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Erstellt von Christian Leopold
vor mehr als 4 Jahre
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| Frage | Antworten |
| 1. Was beschreiben die beiden Begriffe Kontiguität und Kontingenz und was ist relativ gesehen für die Verhaltenssteuerung entscheidender? | Kontiguität meint die räumlich-zeitliche Nähe zwischen zwei Reizen (klassische Konditionierung) bzw. Reiz und Konsequenz (operante Konditionierung). Kontingenz bedeutet, dass das Vorkommen des einen Reizes immer mit dem Vorkommen des anderen Reizes bzw. der Reaktion verbunden ist.„Kontiguität“ beschreibt das gemeinsame Auftreten zweier Ereignisse. Intervall zwischen CS und US: Befunde von Moeller (1954) zeigen, dass bei einem Intervall von mehr als 2s keine Konditionierung mehr möglich ist. Forderung der Kontingenz: US muss ein valider Prädiktor des Auftretens des US sein. Kontingenz ist ein statistisches Wahrscheinlichkeitsmaß, dass zwei bedingte Wahrscheinlichkeiten verrechnet. Schätzung für die Integrationszeit im neuronalen System, welches die Kontiguität erkennen muss. |
| 2. Was versteht man unter einer Löschung im Kontext der klassischen Konditionierung und inwiefern ist der Begriff irreführend. | In der klassischen Konditionierung tritt Löschung dann ein, wenn dem konditionierten Reiz kein unkonditionierter Reiz mehr folgt, während in der operanten Konditionierung dies eintritt, wenn eine Reaktion nicht mehr belohnt bzw. verstärkt wird. Löschung/Extinktion: Abschwächung der CR, wenn CS ohne den US dargeboten (z.B. bei Pawlow: Abschwächung/Ausbleiben des Speichelflusses ohne Futter) UND: Gelerntes wird nicht aus dem Gedächtnis entfernt, sondern ist erinnerbar. |
| 3. Mit welchem Konzept erklärt man, dass eine Konditionierung bei bestimmten Reizen besonders leicht möglich ist? | Reiz, der natürliche, angeborene Reaktion auslöst. Natürliche Reaktion, die von unbedingten Stimulus ausgelöst wird (Bsp. Fluchtreflex, Lidschlagreflex, schreckhaftes Zusammenzucken). Reiz, der keine spezielle Reaktion zur Folge hat. |
| 4. Beschreiben Sie die beiden VT- Methoden „Systematische Desensibilisierung“ und „Exposition“. | Bei der Konfrontationstherapie werden Patienten mit objektiv sicheren Situationen, die aber starkes subjektives Unbehagen (z. B. Angst oder Ekel) auslösen, konfrontiert bis das Unbehagen abnimmt. Bis zu den 70erJahren des 20. Jahrhunderts war Systematische Desensibilisierung die populärste Behandlungsmethode für klinische Ängste. Bei der Systematischen Desensibilisierung werden Patienten, während sie sich in einem entspannten Zustand befinden, innerhalb gedanklicher Vorstellung mit angstauslösenden Reizen konfrontiert. Es zeigte sich jedoch, dass reine Konfrontation an aversive Reize genauso effektiv ist wie Systematische Desensibilisierung. Dies wird gestützt durch Katamnesen von bis zu 9 Jahren, die zeigen, dass einmal erzielte Erfolge auch über lange Zeiträume stabil bleiben und Rückfälle selten sind. Darüber hinaus ist auch das Auftreten neuer Symptome (Symptomverschiebung) nach erfolgreichen Konfrontationstherapien nicht häufiger als in der Allgemeinbevölkerung |
| 5. Welche lerntheoretischen Modelle liegen den beiden Methoden „Systematische Desensibilisierung“ und „Exposition“ zugrunde? | Die Wirksamkeit von Konfrontationstherapie: folgende Konzepte werden diskutiert: Habituation Habituation bezeichnet die Abnahme der Reaktionsstärke nach wiederholter Präsentation des Stimulus, der die Reaktion auslöst. Habituation ist wahrscheinlich die Lernart, die am besten dokumentiert ist. Basis für die Systematische Desensibilisierung ist die klassische Konditionierung. Bei dieser Methode wird davon ausgegangen, dass beispielsweise Angst und körperliche Entspannung nicht gleichzeitig bestehen können. |
| 6. Welche der Vorgehensweisen „Systematische Desensibilisierung“ und „Exposition“ wird bei der jeweiligen Behandlung von Angst- bzw. Zwangsstörung als die effizientere angesehen? | Exposition: Zwangsstörung System. Desens: Angststörungen |
| 7. Welche Form der Verstärkung ist sinnvoll, wenn man neues Verhalten aufbauen will? | positive Verstärkung. Du kannst bei der operanten Konditionierung nochmal wie folgt unterscheiden: Primäre Verstärker: Sie befriedigen physiologische Bedürfnisse, wie Nahrung oder Trinken. Sekundäre Verstärker: Sie sind nicht lebensnotwendig. |
| 8. Welche Form der Verstärkung spielt für die Aufrechterhaltung von Verhalten eine besonders große Rolle. Nennen Sie zwei verschiedene Beispiele? | Intermediäre positive Verstärkung. Löschungsreistent + gute Verknüpfung von Reaktion + Reiz |
| 9. Warum ist Verhalten, das durch negative Verstärkung aufrechterhalten wird besonders stabil? | negativen Verstärker ein unangenehmer Reiz entfernt wird (z. B. die Entfernung von Angst, Lärm, einer unangenehmen Tätigkeit). Bei der negativen Verstärkung folgt also auf das Verhalten ein Ausbleiben eines unangenehmen Ereignisses (Verstärker). Vor allem Vermeidungsverhalten wird durch negative Verstärkung aufrechterhalten: In Gefahrensituation (z.B. hohes Gebäude) tritt Vermeidungsverhalten auf (Vermeiden hoher Gebäude) und wird durch Ausbleiben von Angstzuständen verstärkt. Dadurch wird verhindert, dass die Angstreaktion gelöscht werden kann. |
| 10. Welche Voraussetzungen müssen für eine Habituation gegeben sein? | Wird ein Organismus wiederholt einem unbedeutenden Reiz ausgesetzt, kann dies mit steigender Anzahl an Wiederholungen graduell zu einer zentralnervös bedingten Abschwächung der (motorischen (Motorik) oder sensorischen (Wahrnehmung) Reaktionsbereitschaft des Organismus führen bzw. sogar zum Ausbleiben der Reaktion (asymptotischer Zusammenhang zw. Stimulusdarbietung und Reaktion). Die Habituation ist stimulusspezifisch (d. h., die Abschwächung bezieht sich nur auf einen best. Reiz), reaktionsspezifisch (d. h., es habituiert nur eine best. Reaktion), und tritt ausschließlich bei unbedingten (d. h. angeborenen bzw. reflexartigen (Reflex)), nicht aber bei bedingten (erlernten) Reaktionen auf (bedingter Reflex). Wird ein spezif. Reiz über längere Zeit nicht dargeboten, kann eine Erholung der abgeschwächten Reaktion eintreten. Lassen die Effekte der Habituation nach wenigen Stunden bereits nach, wird von Kurzzeit-Habituation gesprochen (Spontanerholung), sind längere Zeiträume (Wochen bis Monate) notwendig, liegt Langzeit-Habituation vor. |
| 11. Was versteht man unter den Begriffen Mikro- und Makroanalyse? | Funktions- und Bedingungsanalyse, z.B. in Anlehnung an das S-O-R-K-CModell – Makroanalyse: Es sollte ein übergeordnetes Störungsmodell dargestellt werden, das prädisponierende, auslösende und aufrechterhaltende Faktoren der Störung erklärt; zusätzlich: individuelle und interaktionelle Funktionalität, Verlust und Gewinn durch Erkrankung, subjektives Krankheitsverständnis – Mikroanalyse: eine, bei mehreren Diagnosen auch mehrere Mikroanalysen; auch hier: auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen spezifizieren, Beschreibung der Krankheitsphänomene in 4 Kategorien (s.o.), kurzfristige Verstärkung, langfristige Konsequenzen (Kontingenzen) – unter Berücksichtigung der zeitlichen Entwicklung |
| 12. Was beschreibt das SORKC Modell/Schema? | 5 Grundlagen von Lernvorgängen. Das Akronym ”SORKC” steht dabei für die sich bedingenden Faktoren, die zu einem bestimmten Verhalten führen: Stimulus → Organismus → Reaktion → Kontingenz → Konsequenz. = horizontale Verhaltensanalyse zur Identifikation von auslösenden und aufrechterhaltenden Einflüssen auf das betrachtete Verhalten genutzt |
| 13. Erläutern Sie die Elemente des SORKC Schemas. | S für die auslösenden externen oder internen Reize (Stimulus; z. B. Situation, Gedanken) O, der Organismus-Variablen, werden indiv. Prädispositionen wie biol. Prozesse, aber auch Persönlichkeitseigenschaften, Erfahrungen und Überzeugungen R steht für die Reaktion, also das Verhalten, das auf mehreren Ebenen (motorisch, affektiv, physiol., kogn.) beschrieben wird Die Konsequenzen C wirken auf das Verhalten zurück. I. S. operanter Konditionierung tragen sie zum Abbau, Aufbau oder zur Aufrechterhaltung des Verhaltens bei. K stellt die Kontingenz zw. R und C dar und gibt damit an, wie häufig und regelmäßig kurz- und langfristige Konsequenzen auf das Verhalten folgen. |
| 14. Was versteht man unter dem Begriff „Prädisposition“ im Zusammenhang mit psychischen Störungen? ->VT unterscheidet zwischen prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Problembedingungen. Prädispositionen (auch Vulnerabilität, Diathese, Anfälligkeit). | Vorexistierende genetische, somatische, psychische oder soziale Merkmale machen das Autreten einer Störung möglich/ wahrscheinlicher. Diathese = die Anfälligkeit für eine bestimmte Krankheit. Diese Disposition kann unter anderem genetisch (biologische Diathese) oder auch lerngeschichtlich (psycho-soziale Diathese) bedingt sein und wird als Neigung eines Menschen verstanden, auf eine bestimmte Weise auf Belastungen zu reagieren. Unter den Stressoren versteht man belastende Umweltereignisse oder Lebenssituationen. Sind die Belastungen (Disposition und Stressoren) zu groß und überschreiten sie eine gewisse Schwelle, kommt es zur Symptomausbildung bzw. zum Krankheitsausbruch. Diese Schwelle wird jedoch auch durch Risiko- und Schutzfaktoren (z. B. soziale Unterstützung) beeinflusst. |
| 15. Erklären Sie den Unterschied zwischen der Makroanalyse und der biographischen Anamnese? | Damit beinhaltet die Makroanalyse - Motivationsanalyse (Bedürfnis – Verstärkung, Angst – Vermeidung, Aggression – Angriff) - Kognitionsanalyse (Schemata, Grundannahmen, Überlebensregeln) - Emotionsanalyse (primäre und sekundäre Gefühle) - Entwicklungsanalyse (affektiv-kognitiver Entwicklungsstand) - Persönlichkeitsanalyse (dysfunktionale Persönlichkeitszüge) - Wertanalyse (persönliche Wertorientierung) - Konfliktanalyse (widersprüchliche Verhaltensmotive) - Ressourcenanalyse (Person- und Umweltressourcen) - Situationsanalyse (pathogene Lebens- und Beziehungsgestaltung, symptomauslösendes Ereignis) - Symptomanalyse mit Achse-I- und -II-Diagnostik - Verhaltensanalyse des Individuums (SORKC-Schema auf Makroebene) - Funktionale Fallkonzeption der Familie (Familiensituation, -bedürfnisse, -verhalten, -konsequenzen). |
| 16. Erläutern Sie das Prinzip der klassischen Konditionierung anhand einer psychischen Störung. | Phobien: Zwei-Faktoren-Theorie von O. H. Mowrer Klassische Konditionierung und Reizgeneralisierung: Assoziation von ursprünglich neutralen, aber mit der Angst-Situation oft einhergehenden Reizen (z.B. Treppe, Geländer, Kante eines Abgrundes) mit ursprünglich angstauslösenden Situationen (z.B. Schauen in die Tiefe bei Gleichgewichtsverlust). Dadurch wird unwillkürlich gelernt, auf die einst neutralen Reize ebenfalls mit Angst zu reagieren. Reize, die so ähnlich wie die einst neutralen Reize sind, lösen auch Angst aus (Reizgeneralisierung). Operante Konditionierung: Die klassisch konditionierten Reize lösen in der Folge Angst und Flucht/Vermeidungsverhalten aus. Flucht/Vermeidungsverhalten wird immer wieder auftreten, weil unwillkürlich gelernt wird, daß Flucht/Vermeidung mit einem Angstabbau einhergeht. Dadurch wird aber nie die Erfahrung gemacht, daß die angstauslösenden Reize meistens gar nicht gefährlich sind und die Angst deshalb unnötig ist. Deshalb bleibt die Angst bestehen und wird nicht verlernt. |
| 17. Skizzieren Sie das 7-Phasen Modell von Kanfer und nennen Sie stichpunktartig wesentliche Elemente der einzelnen Phasen. | Eingangsphase: Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen Aufbau Änderungsmotivation und (vorläufige) Auswahl von Änderungsbereichen Verhaltensanalyse: Problembereichen und Suche nach aufrecht. Bedingungen Klären und Vereinbaren therap. Ziele Planung, Auswahl, Durchführung spez. Methoden (als Mittel zum Ziel) Evaluation der Fortschritte Endphase: Erfolgsoptimierung und Abschluss der Beratung/Therapie |
| 18. Benennen Sie die Selbstmanagementregeln nach Kanfer und beschreiben Sie jeweils ein kurzes Beispiel für die jeweilige Regel. | Kanfer gibt elf Anweisungen für den Therapeuten/die Therapeutin, welche aus seiner Sicht den Therapieerfolg fördern: Verlange niemals von Klienten, gegen ihre eigenen Interessen zu handeln. Arbeite zukunftsorientiert, suche nach konkreten Lösungen und richte die Aufmerksamkeit auf die Stärken von Klienten. Spiele nicht den „lieben Gott“, indem du Verantwortung für das Leben von Klienten übernimmst. Säge nicht den Ast ab, auf dem die Klienten sitzen, bevor du ihnen geholfen hast, eine Leiter zu bauen, auf der sie herabsteigen können. Klienten haben immer recht. Bevor du ein problematisches Verhalten nicht konkret vor Augen hast, weißt du nicht, worum es eigentlich geht. Du kannst nur mit Klienten arbeiten, die anwesend sind. Peile kleine, machbare Fortschritte von Woche zu Woche an und hüte dich vor utopischen Fernzielen. Bedenke, dass die Informationsverarbeitungskapazität von Menschen begrenzt ist. Wenn du in der Beratungs-/Therapiestunde härter arbeitest als Deine Klienten, machst du etwas falsch. Spare nicht mit Anerkennung für die Fortschritte von Klienten. |
| 19. Beschreiben Sie verschiedene Möglichkeiten, um Therapiemotivation zu fördern. | KLÄREN: Welches sind meine expliziten Ziele? Welche Ziele sind mir (wie) wichtig? Was sind meine (impliziten) zugrundeliegenden Motive? Was möchte ich wirklich? Was würde mir gut tun, mich (wirklich) zufrieden machen? Was würde mir nicht gut tun und mich letztlich nicht zufrieden machen? |
| 22. Wie erklären Sie einem ängstlichen Patienten die Entstehung und Funktion von Vermeidung? | Imagination einer bedrohlichen Situation, z.B. Tür lässt sich nicht mehr öffnen. = Zunahme von unangenehmen körperlichen Zuständen. Belohnung durch Wegfall (Erleichterung) von unangenehmen Zuständen = Öffnen der Tür, Kontrollverhalten. Kein Aushalten des Zustands bis zum Abklingen. |
| 23. Ein Patient benennt Ihnen als Therapieziel den Wunsch, zukünftig keine negativen Gefühle mehr haben zu wollen. Wie gehen Sie damit um? | no |
| 24. Benennen Sie die sogenannten Basisemotionen und deren Funktion. | Furcht, Freude, Ärger, Traurigkeit, Ekel, Überraschung Annahme einer begrenzten Zahl von universellen und evolutionär entstandenen Basisemotionen, aus denen sich alle komplexeren Emotionen „zusammensetzen“ Basisemotionen sind evolutionäre Antworten auf grundlegende adaptive Anforderungen der Verhaltenssteuerung (z.B. Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung, Schutz vor Feinden) |
| 25. Was wird mit der elektrodermalen Aktivität gemessen? Nennen Sie ein therapeutisches Anwendungsbespiel für eine EDA Ableitung. | no |
| 26. Welche Strukturierungsmöglichkeit hat sich in der Verhaltenstherapie zur Beschreibung von Verhalten durchgesetzt? | no |
| 27. Was wird unter Compliance verstanden? | Compliance die Bereitschaft und die Fähigkeit des Patienten, an der Behandlung seiner Erkrankung aktiv mitzuwirken. Somit steht bei der Compliance (manchmal auch als "Adherence" bezeichnet) das eigenverantwortliche Handeln des Patienten und seine bewußte Einwilligung in die Behandlung im Mittelpunkt. |
| 28. Nennen Sie einige Gründe, warum bei einem Patienten Widerstand auftreten könnte. | Patienten selbst Kontrolle auszuüben. Unverständnis des Vorgehens. Anderes Health Belief-Modell. Höhere Kosten für Änderung (langfr. pos./ neg. Konsequenzen) |
| 29. Inwiefern spielt die Kenntnis des sogenannten Health belief Modells des Patienten für die Therapie eine wichtige Rolle? Erläutern Sie dies anhand eines Beispiels. | Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person ein best. Gesundheitsverhalten ausführt, hängt laut health belief model zum einen von der erlebten Bedrohung durch die betreffende Erkrankung ab, zum anderen von den Erwartungen an die präventive Maßnahme. Das Bedrohungserleben ist umso größer, je anfälliger sich die Person für die Erkrankung erlebt (z. B. Anfälligkeit für Grippeerkrankung; Vulnerabilität; Risikowahrnehmung) und je schwerwiegender sie die Erkrankung einschätzt (z. B. Grippe gegenüber leichter Erkältung). |
| 30. Was versteht man unter dem Begriff Funktionalität einer psychischen Störung?Nennen Sie ein Beispiel. | Psychische Störungen entstehen als Nebenwirkungen aus dem instrumentellen Funktionieren einer Person (Beispiel: Substanzabhängigkeit wegen Einsatz von "Sorgenlösern") Störung ist selbst ein instrumentelles Mittel (Beispiel: Psychosomatische Störung => Schonung), die (meist unbewusst) eingesetzt werden.. Häufig hat eine psychische Störung, neben dem Leiden, das sie verursacht, "positive" Nebeneffekte für die Betroffenen. Z.B. kann es sein, dass der Zwang dabei "hilft", sich mit bestimmten schwierigen Situationen und Defiziten nicht auseinandersetzen zu müssen. In diesen Fällen spricht man von einer "Funktionalität" des Zwanges. Vielleicht ist der Zwang erstmalig in einer Lebensphase aufgetreten, in welcher der*die Betroffene sich vermehrt gegen die Anforderungen der Mitmenschen abgrenzen musste. Wenn diese Abgrenzung schwer fällt, kann der Zwang die schwierige Aufgabe der Abgrenzung für den Erkrankten übernehmen. |
| 31. Welche lerntheoretischen Modelle kennen Sie? | Behavioristische Lerntheorien: Klassischen Konditionierung (Koppelung von Reizen) Vertreter: Iwan Petrowitsch Pawlow (1849–1936), John B. Watson (1878–1958) Operante Konditionierung (Reaktion auf Reize) Vertreter: B.F. Skinner (1904–1990), Edward Lee Thorndike (1874–1949) Soziales Lernen, Lernen durch Einsicht, Lernen am Modell: Beim Lernen am Modell liegt die Attraktivität bei dem Erfolg der beobachteten Handlung. Beim Imitationslernen liegt die Attraktivität in der beobachteten Handlung. Beim Identifikationslernen liegt die Attraktivität in der beobachteten Person. |
| 32. Was kennzeichnet das präsuizidale Syndrom nach Ringel? | Der Begriff „präsuizidales Syndrom“ geht auf den Wiener Psychiater und Individualpsychologen Erwin Ringel zurück, der im Jahr 1953 die einer Suizidhandlung vorausgehenden charakteristischen Symptome beschrieb. Grundlage war eine Untersuchung an über 700 Patienten, die ihren Suizidversuch überlebt hatten. Ringel publizierte seine Ergebnisse in der Absicht, eine frühzeitige Erkennung und Vorbeugung von suizidalem Verhalten zu ermöglichen. |
| 33. Nennen Sie die Stadien der suizidalen Entwicklung. | Stadium 1 = Erwägung: Es ist gekennzeichnet durch sozialen Rückzug und eine selektive Wahrnehmung gegenüber suizidalen Reizen aus den Medien oder dem sozialen Umfeld. In dieser Phase sind die Distanzierung zu Suizidgedanken und die Fähigkeit der Selbststeuerung noch erhalten, jedoch zeigt der Betroffene verdeckte Hinweise und Appelle auf. |
| 34. Nennen Sie Risikofaktoren für Suizidalität. | Man weiss aus Untersuchungen, dass einige Umstände die Gefahr eines Suizids oder Suizidversuchs erhöhen. Diese Risikofaktoren sind: Frühere Suizidversuche (über Jahre hinweg 40-mal höheres Risiko im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt) Psychische Erkrankungen: insbesondere Depressionen (über 15-fach erhöhtes Risiko), aber auch Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Schizophrenie Entlassung aus einer stationären Therapie in der psychiatrischen Klinik Missbrauch oder Abhängigkeit von Substanzen wie Alkohol und Drogen (ca. 4-fach erhöhtes Risiko) Schwere körperliche Erkrankungen, besonders bei chronischen Schmerzen Sexueller Missbrauch Suizid oder Suizidversuch im eigenen Umfeld Homosexuelle Orientierung, insbesondere bei Jugendlichen Arbeitsunfähigkeit, Pensionierung Kritische Lebensereignisse: z.B. Verlust eines Partners, Arbeitslosigkeit. |
| 35. Nennen Sie zwei biologische Risikofaktoren für die Entwicklung einer psychischen Störung. | Das Risiko für eine psychische Erkrankung wird durch folgende biologische Faktoren beeinflusst genetische Faktoren körperliche Erkrankungen Störungen der Hirnfunktionen (z.B. entzündliche Erkrankungen oder Fehlbildungen des Gehirns) Geschlecht Temperament des Kindes mit folgenden typischen Aspekten das Ausmaß der Aktivität des Kindes, die Regelmäßigkeit verschiedener Abläufe (wie etwa Schlaf-Wach-Rhythmus oder Essverhalten) oder die Neigung zu Annäherung oder Rückzug bei neuen Reizen. Studien zeigen, dass verschiedene Aspekte des Temperaments genetisch mitbedingt sind und Kinder sich schon von Geburt an in diesen Eigenschaften unterscheiden.) |
| 36. Nennen Sie zwei psychosoziale Risikofaktoren für die Entwicklung einer psychischen Störung. | Psychologische Faktoren, die das Risiko für psychische Erkrankungen beeinflussen, sind vor allem die Persönlichkeitsmerkmale des Kindes sowie negative, belastende Ereignisse und traumatische Erfahrungen, die Persönlichkeit und Verhalten des Kindes beeinflussen können. Innerhalb der Familie gibt es einige Aspekte, die das Risiko für eine psychische Störung beeinflussen. Hierzu gehören inkonsequente (inkonsistente) Erziehung körperliche Gewalt, Misshandlung und sexueller Missbrauch Vernachlässigung oder gleichgültige Behandlung stark beschützendes und sich einmischendes Erziehungsverhalten häufiger Streit, Scheidung oder Trennung der Eltern Psychische Erkrankungen der Eltern |
| 37. „Selbstkontrollverfahren“ gewannen mit der kognitiven Wende der Verhaltenstherapie an Bedeutung. Erklären Sie den Begriff „Selbstkontrollverfahren“? | en versch. Interventionsstrategien, die unter diesem Begriff zus.gefasst werden, ist gemeinsam, dass der Therapeut den Pat. zu best. Änderungen im Verhalten anregt, ihn zur Übernahme eines Programms motiviert (Compliance) und bei der Erstellung der einzelnen Therapieschritte sowie bei der Durchführung berät und unterstützt. Die Systematik der Beschreibung und Einordnung der S. fällt bei den einzelnen Forschern und Therapeuten z. T. recht unterschiedlich aus. Eine häufig benutzte Gruppierung dieser Methoden macht die Unterscheidung zw.: (1) Techniken, die sich auf versch. Abschnitte des zunächst von Kanfer vorgeschlagenen Arbeitsmodells zur Selbststeuerung beziehen: Selbstbeobachtung (Identifizierung des Problems), Selbstverpflichtung, Selbstbewertung, Selbstverstärkung und Selbstbestrafung; (2) Verfahren der verdeckten Konditionierung (verdeckte Verstärkung, Löschung, Desensibilisierung); (3) Methoden, die zu den kogn. Verhaltenstherapien (Verhaltenstherapie) i. S. von Mahoney zu rechnen sind: |
| 38. Nennen Sie 2 kognitive Methoden in der Verhaltenstherapie. | Kognitive Umstrukturierung Rational-Emotive Verhaltenstherapie Problemlösetraining Stressbewältigungstraining Selbstsicherheitstraining Soziales Kompetenztraining Schmerzmanagement Genusstraining Kommunikationstraining |
| 39. Welches Ziel wird mit der Methode „Kognitive Umstrukturierung“ verfolgt? | Grundannahme Kognitiver Therapien: Situation -> Kognitionen -> Emotionen/Verhalten 7 Situation -> Kognitionen -> Emotionen/Verhalten Situation -> dysfunktionale Kognitionen -> psychische Störungen |
| 40. Nennen und erklären Sie drei Standardmethoden der Verhaltenstherapie. | # Reizkonfrontation/ Expositionsbehandlung. # Systematische Desensibilisierung. # Selbstmanagement. # Operante Verfahren. Dahinter steht die Annahme, dass positive Konsequenzen zu einem häufigeren Durchführen eines gewünschten Verhaltens anregen. Positive Verstärker können beispielsweise sozialer (z.B. Lob, Zuwendung) oder materieller Art (z.B. Wertmarken) sein. Der Patient kann mitbestimmen, was für ihn einen besonderen Ansporn bietet. Negative Folgen, etwa eine Bestrafung, mindern nach der These der operanten Verfahren dagegen ein Verhalten. # Training sozialer Kompetenzen. # Aufbau positiver Aktivitäten. |
| 41. Nennen Sie zwei Methoden, die auf operanter Konditionierung beruhen, mit denen Verhalten verändert werden kann. | POSITIVE VERSTÄRKUNG: Ein Schüler kommt wiederholt verspätet in den Schulunterricht. Da die Mitschüler bewundernd lachen und die Lehrer nichts gegen den Regelverstoß unternehmen, empfindet der Schüler die Konsequenz für sein Verhalten als positiv. NEGATIVE VERSTÄRKUNG Was ist ein Beispiel für negative Verstärkung? Negative Verstärkung heißt: Man tut etwas häufiger, weil etwas Unangenehmes dadurch beendet oder vermieden wird (Bsp.: Ein Schüler macht seine Hausaufgaben vollständig und ein zuvor bestehendes Fernsehverbot wird aufgehoben; er macht seine Hausaufgaben in Zukunft häufiger vollständig). |
| 42. Erklären Sie das Prinzip von Diskriminationslernen / „Shaping“. | Beim Shaping erfolgt durch gezielte positive Verstärkung einzelner Verhaltenselemente eine stufenweise Annäherung an ein gewünschtes Zielverhalten. Dazu wird das Zielverhalten in einzelne Verhaltenselemente unterteilt. Die Verstärkung erfolgt auf alle Verhaltenselemente, die dem gewünschten Zielverhalten näherkommen. Beispiel Bei einem sprachbehinderten Kind wird jeder als Wort erkennbare Laut beim Erlernen sprachlicher Fertigkeiten gelobt. |
| 43. Was bedeutet Chaining / Verhaltensverkettung? | Beim Chaining werden komplexere Verhaltensweisen durch »Verkettung« einzelner Verhaltenselemente erlernt. Im Unterschied zum Shaping sind die Verhaltenselemente bereits im Verhaltensrepertoire und müssen nur noch miteinander verknüpft werden. Die Verstärkung erfolgt hier erst, wenn das letzte Glied der Verhaltenskette erfolgt ist. Ein Kind soll lernen, sich selbstständig die Zähne zu putzen. Dazu muss es die Zahnbürste in die Hand nehmen, die Zahnbürste befeuchten, die Zahnpastatube öffnen, Zahnpasta..... |
| 44. Erklären Sie den Begriff „prompting“. | Beim Prompting wird durch verbale oder verhaltensmäßige Hilfestellung das Erlernen einer Verhaltensweise vereinfacht, indem die Aufmerksamkeit auf das gewünschte Verhalten gelenkt wird. Beispiel In einem Rollenspiel (z. B. bei einer Paartherapie) kann der Therapeut an Stellen, an denen Vorwürfe geäußert werden, durch Soufflieren fördernde Reaktionen oder Verbalisierungen von Gefühlen anbieten. |
| 45. Nennen Sie drei Methoden für den ABBAU von unerwünschtem Verhalten. | BESTRAFUNG: Anwendung eines aversiven Reizes auf unerwünschtes Verhalten. Nur anwenden, wenn kein Verzicht auf Bestrafung noch negativere Folgen hätte. Benötigt Zustimmung des Patienten Antabus-Therapie bei Alkoholikern RESPONSE COST: Bereits erhaltene Verstärker, werden bei unangemessenem Verhalten wieder eingezogen, in Verbindung mit einem Token-System, Spezialfall der Löschung Schüler muss bei Nichteinhalten der Arbeitszeit in Ruhe ihre Tokens zurückgeben. BESCHRÄNKUNG Durch die physikalische Behinderung eines Verhaltens kann dieses kurzfristig reduziert werden bei akutem aggressiven Verhalten wird eine Person festgehalten. |
| 46. Erklären Sie die „Response Cost“- Methode. | Das Response-Cost-System ist eine Methode der operanten Konditionierung, die in der Verhaltenstherapie eingesetzt werden kann. Im Gegensatz zu Token-Systemen wird bei einem Response-Cost-Verfahren eine Belohnung (positiver Verstärker) vereinbart, die beim Auftreten des unerwünschten Verhaltens entzogen wird. |
| 47. Der „Sokratische Dialog“ ist gemäß der KVT die Methode der Wahl bei der Bearbeitung dysfunktionaler Kognitionen. Erklären Sie diese Methode. | Sokratischer Dialog [engl. socratic dialogue; gr. διάλογος (dialogos) Gespräch], [KLI], Gesprächstechnik der kogn. Verhaltenstherapie, i. R. der kognitiven Re-/Umstrukturierung. Dialogtechnik, die das Ziel verfolgt, kogn. Verzerrungen des Pat. zu hinterfragen und Widersprüche aufzudecken. Hierbei vermittelt der Therapeut keine alternativen Denkansätze, sondern versucht die neg. Grundannahmen des Pat. durch eine naiv-zugewandte Fragetechnik zu erfassen, bis dieser selbst auf Widersprüche stößt, die zu einer Verunsicherung innerhalb der bestehenden kogn. Schemata führen und somit eine Veränderung ermöglichen. Indikation häufig i. R. der Behandlung depressiver Störungen (Depression). |
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