Karteikarten
Vorurteile und Beziehungen zwischen sozialen Gruppen
Karten in diesem Stapel (19)
- 1VorurteileDef.: … sind abwertende Einstellungen gegenüber Mitgliedern sozialer Gruppen.
Affektive Komponente von Einstellungen.
Manchmal subtil und scheinbar positiv (☛ wohlwollender Sexismus).
Def.: Soziale Diskriminierung ist negatives Verhalten ihnen gegenüber.
Benachteiligung, Ausschluss bis hin zu physischer Vernichtung. - 2Persönlichkeitsbasierte ErklärungenDie autoritäre Persönlichkeit (Adorno, 1950)
Unterwürfig gegenüber Autoritäten, autoritär gegenüber allen mit geringerem Status.
Erziehungsstil: Zu harte Bestrafung ermutigt strikte Konformität und Gehorsam.
Als „Sündenböcke“ werden soziale Minderheiten gewählt.
Rechter Autoritarismus (Altemeyer, 1981)
Konventionell, unterwürfig - 3Theorie der sozialen DominanzDef.: Akzeptanz gruppenbasierter sozialer Hierarchien.
Legitimierende Mythen:
Stereotype, Ideologien
Angehörige unterschiedlicher Gruppen eignen sich für bestimmte Aufgaben.
„Meritokratie“
Soziale Dominanz und rechter Autoritarismus
hängen nicht eng miteinander zusammen. - 4Theorie der sozialen Dominanz
- 5Persönlichkeit: Vernachlässigung der sozialen KontextKritik: Vernachlässigung des sozialen Kontext.
Soziale Dominanz und Autoritarismus änderen sich mit sozialen Rollen sowie Kontexten (z.B. Bedrohung).
Persönlichkeitstheorien erklären nicht, wieso und wann bestimmte Gruppen historisch zu Zielscheiben bestimmter Gesellschaften werden. - 6Kognitive ErklärungenGrenzen menschlicher Informationsverarbeitung führen zum Gebrauch von Heuristiken, Stereotypen und damit zu Verzerrungen.
Akzentuierungseffekt: Ähnlichkeiten innerhalb von Gruppen und Unterschiede zwischen Gruppen
werden überschätzt. - 7Kognitive ErklärungenFremdgruppenhomogenitätseffekt: Mitglieder der Fremdgruppe erscheinen einander ähnlicher als Mitglieder der Eigengruppe.
Auch bei viel Kontakt (z.B. Männer und Frauen).
Besonders im Intergruppenkontext.
Illusorische Korrelation: Stereotype können allein durch kognitive Verzerrungen entstehen.
Seltene Ereignisse (negative, Minderheiten) scheinen
miteinander zusammenzuhängen. - 8Kognitive Erklärungen„Johanna, ein Mitglied von Gruppe A, hilft anderen gern.“
„Peter, ein Mitglied von Gruppe B, hat einen Hund getreten.“ …
Illusorische Korrelationen sind leicht nachweisbar.
Aber: Affektive Vorurteile hängen enger mit Diskriminierung zusammen als Stereotype. - 9Gruppenbasierte ErklärungenTheorie des realistischen Konflikts
Nicht: Einstellungen ➜ Intergruppenbeziehungen
Sondern: Beziehungen ➜ Einstellungen (Sherif)
Negative Interdependenz: Unsere Ziele lassen sich nur auf Kosten der Fremdgruppe erreichen (realistischer Konflikt).
Positive Interdependenz: Unsere Ziele lassen sich nur mit Hilfe der Fremdgruppe erreichen. - 10Beleg: FerienlagerexperimentePhase 1: Gruppenbildung
Phase 2: Intergruppenwettkampf
Phase 3: Intergruppenkooperation: übergeordnete, gemeinsame Ziele
Dieselben Personen, in Abhängigkeit von
Kontextfaktoren, zeigen Kooperation oder Konflikt - 11Gruppenbasierte ErklärungenTajfel: Was sind die minimalen Bedingungen
für Diskriminierung? Bloße Kategorisierung!
Zufällige Zuweisung zu Gruppe „Z“
[oder „W“ (oder: „Kandinsky oder Klee“)]
Anonymität, keine Interaktion, kein persönlicher Nutzen
• AV: Geld aufteilen
Ergebnis:
Relative Fairness und Eigengruppenprofit maximieren.
Roth & Steffens (2014): Sofortige explizite und implizite Eigengruppenpräferenz, IAT-Effekt: 81 ms. - 12Gruppenbasierte Erklärungen
- 13ZusammenfassungDie Theorien des rechten Autoritarismus und der sozialen Dominanz betonen Persönlichkeitsunterschiede, um Vorurteile zu erklären.
Die Theorie des realistischen Konflikts betont Interdependenz, die Ferienlagerexperimente belegen dies eindrücklich.
Bloße Kategorisierung in eine Gruppe reicht, um Eigengruppenbevorzugung auszulösen - 14Theorie der sozialen Identität: „positive Distinktheit“positive Abgrenzung der Eigengruppe zu Fremdgruppen
- 15Aspekte von Intergruppenbeziehungen, die bestimmen, welche Strategie Menschen wählen, um mit negativer sozialer Identität umzugehenLegitimität
Stabilität
Durchlässigkeit - 16Das Modell der Stereotypinhalte: zwei Hauptdimensionen von StereotypenWärme und Kompetenz
(Absicht und wie damit umgegangen wird) - 17Subtypisiserung beim StereotypabbauSubkategorien werden für widersprechende Personen gebildet. Aufrechterhaltung von Stereotypen. Besonders bei wenigen, sehr atypischen Personen
- 18Prozess, der zur Verringerung von Vorurteilen durch Kontakt führtKontakthypothese
- 19Eine der am besten untersuchten und wirksamsten Maßnahmen, Vorurteile abzubauenKontakt
Informationen
- Beschreibung
- Sozialpsychologie Karteikarten am Vorurteile und Beziehungen zwischen sozialen Gruppen, erstellt von Anna Ba am 09/08/2016.
- Erstellt von
- Anna Ba
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