GEWALT UND AGGRESSION
Folien in diesem Satz (8)
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- GEWALT UND AGGRESSION
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- Aggression und Gewalt
- (es gibt einen eher weiten Aggressionsbegriff und einen engen Aggressionsbegriff)
- weiter Aggressionsbegriff:
- jede gerichtete, offensive Aktivität -> wird in Psychoanalyse&Verhaltensforschung verwendet
- enger Aggressionsbegriff:
- zielgerichtetes Schädigen
- körperliche Aggression: körperliche Attacken
- psychische Aggression: Ausgrenzung und Ignoranz
- kann sich nach außen gegen andere richten oder nach innen gegen die eigene Person
- Gewalt:
- schwere, körperliche Aggression gegen Menschen
- zielgerichtete, physische Schädigung eines Menschen
- schwere körperliche Aggression gegen Menschen
- Aggression ≠ aggressive Gefühle
- Aggression=aggressives Verhalten
- aggressive Gefühle= nicht immer mit aggressivem Verhalten als
- Konsequenz
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Definitionsversuch nach Tillmann
- Begriffsverständnis: schwere körperliche Aggression gegen Menschen, zielgerichtetes
- Schädigen
- Minimalkonsens: körperliche Attacke
- 1. Erweiterung: Mobbing, verbale Attacke gegen eine Person
- 2. Erweiterung: kollektive Schädigung (Gruppe von Opfern)
- 3. Erweiterung: Strukturelle Gewalt -> alles was vermeidbar ist&dem Menschen im Wege steht
- (z.B:Armut)
- während bei meinem Begriffsverständnis eine körperliche Aggression gegen den Menschen bezeichnet, geht es bei der
- der 3. Erweiterung schon um allgemeine, gesellschaftliche Dinge (Armut, Unterdrückung)
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Triebtheoretische Erklärung für Gewalt
- zentralen Begriffe: Dampfkesselprinzip, Triebe ( bei Freud: Libido/Destrudo); ( bei Lorenz: angeborener Aggressionstrieb),
- Grundannahmen:
- Gewalt beruht auf einem angeborenen Trieb
- Triebquelle erzeugt permanente Spannung, diese Impulse drängen auf, Entladung (Dampfkesselprinzip)
- bei Freud: Aggressive Impulse können kanalisiert
- werden (Erziehung, Sozialisation)
- bei Lorenz: Aggressive Impulse haben eine arterhaltende
- Funktion; Schlüsselreize lösen Entladung aus
- (bei ausbleiben des Schlüsselreizes:Leerlauf)
- Menschenbild:
- Triebe bestimmen menschliches Verhalten, Mensch ist durch Triebe determiniert
- Betonung der Anlage
- Triebe sind angeboren, Mensch hat nur bedingt Kontrolle
- Kritik:
- Übertonung der Anlage
- Verhaltensänderungen kaum möglich
- empirisch nicht belegt
- vereinfachte Erklärung, (Pseudo-)Entschuldigung
- vereinfachtes, sehr pauschales Menschenbild
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Lerntheoretische Erklärung für Gewalt
- zentrale Begriffe: Lernen am Modell, Imitation, Lernen am
- Effekt, Konsequenz, Verstärkung
- Grundannahmen:
- Aggressives Verhalten beruht auf Lernvorgängen
- Verhaltensweisen werden durch Beobachtung von Modellen gelernt
- Vorbilder wirken stimulierend oder reduzierend bzw. hemmend
- jede Aggression erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Aggressionen
- Verhalten wird durch Konsequenzen erlernt
- Erfolgserwartung verstärkt Auftreten bestimmter Verhaltensweisen
- aggressives Verhalten befriedigt Bedürfnisse und führt (schnell) zum Erreichen von Zielen
- Menschenbild:
- Mensch ist lernfähig, weltoffen
- Mensch ist durch Umwelteinflüsse und andere Personen leicht beeinflussbar
- Betonung der Umwelt
- Gewalt hat keine angeborenen, genetischen Ursachen
- Kritik:
- wirken aggressive Modelle auf jeden gleich?
- Überbetonung der Umwelt
- fraglich, ob genetische Dispositionen nicht doch eine Rolle spielen
- (Theorie nach Albert Bandura)
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Psychoanalytischer Erklärungsansatz
- nach Udo Rauchfleisch
- Grundannahme:
- schwerste Verlust und Mangelerfahrugen in der frühen Kindheit begünstigen Dissozialität
- Teilweise liegen bei Betroffenen schwerste Traumatisierungen vor, die den Kern der psychischen und physischen bedrohten
- Entwicklungsbedingungen/Ursachen:
- Verlust und Mangelerfahrungen
- häufige Beziehungsabbrüche
- traumatisierende Erlebnisse
- soziale Instabilität in Familien
- -> lebensgeschichtlicher Zeitpunkt dieser Erfahrungen:
- frühe Kindheit
- Folgen der Persönlichkeitsstörungen:
- Beziehungsstörungen:
- Wunsch nach Zuwendung und Bestätigung und Angst vor
- Nähe und Verbindlichkeit
- Ausweichen auf Suchtverhalten, Manipulation und Benutzen von Mitmenschen
- unrealistische Erwartungen an Mitmenschen, funktionalisierte Beziehungen
- Kontaktstörungen, Beziehungsabbrüche
- Individualisierung oder Herabsetzung anderer
- Ich-Störung:
- Verzerrung der Realität
- unrealistische Zukunftsversionen
- archaische Abwehrmechanismen (Projektion,Spaltung..)
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- Über-Ich Störung:
- Selbstentwertung
- überhöhtes und damit irreales Ich-Ideal
- Projektion aggressiver Impulse auf Über-Ich Träger
- narzisstische Störung:
- funktionalisierte Beziehungen
- geringe Fustrationstoleranz
- erhöhte Kränkbarkeit
- Depressivität
- INSGESAMT:
- Kontakt-/Bindungsstörung
- fehlende Impulskontrolle
- verzerrte Wahrnehmung der Realität
- Selbstentwertung
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Der Desintegrationsansatz (Wilhelm Heitmeyer)
- INDIVIDUALISIERUNG:
- als Kennzeichen moderner gesellschaftlicher Entwicklung
- Individualisierung: Biografie des Menschen und aus seinen vorgegebenen Fixierungen herausgelöst - der einzelne wird zu seines "eigenen Glückes Schmied"
- Motoren der Individualisierung:
- - Steigerung des materiellen Lebensstandards
- - gestiegene soziale und geografische Mobilität
- - Bildungsexpansion
- ENTSCHEIDUNGSSPIELRÄUME/ENTSCHEIDUNGSZWÄNGE:
- Zunahme von Entscheidungsfreiheiten und gleichzeitig
- Entscheidungszwängen-> Ambivalenz der
- Individualisierung
- DESINTEGRATIONSPOTENZIALE:
- Verlust von traditionellen Lebenszusammenhängen z.B Familie
- Auflösung gesellschaftlicher Werte und Normen
- Abnehmende Teilnahme an gesellschaftlichen Institutionen
- Desintegration=Unmöglichkeit, sich zu integrieren, Zerfall
- Verlust von sozialen Beziehungen und Vergemeinschaftsformen: - Veränderungen der
- Familienkonstellation
- z.B Trennung,
- ,,Schlüsselkinder´´
Informationen
- Beschreibung
- 12. Klasse Erziehungswissenschaften (Gewalt und Aggression) Folienset am GEWALT UND AGGRESSION, erstellt von Rana Cankur am 10/09/2016.
- Erstellt von
- Rana Cankur
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