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7. Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen II

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- 1Therapiephasen und Setting Vorbereitung und Motivierungvor allem im ambulanten Setting durch Haus- und niedergelassene Fachärzte, Psychotherapeuten, Suchtberatungsstellen
- 2Therapiephasen und Setting Entzugwegen körperlicher Entzugssymptomatik in der Regel im stationären Setting auf internistischen, neurologischen und psychiatrischen Stationen (medikamentös unterstützt)
- 3Therapiephasen und Setting Entwöhnungstationär, teilstationär oder ambulant, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Psychotherapie, Sozialtherapie und Medizin
- 4Therapiephasen und Setting Nachsorgemeist ambulant, z.B. Selbsthilfegruppe (Anonyme Alkoholiker, Blaues Kreuz), Suchtberatungsstelle, Psychotherapie bei niedergelassenen Therapeuten
- 5Ziele jenseits von Abstinenz pro und contraContra:
- Kontrollierter Konsum nicht für alle möglich
- Abstinenzentwicklungsprozess wird gestört
- Subkortikale Prozesse: Rückfallgefahr
- In gewissen Situationen kontraindiziert
- Ethik (aus Umwelt-Sicht => Familie)
Pro:
- Erhöht Behandlungsquote (Mehr Präsenz in Therapie)
- Brücke zu Abstinenz
- Reduktion gesundheitlicher Folgen
- Inzwischen gestützt durch Metaanalysen
- Autonomiewahrung/Ethik - 6Therapieziele- Abstinenzorientierte Behandlung
- Zieloffene Suchtarbeit / Ansatz der Schadensminderung
=> Alkohol: Kontrolliertes Trinken
=> Multipler Substanzgebrauch: Konsumreduktionsansatz
=> Heroin: Substitutionsbehandlung
- 7Das Paradigma der zieloffenen Suchtarbeit (ZOS)- Definition: mit Menschen an einer Veränderung ihres problematischen Suchtmittelkonsums zu arbeiten, und zwar auf das Ziel hin, das sie sich selbst gesetzt haben.
Ziel = Veränderung des Konsums
Aber: Wohin die Veränderung gehen soll, legt der Patient fest
- Verankerung in intrinsicher Motivation des Patienten - 8Drei Schwerpunkte der Psychotherapeutischen Behandlung1. Förderung der Therapiemotivation
2. Rückfallprävention
3. Behandlung der emotionalen und sozialen Störungen, die infolge bzw. komorbid zur Substanzkonsumstörung auftreten (soziale Unsicherheit, sexuelle Funktionsstörungen, Depression, Angst etc.) - 9Transtheoretisches Modell (TTM)

- 10TTM VorteileVorteile
- Wichtiger Input zur damaligen Zeit
=> prägte Denken & Forschung
=> lieferte nützliches Vokabular
=> verdeutlichte Notwendigkeit von breiterem Therapieangebot
- verdeutlichte Wichtigkeit der Passung zwischen Patient & Therapiestrategie
- Nützliche Heuristik - 11TTM Nachteile- Operationalisierung der Stadien
- Empirie zum Veränderungsprozess fehlt
- Fehlender prädiktiver Wert
- Triviale Beziehung zwischen Absicht und Verhalten angenommen - 12Therapiemotivation- Früher häufig als Therapievoraussetzung gefordert (aber so schliesst man Patienten aus
Neuer Blickwinkel durch Ansatz Motivational Interviewing
- Die Motivation ist keine stabile Persönlichkeitseigenschaft des Patienten. Vielmehr muss sie in der Therapie gezielt gestärkt werden
- Unmotivierte Äusserungen und "Widerstand" sind Zeichen für Dissonanz in der therapeutischen Beziehung
=> nicht die Patienten allein sind für diese Dissonanz verantwortlich
=> Therpeuten können die Häufigkeit solcher Äusserungen gezielt beeinflussen - 13motivational interviewingCharakteristischer Therapeutenstil => Patienten motivieren und Veränderungsbereitschaft stärken
- Empathie ausdrücken
- Evokativ, geprägt durch viele offene Fragen, um Exploration anzuregen
- Diskrepanz entwickeln => change talk
- Beweisführungen vermeiden
- Widerstand umlenken
- Selbstwirksamkeit und Zuversicht fördern => confidence talk - 14Motivierende Gesprächsführung Change talk und Widerstand

- 15Motivierende Gesprächsführung Change Talk hervorrufen offene Fragen

- 16Motivierende Gesprächsführung Reaktionen auf Widerstand

- 17Rückfallprävention Rückfallmodell von Marlatt & Gordon- Ziel: Verhaltensabläufe verändern, die zum Rückfall führen
- Rückfälle haben in der Regel lange Vorgeschichte von gedanklichen, emotionalen und motorischen Ereignissen => dort eingreifen
- 18Alkoholismusspezifische Psychotherapie Fertigkeitstraining

- 19Neuere Ansätze als Ergänzung zur Rückfallprävention Neuropsychologisch motivierte Rückfallprävention- Cue Exposure Training
- Modifikation von Aufmerksamkeits-Bias
- Umlernen von automatischen Annäherungstendenzen
- Inhibitionstraining - 20Cue Exposure TrainingIdee: Expositionsbehandlung mit realen Stimuli. Während dieser Exposition steigt Craving und Konsumdruck. Dieser wird entweder ausgehalten (Habituation-Paradigma) oder mittels erlernter Strategien herunterreguliert (Mastery-Paradigma)
Evidenz: Trotz guter theoretischer Fundierung und ersten erfolgsversprechenden klinischen Studien zeigen die aktuellsten Meta‐Analysen keine überzeugenden Effekte → möglicherweise, weil assoziatives (Um)Lernen bei Personen mit SUD nur verlangsamt stattfindet - 21Veränderung der Annäherungstendenz I- Annäherungstendenz (Approach bias): Tendenz, sich suchtspezifischen Reizen anzunähern.
- Ausgeprägter in Personen mit SUD
- Steigt mit Konsummenge - 22Veränderung der Annäherungstendenz II

- 23Veränderung der Annäherungstendenz III

- 24Effektivität der Behandlung Allgemein- Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Studien und auch zwischen europäischen Ländern
=> Europa: meist Feldstudien, stationäre Behandlungen, längere Katamnesen
=> USA: oft kein Unterschied zwischen Abhängigkeit und Problemtrinken nicht unterschieden, experimentelles Design, ambulante Behandlungen, wesentlich kürzere Therapiedauer
=> Hohe Heterogenität
- Oftmals unklare oder fehlende Erfolgskriterien, unterschiedliche Katamnesezeiträume - 25Effektivität der Behandlung AlkoholSchätzungen für Effektivität der Behandlungen in D und CH nach 12-14 Monaten
Stationär:
12-63% abstinent, 18-47% Besserung, 20-50% Rückfällig
Ambulant:
tendenziell etwas schlechter - 26Effektivität der Behandlung Drogen- Hohe Dropout-Raten um die 35%
(substanzübergreifend)
- Von den psychotherapeutischen Interventionen zeigt KVT + Kontingenzmanagement beste Effekte
- Methadonsubstitution: Haltequote nach 1 Jahr: 70-95%
=> Opiatkonsum geht zurück, liegt aber langfristig zwischen 30 und 60%, deutliche Verbesserung der Delinquenz und der körperlichen Situation,
- nach Absetzen von Methadon < 10% Abstinenz
- 27Effektivität der Behandlung Fazit- Raum für Verbesserung des Therapieerfolgs
- "Löcher" im Hilfe-Therapie-System sehr schädlich
- Motivationale Faktoren spielen eine wichtige Rolle
- Mittlerweile: ganze Reihe sorgfältig konzipierter und evaluierter Behandlungsprogramme.
- Bei Alkohol: insgesamt im Vergleich mit anderen Störungen durchaus respektable Erfolge
- Verbesserung der Therapieerfolge jedoch nötig.
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- User has deleted their subject information Flashcards on 7. Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen II, created by Deleted user on 26/01/2024.
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- Deleted user · Jan 2024
- Updated
- Feb 15, 2024
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- Created by Alper Aticioglu · Jan 26, 2024
- Copied by Alper Aticioglu · Jan 26, 2024
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