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Ökonomik der Entwicklungsländer

Maike Erb VWL Alemán 77 fichas

Fichas del conjunto (77)

  1. 1Definition: BIPGesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen), die innerhalb eines Jahres innerhalb einer VW hergestellt werden
  2. 2Definition: PPPPurchasing Power Parity: liegt dann vor, wenn Waren und Dienstleistungen eines Warenkorbes für gleich hohe Geldbeträge erworben werden können
  3. 3Zusammensetzung des Human Development Index (HDI)Jeweils mit einem Drittel:
    - Lebenserwartungsindex: Lebenserwartung bei Geburt
    - Bildungsindex: durchschnittl. Schulbesuchsdauer und voraussichtliche Schulbesuchsdauer in Jahren
    - Lebensstandard: BNE pro Kopf
  4. 4Definition: BNESumme der innerhalb eines Jahres von allen Bewohnern eines Staates (Inländer) erwirtschafteten Einkommen, unabhängig davon, ob diese im Inland oder im Ausland erzielt wurden
  5. 5Definition: Institutionen- Langfristverträge und Organisationen
    - formelle Regeln wie Gesetze und Verfassungsregeln, aber auch informelle, nicht-formgebundene Regeln wie Moral, Sitten und Gebräuche
  6. 6Was ist Ökonomik?Die Wissenschaft, die menschliches Handeln unter Knappheit analysiert, um aufzuzeigen, wie (durch Reform der Bedingungen für Interaktionen) Knappheitsprobleme besser gelöst werden können.
  7. 7BIP: EntstehungsseiteProduktionswert
    - Vorleistungen
    = Bruttowertschöpfung
    - Gütersubventionen
    + Gütersteuern
    = BIP
  8. 8BIP: VerwendungsseitePrivate Konsumausgaben
    + staatliche Konsumausgaben
    + Investitionen
    + Exporte
    - Importe
    = BIP
  9. 9Nachteile des BIPs als wirtschaftlicher Indikator- Schwarzmarkthandel in EL besonders ausgeprägt, aber nicht messbar
    - Subsistenzwirtschaft, Tauschhandel (geldlos)
    - keine genaue statistische Erfassung
    - Preisbewertung bei Abwesenheit von Märkten (im Fall staatlich festgesetzter Preise) extrem schwierig
    - keine Auskunft über Verteilung des Wohlstands
    - eindimensional
    - keine Beachtung von Umweltschäden
    - Abhängigkeit des nominalen BIPs von In-/Deflation
  10. 10Weshalb ist Güterarbitrage (Voraussetzung für PPP) in der realen Welt nicht erfüllt?- hohe Transportkosten
    - Handelsbarrieren
    - rigide Preise
    - unvollkommener Wettbewerb
    - Steuern und Subventionen
  11. 11Problem des BIPs mit realem Wechselkurs- Wohlstand bedeutet nicht (zwingend) Wohlfahrt
  12. 12Kuznets-TheseIm Zuge der wirtschaftl. Entwicklung vom armen Agrarstaat hin zu einem reichen Industrie- und Dienstleistungsstaat wird die Verteilung erst mit zunehmender Industrialisierung ungleicher und schließlich werden aber diese Ungleichheiten abgebaut, sodass letztlich alle profitieren.
  13. 13These von Galor und ZeiraEine Gesellschaft mit einer hohen Vermögens- und Einkommensungleichheit ist in einem weitaus stärkeren Maß Verteilungskonflikten ausgesetzt, und es werden geringere Wachstumsraten erzielt, da polit. Entscheidungsträger weniger die private Vermehrung von (Human-)Kapital unterstützen als sich Umverteilungsmaßnahmen zu widmen.
  14. 14Capability-Ansatz von Sen- Welche Funktionen (functionings) kann eine Person mit Hilfe von Ressourcen erreichen?
    - Funktionen = Tätigkeiten, Zustände und Fähigkeiten
    - Capabilities = Handlungsspielraum, den eine Person für ihre Lebensführung hat; daran bemisst sich das Wohlergehen eines Menschen
  15. 15Milleniumsziele (Basisjahr 1990)1) extreme Armut und Hunger beseitigen
    2) Grundschuldbildung für alle Kinder
    3) Gleichstellung und größerer Einfluss von Frauen
    4) Kindersterblichkeit senken
    5) Gesundheit der Mütter verbessern
    6) AIDS, Malaria und andere bekämpfen
    7) Gewährleistung einer nachhaltigen Umwelt
    8) globale Partnerschaft für Entwicklung (Strukturziel)
  16. 16Copenhagen Consensus- ökonomisch ausgerichteter Entwicklungshilfeansatz
    - Erhaltung menschlichen Lebens im Vordergrund
    - Ordnung anhand der Effizienz der Maßnahmen
    - optimal, wenn der Grenzertrag des Geldes bei allen Maßnahmen gleich ist
  17. 17Malthus' pessimistische Theorie- Thema: Grenzen des Wachstums infolge der Knappheit des Faktors Grund und Boden
    - Bevölkerungswachstum steigt exponentiell, die an den Produktionsfaktor Boden gebundene Nahrungsmittelproduktion aber nur linear
  18. 18Postkeynesianische Wachstumstheorie von Harrod und Domar- Erweiterung des keynesianischen Grundmodells dahingehend, dass nunmehr langfristiges Wachstum untersucht wird, indem das Zusammenspiel von Kapazitäts- und Einkommenseffekten der Nettoinvestitionen in den Vordergrund rückt
    - Staat hat eine Investitions- und Wachstumslenkungsfunktion
  19. 19Neoklassische Wachstumstheorie von Solow: These der WachstumskonvergenzÄrmere, weniger entwickelte VWs holen ggü. reicheren im BIP/Kopf auf, da..
    -1. müsste bei Produktionsfaktoren mit abnehmenden Grenzerträgen jede Investition in EL einen höheren zustätzl. Output erzeugen als in den reichen Ländern und
    2. können EL theoretisch relativ einfach durch den Import des TF ein höheres Wachstum generieren
  20. 20Kondratiew-ZyklenAls Erklärungen für die langen Wellen der Weltkonjunktur werden grundlegende techn. Innovationen - sog. Basisinnovationen - genannt, die zu grundlegenden Umwälzungen in der Produktion und Organisation führen (Dauer eines Zyklus: 40-60 Jahre).
  21. 21Modernisierungstheorie: Kernansichtdurch Modernisierung(=Prozess der Transformation von trad. Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen zu den modernen Ausprägungen wie in OECD-Ländern) der gesellschaftlichen Institutionen werden die Grundlagen für Wachstum und Wohlstand geschaffen
  22. 22Rostow: "Theorie der Stadien wirtschaftlichen Wachstums"Jede Gesellschaft verläuft fünf idealtypische Entwicklungsstadien auf dem Weg von der traditionsverhafteten hin zur modernen Gesellschaft.
  23. 23Rostow: Stadien wirtschaftlichen Wachstums1) Traditionelle Gesellschaft: oligarchische Machtstrukturen, Subsistenzwirtschaft, hoher Beschäftigungsanteil im primären Sektor
    2) Übergangsgesellschaft: Anstieg der Produktivität und außenwirtschaftlicher Beziehungen durch Bemühungen einer modernisierungswilligen polit. Elite
    3) Startgesellschaft: wirtschaftlicher Aufstieg gekennzeichnet von steigender Produktivität und steigender Dominanz des modernen Sektors, aber: gewisse Spartätigkeit und Kapitalzufuhr von außen vonnöten
    4) Industriegesellschaft: Ausdehnung des Wachstums auf relativ unbedeutende Sektoren, deutliche Zunahme des Ausbildungs- und Spezialisierungsgrades
    5) Massenkonsumgesellschaft: WiPo mehr und mehr konzentriert auf Errichtung eines Wohlfahrtsstaats, Bedeutungsverlust des industriellen Sektors bei Ausdehnung der Konsumgüterproduktion
  24. 24"Abhängigkeitstheorien"Entwicklung eines Wirtschafts- bzw. Gesellschaftssystems kann abhängig sein von:
    - Klima und Geographie
    - Ausbeutung in der Vergangenheit (Kolonialismus)
    - Abhängigkeit vom "ungleichen Tausch" verursacht durch unfaire internationale Handelsbedingungen, TF in Industrieländern sorgt für geringere Löhne in EL
    - Abhängigkeit von eigenen Teufelskreisen
  25. 25Wovon hängen Wachstum und Wohlstand nach der (alten und neuen) ökonomischen Wachstumstheorie v.a. ab?- exogener TF
    - private und staatliche Investitionen in Sachkapital
    - Investitionen in Humankapital
  26. 26Wettbewerbsfunktionen- Allokationsfunktion
    - Entmachtungsfunktion
    - Verteilungsfunktion
    - Innovationsfunktion
  27. 27AllokationsfunktionAnpassung von Angebotsstruktur und Faktoreinsatz an die Bedürfnisse der Nachfrage
  28. 28VerteilungsfunktionWettbewerb steuert die Einkommensverteilung nach der Marktleistung, d.h. nach den Bedürfnissen der Nachfrager, was als eine leistungsgerechte Verteilung angesehen wird
  29. 29Innovationsfunktion- auch TF
    - im Wettbewerb sollen stetig nach neuen, besseren Produkten und effizienteren Verfahren gesucht werden
  30. 30EntmachtungsfunktionWettbewerb erlaubt zwar innovativen Unternehmen, sich Vorsprungsgewinne anzueignen, die erodieren aber, wenn neue Anbieter in die lukrative Marktnische drängen
  31. 31Good Governance IPrinzipiengeleitete staatliche (Wettbewerbs-)Politik, also nach:
    - Subsidiaritätsprinzip
    - Äquivalenzprinzip
    - Gleichheitsgrundsatz - rule of law
    - Wirtschaftlichkeit
    - Transparenz
    - Bekämpfung von Korruption
  32. 32Good Governance IIVerankerung von Verfassungsprinzipien, wie:
    - (Ab-)Wahl der Legislative (Demokratie i.e.S.)
    - Grundrechtschutz
    - Gewaltenteilung horizontal und vertikal
    - Beachtung international anerkannter Spielregeln
  33. 33Definition: Korruption- der heimliche Missbrauch von öffentlicher oder privatwirtschaftlich eingeräumter Stellung oder Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil
    - intransparente, illegitime "Verträge" zwischen öffentlichem Sektor und Klienten zu Lasten des Gemeinwohls und von Konkurrenten
  34. 34Arten von Korruption- Privilegien-Korruption oder Entlastungs-Korruption
    - Staatskorruption oder Belastungskorruption
    - private Korruption
    - aktive und passive
    - systematische, strukturelle und situative
    - berechenbare und unberechenbare
  35. 35Def.: PfadabhängigkeitPfadabhängigkeit - genauer: Zeitpfadabhängigkeit - beschreibt die Abhängigkeit gegenwärtiger Zustände von vergangenen Entscheidungen
  36. 36Merkmale von Pfadabhängigkeit- komplementärer Zusammenhang zwischen Systemkomponenten
    - steigende Skalenerträge bzw. increasing returns to scale
    - hohe Standardwechselkosten bzw. Quasi-Irreversibilität
  37. 37Pfadabhängigkeiten bei Institutionen/ der institutionellen Entwicklung- Zusammenspiel formeller und informeller Institutionen
    - spezifische Investitionen in vorhandene Regelstruktur
    - auch Kosten des Wechsels institutioneller Pfade aufgrund von Unsicherheit der Alternative
    - wenig Kompensationsmöglichkeiten für Regelverlierer, die sich dann gegen Reformen wehren
    - effiziente wirtschaftliche Entwicklung setzt adäquate institutionelle Änderung bei relativen Preisänderungen voraus
    - Voraussetzung: institutionelle Problemlösungsmechanismen
  38. 38Das Transformationsproblem: Pfadwechsel kann...- Human- und Realkapital entwerten
    - neue informelle Institutionen erfordern
    - eine Phase der Desorientierung und Anpassung hervorrufen
    - die Schaffung neuer Netze und Kooperationsformen notwendig erscheinen lassen
  39. 39Reformhindernisse: Warum die Regierung nicht kooperiert- das Zeitproblem der autokratischen Regierung
    - das Wahrnehmungs- oder Ideologieproblem
    - das Verteilungsproblem
    - der Fluch der Ressourcen
    - das Korruptionsproblem
    - das Entmachtungsproblem des Diktators
  40. 40Hernando de Soto: These-"Es fehlt in den EL nicht an Geld, sondern an Recht" (bzw. Eigentumsrecht)
    - Ohne formales Eigentumsrecht kann eine Marktwirtschaft nicht existieren, weil der reine Besitz kein echtes "Asset" darstellt, denn der Zugang zum Kapital(markt) ist nicht gegeben.
  41. 41Jeffrey Sachs: Voruntersuchung eines Landes- Ausmaß extremer Armut
    - wirtschaftspolit. Rahmen
    - fiskalischer Rahmen
    - physikalische Geographie und Humanökologie
    - Regierungsführung
    - kulturelle Faktoren
    - Geopolitik
  42. 42Jeffrey Sachs: grundlegende Arten von Kapital- Humankapital
    - Wissenskapital
    - Betriebskapital
    - natürliches Kapital
    - Infrastrukturkapital
    - institutionelles Kapital
  43. 43Jeffrey Sachs: Komponenten des verwaltunsgpolit. Rahmenplans- Dezentralisierung
    - Schulung
    - Inforomationstechnologien
    - Referenzwerte
    - Buchprüfung
    - Erfolgskontrolle
  44. 44Washington Consensus- fiscal discipline
    - Umlenkung der öffentl. Ausgaben in profitable Bereiche
    - Steuerreform mit dem Ziel niedrigerer marginaler Spitzensteuersätze und einer breiteren Bemessungsgrundlage
    - Zinsfreigabe
    - wettbewerblicher, freier Wechselkurs
    - Handelsliberalisierung
    - Liberalisierung von FDI
    - Privatisierung
    - Deregulierung, Abschaffung von Handelsbarrieren
    - Sicherung von Eigentumsrechten
  45. 455 zentrale Prinzipien der Erstellung von PRSPs- sollen von den Regierenden der betroffenen Länderin Eigenverantwortung und unter umfassender Beteiligung der Zivilgesellschaft und Betroffenen erarbeitet werden
    - Ergebnisorientierung: Konzentration auf Maßnahmen, die den Armen zugutekommen
    - umfassend sein, um multidimensionaler Natur der Armut Rechnung zu tragen
    - auf Zusammenarbeit (u.a. auch mit NGOs) ausgelegt sein
    - sollen auf einer langfristigen Perspektive der Armutsreduzierung basieren
  46. 46HIPC-Initiative: Stufe 1Stufe 1 - Einstufung (Classification): Land muss vom IWF und der WB als arm, hochverschuldet und reformwillig eingestuft werden; BIP/Kopf < 1000 US$, Auslandsschulden >150% der jährlichen Exporterlöse oder > 250% der Staatseinnahmen
  47. 47HIPC-Initiative: Stufe 2Stufe 2 - Entscheidungspunkt (decision point): Ländern der Stufe 1 wird ein Erlass der Zins- und Tilgungszahlungen in Aussicht gestellt, sofern diese Länder überzeugende Konzepte zur good governance und zur Armutsbekämpfung (Erstellung von PRSPs) vorlegen.
  48. 48HIPC-Initiative: Stufe 3Stufe 3 - Der Vollendungspunkt (completion point): Die Länder, denen es gelingt, während einer (nicht befristeten) Bewährungszeit die Konzepte der good governance und Armutsbekämpfung (endgültige PRSPs) tatsächlich erfolgreich umzusetzen, erreichen den Vollendungspunkt: (Teil-)Schuldenerlass.
  49. 49BIP pro Kopf als dynamische VariableBIP pro Kopf als Entwicklungsvariable: kann das wirtschaftliche Wachstum eines Landes/einer Region im Zeitablauf beschreiben
  50. 50BIP pro Kopf als statische VariableBIP pro Kopf als Wohlstandsvariable: kann den Wohlstand zwischen unterschiedlichen Ländern/Regionen zu einem Zeitpunkt beschreiben
  51. 51Definition: Property RightsVerfügungsrechte, die innerhalb einer Gemeinschaft die Schnittstelle zwischen erlaubten und unerlaubten Handlungen abstecken
  52. 52Verfügungsrechte betreffen...- die Nutzung (usus)
    - die Veränderung (abusus)
    - das Recht auf Aneignung der Erträge aus der Nutzung des Gutes (usus fructus)
    - das Recht auf Veräußerung des Gutes (ius abutendi)
    - die Pflicht zur Haftung bei verursachten Schäden
  53. 53Regeln des Marktes- Eigentumsrechte
    - Gleichheitsgrundsatz - rule of law
    - Qualität der Verwaltung
    - Unabhängigkeit der Zentralnotenbank
    - Finanzinstitutionen
    - Gewährung von Freiheitsrechten
  54. 54Solow: Unterschied zw. Kapitalstock und KapitalintensitätKapitalintensität = Kapitalstock pro Kopf
  55. 55Solow: Steigt oder sinkt der Zuwachs an Output bei steigender Bevölkerung und konstanten Kapitalstock?Zuwachs an Output sinkt, Output steigt
  56. 56Vorteile des HDI- Anerkennung der Bedeutung von Bildung und Gesundheit
    - hohes BNE kann die anderen Indikatoren nicht ausgleichen
    - zukunftsorientiert
    - überschaubare Zahl an relevanten Variablen
    - relativ einfach erheb- und berechenbar
  57. 57Nachteile des HDI- ungenaue Daten und Datenmanipulation
    - zwar mehr berücksichtigt als im BIP, aber trotzdem fehlen wichtige Komponenten: Korruption, ökolog. Kosten, Partizipationsmöglichkeit,...
    - impliziert (unseren) normativen Wohlfahrtsbegriff
    - für Industrieländer eher ungeeignet (HDI überall hoch, kann also kaum Unterschiede messen)
  58. 58Lorenzkurve- Einkommens-Bevölkerungsschema: zeigt Aufteilung des Gesamteinkommens auf die einzelnen Bevölkerungsschichten
    - kann keine Gründe oder Folgen der Verteilung anzeigen
  59. 59Gini-Koeffizient- drückt das Verhältnis der Fläche zw. der Lorenzkurve bei Gleichverteilung und der spezifischen Lorenzkurve zum gesamten Dreieck aus
    - 0 = völlige Gleichverteilung ( je näher an 1, desto ungleicher=
    - 0.5 - 0.7 = einkommensungleich
    - 0.2 - 0.35 = relativ einkommensgleich
  60. 60Vorteile des Gini-Koeffizienten- leicht einsehbare Kennzahl, gibt guten ersten Eindruck
    - ermöglicht einfache Ländervergleiche
    - dynamische Betrachtung möglich
  61. 61Nachteile des Gini-Koeffizienten- keine Aussage über Wohlstand eines Landes
    - ein Sinken des Gini heißt nicht zwangsläufig, dass es allen Menschen besser geht
    - sagt nichts über die genaue Verteilung aus, daher können unendlich viele Lorenzkurven den gleichen Gini haben
    - keine Aussage über Vermögensverteilung
    - umfasst nicht gesamte Bevölkerung, da zB informeller Sektor unberücksichtigt
    - erweckt Eindruck, dass es erstrebenswert ist, dass alle Geldeinkommen nominal gleich sind
  62. 62Ungleichverteilung: positive Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum- risikofreudigeres Entscheiden -> höhere I-Anreize
    - höherer Leistungs-/Arbeitsanreiz -> Produktivität steigt
    - höhere gesamtwirtschaftl. Sparneigung und somit mehr I
    - Aufbau eines langfristigen Kapitalstocks als Folge von I
  63. 63Ungleichverteilung: negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum- soziale Unruhen: geringere I-Anreize, polit. Instabilität, Druck zur Umverteilung
    - weniger I in Humankapital -> langfristig sinkt Produktivität
    - Ökonomien mit relativ gleichverteiltem Einkommen können besser auf Schocks reagieren als solche mit ungleich verteiltem
  64. 64Kritik von Piketty an der Kuznets-These- er liefert alternative Erklärung für den Rückgang der Ungleichverteilung im betrachteten Zeitraum (Vernichtung des Kapitalstocks durch den Krieg)
    - weist Kuznets-These zurück, da..
    x Verzinsung des volkwirtschaftl. Kapitalstocks immer nahezu größer sei als das durchschnittl. Wirtschaftswachstum
    x Grenzproduktivität des Kapitals in der Realität nicht sinke
    x das Vermögen rascher zunehme als das BIP, was zu einer Konzentration von Vermögen und Einkommen führe
  65. 65These von Galor und Zeira: Rückwirkung auf WohlstandIn ärmeren Gesellschaften können wenige in Humankapital investieren -> arbeiten hauptsächlich unausgebildet -> können kaum Vermögen vererben -> bleiben in der Armutsfalle.
    Es bedarf eines exogenen Schocks bzw. des Eingreifens von außen, um aus diesem "Teufelskreis" auszubrechen.
  66. 66Malthus' pessimistische Bevölkerungstheorie: LösungSenkung der Bevölkerungsgröße
    - bewusste Steuerung durch Staat und Kirche zB durch sexuelle Enthaltsamkeit oder Hochsetzen des heiratsfähigen Alters
    - unvermeidbare Faktoren, die automatisch das GG zw. Bevölkerungswachstum und Nahrungsmittelproduktion widerherstellen (wie zB Krieg, Seuchen)
  67. 67Malthus: Kritik- keine Berücksichtigung technischen oder organisatorischen Fotschritts
    - im Zuge der Industr. Revolution erhöhte sich in Industrieländern der Wohlstand, aber Bevölkerungswachstum schwächte ab
    - Annahme des exponentiellen Wachstums in der Realität nicht bestätigt
  68. 68Solow-Modell: Def. von WachstumWachstum = Steigerung des Outputs pro Beschäftigtem
  69. 69Solow: Quellen des Wachstums- höhere Kapitalintensität (Problem: abnehmende Grenzproduktivität des Kapitals)
    - TF: führt dazu, dass die Produktionsfaktoren effizienter eingesetzt werden können und somit bei konstanter Arbeit und Kapital ein höher Output pro Beschäftigten entsteht)
  70. 70Solow: Annahmen- 2 Inputfaktoren
    - Arbeit und Kapital als homogene Güter
    - abnehmende Grenzproduktivität der Inputfaktoren
    - konstante Skalenerträge
    - kein TF
    - ausgegl. Staatshaushalt
    - geschlossene VW
    - konstanter Teil des Einkommens wird gespart
  71. 71Solow: Implikationen für EL- in EL ist es für einen Großteil der Bevölkerung schwierig bis unmöglich zu sparen -> wer nicht spart, kann laut Solow nicht wachsen
    - Armutsfalle: es braucht einen exogenen Schock um die Sparquote zu verändern
  72. 72Harrod/Domar: Doppelcharakter der Investitionen1) I erzeugen Produktionskapazitäten -> Kapazitätseffekt: durch I erhöht sich der Kapitalstock und somit auch die Produktionskapazität
    2) I stellen einen Teil der Nachfrage dar -> Einkommenseffekt: I bilden über den Multiplikatoreffekt einen Teil der Gesamtnachfrage
  73. 73Harrod/Domar: BevölkerungswachstumBevölkerungswachstum > Wachstumsrate des Outputs -> Anstieg der AL
    Bevölkerungswachstum < Wachstumsrate des Outputs -> Mangel an Arbeitskräften, woraus ebenfalls eine Wirtschaftskrise entstehen kann
  74. 74Charakteristika der Neuen Wachstumstheorie- Produktion von "Wissen"
    - Existenz von "Spillover-Effekten"; diese können aber nur auftreten, wenn Nicht-Ausschließbarkeit vorliegt
  75. 75Welche Dilemmasituationen löst der Rechtsschutzstaat (grundsätzlich)?- das Trittbrettfahrerproblem der Regeldurchsetzung
    - das Dilemma der Regeleinhaltung, denn jedes Individuum favorisiert im eigenen Interesse ohne Sanktionen Regelübertretungen, profitiert aber von der Regelbefolgung der anderen
    - das Dilemma der Bestrafung, denn jedes Individuum ist zwar daran interessiert, dass Regelübertretungen sanktioniert werden, aber eben nicht bereit, freiwillig und spontan die Bestrafungskosten zu übernehmen
  76. 76Von einer gelenkten Wirtschaft zu einer Wettbewerbswirtschaft- Einleitung einer Privatisierungsstrategie für Staatsunternehmen
    - Etablierung einer produktiven Eigentumsrechtsstruktur
    - Liberalisierung der Güter- und Faktormärkte
    - Schaffung einer Wettbewerbsordnung
    - von interventionistischer Makropolitik zu regelorientierter Stabilisierungspolitik
  77. 77—

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VWL Fichas sobre Ökonomik der Entwicklungsländer, creado por Maike Erb el 21/07/2017.
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Maike Erb
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