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Flashcards

8. Psychosen und deren Behandlung

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8. Psychosen und deren Behandlung

Cards in this deck (40)

  1. 1Psychosen Positivsymptome- Desorganisation
    - Wahn/Halluzination
  2. 2Psychosen Negativsymptome- Denkverarmung, Sprachverarmung, Anhedonie
    - sozialer Rückzug
  3. 3Psychosen Unspezifische aber häufige Begleitsymptome- affektive Symptome
    - kognitive Symptome
    - Orientierungsstörungen
    - Schlafstörungen
    - Erregung/Feindseligkeit
  4. 4Klinisches Bild Ich-StörungenEigene Gedanken, Handlungen und/oder Gefühle erscheinen unter äusserer Kontrolle stehen oder anderen zugänglich zu sein:
    - Gedankenlautwerden und Gedankenausbreitung
    - Gedankeneingebung
    - Gedankenentzug
    - Kontroll- oder Beeinflussungswahn
    - Gefühl des Gemachten (Fremdsteuerung)
    Abgrenzen gegen Eindruck, andere könnten Gedanken vom Gesicht ablesen
  5. 5Klinisches Bild Wahn- Überzeugungen, an denen mit absoluter Überzeugung und entgegen gegenteiliger Argumente festgehalten wird
    - Überzeugungen können irreal, absurd oder phantastisch (=bizarrer Wahn) oder nicht zutreffend, aber zumindest prinzipiell möglich (=nicht-bizarrer Wahn)
  6. 6Klinisches Bild Halluzinationen IWahrnehmung auf allen Sinnesmodalitäten, die andere nicht wahrnehmen bei gleichzeitiger zweifelsfreier Überzeugung, dass diese Erfahrungen real sind:
    - akustische Halluzinationen
    - visuelle Halluzinationen
    - taktile Halluzinationen
    - olfaktorische Halluzinationen
    - gustatorische Halluzinationen
    - Wahnwahrnehmungen
  7. 7Klinisches Bild Halluzinationen II bei Kinder- Erst ab etwas dem 7. Lebensjahr können Kinder sicher innere Vorstellungen und äussere Geschehnisse differenzieren, wobei imaginäre Freunde auch noch bis in Jugendalter
    - Altersentsprechende imaginäre Freunde
    - V.a. im Kindesalter oftmals im Zusammenhang mit Angstzuständen und starker psychischer Belastung bzw. posttraumatischen Flashbacks oder beim Einschlafen bzw. Aufwachen
    - Auch in der Allgemeinbevölkerung bis zu einem Alter von 15 Jahren deutlich häufiger als bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen
    - Bei EOP (Psychosen vor 15. Lebensjahr) deutlich häufig alle Sinnesmodalitäten und insbesondere auch das visuelle System, bei Erwachsenen vorrangig das akustische System betroffen
  8. 8Klinisches Bild formale DenkstörungBeobachtbare Störungen von Denkprozessen, die dazu führen, dass ein Verständnis von Äusserungen des Betroffenen kaum mehr möglich ist
    - Gedankenschiebungen, Zerfahrenheit bis hin zu Wortsalat assoziative Lockerung, Ideenflucht und/oder gravierendes Danebenreden
    - Neologismen (Wortneubildungen)
    - Gedankensperrung (plötzlicher Abbruch eines Gedankengangs ohne triftigen Grund)
    - Gedankenperseveration (Wiederholung gleicher Denkinhalte, Haften an vorherigen Worten, ohne dass diese weiteren Sinn ergeben)
    - Eingeengtes Denken (Haften an einem / wenigen Themen, oft Wahn)
    - Denkverlangsamung (schleppender Gedankengang)
  9. 9Klinisches Bild Desorganisiertes VerhaltenStörungen des zielgerichteten Verhaltens:
    - inadäquater Affekt
    - unmotivierte, spontane Erregung
    - Schwierigkeiten bei der Durchführung von Alltagsaktivitäten
    - ungewöhnliche Kleidung
    - unangemessenes sexuelles Verhalten
  10. 10Klinisches Bild Negativsymptomatik- Affektverflachung (Apathie und motorische und mimische Unbewegtheit mit geringem Blickkontakt und wenig Körpersprache)
    - Alogie (Sprachverarmung mit vermindertem Redefluss und verminderter Redemenge)
    - Abulie (Willensschwäche; Unfähigkeit, zielgerichtete Aktivitäten zu beginnen und zu Ende zu führen, geringes Interesse an normalen Zielen, Entscheidungsschwäche)
    - Rückzug (emotionaler und sozialer)
    - Adynamie und psychomotorische Verlangsamung
  11. 11Klinisches Bild Katatone SymptomeKlinisches Bild Katatone Symptome
  12. 12Klinisches Bild Über die Lebensspanne –Alterseffekte bei Beginn im Jugendalter- Wahn: eher vager und weniger elaboriert, häufiger mit realen Erfahrungen und Halluzinationen zusammenhängend
    - Halluzinationen: häufiger multimodal, mehr visuelle Halluzinationen, mehr kommentierende und imperative Stimmen
    - Desorganisierte Sprache: oft deutlicher ausgeprägt und besonders relevant für die Diagnose
  13. 13Klassifikation und Diagnostik DSM-5 IKlassifikation und Diagnostik DSM-5 I
  14. 14Klassifikation und Diagnostik DSM-5 IIKlassifikation und Diagnostik DSM-5 II
  15. 15Klassifikation und Diagnostik DSM-5 IIIKlassifikation und Diagnostik DSM-5 III
  16. 16Klassifikation und Diagnostik ICD-10 IKlassifikation und Diagnostik ICD-10 I
  17. 17Klassifikation und Diagnostik ICD-10 IIKlassifikation und Diagnostik ICD-10 II
  18. 18Klassifikation und Diagnostik ICD-10 IIIKlassifikation und Diagnostik ICD-10 III
  19. 19Differential DiagnostikDifferential Diagnostik
  20. 20Epidemiologie Prävalenz und Alter bei Beginn- Lebenszeitprävalenz: 0.07%
    - Geschlechtseffekte: Männer leicht höhere Inzidenz und früher betroffen
    - Haupterkrankungsalter im frühen Erwachsenenalter (20-29 Jahre) mit 2. Gipfel um die Menopause bei Frauen (30-39 Jahre)
    - 8% aller Psychosen sind early-onset psychoses (EOP) mit einem Beginn zwischen 14-17 Jahren
    - etwas 1-3% sind very-early-onset psychoses (VEOP) mit einem Beginn vor dem 13. Lebensjahr
  21. 21Verlauf- Early Onset (15-17 Jahre) = Verlauf ähnlich wie bei Erwachsenen
    - Very Early Onset (<15 Jahre) = Schlechterer Verlauf, häufig chronisch
    Antipsychotikatherapie = Mehr Nebenwirkungen unter Antipsychotika (EPS (motorisch), Gewichtszunahme, Prolaktinerhöhung
    Früherkennung = Jugendliche mit Psychosen werden später erkannt als junge Erwachsene
  22. 22Langfristiger Verlauf- Nach 1. Episode: grosse inter- und intraindividuelle Heterogenität
    - 54% nach 44 Monaten (3.5 Jahre) in symptomatischer Remission
    - Nur 32% nach 72 Monaten in symptomatischer und funktioneller Remission (die meisten lebenslang)
    - Negativsymptomatik besteht oft langfristig fort
  23. 23Komorbiditäten- Affektive, v.a. depressive Störungen
    - Angststörungen, v.a. soziale Phobien
    - Zwangsstörungen
    - Substanzmissbrauch und -abhängigkeit
    - ASS (v.a. mit komorbider ADHS)
    - PTSD
  24. 24Erklärungsansätze Biopsychosoziales ModellErklärungsansätze Biopsychosoziales Modell
  25. 25Erklärungsansätze Psychologisches ModellErklärungsansätze Psychologisches Modell
  26. 26Jumping to ConclusionsPsychotische Menschen entscheiden schon nach Präsentation weniger Kugeln, welche in der Mehrheit sind.Jumping to Conclusions
  27. 27Erklärungsansätze HalluzinationenErklärungsansätze Halluzinationen
  28. 28Erklärungsansätze Ungewöhnliche Denkinhalte und WahnErklärungsansätze Ungewöhnliche Denkinhalte und Wahn
  29. 29Interventionsansätze Pharmakotherapie- Nach Kosten-Nutzen Abwägung und Aufklärung der Eltern: Zur Behandlung von Positivsymptomen orale antipsychotische Behandlung
    - Besonderheiten Nebenwirkungen:
    => Geschlechts- und altersadaptierte Erfassung (Bei Kinder besonder wirksam und hohe Nebenwirkungen)
    => hohe Sensitivität für motorische Nebenwirkungen
    => Einfluss erhöhter Prolaktinspiegel auf sexuelle Entwicklung
    => Kontrolle Gewicht und Grösse wichtig, höherfrequentiertes Monitoring
    - Positive Wirksamkeitsnachweise: Aripiprazol, Quetiapin, Paliperidon, Risperidon, (Haloperidol, Olanzapin nur in Ausnahmefällen)
    - Bei Therapieresistenzen: Behandlungsversuch mit Clozapin
  30. 30Interventionsansätze Psychotherapie- Strukturierte Psychoedukation im Rahmen einer Gesamtbehandlungsplans
    - Familieninterventionen in verschiedenen Krankheitsphase ambulant und/oder stationär => Rückfallrisiko/-prophylaxe
    - KVT bei Personen mit einer ersten psychotischen Episode oder einer Schizophrenie in allen Krankheitsphase, ambulant/stationär => Positiv-/Negativsymptomatik
    - Kognitive Remediationstherapie (=> kognitive Defizite, Funktionsniveau), Metakognitives Training (MKT => Positivsymptomatik, Jumping to Conclusions), Training sozialer Fertigkeiten (=> Defizite in sozialen Kompetenzen), aber kaum Evidenz bei KJ
  31. 31Psychoedukation und Erklärungsmodell Fass-MetapherPsychoedukation und Erklärungsmodell Fass-Metapher
  32. 32Psychoedukation und Erklärungsmodell SynapsenPsychoedukation und Erklärungsmodell Synapsen
  33. 33Beziehungsgestaltung und Motivationsförderung- Empathisches Verstehen
    - Affirmation/Würdigung
    - Autonomie und Selbstverantwortung
    - Alternativen für Psychosebegriff verwenden
    - Enspannte Gesprächsatmosphäre und Humor
    - Kognitive Defizite berücksichtigen
    - Interesse an Realitätstestung fördern
    - Normalisieren und Entpathologisieren
  34. 34Kognitive Verhaltenstherapie Modifikation von Auslösern- Auslöser/Stressoren identifizieren, Muster erkennen und modifizieren
    - Strategien zur Reizabschirmung/Aufmerksamkeitslenkung
    - Körperliche Entspannungsstrategien
    - Integrative Behandlung
  35. 35Kognitive Verhaltenstherapie CopingstrategienKognitive Verhaltenstherapie Copingstrategien
  36. 36Kognitive Verhaltenstherapie Umstrukturierung wahnhafter ÜberzeugungenZiel: Überzeugungsgrad der Annahmen verringern und durch rationalere Annahmen ersetzen
    Alternative Erklärungen anhand möglichst aktueller, ambivalenter Situationen generieren (dort ansetzen wo Patienten bereits Zweifel haben)
    1. Identifikation und Formulierung einer kongnitiven Annahme
    2. Bestimmung der Wahrscheinlichkeit, dass die Annahme zutreffend ist, sowie ihrer emotionalen Konsequenzen
    3. Formulierung alternativer Erklärungen
    4. Planung un der realitätstestenden Aufgabe
    5. Durchführung des Verhaltensexperiments
    6. Schlussfolgerungen nachbesprechen und Anpassung der Erwartungen
  37. 37Kognitive Remediationstherapie Neuro- und soziale KognitionenKognitive Remediationstherapie Neuro- und soziale Kognitionen
  38. 38Kognitive Remediationstherapie soziale KognitionenÜbungen:
    - Fotos sozialer Situationen
    - Fremdsprachige Audioaufnahmen
    - Stummfilm
  39. 39Psychotherapie Metakognitive TherapieMan lernt eigene Biases zu erkennen. => Selbstmonitoring verbessernPsychotherapie Metakognitive Therapie
  40. 40Psychotherapie Metakognitive Therapie BeispielPsychotherapie Metakognitive Therapie Beispiel

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User has deleted their subject information Flashcards on 8. Psychosen und deren Behandlung, created by Deleted user on 27/01/2024.
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Deleted user · Jan 2024
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Feb 15, 2024
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  • Created by Alper Aticioglu · Jan 26, 2024
  • Copied by Alper Aticioglu · Jan 27, 2024
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