Flashcards
Klinische Psychologie Sommersemester

Flashcards do conjunto (118)
- 1Was beinhaltet Suchtprävention?- Informed Decision
- Konsumkompetenz/ Verantwortlicher Umgang mit der Droge
- Schadensminimierung
- Risikoeinschätzung / Risikoabwägung - 2Zahlen zum Alkoholkonsum- am häufigsten konsumierte Droge
- Rund 85% aller Erwachsenen trinken regelmäßig Alkohol
- Lebenszeitprävalenz über 97,5%
- ca. 2-3% Abhängige
- ca. 10% riskanter Konsum
- WHO-Studie: gemessen nach gelebten Jahren mit Beeinträchtigung (YLD) ist Alkoholabhängigkeit an zweiter Stelle der weltweit belastendsten Krankheiten - 3spezifischen Gefahren durch Alkohol- Alkoholvergiftung
- Verkehrsunfälle
- Gewalttaten (als Opfer /Täter)
- allg. kriminelles Verhalten
- Verbrennungen
- Ertrinken
- Ungewollte sexuelle Kontakte & Schwangerschaften - 4Schizophrenie Prävalenzen- Lebenszeitprävalenz 1%
- Jährlich ca 17 Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner
- 400.000 bis 800.000 Kranke (Dtl)
- WHO-Studie: an 5. Stelle der weltweit belastendsten Krankheiten
- Ersterkrankungsalter 15-30 Jahre (Männer), 20-35 Jahre (Frauen) - 5Schizophrenie Folgen- Erwerbsunfähigkeit (bis zu 80%),
- soziale Isolation
- soziale Stigmatisierung
- Fremdgefährdung: Überschätzt!
(Absolutes Risiko eines schizophren Kranken für Gewaltdelikt: 0,05 %,)
- Selbstgefährdung hoch
(ca. 10 –15% Suizide) - 6Symptomatik der Schizophrenie nach ICD-10- Gedankenlautwerden, -eingebung, -entzug, - ausbreitung
- Kontroll- und Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten
- Kommentierende/dialogische Stimmen
- Wahn
- Halluzinationen jeder Sinnesmodalität
-Gedankenabreißen oder –einschiebungen
-Katatone Symptome (psychomot.)
- Negative Symptome (Apathie, Sprachverarmung, verflachte oder inadäquate Affekte) - 7Plus- & Minussymptomatik bei SchizophreniePositive Symptomatik = Übersteigerungen und starke Fehlinterpretationen des Erlebens
- inhaltliches/formales Denken: Wahn
- Störung der Ichfunktionen: Gedankeneingebung
- Wahrnehmung/Sinnestäuschungen: Halluzinationen
Negative Symptomatik = Einschränkungen des normalen Erlebens
- Intentionalität und Antrieb, Affekt und Psychomotorik
- beginnen oft schleichend, verstärken sich mit zunehmender Krankheitsdauer - 8Verlaufsformen von Schizophrenie- Kontinuierlich
- Episodisch remittierend
- Episodisch mit stabilem Residuum
- Episodisch mit zunehmendem Residuum
- 9Vulnerabilitäts-Stress-Bewältigungsmodell der Schizophrenie

- 10Psychosziale Interventionen bei schizophrenen Störungen- Kognitives Training
- Psychoedukation
- Kognitive Verhaltenstherapie
- Soziales Kompetenztraining
- Familienintervention
- Pharmakotherapie - 11Kognitives Training (Schizophrenie)- Ansatzpunkt: verminderte Informationsverarbeitung
- Verbesserungen in Bezug auf: Kognition
- keine Indikationsempfehlung - 12Psychoedukation (Schizophrenie)- Ansatz: Coping & Selbstwirksamkeit
- Bestandteile: Empowerment, „Wissen ist Macht“, „Ohne Sympathie keine Heilung“
-Verbesserungen in Bezug auf: Adherence (Bereitschaft Therapieempfehlung einzuhalten), Rückfallrate
- Indikationsempfehlung: eingeschränkte Empfehlung durch DGPPN
- nur effektiv, wenn Angehörige einbezogen werden - 13Kognitive Verhaltenstherapie für Schizophrenie- Ansatzpunkte: Prodromalsymptome, schizophrene & psychotische Symptome, Coping und Selbstwirksamkeit
- Themen:
*Entwicklung eines konstruktiven Krankheitskonzeptes
*Stressmanagement
*Erkennen und Bewältigung von Frühsymptomen
* Vor- und Nachteile der Medikamenteneinnahme
*Umgang mit anhaltenden Symptomen
*Depression
*Sozialer Rückzug
- Verbesserungen in Bezug auf: Symptome, Adherence, Rückfallrate, teilweise soziales Funktionsniveau
- Indikationsempfehlung: ja (DGPPN, NICE, PORT)
- Effektstärke zusätzlich zu Medikation 0.399 - 14Kognitives Modell psychotischer Symptome

- 15Soziales Kompetenztraining (Schizophrenie)- Ansatzpunkt: Soziale Leistungsfähigkeit
- Verbesserungen in Bezug auf: Soziales Funktionsniveau
- Indikationsempfehlung: eingeschränkt (DGPPN, PORT) - 16Familienintervention (Schizophrenie)• Familienintervention
- Ansatzpunkte: Familienklima, Problemlösung innerhalb der Familie
- Verbesserungen in Bezug auf: Symptome, Adherence, Rückfall, Soziales Funktionsniveau
- Indikationsempfehlung: ja (DGPPN, NICE, PORT) - 17Pharmakotherapie (Schizophrenie)- Ansatzpunkt: dopaminerge Dysfunktionen
- Dopaminhypothese:
*Reduzierte D2-Rezeptor-Ligandenbindung: Hypoaktivität im frontalen Kortex --> Negativsymptomatik
*Verstärkte Bindung: Hyperaktivität im limbischen System --> Positivsymptome
- Hauptwirkung der Antipsychotika: Blockierung der D2-Rezeptoren, dadurch Reduktion der Positiv-Symptomatik
- Wirksamkeit: Number Needed To Treat to Benefit, NNTB 2-3
- Pharmakotherapie & Psychotherapie alleine haben nur kleine Effektestärken
- Kombination Pharmako- & Psychotherapie: große Effektstärke (0,9) - 18Ziele von Frühintervention bei schizophrener Ersterkrankung- Verkürzung der Dauer der Unbehandelten Psychose (DUP)
- Schneller Zugang zu phasenspezifischer Behandlung
- Intensive Behandlung während der „Critical Period“ (erste 3-5 Jahre) - 19Gelingende Frühintervention bei schizophrenen Patient_innen- Gemeindebasiertes multidisz. Team
- Niederschwelliges (auch aufsuchendes) Behandlungsangebot
- Kombination von Pharmakotherapie mit evidenzbasierter Psychotherapie - 20Grundlagen der Gesprächspsychotherapie- Aufgaben der Therapeut_innen:
*Hineinversetzen in den „inneren Bezugsrahmen“ des/der Klient_in
*Entwicklung von Verständnis aus diesem Bezgsrahmen heraus
*Unterstützung dabei, bisher implizite Erfahrungen und Bedeutungen zu identifizieren & zu symbolisieren
- Fokus auf das Hier & Jetzt
- Klient_in als
*zukunftsgerichtet
*Person mit Tendenz & Potential zu Wachstum
*Person mit Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeiten (existentialistisch)
- therapeutische Beziehung als „reale“, authentische Beziehung - 21Heilung durch Beziehung (Gesprächspsychotherapie)- „Beziehungstherapie“: Beziehung ist an sich die heilende Intervention
- Vertrauen in korrigierende Wirkung "realer", authentischer Beziehung
- konkretes Vorgehen wird aus Beziehung heraus entwickelt
- Klient_in als Hauptakteur_in der Veränderung
- Abstimmung des therapeutischen Vorgehens auf das Erleben der Klient_innen (vs. auf Symptome / Störungsbilder) --> keine Abfolge von Diagnose und Therapie - 22Therapieziel Persönlichkeitsentwicklung- Fokus:
*Veränderungen im Selbstkonzept
*Veränderung in Beziehung zu sich selbst
- Verhaltensänderungen als Konsequenzen der veränderten Beziehung zu sich selbst - 23Die „notwendigen und hinreichenden Bedingungen für Persönlichkeits-entwicklung durch Psychotherapie“ nach Rogers (1957, 1959)1. Therapeut/Klien im „psychologischen", bewussten Kontakt zueinander
2. Klient_in im Zustand der „Inkongruenz“ (Fassade)
3. Therapeut_in ist „kongruent“
4. Therapeut_in erlebt Klient_in gegenüber „bedingungslose Wertschätzung“
5. Verstehen des inneren Bezugsrahmens der Klient_innen durch „einfühlendes Verstehen“ (Empathie)
6. Verwirklichung im Erleben des_der Klient_in: Mitteilung Empathie + Wertschätzung muss bei ihm/ihr ankommen - 24Kongruenz (Gesprächspsychotherapie)= in der Beziehung zum anderen mit sich selbst eins sein
--> gegenwärtiges „Erleben“ stimmt überein mit „Selbst-Bewusstsein“ - 25Bedingungslose Wertschätzung (Gesprächspsychotherapie)-an keine spezifischen Bedingungen oder Forderungen gebunden
- Sich-Sorgen um eine Person, während man sie gleichzeitig eigenständig sein lässt, mit eigenen Gefühlen/Erfahrungen
- nie vollständig erreichbar - 26Empathie („einfühlendes Verstehen“) GesprächspsychotherapieVerstehen des inneren Bezugsrahmens der Klient_innen
--> Mitteilung, Nachfragen
--> ganzheitliches Hineinversetzen immer mit Als-Ob-Qualität
(Einfühlung vs. Identifikation)
- gemeinsame Annäherung an das Erleben des/der Klient_in
- große Behutsamkeit: Was kann Gegenüber zulassen/annehmen/ertragen? - 273 therapeutische Bedingungen (Gesprächspsychotherapie)„Kongruenz“
„bedingungslose Wertschätzung“
„Empathie“ - 28Empirische Befunde zur Wirksamkeit der GPT- nachgewiesen bei...
*affektiven Störungen
*Angststörungen
*Belastungsreaktionen und Belastungsstörungen
*Beziehungsstörungen
*Schizophrenie
*Persönlichkeitsstörungen
*psychischen Problemen im Zusammenhang mit lebensbedrohlichen und/oder chronischen somatischen Krankheiten (Krebs, HIV etc.) - 29Empirische Befunde zu Rogers Wirkannahmen- Qualität der therapeutischen Beziehung (aus Perspektive der Klient_innen) bester Prädiktor für Therapieerfolg
- Bedeutung der aktiven Beteiligung der Klient_innen am therap. Prozess
- Grawe (1988): GPT einzige Richtung, „die der Gestaltung einer guten Therapiebeziehung diejenige Beachtung schenkt, die ihr aufgrund ihrer nachgewiesenen Bedeutung für das Therapieergebnis zukommt“ - 30Grundlagen des Systemischen Ansatzes- familientherapeutische Ansätze mit humanist. / psychoanalytischer Orientierung
- strukturell-kybernetische Perspektive
- Perspektive der Selbstorganisation
- Konstruktivismus
- Narrative Perspektive - 31Grundlagen der Systemischen: familientherapeutische Ansätze- Mehrgenerationenmodell
(Stierlin, Psychoanalyse)
- Erlebnisorientierte Familientherapie (Satir, Whitaker, Humanist. Psy)
--> geht mittlerweile weit über Familientherapie heraus
--> ist ein Ansatz, kein Setting - 32Grundlagen der Systemischen: strukturell-kybernetische Perspektive- auch: Kybernetik 1. Ordnung
- Familien als regelgesteuerte Systeme
--> Struktur von außen objektiv erkennbar und gezielt veränderbar
- Normatives Modell: Vorstellungen eines „funktionalen“ Familiensystem, Pathologisierung von Familienstrukturen
- Suche nach Mustern in der aktuellen Interaktion der Familie
- Wichtiges Element: Zirkularität
- Beispiele
*Mailänder Modell (Palazzoli)
*Strukturelle Familientherapie (Minuchin)
*Strategische Familientherapie (Haley) - 33Grundbegriff der Systemischen: ZirkularitätFrage nach Ursache und Wirkung:
Jede Ursache ist die Wirkung einer vorherigen Ursache
--> Suche nach zirkulären Prozessen
statt nach linearen / kausalen Zusammenhängen - 34Grundlagen der Systemischen: Perspektive der Selbstorganisation- auch: Kybernetik 2. Ordnung
- Fokus: autonome Prozesse v. Systemen
- Selbstorganisationstheorie
- Vertrauen auf Selbstorganisations-prozesse des Systems
--> Therapeut_in soll diese anregen
- Begriff der Verstörung - 35Grundlagen der Systemischen: Selbstorganisationstheorie (Autopoiese)80er, entstanden aus Beobachtungen
in Chemie und Physik.
- Erkenntnisse:
*Lebende Systeme organisieren sich selbst
*sind nur begrenzt (und auch nicht gezielt) von außen beeinflussbar
*können unter bestimmten Kontextbedingungen aus sich selbst heraus neue Strukturen entwickeln - 36Grundbegriff der Systemischen: Verstörung= Unterbrechung eingefahrener, als nachteilig erlebte Muster
- durch Einbringen von neuen Ideen, nicht durch Kritik oder Bewertung als dysfunktional
- Phase der Instabilität (Chaos)
--> neuer Zustand
- neuer Ordnungszustand ist nicht vorhersagbar, nicht kontrolliert einleitbar - 37Grundlagen der Systemischen: Konstruktivismus- Welt wird durch Wahrnehmung erst „erschaffen“ (konstruiert)
- keine Realität unabhängig vom Beobachter
- Welten unterschiedlicher Menschen sind grundsätzlich verschieden
--> „Verstehen“ ist sehr unwahrscheinlich!
- dauerhafte, teilw. unbewusste Suche nach sinnvollen Mustern
- störende Details werden ignoriert - 38Systemisch-Konstruktivistische Therapie- keine objektiv „richtige“ Sichtweise
- immer mind. so viele Perspektiven auf ein Problem wie beteiligte Personen
- Therapeut_in konstruiert auch Realität
--> gleichberechtigt neben anderen Perspektiven, nicht zutreffender
- Verzicht auf normative Vorstellungen eines funktionierenden Familiensystems
- Ziel: Erzählungen dekonstruieren, Blick auf Alternativgeschichte lenken - 39Grundlagen der Systemischen: Narrative Perspektive- kommunikat., linguist. & sprachphil. Identitätskonstruktionsprozesse
--> Sozialer Konstruktionismus
- Wirklichkeit wird durch menschl. Kommunikation gesellschaft. konstruiert
--> Bedeutsamkeit der Sprache
- Realitäten werden in Kontexten & relevanten Systemen definiert
--> Gültigkeit von Begriffen, Geschichten, Wahrheiten in best. Kommunikations-gemeinschaften
- Einzelne Person ist auf Verhandlungen mit den Anderen angewiesen, um am Diskurs teilnehmen zu können
- Beispiele:
- konstruktive u. hilfreiche Dialoge nach Anderson & Goolishian
- Lösungsorientierte Kurzzeittherapie nach de Shazer - 40Krankheitsverständnis der Systemischen Therapie= Teil einer größeren Interaktion, an der Personen so sehr leiden, dass ihnen Krankheitswert zugeschrieben wird
≠ persönliches Merkmal eines Einzelnen
- Krankheit als soziale Konstruktion
--> Ergebnis gesellschaftlicher Entscheidungen darüber, was als krank angesehen werden solll und was nicht - 41Diagnostische Haltung der Systemischen Therapie- diagnostische Fragen dienen weniger Erhebung von individualpsychologischen Zustandsbildern
- Fokus:
* Beschreibung von familiären Kommunikationsabläufen
*Perspektiven und Erwartungshaltungen der Betroffenen - 42Grundlagen der Systemischen: Lösungsorientierung- Lösungsprozess = nicht linear, nicht gezielt beeinflussbar, unvorhersehbar
--> Keine Sicherheit, welches die "richtige" Intervention ist
- Zwischen Problem & Lösung muss kein direkter Zusammenhang bestehen
--> Lösungen ähnlicher als Probleme
(muss nicht wissen, wie Schloss gebaut ist, um es mit Schlüssel zu öffnen)
- Fokus auf Finden einer Lösung statt auf Bearbeiten des Problems
- Es ist möglich, Lösungen zu finden, ohne dass Berater_in das Problem kennt - 43Vorgehen lösungsorientierte Therapie- Orientierung in Gegenwart und Zukunft (nicht Vergangenheit)
*Belastung würdigen
*Klärung: Wer sieht was als Problem?
*Fokus auf Lösung
- Entwickeln einer möglichst präzisen Vision vom Zielzustand
- Suche nach Ausnahmen vom Problem
- Suche nach Ressourcen, die helfen, das Ziel zu erreichen
- Entwickeln und Ausprobieren erster Schritte in Richtung Ziel - 44Arten systemischer Fragen- Zirkuläre Fragen
- Wunder- und Zielfragen
- Ausnahmefragen
- Skalierungsfragen
- Copingfragen
- Fragen nach dominanten/
einengenden Narrationen
- Fragen zur "Verflüssigung"
von Eigenschaften - 45Zirkuläre Fragen (Systemische)Fragen nach kommunikativen Bedeutungen von Verhalten / Symptomen ("Was glauben Sie, wie Ihre Frau die Beziehung zwischen Ihnen und ihrer Mutter einschätzt?")
- 46Wunder- & Zielfragen (Systemische)Was wäre wenn sie morgen aufwachten und über Nacht wäre ein Wunder geschehen und ihr Problem wäre verschwunden? Woran würden Sie das merken? Was würden Sie anders machen?
- 47Ausnahmefragen (Systemische)Exploration von
"Inseln eines problemfreien
Erlebens im schlimmen Jetzt" - 48Fragen nach dominanten Narrationen (Systemische)Wer hat dir gesagt, dass du nicht attraktiv seist? Wie kam es dazu, dass du das geglaubt hast?
--> danach Suche nach alternativer Geschichte: Gab es auch jemanden, der dir erzählt hat, dass du attraktiv bist? Was müsste passieren, damit du das glaubst? - 49Fragen zur Verflüssigung von Eigenschaften (Systemische)Übersetzung von Eigenschaften, die anderen oder sich sebst zugeschrieben werden, in konkrete Verhaltensweisen
- 50Methoden der Systemischen Therapie- Systemische Fragen
- Familienbrett
- Aufstellungen
- Meta Mirror / Teilearbeit
- Genogramm - 51Aufgaben & Anforderung an den/die systemische Therapeut_in- Möglichkeitsraum vergrößern
- Achtung vor Selbstorganisation
- Neutralität
- Ressourcenorientierung
- Lösungsorientierung
- Auftragsorientierung - 52Was ist Psychoanalyse?- eine Erkenntnismethode unbewusster psychischer Prozesse
- eine Methode der Verarbeitung unbewusster psychischer Konflikte
- eine psychologische Wissenschaftstheorie des psychischen Lebens und Erlebens, vor allem deren unbewusster Anteile - 53Arten der psychoanalytischen Therapie- klassische Psychoanalyse
- Analytische Psychotherapie
- tiefenpsychologische fundierte Psychotherpaie - 54Klassische Psychoanalyse- Dauer: 3-5 Std. pro Woche, nicht begrenzt, i.d. Regel 2-4 Jahre
- Setting: Couch-Sessel-Arrangement
- Regression wird gefördert
- Fokus auf tief unbewusste infantile Konflikte & Übertragungen
- Ziel: Persönlichkeitsveränderung - 55Analytische Psychotherapie- Dauer: 2-3 Std. pro Woche, 200-300h
- Setting: Couch-Sessel-Arrangement
- Regression eher begrenzt
- Fokus auf reifere Abkömmlinge und Verarbeitungen infantiler Konflikte, Übertragungsneurose
- Ziel: Strukturelle Veränderungen
- Formen: Langzeitpsychotherapie, Fokaltherapie, Psychoanalytische Gruppentherapie - 56tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie- Dauer: 1-2 Std. pro Woche, 50-150/200h
- Setting: Face-to-Face
- Regression wird eingegrenzt
- Fokus: Verarbeitung unbewusster Konflikte in aktuellen Lebensumständen, insbesondere in gegenwärtigen interpersonellen Beziehungen, Manifestationen von Entwicklungsstörungen
- Übertragung nicht im Fokus
- Formen: Einzelpsychotherapie, interaktionelle Gruppentherapie, Psychoanalytische Paar- und Familientherapie - 572 Ebenen des Wortes "Tiefenpsychologie"- Topologische Bedeutung:
Unterscheidung zw. Bewusst/Unbewusst
- Genetische Bedeutung:
Frühkindliche Erfahrungen & Sinneseindrücke prägen spätere Verhaltensweisen - 58Ziele der psychoanalytischen Therapie- Bewusstwerden vormals unbewusster Motive und Affekte
- Aufheben v. Entwicklungshemmungen
- Integration vormals abgespaltener, verdrängter Selbstanteile
- Emanzipation von rigiden, introjizierten Objektbeziehungserfahrungen
- Herstellung einer bewussten Individualität
*Überwindung v Widerholungszwang *ertragen von Ambivalenzen
* Erringung von „Liebes- und Arbeitsfähigkeit“
- Gewinn von Selbstverantwortlichkeit, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl
- Mentalisierungs- & Empathiefähigkeit
- Entwicklung einer flexibleren Abwehr
- Frustrationstoleranz, Steuerungs-fähigkeit emot. Erlebnisinhalte
- Entwicklung einer selbstanalytischen Fähigkeit - 59Indikation von psychoanalytischer Therapie (interpersonell)- Eigenmotivation
- Ausreichende Belastbarkeit (Ich-Stärke)
- Fähigkeit zur therap. Ich-Spaltung
- Introspektionsfähigkeit
- Auf Handeln verzichten können
- Bereitschaft zur therap. Mitarbeit
- Einigermaßen stabile äußere Lebenssituation - 60Psychoanalytische Schulen- „klassisch“ Freudianische Psychoanalyse
- Neopsychoanalyse (Horn, Fromm etc.)
- Psychoanalyse nach Jaques Lacan
- Psychoanalytische Ich-Psychologie
- Psychoanalyt. Objektbeziehungstheorien
- Selbstpsychologie
- Analytische Psychologie nach C. G. Jung
- Individualpsychologie nach A. Adler
-Existential Psychotherapy (Frankl,Yalom)
- Intersubjektive Systemtheorie - 61Trieb-Psychologie= klassisch“ Freudianische Psychoanalyse
- Selbsterhaltungs- vs. Sexualtrieben
- Narzißmus / Ich- vs. Objektlibido
- Lebens- vs. Todestrieben - 62Ich-Psychologie- nach Anna Freud, Hartmann
- Fokus: Ich und seine Abwehrstruktur / Widerstandsstruktur des Ichs
- Ziel: Ich in Abwehr stärken, größere Flexibilität des Ichs in seiner Abwehr - 63Objektbeziehungstheorien- zentrale Aussage: Beziehungen, beginnend mit Mutter-Kind-Dyade beinhalten prägende, primäre Erfahrung
--> Grundlage für die Entwicklung individueller Identität
- Interpretation der Beziehungen (bewusst oder unbewusst) ist Basis, auf der spätere Beziehungen mit anderen verstanden werden
--> "Schicksal der verinnerlichten Beziehungserfahrungen"
- Wechsel von der Freudschen Ein-Personen-Psychologie hin zur Zwei-Personen-Psychologie (durch Interaktion entstandenes Unbewusstes) - 64Selbstpsychologie- nach H. Kohut
- Bedeutsamkeit der präödipalen Phase
- Wandel: Mensch statt in der Rolle des „schuldigen“ (Trieb/Abwehr, Freud) in der Rolle des „tragischen“ (Defekt/Defizit)
- Neurotische Störungen als Zeichen defizitärer Selbstentwicklung
- Wichtigkeit der narzisstischen Spiegelung und Anerkennung narzisstischer Bedürftigkeit zum Aufbau eines kohärenten, flexiblen Selbst
- Behandlungsfokus: Empathie und Introspektion zur Veränderung defizitärer Selbstrepräsentanzen - 65Tiefenpsychologische Forschung= Praxisforschung, Erfahrungswissenschaft, hermeneutische Wissenschaft
- keine Trennung zwischen Empirie und Praxis: Arbeit des Analytikers mit Analysanden (Einzelfallstudie oder zumindest starke Betonung der biographischen Perspektive)
- Keine Trennung zwischen Beobachter und Beobachteten, da beide sich wechselseitig beeinflussen - 66Grundregeln für psychoanalytische Therapeut_innen- Gleichschwebende Aufmerksamkeit
- Neutralität (Abstinenzregel)
- Kein Agieren
- Kein unmittelbarer Blickkontakt
- Festes Zeitlimit (45-50 Min.)
- Langzeittherapie - 67Grundregeln für Patient_innen in der psychoanalytischen Therapie- Freie Assoziation
- Möglichst kein Agieren
- Regressives Setting (Couch)
- Kein unmittelbarer Blickkontakt
- Bereitschaft zur Langzeittherapie - 68Psychoanalytische Grundbegriffe: Abwehr= Manifestierung von Widerstand gegen unbewusste, konfliktträchtige, verdrängte Anteile
- 69Psychoanalytische Grundbegriffe: Verdrängung= psychische Dynamik, unbewusste, seelische Strebungen werden vom Bewusstsein ferngehalten, verdrängt
- 70Psychoanalytische Grundbegriffe: Übertragung= Unbewusste affektive Einstellungen
dem Analytiker gegenüber
--> resultiert aus Erfahrungen früherer sozialer Umfelder
--> Frühkindliche Erfahrungen qua Übertragung wiederholt & reinszeniert
--> Bearbeitung wird so möglich - 71Psychoanalytische Grundbegriffe: Gegenübertragung- Gefühle, die durch Übertragungen im Analytiker wach werden
- Manifestation von vom Patienten verdrängten, projizierten Wünschen, Hoffnungen, Phantasien und Affekte
- Verbalisierung der Gefühle als Grundlage von Deutungen - 72Psychoanalytische Grundkonzepte: Übertragungsdeutungen= Verbaliserung des Geschehens in Übertragung/Gegenübertragung
- gewünschte Effekte: emotionale Veränderung von vormals verdrängten Erlebnis- und Erinnerungsinhalten
*Erkennung eines Sinnzusammenhanges
*Bruch des Widerholungszwanges
*Ermöglichung eines Neuanfangs - 73Pragmatischer Wahrheitsbegriff der Psychoanalyse- therapeutischer Effekt = Kriterium für die analytische Validität
- Wahrheit wird validiert durch seine praktischen Folgen - 74Konzeptualisierung psychischer Störungen (VT)- Probleme entstehen durch Bedeutung, die man Situationen gibt
--> Probleme = Folge „dysfunktionaler“ Kognitionen + damit einhergehender, operationalisierbarer „pathologischer“ Verhaltens- und Erlebensweisen
- Fokus auf Kontingenzen
= gegenwärtiger externaler & internaler Bedingungen, welche die Störung auslösen & aufrechterhalten
--> weniger auf hypothetische, frühe biografische „Ursachen“ - 75Typen kognitiver Prozesse (VT)- automatische Gedanken
- generalisierte Regeln
- generalisierte Glaubenssätze
- kognitive Schemata - 76Grundbegriffe der VT: kognitive Schemata= stabile Gedächtnisstrukturen, die Informationsverarbeitung beeinflussen
--> problemkonstituierende Schemata entstehen durch biografische Erlebnisverarbeitungen
--> logisch verbundene Verhaltensregeln & Glaubenssätzen
--> zu allgemein um direkt Interventionsziel zu sein - 77Beispiele für Sicherheitsverhalten (VT)- Unterdrückungsversuche bzgl. gefürchteter Symptome
- Verstecken gefürchteter Symptome
- Vorbeugung negativer Bewertung
- Verhaltenskontrolle (erhöhte Selbstaufmerksamkeit, Gedankenkontrolle) - 78Verhaltenstherapeutische Therapiestrategien- Herausarbeiten problem-konstituierender Kognitionen
- Testung der resultierenden Muster bzw. Sicherheitsstrategien
- Verhaltensexperimente
- Entwicklung alternativer „lösungsorientierter“ Kognitionen/ Einstellungen/ Verhaltensweisen
- Psychoedukation
- Sicherheitsverhalten herausarbeiten
- spezielle VT-Techniken (Baseline automat. Gedanken, Aktivitätsaufbau, ...)
- Schemata/interaktionelle Pläne
- Hausaufgaben - 79Grundbegriffe der VT: Verhaltensexperimente= Überprüfung der Gültigkeit symptomatischer Annahmen
--> Notwendigkeit, genau die Reaktionsmuster zu behandeln, die die Falsifizierung der Bedrohungshypothese verhindern (Sicherheitsverhalten)
--> Ziel: neue Erfahrung, Einleitung kognitiver, affektiver und physiologischer Veränderung - 80Grundbegriffe der VT: SORKC-Schema- Stimulus, Organismus, Reaktion, Kontingenz, Consequence
=„Explorationsschablone“
- Grundlage: operante Konditionierung
- ermöglicht untersch. Interpunktionen und Abstraktionsebenen
- Willkürlichkeit der Interpunktion?
--> daher: präzise Zielanalyse als Voraussetzung für angemessene Verhaltensdiagnostik & Therapieplanung
--> Festlegung der zu verändernden Krankheitsmuster - 81Explorationsregeln der Verhaltenstherapie- verhaltensorientiert denken
- naive Rolle
- keine Werturteile
- Konkretisierung und Präzisierung
- kontrolliertes Vorgehen
- Implikationen von Aussagen aufklären - 82Empfehlungen für KV-Therapeut_innen- Bevor Du Problem nicht plastisch vor Augen hast, weißt Du nicht, worum es geht! (Exploration, Verhaltensanalysen, Analyse automatischer Gedanken)
- primäres Ziel: Bewältigbarkeit der Anforderungen des realen Alltags
- Frühzeitigiger Einbezug der sozialen Umwelt des Patienten in die Therapie
- Patient ist kein Konsument, arbeitet aktiv mit (gemeinsame Zielsetzung, Hausaufgaben, Verhaltensexperimente) - 83Vergleich von Therapieverfahren: Metaanalyse von Smith (1980)- Problematische Punkte
*keine direkten Vergleichsstudien, nur Vergleich von mittleren Effektstärken
*Unzählige Konfundierungsfaktoren
- 84Vergleich von Therapieverfahren: Metaanalyse von Grawe (1995)-Analyse von direkten Vergleichsstudien
- Überlegenheit der VT vs. PA
ES(VT)=1.23 > ES (PA)=.83
- Überlegenheit der VT vs. GT
ES(VT)=1.82 > ES (GT)=1.21
- insg: Überlegenheit der bewältigungs-orientierten Therapieverfahren (VT & Systemische) vs. klärungsorientierte Verfahren (PA & GT)
- Keine Unterschiede innerhalb der bewältigungs- und klärungsorientierten Verfahren - 85Vergleich von Therapieverfahren: Metaanalyse von Wampold et al. (1997)- Analyse von 114 Vergleichsstudien
- gemittelter Unterschied über alle Vergleiche hinweg gleich 0
--> keine oder nur geringfügige Unterschiede zw. Therapieformen
- Dodo-Bird-Effect: „Everyone has won and all must have prizes.“ - 86WBP-Gutachten Gesprächspsychotherapie (1999)- theoret. fundiertes Therapieverfahren
- wissenschaftlich anerkannt für:
*Affektive Störungen
*Angststörungen
*Anpassungsstörungen
*somatische Krankheiten
- keine Empfehlung für Ausbildung zum PPT, da nicht für Mindestzahl von 5 der 12 Anwendungsbereiche bzw. für mind. 4 der klassischen Anwendungsbereiche als wissenschaftlich anerkannt - 87WBP-Gutachten Psychodynamische Verfahren- Wirksamkeits-Nachweis für 9 Bereiche:
*Affektive Störungen (F 3)
*Angststörungen (F 40-42)
*Belastungsstörungen (F 43)
*Dissoziative, Konversions- und somatoforme Störungen (F 44, 45, 48)
*Essstörungen (F 50)
*Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten (F 54)
*Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen (F 6)
*Abhängigkeit und Missbrauch (F 1, 55)
*Schizophrenie und wahnhafte Störungen (F 2)
- Anerkennung für Ausbildung zum Psycholog. Psychotherapeut - 88WBP-Gutachten Systemische Psychotherapie (2008)- wissenschaftlich anerkannt für:
*Affektive Störungen
*Essstörungen
*Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten
*Abhängigkeiten und Missbrauch *Schizophrenie und wahnhafte Störungen
--> Anerkennung für die Ausbildung zum PPT für Erwachsene - 89WBP-Gutachten Systemische Therapie für Kinder und Jugendliche- wissenschaftlich anerkannt für:
*Affektive und Belastungsstörungen
*Essstörungen und andere Verhaltens-auffälligkeiten mit körperl. Störungen
*Verhaltensstörungen mit Beginn in Kindheit und Jugend und Tic-Störungen
*Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Störungen der Impulskontrolle, Störungen der Geschlechtsidentität und Sexualstörungen, Abhängigkeit und Missbrauch, Schizophrenie und Wahnhafte Störungen
--> für Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten - 90WBP-Gutachten Kognitive Verhaltenstherapie- anerkannt für 10 Bereiche:
*Affektive Störungen (F3)
*Angststörungen (F40-42)
*Belastungsstörungen (F43)
*Dissoziative, Konversions- und somatoforme Störungen (F44, 45, 48)
*Essstörungen (F50)
*Andere Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen (F5)
*Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten (F54)
*Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen (F6)
*Abhängigkeiten und Missbrauch (F1, F55)
*Schizophrenie und wahnhafte Störungen (F2) - 91Was konstituiert das Geschlecht?- Gene
*Geschlechtsdeterminierung durch SRY-Gen auf dem Y-Chromosom
- Hormone
*Geschlechtsdifferenzierung durch TDF (SRY-ausgelöst)
*Entwicklung der inneren Genitalien (Wolffsche vs. Müllersche Gänge)
*Entwicklung der äußeren Genitalien
- Umwelt (soziale Konstruktion)
*soziales Geschlecht
*psychosexuelle Entwicklung - 92Merkmale der Geschlechtentwicklung beim Menschen- Komplexität
- bipotente anatomische Grundlage
- graduelle Ausprägungen
- typ. männliche Entwicklung aktiv, weibl. passiv (Eva-Prinzip/ weibl. Setup) - 93Gründe für untypische biologische Geschlechtsentwicklungen- chromosomale Mutationen
z.B. X oder XXY, Turner, Klinefelter
- genetische Mutationen
z.B. SRD5A2, codiert Enzym dast Testosteron in DHT umwandelt,
> 50 Mutationen bekannt
- Fehlfunktionen von Enzymen / Enzymrezeptoren o.ä. - 94Definition "Störungen der Geschlechtsentwicklung"= Angeborener Zustand, bei welchem das chromosomale, gonadale oder anatomische Geschlecht atypisch ist
--> alternative Bezeichnungen: disorders of sex development (DSD), Divers sexual development, Intersexualität - 95Die verschiedenen Dimensionen von Gender/Sex/Sexuality

- 96Disorders of sex development: AGS- Chromosomal XX
- Stoffwechselstörung mit Mangel an Cortisol/ Aldosteron
- erhöhte Androgenproduktion (Cortisol übernimmt keine Rückkopplung)
- u.a. Androgeneinfluss auf äußere Genitale (männliche Ausbildung) - 97Disorders of sex development: cAIS- Chromosomal: XY
- Androgeninsensivitätsstörung
- Veränderungen auf Genen, die den Androgenrezeptor codieren
- typisch weibliche phänotyp. Entwicklung
- innere Keimdrüsen (typ. männlich) mit entsprechendem Hormonspiegel
- Diagnosestellung durch Zufall oder bei Ausbleiben Pubertät/ Menstruation - 98Wann ist medizinische Behandlung indiziert bei dsd?- Salzverlust bei AGS (Lebensgefahr!)
-bei Beeinträchtigung des Flusses von Urin oder Menstruationsblut
- Schmerzen
- Tumorrisiko bei nicht typisch entwickelten Gonaden (Achtung!)
- ggf. Hormonbehandlung ( Pubertät, Osteoporose, Lidibo....) - 99Erwachsene mit dsd Epidemiologie- 12-59% haben psychische Einschränkungen
- eingeschränkte Quality of life im Bereich mental health
- ca. 50% unsicher im Sozialverhalten - 100Aufgabe der psychologischen Berater_innen bei Feststellung von dsd im Kindesalter- akzeptierende & stützende Versorgung
*Coping-Strategien
*Kommunikation
*Stärkung der familiären Ressourcen
- Vermittlerfunktion zwischen Ärzteteam & Familie
*Begleitung bei Diagnosemitteilung
*Vermittlung von med. Behandlungs-vorschlägen & Aufklärung über Folgen
- Vermittlung von Kontakten zu wohnortnahen, Psychotherapeuten, Sexualmedizinern, anderen Betroffenen, Selbsthilfegruppen - 101Themen in der Psychotherapie bei Menschen mit dsd- Erfahrungen von Stigmatisierung, Gefühl von Andersartigkeit
- „So wie ich bin bin ich falsch, ich darf niemanden sagen wie ich bin“
(Geheimnis vs. Privatsphäre)
- Probleme im Bereich der Beziehung/ Erotik/ Sexualität
- Psychische Belastung durch Infertilität
- Traumatisierende Erfahrungen (frühere Behandlung)
- Geschlechtsinkongruenz (trans)
- Krankheitsbewältigung (Coping)
- Sexuelle Funktionsstörungen - 102Suizidgefährdung Epidemiologie- Suizide 2013 bundesweit: 10.076
- Männer 7. 449 = 73,9%
- Frauen 2. 627 = 26,1%
--> Vergleich: Verkehrsunfalltote 3. 339
- Fast 600 junge Menschen unter 25 J.
- laut WHO betrifft jeder Suizid mindestens 6 weitere Menschen - 103Risikofaktoren Suizid- Geschlechtsidentität & Sex. Orientierung
- Schule: Stress Leistungsdruck, Bullying
- Psychische Erkrankungen
- Medien
- Selbstkonzept, Selbstwert, Identität
- Verlust von Freundschaften
- Familie: Klima, Konflikte, Missbrauch, Gewalt, Depression - 104Alarmzeichen für Suizidalität- Sozialer Rückzug/ Isolation
- Aggressiv-abwehrendes Verhalten
- Stimmungsschwankungen
- Selbstverletzendes Verhalten
- Verarmung Mimik/ Gestik
- Essstörung
- Drogenkonsum
- Leistungsveränderungen & Schulverweigerung
- Handlungen zur Vorbereitung
- Psychosomatische Symptome
- Verbale/ schriftl. Äußerungen/ Symbole - 105Notfallversorgung bei Suizidalität- setzt ein, wenn:
*Akute Bedrohung von Außen
*Konkrete Suizidgedanken/ -planungen
*Suizidversuch oder schwere Selbstverletzung mit körperl. Gefährdung
- nicht verabredungsfähig
- Schutzmaßnahmen im Vordergrund
- Krisenintervention nachgeordnet - 106Krisenintervention bei suizidalen Menschen- setzt ein wenn:
*Konkrete Suizidgedanken
*Verlust der Impulskontrolle
- verabredungsfähig
- zu beachten sind:
*Akute Bedrohlichkeit der Symptomatik
*Aktives Handeln des Therapeuten
*Einbezug des Umfeldes - 107spezifische Merkmale suizidaler Krisen im Jugendalter- Impulsivität
- Unmittelbar abhängig von Beziehungen
- Todeswunsch nicht im Vordergrund
- Ruhe-/ Rachewunsch - 108Gefahren bei der psycholog. Betreuung suizidaler Patient_innen (DONT´S)- Überfürsorge (mitagieren)
- Bagatellisierung
- Übermäßige Rettungsphantasien
- Beziehungsangebote, die nicht eingehalten werden können
- Beziehungsabbrüche
- Unstrukturiertes Vorgehen (den Blick für das Wesentliche verlieren) - 109Definition Psychoonkologie nach Sellschopp= Beratung, Begleitung & Behandlung von seelischen und sozialen Problemen von Krebspatienten in verschiedenen Phasen der Erkrankung, der Rehabilitation und des Sterbens
- Maßnahmen d. primären und sekundären Prävention
- Ziel:
*Förderung von selbstregulatorischer Kompetenz & Eigenkontrolle
*Unterstützung b. Krankheitsverarbeitung
*Verbesserung der Lebensqualität während / nach Krankheit - 110Definition Psychoonkologie nach S3-Richtlinie- Erleben, Verhalten, sozialen Ressourcen von Krebspatienten im Zusammenhang mit ihrer Krebserkrankung & Behandlung
- Forschungsauftrag: Untersuchung der Bedeutung psycholog.& sozialer Faktoren für Entstehung, Früherkennung, Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation, Nachsorge sowie gesamten Verlauf
- Umsetzung der Erkenntnisse in die Versorgung , einschl. Angehörige und soziales Umfeld - 111Ziele der Psychonkologie laut S3-Leitlinie- Behandlung psychischer/ sozialer Probleme und Funktionsstörungen im Kontext der Krebserkrankung
- Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung
- Stärkung sozialer Ressourcen
- Teilhabe ermöglichen
- Lebensqualität von Patienten und Angehörigen erhöhen - 112Psychoonkologische Forschungsthemen-Psychosoz. Faktoren bei Krebsentstehung
*Debatte um die Krebspersönlichkeit
*Stress und Coping
-Psychosoziale Faktoren und Krebsverlauf
*Verarbeitung der Diagnose
*Angst
*Coping& Compliance
*Soziale Unterstützung
- Lebensqualität
- Körperbild-/ Körperschemastörungen
- spezifische Indikationen für psychosoziale Interventionen
- Progredienzangst - 113Angebote der Psychoonkologie- Beratung
- Krisenintervention
- Gemeinsame Gespräche mit Behandlern
- Gespräche mit Familie / Angehörigen
- Im Übergang in die Nachsorge
*Fragen zum neuen Alltag, Körperbild, Thema Sexualität
*weitere psychologische Gespräche
*Information /Vermittlung an Selbsthilfe, Beratungsstellen, Psychotherapeuten - 114Psychoonkologie: Progredienzangst- Ängste sind Hauptbelastung von Krebspatient_innen
*vor der Ausbreitung der Erkrankung
*vor dem Wiederkehren von Symptomen
- keine pathologische Angst = keine psychische Störung!
- eine Form der Krankheitsverarbeitung
- angesichts ungewisser Zukunft angemessen - 115Grundbegriffe der GT: AktualisierungstendenzOrganismus innewohnende Tendenz zur Entwicklung all seiner Möglichkeiten, sodass sie der Erhaltung und Förderung des Organismus dienen
--> Tendenz der Selbstaktualisierung
= Aktualisierungstendenz des Menschen, sich selbst zu entwickeln/ entfalten - 116Grundbegriffe der GT: InkongruenzWiderspruch zw. aktualisiertem/ wahrgenommenen Selbst und tatsächlich organismischen Erfahrungen
--> im Selbst repräsentierte Welt unangemessen zur äußeren Umwelt
--> entsteht oft durch entgegengesetzte Bedürfnisse nach Selbstaktualisierung und positiver (Selbst-)beachtung - 117Grundbegriffe der GT: „Bedürfnis nach positiver Selbstbeachtung“Bedürfnis, wahrgenommen und geliebt zu werden, entsteht parallel zur Entwicklung des Selbst --> steht diesem gegenüber
- Individuum wird eigenes Gegenüber, das Erfahrungen danach bewertet, ob sie mit positiver (Selbst-)Beachtung verbunden sind (unabhängig von der Beachtung durch andere) - 118inhaltlicher Vergleich der Therapieverfahren

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- Klinische Psychologie FlashCards sobre Klinische Psychologie Sommersemester, criado por Imashuti em 05-07-2015.
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