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Flashcards

Politische Theorie

Peter Kleber German 130 cards

Politische Theorie

Cards in this deck (130)

  1. 1Wortursprung Politik + Begriffeta politika, bürgerliche Angelegenheit, die Diskussion der freien Bürger (polites) und Angelegenheiten der polis
    epistéme politiké = daraus gewonnene Wissenschaft
    koinonia plitiké = politische Gemeinschaft
  2. 2Begriffe sindAusdruck historischer Kontexte
    Ausdruck politischer Kulturen
    Sprachliche Konstruktion von Wirklichkeit
  3. 3Konstruktion des PolitischenReduktionvon unüberschaubarer Komplexität
    Orientierung des Handelns
    Gegenstand politischer Auseinandersetzung
  4. 4Politik vs. das PolitischeDas Politische qualifiziert eine Modalität der Existenz des gemeinsamen Lebens als auch eine Form kollektiven Handelns, die sich implizit von der Ausübung der Politik unterscheidet. Sich auf das Politische beziehen heißt, von allem sprechen, was ein Gemeinwesen jenseits unmittelbarer parteilicher Konkurrenz und die Ausübung von Macht, tagtäglichen Regierungshandelns und des gewöhnlichen Lebens der Institution konstituiert.
  5. 5Politik ist.• Kampf um Macht
    • Konflikt über Werte, Güter und Interessen
    • Auseinandersetzung um die „richtige“ Antwort auf gesellschaftliche Probleme
    • Ordnung von allgemein verbindlichen und akzeptierten Regeln, Institutionen und Verfahren, nach denen gesellschaftliche Konflikte über Werte, Interessen und Güter ausgetragen und entschieden werden
  6. 6Wissen über Politik dient der• Orientierung
    • Analyse
    • Bewertung
    • Prognose
    • Beratung
  7. 7Unterschied Alltagswissen/Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Politik• Höheren Abstraktionsgrad
    • Verallgemeinerungsfähigkeit
    • Systematisierungsbemühungen
    • Theoretischen Bezugsrahmen
  8. 8Theorien sindAussagen über Wirklichkeit
    Systematischer Zusammenhang der Aussagen
    Angaben über die Rahmenbedingungen, unter denen die Aussage treffen soll
    Eine Theorie = systematische Verknüpfung von Aussagen über die Wirklichkeit
    Ergebnis wissenschaftlicher Forschung
    Voraussetzungen wiss. Erkenntnis
    Nicht voraussetzungslos
    Strukturgeber von der Wahrnehmung der Welt
    Theorien als Paradigmen der Weltwahrnehmung
  9. 9Anforderungen an politische Theorie• Deskriptives Wissen: Beschreibung
    • Kausales Wissen: Erklärung & Prognose
    • Normatives Wissen: Orientierung
  10. 10Politische Theorie als• Gesellschaftstheorie
    • Demokratiewissenschaft
    • Möglichkeitenwissenschaft
    • Anstiftung zum öffentlichen Diskurs
  11. 11Vormoderne Politikbegriffe• Politisches Denken bereits vor Politischer Theorie
    • Mythos, Ordnungsvorstellungen in Bildern und Narrativen
    • Umbruch griechische Antike: von Mythos zum Logos
    • Philosophie als neuer Reflexionsmodus menschlicher Selbst- und Weltverhältnisse
    • Autonomie der menschlichen Welt
    • Entdeckung des Politischen: Könnensbewusstsein
  12. 12Polis als Erfahrungsraum pol. Handelns• Personenverband (Vielzahl der Bürger)
    • Stadtstaat
    • Bürgerbeteiligung
  13. 13Philosophenkönigtum vs. DemokratiePhilosophenkönigtum vs. Demokratie
  14. 14Begriffe Platon• Theorein = Erschauen des Wesens der Dinge/ der Ideen
    • Politik = techne (Kunstfertigkeit: rechte Ordnung von Seele und d. Stadt
    Jede Person hat Eigenschaften für best. Tätigkeiten
    Idee der Gerechtigkeit
  15. 15Menschenbild Platonnicht das Gute, sondern Wünsche und Bedürfnisse der Menschen sind leitend
  16. 16Verfassungstypologien nach AristotelesVerfassungstypologien nach Aristoteles
  17. 17Verfassung nach AristotelesBeste wäre Politie, aber nicht möglich, das es hohes Abstraktionsvermögen aller Bürger fordert. Deswegen Mischverfassung Demokratie + Oligarchie (Voraussetzung: starke Mitte, moderate Wohlstandsverteilung)
  18. 18Menschen/Demokratieverständnis Aristoteles• Mensch ist ein politischesWesen (zoon Politikon)
    • Polis ist eine politische Ordnung und eine politische Lebensform
    • Politik ist das gemeinsame Handeln von freien und gleichen Bürgern
    • Erst als Bürger der Pollis verwirklicht der Mensch sein natürliches Potential & erreicht das ethische Ziel des Glücks (nach Aristoteles bedeutet Freiheit der Abstand vom Trieb- und Bedürfniswesen)
    • Zusammenhalt der Polis durch Freundschaft & Erziehung (statt wie vorher durch Familie & Abstammung
  19. 19Politikbegriff MachiavelliBegründer realistischer Politikbegriff
    alle Handlungen, mit denen Herrschaft erlangt und auf Dauer gestellt werden kann
    mantenere lo stato
    Macht als Voraussetzung stabiler Herrschaft
    Moral: Mittel der Politik
  20. 20Historischer Kontext MachiavelliKrise der Republik Florenz
    Fürstenherrschaft
    Aufstieg & Verfall politischer Ordnung
  21. 21Stabilisierung pol. Ordnung Machiavelli• Rückkehr zum Gründungsmoment
    • Personales Handeln
    • Historische Umstände
    • Krisensituation: Stabilisierung durch Alleinherrschaft
    • Politischer Alltag: Stabilisierung durch Republik
  22. 22El Principe• Trennung Moral & Politik
    • Schein der Tugendhaftigkeit
  23. 23Alleinherrschafts-Erwerb• Ererbte Alleinherrschaft
    • Neu erworbene Alleinherrschaft
    - Durch Tüchtigkeit (virtú)
    - Glückliche Umstände (fortuna)
    - Richtiger Moment (occasione)
  24. 24Discorsi• Bewahrung der Freiheit
    • Erlangen bürgerlich- republikanischen Ruhms
    • Virtú/liberta = Tapferkeit + Mäßigung + Klugheit
    • Verteidigung der Ordnung muss von Innen kommen, Söldner bieten starke Unsicherheit
  25. 25Der Fürst vs. FürstenspiegelDer Fürst vs. Fürstenspiegel
  26. 26Historischer Kontext Max Weber• Kapitalismus
    • Bürokratisierung
    • Moderner Anstaltsstaat (institutionelle Herrschaft, nicht stark auf Personalien bezogen)
  27. 27Motivation für das Handeln von Menschen nach Max WeberInteressen (materielle und ideelle), nicht Ideen beherrschen unmittelbar das Handeln der Menschen. Aber: die „Weltbilder“, welche durch „Ideen“ geschaffen wurden, haben sehr oft als Weichensteller die Bahnen bestimmt, in denen die Dynamik der Interessen das Handeln fortbewegte.
  28. 28ambivalente Rationalisierungsprozesse, Max Weber• Rationalisierung des Alltags inkl. Technischer Fortschritt + Wissenschaft
    • Unentrinnbare Strukturen (neue Formen der Unfreiheit)
     Eiserner Käfig der Hörigkeit (Sklaverei)
     Internalisierte Selbstrationalisierung
    • Starke Persönlichkeit
     Jede/r Einzelne kann sich dessen entziehen
  29. 29Bildung von IdealtypenDer Idealtypus „wird gewonnen durch einseitige Steigerung eines oder einiger Gesichtspunkte und durch Zusammenschluss einer Fülle von diffus und diskret, hier mehr, dort weniger, stellenweise gar nicht, vorhandenen Einzelerscheinungen, die sich jenen einseitig herausgehobenen Gesichtspunkten fügen, zu einem in sich einheitlichen Gedankenbilde. In seiner begrifflichen Reinheit ist dieses Gedankenbild nirgend in der Wirklichkeit empirisch vorfindbar. [… So] erwächst die Aufgabe, in jedem einzelnen Falle festzustellen, wie nahe oder wie fern die Wirklichkeit jenem Idealbild steht.“
  30. 30Definition Macht Max Weberist die Chance innerhalb einer sozialen Beziehung seinen Willen, auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.
  31. 31Definition Politik Max WeberStreben nach Machtanteil oder nach Beeinflussung der Machtverteilung, sei es zwischen Staaten, sei es innerhalb eines Staates zwischen den Menschengruppen, die er umschließt
  32. 32Definition Herrschaft Max WeberDie Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei einer angebbaren Gruppe Gehorsam zu finden
  33. 33Herrschafts/Legitimationstypenrational-legal
    traditional
    charismatisch (Heiligkeit, Heldenkraft, Vorbildlichkeit einer Person)
  34. 34Definition staatliche Herrschaftdas Monopol legitimen physischen Zwangs auf einem bestimmten Territorium (Gewaltmonopol)
  35. 35Gesinnungsethik Prinzipientreue unabhängig der Konsequenzen (Deontologie)• absolut & abstrakt
    • Objektivierung des Glaubens
    • Rationalisierung & Erstarrung
  36. 36Verantwortungsethik Konsequentialismus, Folgen der Handlung entscheidend• Pragmatisch & konkret
    • Subjektive Verantwortung
    • Dynamik & Flexibilität
  37. 37Politik(er)verständnis Max WeberRingen um Macht
    Wegen der Monopolisierung des Gewaltmonopols ist politische Macht knapp & wertvolles Gut
    Qualitäten des Politikers: Leidenschaft, Verantwortungsgefühl, Augenmaß
  38. 38Beitrag zum Politischen Carl Schmitt• Politische Gemeinschaft zentraler Gegenstand politischen Handelns
    • Politik ist umfassende Handlungssphäre
  39. 39Historischer Kontext Carl SchmittHistorischer Kontext Carl Schmitt
  40. 40das Politische Carl Schmittdas Politische Carl Schmitt
  41. 41Verfassung Carl SchmittVerfassung & Verfassungstext nicht dasselbe
    Verfassung "existentielle Totalentscheidung" einer politischen Gesellschaft
    Verfassungstext lediglich rechtliche Normierung dieser Entscheidung
  42. 42Beitrag Politikbegriff Hannah Arendt• Wir können keine kollektiv verbindlichen Entscheidungen herstellen und durchsetzen, ohne uns darüber zu verständigen, wie wir leben wollen
    • Macht ist nicht nur eine Frage der Willensdurchsetzung, Macht ist ebenso die Chance, zusammen mit anderen in Freiheit zu handeln
  43. 43Historischer Kontext Hannah ArendtVerfolgung
    Staatenlosigkeit
    Wie wollen wir leben?
    Freiheit als Sinn von Politik
  44. 44Grundthesen Hannah ArendtAutonomie des Politischen
    Macht als Möglichkeit, gemeinsam zu handeln (intransitiver Machtbegriff)
    Öffentlichkeit als Sphäre des Handelns
    Entpolitisierung der modernen Gesellschaft
    Totale Herrschaft als Zerstörung des Politischen
    Grenzen totaler Herrschaft
  45. 45Prämissen normativ-ontologischExistenz einer objektiven Wahrheit (Platon)
    Wahres, Gutes, Gerechtigkeit, Gemeinwohl ist durch Wissenschaft zu finden (Politische Philosophie
    Praktische Wissenschaft von der guten & gerechten Ordnung
  46. 46Erkenntnisgegestände normativ-ontologisch• Sinn und Wesen von Politik
    • Gute Ordnung des Gemeinwesens
    • Praktische Handlungsorientierung
    • Historische Vernünftigkeit
  47. 47Wertebezug normativ-ontologisch• Zentrale Bedeutung von Ideen & Werten
    • Keine Trennung von Sein & Sollen
    • Überzeitliche Werte und „gute“ Gründe
  48. 48Methoden normativ-ontologischHermeneutik (Auslegung & Interpretation)
    Phänomenologie (Erscheinung)
    Historisch orientierte Betrachtungsweise
    Ideengeschichte
  49. 49Prämissen empirisch-analytischneues Wissenschaftsverständnis
    Keine absolute Wahrheit (Bedingungen für Wahrheit müssen angegeben werden, kritische Betrachtung der Quellen)
    Wirklichkeit nur durch Erfahrung und Beobachtung erfahrbar (Ausgangspunkt: Natur)
    • Objektivität des Forschungsprozesses
  50. 50Erkenntnisgegenstände und -interessen empirisch-analytisch• Soziale/politische Fakten
    • Analyse von Wirklichkeitsausschnitten
    • Beschreibung, Erklärung, Voraussage
    • Auffinden von Gesetzmäßigkeiten
  51. 51Wertebezug empirisch-analytisch• Werte können Gegenstand & Voraussetzung, aber nicht Ergebnis von Wissenschaft sein
    • Kein wertfreies Herangehen, aber wertfreie Forschungslogik
    • Intersubjektive Überprüfbarkeit
  52. 52Arbeitsweise empirisch-analytischFakten sammeln, Hypothesen bilden, operationalisieren und überprüfen
    Vorrang der Methode vor der Theorie
    empirisch deduktiv oder empirisch induktiv
  53. 53Prämissen kritisch-dialektischGeschichtlichkeit
    Totalität (Wahrheit im gesellsch. Kontext)
    Dialektik (es können immer Widersprüche auftreten)
    Emanzipation/Freiheit (Befreiung von Menschen aus der Unfreiheit)
  54. 54Erkenntnisgegenstände und -interessen kritisch dialektischKritische Analyse der Gesamtgesellschaft
    Erkennen historischer Entwicklungsgesetze
    Vernunfterkenntnis der „richtigen Gesellschaft“
    Veränderung der Gesellschaft
  55. 55Wertebezug kritisch-dialektischAusdruck historisch-materieller Interessen
    Aufgeklärtes Bewusstsein
    Einschluss der Werte
  56. 56Methoden kritisch-dialektisch• Historische Analyse
    • Hermeneutik
    • Methoden der empirischen Sozialforschung
    • Kritik
  57. 57Metakontext 3-Schulen-DifferenzierungExil in USA (Dominanz des Behaviorismus, Naturwissenschaft als Vorbild)
    Exilanten als Kritiker des mainstream (Arendt, Voegelin, Strauss)
    60er
    (Dominanz positivistischen Wissenschaftsverständnisses)
    80er
    (Verblassen der Selbstverständigungsdebatte)
  58. 58Unterschied normative/empirische TheorienFrage der Begründbarkeit
    VS
    Frage nach empirischer Verfasstheit
    Politische Theorien unterscheiden wie sie die Spannung zwischen Begründbarkeit & der empirischen Verfasstheit Politik Theorie intern reflexiv werden lassen (jeweils Frage des Standpunktes)
  59. 593-Elementen-Lehre JellinekEntstehen von Institutionen
    Ersetzen persönlicher Beziehungen durch Herrschaftsform
    Verlagerung der Loyalität von Familie auf staatl. Institutionen
  60. 60modernes Staatsverständnis• Gesamtheit öffentlicher Institutionen, die das Zusammenleben von Menschen auf einem Territorium gewährleisten (sollen), Innen Gewaltmonopol, Außen Souveränität
    [3-Elemente-Lehre Jellinek]
    Trennung Politik & Religion
    (Wormser Konkordat, Westfälischer Frieden)
  61. 61Hobbes Werkt & Staatsverständnis• Vorgehen wie Physik & Geometrie (more geometrico = streng deduktives Vorgehen)
    • Naturzustand – Vertrag – Staat (Mittel zum Zweck + Kosten-Nutzen-Abwägung)
    • Schutz/Friede gegen Gehorsam
    • Sicherheit als Zweck des Staates
  62. 62Ursache menschlichen Handelns (Hobbes)• Trieb der Selbsterhaltung
    • Begierde + Vernunft > Machtstreben > Todesfurcht
  63. 63Naturzustand (Hobbes)• Unsicherheit
    • Mensch dem Mensch ein Wolf
    • Jeder Recht auf Alles
  64. 64Staat (Hobbes)• Ausweg aus dem Naturzustand
    • Frieden
    • Todesfurcht d. Menschen
    • Machtstreben > Todesfurcht > Staat
    absolute Souveränität
    Monarchie ohne Gewaltenteilung
  65. 65Vertrag (Hobbes)• Zwischen Menschen
    • Keine Verfassung, gedankliches Konstrukt
    • Abgabe aller Rechtsansprüche
    • Souverän nicht an Gesetze gebunden
  66. 66Freiheit (Hobbes)• Abwesenheit von Zwang
    • Raum ohne gesetzliche Regelung
    • Rechtssicherheit unter Bürgern
    • Gefahr: Machtmissbrauch
  67. 67Souveränität (Hobbes)• Monopol legitimen physischen Zwangs (Friede & Schutz) Leben, Freiheit, Besitz
    • Affektive Handlungen des Naturzustandes wird mit Furcht vor Leviatan ersetzt/kontrolliert
    • Konfliktives Potential von Leistungsgesellschaft (wenn jemand unten steht entweder selbst schuld oder Systemversagen -> beides schlecht)
  68. 68Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Verfassung von wem jeweils?Bindung an Gesetz und Recht(e): Locke, Kant (Aufteilung von Souveränität & Widerstandsrecht
    Gewaltenteilung: Locke
    Gewaltenbalance (Checks & Balances): Montesqieu
    Komplexe Limitierung von politischer Gewalt/Souveränität: Verfassung
  69. 69Naturzustand LockeNebeneinander in prinzipieller Gleichheit
    Achtung anderer Freiheiten
    Recht auf Eigentum
  70. 70Vertrag LockeZwischen Menschen
    Mehrheitsprinzip
  71. 71Staat LockeGewaltmonopol
    Gerichtsbarkeit
    An Gesetze gebunden
    Legislative (Repräsentativorgan, Merheitsprinzip, regelmäßige Wahlen, zwei Kammern)
    Exekutive (Regierungsorgane & Gerichte)
  72. 72Bändigung Staatsmissbrauch LockeStrukturelle Verschränkung der getrennten Gewalten
    Inhaltliche Festlegung der Gewalten
    Widerstandsrecht (anders als bei Hobbes)
  73. 73Fundamente modernen Liberalismus' (nach Locke)Individuelle Freiheit
    Volkssouveränität
    Mehrheitsprinzip
    Bindung an Grundrecht
    Rechtsstaatlichkeit
    Gewaltenteilung
  74. 74Legitimierung Staat MontesquieuZustimmung & Schutzgarantie (Leben, Freiheit, Besitz)
    Bei Verletzung von Schutzgarantien: Vertrauensentzug & Widerstand
  75. 75Bändigung Staatsmissbrauch MontesquieuRechte (Grund- und Menschenrechte)
    Allgemeine Gesetze (insbesondere Gesetzmäßigkeiten staatlichen Handelns)
    Gewaltentrennung
    Beteiligung an politischen Entscheidungen
  76. 76Grundprobleme moderner StaatlichkeitWer kontrolliert Souverän?
    Wer hat Teil an der Macht?
    Wie werden öffentliche Güter & Zugangschancen verteilt?
    Wie souverän ist der post-nationale Staat?
  77. 77Historischer Kontext Liberalismus1649 Hinrichtung Karl I (auch religiöse Konflikte/Kämpfe)
    1688/89 Glorious Revolution (danach Politik basierend auf Grundrechten)
    1776 Amerikanische Revolution (in Verfassung formulierter Gesellschaftsvertrag)
    1787/88 US-Verfassung
    1789 Französische Revolution
    1880 Deutscher Vormärz
    1848/49 Deutsche Revolution/Paulskirchenversammlung
  78. 78Inhalt LiberalismusPhilosophie der bürgerlichen Gesellschaft
    Antithese zu Feudalismus, Absolutismus, ständischen Hierarchien, depotischer Willkürherrschaft
    Entwurf einer neuen Gesellschaft: Freiheit, rechtliche Gleichheit, individuelle Rechte, Herrschaft des Rechts (Egalitätsansprüche)
  79. 79Hauptmerkmale LiberalismusVorrang individueller Freiheit der Bürger
    Restriktives Staatsverständnis
    Rationalität & Effizienz des Marktes (Prinzip der Freiheit, gewisse Gerechtigkeit, da zunächst nicht hirarchisch, Eigenrationalität)
    Interesse statt Tugend (noch in Antike & Republikanismus vorhanden soziomoralische Eigenschaften als Grundvoraussetzung), trotzdem Gemeinwohl durch Egoismus des Einzelnen
    Soziales Leitbild
  80. 80Organisationsprinzipien LiberalismusRecht (Herrschaft von Recht & Gesetz, Gewährleistung von Freiheit & Gleichheit, Geltung durch Anerkennung & Zustimmung)
    Markt (Knappheit von Ressourcen & Gütern überwinden, Prosperitätssteigerung, spontane Ordnung)
    Politischer Minimalismus (restriktiver Staat)
  81. 81Freiheit nach KantWillensfreiheit (Ursachensetzung durch Willen, unabhängig von deterministischen Kausalketten)
    Selbstgesetzgebung
    Sittliche Freiheit
  82. 82Staat nach KantRechtstaat (Vereinigung von Menschen unter Rechtsgesetzen)
    Oberstes Rechtsgebot (Handle stets so, dass der freie Gebrauch deiner Willkür mit der Freiheit von jedermann noch einem allgemeinen Gesetzte zusammen bestehen könne.)
    Sittliche Freiheit fordert die Rechtsordnung
    Staatsvertrag ((regulative) Idee, Allgemeine Verbindlichmachung der Unbedingtheit des Sittengesetzes)
    Gewaltenteilung
  83. 83Gegenüberstellung Recht / Moral nach KantRechtsordnung ohne moralische Basis denkbar (revolutionär)Gegenüberstellung Recht / Moral nach Kant
  84. 84Probleme Ende 19. JahrhundertVermachtung der Märkte
    Ungleichheit, Klassenbildung, Proletarisierung
    Urbanisierung, Veränderung der Lebenswelten
    Politische Organisation der Arbeiterbewegung & Konservatismus
  85. 85historische Formen des KonservatismusNach- und gegenrevolutionärer Konservatismus
    Nationaler Konservatismus
    Neo-Konservatismus
  86. 86nachrevolutionäres Denkenkeine Veränderung bestehender Strukturen (weil gesellschaftliche Stukturen organisch miteinander zusammenhängen und zerstört würden)
    keine Schaffung einer neuen Verfassung (weil politische Ordnungen nichts Künstliches sind, sondern historisch gewachsen)
    keine Öffnung des Politischen Prozess für alle (weil Herrschen hierarchisch ist und nicht von unten kommt, sondern von oben)
    Rationalismus & Aufklärung tendieren dazu, sich selbst zu überschätzen
  87. 87Edmund Burke (moderner Konservatismus)„Ahnherr des konservativen Denkens“
    Whig (aufgeklärter Liberaler)
    „Neigung zum Erhalten – Geschicklichkeit zum Verbessern“
    Reform statt Revolution (Vernünftige Veränderung, Quelle Erfahrung, Verlauf Entwicklung)
    Geschichtliche Erfahrungen – Vernunft – politische Verfassung (Urteilskraft durch historische Erfahrungen)
    Kritik abstrakter Vernunft: Verfassung kein „Stück weißes Papier“, Abstraktion wird Realität nicht gerecht
    Bild des gesellschaftlichen Uhrwerks für Burke nicht angemessen, Gesellschaft sei nicht mit Maschine vergeleichbar
  88. 88gute Verfassung nach BurkeHistorisch gewachsen (Geschichte als Lernprozess, trial & error, muddeling through)
    Erfahrung vergangener Generationen
    Ergebnis von Versuchen
  89. 89Legitimität von Verfassung nach BurkeQuellen: Geschichte, Vernunft, Natur, Gott (Mensch als Geschöpf, Hybris Mensch sei Herr seines Schicksals
    Grundsatz der Achtung für das Alte
  90. 90politische Erfahrung im Konservatismus nach BurkeWeitergabe an die neuen Generationen
    Kein Eigentum, sondern Erbe
    Nachhaltiger Umgang mit knappen Ressourcen (Anfang der Grünenbewegung viele Konservative)
  91. 91Freiheit nach BurkeVereinbarkeit mit dem Wohl des Ganzen
    Abhängigkeit von der historischen Entwicklung und den Umständen
    Freiheit durch Macht (durch Institutionalisierung)
  92. 92Staat nach BurkeKein bloßer Zweckverband
    Liebe seiner Bürger
    Religion als Grundlage des Zusammenhalts
  93. 93Denkmuster des historischen KonservatismusHistorisch
    Konkret
    Organisch
    Hierarchisch
    Religiös
    Modernitätsskeptisch
  94. 94Sittlichkeit nach HegelEinheit der innerlichen und der äußerlichen Ordnung
    Innerliche Ordnung: Moralität
    Äußerliche Ordnung: Recht
    Vernunft muss wirklich sein (wirken), um vernünftig zu sein
    Gilt dann, wenn Sitten begründet werden können
    Bsp.: Kants Gesellschaft der Teufel NICHT sittlich
  95. 95Staatsverständnis HegelErbmonarchie & Ständestaat
    Sichtbarmachng des Zusammenhalts (Monrach als Verkörperung der Einheit des Staates)
  96. 96Denken des altständischen KonservatismusHistorisch gewachsene Einheit
    Organisch gefügte Ordnung
    Wiederherstellung der Monarchie
    Restaurierung altständischeradeliger Privilegien
    Gegen Prinzip der Volkssouveränität
    Gegen Zerstörung der Tradition
  97. 97Wende 19./20. Jhd. nationaler KonservatismusLehre des Sozialdarwinismus
    Machtstaatsdenken
    Völkischer Nationalismus (hierarchische Ordnung wird externalisiert, Innerhalb Gleichheit/ Demokratie, außerhalb Hierarchie der Völker)
  98. 98Nationaler Konservatismus in DeutschlandKriegserlebnis
    Heroischer Nationalismus & Wehrgedanke
    Antidemokratisches Selbstverständnis
    Antiiberalismus: kulturell/politisch
    Autoritärer, totaler Staat
    Volk, Gemeinschaft, Führer
    Vision des Reiches
  99. 99Grundzüge Neo KonservatismusKrise der Autorität
    Krise der Institutionen
    Krise der Werte (Kritik des paternalistischen Wohlfahrtsstaates, Markt statt Bürokratie, Respekt vor Tradition, Chancengleichheit statt Egalitarismus, Realismus in Internationaler Politik)
    Reaganomics
    Thatcherism
  100. 100AristotelesPolitik nicht am Wissen, sondern Handeln orientiert
    induktives Vorgehen
    Wissenschaft der Politik als praktische Wissenschaft
  101. 101Vergleich Platon / Aristotelesinduktiv (aristoteles) vs. deduktiv (platon)
    Einheitsentwurf, gerechte Ordnung als Ergebnis von theoretischer Erkenntnis
    vs.
    Vielheits-Einheits-Prolementwurf: gerechte Ordnung als Ergebnis bürgerschaftl. Handelns + erfahrungsgesättigtem Institutionendesign
  102. 102Repräsentation Carl SchmittDarstellung des politischen Willens
    Repräsentation ist existentiell
    Legitimität durch die Repräsentation des wahren politischen Willens (Aufgabe der Regierung)
  103. 103Grundlagen liberaler StaatstheorieVertrag -> freier Wille des Individuums
    Legitimierung:
    Zustimmung & Schutzgarantie (Leben, Freiheit, Besitz)
    Vertrauensentzug und/oder Widerstand
    Limitierung:
    Rechte
    Gewaltentrennung
    Gesetze
    Beteiliung an pol. Entscheidungen
    Konstitutionalisierung pol. Herrschaft:Verfassung
  104. 104Adam SmithArbeitsteilung
    System der natürlichen Freiheit
    unsichtbare Hand
  105. 105John Stuart MillGrenzen legitimes Eingreifen indiv. Unabhängigkeit:
    Schaden für andere oder Gesellschaft
    Mittel gegen die Tyrannei der Mehrheit:
    Individualität
    Freiheit als soziale Tugend
    das größtmögliche Glück insgesamt
  106. 106FrühsozialismusKritik an Besitzindividualismus/ Eigentumsordnung
    Kritik an Ungleichheit
    Suche nach neuen Organisationsformen
    Vorläufer: Utopien
    Vision einer solidarischen Welt
    Ende des Frühsozialismus als politische Bewegung 1848
  107. 107Utopien (Vor- und Frühsozialismus)Gegen den vorherrschenden Individualimus der renaissance
    gegen die wachsende soziale Ungleichheit
    gegen die daraus resultierenden sozialen Konflikte ihrer Zeit
  108. 108ideales Gemeinwesen (Vor- und Frühsozialismus)überindividuelles Ordnungsdenken
    keine soziale Ungleichheit
    keine sozialen Konflikte
    Abschaffung des Privateigentums
    Überflüssig: grundrechtlich geschützte Privatsphäre
  109. 109Karl Marxvon Philosophie zur Nationalökonomie
    zentraler Hebel: Produktion
    Aufhebung des Privateigentums (kommun. Manifest, 1848)
    materialistische Geschichtsauffassung
    "Diaktatur des Proletariats"
    Absterben des Staates
  110. 110Arbeit (Marx)Subjektformierung
    (Mit der Arbeit kann Subjekt am Objekt seine Tätigkeit vergegenständlichen)
    Gattungsgrundlage
    (In der Arbeit wird die historische Vergegenständlichung des menschlichen Gattugslebens sichtbar)
  111. 111Entfremdung (Marx)von Produkt
    im Akt der Produktion
    von der Gattung
    von seinen mitmenschen
  112. 112Historischer Materialismus (Marx)Geschichte wird von Produktionsverhältnissen angetrieben nicht von Ideen
    gesellschaftlihches Sein bestimmt individuelles Bewusstsein
    Basis + Überbau
    (Ökonomie als Basis von Gesellschaft, Politik, Recht etc. lediglich Überbau/ ideologische Rechtfertigung der gesellschaftlichen Reproduktion)
  113. 113Geschichtsphilosophie Marx & Engelsökonomische Weiterentwicklung
    Verschärfung der Klassengegensätze
    Revolution
    Kapitalismus als höchste Stufe
  114. 114Geschichtsverständnis Marx & Engelsdeterministisch
    teleologisch
    eschatologisch
  115. 115Die Ware (Marx & Engels)Wert einer Ware ist Tauschwert, nicht Gebrauchswert
    Wert einer Ware wird von Arbeitskraft bestimmt, die zur Herstellung nötig ist (Arbeitswertlehre)
    Arbeitskraf selber ist eine Ware
    Gebrachswert der Arbeitskraft ist, Ware zu erzeugen
    Gebrauchswert des Geldes ist Vermittlung wertgleicher Waren
  116. 116Kapitalsmusanalyse: KapitalvermehrungTauschwirtschaft: Ware- Geld- Ware
    Kapitalwirtschaft: Geld- Ware (Wertvermehrung durch Arbeit)- Geld'
    Kapitalvermehrung aus Arbeitskraft
  117. 117Stadien des Staates (Marx & Engels)Kapitalismus:
    politische & rechtliche Gleichheit verschleiern wahre asymmetrische Herrschaft des Kapitals (Ungleichheit nicht in Recht/ Politik, sondern Produktion)
    +
    politische & rechtliche Freiheit dienen in Wahrheit Sicherung d. privaten Besitzverhältnisse
    Revolution:
    Instrument für Diktatur des Proletariats
    Kommunismus:
    kein Staat
    kein Recht
  118. 118Kritik an Kommunismus nach Marx & EngelsKlassenkonflikt in demokratischer Demokratie (kann Gegenstand pol. Handelns sein, z.B. Sozialdemokratie)
    staatlicher Interventionismus (in die Produktionsverhältnisse): keine Kinderarbeit, 5 Tage Woche..
    Sozial- Wohlfahrtsstaat
    Strukturwandel d. Industriegesellschaft Richtung Dienstleistung
    Lernfähigkeit komplexer Gesellschaften
  119. 119minimales Demokratieverständnisreguläre, freie & faire Wahlen
    Auswahl an unterschiedlichen Parteien
    begrenzte Amtszeit der Regierung
    ca. 130 Demokratien aktuell
  120. 120anspruchsvolles DemokratieverständnisMenschen- und Bürgerrechte
    Rechtsstaatlichkeit
    Gewaltenteilung
    Öffentlichkeit
  121. 121historischer Kontext Demokratie (zwei Traditionen)Demokratie der Griechen:
    demos: volk, kratos: Herrschaft/herrschen
    direkte, unmittelbare Herrschaft des Volkes: Gesetzgebung, Ausführung, Rechtsprechung
    Republik Rom /Stadtstaaten in Oberitalien:
    res publica: öffentliche Sache/ Angelegenheit
    bürgerliche Selbstregierung/Repräsentation
    Bindng an Recht & Gesetz
  122. 122moderne Demokratien (zwei Ursprünge)England: evolutionär
    USA/Frankreich: revolutionär
  123. 123Indentitäre vs. repräsentative DemokratieRousseau (identitär) vs. The Federalists (repräsentativ)
  124. 124(Verlust) Naturzustand RousseauFreiheit und natürliche Gleichheit, Frieden & Eintracht
    Selbstliebe & Mitleid
    Verlust:
    Ursachen: Entstehung Privateigentum & anwachsende Arbeitsteilung
    soziale Ungleichheit
    Selbstsucht & Konkurrenz
  125. 125Staatsgründung RousseauGesellschaftsvertrag, den jeder einzelne mit allen anderen abschließt
    "Gemeinsam stellen wir alle, jeder von uns seine Person und seine ganze Kraft unter die oberste Richtschnur des Gemeinwillens, und wir nehmen als Körper, jedes Mitglied als untrennbaren Teil des Ganzen auf."
    Gesetze müssen aus Gemeinwillen hervorgehen
    das Ganze wird nicht geteilt
  126. 126verschiedene politische Meinungen RousseauGemeinwille (volonté générale)
    der gemeinsame Wille
    Gemeinwohl
    Sonderwille (volonté particuliere)
    Wille des einzelnen
    individuelles Interesse
    Gesamtwille (volonté de tous)
    Wille aller einzelnen
    interessen der meisten einzelnen
    Gemein wille wird in schneller Übereinstimmung gefunden, ruhige Beratung statt hitzige Auseinandersetzung
  127. 127Staat (Rousseau)Gesetzgebung durch alle Bürger
    oberste Gewalt ist gesetzgebende Gewalt
    keine Verfassungskontrolle
    keine Gewaltenteilung
  128. 128Rousseau allgemeinVertragstheorie
    Volkssouveränintät: Selbstgesetzgebung
    Republik
    identitäre Demokratie
    Problem Volonté générale
  129. 129Federalists vs. RousseauFederalists vs. Rousseau
  130. 130ReformismusRevision ökonomischer Trendaussagen
    keine Verschärfung der Klassengegensätze
    lernfähiger Kapitalismus
    Revision der Revolutionstheorie
    Reformen statt Revolution
    Revision der Konzeption von Staat & Demokratie
    Demokratisierung von Staat & Wirtschaft
    Demokratie als Form der Verwirklichung von Sozialismus
    Revision des Historischen Materialismus
    Sozialismus nur als ethisch wünschbares Ziel
    Entscheidend nicht das Endziel, sondern die Bewegung

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Flashcards on Politische Theorie, created by Peter Kleber on 21/01/2019.
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Peter Kleber
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