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Flashcards

Strafrecht AT 1

Sascha Horvath Strafrecht AT1 German 76 cards

Cards in this deck (76)

  1. 1Was ist Strafrecht?Strafrecht ist Rechtsgüterschutz
  2. 2Welchen Charakter hat Strafrecht?Strafrecht hat fragmentarischen Charakter, also was nicht ausdrücklich verboten ist, ist zumindest strafrechtlich erlaubt
  3. 3Wann wird Strafrecht eingesetzt?Strafrecht ist das schärfste Ordnungsmittel, das der Staat hat
    Soll daher nur als ultima ratio eingesetzt werden
  4. 4Welche Normen umfasst das Strafrecht?Strafrecht =
    1) Materielle Strafrecht
    2) Strafprozessrecht
    3) Strafvollzugsrecht
  5. 5Einteilung des materiellen Strafrechts?Materielles Strafrecht Einteilung:
    -Allgemeiner Teil § 1-74 StGB
    -Besonderer Teil § 75 - 321 StGB
  6. 6Wie lässt sich der Allgemeine Teil einteilen?Allgemeiner Teil Einteilung:
    AT 1 = Lehre von der Straftat
    AT 2 = Lehre von den Folgen der Straftat
  7. 7Bereiche die im Strafwesen auftauchen?-Strafrechtswissenschaften
    -Kriminologie
    -Kriminalistik
    -Gerichtliche Medizin
    -Gerichtliche Psychiatrie
  8. 8Strafrechtswissenschaften?Strafrecht ist die normative Komponente der Kriminalwissenschaften:
    -Strafrecht
    -Strafprozessrecht
    -Strafvollzugsrecht
  9. 9Kriminologie?Kriminologie beschäftigt sich mit:
    -faktischen Erscheinungsformen des Verbrechens
    -Verbrechensursachen
    -Persönlichkeit des Rechtsbrechers
    -Kriminalsoziologie
  10. 10Kriminalistik?Kriminalistik beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Technik der Aufklärung von Straftaten und des Beweises
    -DNA-Analyse
    -Schriftvergleichung
    -Schriftvergleichung
  11. 112 wesentliche Merkmale für eine Strafe?Eine Strafe hat:
    -Übelscharakter
    -Tadelsfunktion
  12. 12Übelscharakter des Strafrechts?Das Übel besteht im Entzug eines Rechtsgutes:
    -Freiheit
    -Vermögen
    -Früher auch Leben
    (Strafe soll als Übel empfunden werden)
  13. 13Tadelsfunktion des StrafrechtsStrafe (Übel) ist immer mit einem Tadel (Unwerturteil über den Täter) verbunden
    Tadel = Rüge
  14. 14Arten der Rechtsfolgen?1) Strafe = Erste Spur des Strafrechts
    2) Vorbeugende Maßnahme = Zweite Spur
    3) Diversion = Dritte des Strafrechts
    4) Verfall § 20 StGB und Konfiskation
    5) Verbandsverantwortlichkeit
  15. 15Vorbeugende Maßnahmen?Bei vorbeugenden Maßnahmen fehlt die Tadelsfunktion
    Seit 1975 können vorbeugende Maßnahmen von Strafgerichten verhängt werden
  16. 16Beispiele für vorbeugende Maßnahmen?Einweisung:
    -in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher § 21 StGB
    -in Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher § 22 StGB
    -in Anstalt für Rückfallstäter § 23 StGB
    -Einziehung gefährlicher Gegenstände
    § 26, § 34 Suchtmittelgesetz
  17. 17Diversion?Gibt es im Jugendstrafrecht seit 1988 und bei Erwachsenen 2000
    Bei leichten und mittelschweren Straftaten
  18. 18Verfall?Der Verfall ist keine Strafe
    Dem Täter soll der finanzielle Vorteil wieder abgenommen werden, den er durch die Straftat erlangt hat
  19. 19Verbandsverantwortlichkeit?Verbandsverantwortlichkeit erfasst:
    -Juristische Personen des Privatrechts
    (GmbH, AG, Gen., Sparkassen, Vereine, politische Parteien)
    -Juristische Personen des öff. Rechts
    (Gebietskörperschaften, ÖH, Kammern, Unis, ORF, FMA, AMS)
  20. 20Arten der Strafrechtstheorien?Strafrechtstheorien:
    -absolute Theorien sind Vergeltungstheorien
    -relative Theorien sind Zwecktheorien
  21. 21Absolute Theorien?Absolute Theorien:
    Grund der Strafe wird im Verbrechen gesehen
    Strafe wird mit gerechter Vergeltung begründet (Gleiches mit Gleichem)
  22. 22Relative Theorien?Relative Theorien:
    Gestraft wird aus einem bestimmten Zweck, also um künftig Straftaten zur verhindern (Prävention):
    -Generalprävention
    -Spezialprävention
  23. 23Spezialprävention?Spezialprävention ist Verbrechensverhütung durch Einwirkung auf den Täter selbst
    =Rückfallverhütung
  24. 24Generalprävention?Generalprävention ist Verbrechensverhinderung durch Einwirkung auf die Allgemeinheit
  25. 25Keine Strafe ohne Gesetz auf Latein?Nullum crimen, nulla poena sine lege
  26. 26Welche Auswirkungen hat § 1 StGB "Keine Strafe ohne Gesetz"?§ 1 Keine Strafe ohne Gesetz:
    -Analogieverbot
    -Rückwirkungsverbot
    -Verbot des Gewohnheitsrechts
    -Bestimmtheitsgebot
  27. 27Analogieverbot?Eine Handlung ähnelt einer Strafnorm entspricht ihr aber nicht voll und wird trotzdem auf diese angewendet obwohl in Wirklichkeit eine Strafrechtslücke vorliegt
  28. 28Beispiel für eine Analogie?A hat dem B vor Jahren einen Schlüssel anvertraut und B hat diesen trotz Aufforderung nicht zurückgegeben
    Bei widerrechtlichen Behalten liegt kein Diebstahl vor
  29. 29Rückwirkungsverbot?Rückwirkungsverbot:
    Eine Tat darf nur bestraft werden, wenn sie schon zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war
    § 7 MRK
  30. 30Ab wann gilt eine Norm? (Rückwirkungsverbot)Eine Norm gilt ab dem Zeitpunkt, an dem sie im Bundesgesetzblatt kundgemacht worden ist
  31. 31Verbot des Gewohnheitsrechtes?Strafe kann nur ein gesetzlich festgelegte Rechtsfolge sein
    (Verbot des Gewohnheitsrechtes)
  32. 32Bestimmtheitsgebot?§ 1 StGB normiert auch ein Verbot allzu unbestimmter Strafvorschriften
    (Bestimmtheitsgebot)
  33. 33Sind Grundsätze des § 1 StGB auch verfassungsrechtlich abgesichert?Grundsätze des § 1 StGB sind verfassungsrechtlich abgesichert:
    -Analogieverbot Art 7 MRK
    -Rückwirkungsverbot Art 7 MRK
    -Bestimmtheitsgebot Art 18 B-VG
  34. 34Straftat bzw Delikt?Der Begriff Straftat meint:
    Tatbestand und Rechtsfolge, also die Summe aller materiellen Voraussetzungen für die Bestrafung einer Person
  35. 35Tatbestand?Der Begriff Tatbestand gliedert sich:
    -objektiver Tatbestand = Tatbild
    -subjektiver Tatbestand = Vorsatz
    Beide beim Vorsatzdelikt erfüllt, dann = Verwirklichung des Tatbestandes
  36. 36Ein- und mehraktiges Delikt?Einaktiges Delikt:
    Tatbestand erfordert für Verwirklichung eines Deliktes nur eine Handlung
    Mehraktiges Delikt:
    Tatbestand erfordert für Verwirklichung eines Deliktes mehrere Handlungen
  37. 37Rechtswidrigkeit?Jedes tatbestandsmäßige Verhalten ist grundsätzlich rechtswidrig
    Liegt ein Rechtfertigungsgrund vor, dann ist tatbestandsmäßiges Verhalten nicht rechtswidrig
  38. 38Unrecht?Unrecht liegt vor bei:
    -tatbestandsmäßigen
    und
    -rechtswidrigen
    Verhalten
  39. 39Handlungsunwert? Erfolgsunwert?Handlungsunwert
    Abgestuft schwer bei: Vorsatz, grober Fahrlässigkeit oder Fahrlässigkeit
    Erfolgsunwert
    Ist bei Verletzung eines Rechtsgut größer als bei Versuch
  40. 40Gibt es im Strafrecht ein verschuldensunabhängige Haftung?Im Strafrecht gibt es kein Erfolgshaftung
    (Keine Strafe ohne Handlungsunwert)
    Im Zivilrecht gibt verschuldensunabhängige Haftung
  41. 41Rechtsgut?Ein Rechtsgut ist ein Strafgesetz geschützter Wert:
    -Rechtsgutträger kann einzelne Person sein
    (=Individualrechtsgut)
    -Rechtsgutträger kann Allgemeinheit sein
    (Universalrechtsgüter)
  42. 42Beispiel für Rechtsgut?Rechtsgut:
    -Leben
    -Gesundheit
    -Freiheit
  43. 43Tatobjekt?Tatobjekt ist der Gegenstand auf dem sich der Angriff auf das geschützte Rechtsgut auswirkt
  44. 44Schuld?Schuld:
    Persönliche Vorwerfbarkeit der Tat
  45. 45Mit Strafe bedrohte Handlung?Eine mit Strafe bedrohte Handlung ist eine Tatbestandsmäßige und rechtswidrige Handlung, ohne Rücksicht darauf, ob sie schuldhaft begangen wurde
  46. 46Strafbare Handlung?Eine strafbare Handlung ist eine Handlung, die auch schulhaft ist
  47. 47Begriffe: -Grunddelikt -Qualifizierung -Privilegierung-Grunddelikt
    -Qualifikation
    (Tritt zum Grunddelikt hinzu = höhere Strafdrohung)
    -Privilegierung
    (Tritt zum Grunddelikt hinzu =niedrigere Strafdrohung)
  48. 48Schlichtes Tätigkeitsdelikt?Delikt, bei dem der Tatbestand allein durch die Handlung erfüllt wird und ein konkreter Erfolg fuür die Verwirklichung des Tatbestandes nicht erforderlich ist
  49. 49Beispiele für schlichte Tätigkeitsdelikte?Schlichte Tätigkeitsdelikte:
    -Urkundenfälschung
    -Falsch Aussage bei Gericht
    -Geldfälschung
  50. 50Erfolgsdelikt? Qualifiziertes Erfolgsdelikt?Erfolgsdelikt:
    (Tathandlung + Eintritt eines Erfolges)
    Erfolgsqualifiziertes Delikt
    (Tathandlung + Erfolgseintritt + Qualifikation)
  51. 51Arten von Gefährdungsdelikte?Arten von Gefährdungsdelikte:
    -konkretes Gefährdungsdelikt
    -abstraktes Gefährdungsdelikt
    -potentielles Gefährdungsdelikt
  52. 52Konkretes Gefährdungsdelikt?Wenn für ein Rechtsgut eine konkrete Gefahr eingetreten ist
    (=konkretes Gefährdungsdelikt)
    z.B. § 89 StGB
  53. 53Abstraktes Gefährdungsdelikt?Ein abstraktes Gefährdungsdelikt liegt unabhängig davon vor, ob ein Rechtsgut tatsächlich gefährdet wurde
    Z.B. § 288 StGB
  54. 54Potentielles Gefährdungsdelikt?Beim potentiellen Gefährdungsdelikt muss keine Gefährdung des Rechtsgutes vorliegen aber die Gefährlichkeit der Handlung
    Z.B. §§ 178 und 181 Abs. 1 Z 1 und 2 StGB
  55. 55Dauerdelikt?Dauerdelikt liegt bei Aufrechterhaltung eines rechtswidrigen Zustandes vor
    Während diesem Zustand ist Beteiligung an dem Delikt noch möglich
  56. 56Beispiel für Dauerdelikt?A sperrt B in Keller ein
    (Dauerdelikt)
    C übernimmt Bewachung des B und weiß davon
    (Beteiligung am Dauerdelikt)
  57. 57Sonderdelikt?Sonderdelikte können nur von Personen mit einer bestimmten Qualifikation begangen werden:
    -Beamter § 302 -304 StGB
    -Machthaber § 153 StGB
    -Eine Verletzung Verursachender § 94 StGB
  58. 58Tatstrafrecht TäterstrafrechtDas StGB geht von einem Tatstrafrecht aus
    Es gibt kein Täterstrafrecht (Gesinnung), weil dies mit Rechtsunsicherheit verbunden wäre
  59. 59Voraussetzung für das Verhängen von Strafen?-Anlasstat
    -Schuldprinzip
    -Zurechnungsfähigkeit
  60. 60Anlasstat?Voraussetzung für eine Strafe ist eine kriminelle Anlasstat (geschehene Straftat) und nicht bloß eine verbrecherische Gesinnung
    (Kein Gesinnungsstrafrecht)
  61. 61Schuldprinzip?Strafbar ist nur, wer schuldhaft handelt § 4 StGB
    Unser Strafrecht ist ein Schuldstrafrecht und kein Erfolgsstrafrecht
    Täter muss Tat entweder vorsätzlich § 5 oder fahrlässig begangen haben § 6 StGB
  62. 62Zurechnungsfähigkeit?Nur Handlungen, die im Zustand der Zurechnungsfähigkeit § 11 StGB begangen wurden, sind strafbar
  63. 63Nullum crimen et nulla poena sine lege (Ohne Strafe kein Gesetz)Grundsatz in Art 7 verankert
    Bestätigt die ausschließliche Geltung der lex scripta
    Bildung von Straftatbeständen durch:
    -Gewohnheitsrecht
    -Rechtsüberzeugung
    verboten
  64. 64Welche Arten der Gesetzesbegriffe kann sich der Gesetzgeber bedienen?Arten von Gesetzesbegriffe:
    -deskriptive Gesetzesbegriffe
    -normative Gesetzesbegriffe
  65. 65Deskriptive Gesetzesbegriffe?Deskriptive Gesetzesbegriffe
    =
    Beschreibende Gesetzesbegriffe
  66. 66Beispiele deskriptive Gesetzesbegriffe?"schwangere Person"
    "unmündige Person"
    "bewegliche Sache"
    "Gebäude"
    "Wegnahme"
  67. 67Normativ Begriffe?Sind gefährlich, weil auslegungsbedürftig und sohin von der individuellen Wertung durch Richter abhängt
    Gefahr der Rechtsunsicherheit
  68. 68Beispiele für normative Begriffe?"sittliche Gefährdung von Personen unter 16"
    "Wann ist Gemütsbewegung allgemein begreiflich"
  69. 69Wie lässt sich das Problem unbestimmter Gesetzesbegriffe und der Uneinigkeit unter Juristen rechtfertigen?Die Rechtswissenschaften ist eben kein Naturwissenschaft
  70. 70Grobprüfungsschema der Fallprüfung?1) Tatbestand
    2) Rechtswidrigkeit
    3) Schuld
    4) Strafe
  71. 71Einteilung der strafbaren Handlungen?§ 17 StGB
    Abs.1 Verbrechen sind mit mehr 3-jähriger Freiheitsstrafe bedroht
    Abs. 2 alle anderen strafbaren Handlungen sind Vergehen
  72. 72Deliktsgruppen?-Verbrechen/Vergehen
    -Vorsatzdelikte/Fahrlässigkeitsdelikte
    -Handlungs/Unterlassungsdelikte
    -Erfolgs/Tätigkeitsdelikte
    -Allgemeine/Sonderdelikte
    -Kumulative/ Alternative Mischdelikte
    Blankettstraftatbestände
  73. 73Erfolgsdelikt und Tätigkeitsdelikt?Erfolgsdelikt
    Handlung des Täters + Erfolg
    Tätigkeitsdelikt
    Nur Handlung des Täters
  74. 74Kumulative Mischdelikte Alternative MischdelikteKumulative Mischdelikte:
    Alternative Mischdelikte
  75. 75Blankettstraftatbestände?Bei Blankettstraftatbestände ist Tatbestand stark reduziert
    Der Tatbestand wird erst durch Normen außerstrafrechtlicher Natur gefüllt und damit präzisiert
  76. 76Beispiele für Blankettstraftatbestände?Bei Umweltdelikten
    Finden sich oft im Nebenstrafrecht:
    -vgl. § 33 FinStrG

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Strafrecht AT1 Flashcards on Strafrecht AT 1, created by Sascha Horvath on 08/01/2017.
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Sascha Horvath
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