Dokumentation und Evaluation psychotherapeutischer Behandlungsverläufe

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Description

Flashcards on Dokumentation und Evaluation psychotherapeutischer Behandlungsverläufe, created by uteschuette on 02/03/2014.

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Question Answer
Dokumentation Sammeln, Ordnen und Speichern von Daten psychotherapeutischer Tätigkeit. Sie ist eine Nebenpflicht des Behandlungsvertrags!
Dokumentationsumfang Anamnese und Diagnose ausführlich und schriftlich. Behandlungsverlauf, besondere Ereignisse oder Therapiepausen: kurze Notizen
Dokumentationspflichtige Daten - soziographische Daten, Rahmenbedingungen - Diagnose - Befunde (auch von Dritten) - ther. Interventionen - Änderungen von Diagnose und Behandlung - Störungen - "informed consent" - formale Bilanzierung zum Therapieende (Sitzungsanzahl, Dauer, Evaluation)
Informed Consent Einwilligung zur Therapie nach erfolgter Aufklärung.
Pflichten beim Umgang mit Patientendaten - Patientenunterlagen "in gehöriger Obhut" = nicht frei zugänglich - Aufbewahrungsdauer 10 Jahre - Vorkehrungen zur Sicherung von Daten bei Tod, Krankheit etc. - Praxisaufgabe: Sicherstellung der Archivierung
Persönlichkeitsschutz - Patientendaten werden nur für praxisinterne Zwecke verwendet!
Auskünfte an Dritte Grundsätzlich ist der Therapeut zur Verschwiegenheit verpflichtet; Inhalte dürden nicht ohne Erlaubnis des Patienten weitergegeben werden.
Übermittlungspflichten (die dem Patienten nicht mitgeteilt werden müssen) - Bei einem höherrangigen Rechtsgut -Bei Notwehr --> kann notwendig werden. - Bei Kenntnis von aktuellen geplanten schweren Straftaten - Bei Kenntnis von gefährlichen, ansteckenden meldepflichtigen Erkrankungen. --> es besteht Offenbarungspflicht
Abwägung zwischen Schweige- und Fürsorgepflicht (im Hinblick auf Gefahrenabwehr) - Bei Selbst- oder Fremdgefährdung - Bei Kindesmisshandlung - Bei Offenbarung von psych. Erkrankungen zum Zwecke der Unterbringung
Datentransfer mit Leistungsträgern mit Zustimmung des Patienten oder aufgrund gesetztlicher Regelungen, in einem vereinbarten Ausmaß
Leistungsträger, an die Daten ggf. weitergegeben werden: - Krankenkasse und MdK - gesetz. Unfall- und Rentenversicherung - Versorgungsämter - privatärztliche Verrechnungsstellen - private Versicherungen - kassenärztliche Vereinigung
Das Einsichtsrecht der therapiefinanzierenden Stellen... umfasst ausschließlich die für die Erfüllung der Dienste notwendigen Angaben.
Aufbewahrungsfristen In Praxen 10 Jahre In Kliniken 30 Jahre
Wann ist die Weitergabe geschützter Daten möglich? -Schweigepflichtsent-bindung - Gesetztlicher Offenbarungsbefugnis nach Güter- und Interessenabwägung - gilt auch nach dem Tod des Patienten (weiterhin: wäre eine Weitergabe in seinem Interesse gewesen?)
Einsichtsnahmerecht Potentiell müssen auf Anforderung alle dokumentierten Inhalte dem Patienten übergeben werden.
Besonderheiten im Einsichtsrecht bei PT Behandler entscheidet: - ist die Aushändigung zu verantworten? - Gibt es Schutzinteressen, die zu beachten sind (Droht durch Einsicht Selbstgefährdung?) - wird die ther. Handlungsfähigkeit eingeschränkt (v.a. bei laufender Therapie!)
Mindestanforderungen an eine Basisdokumentation Zeitnah, regelkonform, vollständig, richtig. Infoerhebung zu Beginn, in Form von Zwischenerhebungen und am Ende der Therapie.
Ziel der Basisdokumentation Einheitliche Erfassung von festgelegten Merkmalen bei allen zu behandelnden Patienten.
Rolle der Basisdokumenation Ohne gibt es keine Aussagen über die Qualität von Behandlungen
Therapiebegleitende Evaluation ist die ... systematische, datenbasierte Beschreibung und Bewertung von Behandlungsergebnissen im Gesamten und in ihrer Stabilität.
Ziele der therapiebegleitenden Evaluation dient ... der Überprüfung des Erfolg bisher eingesetzter Methoden (Mitte und Ende der Therapie).
Interne Evaluation Wird von Mitarbeitern der Institution oder den Programmentwicklern selber durchgeführt.
Externe Evaluation wird von unabhängigen Auswertern durchgeführt.
Formative Evaluation (auch Prozessevaluation oder Programmevaluation) Erhobene Informationen werden genutzt, um im laufenden Programm genutzt, um einzelne Komponenten zu optimieren.
Summative Evaluation (ergebnisorientierte Evaluation) Erfolgt nach der Durchführung einer Maßnahme.
Evaluation Bewertung von Effekten einer Maßnahme
Begleitforschung Wissenschaftliche Beratung bei Modellversuchen (ähnelt der Evaluation, ist breiter angelegt).
Teile der Verlaufsdokumentation - Tätigkeitsdaten (diagn. oder ther. Interventionen) - Prozessdaten (Beziehung, Motivation) - Evaluationsdaten (bezogen auf die Symptomatik) - Auffälligkeiten - subjektive Eindrücke
Qualitätssicherung ist ein Teil des Qualitätsmanagements und bezieht sich auf alle vorbereitenden, begleitenden und prüfenden Prozesse, die gewährleisten sollen, dass ein Produkt die definierte Qualität hat. Evaluation ist eine Form der Qualitätssicherungsver-fahren.
Efficacy Effektivität einer Maßnahme unter Ideal- / experimentellen Bedingungen.
Effectiveness Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen / in der klinischen Praxis
Dosis-Wirkungsfrage Welche Patienten haben unter welchen Bedingungen welchen Behandlungsbedarf?
Prä-post-Status-Messungen 1. Direkte Veränderungsmessung (Erhebung der erlebten Veränderungen zu einem Zeitpunkt, meist Katamnese) 2. Indirekte Veränderungsmessung (Zu zwei oder mehr Messzeitpunkten werden Angaben gemacht.Berechnung von Effektstärken möglich)
Zielerreichungs-skalierung (Goal Attainment Scaling) nach Kirusek und Sherman Gemeinsam formulierte und operationalisierte Therapieziele werden hinsichtlich ihrer Relevanz gewichtet, nach Abschluss wird der Jetzt-Zustand in Bezug auf die Ausgangslage ein (-2 bis +2, 0 für erwarteten Ausgang)
Katamnesen... dienen zur -Prüfung der Behandlungseffektivität -der Sicherung der Behandlungsqualität -zur Beantwortung von Forschungsfragen.
Aufgaben der Qualitätssicherung 1. Planung: Im Vorfeld werden die Maßnahmen zur Qualitätsprüfung festgelegt.
Aufgaben der Qualitätssicherung 2. Prüfung: wie in der Planung festgelegt werden Kontrollmaßnahmen durchgeführt.
Aufgaben der Qualitätssicherung 3. Lenkung: Aufgrund der Prüfungsergebnisse werden Entscheidungen getroffen.
Rechtliche Regelungen finden sich im Psychotherapeutengesetzt und im SGB. Qualitätssicherung in der PT fällt in die Länderkompetenz, dies wird delegiert an die Psychotherapeutenkammern.
Umsetzung der Qualitätssicherung durch die Psychotherapeuten-kammern: Durch Ausschüsse zur Aus- Fort- und Weiterbildung; Ausschüsse zu Qualitätssicherung (Prozess und Ergebnis); Ausschuss zur Berufsordnung
Einteilung der Qualitätssicherung nach Donabedian 1. Strukturqualität 2. Prozessqualität 3. Ergebnisqualität
Strukturqualität Rahmenbedinungen: sachliche, strukturelle und personelle Voraussetzungen der Heilbehandlung
Prozessqualität Durchführung und Verlauf der Therapie (Übereinstimmung mit Standards, Dokumentation u.ä.)
Ergebnisqualität Erreichung genereller und individueller Ziele
Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturqualität 1. - Qualifizierung des Personals (theoretische Vertiefung; praktisch-klinische Tätigkeit; SV, Intervision, Selbsterfahrung) -
Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturqualität 2. Vereinbarung von Leitbildern, die den Umgang mit Patienten, Ausbildungskandidation und Kollegen regeln Gleichheit, Fürsorge, Nichtschädigung, Autonomiebewahrung).
Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturqualität 3. Ermittlung & Vereinbarung von Kriterien, Normen und Standards, bspw. mit einem Qualitätssicherungsprogramm
Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturqualität 4. Standardisierung der Therapievorbereitung (Basisdokumentation mit Anamnese und Soziodemographie)
Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturqualität 5. Manualisierung von Therapieprogrammen
Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Bereich des ther. Vorgehens (Prozessqual.) und des Therapieergebnisses (Ergebnisqual.) 1. Qualitätszirkel: Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen der unteren Hierarchieebene treffen sich, um Probleme zu besprechen und Lösungen zu generieren.
Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Bereich des ther. Vorgehens (Prozessqual.) und des Therapieergebnisses (Ergebnisqual.) 2. Externe und interne Supervision: Reflexion - nicht Instruktion gemeinsame Erörterung - nicht Schulung
Haltung von Superivisoren Allparteilichkeit, Ergebnisoffenheit, kritische Loyalität, Interesse an einer nachhaltigen Verbesserung von Arbeitsbedingungen und -ergebnissen
Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Bereich des ther. Vorgehens (Prozessqual.) und des Therapieergebnisses (Ergebnisqual.) 3. Intervision
Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Bereich des ther. Vorgehens (Prozessqual.) und des Therapieergebnisses (Ergebnisqual.) 4. Standardisierung der Ergebnis- und Erfolgsbewertung
Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Bereich des ther. Vorgehens (Prozessqual.) und des Therapieergebnisses (Ergebnisqual.) 5. Standardisierung von Katamneseerhebungen
Interne Validität gibt die Eindeutigkeit der gewonnenen Ergebnisse wieder. Je kontrollierter die Studie, desto intern valider.
Externe Validität gibt die Generalisierbarkeit der Ergebnisse wieder. Je realitätsnäher (effectiveness-studies) desto extern valider.
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