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Flashcards

VWL

Salii H Alemão 63 flashcards

Flashcards do conjunto (63)

  1. 1Wie lauten die Grundfragen der Ökonomie?Was soll produziert werden? Wie soll produziert werden? Für wen soll produziert werden?
  2. 2Erläutern Sie die Funktionsweise der freien kapitalistischen Marktwirtschaft anhand eines Beispiels. Wo liegen die Nachteile dieses Wirtschaftssystems?Angenommen, die Nachfrage nach Autos steigt, so erhöhen sich deren Preise. Dies veranlasst die Automobilindustrie, mehr Fahrzeuge zu bauen. Im Zuge dessen werden mehr Maschinenbauingenieure etc. benötigt, woraufhin deren Gehälter steigen. Das heißt, es wird das produziert, was den höchsten Gewinn abwirft, und die Nachfrage nach den für die Produktion dieser Güter am besten geeigneten Faktoren bestimmt deren Einkommen und damit, für wen produziert wird. Das Preisverhältnis zwischen den Produktionsfaktoren entscheidet über darüber, wie produziert wird, also etwa arbeits- oder kapitalintensiv.
  3. 3Welche ordnungspolitischen Konzeptionen kennen Sie? Rekapitulieren Sie diese kurz in ihrer historischen Abfolge.Merkantilismus, klassischer Liberalismus, Sozialismus, Neo- bzw. Ordoliberalismus, Soziale Marktwirtschaft.
  4. 4Worin bestehen die zentralen Ziele der Wirtschaftspolitik in DE?Das Stabilitätsgesetz nennt die Ziele der Stabilität des Preisniveaus, eines hohen Beschäftigungsstandes, des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts und eines stetigen und angemessenen Wirtschaftswachstums. Ein möglicher Zielkonflikt besteht beispielsweise zwischen dem Ziel des Wirtschaftswachstums und dem des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts: Ein steigendes Wirtschaftswachstum führt i.d.R. zu steigenden Importen infolge der Einkommenszunahme und aufgrund von Preissteigerungen im Inland. Bei gegebenen Exporten kommt es deshalb zu einer defizitären Entwicklung des Außenbeitrages (Exporte minus Importe).
  5. 5Was versteht man unter Prozess-, was unter Ordnungspolitik? Schildern Sie deren Wirkungsweise jeweils anhand eines Beispiels.Prozess- oder Ablaufpolitik umfasst alle Maßnahmen zur zielgerichteten Beeinflussung des Wirtschaftsprozesses. So führt etwa eine expansive Geldpolitik normalerweise zu sinkenden Zinsen, wodurch die Konjunktur bzw. das Wirtschaftswachstum angeregt werden kann. Ordnungspolitik ist darauf gerichtet, eine gewünschte Wirtschaftsordnung zu verwirklichen. Beispielsweise soll das GWB den Missbrauch von Marktmacht, etwa durch Kartelle, verhindern.
  6. 6Was versteht man unter BIP und wie unterscheidet es sich von BNE??Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Wert aller in einem Zeitraum innerhalb der Landesgrenzen erzeugten Waren und Dienstleistungen für die Endnachfrage. Korrigiert man das BIP um den Saldo der Primäreinkommen zwischen In- und Ausland, so ergibt
    sich das Bruttonationaleinkommen (BNE).
  7. 7Warum ist das BIP kein geeigneter Wohlstandsindikator? Nennen sie 3 Gründe.Bei der Berechnung des BIP bleiben die nicht am Markt gehandelten Güter
    unberücksichtigt, etwa die Leistungen der Schattenwirtschaft (hidden economy) oder die Haushaltsproduktion. Negative externe Effekte der Produktion (Umweltverschmutzung etc.) werden nicht erfasst. Ebenso wird nicht zwischen Gütern unterschiedlicher ethischer Qualität unterschieden.
  8. 8Wie lautet die gesamtwirtschaftliche Identität der VW?Sparen (korrigiert um den Saldo grenzüberschreitender Vermögensübertragungen) = Nettoinvestition + Finanzierungssaldo.
  9. 9Welche Verwendungsbereiche beinhalten die volkswirtschaftliche Gesamtnachfrage?Das BIP wird verwendet für den privaten und staatlichen Konsum, die privaten und
    staatlichen Bruttoinvestitionen und den Außenbeitrag.
  10. 10Warum ist die Zahlungsbilanz als ganzes stets ausgeglichen?Die Zahlungsbilanz umfasst die (um Vermögensübertragungen erweiterte) Leistungs- und die Kapitalbilanz im weiteren Sinne. Leistungswirtschaftliche Transaktionen (Güter- und Transferströme) werden in der Leistungsbilanz erfasst. Die Gegenbuchung der damit verbundenen Forderungsströme erfolgt mit umgekehrtem Vorzeichen in der Kapitalbilanz. Die Geld- und Kreditströme von Finanztransaktionen werden mit jeweils umgekehrtem Vorzeichen nur in der Kapitalbilanz i.w.S. (einschließlich Devisenbilanz) erfasst. Entsprechend dem System der doppelten Buchführung ist die Zahlungsbilanz als Ganzes damit stets ausgeglichen.
  11. 11Quantitätsgleichungn einer Volkswirtschaft gilt immer, dass das Produkt aus Geldmenge und Umlaufgeschwindigkeit dem Produkt aus Preisniveau und realem BIP genau gleich ist. Das ergibt sich aus dem einfachen Wirtschaftskreislauf.
  12. 12Nennen Sie 3 schädliche Wirkung von (extremer Inflation) und Ursachen.Extreme Inflation zerstört die Funktionsfähigkeit des Geldes. Sie ist unsozial, da sie das Nominalkapital der Sparer entwertet. Außerdem begünstig Inflation Fehllenkungen von Produktionsfaktoren mit der Folge späterer Stabilisierungskrisen. Ursache von Inflation ist immer eine zu starke Expansion des Geldbereiches (Geldmenge · Umlaufgeschwindigkeit). In diesem Rahmen lassen sich die Nachfragesog-, Kostendruck- und Gewinndruckinflation unterscheiden.
  13. 13Worin liegt die Gefahr von Deflation?Deflation führt eventuell zu Kaufzurückhaltung, Gewinneinbußen, Firmenzusammenbrüchen und steigender Arbeitslosigkeit. Es besteht die Gefahr einer fortschreitenden ökonomischen Abwärtsentwicklung.
  14. 14Erklären Sie die Vorgehensweise bei der Berechnung der Wachstumsrate des realen BIP nach der Vorjahrsmethode.Für die auf Vorjahresbasis ermittelten Realwerte der Produktion werden Volumenindizes errechnet, die ihrerseits zu Kettenindizes verknüpft werden. Anhand dieser Kettenindizes wird das reale Wirtschaftswachstum im jeweiligen Beobachtungszeitraum berechnet.
  15. 15Wie wird die Inflationsrate gemessen und welche Messprobleme treten dabei auf?Das wichtigste Maß für die Inflationsmessung ist in Deutschland die Entwicklung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Entsprechend dessen Konstruktion werden dabei Veränderungen des Warenkorbes ebenso wie Qualitätsänderungen der darin enthaltenen Güter nicht berücksichtigt.
  16. 16Erläutern Sie, ausgehend von der neoklassischen Produktionsfunktion die Herleitung der Grenzkostenkurve einer Unternehmung.Die Produktionsfunktion gibt an, welche Produktionsmenge man mit bestimmten Faktoreinsatzmengen maximal erzeugen kann. Im Falle eines konstanten Faktoreinsatzverhältnisses spricht man von einer limitationalen, bei einem variablen Faktoreinsatzverhältnis spricht man von einer substitutionalen Produktionsfunktion.
  17. 17Wie lautet die Bedingung für die gewinnmaximierende Angebotsmenge einer Konkurrenz?Allgemein: Grenzkosten = Grenzerlös. Bei vollständiger Konkurrenz: Grenzkosten = Absatzpreis.
  18. 18Definieren Sie die Begriffe Betriebsoptimum und BetriebsminimumDas Betriebsoptimum ist die langfristige Preisuntergrenze, bei der sowohl die durchschnittlichen variablen als auch die durchschnittlichen fixen Kosten der Unternehmung gerade noch gedeckt sind. Das Betriebsminimum bildet die kurzfristige Preisuntergrenze. Bei diesem Preis sind nur die durchschnittlichen variablen Kostengedeckt, es entsteht ein Verlust in Höhe der fixen Durchschnittskosten.
  19. 19Was versteht man unter der Elastizität der Nachfrage bzw. des Angebots? Welche Formen der Elastizität kennen Sie und worin liegt deren ökonomische Bedeutung?Die Elastizität der Nachfrage zeigt die prozentuale Änderung der nachgefragten Menge
    infolge der prozentualen Änderung einer betrachteten Einflussgröße. Die direkte Preiselastizität der Nachfrage gibt an, wie sich die nachgefragte Menge eines Gutes ändert, wenn sich der Preis dieses Gutes ändert. Die indirekte Preiselastizität der Nachfrage (Kreuzpreiselastizität) lässt erkennen, wie sich die nachgefragte Menge eines Gutes bei Veränderung des Preises eines anderen Gutes ändert. Dies erlaubt ein Urteil darüber, in welchem Verhältnis die beiden betrachteten Güter stehen (substitutiv, komplementär oder unabhängig voneinander). Die Einkommenselastizität der Nachfrage gibt an, wie sich die Nachfragemenge eines Gutes bei steigendem Einkommen verändert. Sie zeigt, ob es sich um ein normales, inferiores oder superiores Gut handelt. Von Bedeutung ist schließlich noch die direkte Preiselastizität des Angebots. Sie gibt an, wie sich die Angebotsmenge eines Gutes bei einer Veränderung des Preises dieses Gutes verändert.
  20. 20Erklären Sie die Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz. Wie äußert sich etwa eine Verringerung der Haushaltseinkommen oder ein Rückgang des Ölpreises?Bei vollständiger Konkurrenz ergibt sich der Marktpreis eines Gutes als Schnittpunkt der aggregierten Nachfrage- und Angebotskurve. Eine Verringerung der Haushaltseinkommen führt zu einer Verschiebung der Nachfragekurve nach links, sodass der Marktpreis sinkt. Bei einem Rückgang des Ölpreises verschiebt sich die Angebotskurve nach unten und der Marktpreis sinkt ebenfalls.
  21. 21Erläutern Sie das Angebotsverhalten eines Monopolisten und begründen Sie, warum es gegenüber vollständiger Konkurrenz zu einem Wohlstandsverlust kommt.Ein Monopolist sieht sich der gesamten Marktnachfrage gegenüber, die mit sinkendem Preis zunimmt. Der Schnittpunkt von Grenzkosten- und Grenzerlöskurve bestimmt die gewinnmaximale Angebotsmenge, die der Monopolist zu dem von den Nachfragern maximal akzeptierten Preis verkauft (Cournot-Punkt). Gegenüber der Situation der vollständigen Konkurrenz ergibt sich ein Wohlfahrtsverlust insofern, als der Monopolist eine kleinere Menge zu einem höheren Preis anbietet.
  22. 22Was versteht man im Oligopolfall unter der strategischen Interdependenz? Welche ökonomischen Konsequenzen entstehen daraus?In der Marktform des Oligopols hängt der Absatz eines Anbieters nicht nur vom eigenen Preis ab (wie beim Monopol), sondern auch vom Preis der Konkurrenten, und umgekehrt. Infolgedessen besteht auf Oligopolmärkten die Tendenz zu einer gewissen Preisstarrheit. Zu beobachten sind aber auch Preisführerschaft, Absprachen, Kartellbildung oder ruinöse Konkurrenz.
  23. 23Erläutern Sie die Logik der doppelt geknickten Preis-Absatz-Funktion im heterogenen Polypol.Im heterogenen Polypol hat der einzelne Anbieter einen monopolistischen Preisspielraum. Übersteigt der Angebotspreis eine gewisse Obergrenze, so geht die Nachfrage drastisch zurück. Fällt der Angebotspreis unter eine bestimmte Untergrenze, erhöht sich die Nachfrage deutlich. Auf dem Gesamtmarkt für ein Gut ergibt sich entsprechend kein einheitlicher Marktpreis, sondern eine Preislage.
  24. 24Welche Wirkungen ergeben sich bei der Festsetzung von Höchst- und Mindest- preisen?Die Setzung eines Höchstpreises führt zu einem Nachfrageüberschuss, die Setzung eines Mindestpreises lässt einen Angebotsüberschuss entstehen.
  25. 25Welche Wirkungen hat eine Individualsubvention auf die Verkaufsmenge sowie den Produzenten- und den Konsumentenpreis?Infolge einer Individualsubvention verschiebt sich die Nachfragekurve nach oben bzw. rechts. Die Verkaufsmenge nimmt zu und der Produzentenpreis erhöht sich, während der Konsumentenpreis sinkt.
  26. 26Worin besteht der Unterschied zwischen Arbitrage und Spekulation?Unter Arbitrage versteht man die risikolose Ausnutzung von Preisunterschieden zwischen verschiedenen Märkten durch den gleichzeitigen Kauf bzw. Verkauf des betreffenden Gutes. Dagegen basiert Spekulation auf bestimmten Erwartungen über die zukünftige Preisentwicklung eines Gutes. Spekulation ist deshalb immer mit Risiken verbunden.
  27. 27Wie lautet die Aussage des Keynes-Effektes?Sinkt das Preisniveau des BIP, so steigt die reale Geldmenge. Daraufhin sinkt im Normalfall der Zinssatz, was die Investitionstätigkeit und damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage grundsätzlich anregt. Der Keynes-Effekt erklärt somit die typischerweise negative Steigung der gesamtwirtschaftlichen Nachfragekurve.
  28. 28Wie lautet die Bedingung für die gewinnmaximierende Produktion der Unternehmen in einer Volkswirtschaft?Die gewinnmaximierende Angebotsmenge der Unternehmen ist erreicht, wenn der Grenzerlös der Arbeit dem Lohnsatz entspricht bzw. wenn der Grenzerlös der Produktion gleich deren Grenzkosten ist bzw. wenn die Grenzproduktivität der Arbeit so groß ist wie der Reallohn.
  29. 29Definieren Sie den Begriff "Konjunktur" und beschreiben Sie den Verlauf eines typischen Konjunkturzyklus.Konjunkturschwankungen sind Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotenzials. Ein typischer Konjunkturzyklus umfasst die Phasen Aufschwung, Boom, Abschwung und Rezession (im Extremfall Depression).
  30. 30Welche Preis- und Mengeneffekte entstehen bei einem nachfrage- bzw. einem angebotsseitigen Abschwung? Nennen Sie jeweils zwei mögliche Auslöser solcher Konjunkturschwankungen.Ein nachfragebedingter Abschwung führt zu Preis- und Mengenrückgängen, ein angebotsseitiger Abschwung äußert sich in Preiserhöhungen und Mengenrückgängen. Auslöser eines nachfragebedingten Abschwungs können etwa eine Steuererhöhung oder ein Börsencrash sein. Angebotsseitig können die Ursachen eines Abschwungs beispielsweise in übermäßigen Lohnsteigerungen oder einem Anstieg der Rohstoffpreise liegen.
  31. 31Erläutern Sie das Multiplikatorprinzip, Wie wirken der Multiplikator- und der Akzeleratoreffekt zusammen?Eine Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage lässt die Produktion und das Volkseinkommen steigen. Die einkommensinduzierte Konsumzunahme löst daraufhin positive – entsprechend der marginalen Konsumquote von kleiner eins abnehmende – Folgewirkungen auf Nachfrage, Produktion und Einkommen aus. Wenn die Nachfrage steigt, werden Neuinvestitionen notwendig. Dadurch erhöht sich die Nachfrage zunächst zusätzlich. Da die multiplikative Nachfrageerhöhung aber immer kleiner wird, sinkt das Niveau der Neuinvestitionen, wodurch eine multiplikative Abwärtsbewegung ausgelöst wird. Konjunkturschwankungen sind also (auch) aus dem Zusammenwirken von Multiplikator und Akzelerator erklärbar.
  32. 32Beschreiben Sie die Konzeption und Aussage des ifo-Geschäftsklimaindex und des ZEW-Konjunkturerwartungsindex.Zur Berechnung des Geschäftsklimaindex befragt das ifo Institut ca. 7.000 Unternehmen zu deren Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Der Konjunkturerwartungsindex des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) beruht auf Umfragen unter deutschen Finanzmarktexperten.
  33. 33Wie ermittelt das Statistische Bundesamt in Deutschland die »registrierte« Arbeitslosenquote?Die registrierte Arbeitslosenquote wird gemessen als Zahl der registrierten Arbeitslosen in Prozent aller Erwerbspersonen.
  34. 34Was versteht man unter klassischer, was unter keynesianischer Arbeitslosigkeit?Nach Ansicht der Klassiker liegt die Ursache für Arbeitslosigkeit in zu hohen Reallöhnen. Klassische Arbeitslosigkeit kann in Mindestlohnarbeitslosigkeit und institutionelle Arbeitslosigkeit sowie natürliche Arbeitslosigkeit eingeteilt werden. Keynesianische Ökonomen sind der Meinung, dass Arbeitslosigkeit die Folge eines Rückgangs der gesamtwirtschaftlichen Güternachfrage, also konjunkturell bedingt ist.
  35. 35Nennen Sie vier mögliche Gründe für die Existenz der so genannten "natürlichen" Arbeitslosigkeit.Wachstumsschwäche, technischer Fortschritt, Strukturwandel, Minderqualifikation.
  36. 36Wie lautet die Argumentation der Kaufkrafttheorie? Nehmen Sie hierzu kritisch Stellung.Lohnerhöhungen stärken die Kaufkraft, schaffen Nachfrage und Beschäftigung – so
    lautet die Argumentation der Kaufkrafttheorie. Dem entgegen zu halten ist allerdings, dass Lohnsteigerungen für Unternehmen mit erhöhten Kosten verbunden sind und so – wenn deren Anstieg die Produktivitätssteigerung übertrifft – den Rationalisierungsdruck verschärfen und den Arbeitsplatzabbau beschleunigen können.
  37. 37Nennen Sie jeweils zwei Vorschläge zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aus dem Lager der Angebots- und der Nachfragepolitik.Angebotspolitiker fordern unter anderem die Kürzung des Arbeitslosengeldes und Lohnzurückhaltung. Nachfragepolitiker befürworten unter anderem Mindestlöhne und Arbeitszeitverkürzung.
  38. 38Wie lautet die vom Sachverständigenrat aufgestellte Regel für Lohnerhöhungen?Die Regel des Sachverständigenrats verlangt, dass das Wachstum der Nominallöhne die Summe aus Produktivitätsfortschritt und erwarteter Inflationsrate nicht übersteigen darf.
  39. 39Auf welchen zwei Säulen steht das System der Klassik? Wie lautet seine BotschaftDie klassische Ökonomie beruht auf zwei Säulen: Erstens dem Say’schen Theorem, das besagt, dass sich jedes Angebot seine eigene Nachfrage schafft. Zweitens der völligen Flexibilität von Preisen, Löhnen und Zinsen. Entsprechend dieser Vorstellung tendiert die Volkswirtschaft immer zu einem Gleichgewicht bei Vollbeschäftigung.
  40. 40Worin liegt die Aussage der klassischen Quantitätstheorie?Eine Ausweitung/Reduktion der Geldmenge führt lediglich zu steigenden/sinkenden Preisen.
  41. 41Welche Motive der Geldhaltung unterscheidet Keynes?Keynes unterscheidet hauptsächlich zwischen der Geldhaltung zu Transaktionszwecken und der Geldhaltung zu Spekulationszwecken.
  42. 42Wie äußert sich ein "ausbleibender« Keynes-Effekt und worin liegen seine möglichen Ursachen?Ein sinkendes Preisniveau führt nicht zu einer Nachfrageerhöhung, das heißt, die gesamtwirtschaftliche Nachfragekurve verläuft senkrecht. Mögliche Ursache ist die Existenz der Liquiditäts- oder der Investitionsfalle.
  43. 43Wie lautet das Credo des Keynesianismus?In Rezessionsphasen muss der Staat die fehlende private Güternachfrage durch staatliche Nachfrage ersetzen. Hierzu darf der Staat sich verschulden (Deficit-Spending), allerdings sind die aufgenommenen Kredite im Boom wieder zu tilgen (dieser zweite Teil wird von der Wirtschaftspolitik leider oft vergessen).
  44. 44Was versteht man unter dem Crowding-out-Effekt?Wenn der Staat zur Ausgabenfinanzierung Geld am Kapitalmarkt aufnimmt, steigen die Zinsen, wodurch kreditfinanzierte private Investitionen verdrängt werden (Kreditmarkt- Crowding-out). Eine weitere wichtige Form ist das Erwartungs-Crowding-out: Bei hoher Staatsverschuldung erwarten private Investoren zukünftig steigende Steuern zur Bedienung der Staatsschuld. Dies schmälert ihren erwarteten verfügbaren Gewinn und lässt gegenwärtige Investitionen unrentabel erscheinen.
  45. 45Wie erklärt Friedman die Existenz der natürlichen Arbeitslosigkeit?Expansive wirtschaftspolitische Maßnahmen (Geldmengenausweitung, Staatsausgabenerhöhung) führen kurzfristig zu Mehrproduktion und Neueinstellungen. Sobald die Gewerkschaften aber bemerken, dass auch das Preisniveau gestiegen ist, fordern sie als Ausgleich höhere Löhne. In der Folge sinken Produktion und Beschäftigung wieder auf ihr altes, natürliches Niveau. Was bleibt, ist ein erhöhtes Preisniveau.
  46. 46Welche Aussage macht die Neo-Quantitätstheorie?Eine Geldmengenausweitung beeinflusst das reale Inlandsprodukt nur kurzfristig positiv. Langfristig wirkt sie inflationär, während der realwirtschaftliche Effekt verpufft.
  47. 47Warum verläuft die modifizierte Phillipskurve aus keynesianischer Sicht negativ und aus monetaristischer Sicht senkrecht?Nach keynesianischer Auffassung lässt sich mittels expansiver Nachfragepolitik die Arbeitslosigkeit senken, da die Arbeitnehmer der so genannten Geldillusion unterliegen (also keinen Kaufkraftausgleich über höhere Löhne verlangen). Die Monetaristen glauben dagegen, dass sich die Arbeitnehmer nur kurzfristig täuschen lassen. Sobald sie den Kaufkraftverlust aufgrund steigender Preise bemerken, fordern sie höhere Löhne. Das bedeutet, dass die Arbeitslosigkeit mit expansiver Geld- oder Fiskalpolitik langfristig nicht unter das Niveau der natürlichen Arbeitslosigkeit gedrückt werden kann.
  48. 48Worin bestehen die Annahmen und die darauf aufbauende Aussage der Neuen Klassischen Makroökonomik?Die Neue Klassische Makroökonomik (NCM) unterstellt rationale Erwartungen der Wirtschaftsakteure (etwa hinsichtlich der einer Expansionspolitik folgenden Preiswirkungen). In diesem Fall ist die Phillipskurve von Anfang an senkrecht und staatliche Nachfragepolitik völlig wirkungslos.
  49. 49Wie argumentiert die Neue Keynesianische Makroökonomik?Im System der Neuen Keynesianischen Makroökonomik (NKM) sind die Preise (ebenso Löhne und Zinsen) nicht völlig flexibel, sondern starr. Ungleichgewichtssituationen äußern sich deshalb hauptsächlich in Mengenreaktionen, das heißt bei sinkender Nachfrage gehen Produktion und Beschäftigung zurück.
  50. 50Können Lohnsenkungen nach dem heutigen Kenntnisstand konjunkturellen Abschwüngen und Arbeitslosigkeit entgegenwirken?Die moderne Makroökonomik beurteilt Lohnsenkungen nicht generell als zielführend für die Bekämpfung von Rezession und Arbeitslosigkeit. Allgemein akzeptiert wird die vom Sachverständigenrat aufgestellte Regel, nach der die Zunahme der Nominallöhne die Summe aus Produktivitätsfortschritt und erwarteter Inflationsrate nicht überschreiten soll.
  51. 51Welchen drei zentralen Aufgaben soll sich der Staat widmen?Erstens soll der Staat die in Marktwirtschaften typischerweise ungleiche Einkommensverteilung korrigieren (Distributionsaufgabe). Zweitens besteht die Aufgabe des Staates darin, die Konjunktur durch Einsatz der Fiskal- oder Geldpolitik zu verstetigen (Stabilisierungsaufgabe). Drittens gibt es gesellschaftlich wichtige Aufgaben, bei denen der Markt versagt – so genannte öffentliche Güter – und der Staat das fehlende Angebot bereitstellen muss (Allokationsaufgabe).
  52. 52Was versteht man unter der Staatsquote, der Abgabenquote und quote und wie hoch sind diese in Deutschland?Die Staats- bzw. Staatausgabenquote bezeichnet das Verhältnis der staatlichen Ausgaben zum Bruttoinlandsprodukt (in Deutschland 2014 ungefähr 44 Prozent). Die Abgabenquote errechnet sich als Relation aus Steuern und Sozialabgaben zum Bruttoinlandsprodukt (2014: 38 Prozent). Die Schuldenquote ist der Quotient aus Staatsverschuldung und Bruttoinlandsprodukt (2014: 75 Prozent).
  53. 53Wodurch ist die Entwicklung der deutschen Staatsausgaben gekennzeichnet?Die deutschen Staatsausgaben sind – wie in anderen Industrieländern auch – durch ein rasantes Wachstum gekennzeichnet. Im Zuge dessen hat sich die Staatsquote in Deutschland von ca. 15 Prozent im Jahr 1900 auf inzwischen fast 50 Prozent erhöht. Dabei sind vor allem die staatlichen Ausgaben für soziale Sicherung überproportional estiegen. Auf sie entfallen heute mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben des
    deutschen Staates (1970: 40 Prozent).
  54. 54Wie lautet die Finanzierungsgleichung der Rentenversicherung?(Anzahl Beitragszahler ∙ durchschnittliches Einkommen *Beitragssatz) +
    Bundeszuschüsse = Anzahl Rentner ∙ durchschnittliches Rentenniveau.
  55. 55Beschreiben Sie kurz das Modell der Bürgerversicherung bzw. der Gesundheits- prämie.Es geht hier um zwei Modelle zur Finanzierung der (gesetzlichen) Krankenversicherung.
    Kernelement der Bürgerversicherung ist die Ausdehnung der Versicherungspflicht auf alle Bürger – also auch auf Beamte und Selbstständige, wobei auch Miet- und Vermögenseinkünfte erfasst werden. Das Modell der Gesundheitsprämie sieht vor, dass jeder Bürger zur Zahlung eines einheitlichen Beitrages in die gesetzliche Krankenversicherung verpflichtet wird, wodurch eine medizinische Grundversorgung abgedeckt werden soll. Geringverdiener, die sich diese Pauschale nicht leisten können, werden aus Steuermitteln bezuschusst. Andererseits besteht (für die Besserverdienenden) die Möglichkeit, sich über die Grundversorgung hinaus bei privaten Anbietern abzusichern.
  56. 56Nennen Sie die Wesensmerkmale des deutschen Einkommensteuertarifs.Es gibt einen Grundfreibetrag, bis zu dessen Höhe das jährliche Einkommen nicht besteuert wird. Er beträgt seit 2016 für Ledige 8.652 Euro (für Verheiratete: 17.304 Euro). Der Eingangssteuersatz für darüber liegende Einkommen ist 14 Prozent. Dieser so genannte Grenzsteuersatz steigt in zwei Abschnitten (linear-progressiven Zonen) kontinuierlich an und erreicht bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 53.665 Euro (Verheiratete: 107.330 Euro) 42 Prozent. Ledige mit einem Jahreseinkommen von mehr als 254.446 Euro (Verheiratete: 508.892 Euro) müssen zusätzlich noch 3 Prozentpunkte des diese Schwelle überschreitenden Betrages versteuern (Reichensteuer), ihr Spitzensteuersatz liegt also bei 45 Prozent.
  57. 57Welche Vorschläge zur Neugestaltung des Einkommensteuertarifs kennen Sie?Vorgeschlagen wird unter anderem die Einführung eines einzigen Grenzsteuersatzes von beispielsweise 25 Prozent (Flat Tax), verbunden mit einem hohen Grundfreibetrag. Einen weiteren Ansatz bildet die duale Einkommensteuer, die eine Aufteilung in mit niedrigen Steuern zu belastendem Kapitaleinkommen und progressiv zu versteuerndem Arbeitseinkommen propagiert. Entsprechend dem Konzept einer negativen Einkommensteuer greift die Steuerpflicht erst ab einem bestimmten Existenzminimum. Menschen mit einem Einkommen unterhalb dieser Schwelle werden in Höhe des Differenzbetrags automatisch vom Staat bezuschusst.
  58. 58Wovon hängt es ab, ob eine Steuerüberwälzung durch die Unternehmen gelingt?Der Versuch, die Steuerbelastung durch höhere Preise auf die Kunden zu überwälzen, gelingt umso besser, je weniger die Nachfrager auf eine Preisanhebung mit Mengeneinschränkungen reagieren. Im Fall einer völlig starren Nachfrage würde die gesamte Steuer von den Käufern getragen. Bei einer völlig elastischen Nachfrage lässt sich die Steuer dagegen nicht überwälzen.
  59. 59Worin bestehen die Gefahren der Staatsverschuldung?Es besteht die Gefahr, dass durch staatliche Verschuldung private Investoren verdrängt werden (Crowding-out, siehe Kapitel 5). Staatsschulden belasten zukünftige Generationen mit Zins- und Tilgungsverpflichtungen (Lastenverschiebungsthese). Bei überhöhter Staatsverschuldung nimmt der Anteil der Zinszahlungen an den öffentlichen Ausgaben zu, sodass der Spielraum zur Finanzierung staatlicher Kernaufgaben (mit regulären Einnahmen) immer kleiner wird. Schließlich kann eine anhaltend steigende Staatsverschuldung einen Vertrauensverlust der Finanzmärkte bewirken.
  60. 60Welche Maßnahmen beinhaltet eine so genannte Umschuldung?Die so genannte Umschuldung bildet für den Schuldnerstaat eine Möglichkeit zur externen Verbesserung seiner Liquiditätssituation. Typischerweise beinhaltet sie einen Forderungsverzicht der Gläubiger, oft verbunden mit einer Verlängerung der Kreditlaufzeiten und einer Absenkung des Zinssatzes auf die Restschuld.
  61. 61Was spricht gegen den Einsatz der antizyklischen Fiskalpolitik?Aufgrund von zeitlichen Verzögerungen bei der Durchführung und Wirkung fiskalpolitischer Maßnahmen besteht die Gefahr, dass der Wirtschaftsablauf nicht geglättet, sondern destabilisiert wird. Aller Erfahrung nach wird Finanzpolitik zudem asymmetrisch eingesetzt. Das heißt, der Staat erhöht zwar in der Rezession die kreditfinanzierten Ausgaben, unterlässt es aber, die Schulden im Boom zu tilgen. Die Folge sind stetig wachsende Staatsausgaben und -schulden. Als problematisch sind schließlich mögliche Crowding-out-Effekte anzusehen.
  62. 62Nennen Sie fünf Forderungen der Angebotsökonomik. Welches grundsätzliche Ziel verfolgt sie?Zentrales Ziel der Angebotspolitik ist es, die Voraussetzungen zur Güterproduktion in einer Volkswirtschaft zu verbessern. Durch die Verminderung staatlicher Eingriffe und Reglementierung soll die unternehmerische Initiative und die Leistungsbereitschaft der Bürger gestärkt werden. Typische wirtschaftspolitische Forderungen der Angebotsökonomik sind etwa der Subventionsabbau, die Reduktion der Steuerbelastung, die Steuervereinfachung, die Senkung der Lohnzusatzkosten oder die leistungsorientierte Beamtenbesoldung.
  63. 63Erläutern Sie das Haavelmo-Theorem.Das Haavelmo-Theorem besagt, dass auch von einem ausgeglichenen Budget des Staates konjunkturelle Effekte ausgehen. Eine Staatsausgabenerhöhung, die vollständig durch eine Steuererhöhung finanziert wird, führt genau im Umfang der zusätzlichen Ausgaben zu einem Anstieg der volkswirtschaftlichen Gesamtnachfrage und des Einkommens. Das liegt daran, dass Staatsausgaben in voller Höhe direkt nachfragewirksam werden. In der Folge kommt es entsprechend der Konsumquote der Einkommensbezieher zu weiteren Nachfrageeffekten. Steigende Steuern bedeuten hingegen einen Rückgang des verfügbaren Einkommens. Daraufhin werden die Wirtschaftssubjekte lediglich ihre Konsumausgaben einschränken. Ein direkter negativer Erstrundeneffekt auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wird durch die Steuererhöhung nicht ausgelöst.

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FlashCards sobre VWL, criado por Salii H em 25-01-2018.
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