Flashcards
Pädagogik Vorlesung II
Cards in this deck (38)
- 1Wie funktioniert der TAT?Vpn formulieren anhand von Leitfragen (z.B. "Was geschieht gerade?"; "Was geschah
zuvor?") Geschichten zu mehrdeutigen Bildern, die dann im Hinblick auf dahinterstehende
Motive ausgewertet werden (Leistungs-, Macht- und Anschlussmotiv) - 2Warum ist der TAT umstritten?wegen mangelnder Objektivität umstritten
- 3Was gibt es für Lichtblicke für den TAT?• aber: systematische Zusammenhänge mit Verhalten in Leistungssituationen
• Alternative: TAT-Varianten mit geschlossenem Antwortformat - 4Was besagt das Atkinsons Risikowahl-Modell?Wahl der Aufgabenschwierigkeit in leistungsthematischen Kontexten beruht
immer auf Appetenz-Aversions-Konflikt: Leistungsthematische Aufgaben
beinhalten
a) die Möglichkeit des Erfolgs (angenehm → aufsuchende Tendenz)
b) die Möglichkeit des Misserfolgs (unangenehm → meidende Tendenz) - 5Was ist nach diesem Modell Motivation?(positive) aufsuchende Erfolgstendenz + (negative) meidende
Misserfolgstendenz (=Tendenz, Misserfolg zu meiden) - 6Was beeinflusst die aufsuchende Erfolgstendenz?Aufsuchende Erfolgstendenz ist Produkt
1) des Leistungsmotivs (Erfolgsmotivs),
2) der subjektiven Erfolgserwartung (Wahrscheinlichkeit, variiert zwischen 0
und 1) und
3) des subjektiven Anreizes, den ein Erfolg für den Lerner hat. Anreiz von Erfolg steht in inverser Beziehung zur Erfolgserwartung:
Anreiz von Erfolg = 1 – Erfolgserwartung - 7Formel Aufsuchende Tendenz?Aufsuchende Tendenz = Erfolgsmotiv X Erfolgserwartung X Anreiz
--> Bei schwierigeren Aufgaben ist der Erfolg besonders attraktiv
--> Erwartungs-mal-Wert-Modell (multiplikative Beziehung) - 8Bei Aufgaben welchen Schwierigkeitsgrads ist demnach die positive Motivation am größten?
- 9Nicht immer wählen Personen mittelschwere Aufgaben – Warum?meidende Misserfolgstendenz
- 10Was beeinflusst die meidende Misserfolgstendenz?1) des Misserfolgsmotivs (Leistungsängstlichkeit),
2) der subjektiven Misserfolgserwartung, Misserfolgserwartung steht in inverser Beziehung zur Erfolgserwartung:
Misserfolgserwartung = 1- Erfolgserwartung
1) des (stets negativen, d.h. aversiven) subjektiven "Anreizes" des Misserfolgs. Misserfolg umso aversiver, je geringer die Misserfolgserwartung: "Anreiz" von
Misserfolg = Misserfolgserwartung - 1 - 11Formel meidende Tendenz?Meidende Tendenz = Misserfolgsmotiv X Misserfolgserwartung X "Anreiz" des
Misserfolgs
--> Bei leichteren Aufgaben ist ein Scheitern besonders unangenehm.
--> Erwartungs-mal-Wert-Modell (multiplikative Beziehung) - 12Bei Aufgaben welchen Schwierigkeitsgrads ist demnach die negative Motivation am stärksten?
- 13Was sind Auswirkungen eines überwiegenden Erfolgs- oder Misserfolgsmotivs?--> Stärker durch Hoffnung auf Erfolg motivierte (Erfolgsmotivierte) wählen am
ehesten mittelschwere Aufgaben, weil hier die Balance zwischen
Erfolgswahrscheinlichkeit und Erfolgsanreiz optimal ist
--> Stärker durch Furcht vor Misserfolg motivierte (Prüfungsängstliche) wählen
entweder
– sehr leichte Aufgaben → Misserfolg sehr unwahrscheinlich
– sehr schwere Aufgaben → Misserfolg sehr wahrscheinlich, aber
negativer "Anreiz" des Misserfolgs sehr gering (Scheitern erlaubt keine
Rückschlüsse auf eigene Tüchtigkeit)
--> Erfolgsmotivierte sind ausdauernder bei der Aufgabenbearbeitung - 14Was ist Kritik am Risikowahl-Modell?• Risikowahl-Modell hat umfängliche Forschung stimuliert
• Annahmen manchmal, aber nicht immer gestützt: Geltung des Risikowahl-Modells
beschränkt auf isolierte Wahlhandlungen
– Problem: Eingebundenheit in größere Handlungszusammenhänge
(Instrumentalität des Leistungshandelns für übergeordnete Ziele) wird nicht
berücksichtigt. - 15Was ist ein häufig verwendetes Paradigma zur Untersuchung des Risikowahl-Modells?Ringwurf-Spiel, bei dem die Pbn die Wurfweite
selbst wählen können - 16Was für Auswirkungen hat Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg auf das Lernen?--> Keine Unterschiede zwischen Erfolgsmotivierten und
Misserfolgsmotivierten im kurzfristigen Behalten von Informationen, aber
--> aber: langfristiger Lernerfolg größer bei Erfolgsmotivierten auf Grund von
intensiveren und häufigeren Lernaktivitäten - 17Inwiefern sind Attributionen relevant für Lern- und Leistungsmotivation?relevant für Ursachenzuschreibungen
für Erfolge und Misserfolge in leistungsthematischen Situationen
(Klausuren, mündliche Prüfungen, Wettkämpfe, mündliche Beiträge im
Unterricht …) - 18Welche drei relevanten Dimensionen der Ursachenzuschreibung unterscheidet Weiner (1992)?– Lokation (Ort) der Ursache: intern vs. extern
– zeitliche Stabilität: stabil vs. variabel – Kontrollierbarkeit: niedrig vs. hoch - 19Wie sieht das Klassifikationsschema nach Weinr aus?
- 20Was für Konsequenzen haben Kausalattributionen in der Dimension der Lokation?– Lokation → Selbstbewertungsaffekte
• bei Erfolg: interne Ursachen (Fähigkeit oder Anstrengung) → Stolz
• bei Misserfolg: interne Ursachen (mangelnde Fähigkeit oder
Anstrengung) → Beschämung - 21Was für Konsequenzen haben Kausalattributionen in der Dimension der Stabilität?– Stabilität → Erfolgserwartungen in Bezug auf zukün_ige SituaQonen
• bei Erfolg: stabil → zukün_ige Erfolge gelten als wahrscheinlich
• bei Misserfolg: stabil → zukün_ige Misserfolge gelten als
wahrscheinlich - 22Was für Konsequenzen haben Kausalattributionen in der Dimension der Kontrollierbarkeit?– Kontrollierbarkeit → Intensität von Selbstbewertungsaffekten und
Erfolgserwartungen
• Beispiel: Ein Erfolg, der auf eigene Anstrengung zurückgeführt wird,
macht besonders stolz und führt besonders zuverlässig zur
Erwartung künftiger Erfolge. - 23Inwiefern beeinflussen Ergebnisse von Attributionsprozessen nachfolgende Lernaktivitäten?z.B. Prozessmodell der Selbstregulation (Schmitz et al., 2007): Attributionen
von Lernergebnissen in der postaktionalen Phase beeinflussen
motivationale/volitionale Prozesse vor/während späteren Handlungen - 24Was für Unterschiede in Kausalattributionen für Erfolg und Misserfolg gibt es bei Erfolgsmotivierten und Misserfolgsmotivierten?Erfolgsmotivierte und Misserfolgsängstliche unterscheiden sich in ihren
habituellen Attributionen von Erfolg und Misserfolg (→ Attributionsstile) - 25Wie attribuieren Erfolgsmotivierte?• Erfolgsmotivierte attribuieren …
– Erfolge eher internal (vor allem auf eigene Fähigkeiten)
– Misserfolge eher auf instabile Ursachen (mangelnde Anstrengung, Pech)
motivational günstiges Attributionsmuster
hohe Selbstwirksamkeitserwartung (Bandura, 1997) - 26Wie attribuieren Misserfolgsmotivierte?Misserfolgsmotivierte attribuieren
– Misserfolge eher auf stabile und internale Ursachen (mangelnde
Fähigkeit)
– Erfolge eher auf instabile und unkontrollierbare Ursachen (Glück, leichte
Aufgaben)
-> motivational ungünstiges Attributionsmuster
-> niedrige Selbstwirksamkeitserwartung - 27Definition SelbstkonzeptTeil des autobiographischen Gedächtnisses, der zentrale
selbstbezogene Informationen umfasst, z.B.
– Eigenschaften, Vorlieben, Einstellungen, Überzeugungen
– Fähigkeiten (fachlich ausdifferenziert) - 28Inwiefern findet sich die Idee des Selbstkonzeptes bei William James wieder?William James (1892/1999): „Me“ (im Unterschied zu „I“), „empirical ego“
gesammelte Erfahrungen einer Person über sich selbst, kategorial und
hierarchisch gegliedert - 29Welche Sicht hat Shavelson et al. (1987) auf das Selbstkonzept?mehrdimensionale und hierarchische Struktur des
Selbstkonzepts, zunehmende Ausdifferenzierung vom Kindes- zum
Erwachsenenalter - 30Wie sieht das hierarchische Modell des Selbstkonzeptes nach Shavelson et al. (1987) aus?
- 31Wie hängen mathematische und verbale Selbstkonzepte zusammen?Fähigkeitsselbstkonzepte für (Mutter-)sprachliche und mathematischnaturwissenschaftliche Fächer meist nicht oder sogar negativ korreliert
- 32Wie sieht das Überarbeitetes Modell des schulischen Selbstkonzepts nach Marsh et al. (1988) aus?Unterscheidung von mathematischem und verbalen
Fähigkeitsselbstkonzept (als Faktoren höherer Ordnung) - 33Wie entwickelt sich das schulische Fähigkeitsselbst strukturell?Ausdifferenzierung des Fähigkeitsselbstkonzepts (Korrelationen
der Facetten sinken) bis zur frühen Adoleszenz (5. Klasse), ab dann relativ
stabil - 34Wie entwickelt sich das schulische Fähigkeitsselbst bezogen auf Mittelwerte?Mittelwerte sinken im Laufe der Grundschulzeit bis zur Sekundarstufe 1:
Erstklässler überschätzen die eigene Leistung, später dann zunehmend
realistischere und an sozialen Vergleichen orientierte Einschätzung (von
„Optimisten“ zu „Realisten“, Helmke, 1998) - 35Was sind die Determinanten der Veränderung von Fähigkeitsselbstkonzepten?- soziale Vergleiche: Wie gut bin ich in Mathe im Vergleich zu meinen
Mitschüler(inne)n?
– temporale Vergleiche: Wie stark habe ich mich in Mathe
verbessert/verschlechtert?
– dimensionale Vergleiche: Wie gut bin ich in Mathe im Vergleich zu Deutsch?
– kriteriale Vergleiche: Habe ich in Mathe das Lernziel erreicht? - 36Was ist der Big-fish-little-pond-Effekt?Fähigkeitsselbstkonzept ist zeitlich stabil, kann aber bei Wechsel des
sozialen Kontexts durch soziale Vergleiche mit Peers verändert werden
– Beispiel: Wechsel von der Grund- zur Hauptschule kann
Fähigkeitsselbstkonzept positiv beeinflussen (ist ein Beispiel für soziale Vergleiche) - 37Wie sieht das Zusammenwirken sozialer und dimensionaler Vergleiche im Internal/External- Frame-of-Reference-Modell aus?
- 38Was ist ein Beispiel für die Abhängigkeit des Mathe-SK von Mathe- und Deutschleistungen (am beispiel dimensionaler Vergleiche)?
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- Flashcards on Pädagogik Vorlesung II, created by Simon Seitz on 02/07/2019.
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- Simon Seitz
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