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Flashcards

Klinische Neuropsychologie - Vestibuläres System

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie Alemão 14 flashcards

Flashcards do conjunto (14)

  1. 1Vestibuläres SystemBesonders wichtig für zwei Wahrnehmungsleistungen
    1. Erkennen der Lage im Raum
    2. Bestimmung der Bewegung im Raum
    Kollaboration mit visuellen, somatosensorischen, propriozeptorischen und akustischen Systemen
  2. 2Raumwahrnehmung-ständige Integration von verschiedenen sensorisch-perzeptiven und motorischen Prozessen => Areale des temporalen und parietalen Kortex
    -sensorisches System liefert Informationen über umgebenden Raum
    -kurzfristiger Arbeitsspeicher: präfrontaler Kortex
    -langfristiger Speicher: Hippocampus, medialer Temporallappen
  3. 3RaumorientierungNeuronales Netz von Arealen im frontalen temporalen und parietalen Kortex mit jeweils unterschiedlichen Funktionen
  4. 4Gibt es einen vestibulären Kortex beim Menschen?Bei Primaten: kein vestibulärer Kortex => verschiedene multisensorische Areale, u.a. mit vestibulären Afferenzen
    Multisensorische Areale:
    Tierexperimente:
    Separate Areale im temporalen und parietalen Kortex, deren Neurone u.a. vestibuläre Signale verarbeiten und welche miteinander verbunden sind:
    Area 2v (Spitze des intraparietalen Sulcus)
    Area 3a (Nacken, Rumpf, Arme; Sulcus centralis)
    Area 7 (inferiorer Parietallappen)
    PIVC (parietoinsulärer vestibulärer Kortex => posteriores Ende der Inselregion) Hauptverbindungsregion
    Funktion:
    Afferenzen aus beiden Vestibulariskerngebieten im Hirnstamm
    Efferenzen zu diesen zurück
    Aufbau beim Menschen ähnliche
  5. 5Der parietoinsuläre vestibuläre Kortex„innerer kortikaler vestibulärer Kreis“ => enge Verbindung vom PIVC zu Area 3a und 2v/7a, Area VTS, 6a, 23c, 8a sowie beide Vestibulariskerne im Hirnstamm
    Konzept von Guldin und Grüsser:
    Annahme:
    PIVC ist Integrationszentrum („core region“) des gesamten kortikalen vestibulären Systems => Integrationszentrum für alle übrigen, Vestibulärinformationen verarbeitende Areale
    Konzept für Primaten und Menschen gültig
    Lokalisation:
    -Gyrus temporalis superior und im angrenzenden Parietallappen beider Hemisphären
    -multisensorische vestibuläre Regionen in den hinteren Inseln als PIVC identifiziert
    Aktivierung der PIVC-Region unter vestibulärer Reizung der Bogengänge und Otolithen
    Deaktivierung unter visueller optokinetischer Stimulation
    Aktivierung besonders stark in nicht-dominanter Hemisphären
    => gegenseitig hemmende Interaktion zwischen vestibulärem und visuellem System
  6. 6Koritkale Repräsentation des Raumes (Raumkarten)Hippocampusinformation essenziell für Ortsgedächtnis und Navigation
    => Ortszellen generieren allozentrische nicht-topografische Karten
    Einzelne Ortszellen arbeiten mit ortsspezifischen rezeptiven Feldern an mehreren Raumkarten
    => Speicherung der Informationen
    Wahrnehmung von Raumveränderungen durch andere Zellen
    Hippocampus/Parahippocampus beteiligt an repräsentation von Eigenbewegung; Detektion durch vestibuläres System und Verbindung zu PIVC
    Hypothese, dass Hippocampus kognitive Landkarten der jeweiligen Umgebung anlegt, die aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden können
  7. 7System zur Raum-und-Ortsrepräsentation („spatial mapping system“)Hippocampus (mit weiteren Zentren) trägt Informationen z.B. über Objekte, Entfernung und Richtung dieser Objekte zusammen und verarbeitet diese
    -postsubiculäre Zellen zuständig für Ausrichtung des Kopfes, enge Verbindungen zu den Ortszellen
    -Kopfrichtungsabhängige Zellen in dorsalem Thalamus und Nucleus caudatus mit Afferenzen und Efferenzen zum Hippocampus
    -Zellen im posterioren Parietallappen registrieren Körperbewegungen
    Unklar, wie Informationen zusammengetragen und verarbeitet werden
  8. 8Chronischer beidseitiger VestibularisausfallBeeinträchtigung der Raumorientierung
    Beeinträchtigung des räumlichen Gedächtnisses
    signifikante bilaterale Volumenminderung der Hippocampi
  9. 9Lage im RaumTonischer bilateraler Einfluss der peripheren Vestibularisorgane stabilisiert Augen, Kopf und Körper entsprechend der Schwerkraft in den drei Raumebenen => Wahrnehmung von Vertikalität
    Primärposition:
    -Achsen der Augen und des Kopfes horizontal ausgerichtet
    -Empfindungen für horizontale und vertikale Strukturen entsprechen der objektiven -Horizontalen/Vertikalen
    -Otolithen = Schwerkraftrezeptoren
    -Subjektive visuelle vertikale (SVV): misst Empfinden für horizontale und vertikale Strukturen
  10. 10Kortikale vestibuläre FunktionsstörungenThalamische Astasie:
    Stand- und Gangstörung nach Thalamusläsion, keine Aufrechthaltung im Stehen möglich => Sturz
    keine anderen neurologischen Defizite ursächlich
    Läsionen:
    vorwiegend posterolateraler Thalamus
    Hinweis auf Vorliegen eines zentral-vestibulären Syndroms durch Funktionsstörung der multisensorischen Kernanteile des posterolateralen Thalamus
    => Kerne als Relais-Station für vestibuläre und somatosensorische Bahnen zum Kortex (vestibuläre Thalamuskerne)
    Akuter einseitiger Infarkt posterolateraler Thalamus:
    Signifikante Störung der Raumorientierung mit pathologischer Auslenkung der SVV
    Funktionsstörung entlang der vestibulären Bahn:
    Pathologische Verstellung des vestibulären Sollwerts für die Vertikale => Einstellung der Körperausrichtung auf diesen Wert bei Stehen und Gehen => Sturz
    Ähnliche Symptome auch bei Patienten mit akuten Läsionen einer Hemisphäre, v.a. wenn PIVC und Gyrus temporalis superior betroffen
  11. 11Verkehrtsehen – Room-tilt-illusionvestibuläre Zeichen = Desorientierung im Raum
    -plötzliches, sekundenlanges Verkippen des Raumes zur Seite
    -90°/180°
    visuelles und vestibuläres System liefern dreidimensionale Koordinaten von Strukturen zur Orientierung im Raum:
    Diese Informationen müssen kortikal integriert werden, um einheitliche Vertikalenwahrnehmung zu generieren => Illusionen der Raumkippung nach erfolgloser Integrationszentrum
    Auftreten:
    Akute vestibuläre Funktionsstörungen (z.B: Labyrinthausfall)
    => Raumkoordinaten vestibulär niccht mehr korrekt wahrgenommen und keine visuelle Kongruenz
    Nur kurze Dauer des Verkehrtsehens bis visuelle Information überlagert
  12. 12Bewegung im RaumVestibuläres System detektiert lineare und rotatorische Kopfbeschleunigungen
    => bei kosntanter Geschwindigkeit keine Wahrnehmung von Eigenbewegung – zusätzliche visuelle Informationen nötig
    => Reizsituation mit visuell induzierter Eigenbewegungsempfindung
    Zwei Möglichkeiten der Interpretation bewegter Stimuli
    1. Selbst stationär (egozentrische Bewegungswahrnehmung)
    2. Umwelt stationär (exozentrische Bewegungswahrnehmung) => Reizmusterbewegung als relativ durch Eigenbewegung gedeutet (Vektion)
  13. 13Eigenbewegungswahrnehmung – visuell-vestibuläre Interaktion im KortexIn großem Reizfeld (mind. 40°x40°) kommt es nach 20 sec. zu einer physiologischen Eigenbewegungsempfindung (Vektion)
    Korrelat der Eigenbewegung ist bilaterale Aktivierung visueller Areale im medialen parietookzipitalen Kortex mit gleichzeitiger Blutflussminderung der hinteren Insula (PIVC) bei Vektion
    Wird Vektion nicht ausgelöst, dann Aktivierung des PIVC
    Hypothese einer hemmenden multisensorischen Interaktion für Eigenbewegungswahrnehmung:
    -funktionell sinnvoll und durch Einzelbefunde gestützt
    -gleichzeitiger Nachweis von Aktivierung im visuellen Kortex und Deaktivierung im multisensorischen vestibulären Kortex
    => funktionelle Interpretation: reizabhängige, reziproke, hemmende, visuell-vestibuläre Interaktion
  14. 14Reziproke hemmende Interaktion: grundlegender sensomotorischer Mechanismus?Mechanismus der reziproken inhibitorischen Interaktion ermöglichen:
    -Eigenbewegungsempfinden bei multisensorischen Bewegungsreizen durch ein Sinnessystem zu bestimmen => Vermeidung zweideutiger Wahrnehmungen
    Möglicherweise ein grundlegender Mechanismus, der Verschiebung des Eingangs sensorischer Information zwischen den Modalitäten ermöglicht
    Hypothese der hemmenden Interaktion des visuell-vestibulären Systems durch weitere Befunde gestützt:
    Wahrnehmungsschwellen von Körperbeschleunigungen (vestbulär) in einer Drehstuhl-Drehtrommel-Apparatur während visueller Stimulation mit Vektion (visuell) deutlich erhöht (gehemmt)

Informações

Descrição
Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) FlashCards sobre Klinische Neuropsychologie - Vestibuläres System, criado por Joney Stoney em 26-07-2018.
Criado por
Joney Stoney
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