Karteikarten
4. Vorlesung | PRINCE2

Karten in diesem Stapel (35)
- 1Plangetriebenes PM

- 2Plangetriebenes PM II- Mit einem formalen Projektauftrag sind die Ziele und wichtigsten Rahmenbedingungen wie „in Stein gemeißelt“
- Insbesondere Auftraggeber bzw. Kunde hat nun eine konkrete Erwartungshaltung
- Um die Vorgaben einzuhalten, werden in der Folge möglichst detaillierte Pläne erstellt und zur Steuerung des Projekts eingesetzt
- Pläne sind regelmäßig gegenüber der Realität zu prüfen, insbes. auch Einhaltung der Spezifikation (Wasserfallmodell vs. zyklische Vorgehensmodelle)
- Erfordern veränderte Anforderungen bzw. unvorhergesehene Ereignisse eine
Änderung der Pläne (bspw. mehr Budget, mehr Zeit), kollidiert dies mit der Erwartungshaltung des Auftraggebers
- Planänderungen stellen zusätzliche Risiken für den Projekterfolg dar und müssen im Kontext geeigneter Maßnahmen realisiert werden (Change Management)
- Begriff „plangetriebenes PM“ (auch „klassisches“ oder „schwergewichtiges“) ist zur Abgrenzung zum agilen (leichtgewichtigen) PM entstanden - 3Kritik am PMMit zunehmender Größe und Dauer von Projekte steigt das Risiko von:
- Planungsfehlern während der Projektvorbereitung aufgrund (noch) nicht erkannter bzw. unklarer Anforderungen;
- Anforderungsänderungen nach Projektstart, die zu ungeplantem Mehraufwand führen;
- zu spät erkannten Fehlentwicklungen durch unzureichende Rückkopplungen zwischen Produktentstehung und Kundenanforderungen;
- ansteigendem Stress durch Festhalten an ursprünglichen Planungen;
- Steigendem Aufwand für Projektcontrolling zu Lasten der Projektproduktivität. - 4Vom plangetrieben zum agilen PM

- 5PRINCE2 - PRojects IN Controlled Environments- Prozessorientierte Projektmanagement-Methode mit Fokus auf IT-Projekten
- Gekennzeichnet durch Produktorientierung bezogen
auf das Projektergebnis:
- Die Projektplanung und -durchführung ist auf die Lieferung von Produktenausgerichtet
- Projekte liefern keine Aktivitäten, sondern Produkte
- Produktqualität ist messbar
- Dokumentation ist jedermann zugänglich und die Anwendung ist frei
- Wird als PM-Methode für die Durchführung von Projekten in ITIL empfohlen
- De facto-Standard für Projektmanagement in Großbritannien und auch in vielen
anderen Ländern verbreitet - 6Grundstruktur | 7 Prinzipien, 7 Themen, 7 Prozesse

- 7Grundstruktur | 7 Prinzipien, 7 Themen, 7 Prozesse

- 8PrinzipienDie Prinzipien bilden die Basis für die Durchführung von PRINCE2-Projekten
- Gelten als Schlüsselfaktoren für den
Projekterfolg
- Sind unabhängig von Projektgröße oder -inhalt immer anzuwenden
- Abgeleitet aus jahrelanger Projektpraxis, bilden „framework of good practice“ - 91. Prinzip Kontinuierliche geschäftliche Recht- fertigung- Jeder Projektstart erfordert einen triftigen Grund
- Die Begründung sollte während der gesamten Lebensdauer des Projekts gültig bleiben
- Die Begründung wird dokumentiert und genehmigt (=> Business Case) - 102. Prinzip Lernen aus Erfahrung- Projekte „lernen“ von vorangegangenen Projekten („lessons learned“)
- PRINCE2-Projektteams suchen aktiv nach Erfahrungswissen, jedes Teammitglied trägt dafür Verantwortung
- Zu Projektstart durch Reviews ähnlicher Projekte
- Während des Projekts durch fortlaufende Dokumentation von Erfahrungen und Suche nach Verbesserungspotenzialen
- Bei Projektabschluss durch Weitergabe von Erfahrungswissen - 113. Prinzip Definierte Rollen & Verantwortlichkeiten- Ein PRINCE2-Projekt hat definierte und vereinbarte Rollen und Verantwortlich-keiten innerhalb einer (Projekt-)Organi-sationsstruktur
- Kompetenzen, Kommunikations- und Entscheidungswege sind klar zu regeln
- Die Stakeholder-Interessen von Kunden, Anwendern und Lieferanten werden in der Projektorganisation verankert - 124. Prinzip Steuern über Managementphasen- Zerlegung des Gesamtprojekts in kleinere Teilumfänge nach sachlogischen Gesichtspunkten
- Ziel: Beherrschung der Komplexität zur besseren Planbarkeit und Management-kontrolle
- Zur Beendigung einer Phase und Beginn der nächsten Phase ist eine explizite Freigabe
nötig (Entscheidungspunkt)
- PRINCE2-Projekte haben min. 2 Phasen: Initiierung und Umsetzung
- Zahl der Phasen abhängig von Projekt-größe, nach oben nicht beschränkt - 135. Prinzip Steuern nach Ausnahmeprinzip- Ein PRINCE2-Projekt hat definierte Toleranzen für jedes Projektziel, um die übertragene Autorität zu begrenzen, bspw. für Kosten und Termine
- Eine Überschreitung der Toleranzschwelle stellt eine Ausnahme dar, die ein Eingreifen der nächsthöheren Managementebene erforderlich macht
- Dazu müssen klare Verantwortlich-keiten für die Aufgaben Lenken, Steuern und Liefern definiert werden, die Handlungs-spielräume eröffnen aber auch begrenzen - 146. Prinzip Produktorientierung- Allgemeines Ziel von PRINCE2-Projekten ist die Definition und Lieferung von Produkten, wobei der Schwerpunkt auf deren Qualitätsanforderungen liegt
- Produkt meint alles, was durch das Projekt erzeugt wird
- End- oder Zwischenergebnisse (Outputs, Deliverables) werden als Spezialistenprodukte bezeichnet
Pläne und Dokumente heißen Management-produkte und dienen der Projektsteuerung
- Produkte müssen immer erst definiert und mit dem Abnehmer vereinbart werden, bevor die Herstellung beginnt - 157. Prinzip Anpassung an Projektumgebung- PRINCE2 versteht sich als Rahmen, der für jedes individuelle Projekt zunächst angepasst werden muss, um bspw. für ein kleines Projekt nicht zuviel Bürokratie zu verursachen
- Kriterien für die Anpassung sind: Umfeld, Größe, Komplexität, Bedeutung, Fähigkeit (zur Umsetzung) und Risiko - 16PRINCE2 | ThemenDie Themen beschreiben zentrale Wissensgebiete des Projektmanagements
- In Summe beschreiben sie den gesamten Aufgabenbereich des Projektleiters
- Alle Themen müssen integriert betrachtet werden, was durch die spezifische Ausgestaltung in PRINCE2 unterstützt wird
- Beschreiben Zusammenhänge, Verantwort-lichkeiten, Vorgehensweisen und geben konkrete Handlungsempfehlungen - 171. Thema Business CaseDokumentiert die Rechtfertigung für eine Aktivität einer Organisation (Projekt), die üblicherweise Kosten, Nutzen, Risiken und Zeitaufwand umfasst und anhand der die fortlaufende Lebensfähigkeit (continuing viability) geprüft wird
- 181. Thema Business Case IIFolgende Fragen sind zu beantworten:
– Warum ist es für das Unternehmen erforderlich, das Projekt durchzuführen?
– Was ist der Nutzen (business benefits) für das Unternehmen?
– Was sind die Risken?
– Was sind die potenziellen Kosten?
– Wie lange wird das Projekt dauern?
- Format nicht durch PRINCE2 festgelegt,
Word-Vorlage als Empfehlung vorhande - 191. Thema Business Case III

- 202. Thema Pläne- PRINCE2 ist ein klassischer, plangetriebener Ansatz, in dem Pläne eine große Bedeutung haben
- Ausgehend von einem globalen Projektplanwerden durch schrittweise Detaillierung Phasen- und Teampläne erstellt
- Eine Besonderheit von PRINCE2 ist die Technik der produktbasierten Planung - 212. Thema Pläne II

- 222. Thema Pläne III- Ausgangspunkt des Planungsprozesses sind die vom Projekt zu erbringenden
Leistungen (Produkte)
- Ermöglicht Klarheit über den Leistungsumfang des Projekts als auch eine realistische Einschätzung des Projektfortschritts
- An die Stelle eines Projektstrukturplan (Work Breakdown Structure) tritt ein
Produktstrukturplan
- Der Produktstrukturplan gliedert den Leistungsumfang vom Projektend-produkt bis hinunter zu den einzelnen Teilleistungen (gleichbedeutend: Teilprodukt, Teillieferung, Liefergegenstand, Werk)
- Im Planungsprozess werden aus vagen
Qualitätserwartungen der Kunden mess-bare Qualitätskriterien für die Abnahme - 23Vorteile Produktorientierte Planung- Gibt dem Projekt eine für alle Stakeholder intuitiv nachvollziehbare Struktur.
- Verhindert ins Blaue hinein gestartete Projekte. Falls eine produktorientierte Planung nicht möglich ist, weil
zu große Unsicherheiten der zu lieferenden Leistungen bestehen, kann es auch kein Projekt geben, da weder Planung, Steuerung noch Abnahme erfolgen kann. Stattdessen sollte zunächst eine Machbarkeitsstudie, ein Marktforschungsprojekt oder ein Projekt mit kleinerem Umfang durchgeführt werden. - 24Vorteile Produktorientierte Planung II- Gebietet der großen Gefahr der schleichenden Erweiterung des Umfangs (scope creep) Einhalt, da auch die Teilleistungen klar abgegrenzt sind.
- Unterstützt die Planer dabei, aus den ungenau formulierten Qualitätserwartungen exakte
Qualitätskriterien zu entwickeln.
Gibt den Experten die Freiheit, den besten Lösungsansatz zu entwickeln, da die PBP keine Tätigkeiten und damit auch keinen Lösungsweg vorgibt.
- Erlaubt eine wertorientierte Planung des Leistungsumfangs und damit die Optimierung des Business
Cases, da jedes definierte Teilprodukt hinsichtlich seines Beitrags zum Projektnutzen beurteilt werden kann.
- Geeignete Vorgehensweise, um eine konsistente Top-Down-Planung zu realisieren, da nur Produkte mit
eindeutig vereinbarten Abnahmekriterien stabile Schnittstellen zwischen Planungsebenen liefern. - 253. Thema Änderungen- Änderungen, welche die Projektziele beeinflussen, müssen im Projekt und ggf. mit externen Interessensgruppen abgestimmt und explizit genehmigt werden
- Grundlage sind Analyse und Bewertung von Zweck, Umfang und Auswirkungen der Änderung
- Nachvollziehbare Dokumentation der Änderung inkl. Änderungsgrund und Versionierung(Configuration Management Strategy,Configuration Item Record) - 26Freigabeprozess für Änderungen

- 274. Thema Fortschritt- Beschreibt Mechanismen zur Messung des aktuellen Fortschritts gegenüber der Planung
- Basis für Prognosen und Vorhersagensowie Maßnahmen gegen Planabweichungen
- Steht in engem Zusammenhang mit den beiden „Steuern“-Prinzipien
- Bei der Umsetzung werden klassische Projektmanagementtechniken genutzt wie bspw. Gantt-Charts oder Earned Value Management - 285. Thema Qualität- Qualitätsverständnis folgt DIN ISO 9000
- Empfohlenes Qualitätsmanagement-system umfasst die Prozessschritte:
- Qualitätsplanung
Management der QM-Strategie
- Qualitätskontrolle
- Quality register- Quality review technique
- Qualitätssicherung
Sollte projektextern als unabhängige Instanz aufgebaut werden, nicht im Fokus von PRINCE2 - 29Quality Review Technique

- 306. Thema Risiken- Ziel ist die Identifikation, Bewertung und Kontrolle von Unsicherheiten und als Folge, die Verbesserung der Fähigkeit zum Projekterfolg
- Grundlage ist die OGC PublikationManagement of Risk: Guidance for Practitioners (2007)
- Vorgehensweise folgt dem PDCA-Zyklus: - 31PRINCE 2 Die Prozess bilden zusammen ein Vorgehensmodell für Projekte1) Lenken eines Projekts, Directing a project (DP)
2) Vorbereiten eines Projekts, Starting up a project (SU)
3) Initiieren eines Projekts, Initiating a project (IP)
4) Steuern einer Phase, Controlling a stage (CS)
5) Managen der Produktlieferung, Managing product delivery (MP)
6) Managen der Phasenübergänge, Managing stage boundaries (SB)
7) Abschließen eines Projekts, Closing a project (CP) - 32Zusammenspiel von Phasen und Prozessen

- 33Projekte werden bei PRINCE2 in Phasen (Stages) ausgeführt

- 34Verantwortlichkeiten der Managementebenen für die Projektprozesse

- 35Prozessbeschreibung bei PRINCE2

Informationen
- Beschreibung
- Master Projektmanagement Karteikarten am 4. Vorlesung | PRINCE2, erstellt von Sven Stude am 24/02/2016.
- Erstellt von
- Sven Stude
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