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Bm14
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Fragen in diesem Quiz (48)
1Die Vorlesung und einige der zugrundeliegenden Veröffentlichungen gehen von einem bestimmten Verständnis der „vergleichenden Schul- und Bildungsforschung“ aus. Demnach ist solches „Vergleichen“
- Aeine analytische Zuspitzung.
- Beine Grundlage aller Pädagogik.
- Ceine seit dem frühen 19. Jahrhundert entstandene Forschungsrichtung.
- Deine selbständige Teildisziplin der Erziehungswissenschaft.
- Eeine spezielle Forschungsmethode.
2Seit wann ist der Vergleich regelmäßiger Bestandteil theoretischer Auseinandersetzungen mit Pädagogik?
- ASeit der Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht im 19. Jahrhundert.
- BSeit der Entdeckung der „neuen Welt“ zu Beginn der Neuzeit.
- CSeit der Etablierung der Nationalstaaten um 1800.
- DSeit der konfessionellen Differenzierung des Schulwesens nach dem Augsburger Religionsfrieden (1555)
- ESeit deren Anfängen in der Antike
3Eine der ersten weltweit erfolgreichen Schulreformbewegungen war laut Vorlesung und einigen Texten der sogenannte „wechselseitige Unterricht“ (Monitorial Instruction). Warum wurde diese Methode auf Deutsch „wechselseitig“ genannt?
- ADie „Wechselwirkung“ (Humboldt) von Ich und Welt stand im Zentrum des Unterrichts.
- BFortgeschrittene Schülerinnen und Schüler sollten die jeweils
Nachkommenden unterrichten - CLehrende und Lernende sollten wechselseitig von einander lernen.
- DStatt einer starren Sitzordnung sollten die Schülerinnen und Schüler immer
wieder ihre Plätze wechselseitig tauschen. - EVerschiedene Lehrkräfte sollten abwechselnd unterrichten.
4Erfunden wurde der „wechselseitige Unterricht“ für wenig ausgebildete Lehrkräfte in großen Schulen. Warum war der „wechselseitige Unterricht“ anfangs aber auch unter gut ausgebildeten Lehrkräften selbst in kleinen Landschulen besonders populär?
- ADie Methode brachte eine erhebliche Arbeitserleichterung mit sich.
- BDie Methode erlaubte eine eigenständige Profilierung als Profession.
- CDie Schülerinnen und Schüler lieferten signifikant bessere Schulleistungen.
- DMit der Methode zu unterrichten machte mehr Spaß.
- EPestalozzi hatte die Methode speziell für Landschulen empfohlen.
5Was macht den „wechselseitigen Unterricht“ für eine international vergleichende Schul- und Bildungsforschung bis hin zu PISA so interessant? Man kann an diesem Beispiel untersuchen ...
- A... warum politische Eingriffe dem Schulbetrieb schaden.
- B... wie resistent Schulen und Lehrkräfte schon früher gegen Schulreformen
waren - C... wie durch forschungsbasiertes Wissen Schulen verbessert werden können.
- D... wie die gleichen Leistungsanforderungen in verschiedenen Ländern unterschiedlich erfüllt werden.
- E... wie unterschiedlich verschiedene Schulkulturen auf den Import gleicher Vorbilder reagieren.
6Je mehr sich in einem Land eine eigenständige Lehrerbildung und Lehrpläne als Instrument der Bildungsverwaltung durchsetzten, um so mehr wehrten sich die Lehrkräfte gegen den „wechselseitigen Unterricht“ als Unterrichtsmethode. Warum?
- ADie Lehrkräfte durften jetzt selbst entscheiden, was in der Schule unterrichtet werden sollte.
- BDie neuen Lehrplaninhalte ließen sich mit der Methode nicht vermitteln..
- CDurch die bessere Lehrerversorgung und die Lehrpläne war es jetzt möglich,
stattdessen altersgerechte Jahrgangsklassen zu bilden. - DSie bekämpfen die Methode als unzulässigen Eingriff in ihre professionellen Entscheidungen (Methodenfreiheit)
- ESie verfügten inzwischen über effektivere Unterrichtsmethoden.
7Im 19. Jahrhundert setzten sich unterschiedliche Notensysteme (Ziffern, Buchstaben, Leistungsniveaus) als Regelform der schulischen Leistungsbewertung durch. Warum?
- ADurch Noten konnten Schulleistungen genauer beschrieben werden.
- BMit Noten konnten die Schülerinnen und Schüler besser motiviert werden.
- CMit Noten ließen sich Bewertungen und Entscheidungen einfacher kommunizieren.
- DNoten erleichterten den Lehrkräften die Arbeit.
- ENoten waren gerechter als vorher gebräuchliche Leistungsbeschreibungen
8In verschiedenen Zusammenhängen wurde das internationale Vergleichsprojekt „Didaktik Meets Curriculum“ angesprochen. Worum ging es in diesem Projekt?
- ADen dialogischen Vergleich unterschiedlicher Traditionen zur Bestimmung der Aufgaben und Inhalte der Schule.
- BDen empirischen Vergleich unterschiedlicher Unterrichtsergebnisse.
- CDen schulpraktischen Vergleich unterschiedlicher Unterrichtsmethoden.
- DDen systematischen Vergleich unterschiedlicher Schulstrukturen.
- EDen wissenschaftstheoretischen Vergleich unterschiedlicher Lehrplantheorien.
9Was war den dortigen Analysen zufolge im 19. und 20. Jahrhundert in vielen Ländern entscheidend für die Durchsetzung der „Didaktik“ als vorherrschender Form der professionellen Auseinandersetzung mit Unterricht?
- ADie Säkularisierung der Schulaufsicht.
- BDie Gliederung des Schulwesens.
- CDie Einführung staatlicher Lehrpläne.
10In einem der zur Vorlesung bereitgestellten Texte (Restrained Teaching) werden Grundannahmen herausgearbeitet, die konstitutiv für die (bildungstheoretische) „Didaktik“ sind. Welche der folgenden gehört nicht dazu?
- ABildung als Hauptzweck des Unterrichts.
- BDie Autonomie der Schule
- CDie Anatomie des Lernen
- DFreiheit des Lernen
11Der Umfang der Beschulung aller Schülerinnen und Schüler in der gleichen Schulform variiert international erheblich. Je nach Land setzt nach vier oder mehr Jahren Elementarschule eine Gliederung in unterschiedliche Schultypen ein oder es bleibt bis zum Ende der Pflichtschulzeit bei einer einzigen Schulform (Gesamtschule). Unstreitig spiegeln frühe Aufteilungen auf unterschiedliche Schultypen weitgehend mitgebrachte soziale Ungleichheiten. Wie verhält sich das den vorgelegten Analysen nach in Gesamtschulsystemen?
- ADa alle denselben Schultyp besuchen, spielt in der Regel mitgebrachte soziale Ungleichheit in der Schule keine Rolle.
- BGesamtschulsysteme entwickeln in der Regel andere Formen der Binnen-
differenzierung, die im Ergebnis ähnlich wie die Aufteilung durch Schultypen
wirken. - CGesamtschulsysteme vermindern in der Regel die Folgen mitgebrachter sozialer Ungleichheit.
- DGesamtschulsysteme verstärken in der Regel die Wirksamkeit mitgebrachter sozialer Ungleichheit.
12Bezogen auf die Schulentwicklung der letzten Jahrzehnte ist in einem Beitrag vom „Equity-Paradox“ die Rede. Worum geht es dabei? .
- AJe weniger eine Schule oder Schulart herkunftsbedingte Unterschiede berücksichtigt, umso mehr sorgt sie für Chancengleichheit.
- BJe weniger eine Schule oder Schulart herkunftsbedingte Unterschiede
berücksichtigt, umso mehr sorgt sie für ungleiche Chancen - CWenn alle Schülerinnen und Schüler die gleiche Schulart (z.B. Gesamtschule)
besuchen, ergibt sich mehr Chancengleichheit. - DWenn alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Leistungsanforderungen bekommen (z.B. durch nationale Bildungsstandards), ergibt sich auch mehr Chancengleichheit.
13Wie in diesem Beitrag erwähnt, galt in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts als Faustregel, dass in Schulsystemen wie denen Österreichs und Deutschlands die geringsten Chancen auf Schulerfolg ein „katholisches Arbeitermädel vom Lande“ hatte. Was hat sich seitdem wenig geändert?
- AAlle vier Faktoren sind genauso bedeutsam wie früher.
- BDer Einfluss der regionalen Herkunft (Land/Stadt).
- CDer Einfluss der Religion (katholisch/evangelisch).
- DDer Einfluss der sozialen Herkunft (Unterschicht/Oberschicht).
- EDer Einfluss des Geschlechts (Mädchen/Buben).
14 In mehreren Beiträgen ist von einer Umstellung von „Verortung“ (Management of Placements) zur „Vermessung“ (Management of Expectations) in den sozialen Dienstleistungssystemen die Rede. Was wird damit beschrieben?
- ADer Abbau von Standesprivilegien zugunsten individueller Eigenverantwortung
- BDer Übergang von einer Angebots-Steuerung (Input) zu einer Nachfrage-
Steuerung (Output) öffentlicher Dienstleistungen. - CDer Übergang von institutionellen Gesamtlösungen zu kalkulierbaren Interventionsprogrammen.
- DDie Privatisierung öffentlicher Einrichtungen.
15In einem der zur Lehrveranstaltung zur Verfügung gestellten Texte werden drei Formen dieser Umstellung in verschiedenen Schulsystemen mit den Schlagworten „No Child Left Behind“, „No School Left Behind“ und „No State Left Behind“ beschrieben. Welcher dieser Strategien folgt Österreich bislang hauptsächlich?
- AEiner Mischung aus allen dreien – wir machen alles nach!
- BKeiner von diesen – soweit sind wir noch nicht!
- CNo Child Left Behind – Kein Kind soll zurückbleiben!
- DNo State Left Behind – Österreich muss im globalen Wettbewerb bestehen!
- ENo School Left Behind – Jede Schule soll eine gute Schule sein!
16PISA hat international wesentlich zur Beschleunigung dieses Umstellungsprozesses beigetragen. Was misst dieser Test tatsächlich?
- ADen Erfolg der jeweiligen Bildungspolitik.
- BDie Ergebnisse des jeweiligen Unterrichts.
- CDie Qualität von Schulsystemen.
- DDie soziale Chancengleichheit in unterschiedlichen Ländern.
- EDie Verteilung ausgewählter Wissenselemente in einer Altersgruppe.
17Welche der folgenden Aussagen lässt sich dem in der Vorlesung und den Texten präsentierten Forschungsstand nach bestätigen?
- AEs gibt keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen PISA - Ergebnissen und
der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung eines Landes. - BDank PISA hat sich die Chancengleichheit in den westlichen Industrieländern nachhaltig verbessert.
- CIn PISA erfolgreiche Länder sind auch wirtschaftlich erfolgreicher.
- DLänder mit Gesamtschulsystemen sind in PISA durchweg erfolgreicher als
Länder mit gegliederten Schulsystemen. - EPISA misst die für künftige Chancen im Beruf entscheidenden Fähigkeiten.
- AEs gibt keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen PISA - Ergebnissen und
18Schon vor PISA habe ich in verschiedenen Veröffentlichungen darauf aufmerksam gemacht, dass solche Vergleiche auf einer Reihe von Vorannahmen beruhen, die zumindest fragwürdig sind. So setzt PISA zum Beispiel voraus, ...
- Adass allfällige Leistungsunterschiede allein der Schulqualität geschuldet sind.
- Bdass es eine universell gültige Ordnung des (Schul-)Wissens gibt.
- Cdass es keine bedeutsamen Unterschiede nach Geschlecht oder sozialer Herkunft gibt.
- Ddass man in der Schule lernen konnte, was es für den Test braucht.
- Edass nur ökonomisch verwertbares Wissen relevant ist.
19In einem zurzeit am Institut laufenden Projekt untersuchen wir die Umsetzung der „Neuen Mittelschule“ (NMS) in Niederösterreich. Welche der politischen Erwartungen an die neue Schulform haben wir bestätigen können?
- ADurch den Einsatz zusätzlicher Lehrkräfte (z.B. im sogenannten Team- Teaching) werden bessere Schulleistungen erzielt.
- BDurch die Abschaffung der Leistungsgruppen haben sich die Leistungsunterschiede in und zwischen Schulen vermindert.
- CDurch die NMS ergibt sich eine bessere Durchmischung von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher sozialer Herkunft.
- DDurch die NMS ist die Abwanderung von immer mehr Kindern in Richtung Gymnasium wenigstens im ländlichen Raum gestoppt worden.
- EDurch neue Formen des Unterrichtens haben sich vielerorts Schul- und Unterrichtsklima verbessert.
20In Österreich wird zurzeit über die Einrichtung einer einheitlichen Qualitätssicherung für alle Schulen nachgedacht, die durch fortlaufende Erhebung von Schulleistungen und relevanten Hintergrundvariablen (wie der sozialen Zusammensetzung) ermöglichen soll, gute und schlechte Lehrkräfte und Schulen zu identifizieren. Was ist dem referierten Forschungsstand über Erfahrungen aus anderen Ländern entsprechend aufgrund dessen zu erwarten?
- ADurch Aussieben schlechter Lehrkräfte und Schulen werden nach und nach die Schulleistungen ansteigen.
- BDurch solche Maßnahmen werden weder Leistungen, noch die Chancengleichheit nachhaltig verbessert.
- CKonkurrenz belebt das Geschäft: Lehrkräfte und Schulen werden sich mehr anstrengen, allen Schülern eine faire Chance zu geben.
- DNach den bisherigen Erfahrungen mit PISA und anderen Standardmessungen kann man davon ausgehen, dass die Ergebnisse in Österreich praktisch folgenlos bleiben werden.
- EÖsterreich wird sich innerhalb weniger Jahre deutlich in PISA verbessern.
21Die gegenwärtige LehrerInnenbildungsreform folgt in mehrfacher Hinsicht
internationalen Trends. Mit welcher bedeutenden Ausnahme?- AAkademisierung: Die Grundausbildung erfolgt nur noch an Einrichtungen, die
durch eigene Forschungsleistungen im jeweiligen Lehrgebiet ausgewiesen sind - BEntkoppelung: Die fachwissenschaftlichen und die pädagogischen Ausbildungsinhalte können zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten studiert werden.
- CFragmentierung: LehrerInnenbildung kann an verschiedenen Einrichtungen absolviert werden, solange die Zusammensetzung der Ausbildungsabschnitte den Vorschriften entspricht.
- DModularisierung – verschiedene Teile der LehrerInnenbildung können in selbständigen Teilabschnitten absolviert werden.
- EZertifizierung – die Zulassung zu einem bestimmten Lehrberuf hängt nicht vom Besuch einer bestimmten Einrichtung, sondern von der Zusammensetzung der erworbenen Teilqualifikationen ab.
- AAkademisierung: Die Grundausbildung erfolgt nur noch an Einrichtungen, die
22In der gegenwärtigen LehrerInnenbildungsreform versucht die österreichische Bildungspolitik einheitliche curriculare Anforderungen mithilfe verpflichtender Zusammenarbeit von Pädagogischen Hochschulen und Universitäten durchzusetzen, ohne dabei die zugrundeliegenden institutionellen Strukturen der einzelnen Anbieter zu verändern. Was ist der historisch - vergleichenden Lehrerbildungs- forschung nach im Ergebnis zu erwarten?
- ADie institutionellen Rahmenbedingungen sind nicht entscheidend: Auf die gemeinsamen Inhalte kommt es an.
- BDurch die Reform wird sich auf beiden Seiten nichts an den curricularen Inhalten und Anforderungen ändern.
- CDurch die Zusammenarbeit werden sich pädagogische und fachwissenschaftliche Qualität auf beiden Seiten angleichen
- DDurch die Zusammenarbeit wird es beiden Seiten möglich, ein gemeinsames Verständnis der Aufgaben der LehrerInnenbildung zu entwickeln.
- ETrotz Zusammenarbeit werden beide Seiten ihr jeweiliges Grundverständnis
der LehrerInnenbildung beibehalten
23Was veranlasst im Sinne der „stupid public policies“ Bildungspolitik immer wieder dazu, Entwicklungen anzukündigen, die dem Forschungsstand nach unwahrscheinlich oder gar unmöglich sind?
- ADas uneingelöste Gleichheitsversprechen
- BDer Druck der Medien.
- CDie Gutgläubigkeit vieler Wählerinnen und Wähler.
- DMangelnde Kenntnis der Forschung.
- EUnerschütterlicher Optimismus.
24Was haben Lehrkräfte (laut „Über Hochstapler und andere Pädagogen“) und die heutige Bildungspolitik (laut „Stupid Public Policies“) gemeinsam?
- ASie können einander nicht ausstehen.
- BSie sind aufeinander angewiesen.
- CSie sind eine Kraft, die stets das Gute will und das Böse schafft
- DSie spiegeln Verhältnisse vor, die es so nicht wirklich gibt
- ESie werden von der Öffentlichkeit verachtet.
25Die Vorlesung und einige der zugrundeliegenden Veröffentlichungen gehen von einem bestimmten Verständnis der „vergleichenden Schul- und Bildungsforschung“ aus. Demnach bezieht sich solches „Vergleichen“ immer auf ...
- AEmpirische Beobachtungen.
- BKontrollierte Experimente.
- CMessbare Hypothesen.
- DObjektive Merkmale.
- ESoziale Konstruktionen.
26Seit wann ist dieser Vergleich regelmäßiger Bestandteil politischer Auseinandersetzungen mit Pädagogik?
- ASeit der Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht im 19. Jahrhundert.
- BSeit der Entdeckung der „neuen Welt“ zu Beginn der Neuzeit.
- CSeit der Etablierung der Nationalstaaten um 1800.
- DSeit der konfessionellen Differenzierung des Schulwesens nach dem Augsburger Religionsfrieden (1555).
- ESeit deren Anfängen in der Antike.
27Heutzutage geschieht das meist unter dem Stichwort „Evidenz basierte Politik“
(evidence based policy making). Was soll demnach die Bildungspolitik bestimmen?- AGesellschaftliche Interessengegensätze.
- BInternationale Absprachen.
- CPolitische Präferenzen.
- DPraktische Erfahrungen.
- EWissenschaftliches Wissen.
28Gleichwohl werden auch heutzutage fortlaufend bildungspolitische Versprechen abgegeben, für die es keine tragfähige „Evidenz“ gibt („stupid public policies“). Worauf wird in der Vorlesung deren Zählebigkeit zurückgeführt?
- ADas kontrafaktische Gleichheitsversprechen.
- BDen fortdauernden Mangel an geeigneter Forschung.
- CDie chronische Unehrlichkeit der Politik.
- DDie offenkundige Unwissenheit der Beteiligten.
- EDie wachsende Komplexität der Fragestellungen.
29Einer der ersten weltweit einflussreichen Versuche, Schulleistungen standardisiert zu vergleichen, war der „wechselseitige Unterricht“ („Monitorial Instruction“). Was setzten solche Standardisierungen bis hin zu PISA mindestens voraus?
- A... dass Lehrkräfte überall die gleichen Ziele verfolgen.
- B... dass Lernen überall den gleichen Prinzipien folgt.
- C... dass Schule überall die gleiche Wirkung hat.
- D... dass Schulwissen überall die gleiche Bedeutung hat.
- E... dass Unterricht überall die gleichen Lernmöglichkeiten bietet.
30Noch älter als der „wechselseitige Unterricht“ war die Erfindung der Schulnoten als Mittel des Vergleichs. Von den Jesuiten seit der „ratio studiorum“ (1599) weltweit verbreitet setzten sie sich im 19. und 20. Jahrhundert als bevorzugtes Vergleichs- instrument durch. Was wird laut Vorlesung mit Noten summarisch verglichen?
- AWas man von Schülerinnen und Schülern im Leben erwarten darf.
- BWas Schülerinnen und Schüler im jeweiligen Schulfach wissen.
- CWelche Lernfortschritte individuell feststellbar sind.
- DWie Schülerinnen und Schüler sich im Unterricht bewährt haben.
- EZu welchen Leistungen der Unterricht Schülerinnen und Schüler befähigt.
31Was wird laut Vorlesung im Unterschied zu solchen Noten bei standardisierten Leistungsmessungen vom „wechselseitigen Unterricht“ bis hin zu PISA verglichen?
- ADer Erwerb künftig wichtiger Kompetenzen
- BDie Abrufbarkeit bestimmter Wissensbestände.
- CDie Qualität des Unterrichts.
- DWas die Schülerinnen und Schüler in der Schule gelernt haben.
- EWieviel die Schülerinnen und Schüler in der Schule gelernt haben.
32Vom „wechselseitigen Unterricht“ bis hin zu PISA werden allfällige Vergleiche gerne genutzt, „Evidenz basiert“ schulpolitische Konsequenzen zu fordern. Was kann die Politik aus den Vergleichsergebnissen lernen?
- AWelche Lehrerbildung bessere Ergebnisse erzielt.
- BWelche Rolle soziokulturelle Unterschiede für den schulischen Erfolg spielen.
- CWelche Schulsysteme besser als andere sind.
- DWelche Unterrichtsmethoden besser wirken.
- EWie unterschiedlich Vergleichsergebnisse interpretiert werden können.
33Worauf wird in der Vorlesung der gegenwärtige Einfluss von PISA und vergleichbaren Testsystemen zurückgeführt?
- AAuf den Einfluss neoliberaler Politik (OECD, Weltbank etc.).
- BAuf den katastrophalen Zustand des Schulwesens.
- CAuf die herausragende wissenschaftliche Qualität der Testsysteme.
- DAuf die Grenzen der bisherigen Steuerung gesellschaftlicher Probleme.
- EAuf die Marketingstrategien der Testindustrie.
34Dazu wurde in der Vorlesung und verschiedenen Texten beschrieben, wie unter- schiedlich soziale Systeme mit dieser Herausforderung umgehen („No child, no school, no state left behind“). Worauf werden diese Unterschiede zurückgeführt?
- AAuf unterschiedliche Bildungsideale.
- BAuf unterschiedliche Erfolge des bisherigen Schulwesens.
- CAuf unterschiedliche ökonomische Interessen.
- DAuf unterschiedliche parteipolitische Präferenzen.
- EAuf unterschiedliche Traditionen im Verständnis von Schule und Gesellschaft.
35Die historische Alternative zu standardisierten Schulleistungen sind Lehrpläne. Wie könnte man den Unterschied zwischen beiden laut Vorlesung treffend beschreiben?
- ADie Wirksamkeit von Bildungsstandards kann man messen, die von Lehrplänen nicht.
- BLehrpläne beschreiben den „Input“ (die Vorgaben),
Bildungsstandards messen den „Output“ (das Ergebnis) des Unterrichts. - CLehrpläne nehmen in Kauf, dass gleiche Inhalte zu unterschiedlichen Gehalten
(Schulleistungen) führen. - DLehrpläne gelten für Lehrkräfte, Bildungsstandards für Schülerinnen und Schüler.
- ELehrpläne sind unverbindlich, Bildungsstandards verbindlich.
36Historisch war mit der Durchsetzung staatlicher Lehrpläne seit dem Anfang des 19.
Jahrhunderts ein grundlegender Wandel in der Lehrerbildung verbunden. Welcher?- ADie Abschaffung konfessioneller Lehrerbildung.
- BDie Abtrennung der Lehrerbildung von der Schulpraxis.
- CDie Differenzierung der Lehrerbildung nach Schulfächern.
- DDie Durchsetzung der Didaktik als Spezifikum der Lehrerbildung.
- EDie Verlagerung der Lehrerbildung an Hochschulen.
37. Angenommen Sie wollen vergleichen, was in einem Schulfach früher oder andernorts unterrichtet wurde. Was könnten Sie dafür einem systematischen Vergleich der Lehrpläne entnehmen?
- ANichts
- BWas im Unterricht gelehrt wurde.
- Cwas im Unterricht gelernt werden soll
- DWas im Unterricht gelten soll
- EWas im Unterricht vorkommen konnte
38Mit der Durchsetzung von Leistungsstandards und einheitlichen Prüfungsformaten (wie Tests und Zentralmatura/-abitur) sind regelmäßig bestimmte Effekte verbunden. Was lässt sich dem Stand der Forschung nach erwarten?
- AAbbau regionaler Unterschiede.
- BDruck auf Schulen und Lehrkräfte.
- CHöhere Unterrichtsqualität.
- DMehr soziale Gerechtigkeit.
- ESteigende Leistungen.
39In der vergleichenden Schulforschung und in der Öffentlichkeit sind Vergleiche von Schulsystemen besonders populär. Welche der verbreiteten Annahmen zum Vergleich von Gesamtschulsystemen und gegliederten Schulsystemen (wie dem österreichischen) lässt sich laut Vorlesung und Texten empirisch bestätigen?
- AGegliederte Schulsysteme können besser Spitzenleistungen fördern.
- BGegliederte Schulsysteme spiegeln Begabungsunterschiede.
- CGesamtschulsysteme bieten mehr soziale Chancengleichheit.
- DGesamtschulsysteme erbringen durchweg höhere Schulleistungen
- EGesamtschulsysteme erzeugen funktional äquivalente interne Gliederungen.
40 Der Beitrag zum „Equity-Paradox“ greift das unerledigte Versprechen gleicher Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft auf. Welche Antwort gibt er darauf?
- AAndere Organisationsformen (Gesamtschulen, Ganztagsschulen) gleichen außerschulisch bestehende Ungleichheiten aus.
- BEinmal existierende Ungleichheiten bleiben immer gleich.
- CSchule hat keinen Einfluss auf Bildungschancen.
- DUngleichheiten lassen sich allenfalls durch ungleiche Beschulung vermindern.
41 Unter Verweis auf die ungleichen Bildungschancen verfolgt die Bildungspolitik der USA seit etwas mehr als einem Jahrzehnt die Politik des „No child left behind“. Was regelt das unter diesem Namen bekannt gewordene Gesetzeswerk?
- AEinheitliche Regeln für die Versetzung an Schulen.
- BQualitätsmaßstäbe für guten Unterricht.
- CRegeln für die schulische Inklusion von Kindern mit speziellem Bedarf.
- DSpezielle Förderprogramme für benachteiligte Kinder.
- EStandardisierte Anforderungen an die Entwicklung der Schulleistungen.
42Diese Politik wird inzwischen weltweit kopiert. Was lässt sich über deren bisherigen Folgen in den USA empirisch sagen?
- ASie führt zu besseren Platzierungen in internationalen Vergleichen wie PISA.
- BSie führt zu einer noch tieferen sozialen Fragmentierung des Schulsystems.
- CSie stärkt die Stellung der öffentlichen Schulen gegen über privaten Anbietern.
- DSie hat zur Integration von Kindern mit Lernbehinderungen beigetragen.
- ESie trägt zum Abbau sozialer Benachteiligungen bei.
43PISA hat international wesentlich zur Beschleunigung dieses Umstellungsprozesses beigetragen. Wofür steht die Abkürzung?
- AProgramme for Inclusive Student Acceleration.
- BProgramme for Integrated School Achievement.
- CProgramme for International School Assessment.
- DProgramme for International Student Assessment.
44Welche der folgenden Aussagen lässt sich dem in der Vorlesung und den Texten präsentierten Forschungsstand nach bestätigen?
- ADank PISA hat sich die soziale Chancengleichheit in den westlichen Industrieländern nachhaltig verbessert.
- BEs gibt keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen PISA - Ergebnissen und
der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung eines Landes. - CIn PISA erfolgreiche Länder sind auch wirtschaftlich erfolgreicher.
- DLänder mit Gesamtschulsystemen sind in PISA durchweg erfolgreicher als
Länder mit gegliederten Schulsystemen. - EPISA misst die für Chancen in Schule und Beruf entscheidenden Fähigkeiten.
45 In einem seit 2010 am Institut laufenden Projekt untersuchen wir die Umsetzung der „Neuen Mittelschule“ (NMS) in Niederösterreich. Deren Einführung war mit der Erwartung verbunden, mehr Chancengleichheit und höhere Schulleistungen zu erzielen. Nichts davon ist eingetreten. Woran liegt das laut unserer Forschung?
- ADie Lehrkräfte haben die Reform nur unzureichend umgesetzt.
- BDie niederösterreichische Landesregierung hat den Schulversuch sabotiert.
- CEs gab von vorneherein keine empirische Grundlage für solche Erwartungen.
- DGut Ding will Weile haben: Die Effekte werden schon noch eintreten.
- EOhne Einbeziehung der AHS-Unterstufen war das nicht zu erreichen.
46In Österreich wird zurzeit über die Einrichtung einer einheitlichen Qualitätssicherung für alle Schulen nachgedacht, die durch fortlaufende Messung von Schulleistungen und relevanten Hintergrundvariablen (wie der sozialen Zusammensetzung) ermöglichen soll, gute und schlechte Lehrkräfte zuverlässig zu unterscheiden.
Ist das dem referierten Forschungsstand nach möglich?- AEs kommt darauf an, wie differenziert die Schulleistungen erfasst werden.
- BJa: Wenn man die soziale Herkunft berücksichtigt, kann man abschätzen, was
durch gute Lehrkräfte erreicht werden kann. - CJa: Wenn man die Vorleistungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt, kann man messen, was sie durch die jeweilige Lehrkraft hinzugelernt haben.
- DNein: Da Schulleistungen von außerschulischen Bedingungen abhängen, kann man nie wissen, was die Lehrkraft dazu beiträgt.
- ENein: Jeder Unterricht ist einmalig und lässt sich durch Leistungsmessungen
nebst Hintergrundvariablen nie für den Einzelfall zuverlässig erklären.
47Was unterscheidet im Sinne Stephen Raudenbushs (Advancing Educational Policy by Advancing Research on Instruction) die Untersuchung von Unterrichtsverläufen von medizinisch-pharmazeutischen Kontrollgruppenexperimenten?
- APädagogische Wirkungen lassen sich nicht messen.
- BPädagogische Wirkungen sind individuell verschieden.
- CPädagogische Wirkungen sind mutifaktoriell.
- DPädagogische Wirkungen sind von sozialen Wirkungen abhängig.
- EUnterrichtsexperimente sind moralisch verwerflich.
48Zu guter Letzt noch eine Frage zur vergleichenden Forschung über Leistungs- messungen. Was kennzeichnet standardisierte Tests wie diesen demnach?
- ASie erfassen präziser das Wissen als offene Prüfungsformate.
- BSie sind fairer als individuelle Prüfungen.
- CSie sind leichter auszuwerten als andere Prüfungsformate.
- DSie sind objektiv, da sie für alle die gleiche Leistung messen.
- ESie sind sozial gerecht, da sie ohne Ansehen der Person erfolgen.
Informationen
- Beschreibung
- Pädagogik Quiz am Bm14, erstellt von Lisa Lebeda am 13/06/2017.
- Autor
- Lisa Lebeda
- Sprache
- Deutsch
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- Verlauf
- Erstellt am 13 Jun 2017 · aktualisiert am 18 Jun 2017
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