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Kriterien bei der Wahl der Lagerart

etsab1982 7. Logistik Deutsch 4,0Durchschnittliche Bewertung 4,0 von 5 (1 Bewertung)

Inhalt der Mindmap

Kriterien bei der Wahl der Lagerart

  1. Auf die Wahl der Lagerart haben z.B. folgende Punkte Einfluss:

    • ● Lagerfunktion
    • ● Lagergut
    • ● Bestands- und Kostenziele
    • ● Transportwege
    • ● Anordnung von Produktionsstätten
  2. Wahl der Lagerarten nach verschiedenen Kriterien

    • 1. Organisationsorientiert
      • Oberster Grundsatz ist die Wirtschaftlichkeit des Lagers, von daher stehen mehrere Organisationsprinzipien im Zusammenhang:
        • ●Optimale Flächen- und Raumnutzung ●Erzielung einer hohen Lagerumschlagsleistung ●Einsatz moderner Lagertechnik ●Bestands- und Qualitätssicherung durch Lagerkontrolle ●Nähe zum Kunden (z.B. Zentral- oder dezentrales Lager) ●Flexibilität der Lagerorganisation ●Sicherung des Material- und Informationsflusses im Lager
    • 2. Aufgabenorientiert
      • 1. Entnahme nach Bedarf (verbrauchsorientiert)
        • Aufgrund des unterschiedlichen Bedarfs existieren auch unterschiedliche Anforderungen an die Lagerart zwischen einem Industriebetrieb, dem Großhandel oder einem Einzelhändler.
          • ●Industriebetrieb: Kleine Läger aufgrund Bedarfsversorgung mit Hilfe von Just-in-time-Konzepten ●Großhandel: Große Verbrauchsläger mit günstiger Verkehrsanbindung zur optimalen Versorgung der Industriebetriebe oder des Einzelhandels. ●Einzelhändler: Kleines Reservelager aufgrund Bedarfskalkulation und –versorgung nach aktuellem Verbrauch.
      • 2. Entnahme nach System (Ablauforganisation)
        • Unterscheidung zwischen Abholung der Materialien vom Verbraucher beim Lagerhalter oder Zustellung der Materialien an den Verbraucher:
        • 1. Holsystem
          • ●Vorwiegend in Klein- und Mittelbetrieben ●Kurze Wegstrecken mit besserer Steuerung der Wartezeiten am Lager ●Frachtkostenteilung durch Synergieeffekte für mehrere Kunden
        • 2. Bringsystem:
          • ●Vorwiegend in Großbetrieben ●Vorteil in der Koordination (zeitlich und räumlich) der Auslieferung z.B. durch Routenplanung ●Wirtschaftlichere Nutzung der vorhandenen Transportmittel
        • 3. KANBAN-System
          • ●System zur Steuerung des Teilenachschubs mit dem Ziel niedriger Vorort-Bestände nach dem Pull-Prinzip
          • ●Verbrauchsstelle meldet den Zulieferstellen einen Bedarf an – ursprünglich durch Bereitstellen eines Leerbehälters an einem definierten Übergabeplatz mit einer Begleitkarte (jap. Kanban) mit Angabe der Art und Menge des benötigten Artikels
          • ●Heutzutage Einsatz mit IT-Unterstützung
          • ●Logistische Weiterentwicklung in Form des Just-in-time-System
      • 3. Entsprechend der Vertragsgestaltung
        • a) Eigenlager
          • Das Lager wird vom eigenen Unternehmen betrieben. Alle Lageraktivitäten erfolgen intern.
            • Vor-/Nachteile:
              • •Gute Kontrolle •Know-How-Aufbau •Flexibilität beim MA-Einsatz •Höhere Kosten durch Eigenbetrieb
        • b) Fremdlager
          • Das Lager wird durch einen Dritten, einen Lagerdienstleister betrieben, z.B. bei fehlenden Lagerflächen, vorübergehenden Lagerbedarf oder speziellen Lagerbedarf (z.B. Kühllagerung) geeignet.
            • Vor-/Nachteile:
              • •Kaum Kapitalbindung, da kein Invest in Infrastruktur und keine Unterhaltung eines Lagers erforderlich •Lagerplatzflexibilität •Übertragung von Risiken •Ggf. Know-How-Vorteile bei Lagerdienstleister (Kernkompetenz) •Höhere Abhängigkeit
        • c) Konsignations-Kommissionslager
          • Die Lagerware gehört bis zum Abruf dem Lieferanten, gelagert wird aber beim Abnehmer vor Ort. Entnahme wird i.d.R. monatlich abgerechnet.
            • Vor-/Nachteile:
              • •Schneller Zugriff auf die Ware bei geringen Kapitalbindungskosten •Übertragung von Lageraufgaben •Senkung von Auftragsabwicklungskosten •Höhere Abhängigkeit vom Lieferanten
        • d) Gemeinschaftslager
          • Ein Lager wird von mehreren Unternehmen gleichzeitig genutzt und betrieben.
            • Vor-/Nachteile:
              • •Effiziente Auslastung des Lagers •Geteilte Kosten und Risiken •Nicht für alle Materialien geeignet •Klare Spielregeln erforderlich
        • e) Speditionslager
          • Das Speditionslager ist zwischen Abnehmer und Lieferant geschaltet. Der Lieferant beliefert das Speditionslager und der Spediteur beliefert den Abnehmer.
            • Vor-/Nachteile:
              • •Große Entfernungen zwischen Lieferant und Abnehmer können effizient überbrückt werden •Spediteur liefert ggf. Just-in-Time
        • Händler oder Hersteller verzichten aufgrund hoher Kosten und div. Risiken auf eigenes Lager.
    • 3. Materialorientiert
      • Welche Warenart soll gelagert werden?
        • ●Rohstofflager ●Hilfs- und Betriebstofflager ●Baugruppen-/Modullager ●Fertigwarenlager ●Ersatzteillager ●Werkzeuglager ●Lager für Büromaterial
    • 4. Technologieorientiert
      • Menge und Art der zu lagernden Güter beeinflussen zumeist die technische Ausstattung des Lagers. Hierdurch können unterschiedliche Lagerformen zum Einsatz kommen:
        • ●Freilager ●Flachlager: Block- oder Regallagerung ●Hochregallager ●Etappenlager ●Bunker-/Silo-Tanklager
    • 5. Produkteigenschaftsorientiert
      • Sind bestimmte Anforderungen an die Lagerung gestellt?
        • ●Gefahrstofflager ●Temperaturgeführtes Lager ●Diebstahlgeschütztes Lager ●Luftfrachtlager
    • 6. Standortorientiert
      • Zentral oder dezentral?
        • Zentrallager:
          • Vor-/Nachteile:
            • •Effiziente Raumauslastung •Einfache Bestandskontrolle •Übersichtlichkeit •Niedrigere Betriebskosten •Höhere Transportkosten •Längere Transportwege •Störanfälliger
        • Dezentral
          • Vor-/Nachteile:
            • •Höhere Zugriffsgeschwindigkeit dank kürzerer Wege •Niedrigere Transportkosten •Höhere Betriebs- und Verwaltungskosten •Unübersichtlichere Bestandskontrolle
    • 7. Automatisierungsgradorientiert
      • 2. Mechanisiertes Lager:
        • Ein- und Auslagerungsvorgänge erfolgen teilweise mit mechanischen Geräten wie z.B. Regalbediengeräten.
          • Vor-/Nachteile:
            • •Effizientere Abläufe •Entlastung der MA •Bessere Ausnutzung der Kapazitäten möglich
      • 1. Manuelles Lager
        • Manuelles Lager: Ein- und Auslagerungsvorgänge erfolgen vollkommen manuell.
        • Vor-/Nachteile:
          • •Geringer Investitionsbedarf •Keine technikbedingten Ausfallrisiken •Flexibel gestaltbar •Höhere Belastungen der MA
      • 3. Automatisiertes Lager
        • Das Lager wird ganz (vollautomatisch) oder teilweise (halbautomatisch) durch Maschinen und Computer bedient wie z.B. bei einem Hochregallager.
          • Vor-/Nachteile:
            • •Geringer Personalbedarf •Hocheffiziente Lagerprozesse •Effiziente Raumausnutzung •Hohe Betriebskosten •Ausfallrisiken / Störanfälligkeit

Informationen

Beschreibung
7. Logistik (7.3 Lagerwirtschaft, -steuerung und -verwaltung) Mindmap am Kriterien bei der Wahl der Lagerart, erstellt von etsab1982 am 05/10/2013.
Erstellt von
etsab1982
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Durchschnittliche Bewertung 4,0 von 5 (1 Bewertung)

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