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Flashcards

Lehren und Lernen

Marlene D German 123 cards

Cards in this deck (123)

  1. 1Forschung "Lehren und Lernen" beschäftigt sich mit ...Vielschichtigkeit von Lernprozessen unter Einbezug neuester Forschungsergebnisse
    --> Konsequenzen für Unterricht ziehen!
  2. 2Herausforderungen für die Schule1. Gesellschaftlicher Wandel
    2. Wissenschaftliche Erkenntnisse
  3. 3Gesellschaftlicher Wandel (Schule muss mit Veränderungsdruck, Ungewissheiten umgehen)1. Globale Entwicklungen greifen in lokal gewachsene Lebenswelten ein
    2. Soziale, kulturelle, sprachliche, ... Diversität = Normalfall!
  4. 43. Problemfelder1. Effektivität als Leitmotiv für Schulsystem
    2. Lehrerinnenbildung im Umbruch
    3. Heterogenität (Herausforderung - Ressource)
  5. 5Effektivität als Leitmotiv für Schulsysteme Pisa & co. --> Effektivität an Schulen viel Aufmerksamkeit effektives Lehrerhandeln im Vordergrund! Unterricht erhält neue Legitimierung --> accountabilityPisa erlaubt Einblicke in Verfasstheit unterschiedlicher Schulsysteme.
    Durch komplexe Fragestellung und Gestaltung:
    1. Reproduktion von Wissen
    2. auch Verständnis und Problemlösefähigkeit!
  6. 6Kritik an PisaObjektivität
    Curricurale Validität
    Schulkultur
    Testfähigkeit
    Teaching to the test
    Gründe für Aufgaben nicht erfasst
    Momentaufnahme
  7. 7Richtiger Umgang mit Pisa1. Einfordern der Prozesshoheit der Lehrkräfte für Vermessung ihres eigenen professionellen Handlungsfeldes
    2. Jedes Ergebnis: gründlich auf seine Stichhaltigkeit zu überprüfen!
  8. 8Durch Formulierung von Standards: versucht, Komplexitätsreduktion von LuL. Guter Unterricht basiert auf Sensibilität von Lehrkräften für Bedürfnisse, Interessen & Möglichkeiten ihrer SuS. --> einigt sich auf Mindestziele, die SuS am Ende ihrer Pflichtschulzeit erreichen sollen!Dadurch gerät pädagogische Aufgabe, Bildung auf den Weg zu bringen, Lernen nicht als Erledigung zu verstehen, in den Hintergrund.
    Lernen braucht Verständnis von Fehlerkultur, Raum für Zögern & Staunen!
    soll nicht auf Erledigung ausgerichtet sein
  9. 9Fazit zu Standards und Kompetenzen?Ja zu Standards, aber nach Spielregeln der Profession!
    Ja zu Kompetenzen, aber als komplexe Kulturtechniken!
  10. 10Lehrerinnenbildung im UmbruchAufwertung der Praxisphasen
    engere Verbindung von Schule und Ausbildung
    --> mit Wissen in Schulpraxis anschlussfähig sein können & umgekehrt
  11. 11Wer darf Lehrer werden?Self-Assesment-Test + Eignungstest + Beratungsgespräch
    sollen kognitive, verbale Fähigkeiten, Belastbarkeit, Extrovertiertheit abfragen
    Sozialkompetenz von Relevanz!
  12. 12HETEROGENITÄT Diversität ist Folge von ...1. Globalisierung und Migration
    2. Individualisierungsprozesse
  13. 13Reaktionsmuster von Schulen1. Passiv: Fiktion des Standardschülers
    2. Selektiv: Aufnahme von SuS gesteuert
    3. Proaktiv: differenzierte Angebote
  14. 14J.F. Herbart: charakterisierte schon 1800 die "Verschiedenheit der Köpfe" als großes Problem des UnterrichtsE.C.Trapp:
    empfahl Unterricht auf Mittelköpfe zu kalkulieren
    (Ausrichtung auf Durchschnittsschüler beherrscht noch heute Logik des Schulsystems)
  15. 15keine Generallösung, Individualisieren als besondere Herausforderung Lehrer brauchen diagnostische Kompetenz, Beobachtungs- & Einfühlungsvermögen, classroom management, situation awarenessSuS brauchten hohe Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Eigenständigkeit, soziale Fähigkeit.
    KOMBINATION individualisierter Formen und stark gelenkten Formaten sinnvoll!
    Maßgeschneiderte & veränderte Rahmenbedingungen:
    Jahrgangsmischung, peer learning, individuelle Förderangebote
  16. 16theoretische Rahmung Anthony GiddensHandlung und Struktur in wechselseitigen Verhältnis
    müssen immer beide berücksichtigt werden!
  17. 17Perspektive HandlungProblem der Heterogenität aus Sicht des einzelnen Lehrers betrachtet.
    Individuell & im ganzen Schulteam überprüfen, welche Handlungsspielräume zur Verfügung stehen, um mit Heterogenität förderlich umzugehen.
  18. 18Perspektive StrukturenFrage nach real gegebenen und imaginierten Einschränkungen
    Frage nach Potential im Umgang mit heterogenen Schülergruppen.
  19. 19LEHREN UND LERNEN PÄDAGOGISCH BETRACHTET unterschiedliche Betrachtungsmöglichkeiten1. Klassisch (philosophisch-pädagogisch)
    --> Platon, Humboldt, Rousseau, Herbart, ...
    2. Lernpsychologische Annäherung --> Watson, Piaget, ...
    unterscheiden sich in fachdisziplinären Hintergründen & was jeweils unter LuL verstanden wird
  20. 20Lernen aus pädagogischer PerspektiveLernen findet immer und überall statt.
    Lernforschung aus pädagogischer Perspektive interessiert sich für Beziehung zwischen Lernen und Lehren & für geplantes Lernen.
  21. 21Warum lernt der Mensch? - 3 Thesen Gegenstand d. pädagogischen Lernforschung ist der Mensch unter d. Gesichtspunkt der Bildsamkeit (anthropologische Konstante)3 historische Thesen:
    1. Mängelwesen HERDER
    2. Bildsamkeit (perfectibilité) ROUSSEAU
    3. Erziehungsbedürfdigkeit KANT
  22. 22Mängelwesen Herder: Abhandlung über den Ursprung de rSpracheMensch ist im Unterschied zum Tier "instinktarm".
    Nachteile, aber auch Potential:
    Notwendig: Neugier, Weltoffenheit, Lernfähigkeit, Kulturbildung, Ausbildung gesellschaftlicher Organisationen
  23. 23Bildsamkeit (perfectibilité) Rousseau: Emile oder über die ErziehungMensch: Fähigkeit sich selbst zu vervollkommnen.
    Nicht auf bestimmtes Ziel festgelegt!
    Mensch wird Selbstbestimmungsfähigkeit unterstellt.
    Idee der Bildsamkeit nicht normativ gemeint, sondern deskriptiv!
    normativ: Vorstellung, wie Mensch sein soll
    deskriptiv: Mensch kann seine Entwicklung selbst gestalten!
  24. 24These von Erziehungsbedürfdigkeit Kant: Über die PädagogikMensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muss.
    Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung.
    Mensch ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht.
  25. 254 Stufen der Kant'schen Idee der Erziehung1. Disziplinierung
    (Beherrschung der Anlagen)
    2. Kultivierung
    (Entwicklung nützlicher Fähigkeiten)
    3. Zivilisierung
    (Entwicklung sozialer Fähigkeiten, verantwortungsvolle Teilhabe an Gesellschaft)
    4. Moralisierung
    (Orientierung an guten Zwecken)
  26. 26Zusammenfassung: Lernen aus pädagogischer Perspektive?Mensch lernt, weil er mit Lernen seine Beziehung zur Welt gestaltet.
    Anthropologische Vorraussetzungen für Lernfähigkeit des Menschen:
    Instinktarmut und Fähigkeit, sich zu entfalten.
  27. 27Wie begann Behaviourismus?wird in USA Anfang 20.JH. der dominierende wissenschaftliche Ansatz der Lernforschung
    Begründer:
    Watson & Thorndike
  28. 28Was ist der Gegenstand der behavioristisch orientierten Forschung?beobachtbares Verhalten
    spekulative Schlussfolgerungen abgelehnt
    Lernforschung wird unter naturwissenschaftliches Paradigma gestellt.
    nach wie vor in aktuellen Lerntheorien
  29. 29Welche Theorie steht hinter dem Behaviorismus?S-R-Theorie
    Reiz & Reaktion miteinander verknüpft gedacht.
    Reiz --> Assoziationsbildung in Form einer Reaktion
    Prozesse der Assoziationsbildung
    =
    Konditionieren
  30. 30Klassische KonditionierungErfahrung, dass manche Reize meist zusammen auftreten, führt zum Lernen durch klassische Konditionierung!
    * Pawlows Hundeexperiment
    * Watsons Little Albert (emotionale Reaktionen = erlerntes Verhalten)
  31. 31Operante KonditionierungErfahrung, dass eigenes Handeln mehr oder weniger erfolgreich ist, führt zum Lernen durch operante Konditionierung
    spontane Verhaltensweisen = operantes Verhalten
  32. 32Operante Konditionierung: Thorndike Cats in the Puzzle BoxFormulierung des Gesetzes der Effekte
    1. positive law of effect: Verbindung zwischen Reizen und Reaktion wird durch befriedigende Folgen verstärkt
    2. negative law of effect: folg auf Verhalten negative Konsequenz, sinkt Auftrittswahrscheinlichkeit
    trial and error (nicht Einsicht & Verstehen)
  33. 33Thorndikes PädagogikSuS lernen Inhalt durch Aufteilung in kleine Einheiten und Üben.
    Belohnung ist zentral für Fortschritt von Lernvorgängen.
    Lernfortschritt durch Tests überprüfen.
    Intelligenz = genetisch bedingt.
  34. 34Vertreter des Neo-Behaviorismus?1. Hull
    2. Skinner
    Erforschung des Lernens steht im Zentrum
  35. 35Hulls Theorie Hull scheitert, Lernen in quantifizierbaren Variablen zu beschreiben (widersprüchliche empirische Befunde)Mensch hat ererbte Verhaltenstendenzen. Umwelt verändert sich, damit man sich anpassen kann, muss gelernt werden (Überleben!)
    dynamisches Verhältnis zwischen Organismus & Umwelt
    Lernen beruht auf Verstärkung
  36. 36Skinners TheorieErfassen von S-R-Prozessen vergisst auf Reaktion der Umwelt auf die Response.
    Erst diese Reaktion löst Lernprozess aus!
    nicht nur vor eigenem Verhalten auftretender Reiz relevant, auch der Reiz danach!
  37. 37Skinners Pädagogikpropagierte Einsatz von Lehrmaschinen, die SuS individuell differenzierte Aufgaben stellten und gleich nach Aufgabe Rückmeldung gaben.
    Skinner konnte empirisch nicht bestätigt werden.
  38. 38ModelllernenErfahrung, wie sich andere Menschen in bestimmten Situationen verhalten, führt zu Modelllernen.
    XY lernt Handlung durch Beobachtung des Verhaltens anderer
    (nicht mehr rein behavioristisch, bereits kognitiv orientiert)
  39. 39Zusammenfassung: Behaviorismusgeht von Tier-Mensch-Kontinuum aus
    Versuche mit Tieren direkt auf menschliches Lernen übertragen
    Mensch als von physiologischen Gesetzen gesteuerter Organismus, Verhalten durch Stimuli kontrolliert & vorhersehbar
    naturwissenschaftliche Methoden, wiederholbare Versuchskonstellationen
    Selbst: Verhaltensrepertoire, hat jeder
  40. 40Lernen im Behaviorismusals beobachtbare Verhaltensänderung
    als Konditionieren der Verhaltensveränderung
    einseitiges Verhältnis von Lehrenden und Lernenden.
    erfolgreiches Lehren = erfolgreiches Konditionieren
  41. 41Wie begann Kognitivismus?Mitte 50er, Anfang 60er --> kognitive Wende
    = Generalkritik am Behaviorismus
  42. 42Kognitivismus und Technik?v. technologischen Fortschritt beeinflusst
    Computermodell des Geistes postuliert:
    Studium mentaler Prozesse, Individuum als informationsverarbeitendes Wesen
    Denken und Lernen als Informationsverarbeitungsprozess
  43. 43Lernen im Kognitivismus?Lernen als Einsicht & Informationsverarbeitung
    Lernprozess:
    Prozess der internen Verarbeitung extern aufgenommener Daten (Als Info/Wissen konzeptualisiert)
  44. 44Worum geht es in der kognitiven Forschung?um Verarbeitungsprozesse zwischen Input & Output
    Prozesse sind in viele Teilprozesse untergliedert:
    Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Speicherung, Motivation, ...
  45. 45Kognitives Entwicklungsstufenmodell PiagetFrage: Wie kommt es zu Erkenntniszuwachs?
    Zusammenhand zwischen kindlichem Denken und Entwicklungsphasen
    Altersabhängige Denkfehler
    Forschung mithilfe von Beobachtung und Interpretation
  46. 46Prozesse der Entwicklung1. Egozentrismus
    2. Äquilibration
    3. Schemata
    4. Assimilation
    5. Akkomodation
  47. 47EgozentrismusSchwierigkeit, Ereignis aus Perspektive eines anderen zu sehen
  48. 48ÄquilibrationKognitive Entwicklung wird angetrieben durch Streben nach Gleichgewicht
  49. 49Schemataim Laufe der Anpassungen entwickelt
    allgemeine, dynamische Handlungsstrukturen
    auf verschiedene Situationen anwendbar
  50. 50AssimilationInformationsverarbeitung durch das Subjekt
    der Umwelt werden Schemata des Kindes aufgedrängt
    Individuum passt Umwelt an sich an
  51. 51AkkommodationResponse-Muster als Anpassung der subjektiven Schemata an die Welt
    Kann man ein Schema nicht anwenden, braucht es ein neues
    Individuum passt sich an Umwelt an
  52. 52Stufen der Psychogenesebis 2: Sensomotorische
    1,5 - 7: Präoperative
    7 - 11: Konkret-operative
    ab 11: Formal-operative
    Phase
  53. 53Sensomotorische Phasebis 2 Jahre
    Kontrolle über motorische Bewegung, Nachahmungsverhalten,
    Entwicklung von Objektpermanenz
  54. 54Präoperative Phase1,5 - 7 Jahre
    Konkrete Wahrnehmungseindrücke lenken Weltverständnis
    mit Sprache Erfahrungen organisiert & benannt
    intuitive Schlussfolgerungen
  55. 55Konkret-operative Phase7 - 11 Jahre
    Abstraktionen möglich, bleiben an konkrete Gegenstände gebunden
  56. 56Formal-operative Phaseab 11 Jahre
    abstrahierendes, logisches & systematisches Denken setzt sich durch
    Hypothesenbildung
  57. 57Kognitives Entwicklungsstufenmodell: Aktivität des Lernprozesses spielt bedeutende Rolle. Kind eignet sich die "Welt" in aktiver Auseinandersetzung mit ihr an. Assimilation & Akkommodation bestimmen kognitive Entwicklung eines Kindes.Lernen durch dosierte Diskrepanzerlebnisse angeregt, die mittleren Grad an Ungleichgewicht beim Lernenden hervorrufen.
    Im Laufe der Entwicklung kann man sich von Einflüssen seiner Umgebung lösen, in Gedanken Probleme durchspielen.
    (undenkbar in behavioristischen Verständnis)
  58. 58moderne kognitive Ansätze Jerome Brunerunterscheidet zwischen Lernen als information processing (=computationalism)
    vs. Lernen als situated & abhängig von cultural settings (=culturalism)
    = interdisziplinäre Perspektive
  59. 59Aspekte Bruners Theorie Ansätze liefern wertvolle Scripts zum besseren Verstehen des Lernvorgangs, aber für ungeordnete, regelwidrige Facetten des Lernprozesses nicht ideal.*Vorwissen = Grundlage für weitere Wissens- & Skill-Aneignung
    *Konzeptuelles Verstehen = nachhaltige Aneigung von Wissen (Vernetzung)
    *Metakognition = Auseinandersetzung mit eigenen kognitiven Prozessen wichtig für Lernen
    *Unterricht: Spiralcurriculum (basic ideas werden zunehmend komplexer)
  60. 60MOTIVATION Self-Determination Theory (Ryan/Deci)Menschen sind neugierig, erforschen Umgebung aus innerem Antrieb heraus.
    Motivation ist innerer Zustand, der sich als Neugier/Explorationsdrang.
    Tyan & Deci unterscheiden zwischen intrinstischer & extrinsischer Motivation!
  61. 61intrinsische MotivationHandlung durch inneren Anreiz
    for its own sake
  62. 62extrinsische MotivationHandlung durch äußere Gründe
    (positive & negative Konsequenzen)
  63. 63Dimensionen von extrinsischer Motivation1. Außenregulierung (Guzi für gute Note)
    2. Verinnerlichung
    3. Identifikation
    4. Integration (in mein Wertesystem)
  64. 64FLOWKonzept der intrinsischen Motivation:
    Person ist in einer Tätigkeit vertieft und hat ein bewusstes flow-Gefühl
  65. 65Selbstbestimmungsfähigkeit Ryan/Deci* Relatedness: Bezug auf andere, fördert ein Internalisieren externer Zielsetzungen
    * Support of competence (Kompetenzförderung): Lernende übernehmen eher extern gesetzte Ziele, wenn sie sich gewachsen fühlen
    * Autonomy support: Integration von extern gesetzten Zielen. Erwünschtes Verhalten Anderer soll durch Autonomie-Unterstützung erreicht werden
  66. 66Interesse Decizentraler Faktor der Motivation
    Erwachen von Interesse beruht auf optimal challenge & novelty
    Motivation = Lerngrund haben
  67. 67Zusammenfassung: KognitivismusWissen durch innere Verarbeitungsprozesse angeeignet
    Lernen als Wissenserwerb & Erkenntnisgewinn
    Fokus auf mentale Prozesse
    Annahmen, wie Wissen strukturiert ist
    Gedächtnis als Speicherort des Wissens
  68. 68Kritik an kognitivistischer ComputermetapherLernende verarbeiten Informationen
    XY nimmt Infos auf, führt kognitive Operationen durch, speichert.
    Verkürzt Erkenntnisgewinn auf quasi-technische Abläufe,
    vernachlässigt unberechenbare Momente im Lernprozess.
  69. 69Lernen und Lehren im KognitivismusLernen = Wechselwirkung zwischen kognitiven Fähigkeiten & Erfahrungen in physischer, sozialer Umwelt
    Lernen als Bereitstellung entwicklungsadäquater Angebote.
    Inhalte = Lernanlässe für weitere kognitive Entwicklung.
    Verhältnis von LuL als Problem der psychischen, sozialen "entwicklungsbedingten" Ordnung & Reihenfolge.
  70. 70Konstruktivismus (Sammelbezeichnung für verschiedene Zugänge)Lernen als Autopoiesis
    Selbsterschaffung von Wirklichkeit
    Lernen als Konstruktion
    Lernender im Mittelpunkt.
    SuS lernen selbsttätig auf Grundlage ihrer VORSTELLUNGEN
  71. 71Wie begannn Konstruktivismus?1990er
    scharfe Abgrenzung gegenüber Behaviorismus
    Kognitivismus:
    geht von objektiv existierenden Wissen aus.
    Konstruktivismus:
    Wissen wird vom Lernenden konstruiert!
  72. 72Grundannahmen des Konstruktivismus1. informationelle Geschlossenheit und Selbsbezüglichkeit des Nervensystems
    2. Theorie der Autopoiesis
    3. prinzipielle Unzugänglichkeit der Wirklichkeit
    4. Konzept des Beobachters
  73. 73informationelle Geschlossenheit und Selbsbezüglichkeit des NervensystemsErlebniswirklichkeit wird durch Gehirn konstruiert
    Bedeutungen werden aus sich selbst heraus entwickelt
  74. 74Theorie der Autopoiesis* Selbstreferentialität (eigene Zustände intern gesteuert)
    * Operative Geschlossenheit
    * Strukturelle Koppelung zur Umwelt (Außenkontakte selbst gewählt)
  75. 75prinzipielle Unzugänglichkeit der WirklichkeitWelt immer nur aus eigener Wahrnehmung wahrgenommen
    kein direkter Zugang zur objektiven Wirklichkeit
    keine Aussagen über Wirklichkeit jenseits der eigenen Erlebniswelt
  76. 76Konzept des BeobachtersAlles was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt
  77. 77Konstruktivistische Ansätze 1. Radikaler Konstruktivismus Ernst von Glaserfeldindividualtheoretischer Ansatz
    Wissen über Welt wird durch Gehirn aus Sinneseindrücken konstruiert.
    Vorstellungen = keine Repräsentation der Wirklichkeit, sondern Konstruktionsleistungen
    Erkenntnis: autopoietisch (selbstgeschafften) & nicht objektiv
    Viabilität: Wissen ist Landkarte dessen, was Realität uns zu tun erlaubt
  78. 78Radikaler Konstruktivismus Pädagogik "Kunst des Lehrers": Schüler dazu bewegen, eigenständig Probleme lösen lernen.was gelernt wird, hängt von Vorwissen und konkreter Lernsituation ab
    Lernen = aktives Konstruieren von Wissen
    1. Lehren von Training (Dressur) zu unterscheiden
    2. Wissen nicht einfach durch Sprache übertragen (Interpretation!)
    3. Lehren = soziale Tätigkeit
    Lernen = private Tätigkeit
  79. 79Konstruktivistische Ansätze 2. Sozio-KonstruktivismusKonstruktion von Wissen ist persönliche Leistung des Individuums --> aber stets in sozialem Rahmen
    Lernen als situierter & kollaborativer Vorgang
    Lernen als Ko-Konstruktionsprozess, der von kulturellen & Umweltsettings beeinflusst wird.
  80. 80Learning Sciences Keith R. Sawyers interdisziplinärFixpunkt in Bezug auf Lernen:
    1. tiefes, konzeptives Verstehen führt zu bedeutungsvollem Lernen (Zusammenhänge erkennen, Wissen auf Situationen übertragen)
    2. Fokus auf Lernprozess
    3. Lernumgebungen gestalten
    4. Vorwissen aktivieren & analysieren
    5. Reflexion & Metakognition
  81. 81Phänomenologische Ansätze Subjektwissenschaftliche Ansätzebeide Ansätze fokussieren auf Vollzug & Prozess des Lernens
    gegen Mainstream der Lernforschung (von Ergebnissen auf Prozess)
    im Lernen:
    Beziehung v. Mensch & Welt wird bestimmt
    Dialog zwischen Lehrendem und Lernendem
  82. 82Phänomenologische Ansätze gegen verhaltenswissenschaftliche Konzepte im Mittelpunkt: ErfahrungsbegriffMEYER-DRAWE:
    bestimmt Lernen als Erfahrung, im Unterschied zu Lernen durch Erfahrung
    Prozess des Lernens entzieht sich gern, wo er sich andeutet --> beachten!
    Unstimmigkeit, Staunen, Irritation
    drängen auf Verständnis
  83. 83Lernen bei Meyer-Drawe (Phänomenologische Ansätze)Lernen vollzieht sich über Negativität
    Lernendes Subjekt sieht sich in Widerspruch --> löst den Prozess durch Umstrukturierung.
    Lernen = nicht einfach Hinzufügung neuer Möglichkeiten, sondern Modifizierung & Umstrukturierung lebensweltlicher Erfahrungshorizonte
  84. 84RUMPF (Phänomenologische Ansätze)Unterscheidung zwischen Lernen als Erledigung und Lernen als Vollzug
    Lernen als Erledigung:
    Reibungswiderstand & Zeitverzug minimieren, Anwendung von Instrumenten, zügige Überwindung
    Lernen als Vollzug:
    Einlassen auf Unbekannheiten, Risiko eingehen, Umwege in Kauf nehmen
  85. 85Zusammenfassung: Phänomenologische AnsätzeAnfang eines Lernprozesses lässt sich nicht erzwingen o. garantieren
    man kann als Lehrer aber Aufmerksamkeit darauf richten, wann sich Vollzug des Lernens andeutet & Lernbedingungen günstig gestalten
    Lehrer können Moment anregen:
    an kritischer Stelle innehalten, laut nachdenken
    --> Bruch, Staunen, für potentielle Anfänge des eigenen Lernens sensibilisieren
  86. 86Subjektwissenschaftliche Ansätze HOLZKAMPLernen als Handlung, aktive Selbstveränderung.
    vom Standpunkt des Subjekts aus betrachtet
    aktives Moment steht im Zentrum des Lernprozesses = aktive Selbstveränderung
  87. 87Holzkamp nimmt Lerngründe in den BlickInzidentelles Lernen:
    mitlernen, begleitet jede Handlung, unproblematisch, kontinuierlich
    Intendiertes Lernen:
    Intention muss als selbstständiger Entscheidungsakt des Subjekts hinzukommen
    braucht Gründe
  88. 88Holzkamp: Lernhandlungen: nicht mit Lernanforderungen gleichzusetzen. Unterschied: Lernen im Begründungsdiskurs & Lernen im BedingungsdiskursLernen braucht Lerngründe:
    1. Genuine Lerngründe: eigene Verfügungsmöglichkeit über Welt erweitern
    2. Expansive Lerngründe: Erweiterung von Weltverfügung
    3. Defensive Lerngründe: Anwendung/Vermeidung der Beeinträchtigung und Bedrohung von Lebensqualität
  89. 89Holzkamp: Ausbildung einer Lernproblematik: Lernen findet dann statt, wenn man mit direkter Problembewältigung nicht weiter kommt, innehält, herausfindet wodurch Schwierigkeiten entstanden sindMisslingen primärer Problemhandlung
    -->
    Erfahrungskrise
    -->
    Konfigurieren eines "Lerngegenstandes"
  90. 90Holzkamp: ARTEN DES LERNENS 1. Defensives L: erzwungen, auf Situationsbewältigung gerichtet 2. Expansives L: Lernaktivität aufgrund sachlicher Notwendigkeit, Fixierung, Sackgassen3. Definitives L:
    Konzentration auf thematischen Lernaspekt unter Ausschaltung anderer Faktoren (Lernen im herkömmlichen Sinn)
    4. Affinitives L:
    polyvalenter, konnotativer, mediativer Begleitprozess
  91. 91Holzkamp lehnt kognitivistische Vorstellungen des Gedächtnisses als bloßen "Speicher" ab. Mensch kann Erinnern mit verschiedenen Modalitäten unterstützen: mental (einprägen) kommunikativ (nachfragen) objektivierend (aufschreiben)Lernen wird ausgelöst durch Irritation gemachter Erfahrungen, angeeigneten Wissens oder Könnens
    Lernen = Erfahrungen in die Krise führen
  92. 92Leistungsbeurteilung und Lerntheorienmeisten Studien zur schulischen Leistungsbeurteilung nennen 2 Funktionen:
    1. Pädagogische Funktion:
    Begleitung, Rückmeldung, Motivation
  93. 932. Gesellschaftliche Funktion: Selektion, Allokation, Legitimation *Lernstände erfassen * Eignung für Schultyp * Berechtigungen erteilen * Bildungschancen zuteilenLeistungsbeurteilung aus Perspektive des Lernprozesses:
    Lernen = unzertrennlich mit Reflexions- & Evaluationsmomenten verbunden (Selbst- oder Fremdevaluierung)
    Diese Facette häufig im Hintergrund beim Thema Leistungsbeurteilung.
  94. 94Leistungsbeurteilung vom LERNEN her betrachtetLernen als pädagogischer Grundbegriff ist keine Selbstverständlichkeit!
    Frage nach Grammatik des Lernbegriffs drängt sich auf, um Konsequenzen für Fragen der Leistungsbeurteilung zu ziehen.
  95. 95Zugänge zum Phänomen Lernen 1. Jean Pagets Theorie der kognitiven Entwicklungzentrale Bedeutung von Reflexion & Bewertung im Vorgang des Lernens
    kognitive Entwicklung basiert auf allg., dynamischen Handlungsstrukturen (Schemata), die sch in Interaktion des Kindes mit Welt aufbauen
    Lernen als interaktiver Aufbau von Schemata
  96. 96PIAGET Durch Dezentrierungen entsteht Gleichgewicht zwischen Einpassung & Anpassung Subjekt lernt Perspektivenwechsel und Blick auf Welt erweiternDezentrierung, Abstandnehmen, ...
    = vorgänge, die von Urteilsbildung und Bewerung begleitet sein mütten!
    REFLEXIVE DIMENSION:
    reflexiv orientierte Betrachtung & Evaluierung der eigenen Wahrnehmung & Erkenntnis = Voraussetzung für Erkenntiszuwachs und Möglichkeit zu lernen!
  97. 97Zugänge zum Phänomen Lernen 2. Konzept der Learning Sciences Keith R. Sawyersbauen auf Vorwissen & Vorerfahrung auf
    den Lernenden werden Strukturierungshilfen (Scaffolding) geboten.
    Reflexion unterstützt den Prozess!
    Strukturierungshilfen helfen nur, wenn Lehrperson das Vorwissen der SuS kennt.
    Prozess, der auf Beurteilung beruht!
    REFLEXIVE DIMENSION: lautes Denken
  98. 98Zugänge zum Phänomen Lernen 3. subjektwissenschaftlicher Ansatz Klaus HolzkampLernen als Prozess "aktiver Selbstveränderung"
    Lernen im Begründungsdiskurs!
    subjektiven Gründe, die Lernen begleiten, im Vordergrund. Lernen = dann, wenn man mit direkter Problembewältigung nicht weiter kommt.
    REFLEXIVE DIMENSION:
    Lernvorgänge von "innerem Sprechen" begleitet
    (Fragen an mich selbst, Selbstaufforderung)
  99. 99Zugänge zum Phänomen Lernen 4. Phänomenologischer Zugang Meyer-DraweLernen als Erfahrung
    Vollzug des Lernens wird untersucht
    Irritation löst Lernprozess aus (wichtiger Moment!)
    REFLEXIVE DIMENSION:
    Moment der Verzögerung, des Innehaltens, Nachdenkens
  100. 100Zugänge zum Phänomen Lernenin allen Ansätzen: evaluative Spielart: lautes Denken, inneres Sprechen, Zulassen von Irritation
    Erfolgreiche Lernprozesse: sind auf Momente, die in jeder rückmeldenden Bewertung & Beurteilung enthalten sind & Lernprozess reflexiv strukturieren, angewiesen!
  101. 101Pädagogische Aspekte der Leistungsbeurteilungstatischer Leistungsbegriff: Beurteilung von Ergebnissen statt Lernprozessen.
    Konkurrenzprinzip!
    Fremdbeurteilung statt Selbsteinschätzung
  102. 102Mit Note wird beurteilt: *Eigenständigkeit *Erfüllung der Anforderungen, Anwenden des Lehrstoffes *Fähigkeit zur selbstständigen Anwendung auf neue Aufgaben3 Kriterien der Leistungsbeurteilung nach Neuweg:
    1. Transparenz
    2. Gerechtigkeit
    3. Gültigkeit (Validität)
  103. 103Bezugssysteme der Leistungsbeurteilung1. Normiertes Bezugssystem (am Klassendurchschnitt orientiert - kompetitiv)
    2. Kriterienorientiertes BS (an Lehrzielen orientiert - teleologisch)
    3. Personenorientiertes BS (an individuellen Leistungsvermögen orientiert - genetisch)
  104. 104Kompetenzen von SuS? --> man muss Art, wie SuS mit Aufgaben umgehen, analysieren Potentiale der reflexiven & evaluativen Aspekte von Beurteilung statt immer nur Orientierung an ErgebnissenKonsequenzen für Lehrerinnenbildung?
    1. Beobachtungsfähigkeit und interpretative Kompetenzen schulen
    2. Praxisforschung vertiefen
    3. Widerspruch zw. institutionellen & pädagogischen Ansprüchen beachten
    4. Beurteilungspraktiken gemeinsam beobachten
  105. 105Organisation der Lehrerinnenbildung Erkenntnisse aus ProfessionalisierungsforschungProfession:
    Gesellschaften delegieren sensible, potentiell krisenhafte und aushandlungsintensive Überlebensbereiche
    an Experten
    an Professionen
  106. 106Profession1. gehen über allgemeinen Leistungsanspruch des Fachmenschentums hinaus
    2. Dienstleistungsethik mit gemeinwohlbezogener Bedeutsamkeit
    3. Klientenbezogene Dienstleistungen
    4. Dazu zählen Recht, Gesundheit, Wissenschaft, Bildung
  107. 107akute Krisenbewältigung: Entscheidungen unter unmittelbaren Handlungsdruck simulierte Krisenbewältigung: vorausgreifendes Durchspielen möglicher KrisenLehrer-Handeln ist gegenüber der professionellen Handlungssphäre nicht unterbestimmt, sondern unterscheidet sich in einigen Punkten.
    Enthält aber dieselben relevanten Strukturkerne (Signifikanz, Fallorientierung, Autonomieorientierung)
  108. 108Welche Kompetenzen sollen Studenten erwerben? Modelle, Kompetenzen, Standards haben Konjunktur. Kritik am Kompetenzdiskurs, ... Lehrer mit hohen Fachwissen & FD-Wissen --> bessere LernerergebnisseFazit: Qualität der Lehrerinnenbildung spielt Rolle für Erfolg der SuS.
    brauchen Konkretisierung für Handlungsprobleme und handlungslogischen Anforderungsstruktur
    Pädagogisches Handeln:
    nicht standardisierbar
    Handlungen planen, aber auch offen für Überraschungen
  109. 109Eckpunkte der Lehrerinnenbildung1. Profesisonal Literacy
    2. Wissen, Expertise
    3. Fallbezug
    4. Gestaltender Umgang mit Rahmenbedingungen
    5. Begründungsverpflichtung
  110. 110Dämonenmodell der Arbeitsgruppe EPIK (Entwicklung von Professionalität im internationalen Kontext)1. Reflexions- & Diskursfähigkeit
    2. Professionsbewusstsein
    3. Personal Mastery (lebenslanges Weiterlernen)
    4. Kooperation & Kollegialität
    5. Differenzfähigkeit: Umgang mit Unterschieden, Fallbezug
  111. 111Gestaltungsmomente zur Vermittlung dieser Kompetenzen1. Fallarbeit
    2. Verschränkung von Ausbildung und Schulpraxis
    3. Professionelle Lerngemeinschaften
  112. 112HÜRDEN bei Organisation der Lehrerinnenbildung 1. Diskrepanz zw. Wissensaneignung & praktischem Einsatz 2. Subjektive Theorien & Überzeugungen: Routinen aufbrechen!3. Einsozialisation in schulische Routinen
    4. Theorie oder Praxisvorrang
    5. Persönlichkeits- oder Professionalisierungsansatz (Disposition vs. spätere Entfaltung von Fähigkeiten)
    6. Österreichfaktor:
    keine gemeinsame Lehrerinnenbildung
  113. 113Pädagogische Hochschulen: 1. Geringe Fragmentierung v. Inhalten & Zielen 2. Praxisorientierung 3. verschultUniversität:
    1. Fragmentierung der Studieninhalte in Fach, Fachdidaktik, Pädagogik & Praxis
    2. Fokus auf Fachwissen
    3. Eigenverantwortung
  114. 114Empfehlungen zur Lehrerinnenbildung 1. solides Fachwissen ermöglichen 2. weitgehende institutionelle Autonomie 3. Lehrerinnen brauchen Freiraum, nicht zu viel Curriculum --> Eigenverantwortung4. Ausbildungs- und Schulpraxis verschränken
    5. Kooperationsbündnisse zwischen Schule und Ausbildungsinstitution
    6. Standards erarbeiten
  115. 115Schulische Sozialisation SOZIALISATION zentraler Begriff der Sozialwissenschaften = Vorgang der Vergesellschaftung des Menschen = implizite LernprozesseSOZIALISATION
    Prozess der menschlichen Persönlichkeit in Abhängigkeit von und in Auseinandersetzung mit sozialen & dinglich-materiellen Lebensbedingung, die zu bestimmten Zeitpunkt der historischen Entwicklung einer Gesellschaft existieren.
  116. 116SOZIALISATION umfasst alle geplanten Maßnahmen, aber auch ungeplante Wirkungen zum Einleben in das Ordnungssystem einer Gemeinschaft durch Übernahme der dort geltenden Regeln und Normen.Sozialisation als HABITUALISIERUNG
    1. Habitus als strukturierte & strukturierende Struktur
    2. Verinnerlichung von Erfahrungen, die sich zu Set von Einstellungen und Vorlieben verdichten
    3. Muster, Schemata, Strukturen der Wahrnehmung, des Denken, Handelns
  117. 117Sozialisationsinstanzen: strukturierte Gruppen, Kontexte, innerhalb derer signifikante Sozialisationsprozesse ablaufen (Familie, Kirche, ... SCHULE)Schulwesen hat Wirkungen, die über eigentlichen Unterricht hinausreichen.
    Schule als Institution erzieht.
    In Schule passiert mehr als bloße Wissensvermittlung.
  118. 118School Class as a Social System Talcott Parson 1. theoretische Betrachtungen, Strukturfunktionalistische Schultheorie Schule soll SuS Rollenerwartungen vemritteln und auf Rollen in Erwachsenenwelt "verteilen" (Selektion)SuS lernen: Position nicht mehr qua Geburt, sondern Status erwerben & verdienen
    Lehrperson lehrt, Schüler lernt
    Einübung, Differenzierung, Zuschreibung (Leistung als Hauptselektions-Kriterium
  119. 119On What We Learn in Schools Robert Dreeben Aufgrund "Sequenz ihrer strukturellen Arrangements" lernen SuS die Prinzipien des Verhaltens oder soziale Normen zu übernehmen & entsprechend zu handelnSchule:
    zentrale Instanz der Verhaltensbildung
    institutionelles Bindeglied zw. Familie & öffentlicher Sphäre
    vermittelt nicht nur Lehrplan, auch Normen, Werte, Verhaltensformen
  120. 120On What We Learn in Schools schulische Sozialisation = wirkungsmächtig implizite Lernprozesse, Einübung in Rituale der Institution Schule weder intendiert noch festgehalten --> hidden curriculum 2 Lehrpläne für SuS UND Lehrersoziale Lernerfahrungen der SuS
    = unintendierte Folgen absichtsvollen Handelns
    Widerspruch der 2 Lehrpläne: überlegene Position de sLehrers, Mitgestaltung, ...
    schulische Erfahrungen führen zu Routine, passive Haltung (daily grind)
  121. 121Schülerjob (Breidenstein) Aus SuS-Sicht geht man nicht in Schule, um zu lernen, sondern um Job zu erfüllen. Arbeitsplatz nicht selbst ausgesuchtSchulische Sozialisation bei Lehrpersonen (Lortie)
    AUTONOMIE: Einzelkämpfertum, Lehrerindividualismus
    PARITÄT: Betrachtung als Gleichberechtigte, Nebeneinander-Arbeiten, Nicht-Einmischen
    Zuvorkommender Umgang mit Kollegen
  122. 122Vorder- & Hinterbühne des Unterrichts Goffman & Zinnecker Vorderbühne: Unterricht Repräsentant der VB: Lehrperson (Wächter)Schülertaktiken:
    Arbeitsaufträge machen ohne Identifikation
    Abschirmung & Tarnung (Brieferl schreiben, flüstern)
    Vortäuschen von Konformität
    Schummeln
    Ausnutzung kontrollarmer Räume (WC)
  123. 123Anknüpfung für Lehrerinnenbildung & Pädagogische ProfessionalisierungAnnahme & Bearbeitung der impliziten Verhaltensbildungen von Schule
    Gestaltender Unterricht mit gegebenen Rahmenbedingungen
    Etablierung einer reflexiven Praxis
    Bildung von professionellen Lerngemeinschaften im Kollegium

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Flashcards on Lehren und Lernen, created by Marlene D on 11/06/2016.
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Marlene D
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