Fichas
Bevölkerungssoziologie
Fichas del conjunto (75)
- 1Womit beschäftigt sich die Demographie (Bevölkerungswissenschaft)?beschäftigt sich mit
- Wachstum
- Struktur
- räumlichen Verteilung
der menschlichen Bevölkerung. - 2Ziele der Demographie?- Analyse demographischer Strukturen und Prozesse
- Analyse gesellschaftlicher Ursachen und Konsequenzen - 3Welche Merkmale des Individuums sind für die Demographie essentiell und verwendbar? (demographische Strukturmerkmale)ESSENTIELL: - Alter und Geschlecht
-Familienstand
- Staatsbürgerschaft
- Geburtsland
- ethnische Zugehörigkeit
- Ausbildung, Erwerbsbeteiligung, Gesundheitszustand, etc. - 4Was sind demographische Strukturen?- Verteilung von Individuumsmerkmalen auf eine Bevölkerung
- 5Was sind demographische Prozesse (Bevölkerungsdynamiken)?- Entstehen durch demographische Ereignisse (Geburt, Heirat, Tod) in einer Bevölkerung
- Fertilität, Mortalität, Migration, Nuptialität - 6Welche Zugangsweisen zur Demographie gibt es?- Mathematisch-Modellhaft
- Sozialwissenschaftlich-Problemorientiert - 7Wie sind demographische Ereignisse (zeitlich) miteinander verankert und logisch verbunden?- Kalenderzeit (Ereignisperiode)
- Alter (Zeitspanne zwischen Geburt / Ereignisdatum)
- Kohorte (z.B. Geburtskohorte = Geburtsjahrgang) - 8Wie bedingen sich Kalenderzeit (Periode), Alter und Kohorte rechnerisch gegenseitig?-) Alter = Periode - Kohorte
-) Periode = Kohorte + Alter
-) Kohorte = Periode - Alter - 9Was ist die Periodenbetrachtung und welche Vorteile und Nachteile besitzt diese?- Maßzahlen auf Basis der Ereignisse und der durchschnittlichen Bevölkerungszahl einer Periode.
Vorteil: aktuelle Infos zu demographischen Sachverhalten
Nachteil: implizierte Annahmen über zukünftige Ereignisse (wegen Periodeneffekt) - 10Was ist die Kohortenbetrachtung und welche Vorteile und Nachteile besitzt diese?demographische Ereignisse werden prospektiv und retrospektiv auf jeweilige Kohorte bezogen
Vorteil: liefert inhaltlich korrekte Infos über demographische Sachverhalte
Nachteil: liefert zensierte Infos, interpretierbare Aussagen nur mit zeitlicher Verzögerung - 11Wie wird den UN-Prognosen zufolge das Wachstum der Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert ausfallen?Das Wachstum wird deutlich geringer ausfallen (von 7 auf 11 Mrd.) als noch 1950-2000 (stieg um das 2,4-fache)
- 12Was ist unter der "europäischen Zeitenwende", in der wir uns befinden, zu verstehen?Europa als einziger Kontinent, in dem die Einwohnerzahl zurückgehen wird in den kommenden Jahrzehnten
- 13Phasen der Bevölkerungsentwicklung Österreichs?- Anfang 19. Jahrhundert: langsames Wachstum mit Anstieg ab 1820
- Anfang 20. Jahrhundert: starkes Wachstum
(bis 1910 Verdoppelung der Einwohnerzahl auf 6,6 Mio.)
dann WK /Zwischenkriegszeit - kaum Wachstum
bis 1980: 7,6 Mio.
bis 1994: 7,9 Mio.
2000: 8 Mio. - seitdem starkes Bevölkerungswachstum!
bis 2050: ca. 9,8 Mio. - 14Bevölkerungsveränderungen (rechnerisch)?Veränderung absolut: P=P(t+n)-P(t)
Relative Bevölkerungsveränderung (%): v=P(t+n)-P(t)/P(t)x100
Durchsch. jährliche Wachstumsrate (r): r=ln(P(t+n)/P(t))/n(x100) - 151) Formel der Verdoppelungszeit der Bevölkerung (in Jahren)? 2) Verdoppelungszeit bei Wachstumsraten 0,1%, 1,0% und 2,0%?1) Vz=ln(2)/r
2) 0,1% = 993 Jahre
1,0% = 69 Jahre
2,0% = 35 Jahre - 16Demographische GrundgleichungP(t-1)=P(t)+B-D+IM-EM
Ausgangszeitpunkt + Neugeborene (Birth) -Gestorbene (Died) + Einwanderer (Immigrants) - Auswanderer (Emmigrants) - 17Was sind die Geburten- und die Wanderungsbilanz (jeweils positiv und negativ)?- positive Geburtenbilanz: Geburtenüberschuss
negative Geburtenbilanz: Geburtendefizit
- positive Wanderungsbilanz: Wanderungsgewinn
negative Wanderungsbilanz: Wanderungsverlust - 18Was ist der Unterschied zwischen der "natürlichen" Bevölkerungsbewegung und dem "natürlichen" Bevölkerungswachstum?- Bevölkerungsbewegung: Veränderung der Bevölkerungszahl durch Geburten und Sterbefälle (kann auch defizitär sein)
- Bevölkerungswachstum: Wachstum durch positive Geburtenbilanz - 19Was ist der Unterschied zwischen absoluten Ereignismaßen und Raten (bzw. Ziffern)?- absolutes Ereignismaß:
alle demographischen Ereignisse, die sich in einem bestimmten Zeitintervall ereignet haben (z.B. Geburten/Jahr)
- Raten: demographische Ereignisse, die sich in einem bestimmten Zeitintervall IM VERHÄLTNIS zu der durchschnittlichen Populationsgröße ereignen. (z.B. Crude Birth Rate (CBR)) - 20Formel: CBR / CDR - Crude Birth Rate / Crude Death Rate (sind "rohe" Raten = berücksichtigen bestimmte Einflüsse nicht)CBR = B(irth)/P(opulation) x 1000
CDR = D/P x 1000 - 21Wann werden ausschließlich "rohe" Raten verwendet und warum sind diese nicht der Idealfall?- wenn nur wenig Information über demographisches Ereignis vorhanden ist (z.B. Lebendgeborene nach Alter der Mutter)
- Aus "rohen" Daten lassen sich nur bedingt Unterschiede / Veränderungen im demographischen Verhalten schließen. Demographie soll aber Maßzahlen entwickeln , die solche Schlüsse zulassen. - 22Welches Gesetz postulierte Thomas Robert Malthus (1766-1834)?- über den quasi "natürlichen" Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsentwicklung und verfügbaren "Unterhaltsmitteln"
- 23Die Alters- und Geschlechterstrukturen stehen im wechselseitigen Verhältnis zu ... ?.. den demographischen Prozessen Fertilität, Mortalität und Migration.
- 24Welche konkreten Merkmale besitzt die Alters- und Geschlechtsstruktur einer Bevölkerung bzw. demographische Struktur?- Geschlechtsstruktur:
den Anteil an männlichen / weiblichen Personen gesamt oder einer bestimmten Altersgruppe
- Altersstruktur:
die Personenanzahl in Altersgruppen - 25Woran sind Alter & Geschlecht, von der individuellen Ebene (biologische Merkmale) abgesehen, auf sozialer Ebene geknüpft?Bestimmtes Alter & Geschlecht werden mit Rollenzuschreibungen und -erwartungen sowie mit spezifischen Verhaltensweisen verbunden.
DAHER: sex (biologisches Geschlecht) UND gender (soziales Geschlecht) - 26Warum spielen gerade bei bevölkerungssoziologischen Analysen die sozialen Dimensionen von Alter und Geschlecht so eine gewichtige Rolle?... um demographische Sachverhalte besser interpretieren zu können.
- 27Was ist ein bekanntes Beispiel für die graphische Darstellung der Alters- und Geschlechterstruktur?Die Alterspyramide (auch genannt: Bevölkerungspyramide)
- 28Welche zwei Quellentypen mit demographischen Daten über Personen, Familien, Haushalte, etc. gibt es?- primärstatistische Quellen: Personenbefragung als Totalerhebung (Volkszählung, Zensus) oder Stichproben (Mikrozensus)
- sekundärstatistischen Quellen: staatliche Verwaltungsregister mit demographischen Sachverhalten - 29Was ist eine Volkszählung und was war der Vorläufer davon?- ist die Sammlung, Aufbereitung und Veröffentlichung demographischer, ökonomischer und sozialer Daten
über alle Personen eines Landes oder abgegrenzten Gebietes zu einem bestimmten Zeitpunkt.
- hist. Vorläufer: sogenannte Konskriptionen (in AUT bis ins späte 17. Jahrhundert) - 30Durch wen werden die Volkszählungen festgelegt und geregelt und in welchem Rahmen wurden die VZ der 2.Republik durchgeführt?- Die UN legt die Standards fest.
Durchführung durch Rechtsnorm der EU geregelt.
- Wurden in Verbindung mit Gebäude- und Wohnungszählungen durchgeführt. - 31Welche Merkmale wurden in der Volkszählung 2001 in Österreich erfasst?- Wohnadresse
-Geburtsdatum, Geschlecht, Familienstand
- Staatsangehörigkeit, Geburtsort, Lebensunterhalt, Ausbildung, Beruf, ...
- Zahl lebendgeborener Kinder (bei Frauen)
-Religion
-Umgangssprache - 32Welche demographischen Ereignisse werden im Personenstandsregister durch die Standesämter aufgenommen?Alle Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen - davon wird ein Teil regelmäßig der Statistik Austria zur Verfügung gestellt.
- 33Seit wann gibt es in Österreich das zivile Standesfallwesen und wer übernahm davor die Aufgaben der Registrierung?- 1939 bzw. 1945 nach Übernahme in österreichisches Recht
- Religionsgemeinschaften, führten sogenannte Matrikenbücher. Sind mit Seelestandsbeschreibungen eine wichtige Quelle für hist. Demographie. - 34Wie kommen Daten für die Migrationsstatistik zusammen?- auf Basis des Meldewesens seit 2002 mit dem zentralen Melderegister (ZMR)
- früher waren die lokalen Meldebehörden dafür zuständig (z.B. Gemeindeämter), die die Daten an Statistik Austria weiterleiteten.
Vor 1996 - nur jährliche Schätzungen!! - 35Warum verzichtete man bei der Registerzählung 2011 auf eine direkte Befragung der Bevölkerung?- Durch Verknüpfung der Daten aus dem ZMR und weiteren Verwaltungsdaten aus verfügbaren Registern verzichtete man auf eine weitreichende Befragung und organisierte eine Registerzählung.
- Hauptargument sind die deutlich geringeren Kosten. - 36Was sind die Nachteile der Registerzählung?- einige Merkmale sind so nicht mehr verfügbar (z.B. Religion, Umgangssprache)
- Merkmale, wie der Beruf, mussten geschätzt werden. - 37Zähle drei sozialwissenschaftliche Befragungen mit bevölkerungssoziologischem Bezug auf.-) AES - Adult Education Survey
-) ISSP - International Social Survey Programme
-) SHARE - Survey of Health Ageing and Retirement in Europe - 38Wie wurde und wird heute ein Mikrozensus durchgeführt?-) bis 2003 rotierende Wohnungsstichprobe mit gleichem Programm wie bei Zensus und wurde seit 1969 4-mal jährlich durchgeführt.
Neben Grundprogramm auch Sonderprogramme zu Schwerpunktthema.
-) Ab 2004 Neugestaltung und Ziel Daten der "kontinuierlichen Arbeitskräfteerhebung" der EU zu erheben:
wöchentlich durchgeführt, Stichproben mit Adressen aus ZMR
rotierendes Sample: Erstbefragung "face to face", dann vier Wiederholungsbefragungen telefonisch. - 39Welche Ausprägungen besitzt der gesetzliche Familienstand (mit der eingetragenen Partnerschaft seit 2010)?- ledig
- verheiratet
- verwitwet
- geschieden
- in eingetragener Partnerschaft lebend
- aufgelöste eingetragene Partnerschaft
- hinterbliebener eingetragener Partner - 40Warum ist der gesetzliche Familienstand in Österreich noch so wichtig?Weil je nach Familienstand (Ehe, Lebensgemeinschaft, eingetragene Partnerschaft) verschiedene rechtliche Konsequenzen gelten.
Für Soziologie ist der de-facto Familienstand / die Lebensform wichtiger. - 41Nenne ein Beispiel für eine Familienstandsquote?Z.B. Ledigenquote (mit komplementärer Größe der Quote der jemals Verheirateten)
- 42Wie hat sich der Ehestatus und das Heratsverhalten im Laufe der Zeit verändert (3)?- Heirat / eigene Kinder waren ein soziales Privileg besitzender Schichten
(politischer Ehekonsens der Gemeinden: Armen-, Niederlassungs- und Heiratsrecht)
- erste Hälfte 20. Jhdt:
Ehe und Partnerschaft als soziale Norm
- normativer Charakter ging in letzten Jahrzehnten verloren. - 43Welche demographischen Ereignisse entsprechen der Nuptialität und welchem Strukturmerkmal sind sie zugehörig?- Heirat
- Scheidung
- Verwitwung
- Familienstand - 44Maßzahlen zum Heiratsgeschehen?- Absolute Zahl der Eheschließungen ( ev nach Ersteheschließungen und Wiederverheiratung)
- Rohe Heiratsrate
- Altersspez. Heiratsraten
- Eheschließende auf 1000 Nichtverheiratete ab 15 Jahren
- Gesamterstheiratsrate: Summe der altersspez. Erstheiratsraten bis zum Alter von 50 Jahren. - 45Maßzahlen zum Scheidungsgeschehen?- Absolute Zahl der Ehescheidungen
- Scheidungsziffer (Rate)
- Ehedauerspez. Scheidungsraten
- Gesamtscheidungsrate - 46Was zeigen die ehedauerspezifischen Scheidungsraten im Zeitvergleich deutlich?Die Unterschiede im Scheidungsrisiko abhängig von der Ehedauer.
= überproportional hoch angestiegen bei langen Ehedauern - 47Veränderung im Scheidungsgeschehen- Ehescheidungen haben sich seit 1970 verdoppelt.
- 2007: 49%; aktuell: 40-42%
- Mittlere Ehedauer: 11 Jahre
- Scheidungsrisiko überproportional angestiegen
- Ca. 40% der geschiedenen Ehen blieben kinderlos
- pro Jahr rund 12.000 Kinder bis 18 Jahren von Elternscheidung betroffen
- Scheidungsrisiko bis 18. Kindesgeburtstag: 20 % - 48Veränderungen im familiären Zusammenleben der letzten Jahrzehnte- Zahl der Familien stieg um ca. 100.000/Dekade
- Von 100 Familien: 46 Paare mit K. / 42 Paare ohne K., 12 Elternteile
- Lebensgemeinschaften seit 1970 verachtfacht.
- 760.000 Familien mit Kinder unter 15 Jahren
- 150.000 Familien mit 3 und mehr Kindern
- durchschnittliche Kinderzahl (Familien mit Kindern): 1,6 - 49Entwicklung und Zahlen zu Stieffamilien- 2015 waren es mehr als 80.000 Stieffamilien
- viel mehr Stiefväter (87%)
- komplexe Stieffamilien: Partner noch ein zusätzliches Kind (40 %) - 50Lebensformen im Wandel- 50er/60er: goldenes Zeitalter der Ehe
- damals heirateten mehr als 90% der Menschen, 90 % Frauen hatten Kind
-Vater/Mutter/Kind als angestrebten Lebensmodell
-Lebenslange Ehe und Kinder - "Normalbiographie"
verlor in letzten Dekaden an Bedeutung und normativen Charakter - vom "Zwang" zur "Wahlbiografie". - 51Familien- und Lebensgemeinschaftsstatistik im Wandel:- weniger Eheschließungen
- steigendes Heiratsalter
- mehr nichteheliche Lebensgemeinschaften
- mehr Scheidungen
- mehr Wiederverheiratungen
- niedrige Kinderzahlen
- höhere Kinderlosigkeit
- steigendes Alter bei Geburt 1. Kind
- mehr unehelich geborene Kinder - 52Was bezeichnet man als die Normalbiographie?Konzept aus 1930er: "Familienlebenszyklus" = normative Chronologie von Familiengründung bis Familienlösung durch Tod des Partners
- 53Was bezeichnet man als Wahlbiographie?die heute eher praktizierte Weise der Wahlbiographie (auch Bastelbiographie):
- vielfältige Optionen
- ABER: Entscheidungszwänge - 54Was bezeichnet Fertilität auf Mikroebene (demographisches Ereignis)?Geburt
(Fertilität wird traditionell auch als Fruchtbarkeit übersetzt, aber keine Empfehlung für Gebrauch) - 55Biologische Fähigkeit der Reproduktion zwar notwendig für Elternschaft aber keine ausreichende Voraussetzung. Warum?wegen sozialer Komponente; Entscheidung für / gegen eine Elternschaft ist in hohem Maße sozial geprägt.
- 56Was wurde bei der letzten UN- Weltbevölkerungskonferenz i Kairo 1994 als grundlegendes Menschenrecht bezeichnet und warum?- die verantwortete und selbstbestimmte Elternschaft (Selbstbestimmung über Anzahl und Geburtszeitpunkt der eigenen Kinder)
- Kontrolle über eigene Reproduktion als uralter Menschheitstraum / "Frauentraum". - eine der revolutionärsten Entwicklungen der Menschheitsgeschichte - 57Was ist die Menarchie, was die Menopause? Was die Parität?Menarchie: Beginn der Menstruation
Menopause: Ende der Menstruation
Parität (Geburtenfolge bzw. Ordnungsziffer der Geburt): das wievielte Kind es ist - 58Was ist ein eheliches Kind?Wenn die Eltern während der Schwangerschaft (wenn auch nur kurz) verheiratet waren.
- sonst unehelich ( nicht-ehelich) geboren - 59Was ist die Unehelichenquote?Prozentsatz, der nichtehelich Lebendgeborenen aller Lebendgeborenen
- 60Maßzahlen zur Fertilität? (1/2)Rohe Geburtenrate: Lebendgeborene/Jahr auf 1000 Einwohner
- allg. Fertilitätsrate (GFR): Lebendgeborene eines Jahres auf 1000 Frauen zwischen 15 und 49 Jahren
- altersspez. Fertilitätsraten (ASFR): Lebendgeborene/Jahr auf 1000 Frauen einer bestimmten Altersklasse - 61Maßzahlen zur Fertilität? (2/2)Gesamtfertilitätsrate: Summe der altersspez. Fertilitätsraten (durchschnittliche Kinderzahl pro Frau)
- Bruttoreproduktionsrate: Wie TTR (oben) berechnet, nur, dass lediglich weibliche Lebendgeburten berücksichtigt werden.
- Nettoreproduktionsrate: Wie GRR berechnet, nur dass Überlebenswahrscheinlichkeiten der Frauen bis jeweilige Altersklasse berücksichtigt werden. - 62In welchen Zeitfenstern schlägt die Fertilitätsstatistik besonders aus?- frühes 20. Jahrhundert - rascher Rückgang der Kinderzahlen (im Vergleich zu FR und GBR erst später Rückgang)
- Mitte 30er - niedrige Kinderzahlen
- Babybooms (1939-1942 / 1955 - 1965 (TBR 2,8)) - 63Wo liegt die TFR momentan und was ist das demographische Bestanderhaltungsniveau ( replacement level)Momentan: 1,5 (AUT)
Replacement level: 2,1 Kinder pro Frau - 64Was ist die Kohortenfertilitätsrate?entspricht der endgültigen Kinderzahl = Completed Fertility Rate (CFR)
Summe der altersspezifischen Fertilitätsziffern eines bestimmten Geburtsjahrganges. Tatsächlich durchschnittliche Kinderzahl einer Geburtskohorte von Frauen. - 65Fertilitätslevels in EuropaAm Höchsten: Island, Türkei (2,1) und Irland, Frankreich (2,01)
Am Niedrigsten: Moldau und Portugal (1,28)
Cirka Hälfte der Länder Europas unter 1,5 - darunter auch AUT, D, CH, Südeuropa, meisten Länder Osteuropas... - 66Welche Theorien versuchen den Rückgang der durchschnittlichen Kinderzahlen in den Industrieländern in den letzten 150 Jahren zu erklären?1. ökonomische Theorien (mikro-, makro-)
2. soziologische Theorien (mikro-, makro-)
3. Sozialpsychologische Theorien
ABER: Keine Theorie kann Rückgang hinreichend erklären! - 67ÖKONOMISCHE THEORIEN Mikroöko. Theorien:"Supply-demand-framework" / "fertility demand": Kinder werden als Mischung zwischen Konsumgut, Kostenfaktor und lang-/kurzfristiger Investition gesehen.
Logisch: Mehr Einkommen - mehr Kinder. ABER:
-) je mehr Einkommen: umso mehr wird in "Qualität investiert" (z.B. Schule)
-) Opportunitätskosten eigener Kinder steigen (vor allem für Frauen), je höher erwartbares Erwerbseinkommen ist. - 68ÖKONOMISCHE THEORIEN Makroöko. Theorien:"Wohlstandstheorie" von Brentano:
Geburtenrückgang als Folge von gestiegenem Wohlstand - 69SOZIOLOGISCHE THEORIEN Mikrosoziol. Theorien:ZWEITER demographischer Übergang versucht Erklärung für Geburtenrückgänge und erwartbares zu geben (Wandel gesellschaftlicher Normen und Werte):
- individuelle Selbstbestimmung und Autonomie wird größer
- Dominanz individueller über gemeinschaftlicher Bedürfnisse
- Hinterfragen von Autoritäten und deren Werte - 70SOZIOLOGISCHE THEORIEN Makrosoziol. Theorien:A: ERSTER demographischer Übergang
B: Historisch-soziologische Bevölkerungstheorie generativen Verhaltens - hat mit Wandel von der Agrar- zur Industriegesellschaft zu tun.
- generative Struktur = Prozesse, die natürliche Bevölkerungsbewegung in bestimmter Zeit und Gruppe beeinflussen
- generatives Verhalten = in Wechselbeziehung zu konkreten Wirtschafts-/Sozialstruktur, funktionales Verhalten, wenn sich das ändert, ändert sich (mit Zeitabstand) auch das generative Verhalten - 71Welche 3 revolutionäre Ereignisse und Entwicklungen gab es vor dem Hintergrund des Wertewandels Mitte der 50er?- Pille - hormonelle Kontrazeptive (contraceptive revolution)
- Lockerung Sexualität/Ehe und Sex nicht nur zur Fortpflanzung (sexual revolution)
- Zurückdrängung weiblicher Rollenbilder (Emanzipation), Forcierung ökonomischer Unabhängigkeit, Gleichberechtigung (gender revolution) - 721. Demograph. Übergang: Wandel HeiratsverhaltenWandel Heiratsverhalten:
- steigender Anteil Verheirateter
- sinkendes Erstheiratsalter
- sinkender Anteil unverheirateter Paare
- niedrige Scheidungsraten
- hohe Wiederverheiratungswahrscheinlichkeit
- Familienlebenszyklus (Standard) - 731. Demograph. Übergang: Wandel Fertilitätsverhalten- Rückgang ehelicher Fertilität (Geburtenkontrolle im höheren Alter)
- Sinkendes Alter bei erster Geburt
- mangelhafte Verhütungsmethoden
- sinkende Unehelichkeit
- wenig kinderlos bleibender Frauen (vor allem verheirateter) - 742. Demograph. Übergang: Wandel Heiratsverhalten- immer mehr Unverheiratete
- steigendes Erstheiratsalter
- mehr Lebensgemeinschaften
- Scheidungshäufigkeit
- Wiederverheiratung unwahrscheinlicher
- immer mehr unkonventionelle Lebensformen und -läufe - 752. Demographischer Übergang Wandel Fertilitätsverhalten- sinkende Fertilität wegen Aufschiebung Kinderwunsch
- steigendes Alter bei Erstgeburt
- Fertilität unter replacement level
- effiziente Kontrazeptive
- mehr Frauen, die Kinderlos bleiben (auch in Ehe)
- weniger Verheiratete
Información
- Descripción
- zur VO EC Bevölkerungssoziologie 2020, Uni Wien
- Creado por
- Michi Boeck
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