Flashcards
8. Vorurteile

Cards in this deck (14)
- 1Eine sytematische/strukurelle Perspektive auf Intergruppen Biases (Stereotype, Vorurteile und Diskriminierung)

- 2Eine systemische/strukturelle Perspektive auf Intergruppen-Biases (Bsp. Rassismus USA) Hintergrundinfos- Bei einigen Bundeszuschüssen musste die Polizei beispielsweise mehr Drogenverhaftungen vornehmen, um mehr Mittel für die Drogenbekämpfung zu erhalten. Neill Franklin, ein pensionierter Polizeimajor aus Maryland und geschäftsführender Direktor von Law Enforcement Against
Prohibition, sagte, dass Minderheitengemeinschaften "die tief
hängenden Früchte" für
Polizeidienststellen sind, weil sie Drogen eher unter freiem Himmel konsumieren und verkaufen, z. B. an öffentlichen
Strassenecken, wo sie leichter von der Polizei aufgegriffen werden können. Und zudem haben sie weniger politische und finanzielle Macht als weisse Amerikaner*innen.
- Der Handel mit Crack, einer der wenigen illegalen Drogen, die bei
Schwarzen Amerikaner*innen besonders beliebt ist, wird am härtesten bestraft. Der Schwellenwert für eine fünfjährige Mindeststrafe für Crack liegt bei 28 Gramm. Im Vergleich dazu liegt der Schwellenwert für Kokainpulver, das bei weissen Amerikaner*innen beliebter ist als bei schwarzen, aber pharmakologisch
ähnlich wie Crack, bei 500 Gramm. - 3Das Problem der automatischen Aktivierung von StereotypenStereotype sind vor allem kulturell geprägt.
Beispielstudie von Patricia Devine (1989)
- Amerikanische Studierende, die sich hinsichtlich expliziten Vorurteile gegenüber Schwarzen deutlich unterschieden, zeigten dennoch nahezu gleiches Wissen über das Schwarzenstereotyp. Insbesondere nannten die Studierenden am häufigsten –unabhängig vom Grad des eigenen Vorurteils –, dass von Schwarzen gesagt werde, sie seien aggressiv, feindselig und verbrecherisch. - 4Weitere Studie zu Aktivierung von automatischen Stereotypen- Möglichst schnell zwei Tasten drücken, auf der Seite wo man ein Lichtblitz sieht.
- Es wurden Primes eingespielt mit Stereotypen und neutralen Wörter.
- Gruppe A: 80% stereotype Wörter
- Gruppe B: 20% stereotype Wörter
In der zweiten Phase wurde eine Person Namens Donal beschrieben. Die Beschreibung war bezüglich seiner Rasse mehrdeutig. Gruppe A hat Donald deutlich feindseliger eingestuft als Gruppe B. Beurteilung nur aufgrund Stereotypaktivierung und nicht expliziten Vorurteile. - 5Das Problem der automatischen Aktivierung von StereotypenVerschiedene Versuche die gesellschaftlich vermittelten stereotypen Assoziationen zu verändern, z.B. negative stereotype zu Löschen.
Bislang keine dauerhaften Erfolge.
Anhaltende Veränderung der automatischen Stereotypaktivierung ist ohne Veränderung der Lebenswelt kaum möglich. - 6Stereotype und Vorurteile in den Medien Dixon und Linz (200)Schwarze Amerikaner werden als Verbrecher in US-Serien überrepräsentiert und als Opfer unterrepräsentiert. Bei Weissen umgekehrt.
- 7Eine systematische Perspektive auf Rassismus: Das Problem der Internalisierung von Stereotypen und Vorurteilen Colourism- Colorism basiert zwar auf rassistischen Strukturen und Denkmustern, thematisiert diese jedoch nicht direkt. Stattdessen bildet hier die "Farbe", also die Schattierung der Haut, die Grundlage für die Bevorzugung oder Benachteiligung einer Person. Dabei werden Menschen mit hellerem Hautton favorisiert und Menschen mit dunklerer Haut diskriminiert.
- Die Neigung zu Colorism findet sich sowohl bei weissen Menschen als auch bei Personen of Color. - 8Brown Bag Paper Bag TestWenn die Hautfarbe einer Person mit der braunen Tüte übereinstimmte oder heller war als diese, wurde sie eher eingestellt oder akzeptiert als eine Person mit dunklerer Haut.
- 9Werden die steigende Diversität und die wachsende Anzahl von mixed-race Person automatisch dazu führen, dass es auch weniger Rassismus gibt?“In the 21st century, as America becomes less white and the multiracial community formed by interracial unions and immigration -continues to expand, color will be even more significant than race in both public and private interactions.
Why? Because a person’s skin color is an irrefutable visual fact that is impossible to hide, whereas race is a constructed, quasi-scientific classification that is often only visible on a government form.” - 10Stereotype und Vorurteile: "Versteckte" Medieneffekte Face-ism oder Gesichtsprominenz- In verschiedenen Gesellschaften werden bis heute Männer mit höherer Gesichtsprominenz dargestellt als Frauen
- Bei hohem Face-ism wird der dargestellten Person im Durchschnitt mehr Intelligenz, Aktivität, Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit zugeschrieben.
- Hingegen verstärkt der geringe Face-ism in der Darstellung von Frauen - d.h. die starke Körperbetonung (Objektifizierung) - das stereotype Bild von Frauen als Wesen/Objekte ohne differenzierte eigene Persönlichkeit.
- Niedriger Face-ism zeigt sich nicht nur im Hinblick auf die Darstellung von Frauen, sondern auch in der Darstellung von Schwarzen Personen. - 11Das Problem der Internalisierung von Stereotypen und VorurteileDie ständige Konfrontation mit den in der Gesellschaft vorherrschenden Stereotypen und Vorurteilen führt dazu, dass nicht nur "Majoritätsmitglieder", sondern auch die betroffenen Personen der benachteiligten "Minorität" die hiermit verbundenen Vorstellungen und Wertmassstäbe übernehmen - und dies oft schon sehr früh im Leben.
- 12Die Macht der GeschichtsschreibungUnsere Vorstellungen davon, wie Männer und Frauen sich vermeintlich „natürlich“ verhalten, sind mächtig. Jungen werden zu Erfindern und Abenteurern, die die Welt erobern und sich zwischendurch mal prügeln müssen. Und Mädchen sollen nett und fürsorglich sein.
Allerdings gibt es archäologische Funde, die belegen, dass Frauen ebenso draussen auf die Jagd gegangen sind wie Männer. Dass sie nicht nur gegen wilde Tiere kämpften, sondern auch als Kriegerinnen sehr erfolgreich waren.
Aber das ist nicht die Geschichte, die wir in der Schule lernen und die immer wiederholt wird. Wir denken, dass die Bilder der heteronormativen Steinzeitfamilie in unseren Köpfen auf Fakten beruhen, auf objektiver wissenschaftlicher Erkenntnis.
Aber in Wahrheit wissen Archäolog*innen nicht genau, wie Menschen in der Steinzeit gelebt haben. Klar ist nur, dass es sehr viele verschiedene Gesellschaftsformengegeben hat.
Die Theorie der (männlichen) Jäger und (weiblichen) Sammler stammt von männlichen europäischen Wissenschaftlern aus dem neunzehnten Jahrhundert. - 13Die Kunst der Weglassung (1) alternative RollenvorbilderWussten Sie, dass nichtWalt Disney den ersten Trickfilm schuf, sondern Lotte Reiniger. Rosalind Franklin beschrieb als erste die DNA, Ada Lovelace das erste Computerprogramm und Lisa Meitner die Kernspaltung. Und dies sind nur einige Beispiele.
- 14Was kann man tun?- Kulturelles Wissen beeinflusst in grossemMassdas Bewusstsein für aktuellen Rassismus (sowie andere Intergruppen-Biases). Und hierzu gehört auch das kollektive Gedächtnis über die Geschichte der Unterdrückung und Diskriminierung.
- Die Forschung zur Marley-Hypothese zeigt, dass die Wahrnehmung von Rassismus und die Bereitschaft, sich auch für Gegenmassnahmenzu engagieren, positiv mit genauem historischem Wissen zusammenhängt.
- Auch mehr über die eigenen Privilegiennachzudenken, ist sicherlich hilfreich.
- Dies scheint allerdings nur dann wirklich zu funktionieren, wenn man hierüber auch tatsächlich selbst mehr wissen möchte.
- Konfrontiert man andere Menschen unaufgefordert mit ihren Privilegien, hat dies oft negative Auswirkungen (Verleugnung; Hinweise auf Hürden und Probleme, die man im eigenen Leben überwinden musste etc.).
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- Created by Alper Aticioglu · Jan 19, 2024
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