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10. Klinische Psychologie: Ätiologie IV - Kognitionen und Stress
Flashcards do conjunto (31)
- 1Kognition und Stress: kognitiv-neurophysiologische Aspekte1. Aufmerksamkeitssteuerung: Reizselektion relevanter von irrelevanten Informationen,
durch modalitätsspezifische Vergleichsprozesse mit Gedächtnisinhalten
(bei mismatch Orientierungsreaktion, bei match Habituation)
signifikante Störungen des Aufmerksamkeitssystems unter anderem bei Schizophrenen
bzw. Hypervigilanz für Reize bei Phobien
2. Gedächtnisfunktionen:
Langzeitgedächtnis (Verstärkung synaptischer Verbindungen), Kurzzeitgedächtnis (Verbände gegenseitig erregender Zellen)
=> Neuroplatizität (z.B. Schmerz)
... Voraussetzung für den "Erwerb" psychischer Störungen durch Lernen und Konditionierung
Ausbildung pathogener Gedächtnisfunktionen
=> Trauma-, Sucht- oder Schmerzgedächtnis
3. Emotionen:
wesentliche Bewertungsfunktion bei Aufnahme, Verarbeitung, Speicherung und Abrufung von Informationen
mesolimbisches dopaminerges Belohnungssystem => Depressionen, Substanzstörungen - 2das GedächtnisGedächtnis:
1. spielt wesentliche Rolle bei Erwerb und Aufrechterhaltung psychischer Störungen
2. im impliziten Gedächtnis Erinnerungen der frühen Kindhet gespeichert
ABER im Erwachsenenalter nicht abrufbar!
=> Grund: implizite Informationen nicht kategorial codiert
... Stresshormone (frühe Traumata) können Gedächtnisprozess zusätzlich blockieren - 3Gedächtnisschaltkreise im limbischen SystemZwei Fasersysteme des limbischen Systems an der Einspeicherung episodischer Informationen beteilgt:
1. Papezscher Schaltkreis:
vermittelt Informationen neutralen Inhaltes
2. basolateraler Kreis:
Triade aus Amygdala, mediodorsalem Thalamus und Area subcallosa
=> für emotional-affektive Tönung von Gedächtnisinhalten verantwortlich
=> (maladaptive) Verknüpfung von Reizen aus episodischen Erinnerungen mit negativen Emotionen => mögliche Ursache/Trigger für psychische Störungen - 4psychophysiologische Aspekte: (3) Formen psychophysiologischer Reaktionsspezifitätgenerell: subjektives Erleben und messbare physiologische Reaktionen häufig dissoziiert (inkonsistente Interozeption)!
1. Individuumsspezifische Reaktionsmuster
2. Stimulusspezifische
Reaktionsmuster:
Tierphobien
Blut- oder Injektionsphobien
Agoraphobie mit Panikattacken
3. Störungsspezifische Reaktionsmuster - 5psychophysiologische Aspekte: Individuumsspezifische ReaktionsmusterIndividuelle Tendenz, auf Stressbelastung physiologisch in stets gleicher Weise zu reagieren => Spezifischer Risikofaktor für bestimmte Störungen oder Erkrankungen
(differentielle Vulnerabilität?) - 6psychophysiologische Aspekte: Stimulusspezifische Reaktionsmuster:spezifische Reizmerkmale rufen bestimmte physiologische Reaktionen hervor
z.B. physiologische Reaktionsmuster bei verschiedenen Angstreizen (völlig unterschiedlich!):
1. Tierphobien:
Sympathikushyperaktivität
=> Schwitzen, Herzratenanstieg, Vasokonstriktion peripherer und Vasodilatation muskulärer Gefäße
2. Blut- oder Injektionsphobien:
Blutdruck- und Herzratenanstieg
=> Brachykardie => Asystolie
=> drastischer Blutdruckabfall und Abnahme peripherer Durchblutung
=> Übelkeit, Erbrechen, Ohnmacht (unterschiedliche Störungsformen?)
3. Agoraphobie mit Panikattacken:
nur 60% subjektiv erlebter Panikattacken von entsprechenden physiologischen Reaktionen (wie Herzratenanstieg) begleitet - 7psychophysiologische Aspekte: Störungsspezifische Reaktionsmuster:cue reactivity, intensivere Orientierungsreaktion und arousal sowie verzögerte Habitutation bei Phobikern
abnorme Orientierungsreaktion bei Schizophrenen
) - 8StressStress = Reaktion des Organismus auf Bedrohung des inneren Gleichgewichts
drei Phasen:
1. Alarmreaktion
2. Widerstandsphase
3. Erschöpfungspahsee
biologische Funktion & Konsequenzen:
kurzfristig: Energiemoilisierung zur
Kampf-Flucht-Reaktion
langfristig (anhaltende Stressbelastung):
pathophysiologische Konsequenzen
Art und Ausmaß der Stressreaktion hängt von Stimuluscharakteristika ab:
Intensität und Dauer der Belastungssituation
=> bestimmte Ausprägung und Pathogenität der Stressreaktion (tier- und humanexperimentelle Befunde)
Life Events:
zeitliche Koinzidenz zwischen schwerwiegenden Lebensereignissen
=> Auftreten verschiedener Störungen
Art der anhaltenden Stressoren:
daily hazzles z.B. Leistungsanforderungen,
mobbing, Paarkonflikte
=> unterschiedliche
pathogene Potenz
(=Erkrankungswahrscheinlichkeit) - 9Stress und StörungStress kann
als Konsequenz einer Störung entstehen oder
ursächlich zur Entstehung von Störungen beitragen! - 10Stress als ursächliche Bedingung oder Risikofaktor für Entstehung und Verlauf psychischer StörungenGenetische oder erworbene
Vulnerabilität + akute Stressbelastung
=> Störungsentstehung - 11Stress als Folge von störungsbedingten Belastungenstörungsbedingte Belastungen:
1. Beschwerden, Symptome und Funktionseinschränkungen der Störung selbst
2. erforderliche diagnostische + therapeutische Maßnahmen
3. emotionale Belastungen (Bedrohlichkeit, Ungewissheit)
4. Beeinträchtigungen
im persönlichen und beruflichen Umfeld
(Aktivität, Mobilität) - 12Diathese-Stess-Modellangeborene oder erworbene Vulenrabilität (Diathese)
+
Stressor
(daily hazzles, kritisches Lebensereigniss, Trauma)
=> Entwicklung körperlicher oder psychischer Störungen
Zentrale Annahme:
zur Entwicklung einer Störung
sowohl Diathese als auch Stress erforderlich - 13Arten von Stressoren: TraumataTraumata:
1. spezifische Klasse kritischer Lebensereignisse
(Naturkatastrophen,
technische Katastrophen, Gewaltverbrechen, sonstige lebensbedrohliche Ereignisse)
2. extreme Belastungserfahrung
3. Ereignis hoher Intensität mit gleichzeitiger fehlender adäquater Bewältigungsmöglichkeit und Überlastung der Anpassungskapazität des Individuums
4. schwer bis gar nicht kontrollierbar
5. meist keine Vorhersagbarkeit
6. Assoziation mit Tod, Androhung des Todes, schwerer Verletzung oder anderer Bedrohung der körperlichen Integrität
7. Bedrohung muss nicht am eigenen Körper erlebt werden, um traumatisch zu sein
8. Opfer sind Mehrfachbelastungen, Belastungsfolgen und Viktimisierung ausgesetzt - 14Kritische Lebensereignisse (LE)1. Abgrenzung zu chronischen und Alltagsstressoren: "life-events" (LE) Ereignisse im biografischen Erlebensstrom, die folgende 3 Kriterien erfüllen (Filipp 1990):
Raum-zeitlich, datier- und lokalisierbar
erfodern qualitativ-strukturelle Neurorientierung
mit nachhaltigeren Emotionen (zumindest mittlere Adaptionszeit) assoziiert
2. Normative (vorhersehbare "Entwicklungsaufgaben") vs.
nicht-normative Lebensereignisse (plötzlich und nicht vorhersehbar)
3. positive vs. negative
Lebensereignisse => beide erfordern Adaptionsleistung - 15(7) Dimensionen kritischer Lebensereignisse (Lazarus, Folkman, 1984)Dimensionen kritischer Lebensereignisse:
1. Intensität/Dauer:
raumzeitlich datier- und lokalisierbar, hohe Intensität
2. Kumulation:
gleichzeitiges oder sequentielles auftreten verschiedener Lebensereignisse
Auswirkungen: unabhängig, additiv, multiplikativ oder kompensativ
3. Ausmaß der Wiederanpassung:
qualitativ-strukturelle Neuorganisation des Person-Umwelt-Gefüges,
mittlere bis längere Adaptionszeit, höherer Adaptionsaufwand als bei Alltagsstressoren
4. Vorhersagbarkeit:
normativ => aufgrund biologischer oder kultureller Grundlage vorhersehbar;
nicht normativ => plötzliche und unvorhersehbare Ereignisse
(präventive Anpassung und vorbereitende Bewältigung
nicht möglich)
5. Neuheit/Unkenntnis:
neue-Coping Strategien müssen erworben oder
bisher angewandte modifiziert werden
6. Ambiguität:
Mehrdeutigkeit der Ereignisse => schwer zu integrieren => Belastung
7. Kontrollierbarkeit
je größer das Gefühl von Kontrollverlust, desto belastender das Ereignis - 16(5) hypothetische Zusammenhänge zwischen Stress (LE) und Störungsentstehung1. Ursache:
LE-Stressoren sind notwendige
+ hinreichende Bedingungen zur Entstehung des Problems
2. Teilursache/KO-Determinante:
Störung entsteht nur, wenn zusätzlich
zu Stress noch andere Faktoren wirksam
3. moderierende Wirkung:
vorhandene Störungsbedingung wird intensiviert
4. auslösende Wirkung:
z.B. letzter Faktor in Reihe anderer Einflussgrößen ("Trigger")
5. störungsprotektive Funktion:
Ereignis führt zur Intensivierung personaler und sozialer Ressorcen - 17Auswirkungen unterschiedlicher Stressarten1. traumatischer Stress:
Extreme Belastungserfahrungen
(Unfälle, Kriegs-/Gewalterfahrungen)
=> Überlastung der Anpassungskapazität
des Individuums
extreme Variationsbreite an Reaktionen: Erfolgreiche Verarbeitung vs. psychische Störung (PTBS)
2. Mikrostressoren (Alltagsbelastungen):
Beeinträchtigung des Wohlbefindens (Befindungstrübungen: bedrohlich, kränkend, verlustbezogen, frustrierend)
Alltagsbelastungen können
Effekte größerer oder chronischer Belastungen verstärken
3. Chronische Belastungen:
längerdauernde Belastungen bzw. Folgen diskreter Ereignisse
(z.B. langanhaltende Scheidungsbelastung)
=> massive Beeinträchtigung in Gesundheit und Befinden - 18Stress-Strörungs-Zusammenhang1. chronische Aktivierung des
Stress-Systems (hyperaktive HPA-Achse)
=> körperliche Erkankung und/oder psychische Störungen
2. chronisch erhöhtes Cortisol-Level
=> möglichwerweise Zellzerstörung im Hippocampus (Beleg: verkleinerte Areale bei Langzeitdepressiven)
=> wahrscheinlich depressionsfördernd (weil durch geringe Neuronenzahl Serotonin-/Noradrenalinmangel verstärkt) - 19Diathese-Stress-Modell der Störungsentstehung (detail)1. erbliche Disposition
(= Serotonin-/Noradrenalinstoffwechsel gestört oder Hyperreagibilität der HPA-Achse) wichtige Voraussetzung, ABER: allein nicht störungsauslösend
2. Vulnerabilität
möglicherweise durch biografische Einflüsse (z.B. frühe traumatische Lebenserfahrungen oder belastende Lebensbedingungen wie Vernachlässigung) weiter erhöht:
anhaltender Stress => Aktivität der CRF-Zellen langfristig erhöht
=> Sensitivierung => dauerhaft erhöhte Vulnerabilität
3. Überempfindlichkeit der CRF-Neurone persistiert bis ins Erachsenenalter
=> schon geringe Stressoren bzw. Belastungen => lösen Hormonkaskaden aus => blockieren Informationsverarbeitung und Hirnfunktionen => können psychische Störungen auslösen
4. in Tierversuchen bestätigt:
Ratten und Affen mit frühen Deprivationserfahrungen => als adulte Tiere erhöhte CRF-Werte + depressives Verhalten;
durch SSRI kompensierbar
ungeklärt:
CRF-Level chronisch erhöht
=> lebenslange Anfälligkeit für psychische Störungen? - 20Kognitiv-neurophysiologische Aspekte: AufmerksamkeitssteuerungAufmerksamkeitssteuerung:
Reizselektion relevanter von irrelevanten Informationen,
durch modalitätsspezifische Vergleichsprozesse mit Gedächtnisinhalten
(bei mismatch => Orientierungsreaktion, bei match => Habituation)
signifikante Störungen des Aufmerksamkeitssystems unter anderem bei Schizophrenen
bzw. Hypervigilanz für Reize bei Phobien - 21Kognitiv-neurophysiologische Aspekte: GedächtnisfunktionenGedächtnisfunktionen:
Langzeitgedächtnis (Verstärkung synaptischer Verbindungen), Kurzzeitgedächtnis (Verbände gegenseitig erregender Zellen)
=> Neuroplatizität (z.B. Schmerz)
... Voraussetzung für den "Erwerb" psychischer Störungen durch Lernen und Konditionierung
Ausbildung pathogener Gedächtnisfunktionen
=> Trauma-, Sucht- oder Schmerzgedächtnis - 22Kognitiv-neurophysiologische Aspekte: EmotionenEmotionen:
wesentliche Bewertungsfunktion bei Aufnahme, Verarbeitung, Speicherung und Abrufung von Informationen
mesolimbisches dopaminerges Belohnungssystem => Depressionen, Substanzstörungen - 23Stress: drei Phasen1. Alarmreaktion
2. Widerstandsphase
3. Erschöpfungspahse - 24Stress: biologische Funktion und Konsequenzenkurzfristig: Energiemobilisierung zur
Kampf-Flucht-Reaktion
langfristig (anhaltende Stressbelastung):
pathophysiologische Konsequenzen - 25Art und Ausmaß der Stressreaktionhängt von Stimuluscharakteristika ab:
1. Intensität und Dauer der Belastungssituation
=> bestimmte Ausprägung und Pathogenität der Stressreaktion (tier- und humanexperimentelle Befunde)
2. Life Events:
zeitliche Koinzidenz zwischen schwerwiegenden Lebensereignissen
=> Auftreten verschiedener Störungen
3. Art der anhaltenden Stressoren:
daily hazzles z.B. Leistungsanforderungen,
mobbing, Paarkonflikte
=> unterschiedliche
pathogene Potenz
(= Erkrankungswahrscheinlichkeit) - 26Diathesekonstitutionelle Disposition für eine körperliche Krankheit oder psychische Störung
auch jegliche Tendenz oder Neigung eines Menschen, in besonderer Weise auf Belastungen zu reagieren - 27Auswirkungen unterschiedlicher Stressarten: traumatischer StressExtreme Belastungserfahrungen
(Unfälle, Kriegs-/Gewalterfahrungen)
=> Überlastung der Anpassungskapazität
des Individuums
extreme Variationsbreite an Reaktionen: Erfolgreiche Verarbeitung vs. psychische Störung (PTBS) - 28Auswirkungen unterschiedlicher Stressarten: Mikrostressoren (Alltagsbelastungen)Beeinträchtigung des Wohlbefindens (Befindungstrübungen: bedrohlich, kränkend, verlustbezogen, frustrierend)
können Effekte größerer oder chronischer Belastungen verstärken - 29Auswirkungen unterschiedlicher Stressarten: chronische Belastungenlängerdauernde Belastungen
bzw. Folgen diskreter Ereignisse
(z.B. langanhaltende Scheidungsbelastung)
=> massive Beeinträchtigung in Gesundheit und Befinden - 30Auf welche Weise führen "normale" Stressreaktionen zu Ausbildung (dauerhafter) psychischer Störungen? Beispiel: DepressionAnnahme:
Depressionen = unangepasste Stressreaktionen
... führen zu (dauerhaften) Veränderungen im Transmittersystem des Gehirns:
1. Noradrenalin (Katecholamin-) Hypothese:
depressiver Zustand = zu wenig Neurotransmitter
manischer Zustand = zu viele Neurotransmitter
2. Serotonin Hypothese:
übermäßige Erschöpfung der Serotoninmenge
3. Transmitterstörung letzlich Ausdruck molekularer Basisstörung:
durch molekulargenetische Prozesse
=> gesteigerte Genexpression im Zusammenhang mit HPA-Achse;
Veränderungen können angeboren (Genetik) oder erworben (Läsion, Trauma) sein - 31Stress-Strörungs-Zusammenhang: Belege bei depressiven Patienten1. Cortisolspiegel in Urin, Blut und Liquor massiv erhöht
2. vergrößerte Nebenniere und Hypophyse
3. erhöhte Anzahl von CRF-produzierenden (CRF = Corticotropin-Releasing Faktor) Neuronen im Hypothalamus
+ gesteigerte Aktivität des CRF-Gens
=> CRF-Produktion jeder einzelnen Zelle deutlich erhöht!
4. bei Behandlung mit Psychopharmaka gehen Werte zurück!
5. im Tierversuch:
depressive Symptomatik durch Einbringen von CRF ins Gehirn produzierbar!
Informações
- Descrição
- Bachelor Klinische Psychologie FlashCards sobre 10. Klinische Psychologie: Ätiologie IV - Kognitionen und Stress, criado por arne.doebler em 26-01-2016.
- Criado por
- arne.doebler
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