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Flashcards

Kriminalsoziolgie Fragenkatalog

Meli Maier German 60 cards

Cards in this deck (60)

  1. 1DevianzAbweichendes Verhalten einer Norm
    (nicht strafbar)
  2. 2DeliquenzUnter Strafe stehendes abweichendes Verhalten einer Norm
    (ohne Verurteilung)
  3. 3KriminalitätBereits verurteiltes deliquentes Verhalten
  4. 4Was hat Strafrecht mit Moral zu tun?Moral = Innere Entscheidungsprozess
    Recht = Äußere Handlungsvorgaben
  5. 5Wer sind gesellschaftliche Sanktionsträger?Polizei, Psychatrie, Sozialpädagogen, Gerichte
  6. 6Inwiefern lässt sich Kriminalisierung von sozialen Verhalten als sozialer Konflikt deuten?Kriminalisierung = unter Strafe stellen eines abweichenden Verhaltens
    -> Randgruppen werden kriminalisiert und evtl. aus der Gesellschaft ausgeschlossen!
  7. 7Was ist Diversion?ausergerichtlicher Tatausgleich
    (2. Schiene zum Strafprozess)
  8. 8Welche sozialen Gruppen werden von Maßnahmen der Diversion begünstigt?Begünstigt werden v.a. Täter, bei denen weder spezial- noch generalpräventative Maßnahmen notwendig sind
    (-> v.a. bei Jugendlichen)
  9. 9Welchen gesellschaftlichen Nutzen hst die Erfassung, Verfolgung und Stigmatisierung von abweichenden Verhalten?> wirkt stabilisierend für die Gesellschaft
    > bestätigt den Geltungsanspruch für Normen
    > hat auch einen integrativen Aspekt
  10. 10Warum ist die Sicherheitsstatistik ungenau?Dunkelziffer wird nicht berücksichtigt:
    > Sanktionsträger dokumnetiert nicht vollständig
    > fehldendes Vertrauen
    > Angst vor Eingriff in die Privatsphäre
    > Auswahl der Strafbestände haben Einfluss auf die Statistik
  11. 11Wie ist die Anzeigeeignung im gesellschaftlichen Schichtenverhältnis? Warum?Oberschicht zeigt 35% an -> reproduziert das Schichtungsgefälle
    > In gewissen Schichten wird deliquentes Verhaltem eher akzeptiert
    > Mangel an Vertrauen in die Polizei
    > Die meisten wollen Konflikte ohne Polizei lösen
  12. 12Was ist die Kernaussage soziobiologischer Theorien über das abweichende Verhalten?Kriminalität wird als direkte Folge von physischer und psychischer genetischen Benachteiligung gesehen.
  13. 13Was besagt der soziobiologische Erklärungansatz abweichendem Verhaltens?Soziobilogisches Modell hat eine genetische Komponente,
    Millieu ist irrelevant!
  14. 14Was besagt der soziologische Erklärungansatz abweichendem Verhaltens?Soziologisches Modell:
    Kriminalität entseht dadurch, dass sich Menschen aufgrund von Benachteiligung und sozialer Ausgrenzung nicht an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen können
  15. 15Was besagt die Anomie Theorie nach Merton? Welche Rolle spielen hierbei Life-Events?Er beschreibt Anomie als individualpsychologische Störung, die es dem in Individuum unmöglich macht, für sich Werte zu verwirklichen, die von der Gesellschaft vorgegeben werden.
    Life-events: belastendes Ereignis
    -> großer Zusammenhang!
  16. 16Welche Reaktionsweisen auf anomische Lebenssituationen unterscheidet Merton?Koformität
    Ritualismus/Normüberfüllung
    Isolation, Apathie, Resignation
    Abweichendes Verhalten
    Rebellion
  17. 17Was ist eine Innovation bei Merton?Entwicklung von abweichenden Methoden um Ziele zu erreichen, die von der Gesellschaft vorgegeben werden
    (können aber nicht erreicht werden)
  18. 18Was ist eine primäre Devianz?zufällige affektive Handlungen abweichenden Verhaltens
    (unwesentlich auf Status)
  19. 19Wodurch kommt es zum Übergang von primären zu sekundären Devianz?Wenn zufällige/affektmäßige Handlungen abweichenden Verhaltens wiederholt wird und somit auch an Intensität zunimmt.
  20. 20Was besagt die Subkulturentheorie?Sie besagt, dass Ersatzgesellschaften zur Befriedigung von Gemeinschaftsbedürfnisse entstehen.
    Verhalten und Werte weichen von der Gesamtgesellschaft ab!
    Durch anderes Verhalten bekommt man in Subkulturen Anerkennung!
  21. 21Was sind Street Corner Societys im Kontext der Theorie defekter Sozialisation?Kinder verlassen ihre desorganisierte Familie und schließen sich zu "Street Corner Societys" zusammen.
    (Eigenständiges Netzwerk von Verhaltensformen)
    -> Entstehung von abweichenden Verhalten aufgrunf subkultureller Abwendung von geltenden Normen
  22. 22Worin liegt der Unterschied zwischen einer Peer Group und einer Street Corner Society?Peer Group: Vorstufe von Street Corner Society
    Diese "Ersatzfamilie" verfestigt sich zu -> Street Corner Society
  23. 23Was ist die Kernaussage der Sozialstrukturtheorie?Aufgrund soziale Ungleichheiten, strukturelle Benachteiligung oder soziale Ausgrenzung können sich diese Menschen an gesellschaftliche Rahmenbedingungen nicht anpassen.
    Ursache: Anomie
  24. 24Was bedeutet die Anomie nach Merton?Als Anomie wird eine Trennung zwischen kulturellen Zielen und dem Zugang bestimmter sozialer Schichten zu dazu notwendigen Mitteln beschrieben
  25. 25Was besagt das Modell der differenziellen Assoziation?Geht auf ethische Minderheiten zurück;
    Geht davon aus dass Kriminalität ein gruppenspezifisches Phänomen ist.
    Täter lernt das abweichende Verhalten in der Gruppe.
    Damit kann er seinen Status in der Gruppe verbessern aber in der Gesellschaft wird er verringert!
  26. 26Was besagt das Modell der differenziellen Gelegenheiten?Knüpft an das Modell der differenziellen Assoziationen zusammen.
    Ist millieuspezifisch.
    Die Gruppen haben immer unterschiedliche Gelegenheiten kriminell zu handeln.
  27. 27Woraus beruht die Theorie des Labeling Approach?Abweichendes Verhalten entsteht erst dann wenn es von der Gesellschaft/ sozialen Umwelt es als abweichendes Verhalten definiert.
    -> Kriminalität ist keine Eigenschaft, sondern eine Zuschreibung zu einer sozialen Handlung
  28. 28Was versteht man unter einer kriminellen KarierreDurch Etikettierung wird ein gewisses Verhaltensmuster vorgeben
    -> Der Betroffene beginnt sich mit seiner Rolle zu identifizieren und handelt auch entsprechend
  29. 29Skizziere das Modell des DevianzkorridorsJe länger man in diesem Korridor blebt, desto schwieriger wird der Ausstieg, da sich auch die Intensität des Verhaltens erhöht!
    Gelegenheitstäter werden meist nach kürzerer Verweildauer ausgeschieden
    -> übrig bliebt der harte Kern!
  30. 30Auf welchen theoretischen Grundannahmen beruht die kritische Kriminologie?Kritische Kriminologie beleuchtet den Strafgesetzgeber und wie er zu seinen Entscheidungen kommt.
  31. 31Was versteht man unter sozialer Kontrolle und wozu dient sie?Soziale Kontrolle = beabsichtigte Herrschaft der Gesellschaft über Individuuen
    Gesellschaft versucht jeden zu einem Verhlaten zu bringen, dass von der Gesellschaft akzeptiert wird
  32. 32Was ist der Unterschied zwischen interner und externer sozialer Kontrolle?Interne Kontrolle:
    Verinnerlichung von Normen und Sozialisation
    Bei Brechen kommt es zu Scham, Angst,...
    Externe Kontrolle:
    negative und positvie Sanktionierungen "anderer"
  33. 33Worin besteht der Unterschied zwischen formeller und informeller sozialer Kontrolle?Bestandteile der externen Kontrolle
    Formell: äußere Kontrolle durch dafür vorgesehene Institutionen
    Informell: Innere Kontrolle durch sozialen Druck vor Ausgrenzung und Isolation
    (v.a. durch Familie, Freunde)
  34. 34Welcher Stellenwert hat die individiuelle compliance für das Gelingen sozialer Kontrolle?individuelle compliance = aktive Mitarbeit
    Je geringer das Mitwirken, desto intensiver die Kontrolle.
  35. 35Inwiefern sind die sozialen Kontrollinteressen sozialstrukturell unterschiedlich ausgestattet?Unteres Drittel:
    Interesse an Schutz der körperlichen Integrität und Kontaktschutz des sozialen Nahraums vor Fremden
    Oberes Drittel:
    Privatisierung der öffentlichen Sicherheit, Investionen in Sichheitsdienstleistungen
  36. 36Warum befinden sich Ausländer in der Sicherheitsstatistik überproportional vertreten?Sie befinden sich häufiger in anomischen Lebenssituationen, haben Anpassungsschwierigkeiten, befinden sich meist in der unteren sozialen Schicht
    -> darauf ist die Polizei spezialisiert
  37. 37Was ist ein Stereotyp im Kontext des Kontrollhandels von SanktionsträgernStereotypen werden gebildet, um eine bestimmte Routine zu ermöglichen.
    Generalisierung eines bestimmten Verbrechertypus
  38. 38Warum sind die einzelnen Sanktionsträger in der Sanktionsträgerkette interdepent als aneinander orientiert?Polizei orientiert sich am Staatsanwalt, Staatsanwalt am Richter, Richter an der Instanz
    -> selbes Urteil?
  39. 39Welche Faktoren sind für die Anzeige einer Straftat ausschlaggebend?Vertrauen in die Polizei
    Sozialer Status
    Art & Höhe des Schadens
    Motive von Opfern/Zeugen
    Soziale Nähe/Distanz zum Täter/Opfer
  40. 40WArum ist die Gewaltbereitschaft der Polizei so hoch?Niedriges Ansehen des Berufs in der Bevölkerung -> führt zu Frustration
  41. 41Was ist die Supermoral der Polizei?Supermoral: Was die Gesamtheit der Gesellschaft als moralisch bertrachtet.
    -> Die Moral nach der diePolizei grundsätzlich handelt
  42. 42Welche Straftaten klärt die Polizei auf, welche eher nicht und warum?88% gegen Leib und Leben
    25% gegen fremdes Vermögen
    Grund: zirkuläre Handlungsmethoden (Menschen aus dem näheren Umfeld)
    + Aufstiegschancen werden auch beachtet
  43. 43Wie sieht das Trichtermodell aus?Gesetzgebung
    Anzeige
    Anklageerhebung
    Verurteilung
    Strafantritt
  44. 44Welche Bedeutung hat die Verurteilung zu einer Haftstrafe und deren Verbüßung für die betroffene Person und ihr familiäres Umfeld?Verliert soziale Kontakte
    Gesellschaftlicher Status sinkt
    Weniger Chancen auf Arbeit
    Etikettierung
  45. 45Was ist im Kontext des Devianzkorridors mit dem Bild des Soziopathen gemeint?Steht am Ende des Korridors
    Zeigt keine Reue
    Nicht resozialisierbar!
  46. 46Was ist kognitive Dissonanz nach Leon Festinger? Beispiel!Kognitive Dissonanz:
    deviante Personen die sich nicht an gesellschaftlich-konforme Zielvorgaben orientieren
    Problem: können die Folen nicht vorhersehen, keine Vermeidungslehre
    z.B.: Rasen -> Führerscheinentzug, Arbeit,...
  47. 47Welche Formen sozialer Desorganisation gibt es?Obdachlosigkeit
    Arbeitslosigkeit
    Alkoholismus
    Illegale Drogen
    Problemfamilien
  48. 48Warum unterliegt Obdachlosigkeit einer erhöhten sozialen Kontrolle?Sie rufen Bedrohungsgefühl bei der Gesellschaft aus!
    -> erhöhte Kontrolle
  49. 49Was versteht man unter white collar criminality?Wirtschaftskriminalität
    Täter sind überdurchschnittlich gebildet, hohe Dunkelziffer, meist aus Oberschicht
    keine Stigmatisierung durch Sanktionsträger
    Ziel: Gewinn- und politisches Machterhaltungsstreben
  50. 50Unterschied zwischen primären und sekundären Drogendeliquenz?Primär: Besitz und Konsum
    Sekundär: Beschaffungskriminalität (Drogenhandel, Rezeptfälschung, Apothekeneinbruch)
  51. 51Was versteht man unter organisierter Kriminalität?Die von Gewinn oder Machtstreben bestimmten planmäßige Begehung von Straftaten, wenn mehr als 2 Beteiligte auf längere Dauer
    > unter Verwendung geschäftlich/ gewerblicher Strukturen
    > unter Anwendung von Gewalt
    > unter Einflussnahme auf Politik, Medizin, Justiz oder Wirtschaft
    beteiligt sind.
  52. 52Worauf basiert die Eindämmung sozialer Desintegration?Kombination aus Überzeugung (persuasiv), Nutzenorietierung und Zwangsmittel
  53. 53Unterschied zwischen Vergehen und Verbrechen?Vergehen: unter 3 Jahre Strafausmaß
    Verbrechen: über 3 Jahre Strafausmaß, egal ob bedingt oder unbedingt
  54. 54Wie sieht die Verteilung gesellschaftlicher Strafbedürfnisse aus?Mit steigenden Bildungsgrad: diversionelle Maßnahmen und Geldstrafen aussprechen
  55. 55Unterschied zwischen Äthologie und Labeling Approach?Sozialstrukturtheorie (äthologie Lehre von Zusammenhängen)
    Erkenntnisse:
    > bestimmte Delikte sind milieuspezifisch ungleich verteilt!
    > werden sozialstrukturell anders verfolgt und sanktioniert!
    Labeling Approach:
    Anküpfung an Sozialstrukturtheorie
    Kriminalität als Ergebnis einer Zuschreibung
    Millieus oder Personen mit weniger Macht können etikttiert werden.
  56. 56Unterschied offener und geschlossener Vollzug?Offen: Man darf das Gefängnis auch verlassen z.B. für Familenbesuche oder Arbeit
  57. 57Definition von Stateways und Folkways?Folksyways (soziale, kulturelle Normen)
    Stateways (staatlich durchgesetzte Gesetze)
  58. 58Profil der Jugendkriminalität> meistens männlich,
    > Bereicherungskriminalität und Sachbeschädigung
    > Zunahme der Gewaltkriminalität
    > Oft "Runaways" und "Home Avoidance"
  59. 59Phasen der Organisationsentwicklung?1. Gewaltphase: Rangordnungsauseinandersetzung
    2. parasitäre Phase:
    Entwicklung einer Hierarchie, Verflechtung mit legalen Markt
    3. symbiotsche Phase:
    Verflechtung mit Polizei und Justiz
  60. 60Strafbedürfnisse:> Gesellschaftliche Strafbedürfnisse
    > Fiktive Strafbedürfnisse
    > Individuelle Strafbedürfnisse
    > Strafbedürfnisse des Täters

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Flashcards on Kriminalsoziolgie Fragenkatalog, created by Meli Maier on 17/03/2015.
Created by
Meli Maier
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