterscheidet Kant? 1. Disziplinierung: Bezähmung der Wildheit, der Tierheit im Menschen. Mensch verfügt über Triebe, welche kanalisiert, begrenzt und beherrscht werden müssen 2. Kultivierung: Verschaffung der Geschicklichkeit (d.h. von kognitiven und technisch-praktischen Vermögen, die zu allen beliebigen Zwecken zureichend sind) durch Belehrung und Unterweisung. (Nutzen von Messer und Gabel, Kulturtechniken wie Rechnen/Schreiben) --> zielt auf die Entwicklung von Fertigkeiten, wozu sie tauglich sind bleibt offen. 3. Zivilisierung: Manieren, Artigkeit und eine gewisse Klugheit, so dass der Mensch in die menschliche Gesellschaft passt und andere Menschen zu seinen Endzwecken gebrauchten kann. --> es gibt in einer Gesellschaft legitimierte Ziele und Zwecke! Menschen sollen so erzogen, dass sie die Ziele der Gesellschaft teilen. 4. Moralisierung: die Gesinnung, dass der Mensch nur lauter gute Zwecke erwähle, Zwecke, die notwendigerweise von jedermann gebilligt werden. --> höchstes Ziel! Ziele sollen verwirklicht werden, die AN SICH gut sind! Aus der Gesinnung heraus handeln. --> Kann Erziehung nicht erreichen --> moralisch selbst gesetzt --> Kann nur jeder alleine für sich selbst festlegen
Was besagt Kants Kategorischer Imperativ? Herzstück der Kantschen praktischen Philosophie. Formel, mit der geprüft werden kann ob Erwartungen, Grundsätze moralisch sind oder nicht. Kants Überlegung: Ein für alle Menschen gültiges Prinzip zu finden --> 1 Handlungsprinzip: Handlungsgrundsätze haben allgemeingültig zu sein!!!! --> Ist das, was man vor hat Allgemeingültigkeit?! --> es ist formal, allgemeingültig! - „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Grundformel) - „Handle so, als ob die Maxime deiner Handlungen durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte.“ (Naturgesetzformel) - „Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“ (Selbstzweckformel)
Was besagt die goldene Regel und wie ist sie von Kants kategorischen Imperativ zu unterscheiden? Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem andern zu. Sie ist eine allgemeine Regel, die einfach anzuwenden ist, jedoch viele Probleme mit sich führt (v.a. die Voraussetzung, dass die Menschen gleiche Wünsche bzw. Abneigungen haben; Konflikte mit gegebenen verbindlichen Regelungen; konkurrierende Interessen). Sie ist von Kants kategorischem Imperativ zu unterscheiden, denn die goldene Regel bezieht sich auf den Einzelnen (und sein Gegenüber). Nach Kant lässt sich Moral aber nicht auf Bedürfnisse, Wünsche oder Neigungen begründen, denn diese sind individuell verschieden. Aber eine notwendige und allgemeingültige Moral muss allgemeinen Gesetzen folgen, die ihren Grund allein in der reinen Vernunft haben. Goldene Regel ist kein kathegorischer Imperativ. Goldene Regel geht von sich selber (dem eigenen Bedürfnis) aus. Kant verlangt, dass man davon absieht. Die Handlungsregel soll ungeachtet sich seines eigenem Maßstabs sein!
Problematik von Freiheit und Zwang in der Erziehung (nach Kant) „Eines der größten Probleme der Erziehung ist, wie man die Unterwerfung unter den gesetzlichen Zwang mit der Fähigkeit, sich seiner Freiheit zu bedienen, vereinigen könne. Denn Zwang ist nötig! Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange? Ich soll meinen Zögling gewöhnen, einen Zwang seiner Freiheit zu dulden, und soll ihn selbst zugleich anführen, seine Freiheit gut zu gebrauchen. Ohne dies ist alles bloßer Mechanism, und der der Erziehung Entlassene weiß sich seiner Freiheit nicht zu bedienen. Er muß früh den unvermeidlichen Widerstand der Gesellschaft fühlen, um die Schwierigkeit, sich selbst zu erhalten, zu entbehren, und zu erwerben, um unabhängig zu sein, kennen zu lernen.“
Was muss man bei der Erziehung nach Kant beachten? 1) dass man das Kind, von der ersten Kindheit an, in allen Stücken frei sein lasse (ausgenommen in Dingen, wo es sich selbst schadet, z.E. wenn es nach einem blanken Messer greift), wenn es nur nicht auf die Art geschieht, dass es anderer Freiheit im Wege ist.“ 2. „Muß man ihm beweisen, dass man ihm einen Zwang auferlegt, der es zum Gebrauche seiner eigenen Freiheit führt, dass man es kultiviere, damit es einst frei sein könne.
Welche Dimensionen der Bildung gibt es bei Kant? 1. biographische Dimension --> Bildung ist Umwandlung der Denkungsart, der Entschluss des Individuums zur Moralität 2. sachliche Dimension --> Bildung ist selber-Denken und Verpflichtung auf die Vernunft 3. ethnische Dimension --> Bildung ist Autonomie als Moralität 4. Soziale Dimension --> Der öffentliche Gebrauch der Vernunft ermöglicht die Aufklärung der Gesellschaft/Menschheit 5. politische Dimension --> der öffentliche Gebrauch der Vernunft ist nur möglich, wenn der Staat die freie Meinungsäußerung zulässt
Humbolds Aussagen zur Bildung 1. Wahrer Zweck des Menschen=Bildung der eigenen Kräfte zu einem Ganzen 2. Bildung erfolgt ein Leben lang 3. Bildung entsteht durch die Wechselwirkung Mensch <--> Welt
Die wichtigsten Bedingungen von Bildung nach Humboldt 1. Freiheit und Selbstbestimmung 2. Mannigfaltigkeit der Situation 3. Sozialität 4. Sprache als Weltansicht
Dimensionen der Bildung bei Humboldt Bildung ist die höchste und proportionierlichste Entfaltung aller Kräfte zu einem Ganzen. (biographische Dimension) • Bildung ist Verknüpfung des Ichs mit der Welt zu der allgemeinsten, regesten und freiesten Wechselwirkung. (sachliche Dimension) • Die Bildung des Individuums ist ein Beitrag zur Höherentwicklung der Menschheit. (ethische und soziale Dimension) • Bildung ist nur möglich, wenn der Staat (auch in seinem Interesse) umfassende Freiheit gewährt. (politische Dimension)
Erziehung durch Spiel und Kunst nach Schiller Schiller versucht den kantischen Gegensatz von Sinnlichkeit und Vernunft in der Weise zu überwinden, dass der Mensch über sittliche Größe („Würde“ als Unterordnung der Triebe unter die Vernunft, Handeln aus Pflicht) hinaus noch zu einem harmonischen Verhältnis von Sinnlichkeit und Vernunft gelangen kann („Anmut“ der schönen Seele, gutes Handeln ohne ein Sollen). Die sittliche Freiheit wird bei Schiller noch durch die ästhetische Freiheit überhöht. Maß der Menschlichkeit und Mittel der Menschenbildung ist das „Spiel“ bzw. die Kunst.
Was bedeuten Stofftrieb, Formtrieb und Spieltrieb bei Schiller? „Das erste dringt auf absolute Realität: er soll alles zur Welt machen, was bloß Form ist, und alle seine Anlagen zur Erscheinung bringen; das zweite dringt auf absolute Formalität; er soll alles in sich vertilgen, was bloß Welt ist, und Übereinstimmung in alle seine Veränderungen bringen; mit anderen Worten: er soll alles Innere veräußern und alles Äußere formen. Mitten in dem furchtbaren Reich der Kräfte und mitten in dem heiligen Reich der Gesetze baut der ästhetische Bildungstrieb unvermerkt an einem dritten, fröhlichen Reiche des Spiels und des Scheins, worin er dem Menschen die Fesseln aller Verhältnisse abnimmt und ihn von allem, was Zwang heißt, sowohl im Physischen als im Moralischen entbindet."
Ästhetische Bildung heute (im Vergleich zu Schiller --> Erziehung durch Spiel und Kunst) • Das Konzept der ästhetischen Bildung geht über den herkömmlichen Kunst- oder Musikunterricht hinaus, die als Nebenfächer angesehen werden und denen nur eine ausgleichende Funktion zugesprochen wird. • Ästhetische Bildung geht auch über reformpädagogische Konzeptionen hinaus, die auf Erfahrungen abzielen, die an oder mit künstlerischen Werken gemacht werden können. • In Konzepten ästhetischer Bildung gelten sinnliche Erfahrungen als Ausgangspunkt der Bildung des Menschen und als Quelle von Wissen und Erkenntnis. • Das Ziel der ästhetischen Bildung ist die Bildung einer reflexiven Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit in allen Lebensbereichen.
Hegels Grundgedanke Vernünftigkeit der Wirklichkeit, Wirklichkeit der Vernunft --> "Was vernünftig ist, das ist wirklich und was wirklich ist, das ist vernünftig.
Hegels Bildungsphilosophie Bildung als Geschichte des Geistes, Bildung des Individuums als Aneignung von Kultur -->
Bildung in Familie und Schule nach Hegel Zucht und Erziehung, wissenschaftliche und sittliche Bildung --> jemanden zu einem Bürger eines Staaates von guten Gesetzen machen
Was sollte die Bildung des Bürgers nach Hegel beinhalten? • Familienliebe • Soziale Integration • Sozio-ökonomische Funktionalität • Rechtschaffenheit • Patriotismus (politische Gesinnung) • Kunstgenuß • Religiosität • Philosophische Einsicht
Dimensionen der Bildung bei Hegel • Bildung ist das „Sich-allgemein-Machen“ des Subjekts durch Aneignung der Kultur und des Wissens (wissenschaft. Bildung) und durch Gewöhnung – unterstützt durch moralische Belehrung und schulischen Unterricht – an ein sittliches Handeln und Leben (sittl. Bildung). (biographische Dimension) • Bildung ist die Befähigung des Individuums zum Denken und zum objektiven Urteilen über die Verhältnisse und Gegenstände der Wirklichkeit. (sachliche Dimension) • Bildung ist sittliches Handeln und Leben in einem sittlichen Gemeinwesen. (ethische Dimension) • Bildung ist die Integration in die arbeitsteilige Gesellschaft mit dem Selbstbewusstsein der „Rechtschaffenheit“, sozial differen- ziert nach der gesellschaftlichen Stellung. (soziale Dimension) • Bildung ist die Identifikation des Bürgers mit dem Staat („Patriotismus“), der selbst das Subjekt der Weltgeschichte (als Bildung des „Geistes“) ist. (politische Dimension)
Theoretische Bildung nach Hegel Bildung des Verstandes und der Sprache: z.B. Mannigfaltigkeit der Vorstellungen und Kenntnisse und Erfassen allgemeiner Beziehungen
Praktische Bildung nach Hegel Gewohnheit der Beschäftigung überhaupt, von objektiven Tätigkeiten und allgemeingültigen Geschicklichkeiten. Praktische Bildung ist das, was dem Menschen ermöglicht, in seiner geschichtlichen Lage zurechtzukommen: das Wissen und die Fertigkeiten, die Einstellungen und Verhaltensweisen, die ihm helfen, sich in der Welt zu orientieren und in der arbeitsteiligen Gesellschaft sowohl zu überleben wie nützlich zu sein. Das ist die praktische Bildung. --> Vertiefung in den Beruf, Bereitschaft zur Aufopferung für höhere Pflichten (Militär)
Welche Ethiken gibt es? Nenne ihre Erziehungs- und Bildungsziele. - Aristoteles: Tugendethik (Erziehungs- und Bildungsziel: Gutes Handeln in der Gemeinschaft) - Kant: Pflichtenethik (Erziehungs- und Bildungsziel: der gute Wille, moralische Autonomie und ein Handeln aus Pflicht) - Hegel: Verantwortungs- und Institutionenethik (Erziehungs- und Bildungsziel: Urteilsfähigkeit nach sachlichen und vernünftigen Kriterien und sittliches Handeln in Gesellschaft und Staat)
4 Stufen der Sittlichkeit nach Hegel (Sittlichkeit=Rechtschaffenheit=Wissen über rechtmäßiges, moralisch gutes Handeln und Umsetzung dieses Wissens in die Tat) o 1. Unterschied von eigenen Interessen/Neigungen und den Sitten, Gesetzen, Institutionen (man möchte quatschen, weiß aber dass man es nicht soll) o 2. Zutrauen und Glaube in Sitten, Gesetze, Institutionen o 3. Einsicht in Gründe von Sitten, Gesetzen, Institutionen & Anerkennung dieser (ich kann reflektieren, warum eine Regel gut ist) o 4. Adäquate Erkenntnis: Sitten, Gesetze und Institutionen dienen der Freiheit aller (Bezieht die Stufen auf die gesamte Gesellschaft)
In welchen 3 Sphären sollen nach Hegel Sittlichkeit in Institutionen praktiziert werden? o Familie (Keimzelle des modernen Rechtsstaats, Kinder bestimmt durch Triebhaftigkeit, vertrauensvolle Beziehung innerhalb der Familie soll helfen, dass Kinder die sittlichen Regeln als gut und sinnvoll erleben, Aufgabe der Eltern: Vermittlung grundlegender Werte und Normen und das Darauf-Achten, dass diese eingehalten werden – Belehrungen & Gewalt) o Gesellschaft (Schule, z.B. Betrachten des Wissens als solches, nicht aus eigenem Interesse) o Rechtsstaat (Aufgabe den Einzelnen in der Verwirklichung seiner Lebenspläne in Berufsstand, Familie und Gesellschaft zu respektieren, stabilisieren und fördern; bildet Grundlage dafür, dass der Einzelne durch die Übernahme der gegebenen Pflichten die Freiheit aller und seine eigene realisieren kann)
Besonderheiten Hegels Lehre 1. Hegel legt den Fokus auf die Mächtigkeit des Allgemeinen 2. Bildung zur Sittlichkeit = Bildung als Sich-allgemein-machen! 3. Aneignung von Kultur bedeutet Unterordnung des Einzelnen, persönliche Triebe und Neigungen werden zurückgestellt 4. Bildungsprozess ist mit Zwang verbunden --> gerechtfertigt durch die Annahme der zukünftigen Einsicht der Betroffenen 5. Vier Stufen von Sittlichkeit 6. 3 Sphären in denen sittliches Handeln praktiziert wird
Erziehung nach Herbart Ziel der Erziehung ist für Herbart die „Charakterstärke der Sittlichkeit“. Der zu Erziehende soll ein möglichst „vielseitiges Interesse“ ausbilden. Da das Wollen im Vorstellen gründet, ist für Herbart die „Bildung des Gedankenkreises“ der wesentliche Bereich der Erziehung, der Unterricht ist insofern der wichtigste Teil der Erziehung, die auch noch „Regierung“ und „Zucht“ umfasst. So gibt es keine Erziehung ohne Unterricht, und der Unterricht sollte immer erziehend sein, d.h. auf die Charakterbildung zielen.
Dimension der Erziehung nach Schleiermacher Erziehung in der Generationenfolge und im pädagogischen Umgang
Worum geht es in dem hermeneutischen Ansatz von Schleiermacher? Hermeneutisch=erklärend, auslegen, sinnverstehend - Versuch, Erziehung aus der Praxis zu greifen - Geht davon aus, dass wir von den Dingen, die uns umgeben ein gewisses Vorverständnis haben --> dieses gilt es zu klären, zu reflektieren und zu bestätigen/revidieren Hermeneutische Spirale: o Vorverständnis 1  Prüfung  Vorverständnis 2  Prüfung  Vorverständnis 3 o einige Einstellungen werden bestätigt, andere müssen revidiert werden, daraus bildet sich das neue Verständnis o der Prozess kann nur Pragmatisch abgeschlossen werden, z.B: wenn wir trotz Prüfung keine neuen Erkenntnisse dazu gewinnen o S. glaubt, dass eine Gesellschaft die vollkommen sittlich verfasst ist keine Wissenschaft mehr braucht o in einer vollkommen sittlichen Gesellschaft ist die Erziehungspraxis vollkommen sittlich
Worum geht es bei der Erziehung nach Schleiermacher? Kritisiert die Erziehung als vollkommene Anpassung an die Gesellschaft (Hegel) --> Anpassung=keine Verbesserung! - Er möchte keine totale Veränderung, sondern die jüngere Generation soll gesellschaftlichen Widersprüche entdecken und eine bessere Gesellschaft erschaffen - Gesellschaftliche Ordnung soll tradiert (überliefert) und auch verändert werden --> Erziehung führt zu einer sittlichen Vervollkommnung der Gesellschaft --> Hermeneutisch-dialektische Vorgehensweise (dialektisch = Widersprüche aufgreifen & reflektieren)
Erziehung als Unterstützen und Gegenwirken nach Schleiermacher Die Pädagogik soll die jüngere Generation als - (1) tüchtig und selbständig an die Gemeinschaften des Lebens abliefern( Gegenwirkung) und zugleich - (2) ihre persönliche Eigentümlichkeit ausbilden( Unterstützung). Die beiden Formen der Erziehung verteilen sich auf die individuelle (2) und die gesellschaftliche (1) Seite so, dass die Entwicklung der Eigentümlichkeit der Unterstützung bedarf und die Erziehung für die Lebensgemeinschaften vor allem der Gegenwirkung. (s.o.) Je vollkommener die Sittlichkeit des Gesamtzusammenhangs, umso überflüssiger wäre Erziehung. Je unangemessener der Einzelne, umso mehr überwiegt die Gegenwirkung, je unvollkommener die Verfassung, umso notwendiger die Unterstützung.
Dimension der Erziehung nach Nohl Erziehung im pädagogischen Umgang Grundlage ist das leidenschaftliche Verhältnis eines reifen Menschen zu einem werdenden Menschen um seiner Selbst willen! Es ist ein asymetrisches Verhältnis (Älterer ist dem Jüngeren überlegen) und auch ein leidenschaftliches Verhältnis (vertrauensvoll/liebevoll). Resultat: Bindjung des Zöglings an den Erzieher. Aussage = Jedes Kind ist erziehbar. Wenn es nicht durch die Familie gelingt so muss das Heim eine Bindung aufbauen, damit Erziehung gelingen kann
Was besagt die Grundantinomie nach Nohl? Der Erzieher steht in zweifacher Verantwortung. Er steht zwischen Edukand und Welt. 1. Anwalt des Kindes (Kind entwickelt sich aus sich heraus und trägt sein Ziel zunächst in sich. Erzieher prüft die Anforderungen von außen, ob und inwieweit sie für den Heranwachsenden förderlich sind und schützt das Kind vor unangemessenen Anforderungen) 2. Anwalt der Kultur/Gesellschaft (Kulturelle Gehalte und Ziele haben einen eigenen Wert. Kind soll in das gesellschaftliche Leben eingegliedert werden) Erzieher vermittelt zwischen Kind und Gesellschaft. In einer gelungenen Bildung sind die Gegensätze versöhnt.
Zwei Mächte der pädagogischen Gemeinschaft nach Nohl (Zitat) „Entsprechend jener Doppelheit einer Liebe zum Kind in seiner Wirklichkeit und … zu seiner Höhe … wird die pädagogische Gemeinschaft getragen von zwei Mächten: Liebe und Autorität, oder vom Kinde aus gesehen: Liebe und Gehorsam.“ „Autorität heißt nicht Gewalt, wenn sie sich auch unter Umständen mit ihr wappnen muß, und Gehorsam heißt nicht aus Angst tun oder blind folgen, sondern heißt freie Aufnahme des Erwachsenenwillens in den eigenen Willen und spontane Unterordnung als Ausdruck eines inneren Willensverhältnisses, das gegründet ist in der überzeugten Hingabe an die Forderungen des höheren Lebens, das durch den Erzieher vertreten wird.“
Erziehungsauftrag nach Mollenhauer Erziehung zur Emanzipation! Wieviel Anpassung kann einem zugemutet werden ohne Willen zu brechen oder Eigenheit zu verletzen? Spannungsverhältnis zwischen Individuation (Herausbildung der Identität eines Einzelnen) und Integration (Sozialmachung des Einzelnen). Die Sozialmachung ist nicht bloß schlichte Einwirkung sozialer Verhältnisse auf den Einzelnen, sondern es geht immer auch um ethische Überlegungen (abweichende Familien, unruhiges Kind etc.)
Was sagt Mollenhauer zu Erziehung und Herrschaft? Das Erzieher-Zögling-Verhältnis ist ein Machtverhältnis (aufgrund körperlicher und psychischer Reife). Erziehung ist gesellschaftlich bedingt und auch gesellschaftlich organisiert (Schulen, Kita etc.). Grundwiderspruch=Kinder sollen zur Selbstständigkeit erzogen werden, jedoch findet ihre Erziehung nicht im herrschaftsfreien Raum statt. Eltern, Lehrer etc. fordern Anpassung der Kinder --> schlägt sich auf Erziehungsprozesse nieder. Frage: Ist Erziehung zur Mündigkeit überhaupt möglich?
Was versteht Mollenhauer unter der Erziehung zur Emanzipation? Emanzipation=Befreiung der Heranwachsenden aus Bedingungen, die ihre Rationalität und das mit ihr verbundene gesellschaftliche Handeln beschränken. --> Heranwachsende sollen unter Bedingungen erzogen werden, die es ihnen ermöglichen, die eigene Vernunft zu gebrauchen und nach dem eigenen Urteil zu handeln. Kinder sollen immer wieder die Möglichkeit erhalten selbst kritisch zu denken und zu handeln. Ziel von Erziehung: schrittweise Förderung der Selbstbestimmung und Emanzipation der Heranwachsenden
Was besagt die kritische Erziehungswissenschaft nach Mollenhauer? Erziehung zur Emanzipation = Aufklärung. Kinder sollen Mündigkeit lernen. Sollen von Klein auf lernen, sich an Streitgesprächen zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern.
Wo und wie sind Kinder und Jugendliche in Lebensbedingungen und Vernunftgebrauch eingeschränkt und somit in Emanzipation nach Mollehauer behindert? - Erziehung und Bildung können erst dann angemessen praktiziert werden, wenn wir die Gesellschaft und damit uns selbst kritisch in den Blick nehmen - Mollenhauer fordert für angemessene Erziehung und Bildung, dass die Pädagogen sich selbst kritisch reflektieren und über ihr Handeln nachdenken, wo und wie sie Kinder einengen - EW untersucht Voraussetzungen der Erziehung von Heranwachsenden zu mündigen Erwachsenen - Mollenhauer gehört an: kritische Theorie und EW
Wolfgang Brezinkas Definition von Erziehung „Unter Erziehung werden Handlungen verstanden, durch die Menschen versuchen, das Gefüge der psychischen Dispositionen (Persönlichkeit) anderer Menschen in irgendeiner Hinsicht dauerhaft zu verbessern oder seine als wertvoll beurteilten Komponenten zu erhalten oder die Entstehung von Dispositionen, die als schlecht bewertet werden, zu verhüten.“ Statt vom „Gefüge der psychischen Dispositionen“ kann man abkürzend auch von der „Persönlichkeit“ sprechen.
Erziehung als technologisches Handeln (Brezinka) Erzieherische Handlungen --> Änderung der Persönlichkeit. Reale Ursachen --> reale Wirkungen Mittel des Erziehers --> Ziel des Erziehers Empirisch-wissenschaftliches Wissen über Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge (oder vermutete Bedingungen oder Faktoren) soll zweckdienliche pädagogische Technologien (Rezepte) und damit erfolgreiches erzieherisches Handeln ermöglichen.
Wie definiert Aristoteles den Begriff der Erziehung? Erziehung=Gewöhnung in der Gemeinschaft. Man wird nicht von Natur aus tugendhaft
Wie grenzt sich das realistische Denken Aristoteles vom idealistischen Denken Platons ab? - kennen Grenze zwischen Möglichem und Unmöglichem - stehen in engem Kontakt zur Wirklichkeit - nicht nur bloße Anpassung an das Bestehende und bloße Bejahung der Zustände der Welt - erkenntnistheoretische und lebenspraktische Position - Vielfalt der Welt, Motive und Ziele des Menschen - Idealisten: wenige und eindeutige Ziele - Was ist das gute und gelingende Leben? (nikomachische Ethik  soll nicht Lehren, was wir über Gutes wissen können, sondern wie wir gut/glücklich werden können) - Wie ist gutes Leben überhaupt möglich?
Erkläre die Begriffe Eudaimonia und Entelechia (Aristoteles) Eudaimonia= Glückseligkeit=Ziel des Menschen --> erlangt man durch das Gebildetsein. Glückseligkeit ist selbst erworben und steht im engen Zusammenhang mit gutem/richtigen Handeln (=situationsangepasstes Handeln). Entelechia=Vervollkommnung; Zweckverwirklichung, verbunden mit Glück. Erfordert einen Erzieher.
Erkläre Aristoteles Vorstellung vom Aufbau der Seele Seele ist unterteilt in logos (vernünftiger Teil --> Vernunft, Sprache) und alogos (unvernünftiger Teil --> Triebe, Bedürfnisse)
Erkläre die Tugendlehre nach Aristoteles Gebildet ist derjenige, der es schafft logos und alogos zu kultivieren. Tugend=Tauglichkeit. Bildung ist die Kultivierung der Tugenden. Die Aufgabe der Erziehung ist es die Tugenden vorzuleben. Erziehung ist in erster Linie Gewöhnung
Die Erziehungsvorstellungen von Aristoteles - Erziehung zur Gemeinschaft - Einfügen, sodass für alles Mitglieder ein gutes Leben möglich ist - Geht nicht um das individuelle Glück, gutes Leben nur in Gemeinschaft möglich - Staat ist zuständig für Erziehung der Kinder = bestimmt, wer mit wem eine Ehe eingeht, wann gezeugt wird etc. - Ziel: bestmögliche Kinder für den Staat - Erst ab 7-21 Jahre: Bildungseinführung
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