Fichas
Literatur - & Sprachdidaktik
Fichas del conjunto (32)
- 1Kanontypologie nach R. v. Heydebrand (1991) und H. Korte (2002)- Kanon des Gegenwärtigen: noch nicht historisch legitimiert, keine Deutungsgeschichte (kann daher noch nicht neu interpretiert werden)
- Kernkanon: Weltliteratur, langlebig, tradierte Werke, zeitüberdauernde Literatur
- Gruppenkanon: Ziele sind Abgrenzung und Identifikation, Kollektiverlebnisse
Deutungskanon: bestimmter ästhetischer Wert wird unterstellt (außerliterarisch)
Bildungskanon: Schullektüre, Lehrplan - 2Was ist mit dem Begriff "Renaissance der Kanondiskussion" gemeint?- Kanondiskussion anläßl. der Wiedervereinigung
Welcher Kanon gilt? DDR Kanon? BRD Kanon? - 3Was sind nach Müller-Michaels (1993) Kriterien für die Textauswahl (für den Kanon)?- Exemplarität
- Aktualität
- Wirkungsmächtigkeit (Grad der Komplexität) - 4Was ist Medienkompetenz?„...ist die Fähigkeit des Rezipienten bzw. Users zum sachgerechten und selbstbestimmten Umgang mit Medien.“ (Wermke 2002, S. 99)
- 5Lesekompetenz„Lesekompetenz (Reading Literacy) heißt,
geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und
über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu
erreichen, das eigene Wissen und Potenzial
weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen
Leben teilzunehmen.“ - 6Was sind Ziele von PISA? Was will PISA messen?- Ziele: Vergleich der Ressourcen und der Bildungssysteme
- Basiskompetenzen, die in modernen Gesellschaften für eine befriedigende Lebensführung in persönlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sowie für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben notwendig sind - 7Welche Aspekte des Lesens kennst du? (5)Textintern
- Informationen ermitteln
- ein allg. Verständnis des Textes entwickeln
- eine textbezogene Interpretation entwickeln
Textextern
- über den Inhalt des Textes reflektieren
- über die Form des Textes reflektieren - 8Von den 5 Aspekten des Lesen geht der PISA-Test zu 3 Subskalen über. Welche Subskalen sind das? Wie ist PISA aufgebaut?- Infos ermitteln
-Textbezogenes interpretieren
- bewerten/reflektieren
Diese 3 Subskalen gliedern sich wiederum in 5 Kompetenzstufen (werden schwieriger). - 9Was besagt der handlungs - und produktionsorientierte Literaturunterricht? (HPLU)- 2 Grundformen eines aktiv-produktiven Tuns der SuS
handlungsorientiert: praktisches Handeln, spielerisch, aktiver Gebrauch der Sinne
produktionsorientiert: neue Texte/Textvarianten werden erzeugt, stärkere kognitive Beanspruchung
Mischformen möglich. - 10Warum HPLU?Reformpädagogik (Anfang 20. Jdt): Kreativität fördern, vorwiegend Schreibziele, Kreativitätsdiskussion
Unterricht soll schülerorientiert sein, Einblick in die Produziertheit von Texten, durch Mitgestalten die Textbegegnung stärker individualisieren, mit produktiven Verfahren v.a. literarische Form und
ihre Funktion erkennen - 11Was sind Ziele des HPLU? Was versucht der HPLU?Der HPLU versucht…
…schwächere und emotional orientierte Schülerinnen und
Schüler (SuS) mit einzubeziehen.
…der Individualität der SuS gerecht zu werden.
…Sinnlichkeit, Phantasie und Tätigkeitsdrang der SuS
anzusprechen.
…Lesebereitschaft- und Lust als Grundlage für weitere
sinnvolle analytische Tätigkeiten zu fördern.
…Bereitschaft zur Selbsttätigkeit zu fördern und kritische,
engagierte und kreative Menschen auszubilden. - 12Was sind die Ziele des Literaturunterrichts?- Lesefreude
- Lesemotivation
- Textverstehen (neue Sichtweisen lernen, Textelemente erkennen, Deutung, Vorstellungsbildung)
- Wissen über Literatur und ihre Kontexte - 13Unterschied Literarischer Bildung vs. Literarisches Lernen Unterschied zw. Literarischem Lernen und Lesekompetenz?Literarische Bildung orientiert sich eher am
Gegenstand und meint die Kenntnis bedeutender Werke und Autoren,
Epochen und Formen der Literatur.
Literarisches Lernen orientiert sich am
lernenden Subjekt und zielt auf die Vermittlung der Fähigkeiten im
Umgang mit literarischen
Texten ->Entwicklung literarischer Kompetenz.
Lesekompetenz bezieht sich auf alle Arten von geschriebenen Texte, also auch Sachtexte -> Informationsgewinnung - 1411 Aspekte literarischen Lernens nach Kaspar H. Spinner1. Beim Lesen/Hören Vorstellungen entwickeln
2. Subjektive Involviertheit & genaue Wahrnehmung miteinander ins Spiel bringen
3. sprachl. Gestaltung wahrnehmen
4. Perspektiven literarischer Figuren nachvollziehen
5. Narrative/dramaturgische Handlungslogik nachvollziehen
6. bewusster Umgang mit Fiktionalität
7. metaphorische/symbolische Ausdrucksweise verstehen
8. Sinnbildungsprozess=unabschließbar
9. vertraut werden mit dem literarischen Gespräch
10. Wissen über Gattungen/Genres
11. Literaturhistorisches Bewusstsein entwickeln - 15Spinner: 1. Beim Lesen/Hören Vorstellungen entwickeln• „Der Leser muß [...] Wörter und Sätze [...] in Bilder umsetzen [...] er muß sie für sich selber mit allen Sinnen wahrnehmbar machen. [...]
• wichtig: Imaginative Vergegenwärtigung
• Entfaltung des Textes (vs. beliebiges Fantasieren)
• Förderung durch kreativ-produktive Verfahren
• Lernprogression durch zunehmend differenzierte, flexible und modifizierte Vorstellungen - 16Spinner: 2. Subjektive Involviertheit & genaue Wahrnehmung miteinander ins Spiel bringenWechselseitige Beziehung zwischen persönlichem Angesprochensein und einer aufmerksamen Textwahrnehmung
- 17Spinner: 3. Sprachliche Gestaltung aufmerksam• Sprachliche Gestaltung mit ästhetischer Wirkung verbinden
• Ziel: selbstständiges Beobachten der sprachlichen Gestaltung sowie Entwicklung einer „Entdeckerfreude“
• Förderung durch produktive Verfahren - 18Spinner: 4. Perspektiven literarischer Figuren nachvollziehen• Identifikation mit/Abgrenzung von literar. Figur
• Zentral für das Figurenverständnis: Zusammenhang von Innenwelt (der Figuren) und äußerer Handlung
• Gesteigerte Selbstreflexion durch Irritation oder Alteritätserfahrungen
• Verständnis des literarischen Beziehungsgeflechts - 19Spinner: 5. Narrative und dramaturgische Handlungslogik verstehen• Herstellung innertextlicher Bezüge
• Bedeutungsgenerierung durch Einbindung in Textlogik
z.B. Spannungsaufbau
• Herausforderung in höheren Klassenstufen: Texte ohne Kohärenzbildung, nichtlineares Erzählen etc - 20Spinner: 6. Mit Fiktionalität bewusst umgehen• literarische T exte verweisen nicht direkt auf außertextliche Wirklichkeit
• Fiktion: eigenes Bezugssystem
• Schwierigkeit: Grenzüberschreitungen von Fiktion und Wirklichkeit, parabolische Bedeutungen
• Fiktionalität kann zu erkenntnistheoretischen Fragen führen
• Ziel: Intuitive Vertrautheit ins Bewusstsein rufen (z.B. Rollenspiel) - 21Spinner: 7. Metaphorische und symbolische Ausdrucksweise verstehen• Metaphorik / Symbolik für Kinder verständlich, aber nicht erklärbar
• in literarischen Texten kann wörtliche und metaphorische/symbolische Bedeutung gleichzeitig präsent sein
• intuitives Verständnis von Metaphern und Symbolen bei Kindern, z.B. Wald als Gefahr
• Vorsicht vor willkürlichen und spekulativen Symboldeutungen - 22Spinner: 8. Sich auf die Unabschließbarkeit des Sinnbildungsprozesses einlassen• Literarische Texte sind rätselhaft
• Literatur als Problematisierungsmedium
• Unabschließbarkeit der Sinnbildung und Mehrdeutigkeit
• Literarisches Lernen: komplexe Sinnzusammenhänge und -ambivalenzen formulieren
• Spannungsverhältnis zu Lesetests - 23Spinner: 9. mit dem literarischen Gespräch vertraut werden- Entwicklung von (unabschließbaren) Sinndeutungen im literarischen Gespräch (vs. fragend-entwickelnder Unterricht)
1) Eigene Sinndeutungen einbringen
2) Vorschläge anderer nachvollziehen
3) Gespräch als Suchbewegung verstehen
4) Selbstkundgabe, Ernstnehmen des anderen und Textbezug in Balance bringen - 24Spinner: 10. Prototypische Vorstellungen von Gattungen/Genres gewinnen• Gattungs- und Genrewissen als wichtiges Ziel des literarischen Lernens
• Gefahr: die Besonderheit eines Textes verschwindet
• Die eindeutige Zuordnung von Merkmalen/ Texten zu einer Gattung ist schwierig.
• Empfehlung: Prototypentheorie
prototypische Merkmale als Orientierung und Basis für abweichende Variationen - 25Spinner: 11. Literaturhistorisches Bewusstsein entwickeln- Problematisierung des Epochenbegriffs
• Bedeutung von Epochenmerkmalen?
• literarische Texte als Reaktion auf Vorausgegangenes (-> insbes. höhere Klassen)
• Einblick in intertextuelle Zusammenhänge - 26Nenne die 5 Phasen des Schriftspracherwerbs![0. präliteral-symbolische Phase]
1. Logographemische Phase
2. Alphabethische Phase
3. Orthographische Phase
[4. Integrativ-automatisierte Phase] - 270. präliteral-symbolische Phase• Abstraktionsfähigkeit durch Lösung der bildlichen Darstellung vom dargestellten Gegenstand selbst
• Symbolverständnis, wie es auch für den Erstspracherwerb ausgebildet werden muss, ist als notwendige Grundvoraus- setzung des Schriftspracherwerbs zu verstehen
• Die Phase oder Strategie ist in beiden Modalitäten (Lesen und Schreiben) dominant, also sowohl bei der kindlichen Bildanschauung als auch beim kindlichen Malen oder Zeichnen.
Das Kind muss schriftsprachliches Material von anderen graphischen Formen unterscheiden! - 281. Logographemische Phase- rein visuelle Operationsweise/Strategie die sich an hervorstechenden oder auffälligen Details der äußerlichen Wortegestalt orientiert
- z. B.: Wortlänge, auffällige Buchstaben, Buchstabenkombinationen, Buchstabenpositionen, Schrifttypen, Schriftfarbe
- "ratendes Lesen" - 292. alphabetische Phase• Umorientierung von den kommunikativen Inhalten zur Analyse der lautlichen Struktur
• „Phonologische Bewusstheit“ - vorschulisch angebahnt durch z.B Abzählverse, Kinderreime und Kinderlieder
- Graphem-Phonem-Korrespondenz wächst - SuS oftmals sehr phonetische Verschriftung - 303. orthographische Phase- Leseprozess wird durch wieder kehrende orthographische Muster beschleunigt
- Rechtschreibregeln werden gerlernt
- vorerst phonetisch orientierte Schreibweise wird von orthographischen Regeln überlagert
- teilweise Übergeneralisierungen (also die Ausdehnung eines Strukturmerkmals auf nicht zulässige Bereiche) - 315. Die integrativ-automatisierte PhaseDie Phase bildet streng genommen keine eigene Strategie, sondern bezeichnet lediglich den kompetenten und routinierten Schriftkundigen, der wegen des hohen Automatisierungsgrades für Schreib- und insbesondere für Lesevorgänge wenig kognitive Ressourcen aufzubringen benötigt.
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Información
- Descripción
- Fichas sobre Literatur - & Sprachdidaktik, creado por sina emrich el 22/05/2017.
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