GoConqr hat ein neues Design! Sag uns, wie es dir gefällt.

Karteikarten

Bevölkerungssoziologie

Michi Boeck Soziologie Deutsch 75 Karten

Karten in diesem Stapel (75)

  1. 1Womit beschäftigt sich die Demographie (Bevölkerungswissenschaft)?beschäftigt sich mit
    - Wachstum
    - Struktur
    - räumlichen Verteilung
    der menschlichen Bevölkerung.
  2. 2Ziele der Demographie?- Analyse demographischer Strukturen und Prozesse
    - Analyse gesellschaftlicher Ursachen und Konsequenzen
  3. 3Welche Merkmale des Individuums sind für die Demographie essentiell und verwendbar? (demographische Strukturmerkmale)ESSENTIELL: - Alter und Geschlecht
    -Familienstand
    - Staatsbürgerschaft
    - Geburtsland
    - ethnische Zugehörigkeit
    - Ausbildung, Erwerbsbeteiligung, Gesundheitszustand, etc.
  4. 4Was sind demographische Strukturen?- Verteilung von Individuumsmerkmalen auf eine Bevölkerung
  5. 5Was sind demographische Prozesse (Bevölkerungsdynamiken)?- Entstehen durch demographische Ereignisse (Geburt, Heirat, Tod) in einer Bevölkerung
    - Fertilität, Mortalität, Migration, Nuptialität
  6. 6Welche Zugangsweisen zur Demographie gibt es?- Mathematisch-Modellhaft
    - Sozialwissenschaftlich-Problemorientiert
  7. 7Wie sind demographische Ereignisse (zeitlich) miteinander verankert und logisch verbunden?- Kalenderzeit (Ereignisperiode)
    - Alter (Zeitspanne zwischen Geburt / Ereignisdatum)
    - Kohorte (z.B. Geburtskohorte = Geburtsjahrgang)
  8. 8Wie bedingen sich Kalenderzeit (Periode), Alter und Kohorte rechnerisch gegenseitig?-) Alter = Periode - Kohorte
    -) Periode = Kohorte + Alter
    -) Kohorte = Periode - Alter
  9. 9Was ist die Periodenbetrachtung und welche Vorteile und Nachteile besitzt diese?- Maßzahlen auf Basis der Ereignisse und der durchschnittlichen Bevölkerungszahl einer Periode.
    Vorteil: aktuelle Infos zu demographischen Sachverhalten
    Nachteil: implizierte Annahmen über zukünftige Ereignisse (wegen Periodeneffekt)
  10. 10Was ist die Kohortenbetrachtung und welche Vorteile und Nachteile besitzt diese?demographische Ereignisse werden prospektiv und retrospektiv auf jeweilige Kohorte bezogen
    Vorteil: liefert inhaltlich korrekte Infos über demographische Sachverhalte
    Nachteil: liefert zensierte Infos, interpretierbare Aussagen nur mit zeitlicher Verzögerung
  11. 11Wie wird den UN-Prognosen zufolge das Wachstum der Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert ausfallen?Das Wachstum wird deutlich geringer ausfallen (von 7 auf 11 Mrd.) als noch 1950-2000 (stieg um das 2,4-fache)
  12. 12Was ist unter der "europäischen Zeitenwende", in der wir uns befinden, zu verstehen?Europa als einziger Kontinent, in dem die Einwohnerzahl zurückgehen wird in den kommenden Jahrzehnten
  13. 13Phasen der Bevölkerungsentwicklung Österreichs?- Anfang 19. Jahrhundert: langsames Wachstum mit Anstieg ab 1820
    - Anfang 20. Jahrhundert: starkes Wachstum
    (bis 1910 Verdoppelung der Einwohnerzahl auf 6,6 Mio.)
    dann WK /Zwischenkriegszeit - kaum Wachstum
    bis 1980: 7,6 Mio.
    bis 1994: 7,9 Mio.
    2000: 8 Mio. - seitdem starkes Bevölkerungswachstum!
    bis 2050: ca. 9,8 Mio.
  14. 14Bevölkerungsveränderungen (rechnerisch)?Veränderung absolut: P=P(t+n)-P(t)
    Relative Bevölkerungsveränderung (%): v=P(t+n)-P(t)/P(t)x100
    Durchsch. jährliche Wachstumsrate (r): r=ln(P(t+n)/P(t))/n(x100)
  15. 151) Formel der Verdoppelungszeit der Bevölkerung (in Jahren)? 2) Verdoppelungszeit bei Wachstumsraten 0,1%, 1,0% und 2,0%?1) Vz=ln(2)/r
    2) 0,1% = 993 Jahre
    1,0% = 69 Jahre
    2,0% = 35 Jahre
  16. 16Demographische GrundgleichungP(t-1)=P(t)+B-D+IM-EM
    Ausgangszeitpunkt + Neugeborene (Birth) -Gestorbene (Died) + Einwanderer (Immigrants) - Auswanderer (Emmigrants)
  17. 17Was sind die Geburten- und die Wanderungsbilanz (jeweils positiv und negativ)?- positive Geburtenbilanz: Geburtenüberschuss
    negative Geburtenbilanz: Geburtendefizit
    - positive Wanderungsbilanz: Wanderungsgewinn
    negative Wanderungsbilanz: Wanderungsverlust
  18. 18Was ist der Unterschied zwischen der "natürlichen" Bevölkerungsbewegung und dem "natürlichen" Bevölkerungswachstum?- Bevölkerungsbewegung: Veränderung der Bevölkerungszahl durch Geburten und Sterbefälle (kann auch defizitär sein)
    - Bevölkerungswachstum: Wachstum durch positive Geburtenbilanz
  19. 19Was ist der Unterschied zwischen absoluten Ereignismaßen und Raten (bzw. Ziffern)?- absolutes Ereignismaß:
    alle demographischen Ereignisse, die sich in einem bestimmten Zeitintervall ereignet haben (z.B. Geburten/Jahr)
    - Raten: demographische Ereignisse, die sich in einem bestimmten Zeitintervall IM VERHÄLTNIS zu der durchschnittlichen Populationsgröße ereignen. (z.B. Crude Birth Rate (CBR))
  20. 20Formel: CBR / CDR - Crude Birth Rate / Crude Death Rate (sind "rohe" Raten = berücksichtigen bestimmte Einflüsse nicht)CBR = B(irth)/P(opulation) x 1000
    CDR = D/P x 1000
  21. 21Wann werden ausschließlich "rohe" Raten verwendet und warum sind diese nicht der Idealfall?- wenn nur wenig Information über demographisches Ereignis vorhanden ist (z.B. Lebendgeborene nach Alter der Mutter)
    - Aus "rohen" Daten lassen sich nur bedingt Unterschiede / Veränderungen im demographischen Verhalten schließen. Demographie soll aber Maßzahlen entwickeln , die solche Schlüsse zulassen.
  22. 22Welches Gesetz postulierte Thomas Robert Malthus (1766-1834)?- über den quasi "natürlichen" Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsentwicklung und verfügbaren "Unterhaltsmitteln"
  23. 23Die Alters- und Geschlechterstrukturen stehen im wechselseitigen Verhältnis zu ... ?.. den demographischen Prozessen Fertilität, Mortalität und Migration.
  24. 24Welche konkreten Merkmale besitzt die Alters- und Geschlechtsstruktur einer Bevölkerung bzw. demographische Struktur?- Geschlechtsstruktur:
    den Anteil an männlichen / weiblichen Personen gesamt oder einer bestimmten Altersgruppe
    - Altersstruktur:
    die Personenanzahl in Altersgruppen
  25. 25Woran sind Alter & Geschlecht, von der individuellen Ebene (biologische Merkmale) abgesehen, auf sozialer Ebene geknüpft?Bestimmtes Alter & Geschlecht werden mit Rollenzuschreibungen und -erwartungen sowie mit spezifischen Verhaltensweisen verbunden.
    DAHER: sex (biologisches Geschlecht) UND gender (soziales Geschlecht)
  26. 26Warum spielen gerade bei bevölkerungssoziologischen Analysen die sozialen Dimensionen von Alter und Geschlecht so eine gewichtige Rolle?... um demographische Sachverhalte besser interpretieren zu können.
  27. 27Was ist ein bekanntes Beispiel für die graphische Darstellung der Alters- und Geschlechterstruktur?Die Alterspyramide (auch genannt: Bevölkerungspyramide)
  28. 28Welche zwei Quellentypen mit demographischen Daten über Personen, Familien, Haushalte, etc. gibt es?- primärstatistische Quellen: Personenbefragung als Totalerhebung (Volkszählung, Zensus) oder Stichproben (Mikrozensus)
    - sekundärstatistischen Quellen: staatliche Verwaltungsregister mit demographischen Sachverhalten
  29. 29Was ist eine Volkszählung und was war der Vorläufer davon?- ist die Sammlung, Aufbereitung und Veröffentlichung demographischer, ökonomischer und sozialer Daten
    über alle Personen eines Landes oder abgegrenzten Gebietes zu einem bestimmten Zeitpunkt.
    - hist. Vorläufer: sogenannte Konskriptionen (in AUT bis ins späte 17. Jahrhundert)
  30. 30Durch wen werden die Volkszählungen festgelegt und geregelt und in welchem Rahmen wurden die VZ der 2.Republik durchgeführt?- Die UN legt die Standards fest.
    Durchführung durch Rechtsnorm der EU geregelt.
    - Wurden in Verbindung mit Gebäude- und Wohnungszählungen durchgeführt.
  31. 31Welche Merkmale wurden in der Volkszählung 2001 in Österreich erfasst?- Wohnadresse
    -Geburtsdatum, Geschlecht, Familienstand
    - Staatsangehörigkeit, Geburtsort, Lebensunterhalt, Ausbildung, Beruf, ...
    - Zahl lebendgeborener Kinder (bei Frauen)
    -Religion
    -Umgangssprache
  32. 32Welche demographischen Ereignisse werden im Personenstandsregister durch die Standesämter aufgenommen?Alle Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen - davon wird ein Teil regelmäßig der Statistik Austria zur Verfügung gestellt.
  33. 33Seit wann gibt es in Österreich das zivile Standesfallwesen und wer übernahm davor die Aufgaben der Registrierung?- 1939 bzw. 1945 nach Übernahme in österreichisches Recht
    - Religionsgemeinschaften, führten sogenannte Matrikenbücher. Sind mit Seelestandsbeschreibungen eine wichtige Quelle für hist. Demographie.
  34. 34Wie kommen Daten für die Migrationsstatistik zusammen?- auf Basis des Meldewesens seit 2002 mit dem zentralen Melderegister (ZMR)
    - früher waren die lokalen Meldebehörden dafür zuständig (z.B. Gemeindeämter), die die Daten an Statistik Austria weiterleiteten.
    Vor 1996 - nur jährliche Schätzungen!!
  35. 35Warum verzichtete man bei der Registerzählung 2011 auf eine direkte Befragung der Bevölkerung?- Durch Verknüpfung der Daten aus dem ZMR und weiteren Verwaltungsdaten aus verfügbaren Registern verzichtete man auf eine weitreichende Befragung und organisierte eine Registerzählung.
    - Hauptargument sind die deutlich geringeren Kosten.
  36. 36Was sind die Nachteile der Registerzählung?- einige Merkmale sind so nicht mehr verfügbar (z.B. Religion, Umgangssprache)
    - Merkmale, wie der Beruf, mussten geschätzt werden.
  37. 37Zähle drei sozialwissenschaftliche Befragungen mit bevölkerungssoziologischem Bezug auf.-) AES - Adult Education Survey
    -) ISSP - International Social Survey Programme
    -) SHARE - Survey of Health Ageing and Retirement in Europe
  38. 38Wie wurde und wird heute ein Mikrozensus durchgeführt?-) bis 2003 rotierende Wohnungsstichprobe mit gleichem Programm wie bei Zensus und wurde seit 1969 4-mal jährlich durchgeführt.
    Neben Grundprogramm auch Sonderprogramme zu Schwerpunktthema.
    -) Ab 2004 Neugestaltung und Ziel Daten der "kontinuierlichen Arbeitskräfteerhebung" der EU zu erheben:
    wöchentlich durchgeführt, Stichproben mit Adressen aus ZMR
    rotierendes Sample: Erstbefragung "face to face", dann vier Wiederholungsbefragungen telefonisch.
  39. 39Welche Ausprägungen besitzt der gesetzliche Familienstand (mit der eingetragenen Partnerschaft seit 2010)?- ledig
    - verheiratet
    - verwitwet
    - geschieden
    - in eingetragener Partnerschaft lebend
    - aufgelöste eingetragene Partnerschaft
    - hinterbliebener eingetragener Partner
  40. 40Warum ist der gesetzliche Familienstand in Österreich noch so wichtig?Weil je nach Familienstand (Ehe, Lebensgemeinschaft, eingetragene Partnerschaft) verschiedene rechtliche Konsequenzen gelten.
    Für Soziologie ist der de-facto Familienstand / die Lebensform wichtiger.
  41. 41Nenne ein Beispiel für eine Familienstandsquote?Z.B. Ledigenquote (mit komplementärer Größe der Quote der jemals Verheirateten)
  42. 42Wie hat sich der Ehestatus und das Heratsverhalten im Laufe der Zeit verändert (3)?- Heirat / eigene Kinder waren ein soziales Privileg besitzender Schichten
    (politischer Ehekonsens der Gemeinden: Armen-, Niederlassungs- und Heiratsrecht)
    - erste Hälfte 20. Jhdt:
    Ehe und Partnerschaft als soziale Norm
    - normativer Charakter ging in letzten Jahrzehnten verloren.
  43. 43Welche demographischen Ereignisse entsprechen der Nuptialität und welchem Strukturmerkmal sind sie zugehörig?- Heirat
    - Scheidung
    - Verwitwung
    - Familienstand
  44. 44Maßzahlen zum Heiratsgeschehen?- Absolute Zahl der Eheschließungen ( ev nach Ersteheschließungen und Wiederverheiratung)
    - Rohe Heiratsrate
    - Altersspez. Heiratsraten
    - Eheschließende auf 1000 Nichtverheiratete ab 15 Jahren
    - Gesamterstheiratsrate: Summe der altersspez. Erstheiratsraten bis zum Alter von 50 Jahren.
  45. 45Maßzahlen zum Scheidungsgeschehen?- Absolute Zahl der Ehescheidungen
    - Scheidungsziffer (Rate)
    - Ehedauerspez. Scheidungsraten
    - Gesamtscheidungsrate
  46. 46Was zeigen die ehedauerspezifischen Scheidungsraten im Zeitvergleich deutlich?Die Unterschiede im Scheidungsrisiko abhängig von der Ehedauer.
    = überproportional hoch angestiegen bei langen Ehedauern
  47. 47Veränderung im Scheidungsgeschehen- Ehescheidungen haben sich seit 1970 verdoppelt.
    - 2007: 49%; aktuell: 40-42%
    - Mittlere Ehedauer: 11 Jahre
    - Scheidungsrisiko überproportional angestiegen
    - Ca. 40% der geschiedenen Ehen blieben kinderlos
    - pro Jahr rund 12.000 Kinder bis 18 Jahren von Elternscheidung betroffen
    - Scheidungsrisiko bis 18. Kindesgeburtstag: 20 %
  48. 48Veränderungen im familiären Zusammenleben der letzten Jahrzehnte- Zahl der Familien stieg um ca. 100.000/Dekade
    - Von 100 Familien: 46 Paare mit K. / 42 Paare ohne K., 12 Elternteile
    - Lebensgemeinschaften seit 1970 verachtfacht.
    - 760.000 Familien mit Kinder unter 15 Jahren
    - 150.000 Familien mit 3 und mehr Kindern
    - durchschnittliche Kinderzahl (Familien mit Kindern): 1,6
  49. 49Entwicklung und Zahlen zu Stieffamilien- 2015 waren es mehr als 80.000 Stieffamilien
    - viel mehr Stiefväter (87%)
    - komplexe Stieffamilien: Partner noch ein zusätzliches Kind (40 %)
  50. 50Lebensformen im Wandel- 50er/60er: goldenes Zeitalter der Ehe
    - damals heirateten mehr als 90% der Menschen, 90 % Frauen hatten Kind
    -Vater/Mutter/Kind als angestrebten Lebensmodell
    -Lebenslange Ehe und Kinder - "Normalbiographie"
    verlor in letzten Dekaden an Bedeutung und normativen Charakter - vom "Zwang" zur "Wahlbiografie".
  51. 51Familien- und Lebensgemeinschaftsstatistik im Wandel:- weniger Eheschließungen
    - steigendes Heiratsalter
    - mehr nichteheliche Lebensgemeinschaften
    - mehr Scheidungen
    - mehr Wiederverheiratungen
    - niedrige Kinderzahlen
    - höhere Kinderlosigkeit
    - steigendes Alter bei Geburt 1. Kind
    - mehr unehelich geborene Kinder
  52. 52Was bezeichnet man als die Normalbiographie?Konzept aus 1930er: "Familienlebenszyklus" = normative Chronologie von Familiengründung bis Familienlösung durch Tod des Partners
  53. 53Was bezeichnet man als Wahlbiographie?die heute eher praktizierte Weise der Wahlbiographie (auch Bastelbiographie):
    - vielfältige Optionen
    - ABER: Entscheidungszwänge
  54. 54Was bezeichnet Fertilität auf Mikroebene (demographisches Ereignis)?Geburt
    (Fertilität wird traditionell auch als Fruchtbarkeit übersetzt, aber keine Empfehlung für Gebrauch)
  55. 55Biologische Fähigkeit der Reproduktion zwar notwendig für Elternschaft aber keine ausreichende Voraussetzung. Warum?wegen sozialer Komponente; Entscheidung für / gegen eine Elternschaft ist in hohem Maße sozial geprägt.
  56. 56Was wurde bei der letzten UN- Weltbevölkerungskonferenz i Kairo 1994 als grundlegendes Menschenrecht bezeichnet und warum?- die verantwortete und selbstbestimmte Elternschaft (Selbstbestimmung über Anzahl und Geburtszeitpunkt der eigenen Kinder)
    - Kontrolle über eigene Reproduktion als uralter Menschheitstraum / "Frauentraum". - eine der revolutionärsten Entwicklungen der Menschheitsgeschichte
  57. 57Was ist die Menarchie, was die Menopause? Was die Parität?Menarchie: Beginn der Menstruation
    Menopause: Ende der Menstruation
    Parität (Geburtenfolge bzw. Ordnungsziffer der Geburt): das wievielte Kind es ist
  58. 58Was ist ein eheliches Kind?Wenn die Eltern während der Schwangerschaft (wenn auch nur kurz) verheiratet waren.
    - sonst unehelich ( nicht-ehelich) geboren
  59. 59Was ist die Unehelichenquote?Prozentsatz, der nichtehelich Lebendgeborenen aller Lebendgeborenen
  60. 60Maßzahlen zur Fertilität? (1/2)Rohe Geburtenrate: Lebendgeborene/Jahr auf 1000 Einwohner
    - allg. Fertilitätsrate (GFR): Lebendgeborene eines Jahres auf 1000 Frauen zwischen 15 und 49 Jahren
    - altersspez. Fertilitätsraten (ASFR): Lebendgeborene/Jahr auf 1000 Frauen einer bestimmten Altersklasse
  61. 61Maßzahlen zur Fertilität? (2/2)Gesamtfertilitätsrate: Summe der altersspez. Fertilitätsraten (durchschnittliche Kinderzahl pro Frau)
    - Bruttoreproduktionsrate: Wie TTR (oben) berechnet, nur, dass lediglich weibliche Lebendgeburten berücksichtigt werden.
    - Nettoreproduktionsrate: Wie GRR berechnet, nur dass Überlebenswahrscheinlichkeiten der Frauen bis jeweilige Altersklasse berücksichtigt werden.
  62. 62In welchen Zeitfenstern schlägt die Fertilitätsstatistik besonders aus?- frühes 20. Jahrhundert - rascher Rückgang der Kinderzahlen (im Vergleich zu FR und GBR erst später Rückgang)
    - Mitte 30er - niedrige Kinderzahlen
    - Babybooms (1939-1942 / 1955 - 1965 (TBR 2,8))
  63. 63Wo liegt die TFR momentan und was ist das demographische Bestanderhaltungsniveau ( replacement level)Momentan: 1,5 (AUT)
    Replacement level: 2,1 Kinder pro Frau
  64. 64Was ist die Kohortenfertilitätsrate?entspricht der endgültigen Kinderzahl = Completed Fertility Rate (CFR)
    Summe der altersspezifischen Fertilitätsziffern eines bestimmten Geburtsjahrganges. Tatsächlich durchschnittliche Kinderzahl einer Geburtskohorte von Frauen.
  65. 65Fertilitätslevels in EuropaAm Höchsten: Island, Türkei (2,1) und Irland, Frankreich (2,01)
    Am Niedrigsten: Moldau und Portugal (1,28)
    Cirka Hälfte der Länder Europas unter 1,5 - darunter auch AUT, D, CH, Südeuropa, meisten Länder Osteuropas...
  66. 66Welche Theorien versuchen den Rückgang der durchschnittlichen Kinderzahlen in den Industrieländern in den letzten 150 Jahren zu erklären?1. ökonomische Theorien (mikro-, makro-)
    2. soziologische Theorien (mikro-, makro-)
    3. Sozialpsychologische Theorien
    ABER: Keine Theorie kann Rückgang hinreichend erklären!
  67. 67ÖKONOMISCHE THEORIEN Mikroöko. Theorien:"Supply-demand-framework" / "fertility demand": Kinder werden als Mischung zwischen Konsumgut, Kostenfaktor und lang-/kurzfristiger Investition gesehen.
    Logisch: Mehr Einkommen - mehr Kinder. ABER:
    -) je mehr Einkommen: umso mehr wird in "Qualität investiert" (z.B. Schule)
    -) Opportunitätskosten eigener Kinder steigen (vor allem für Frauen), je höher erwartbares Erwerbseinkommen ist.
  68. 68ÖKONOMISCHE THEORIEN Makroöko. Theorien:"Wohlstandstheorie" von Brentano:
    Geburtenrückgang als Folge von gestiegenem Wohlstand
  69. 69SOZIOLOGISCHE THEORIEN Mikrosoziol. Theorien:ZWEITER demographischer Übergang versucht Erklärung für Geburtenrückgänge und erwartbares zu geben (Wandel gesellschaftlicher Normen und Werte):
    - individuelle Selbstbestimmung und Autonomie wird größer
    - Dominanz individueller über gemeinschaftlicher Bedürfnisse
    - Hinterfragen von Autoritäten und deren Werte
  70. 70SOZIOLOGISCHE THEORIEN Makrosoziol. Theorien:A: ERSTER demographischer Übergang
    B: Historisch-soziologische Bevölkerungstheorie generativen Verhaltens - hat mit Wandel von der Agrar- zur Industriegesellschaft zu tun.
    - generative Struktur = Prozesse, die natürliche Bevölkerungsbewegung in bestimmter Zeit und Gruppe beeinflussen
    - generatives Verhalten = in Wechselbeziehung zu konkreten Wirtschafts-/Sozialstruktur, funktionales Verhalten, wenn sich das ändert, ändert sich (mit Zeitabstand) auch das generative Verhalten
  71. 71Welche 3 revolutionäre Ereignisse und Entwicklungen gab es vor dem Hintergrund des Wertewandels Mitte der 50er?- Pille - hormonelle Kontrazeptive (contraceptive revolution)
    - Lockerung Sexualität/Ehe und Sex nicht nur zur Fortpflanzung (sexual revolution)
    - Zurückdrängung weiblicher Rollenbilder (Emanzipation), Forcierung ökonomischer Unabhängigkeit, Gleichberechtigung (gender revolution)
  72. 721. Demograph. Übergang: Wandel HeiratsverhaltenWandel Heiratsverhalten:
    - steigender Anteil Verheirateter
    - sinkendes Erstheiratsalter
    - sinkender Anteil unverheirateter Paare
    - niedrige Scheidungsraten
    - hohe Wiederverheiratungswahrscheinlichkeit
    - Familienlebenszyklus (Standard)
  73. 731. Demograph. Übergang: Wandel Fertilitätsverhalten- Rückgang ehelicher Fertilität (Geburtenkontrolle im höheren Alter)
    - Sinkendes Alter bei erster Geburt
    - mangelhafte Verhütungsmethoden
    - sinkende Unehelichkeit
    - wenig kinderlos bleibender Frauen (vor allem verheirateter)
  74. 742. Demograph. Übergang: Wandel Heiratsverhalten- immer mehr Unverheiratete
    - steigendes Erstheiratsalter
    - mehr Lebensgemeinschaften
    - Scheidungshäufigkeit
    - Wiederverheiratung unwahrscheinlicher
    - immer mehr unkonventionelle Lebensformen und -läufe
  75. 752. Demographischer Übergang Wandel Fertilitätsverhalten- sinkende Fertilität wegen Aufschiebung Kinderwunsch
    - steigendes Alter bei Erstgeburt
    - Fertilität unter replacement level
    - effiziente Kontrazeptive
    - mehr Frauen, die Kinderlos bleiben (auch in Ehe)
    - weniger Verheiratete

Informationen

Beschreibung
zur VO EC Bevölkerungssoziologie 2020, Uni Wien
Erstellt von
Michi Boeck
Aufrufe
82
Bewertung

Feedback

Worum geht es?

Wie gefällt dir das neue Design?

Dein Eindruck