Historisch entwickelte sich die Psychoanalyse aus der Medizin
heraus. Ziel war es nicht, gesundes Verhalten, sondern gestörtes
(neurotisches) Verhalten zu erklären. → Deutlich sichtbar an den
Theorien, die tendenziell defizit-orientiert sind
Psychodynamik
„beschreibt die innerseelischen Abläufe,die den Hintergrund des gesunden und
gestörten Erlebens und Verhaltens bildet und in wesentlichen auf der
Persönlichkeits- und Krankheitslehre der Psychoanalyse beruht.“
Theorien
Theorie-übergreifende Paradigmen
Entwicklungspsychologie
Alle Theorien beschäftigen sich mit der Entwicklung
von Persönlichkeitsmustern in der Kindheit
Freud: Psychosexuelle Entwicklung; Adler: Endwicklung
des Bedürfnis nach Sicherheit; Kohut:Entwicklung des
Narzismuss; Bowlby: Entwicklung von Bindungsstile
Unbewusste Konflikte
Alle Theorien implizieren das
Vorhandensein unbewusster Konflikte
Freud: Konflikte zwischen Es – ÜberIch; Adler: Autonomie
vs. Abhängigkeit; Kohut: Selbstwert vs. Objektwert
Abwehrmechanismen
Alle Theorien gehen davon aus, dass unbewusste Konflikte durch
eine Reihe von unbewussten Abwehrmechanismen gelöst werden
Psychoanalytische Ansätze
Sigmund Freud, Adler, Anna Freud
Neoanalytische Ansätze
Klein, Kohut, Bowlby
Grundlegendes
Konflikte
Äußere Konflikte
Die ersten Konflikte entstehen mit der Außenwelt (direkter
Einfluss der Außenwelt). Sie sind gut zu lösen, wenn die
äußeren Umstände sich befriedigend verändern lassen
Verinnerlichte Konflikte
Die ehemals äußere Konfliktsituation ist internalisiert worden (indirekter Einfluss
der Außenwelt). Der Konflikt spielt sich nun im Individuum selbst ab
Innere Konflikte
kein Einfluss der Außenwelt, sondern die triebhaften Impulse
selbst / gegensätzliche Affekte treten gegeneinander an (Liebe
– Hass, Aktivität – Passivität, Männlichkeit – Weiblichkeit…).
Topographisches Modell
ICH
vermittelt zwischen Es und der Realität, d.h. Es
sucht Wege die Triebimpulse zu integrieren
ES
stellt das Reservoir an psychischer Energie
dar und folgt dem Lustprinzip
ÜBER-ICH
präsentiert erlernte, traditionelle Werte und Normen
Psychosexuelle Entwicklung
orale Phase (bis 18. LM)
Lust, etwas in sich aufzunehmen; Fürsorge und Zuwendung durch das Objekt
anale Phase (2.-4. LJ)
Lust am Ausstoßen, an der Verweigerung ggü.
dem Objekt; Selbstbehauptungsbedürfnisse
phallisch-narzisstische Phase (3.-4. LJ)
Lust an der Selbstdarstellung (sich zeigen) und an der Neugier (schauen)