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Flashcards

KP

Lolo Medina German 186 cards

Cards in this deck (186)

  1. 1Diszipline d. Psychologie?Grundlagenfächer
    Anwendungsfächer
    Methodische Fächer
  2. 2Grundlagenfächer d. Psychologie?Allgemeine Psychologie
    Differentielle- & Persönlichkeitspsychologie
    Biologische Psychologie
    Entwicklungspsychologie
    Sozialpsychologie
  3. 3Anwendungsfächer d PsychologieKlinische Psychologie
    A&O Psychologie
    Pädagogische Psychologie
  4. 4Methodische FächerPsychologische Methodenlehre
    Psychologische Diagnostik
  5. 5Beispiele psych StörungenAngststörungen
    Zwangsstörungen
    Schizophrene Störungen
    Depression
    Narzisstische Persönlichkeitsstörung
  6. 6Bedingungen f Psych Krisenpsychische Konflikte
    soziale Umstände
    körperliche Faktoren
    äußere Umstände
  7. 7Bsp für psych KrisenAnpassungsstörungen
    akute Belastungsstörungen
    PTBS
  8. 8Aufgaben d klinischen Psychpsychologische Störungslehre
    klinisch-psych Diagnostik
    klinisch-psych Intervention (Behandlung & Berarung)
    Kontextuelle Bedingungen (Recht, Ökonomie, Institution, sozialer Kontext)
    Lehre und Forschung
  9. 9Welche Punkte beinhaltet d psych Störunglehre?Phänomenologie (Erscheinungsweise)
    Genese/Patogenese (Entwicklung)
    Ätiologie (Verursachung)
    Prognose (Verlauf)
    Klassifikation (Einordnung)
    Epidemiologie (Verbreitung)
  10. 10Teildiszipline klinschen Psych(Psychotherapie)
    Psychosomatik
    Verhaltensmedizin
    Neuropsychologie
    Rehabilitation
    "public health"
    Prävention
    Beratungspsychologie ("Counselling")
    usw.
  11. 11Interaktion klinische Psych mit NachbardisziplinenMedizin (insbesondere Psychiatrie)
    Soziologie
    Philosophie
    Rechtswissenschaften
    Pädagogik
    Neuroscience
  12. 12wissenswerte Fact450 Millionen Menschen psych Störungen
    meisten unehandelt
    abhängig von: physischen, sozialen, psych & ökonomischen Faktoren
    weniger "wichtig" als physische Gesundheit
    Stigma & Diskrimierung
    behandelbar
    fast jeder 2te Mensch zumindest 1x im Leben an psych Störung (die in schwerwiegnder Form in berufl Leistungsfähigkeit, soz. Bezüge & psychosoz. Entwicklung eingreift)
    fast jeder 4te Mensch, der Allgemeinmediziner aufsucht leidet an psych Gesundheitsproblemen
  13. 13psych Gesundheit =wesentlicher Teil der Gesundheit - keine Gesundheit ohne psych Gesundheit
    mehr als Abwesenheit psychischer Störungen
    durch sozio-ökonomische, biologische & Umweltfaktoren bedingt
  14. 14häufigsten psych ErkrankungenUnipolare Major Depression
    Alkohol Missbrauch
    Bipolare Depression
    Schizophrenie
    Zwangsstörung
  15. 15TodesfälleTodesfälle v Menschen mit manifesten psych Störung 1,2 - 4,9x höher als in Gesamtbevölkerung
    Global Violence Related Death: 18,6% durch Krieg, 31,3% durch Mord, 49,2 % durch Selbstmord - stand 2002 - WHO
  16. 16psych Gesundheit Kinder- & JugendalterEU 1 aus 5 Kindern u Jugendlichen leidet an Entwicklungs-, Emotions- & Verhaltensstörungen
    1/8 hat eine klinisch diagnostizierte psych Störung
  17. 17Geschichte klinischen Psych Antikeerste Annahmen über Erkrankungen Geistes "abweichendes", bizarres Verhalten erklären:
    Demenz, Melancholie, Manie, Hysterie, Wahn
    Hippokrates (460-337 v Chr)
    Krankheiten haben natürl. Ursachen - "medizinisches Modell"
    Humoralpathologie: Ungleichgewicht d Körpersäfte: Blut, gelbe & schw Galle, Schleim
  18. 18Geschichte kl Psych MittelalterRückkehr Dömonen & Gottesstrafen
    Glaube an Teufel & Besessenheit
    Mischung Aberglaube & christl Mythologie
    Exorzismus: Gebete, Beschwörungen, Magie, Lärm, Schläge
  19. 19Geschichte klinischer Psych RenaissanceAufkommen Irrenhäuser & Anstalten
    Verwahrung & zur Schaustellung psych gestörter Pers
    Erste Irrenhäuser Abwandlungen v Strafanstalten
    "extracting stone of madness" - weit verbreiteter Glaube Stein im Gehirn Ursache für abnormales Verhalten - Scharlatan entfernte "Stein" aus Schädel
  20. 20Geschichte klinischen Psych 19. JHPhillip Pinel: Chefarzt der Bicetre
    erfolgreiche Anwendung ausschlißlich moralischen Systems - Mehrzahl d Fälle Gehirn nicht organisch geschädigt
    1793: Irrenhausreform
    - erste Versuhe psych St durch Freundlichkeit & Zuspruch behandeln
    - massive Verbesserung Anstaltswesens
    - moralische Behandlung durch Ruhe, Gespräche, Gebete & leichte körperl. Arbeit
    - beachtliche Initialerfolge -> rasche Verbreitung
  21. 21Geschichte klinischen Psych 19. & 20. JHsomatogene Sichtweise:
    psych Störungen physisch Ursprung
    zB Syphilis
    psychogene Sichtweise:
    psych Störungen psych Ursachen
    -> Hypnose & Suggestion
  22. 22Karl Jaspers1883-1969
    dt. Psychiater & Philospoh
    begründete Termini "Phänomenologie" &
    "Psychopathologie" (- Lehre v seelisch Abnormen)
  23. 23Wilhelm Wundt1832-1920
    Begründer d. Psychologie als eigenständiger Wissenschaft
    (- natrurwissenschaftlichen, physiologischen Psychologie)
    Prof. Philosophie Uni Lepzig, gründete dort 1879 erste Institut f experimentelle Psych
  24. 24Emil KraepelinPostulat der Krankheitseinheiten
    Psychologisches Klassifikationssytem
    Begründer empirisch-klinischen Psychologie & Klassifikation psych Krankheiten
  25. 25Sigmund FreudEntwicklung d Psychoanalyse (psychogene Sichtweise)
    normale & gestörte psych Funktionsweisen
    psych getsörtes Erleben/Verhalten = Folge innerpsych Konflikte
    Behadlungsansätze: Hypnose, Psychoanalyse
  26. 26Geschichte klinischen Psych 1te Hälfte 20. JHnach wie vor Verwahrung psych gestörter Menschen
    A mind that found itself
    Autobiografie Clifford Whittingham Beers, 1908
  27. 27Lightner Witmer1867-1956
    Begründer klinischer Psychologie
    damit im Zusammenhang Gründung d American Psychological Association (1892)
  28. 28Euthanasie im Dritten ReichMenschen mit intelektueller & psych Störungen umgebracht bzw zwangssterilisiert ("Rassenhygiene", Erbgesundheitsgesetz 1934, "T4" 1939 = Euthanasieprogramm)
  29. 29Entwicklung in USA1946 "Mental Health Act" - gesetzl Grundlage für Prävention & Behandöung seelischer Störungen
    1949 Gründung "National Istitute of Mental Health"
    1964 Einrichtung gemeindenaher psychiatrischer-psychologischer Versogungszentren
  30. 30Weitere Entwicklung in Ö1919 Erziehungsberatungsstelle Wien Alfred Adler
    1922 Gründung Wiener Psychologischen Instituts (Gemeinde Wien)
    1953 Gründung Berufsverbands österr Psychologen & Psychologinnen
    1973 Bericht WHO über Rolle PsychologInnen im eurpäischen psychosozialem Gesundheitswesen
    1980 1. Kongress Klinische Psych & Psychotherapie in Berlin
    1991 Psychologen- & Psychotherapeutengesetz
  31. 311950erAufkommen ersten wirksamen Psychopharmaka, aber nach wie vor pädagogische Maßnahmen, Hypnose & spirituelle Kräfte im Einsatz
    Verhaltenstherapeutische Ansätze geben klinischen Psych erstmals nachweislich wirksame Behandlungen an die Hand
  32. 32Geschichte klinische Psych 21. JHBiosoziales Krankheitsmodell für meisten Störungen durchgesetzt
    Deinstitutionalisierung
    teilstationäre & ambulante Behandlung
    neue Medikamente & psych Behandlungsmethoden
    geprägt durch: Konsolidierung, Standardisierung, Ausdifferenzierung, Methodenpluralismus
  33. 33gestzl geregelte Gesundheitsberufe in ÖÄrzte
    Zahnärzte
    Klinische Psychologen
    Gesundheitspsychologen
    Psychotherapeuthen
    Musiktherapeuten
    Hebammen
    Gehobene med. Dienste
    Gesundheits- & Krankenpflegerinnenberufe
    Kardiotech. Dienst
    Med-tech Fachdienst
    Med Masseurinnen & Heilmasseure
    Sanitäter & Sanitätshilfsdienste
  34. 34Gesnudheitsberufen gemeinsamgesetzl Schutz durch: Tätigkeits- bzw. Berufsvorbehalt, Bezeichnungsvorbehalt & Ausbildungsvorbehalt
    Ausbildung unterliegt nicht seitens d Gesundheitssystems gestellten Anforderungen
    Beruf = gewissenhaft auszuüben
    Ausland erworbene Qualifikation Nostrifikation erfordelich
    Fortbildungspflicht als Qualitätsmerkmal
  35. 35Klinische Psych als ProfessionEuropa seit 1970er eigenständige Profession mit eigener Ausbildung
    Ö seit 1991 Berufsgesetz & Versuche Setzung internationaler Standards (zB europsy.at)
    Gr. Unterschiede zw. Lädnern
    Unterschiedl Professionsverhältnisse, besonders Psychotherapie als Tätigkeitsbereich d kl Psych & andere Professionen - eigenständige Professionen
  36. 36Psychologiegestz regelt ua1991
    Titelschutz
    Ausbildungsschutz
    Tätigkeitsbereich
    Schweigepflicht
  37. 37Ausbildung kl PsychologInPsychologie Studium
    Anmeldung
    Theoretisch fachlicher Kompetenzerwerb: 220 Einheiten
    Schriftliche Wissensüberprüfung
    Theoretisch fachlicher Kompetenzerwerb Aufbaumodul Klinische u/o Gesundheitspsychologie: 120 Einheiten
    Praktisch fachlicher Kompetenzerwerb Gesundheitspsychologie:
    1553 h gem § 15 PG, 100 h Fallspervision, 76 Einheiten Selbsterfahrung u/o
    Praktisch fachlicher Kompetenzerwerb Klinische Psychologie
    2098 h gem § 24 PG, 120 h Fallspervision, 76 Einheiten Selbsterfahrung
    Komisionelle Abschlussprüfung
    Antrag zur Eintragung in Berufsliste
  38. 38FactsStand 2012: 8.127 klinische PsychologInnen in Ö, knapp 25% auch ausgebildete PsychotherapeutInnen
    Klinisch-psych Diagnostik seit 1995 v Krankenkasse bezahlt, Pat mt ärztl Überweisung psych Untersuchung in freier Praxis tätigen Vertragspsychologen f klinisch-psych Diagnostik
    teilweise Kostenrefundierung bei Wahlpsychologinnen
  39. 39PsychotherapieStand 2012: 7.500 PsychotherapeutInnen in Ö
    70% davon Frauen
  40. 40Ausbildung zum PsychotherapeutenVoraussetzungen psychotherapeutische Propädeutikum
    1, volllendetes 18. Lebensjahr
    2, Eigenberechtigung
    3, einer d 3 Zugangswege
    a, Reifeprüfung, SBP o BRP
    b, Ausbildung Krankenpflegefachdienst, med-tech Dienst
    c, auf Grund bes. Eignung, nach Einholdung Gutachtens Psychotherapiebeirates
  41. 41Ausbildung zur FÄ Psychiatrie (& Neurologie), psychother. MedizinBasisausbilung
    min 15 - max 36 Monate Sonderfach-Grundausbildung
    min 27 - max 48 Monate Sonderfach-Scherpunktausbildung in Modulem
  42. 42Versorgungsformenpsychotherapeutische, psychische, psychiatrische
    ambulant: eigene Praxis, Ambulanzen, Tageskliniken
    stationär: Psychosomatik, Rehabilitation, Psychiatrie
    Tendenziell zunehmender Schweregrad d Erkrankung ->
  43. 43Unterbringung Patientenrechtegrundsätzlich auch in psychiatrischen Krankenhäusern o Abteilungen Patientenrechte (Recht auf Selbstbestimmung, Achtung d Würde, Integrität, Behandlung & Pflege)
    Unterschied anderen Krankenanstalten:
    unter gew. Voraussetzungen Bewegungsfreiheit v Patienten & Betroffenen eigeschränkt werden (= Unterbringung)
    kann auf geschlossenen/offenen Stationen stattfinden = Betroffene wird am Weggehen aus Station gehindert
    Voraussetzungen:
    1, Pers muss an psych Störung leiden
    2, muss in Zusammenhang mit dieser sein Leben o Gesundheit bzw Leben o Gesundheit anderer erheblich gefährden
    3, gibt keine anderen Behandlungs- & Betreuungsmöglichkeiten
    Gegen Willen nur wenn Voraussetzungen zuvor v hierzu befugten Arzt (zB Amtsarzt) bescheinigt
    Unterbringungen müssen Patientenanwaltschaft & zuständigen Bezirksgericht gemeldet
    darf 3 Monate (max 6 per Gerichtsbeschluss) nicht überschreiten
  44. 444 Komponenten Abnormitätals gestörte Erlebens-/Verhaltensmuster solche:
    1, in einem Kontext deivant (abweichend)
    (zB. hinsichtlich Alter, soziokultureller Normen)
    2, Person belaten - unter Leidensdruck stehend
    3, Verhaltensmuster, die beeinträchtigen (zB: soziale Einengung, Behinderung d Entwicklung) o störend o dysfunktional werden
    4, dass Person alltägliche Handlungen nicht mehr konstruktiv verrichten kann o andere gefährdet
    -> meist gemeinsam & miteinander in Wechselwirkung
    wichtig dabei = Kontext, in dem dieses Verhalten gezeigt wird
  45. 45normalwas normal = hängt nicht zuletzt von Def Begriffs "Norm" ab
  46. 46abweichendes/abnormales Verhaltenabhängig v Normen & einer Gesellschaft
    -> kulturabhängig
    + unterschied Kriterien für "normal" & "abnormal/gestört"
  47. 47Welche Normen & Werte gibt es in klinischen PsychStatistische Norm
    Idealnorm
    Sozialnorm
    Subjektive Norm
    Funktionale Norm
  48. 48Nützliche an Normalverteilungmeisten Personen als normal definiert
    bekannt, wie häufig Werte eines Intervalls vorkommen
    entspricht meisten real vorkommenden Verteilungen
    der Durchschnitt = auch Häufigste (Modalwert - M) & "Mittlerste" (Median)
    Bereich von 1 +/- 3 SD liegen praktisch alle Werte
  49. 49Probleme der Normalverteilung"sozial erwünschte Aktivitäten" positiv bewertet (zB Talent, Kreativität, Energie, Intelligenz)
    Alkoholismus in Bev weit verbreitet -> trotz statistischer Häufigkeit schädlich & gestört
    auch normangepasstes Verhalten kann sozial negativ beurteilt werden:
    - psych Störung o kriminelles Verhalten
    - überangepasstes Verhalten kann auch zu Problemen führen
  50. 50Vorteile funktionaler Normensubjektive & wissenschaftliche Wissen über psychische Funktionalität
    Zusammenhänge mit biolog & sozioönonom Bedingungen werden mitberücksichtigt
    (psych Störungen - Abweichung v "psychischen Homöostase angesehen)
  51. 51Zusammenfassung bez. Definitionen und Normen- Psych Gesudheit, normales vs abnormes Verhalten & psych Störungen unmöglich zu definieren
    - Einflüsse aller Normen & Werte zu berücksichtigen
    - Normales & gestörtes Verhalten unterliegt weitgehend ähnlichen Veränderungsbedingungen
    - Übergänge zw normalen & gestörten Verhalten oft fließend
    -> Psych Störungen nicht grundlagenwissenschaftlich eindeutig definierte, feststehende Entitäten
    sondern
    stellen nach aktuellen Stand d Forschung sowie für Praxis sinnvolle & nützliche Konstrukte dar - für ForscherInnen & PraktikerInnen bestmögl Lösung für begrente Zeit
    = Def "psych Störung" ändern kann, wenn neue wiss. Erkenntnisse verfügbar, die bessere Klassifikation & Nomenklatur ermöglichen
  52. 52Geschichte ICD1893 Bertillon-Klassifikation bzw Internationale Todeursachenverzeichnis
    1910-1915 Arbeiten v Emil Kaepelin
    1948 WHO: Übernahme Systematik in 6. Revision auf Krankheiten & Verletzungen
    -> bis 1950 mehrere hundert versch. Klassifikationssysteme - weitgehend inkompatibel
    Ziel: jährl. Version d ICD
  53. 53Wozu braucht man KlassifikationenDokumentation - Sammlung, Ordnung & Nutzbarmachung v Dokumenten aller Art zB Bücher, Erfindung
    Warenwirtschaft zB Lagerbestände, Inventur
    Wissenschaft: Biologie, Geologie, Medizin, Psychologie, Meterologie, Chemie etc
  54. 54Wozu Klassifikation psychischer StörungenBildung v Klassen = Erweiterung unseres Wissens (haben wir erst Klasse, können uns weitere Informationen über sie verschaffen)
    diagnostische Klassen = spezifische, diagnostische untersuchungsverfahren, um für Prob verantwortliche Faktoren entdecken & spez Behandlungsformen entwickeln/anzubieten
    Basis f Forschung & Weiterbildung - epidemiologische Studien, klinische Studien zur Ätiologie, Intervention & Verlauf
    Vereinheitlichung d Nomenklatur = bessere interdiSziplinäre Verständigung, auch zw Ländern & Kulturen
  55. 55Ziele Klassifikation- Strukturierung & Abgrenzung Störungsbilder
    - Gruppierungen (Ähnlichkeiten)
    Symptom = Krankheitszeichen, Merkmal
    Syndrom = Gruppe v Symptomen
    - Eindeutige Zuordnung einer Störung zu Systemklasse bzw Entscheidungshilfe:
    ist eine Schizophrenie eine Schizophrenie? - ja, wenn alle Diagnosekriterien erfüllt
  56. 56Kritik an ICD- Informationen gehen verloren - auch Teil Einmaligkeit untersuchten Personen (Unterscheidung zw relevanten & irrelevanten Dimensionen abweichenden Verhaltens)
    - Stigmatisiserung
    - "gläserne Pat" - "gläserne Arzt/Psychologe"
    - Probleme der Semantik
    - Diagnose abhängig v "Weltbild"
    - Psych Störung "krankheitswertig"
  57. 57Worauf basieren ICD-10 & DSM-5beide basieren auf:
    1, Prinzip operational definierter Diagnosekriterien (Angabe v Kriterien & Entscheidungsregeln)
    2, deskriptiven (interpretationsfreien) Befund im Quer- & Längsschnitt
    3, Verzicht auf umstrittene nosologische bzw ätiologische Modelle
  58. 58Charakteristika von ICD-10 & DSM-5• Möglichkeit multiple Diagnosen zu vergeben – Doppel-oder Mehrfachdiagnosen - Komorbidität
    • Klassifikation von Störungen, nicht Individuen
    • Verwendung von spezifischen inhaltlichen und zeitlichen
    Diagnosekriterien (Operationalisierung)
    • Betonung offen erfassbarer Verhaltensweisen
    • detaillierte und systematische Beschreibung der einzelnen diagnostischen Kategorien
    ▪Konzept der Multiaxialität
    ▪Verwendung des Begriffs „Störung“ (der den problematischen Begriff „Krankheit“ ersetzt)
  59. 59In welcher Gruppenübersicht sind im ICD-10 die psychischen Verhaltensstörungen?Kapitel V (F00-F99)
    F00-F09: Organische, einschl symptomatischer psych Störungen
    F10-F19: Psychische & Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
    F20-F29 Schizophrenie, schizotype & wahnhafte Störungen
    F30-F39: Affektive Störungen
    F40-F48: Neurotische, Belastungs- & somatoforme Störungen
    F50-F59: Verhaltensauffälligkeiten mit körperl Störungen & Faktoren
    F60-F69: Persönlichkeits-
    & Verhaltensstörungen
    F70-F79: Intelligenzminderung
    F80-F89: Entwicklungsstörungen
    F90-F98: Verhaltens- & emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit & Jugend
    F99 Nicht näher bezeichnete psych Störungen
  60. 60Multiaxiales Klassifikationsschema für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters nach ICD-101. Achse: Klinisch-psychiatrisches Syndrom
    2. Achse: Umschriebene Entwicklungsstörungen
    3. Achse: Intelligenzniveau
    4. Achse: Körperliche Symptomatik
    5. Achse: Assoziierte aktuelle abnorme Umstände
    6. Achse: Globalbeurteilung der psychosozialen Anpassung
  61. 61Woraus besteht die ICD-Codierung?5-stelliger Code, aus Buchstaben & Ziffern
    zB:
    F: Es liegt psych o Verhaltensstörung vor
    F: Bei dieser St, um Verhaltens- auffälligkeiten mit körperl Störungen & Faktoren
    F50: bei dieser Verhaltensauffälligkeit, um eine Essstörung
    F50.0 Diese Essstörung entspricht einer Anorexia nervosa
  62. 62Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren (F50-F59)Unter dem Oberbegriff Essstörungen werden zwei wichtige und eindeutige Syndrome beschrieben:
    Anorexia nervosa & Bulimia nervosa
    Weniger spez bulimische Störungen, wie übermäßiges Essen bei anderen psych Störungen werden ebenfalls erwähnt
    Ausschluss:
    • Fütterungsstörung im Kleinkind- und Kindesalter (F98.2)
    • Fütterschwierigkeiten und Betreuungsfehler (R63.3) • Nicht näher bezeichnete Anorexia und Appetitverlust (R63.0) • Pica im Kindesalter (F98.3)
    • Polyphagie (R63.2)
  63. 63Ursachen einer psych Störung (Modellvorstelkung)Viele Modellvorstellungen gehen davon aus, dass gesunderhaltende und krankmachende Faktoren (Schutz- und Risikofaktoren) voneinander unabhängig sind:
    ▪viele gesunderhaltende Bedingungen (Ressourcen, heilsame Einflüsse, Widerstandsquellen, positive Life- Events) und wenige krankmachende Bedingungen (Noxen, belastende Bedingungen, schädigende Einflüsse, negative Life-Events) bewirken Gesundheit;
    ▪andere Kombinationen von beiden Faktoren führen zu Mischformen oder zur Krankheit.
  64. 64Was sind Kausalitätsmodelle?Menschen sind es gewohnt Ursachen für relevante Phänomene zu suchen. Beim Erklären konstruieren sie Modelle, mit denen sich wichtige Aspekte der Realität beschreiben, verstehen, vorhersagen und beeinflussen lassen.
    1 Problem – 1 eindeutige Ursache
    Annahme, dass wenn Ursachen erkannt und beseitigt, das Problem ebenfalls gelöst ist ...
  65. 65Traditionell monokausales Denken, heute• multifaktoriell
    • mehrdimensional
    • biopsychosozial
    • entwicklungsdynamisch (zeitliche Entstehungsverläufe)
    • interdependent (in Wechselwirkung)
    • integrativ.
  66. 66Bio-Psycho-Soziale Modell3 Ebenen als gleichberechtigte Perspektiven auf eine Störung
    Die Zusammenschau aller Dimensionen lässt Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten verstehen.
    Psychosomatik?
    genetisch = biologisch?
    umweltbedingt=sozial?
  67. 67Analyse des Bio-Psycho-Sozial Modells nach N.G. EngelBio
    Vergangenheit: Krankheitsvorgeschichte
    Aktuell: Beschwerden
    Zukunft: Krankheitsentwicklung
    Psycho
    Vergangenheit: Persönlichkeitsentwicklung
    Aktuell: Beziehung
    Zukunft: Gesundheitsverhalten
    Sozial:
    Vergangenheit: Lebensereignisse
    Aktuell: Lebenssituation
    Sozial: Lebensgestaltung
  68. 68Risiko- & Schutzfaktoren d Vulnerabilitäts-Stress-ModellsGenetische Prädisposition
    Prä- und perinatale Schädigungen
    Geschlecht
    Alter
    Temperament/Persönlichkeit
    Komorbidität & vorangegangene Störungen
    Kultur
    Sozioökonomischer Status:
    Stress-and-Strain-Hypothese/Social-drift-Hypothese
    Elterliches Erziehungs- & Bindungsverhalten
    Einfluss von Gleichaltrigen
  69. 69multipradigmatische WissenschaftPsychologische Erkenntnisse sind häufig historisch und kulturell bedingt.
    z.B. Rahmenmodell = Gene bestimmen den Menschen ▪Paradigma = Krankheiten sind genetisch bedingt
    ▪ Theorie: Gen A ist verantwortlich für Krankheit X
    Hinter jedem Paradigma, auch Menschenbild, verbergen sich eine Reihe von Annahmen darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein bzw. stehen dahinter die unterschiedlichen philosophischen Annahmen über die menschliche Natur.
  70. 70Wozu Menschenbilder in der Psychologie?Wir leben nicht in einer monolithischen gesellschaftlichen Realität, die von einem einheitlichen, allumfassenden Ideengut geprägt ist jeder einzelne entscheidet sich für eine Version der Realität, die man für sinnvoll hält und mit der man gut leben kann.
    Menschenbilder beeinflussen sowohl die Forschung als auch die Praxis jeder Humanwissenschaft entscheidend!
    Jeder Theorie liegt ein bestimmtes Menschenbild zugrunde!
    Das Menschenbild bestimmt, mit welchen Methoden geforscht wird!
  71. 71Konsequenzen der Entscheidung für ein MenschenbildVerhalten untersucht, ein bestimmtes Paradigma zu eigen macht, entscheidet er notwendigerweise auch darüber, welche Art von Daten er sammeln und wie er sie interpretieren wird. Er berücksichtigt nur das, was seiner Meinung nach die wahrscheinlichste Erklärung ist, und so kann es sehr wohl geschehen, dass andere Möglichkeiten ignoriert und andere Informationen übersehen werden.
    Im Sinne zukünftiger Entdeckungen ist es nur von Vorteil, dass Psychologen sich nicht einige sind, welches Paradigma das beste ist.
  72. 72Welche Perspektiven gibt es in der Psychologie?(Neuro-)biologische Perspektive
    Psychodynamische Perspektive
    Kognitiv-behaviorale Perspektive
    Integrative Perspektive
  73. 73(Neuro-)biologische PerspektiveUrsachen psychischer Störungen liegen in der Funktionsweise der Gene, der Beschaffenheit und des Stoffwechsels des Gehirns, des Nerven- und endokrinen Systems.
    Störungen werden durch strukturelle und biochemische Prozesse erklärt. Varianten sind u.a. das traditionelle medizinische Krankheitsmodell und das psycho-biologische Modell.
    Methodische Aspekte beinhalten Experiment, objektive psychophysiologische, neurochemische und labortechnische Marker.
  74. 74Psychodynamische PerspektiveUrsachen des Verhaltens und psychischer Störungen liegen in intrapsychischen zumeist unbewussten Konflikten, Impulsen und Prozessen (Instinkte, biologische Triebe, Gedanken, Emotionen), die zumeist auf frühkindliche Konflikte rückführbar sind. Die Varianten sind vielfältig (psychoanalytische Schulen).
    Methodische Zugänge umfassen das Gespräch und indirekte subjektive Maße (Träume, Widerstände).
  75. 75Kognitiv-behaviorale PerspektivePsychische Störungen sind auf der Grundlage von Vulnerabilitäten und Stress entstehende fehlangepasste erlernte (z.B. operante, klassische Konditionierung, Modelllernen) Verhaltens- und Einstellungsmuster, einschließlich kognitiver Prozesse (Aufmerksamkeit, Erinnern, Denkmuster, Attributionsmuster, Problemlösen). Varianten sind die Verhaltenstherapie und die kognitive Therapie.
    Die Methoden umfassen das Experiment, kontrollierte Studiendesigns, direkte objektive (labortechnische) und indirekte Maße.
  76. 76Integrative PerspektivePsychische Störungen sind das Ergebnis von komplexen Vulnerabilitäts-Stress-Interaktionen, bei denen gleichermaßen biologische, kognitive-affektive, soziale und umweltbezogene sowie Verhaltensaspekte in ihrer entwicklungs- und zeitbezogenen Dynamik in Wechselwirkung stehen.
    Dabei wird auf alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntniskomponenten unter Einschluss, der vorgenannten Perspektiven zurückgegriffen.
  77. 77übergeordnete Zielsetzungen von klinischer Psychübergeordneten Zielsetzungen bzw. Aufgaben sind dabei Beschreibung, Klassifikation, Erklärung, Prognose und Evaluation
    Was? Warum? Wohin? - Beschreibung, Klassifikation, Erklärung, Prognose, Evaluation
    -> ohne Diagnostik keine Intervention
  78. 78Diagnostische ProzedereÜberweisung, Eigeninitiative
    Problem- & Zielanalyse (Fragestellung, Anliegen, Auswahl d Verfahren)
    gegebenfalls med. Untersuchung
    Psychologische Testverfahren
    gegebenfalls funktionelle Diagnostik
    Multiaxiale Diagnose & Interventionsplanung
    Beratung/Behandlung/Vernetzung
  79. 79Was sind Symptome einer Depression?Es gibt zahllose „depressive“ Symptome!
    Verhalten
    Körperhaltung: kraftlos, gebeugt, spannungsleer Mimik: maskenhaft, versteinert, weinerlich Sprache: leise, monoton
    Emotional: traurig, verzweifelt, innere Unruhe, ängstlich, verzweifelt, feindselig, innerlich getrieben
    Physiologisch: schlaflos, appetitlos, antriebslos, Schwäche, wetterfühlig, Kopfschmerz, Verdauungsprobleme
    Motivational/kognitiv: interessenslos, traurig, misserfolgsorientiert, Zweifel, kontrolllos, abhängig
  80. 80Diagnostische Verfahren bzw Methoden(1) Anamnese und Exploration
    (2) Interview (strukturiert, unstrukturiert)
    (3) Fragebogen (Selbst- und Fremdbeurteilungen)
    (4) Testklassifikation
    (5) Verhaltensbeobachtung
    (6) Psychophysiologische Messungen (EEG, Muskelspannung, Hautwiderstand, etc.)
  81. 81Welche Lebensgeschichtlichen Daten sind in der Anamnese wichtig?Psychische & körperliche Entwicklung im Kindes- und Jugendalter
    (Besonderheiten bei Schwangerschaft, Geburt, Krankheiten, Unfälle, Behinderungen, etc.)
    allgemeine gesundheitliche Fragen
    (Herkunftsfamilie: Familienstruktur, Eltern, Geschwister, deren Alter & Berufe, finanzielle Situation, Krankheiten in der Familie, Sozialisation, Konflikte & Werte)
    Schule & Beruf
    (Ausbildung, berufl. Entwicklung)
    Aktuelles soziales Umfeld
    (Lebensform, Partnerschaft, Kinder, finanzielle und Wohnsituation, soziale Kontakte, Freizeitgestaltung, Zukunfts- und Wertvorstellungen)
  82. 82Was für Interviews gibt es (zB)Strukturierte und standardisierte Interviews z.B. DIPS (Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen), SKID (Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV)
  83. 83Welche Fragebögen gibt es (zB)Verhaltensfragebogen bei Entwicklungsstörungen
  84. 84Was ist ein psychologischer Test?standardisiertes Prüfverfahren, mit dem Verhaltensmerkmale erfasst werden, die als Indikatoren für Personeneigenschaften dienen sollen.
    Die Testresultate erlauben die Einordnung des Untersuchten in eine Gruppe vergleichbarer Personen.
    TESTS SIND MESSINSTRUMENTE!!!
  85. 85Welche Testgütekriterien gibt es?Objektivität (Testleiterunabhängigkeit)
    in der Durchführung, Auswertung und Interpretation
    Reliabilität (Messgenauigkeit)
    Validität (Grad, in dem der Test misst, was er zu messen vorgibt)
    Ökonomie (z.B. einfache Handhabung, Gruppentests, kurze Durchführungszeiten)
    Nützlichkeit Zumutbarkeit
    Normierung (Breite und Aktualität des Normwertsystems)
  86. 86Was sind LeistungtestErfassung eines Personenmerkmals durch Performanz (Verhalten wird „realisiert“, nicht nur beschrieben); gefordert ist „maximales Verhalten“
    Übliche Unterteilung: Allgemeine Leistungstests, Spezielle Funktionstests (Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, usw.), Schultests, Eignungstests, Entwicklungstests
  87. 87Unterschied power-Test und speed-Testpower Test - ohne Zeitdruck
    speed Test - mit Zeitdruck
  88. 88Welche Skalen gibt es im allg. Entwicklungstest (Bayley Scales of Infant Development)Kognitive Skala
    Sprachskala
    Motorikskala Sozial-emotionale Entwicklung Alltagsfertigkeiten
  89. 89Wofür ist der Salzburger Lese- und RechtschreibtestFür die differenzierte Diagnose von Schwächen beim Erlernen des Lesens und Schreibens.
    Der Lesetest ermöglicht eine separate Diagnose zweier wesentlicher Teilkomponenten des Wortlesens:
    1) Defizite in der automatischen, direkten Worterkennung und
    2) Defizite des synthetischen, lautierenden Lesens
  90. 90Welche Probleme beim IQ-Test gibt esDurchschnittsmaß keine Förderung ableitbar!
    Alternative Profilinterpretation
    Alternative dynamisches Testen (Lerntests)
    Alternative Intelligenzquantität als „Mindestleistung“
    Angabe in Prozenträngen (PR gibt an, wie viel Prozent aller Kinder der Vergleichsgruppe gleich gut oder schlechtere Ergebnisse erzielen...)
    • ... IQ vom Test abhängig! unterschiedliche theoretische Intelligenzkonzepte der Verfahren
  91. 91BSP verschiedener IQ-TestsWechsler-Konzept
    Carrolls „Drei- Schichten-Modell“
    Primärfaktorenmodell der Intelligenz von Thurstone „7 intellektuelle Primärfaktoren“
    Zwei-Faktoren-Theorie von Spearman neuere Ansätze von Gardner
  92. 92Welcher Bereiche werden beim Gesamt IQ Test getestet?Sprachverständnis
    Wahrnehmungsgebrauch log. Denken
    Arbeitsgedächtnis
    Verarbeitungsgeschwindigkeit
  93. 93Welche Projektiven Verfahren gibt es?Form-Deute-Verfahren
    Verbal-thematische Verfahren
    Zeichnerisch/gestalterische Verfahren
    - die psychometrischen Mängel dieser Verfahren ist erheblich
  94. 94Epidemiologische Daten DepressionSchätzung: Lebenszeitrisiko für ein depressives Syndrom bei Frauen 20-26%, bei Männern 8–12 %.
    5-23% der Patienten beim Praktischen Arzt leiden an einem depressiven Syndrom
  95. 95Störungsverlauf bei Major DepressionErstauftreten in jedem Lebensalter möglich!
    Bei unbehandelter erster Episode – Episodendauer von ca. 3 – 4 Monaten, dann Remission.
    Weiterer Verlauf meist episodisch = phasenhaft verlaufende Störung:
    - etwa 1/3 Auftreten einer einzigen Episode
    - etwa 1/3 rezidivierender Verlauf mit vollständigen
    Remissionen im Intervall
    - etwa 1/3 chronischer, langjähriger Verlauf ohne Remission
    oder nur teilweise Remission
    ungünstig in Bezug auf Episodendauer und Rezidivneigung:
    - frühes Erstauftretensalter
    • größerer Schweregrad depressiver Episoden
    • vorausgehende Störung (Double Depression), familiär bedingte Prädisposition
    • komorbide Angststörungen
    • Substanzstörungen ...
    Mortalität deutlich erhöht durch Suizide, somatische Erkrankungen und Unfälle!
  96. 96Prognose (Verlauf) am Bsp Depressionhäufigsten sind unipolare Verläufe (rezidivierende depressive Störung) mit ausschließlich depressiven Phasen in etwa 66 % der Fälle.
    Unipolare Verläufe mit ausschließlich manischen Phasen bei 4 %.
    Bipolare affektive Störung mit depressiven und manischen Phasen bei 30 %
  97. 97Spirale d DepressionAngst vor Ablehnung, Versagen, Abfall der Leistung durch Überforderung, Rückzug aus Sozialkontakten
  98. 98"Kognitive Triade"Negative Sicht auf
    - eigene Person
    - Umwelt
    - Zukunft
  99. 99Bsp einer psych. DepressionstheorieModell der dysfunktionalen Kognitionen und Schemata nach Aaron T. Beck
    Grundlage: eine kognitive Störung, in deren Folge eine depressive Symptomatik auftritt
    Kognitive Störung verzerrt die Realität: willkürliche Schlussfolgerungen
    selektive Abstraktionen Übergeneralisierung moralisch-absolutistisches Denken unrealistische Ansprüche an sich selbst
    Annahme, dass diese Denkstruktur durch negative, stressbesetzte Erfahrungen im Verlauf des Lebens entsteht, wobei den Erlebnissen in der Kindheit große Bedeutung zukommt.
  100. 100Mythen über Schizophrenieunheilbar, unbehandelbar, geistige Behinderung, Pat gefährlich & unberechenbar, kann nicht arbeiten gehen, durch Erziehungsfehler entstanden
    knapp 1/3 Bev glaubt an eine Form der psychischen Spaltung denkt, meistens in Form einer Bewusstseins- oder Persönlichkeitsspaltung
  101. 1012 Aspekte v Stigmatisierung1. Die stigmatisierte Person wird als stereotypisch (= automatische Überzeugungen) für eine bestimmte soziale Gruppe gesehen (anstatt – respektvoll – als Individuum).
    2. Dieses Stereotyp, oder „social typing“, hat negative Bedeutungen.
    Diese zwei Aspekte werden mit emotionalen Reaktionen wie Angst, Verachtung und Abscheu,
    aber auch Mitleid und Besorgnis assoziiert
  102. 102weiteres über Stigmatisierungstigmatisierte Person weicht mit einem Merkmal negativ von den (normorientierten) Erwartungen der Umwelt ab. Dem Stigmatisierten werden weitere negative und positive Eigenschaften zugeschrieben, die mit dem tatsächlich wahrgenommenen Merkmal objektiv nichts zu tun haben.
    Menschen mit psychischen Störungen werden als unverständlich, asozial und gefährlich von der Allgemeinbevölkerung wahrgenommen (Pilgrim & Rogers, 2005).
    „Diese Zuschreibung weiterer Eigenschaften kennzeichnen Stigmatisierungen als Generalisierungen, die sich auf die Gesamtperson in allen ihren sozialen Bezügen erstrecken. Das Stigma wird zu einem »master status«, der wie keine andere Tatsache die Stellung einer Person in der Gesellschaft sowie den Umgang anderer Menschen mit ihr bestimmt
  103. 103GewaltrisikoGewaltrisiko von psychisch Kranken etwas höher liegt als in der Durchschnittsbevölkerung, so ist es doch nicht höher als bei anderen Risikogruppen. Dazu zählen allgemein Männer im dritten Lebensjahrzehnt und junge Leute, sowie arbeitslose Jugendliche, und Personen die Alkohol oder Drogen missbrauchen (Angermeyer, Schulze, 1998).
    Die jährliche Inzidenzrate von Gewalttaten gegen Menschen, die an psychischen Störungen leiden, ist viermal höher als in der Allgemeinbevölkerung (USA)!
  104. 104Achse 1, Kap 5Psychische Störungen ICD-10
  105. 105Epidemiologie v Schizophrenie• Prävalenz 0,5–1%: Männer & Frauen gleich oft
    bei enger Def in allen Ländern & Kulturen gleich
    • Auftretensalter: Haupterkrankungsalter zw Pubertät & 30. Lebensjahr
    Unterschiede bei Ersterkrankung je nach Subtypen
    geschlechtsspezifischer Unterschied beim Auftretensalter (Frauen später)
    • starke Heterogenität der Verläufe
    • Zusammenhang zw soz Schicht & Häufigkeit d Schizophrenie
    Social-Causation-Hypothese vs. Social-Drift-Hypothese
    Suizidrisiko: ca. 30% Suizidversuch; ca. 15% Suizid
    Generell erhöhtes Risiko frühzeit Todes!
    Lebenszeitprävalenz: 1% (geschlechtsunabhängig)
    Beginn: häufig akut, aber auch schleichend Männer: häufig 20-25 Jahre
    Frauen: häufig 25-30 Jahre
    selten auch Spätschizophrenien
    Verlauf: entw kontinuierlich episodisch mit zunehmenden o stabilen Defiziten; o eine/mehrere Episode/n mit vollständiger o unvollständiger Remission
    ca. 1/3 Remission; 1/3 wiederholte Episoden & geringe Behinderung; 1/3 chronisch mit starker Behinderung
  106. 106Verlauf v SchizophrenieGekennzeichnet durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate und verflachte Affekte
    Krankheit tritt in Episoden („Schüben“) auf
  107. 107Phasenhafter VerlaufHäufig durchlaufen die Episoden 3 Phasen:
    1. Prodromalphase: noch keine eigentlichen Symptome, aber Leistungsniveau sinkt ab, sozialer Rückzug, Affekte flachen ab
    2. Floride Phase: akute Symptome in unterschiedlicher Kombination
    3. Residualphase. Akute Symptome treten zurück, Restsymptomatik kann erhalten bleiben
  108. 108Positivsymptome▪ Störungen des Denkinhalts: Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn
    ▪ Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug,
    Gedankenausbreitung
    ▪ Formale Denkstörungen: desorganisiertes Denken, Zerfahrenheit, Denkziel wird nicht erreicht
    ▪ Halluzinationen, häufig Stimmen, die in der dritten Person den/die PatientIn kommentieren oder über ihn/sie sprechen
    ▪ Sprache: Neologismen („Neuwörter), Stereotypien (Verhaltensanomalien in Form von wiederholten und ständig gleichbleibenden Handlungen ohne Ziel oder Funktion)
    ▪ Desorganisiertes Verhalten, psychomotorische Erregung
    -> Übermaß bzw. eine Verzerrung von eigentlich normalen psychischen Funktionen
  109. 109Negativsymptome▪ Spracharmut
    ▪ Flacher oder inadäquater Affekt
    ▪ Katatonie (Verlust der spontanen Bewegungen, veränderte Mimik oder Gestik)
    ▪ Sozialer Rückzug
    ▪ Verminderung bzw.
    Verlust normaler psychischer Funktionen
  110. 110entstehende Faktoren SchizophrenieVulnerabilität
    Biologisch
    Psychologisch
    Sozial
  111. 111biologische Faktoren SchizophrenieErbliche Komponente: eineiige Zwillinge Risiko ca. 50%; beide Eltern von Schizophrenie betroffen-Kinder Risiko ca. 30%
    Biochemisch: Dopamin-Hypothese (zuviel des Neurotransmitters Dopamin bzw. mehr Dopamin-Rezeptoren in bestimmten Hirnarealen); Störung der Informationsverarbeitung; betrifft v.a. Positivsymptome
    Biologisch: bestimmte Hirnstrukturen verändert, Ventrikel vergrößert (Ursache oder Folge der Erkrankung?); betrifft v.a. Negativsymptome
    Diskutierte Ursachen für diese Auffälligkeiten: u.a. Virusinfektion während des 2. Drittels der Schwangerschaft
  112. 112Psychologische Faktoren Schizophrenie▪ „double-bind-interaction“ in der Familie: Person, zu der eine intensive Beziehung besteht, kommuniziert häufig in einer Aussage zwei emotional widersprüchliche Botschaften
    ▪ Expressed Emotions: Angehörige äußern viel Kritik, sind feindselig oder emotional überengagiert, Einfluss auf die Prognose
  113. 113Soziale Faktoren v SchizophrenieKritische Lebensereignisse (Erkrankungsrisiko danach kurz erhöht) Alltägliche Stressoren
    Sozioökonomischer Status (Ursache oder Folge?)
    Missbrauch psychotroper Substanzen, insbesondere Cannabis
    Labeling-Hypothese: Gesellschaft hängt Menschen, die von bestimmten Verhaltensnormen abweichen, das Etikett „Schizophrenie“ um, was wiederum die Entwicklung schizophrener Symptome fördert
  114. 114Intervention Schizophrenieetwa 60 – 70% aller Menschen benötigen eine längerfristige Behandlung
    ausgehend von einer multifaktoriellen Verursachung, wird eine entsprechend multimodale Behandlung benötigt.
    3 Säulen der Schizophrenie-Therapie:
    1. somatisch-physiologische Behandlung + Psychoedukation
    2. die psychologisch-psychotherapeutische Therapie und Sozial-und Familientherapie
    3. die Sozialtherapie (Rehabilitation).
  115. 1153-Säulen d. Schizophrenie-Therapie1. somatisch-physiologische Behandlung + Psychoedukation
    2. die psychologisch-psychotherapeutische Therapie und Sozial-und Familientherapie
    3. die Sozialtherapie (Rehabilitation)
  116. 116BehandlungFrüher: Lobotomie, Elektrokrampftherapie
    Heute:
    ▪ Pharmakatherapie: Neuroleptika – erste wirklich wirksame Therapie; wirken nur gegen Positivsymptome, starke Nebenwirkungen
    ▪ Psychoanalyse: psychodynamische Therapien nur tw. wirksam
    ▪ Verhaltenstherapie: Bearbeitung kognitiver Verzerrungen und wahnhafter
    Überzeugungen; Training sozialer Fertigkeiten
    ▪ Systemische Therapie: Reduktion der Expressed Emotions
    ▪ Computergestütztes kognitives Training
    ▪ Psychoedukation: Verbesserung des allgemeinen Störungswissens, Förderung der Eigenverantwortung bei der Bewältigung
  117. 117Facts Schizophrenie▪ Schizophrenie ist eine ernste, aber gut behandelbare Erkrankung. ▪ Sie trifft v.a. junge Menschen im Prozess des Erwachsenwerdens. ▪ Sie hat viele verschiedene Ursachen.
    ▪ Sie kann sehr unterschiedlich verlaufen.
    ▪ Die Behandlung sollte multimodal erfolgen.
    ▪ Das soziale Umfeld (Angehörigen) sollte mit einbezogen werden
  118. 118Psychische Störungsbilder nach ICD-10Achse 1, Kap V: Psychische Störungen
    F6 Persönlichkeits- & Verhaltensstörungen
    F60 spezifische Persönlichkeitsstörungen
    F61 kombinierte + andere Persönlichkeitsstörungen
    F62 andauernde Persönlichkeitsveränderungen
    F63 abnorme Gewohnheiten + Störungen der Impulskontrolle
    F64 Störungen der Geschlechtsidentität
    F65 Störungen der Sexualpräferenz
    F66 psychische + Verhaltensstörungen
    in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung
    F68 andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
    F69 nnb
  119. 119F60 spezifische Persönlichkeitsstörungenspezifische Persönlichkeitsstörungen
    F60.0 paranoide
    F60.1 schizoide
    F60.2 dissoziale
    F60.3 emotional instabile:
    F60.30 impulsiver Typ/F60.31 Borderline Typ
    F60.4 histrionische
    F60.5 anankastische (zwanghafte)
    F60.6 ängstliche
    F60.7 abhängige
    F60.8. andere: F60.80 narzisstische/F60.81 passiv-aggressive F60.9 nnb
  120. 120F60.0paranoide
    misstraurisches, nachtragendes und selbstbezogenes Verhalten, eine übertriebene Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung und streitsüchtiges Bestehen auf die eigenen Rechte
  121. 121F60.1schizoide
    wenig interessiert an sozialen Beziehungen, emotional kühl und distanziert; oft einzelgängerisch, zurückgezogen, mangelnde Sensibilität im Erkennen sowie Befolgen gesellschaftlicher Regeln
  122. 122F60.2dissoziale
    mangendes Mitgefühl und Schuldbewusstsein, Missachtung sozialer Normen & Regeln, niedrige Frustrationstoleranz, niedrige Schwelle für aggressives/gewalttätiges Verhalten
  123. 123F60.03emotional instabil
    impulsiv, handeln ohne Berücksichtigung von Konsequenzen, Stimmung launisch und unvorhersehbar mit Neigung zu Streit und Wutausbrüchen
  124. 124F60.30 impulsiver Typemotionale Instabilität sowie mangelnde Impulskontrolle, Ausbrüche erfolgen oftmals als Reaktion auf Kritik
  125. 125F60.31Borderline Typ
    emotionale Instabilität sowie mangelnde Impulskontrolle, unklares Selbstbild, chronisches Gefühl der inneren Leere mit oftmals selbstverletzendem und suizidalen Verhalten, Neigung zu intensiven, aber instabilen Beziehungen bei gleichzeitiger massiver Angst vor dem Verlassenwerden
  126. 126F60.4histrionische
    Neigung zur Dramatisierung, Selbstinszenierung und Egozentrismus, andauerndes Verlangen nach Anerkennung, leicht beeinflussbar, Affektivität oftmals theatralisch, übertrieben, oberflächlich
  127. 127F60.5anankastische
    ständige Beschäftigung mit Details, ausgeprägter Perfektionismus, übermäßige Pedanterie, rigides und eigensinniges Denken bei übermäßigen Zweifel + Vorsicht, Gewissenhaftigkeit + Leistungsbezogenheit
  128. 128F60.6ängstliche
    Andauerndes Gefühl von Anspannung + Besorgnis, Unsicherheit + Minderwertigkeit, es besteht die übertriebene Sorge, in sozialen Situationen abgelehnt zu werden, daher Vermeidungsverhalten
  129. 129F60.7abhängige
    Unterordnung eigener Wünsche + Bedürfnisse denen anderer Personen, Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen, Angst davor auf sich selbst angewiesen zu sein
  130. 130Themen der EntwicklungspsychologieWie entstehen Persönlichkeitsmerkmale in der Kindheit und Jugend?
    Wie entwickeln sie sich im mittleren und höheren Lebensalter, d.h. über die ganze Lebensspanne hinweg?
    Wie veränderlich sind diese?
    Gegenwärtig existiert noch keine Theorie der Persönlichkeitsentwicklung, welche die vielfältigen Einflüsse zusammenfassen kann: das Zusammenwirken der genetischen (angeborenen) oder früh erworbenen Unterschiede der Konstitution mit den vielfältigen Einflüssen von Umweltbedingungen, Erziehungseinflüssen, Identitätsfindung und Selbstverwirklichung, als Prozess von Individuation und Sozialisation.
  131. 131Francis Galton(1822 – 1911)
    Begründer der Differenzialpsychologie, die sich auf die Unterschiede zwischen Personen auf nicht allgemeinem Niveau bezieht, wobei er Testverfahren zur Erfassung psychischer Eigenschaften entwickelte.
    „Gestalt und Wachstum der Persönlichkeit“
    • Zusammenarbeit von Psychologie und Religion zur „Verbesserung“ des Charakters
    • Messung von Emotionen mittels Herzschlag und Pulsfrequenz; Methode der Verhaltensbeobachtung von Personen in bestimmten sozialen Situationen
  132. 132William James(1842-1910) argumentierte, dass die wichtigste Persönlichkeitsvariable welche zu betrachten ist, das Denken sei. „Wenn man 30 ist, dann ist der Charakter wie ein Gips, der niemals wieder weicher wird“
  133. 133Morton Prince(1854-1929)
    „Dissociation of a Personality“ Etablierung des Begriffs Persönlichkeit
  134. 134Überblicks über die aktuelle ForschungWie kann man Persönlichkeit erfassen ... ...mit Hilfe eines Persönlichkeitsmodells
    Es gibt jedoch verschiedene Persönlichkeitsmodelle. Sie unterscheiden sich darin, welche Dimensionen der Persönlichkeit erfasst werden, z.B.:
    Verhalten (allgemein und im Team) Werte, Motive
    Gewohnheiten
    Denk- und Lernstile
    Psychologisch-diagnostische Verfahren zur Erfassung von „charakterlichen“ Eigenschaften (Persönlichkeit im engeren Sinn) beziehen sich heutzutage ziemlich universell und sogar international auf das „Big Five – Persönlichkeitsmodell“.
  135. 135Persönlichkeitstsil vs PersönlichkeitsmerkmaleUnterscheidung erfolgt aufgrund des Ausprägungsgrads. Bestimmte Persönlichkeitsstile können gewisse Merkmale mit Persönlichkeitsstörungen gemein haben. Persönliche Stile erscheinen jedoch gewöhnlich weniger ausgeprägt
  136. 136Kriterien für Persönlichkeitsstörungen• allgemein: sozial unflexible,
    wenig angepasste und im Extremfall normabweichende Verhaltensauffälligkeiten
    • stabil/dauerhaft
    • seit Kindheit, Jugend
    Persönlichkeitsstörungen sind in der Regel ich-synton, d.h. die Erlebens- und Verhaltensmuster werden von den Betroffenen als passend und zur Person zugehörig wahrgenommen.
  137. 137Persönlichkeitsstörungen dürfen nur dann diagnostiziert werden, wenn Persönlichkeitsstile folgende Merkmale tragen1) Wenn bei den betreffenden Menschen ein überdauerndes Muster des Denkens, Verhaltens, Wahrnehmens und Fühlens vorliegt, das sich als durchgängig unflexibel und wenig angepasst darstellt,
    2) wenn Persönlichkeitsmerkmale wesentliche Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit verursachen (im privaten/beruflichen Bereich),
    3) wenn die Betreffenden unter ihren Persönlichkeitseigenarten leiden, d.h. wenn die eigene Persönlichkeit zu gravierenden subjektiven Beschwerden führt
  138. 138Epidemiologie v Persönlichkeitsstörungen• Prävalenz 5 – 10% (Torgersen, 2005)
    * hohe kulturelle Unterschiede, z.B. in Indien keine Diagnosen von Borderline- oder selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung
    • Suizidrisiko zwischen 2 – 6%
    die höchsten Suizidraten bei Menschen mit Borderline- Persönlichkeitsstörung
    • Beginn im späten Kindesalter oder in der Adoleszenz „Persönlichkeitsentwicklungsstörungen“
    • Hohe Komorbidität mit anderen psychischen Störungen!
  139. 139Verlauf (Prognose)Persönlichkeitsstörungen
    • bleiben unbehandelt in ihrer jeweiligen Störungsspezifität relativ unverändert,
    • im Verlauf der Zeit insgesamt fast immer in ihrer Schwere rückläufig und
    • sind im hohen Alter der Betroffenen nur sehr abgeschwächt zu finden.
    Allgemein bestehen erhebliche Anpassungsschwierigkeiten in Familie und Beruf, häufigere Ehescheidungen oder längere Zeiten ohne feste Partnerschaft, häufig psychologische/psychiatrische Therapien.
  140. 140Ätiologie v PersönlichkeitsstörungenEntstehung immer aus der Interkation biologischer und psychosozialer Faktoren. Die einzelnen Faktoren tragen individuell unterschiedlich zur Prädisposition sowie zu deren Auslösung und Aufrechterhaltung bei
  141. 141Biologisch relevante Faktoren von PS• Genotyp
    • prä-, peri-, oder postnatale
    Komplikationen
    • ängstlich-vermeidendes,
    impulsives oder instabiles Temperament
    Psychosozial relevante Faktoren:
    • (frühe + lang andauernde) traumatische Lebensereignisse
    • Physischer, sexueller oder psychischer Missbrauch
    • Vernachlässigung
    • Interpersonelle Stressoren
    • Überbehütender oder ablehnender
    bis feindseliger Erziehungsstil
    • Positive Familienanamnese in
  142. 142Psychosozial relevante Faktoren• (frühe + lang andauernde) traumatische Lebensereignisse
    • Physischer, sexueller oder psychischer Missbrauch
    • Vernachlässigung
    • Interpersonelle Stressoren
    • Überbehütender oder ablehnender
    bis feindseliger Erziehungsstil
    • Positive Familienanamnese in
    Hinblick auf Angststörungen, Depression, Suizidalität
    • Mangel an sozialer Unterstützung
  143. 143Intervention von PSAllen Therapiekonzepten ist gemeinsam:
    Es soll nicht die PS selbst behandelt werden, sondern die sich daraus ergebenden komplexen Interaktionsstörungen, die Störungen des emotionalen Erlebens, die Störungen der Realitätswahrnehmung, der Selbstwahrnehmung oder Selbstdarstellung sowie die Störungen der Impulskontrolle.
    Auffälligkeiten können auch maladaptiv eingesetzte persönliche Stile sein, auch überlebenswichtige funktionale Kompetenzen tarnen oder überlagern. Für konfliktträchtige Interaktionsmuster kann es akzeptierbare Motive geben (z.B. Selbstschutz, Kontrollbehalt)
    In der Regel ist mit einer längeren Therapiedauer zu rechnen
  144. 144Welche Therapien gibt es?Kognitive Verhaltenstherapie
    Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Linehan
    Psychoanalytisch orientierte Therapie
    Schematherapie nach Young
  145. 145Ziel d. kognitiven VerhaltenstherapieVerbesserung von Interaktionsschwierigkeiten und Störungen der Impulskontrolle; spezifische Behandlungsmanuale z.B. für die Behandlung von dissozialer PS, Boderline-PS, ängstlich-vermeidender PS
  146. 146Ziel der dialektisch-behavioralen Therapie nach LinehanVerbesserung der emotionalen Bewältigungsfähigkeiten sowie eine Reduktion der Symptomatik
  147. 147Psychoanalytisch orientierte TherapieFokus auf die Persönlichkeitsstruktur
  148. 148Ziel der Schematherapie nach YoungVeränderung dysfunktionaler Schemata, Bewältigungsstile und Modi bei der Wahrnehmung und Erfüllung eigener Bedürfnisse
  149. 149Kognitiv-verhaltenstherapeutische Theorie nach Beck & Freeman (1999)Annahme, dass im Laufe des Lebens überlebensdienliche Schemata herausgebildet werden, die sich auf das Verhalten und die Auswahl von Handlungsstrategien auswirken.
    Bei PS charakteristische Annahmen + über- bzw. unterentwickelte Strategien!
    z.B. Narzistische PS: außergewöhnliches, einzigartiges und überlegenes Selbstbild + ein durch Minderwertigkeit und Bewunderung geprägtes Bild von Mitmenschen;
    sich selbst erhöhende Annahmen: „Da ich etwas Besonderes bin, verdiene ich besondere Regeln“/“Ich bin besser als andere“
    Strategien: andere benutzen, übergehen von Regeln, manipulieren
  150. 150Milgram ExperimentDas „Milgram-Experiment“
    Ich bin mir sicher, dass es für Gehorsam und Ungehorsam eine vielschichtige Basis in der Persönlichkeit gibt. Aber ich weiß, dass wir sie nicht gefunden haben.
    Stanley Milgram
    • sozialpsychologische Forschung
    • Milgram, S. (1963). Behavioral Study of Obedience. Journal of Abnormal and
    Social Psychology 67 (5), S. 371-378.
    • Hypothese des „authoritären Charakters“: bestimmte Kindheitserfahrungen mit einer strengen Erziehungsweise bringt Menschen hervor, die vor nichts zurückschrecken, wenn sie nur dazu aufgefordert werden.
  151. 151Milgram-liteBurger, J. M. (2009). Replicating Milgram: Would people still obey today? American Psychologist, 64(1), 1-11.
    http://dx.doi.org/10.1037/a0010932
    • die Ergebnisse, die Milgram vor 45 Jahre erzielte, sind gewissermaßen zeitlos
    • Frauen erwiesen sich als ebenso folgsam wie Männer
  152. 152F4Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
    F40 Phobische Störungen
    F41 andere Angststörungen
    F42 Zwangsstörungen
    F43 Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen
    F43.0 akute Belastungsreaktion
    F43.1 posttraumatische Belastungsstörung
    F43.2 Anpassungsstörungen
    F43.8 sonstige Reaktionen auf schwere Belastung
    F43.9 nicht näher bezeichnete Reaktionen auf schwere Belastung
    F44 dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)
    F45 somatoforme Störungen
    F48 andere neurotische Störungen
  153. 153F43Reaktionen auf schwere Belastungen und AnpassungsstörungenF43.0 akute Belastungsreaktion
    F43.1 posttraumatische Belastungsstörung
    F43.2 Anpassungsstörungen
    F43.8 sonstige Reaktionen auf schwere Belastung
    F43.9 nicht näher bezeichnete Reaktionen auf schwere Belastung
  154. 154Traumatische ErfahrungenTraumatische Erfahrungen sind existentielle Erfahrungen, die eine Konfrontation mit dem Tod bedeuten
    – die Zerstörung der „alten“ Existenz.
    Trauma UNTERBRICHT!
    Nichts ist mehr so wie vorher ... das gewohnte Leben, das Selbst- und Weltverständnis, die Illusion „uns kann nichts passieren“, Werte und Regeln verlieren an Bedeutung, Lebenseinstellungen.
    Die Handlungsfähigkeit wird erschüttert – „emotional flooding“.
  155. 155Potentiell traumatisierende SituationenTyp 1 Trauma - einmalig/kurzfristig:
    Akzidentielle Traumata: schwere Verkehrsunfälle, kurzandauernde Katastrophen
    Interpersonelle Traumata: kriminelle o körperliche Gewlt, sexuelle Übergriffe, zivile Gewalt (zB: bewaffneter Überfall)
    Trauma Typ 2 - mehrfach/langfristig
    Akzidentielle Traumata: langandauernde Naturkatasthrophen (Erdbeben, Überschwemmungen, Techn. Katastrophen)
    Interpersonelle Traumata: sexuelle & körperl Gewalt, Missbrauch in d Kindheit, Kriegserfahrungen, Folter, Politische Inhaftierung, Geiselnahme, Holocaust
  156. 156Entstehung eines Traumaskein Trauma bei Fight & Flight
    Trauma bei Freeze and Fragment
    = Erstarrung, Dissoziation, Abspaltung, Flucht nach innen
  157. 157Normale & Pathologische Phasen posttraumatischer Reaktionen (Horowitz 1993)Normale Reaktion:
    Ereignis
    Aufschrei (Angst, Trauer, Wut usw)
    Abwehr (Vermeidung, sich den Erinnerungen stellen)
    Intrusionen (Ungebetene Gedanken vom Ereignis)
    Durcharbeiten (Realität des Geschehenen anerkennen)
    Abschluss (Fortsetzung d Lebensweges)
    Pathologische Reaktion:
    Ereignis
    Überwältigt sein
    Panikgefühle o Erschöpfung
    Extreme Vermeidung
    Überflutung
    Psychosomatische Reaktionen
    Persönlichkeitsveränderungen
  158. 158Epidemiologie - PTBSmeisten Menschen in Leben min ein nach DSM-IV definiertes traum Erlebnis
    von Gesamtpoplulation aller traumatisierter Menschen entwickeln ca 10-20% eine chronische PTBS - Unterschiede bei versch Traumata:
    Physische, va sexuelle Übergriffe 55%, Verkehrsunfälle 8%, Naturkatastrophen 5%
    Wahscheinlichkeit einer PTBS
    Frauen : Männer = doppelt so hoch!
  159. 159Prognose PTBSAnnahme traumat Erfahrung einen dynamischen Verlauf nimmt
    Unterteilung 3 Phasen
    1, Traumatische Situation
    2, Traumatische Reaktion - "fassen d Unfassbaren"
    3, Traumatischer Prozess - Neuorientierung, Strukturveränderungen
  160. 160Risikofaktoren PTBSje schwerer & länger
    je lebensbedrohlicher empfunden
    durch andere Menschen verursacht
    Kinder geschädigt
    Traumata, die zu langwierigen körperl Problemen
    niedrige soz Unterstützung/neg Reaktionen anderer
    zuvor erlebte Traumata
    weitere belastende Ereignisse
    ethn Minderheit
    niedrige Intelligenz
    ...
    -> PTBS häufige, aber nicht einzige Reaktion auf Trauma
  161. 161Komorbide psych Störungen bei PTBS (80%)Major Depression
    Alkohol-Substanz-Missbrauch
    Panikstörung
    Suizidale Verhaltensweisen
    auch deutl erniedrigte Lebensqualität, Persönlichkeitsveränderungen!
    unbehandelt geht eine PTBS nur zu sehr geringen Rate zurück!
  162. 162Symptome PTBSIntrusionen (aufdrängende & belastende Gedanken & Erinnerungen, Trauma wird nicht erinnert, sondern so erlebt, als wäre es gerade erst passiert - "Flashbacks", Albträume)
    Vermeidungsverhalten
    Emotionale Taubheit
    Erinnerungslücken
    Übererregung (zB: Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Schreckhaftigkeit)
  163. 163Interventionen PTBSVorbedingung für psych, psychotherapeutische Intervention = Schaffung einer sicheren & geschützten Umgebung!
    Psychoedukation
    Expositionsverfahren
    Eye Movement Desensitization & Reprocessing (EMDR)
    Pharmakotherapie
  164. 164Behandlung PTBSgut therapierbar, besonders wenn Traumakonfrontation & Umstrukturierung erhalten sind!
    Wirksamkeit sehr gut belegt bei:
    kognitiver Verhaltenstherapie (mit & ohne Konfrontationstherapie)
    EMDR (Eye-Movement-Desensitization-and-Procressing)
    Ziele:
    Reduktion d intensiven Wiedererlebens
    Modifikation dysfunktionaler automatischer Gedanken & Überzeugungen
    Abbau kognitiven & offenen (behavioralen) Vermeidungsverhaltens
  165. 165Gefahren der sekundären TraumatisierungErschütterung des Selbst- und Weltverständnisses
    Erschütterung von Grundannahmen, Veränderung des Selbstwertgefühls
    Verlust von Selbstvertrauen, Erschütterung der Sicherheit
    Verlust oder Einschränkung der Handlungskompetenz
    Mangelnde Distanzierungsmöglichkeit zum traumatischen Ereignis – Identifikation mit dem Opfer – „Retterphantasien“
    Erleben von Hilflosigkeit, Ohnmacht, Schuldgefühle, Traurigkeit, Depressionen
    Verlust von Vertrauen in die menschlichen und technischen Möglichkeiten Entwicklung von Vorurteilen, Zynismus, Aggressionen und Intoleranz
    Das Rollenbild des Helfers zeigt emotionale Stärke, Kontrolliertheit und Kompetenz. Dieser Rolle immer gerecht zu werden kann Belastungsgrenzen überschreiten und zu chronischer Stress-Belastung führen.
  166. 166Psychosoziale Dienste WienMenschen in psychischen Krisen brauchen unverzüglich, unbürokratisch und professionell Hilfe. Die Psychiatrische Soforthilfe steht daher rund um die Uhr als Not- und Krisendienst zur Verfügung.
    •täglich von 0:00 bis 24:00 Uhr telefonisch erreichbar
    •365 Tage im Jahr
    •flächendeckend für ganz Wien
    •Terminvereinbarung nach telefonischer Voranmeldung
  167. 167KriseninterventionszentrumKriseninterventionszentrum versteht sich als eine im präventiven Bereich tätige Ambulanz zur Bewältigung von akuten psychosozialen Krisen und Krisen mit hohem Suizidrisiko und/oder bei drohender Gewalt. Die Unterstützung von Personen in Krisen erfolgt in Form von telefonischen und persönlichen Beratungen, psychotherapeutischen Interventionen, Kurztherapien und begleitender medizinischer Hilfe. Außerdem wird auf die Einbeziehung des Bezugssystems des/der Betroffenen großen Wert gelegt
  168. 168Mythen über Suizid1. Wenn jemand davon spricht, sich umzubringen, tut er es nicht.
    2. Suizid wird ohne Vorwarnung begangen.
    3. Suizid begehen nur Angehörige einer bestimmten Klasse.
    4. Die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft ist ein guter
    Prädiktor für ein sehr geringes Suizidrisiko.
    5. Die Gründe für einen Suizid sind leicht festzustellen.
    6. Alle Menschen, die Suizid begehen, sind depressiv.
    7. Jemand mit einer unheilbaren Krankheit wird wahrscheinlich keinen
    Suizid begehen.
    8. Wer Suizid begeht, ist verrückt.
    9. Suizidneigung ist erblich
    10. Wenn sich die Gefühlslage bessert, verringert sich die Suizidgefahr
  169. 169Suizid: Symptom, nicht psych StörungSuizididee: Nachdenken über Tod, Todeswünsche, suizidale Idee
    im engeren Sinne
    Suizidalität: Es besteht latente oder manifeste Absicht, aktiv das eigene Leben zu beenden
    Suizidversuch: Def. Kreitmann (1980): Ein »selbstinitiiertes, gewolltes Verhalten eines Patienten, der sich verletzt oder eine Substanz in einer Menge nimmt, die die therapeutische Dosis oder ein gewöhnliches Konsumniveau übersteigt und von welcher er glaubt, sie sei pharmakologisch wirksam »
    Suizid: Ein Suizidversuch, der zum Tod geführt hat
    Parasuizidalität: Übergangsbereich von Suizidalität zu Selbstverletzun
  170. 170Häufigkeit von SuizidenDeutschland: jeder 67ste Mann und jede l43ste Frau begehen Suizid mehr Suizidtote als Verkehrstote
    bei 15-35jährigen nach Unfällen häufigste Todesursache
    Suizidrate steigt mit höherem Alter
    auf 8-10 Suizidversuche kommt ein vollendeter Suizid
    Suizide: 2-3 mal mehr Männer als Frauen
    Suizidversuche: 3 mal mehr Frauen als Männer
    Männer benutzen eher « harte » Methoden (Erhängen, Erschießen), Frauen eher « weiche » Methoden (Schlafmittel, Gas)
  171. 171Prognose Suizid40% der Betroffenen unternehmen mehr als einen Suizidversuch (WHO)
    bei ca. 50% dieser Personen weniger als 1 Jahr zwischen aufeinanderfolgenden Versuchen (Schmidtke et al., 2002)
    frühes suizidales Verhalten als starker Prädiktor für weiteres suizidales Verhalten Abklärung im Erstgespräch unbedingt notwendig
    Suizidversuche meist Kurzschlussreaktionen:
    ca. 80% der Überlebenden sind im Nachhinein froh über Rettung
    ansteigende Suizidgefährdung mit zunehmendem Lebensalter (gilt für Männer u. Frauen)
  172. 172Präsuizidale SyndromRingel, 1953
    Untersuchung von 745 Patienten nach Selbstmordversuch:
    Einengung in persönlichen Möglichkeiten, der persönlichen Gefühlswelt, der zwischenmenschlichen Beziehungen und der eigenen Werte
    Frustration und Aggression gegen die eigene Person Selbstmordphantasien (vage bis konkret, aktiv herbeigeführt
    bis zwanghaft)
  173. 173Merkmale suizidalen Verhalten• spricht darüber Selbstmord zu begehen
    • Schlaf-und/oder Essprobleme
    • auffällige Veränderungen im Verhalten
    • zieht sich von Freunden und/oder sozialen Aktivitäten zurück
    • verliert das Interesse an der Schule/der Arbeit/Hobbies
    • schreibt ein T estament
    • verschenkt persönliche Kostbarkeiten
    • hat schon einmal einen Suizidversuch unternommen
    • geht unnötige Risiken ein
    • hat kürzlich eine wichtige Person verloren
    • scheint ständig über Tod und Sterben nachzudenken
    • verliert das Interesse am eigenen Wohlbefinden und/oder Äußeren
    • erhöht Alkohol- und/oder Drogenkonsum
  174. 174KriseninterventionMerkmale: schneller Beginn, realistische Ziele, umschriebene Inhalte, pragmatisches Vorgehen, zeitl. Begrenzung
    Strategien: schützen, entlasten, stützen
    Ablauf: Abklärung & ggf Abwendung einer unmittelbaren körperl Gefährdung, Gestaltung einer konstruktiven Bezuehungs- & Gesprächsaufnahme, Besprechung d aktuellen Situation & Beurteilung d Gefährdungsgrades, Entscheidung über das weitere Vorgehen
  175. 175Das BELLA-Prinzip (Sonneck, 2012), bietet eine gute Orientierung für ErsthelferB = Beziehung aufbauen.
    E = Erfassen der Situation
    L = Linderung der Symptome
    L = Leute einbeziehen, die unterstützen
    A = Ansatz zur Problembewältigung
  176. 176Mögliche Gefahren im Umgang mit Suizidgefährdeten• herunterspielen des Problems (bzw. des Suizidversuchs)
    • belehrende oder ermahnende Grundhaltung
    • Verallgemeinerung oder Ratschläge
    • vorschnelle Tröstung
    • beurteilen/Kommentieren
    • vorschnelle Aktivitäten
  177. 177Abgrenzung zur klinischen Psych bei Erwachsenen▪ Begriffsdefinition „Psychische Störung“
    ▪ Häufigkeit psychischer Störungen
    ▪ Art der Krankheitsbilder (Klassifikation)
    ▪ Spezifische diagnostische Methoden
    ▪ Besonderheiten der Therapie/Behandlung ▪ Verlauf und Prognose
    ▪ Interdisziplinarität
  178. 178Geschichte d klinischen Psych d Kindes- & Jugendalters▪ Beginn des 19. Jahrhunderts: Annahme, dass Kinder keine psychischen Störungen haben können
    ▪ Emanzipation des Kindes
    ▪ Wichtigkeit der Kindheit für die
    Entwicklung
    ▪ langsame Erkenntnisse zu psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter
  179. 179Frühe Beispiele klinisch- psychologischer Tätigkeiten befassten sich mit Kindern1896 Lightner Widmer: erste „Klinik“ für Kinder mit Lernstörungen, Intelligenzminderung und Schulproblemen
    1905 Alfred Binet: Intelligenztest für Kinder
    1920 „Child Guidance Movement“: emotionale Störungen beginnen in der Kindheit und daher müssen frühe Interventionen gesetzt werden1980iger Jahren „Entwicklungspsychopathologie“: abweichendes Verhalten ist im Kontext der Entwicklungserwartungen und Normen zu sehen.
    Die heutige Sichtweise beschreibt abweichendes Verhalten als wechselseitige Interaktion zwischen vielen ökologischen Einflüssen (Kind, Familie, Gleichaltrige, Schule, Gesellschaft, Kultur).
    seit 2010postgraduale Ausbildung zum „Kinder- Jugendlichen- und Familienpsychologen“
  180. 180Definition „Klinische Kinderpsychologie“Die Klinische Kinderpsychologie entstand als Teildisziplin der Psychologie an der Schnittstelle zwischen Klinischer Psychologie und Entwicklungspsychologie.
    In Abgrenzung zur Entwicklungspsychologie, die sich mit der normalen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beschäftigt, untersucht die Klinische Kinderpsychologie die Entstehung und Auswirkungen von psychischen Störungen
  181. 181Typische Themen• Coping mit belastenden Life-events (z.B. Scheidung der Eltern, Schulleistungsprobleme, Mobbing, Fremdunterbringung)
    • normale Kindheitsprobleme oder elterliche Themen (z.B. Sauberkeitserziehung, Schlaf- und Fütterungsstörungen)
    • kognitive Defizite oder Entwicklungsauffälligkeiten
    • Umgang mit Trauma (physischer, psychischer, sexueller Missbrauch; Naturkatastrophen, Kriege)
    • Umgang mit chronischen, ernsthaften und/oder lebensbedrohenden Krankheiten (z.B. Krebs, Diabetes)
    • Diagnostik & Behandlung/Therapie psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter, z.B. ADHS
  182. 182Zappel-Philipp Struwwelpeter (1845)sehr aktiv, extrem lebhaft, wie aufgezogen, ständig „auf dem Sprung“, ungezogen, schlimm, keine Disziplin, fehlender guter Wille, rücksichtlos, unreif, nicht gruppenfähig, verspielt, verhaltenskreativ, will immer im Mittelpunkt stehen, Stereotyp des „schlechten Schülers“ ...
    Typische phänomenologische Beschreibungen der AHDS
    (Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätsstörung)
  183. 183Warum haben Kinder und Jugendliche Probleme oder sogar psychische Störungen?Überzeugung mit langer Tradition: Die Eltern sind schuld!
    • „High risk“ Kinder mit biologischen Vulnerabilitäten und/oder psychosozialen Nöten (z.B. Frühgeborene, organisch kranke Kinder, drug-addicted Neugeborene),
    • Kinder mit emotionalen und entwicklungsbedingten Problemen (z.B. Entwicklungsstörungen, Autismus)
    • Kinder mit signifikanten psychischen Störungen, die sich im Verhalten, emotional und kognitiv zeigen
    • Jugendliche mit „high risk“ Verhalten (z.B. Delinquenz, Drogenmissbrauch/abhängigkeit)
  184. 184Bio-psycho-soziales Modell zur Entstehung Psychischer StörungenBiologische Wirkfaktoren: Genetik & physiologische Faktoren
    + neurobiologische Perspektive = Funktionsweise des Gehirns und des ZNS
    Psychologische Wirkfaktoren:Temperament, Bindungsmuster, emotionale Einflüsse, Lernen etc.
    Soziale Wirkfaktoren: Soziale und Umwelteinflüs se, kulturelle Perspektive
  185. 185Erklärungen für die Entstehung von Krankheitsbildern oder Störungen - Modell der Entwicklungspfade (Scroufe, 1997)gleiche Entwicklungsverläufe können zu unterschiedlichen Störungen (Multifinalität) und
    unterschiedliche Verläufe zu gleichen Störungsformen führen (Äquifinalität).
    Annahme, dass Störungen Abweichungen von normalen Entwicklungsverläufen ist („Fehlanpassung“) und
    eine Störung kein endgültiger Zustand ist!
    Entwicklungspsychopathologie
  186. 186EntwicklungspsychopathologieLehre von den psychischen Störungen
    + alters- und entwicklungsabhängige Bedingungen
    ▪ Interdisziplinarität
    ▪ Vergleich pathologischer + unauffälliger Entwicklungsverläufe
    ▪ Berücksichtigung von Risiko-und Schutzfaktoren
    ▪ Berücksichtigung von Kontinuität und Diskontinuität im Verhalten,
    ▪ Betonung des Prozesscharakters des pathologischen Geschehens, ▪ Klärung von Vorboten einer zukünftigen Entwicklung

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Karteikarten auf Kl. Psych, erstellt von Lolo Medina auf 25.02.2018.
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Lolo Medina
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