Mind map
Systemische Therapie, Gestalttherapie, Gesprächstherapie
Map content
Systemische Therapie, Gestalttherapie, Gesprächstherapie
Systemische Therapie
- "Menschen verhalten sich so, dass sie möglichst viel von ihren persönlichen Möglichkeiten entfalten und entwickeln können. Dazu benötigen sie aber andere Menschen, denn in mancher Hinsicht können sie ihr Potenzial nur für und mit anderen Menschen verwirklichen
- Theoretische Grundlagen
- Fokus auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen
- Patient = Symptomträger
- Die Störung liegt nicht beim Patienten sondern im Bezugssystem
- Bezugssystem = Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Schule, etc.
- Ziele: Interaktionen im System verstehen & aufdecken / Verstehen der Auswirkungen der Interaktionen des Systems auf die Symptome / Verstehen der Bedeutung der Symptome für das System / Veränderung des Systems um die Entwicklung alternativer und konstruktiver Kommunikations- & Verhaltensformen zu ermöglichen
- Wichtige Begriffe
- Subsysteme in der Familie & deren Wechselwirkung
- Zirkularität = Das Verhalten eines Systemmitglieds ist immer zugleich Ursache & Wirkung des Verhaltens der anderen Mitglieder
- System-Umwelt-Grenzen: Grenzen des Systems nach aussen (diffus vs. starr)
- Methoden: Familienskulptur / Beziehungslandkarte / Genogramm
- Therapeutische Haltung
- Allparteilichkeit - Alle Systemmitglieder werden gleich respektvoll behandelt (Ist mir jemand nicht sympathisch, habe ich mich zu wenig in ihn hineinversetzt)
- Ressourcenorientierung in besonderer Form: alle benötigten Ressourcen die zur Lösung eines Problems benötigt werden, sind bereits beim Patienten vorhanden / Eine Störung ist immer ein Versuch ein Problem zu lösen
- Wirksamkeit
- gut belegt, insb. Affektive Störungen / Essstörungen / psychische & soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten / Abhängigkeit & Missbrauch / Schizophrenie
- Ressourcenorientierung als spezielle Technik der systemischen Therapie zeigt sich als hoch wirksame Methode
Gesprächstherapie (GT)
- Gründer: Carl Rogers
- Klärungszentrierte Psychotherapie als wichtigste Weiterentwicklung der GT im deutschsprachigen Raum
- Menschenbild der GT
- Der Mensch ist ursprünglich gut, sozial und ein mit sich selbst in Einklang stehendes Wesen. Zudem ist er ein Experte seiner selbst
- Rogers war davon überzeugt, dass jeder Mensch ein ausgeprägtes Bedürfnis hat sich selbst zu entfalten und seine individuellen Entwicklungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen
- Aktualisierungstendenz: Tendenz zur Entfaltung der eigenen Kräfte und Ausschöpfung der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten = zentrale Motivationsquelle eines Menschen
- Selbstaktualisierungstendenz: Das Selbst und den Selbstwert betreffend
- Entwicklung des Selbst vor allem beeinflusst von dem Bedürfnis nach unbedingter Wertschätzung in zwischenmenschlichen Beziehungen
- Unbedingte Wertschätzung ermöglicht die Entwicklung eines positiven Selbstwertes
- Positiver Selbstwert erleichtert es, neue Erfahrungen in das Selbstkonzept zu integrieren und macht uns demnach offen dafür
- Störungskonzept
- Inkongruenz: Neue Erfahrungen können aufgrund der Angst vor Veränderungen des Selbstkonzepts nicht integriert werden
- Chronische Inkongruenz manifestiert sich im Verleugnen, Verdrängen oder Verzerren von Erfahrungen
- Nutzen = Schutz des Instabilen Selbstwerts
- Jedoch: Dies kann zur Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Störungen führen
- Ziele
- Fully functioning Person als hypothetischer Endzustand
- Ermöglichung der vollständigen Ausschöpfung des Aktualisierungspotenzials u.a. durch unbedingte Wertschätzung des Therapeuten
- Vorgehen
- Prozess der Selbstaktualisierung unterstützen und fördern
- dazu braucht es einen angstfreien Raum der durch die therapeutische Grundhaltung ermöglicht werden soll
- Basisvariablen: Bedingungsfreie Anerkennung / Kongurenz, Echtheit / einfühlendes Verhalten
- Weiterentwicklungen
- Focusing-Therapie nach Gendlin: bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit des Patienten auf dessen Körperwahrnehmungen ("felt senses")
- Felt Senses = körperlich spürbare, aber unbewusste Bedeutung eines Ereignisses oder Problems. Liefert zusätzliche Informationen zu den bewussten Gedanken & Gefühlen
- Der Patient fokussiert sich auf den felt sense und soll versuchen, diesen mit Bildern, Symbolen und Wörtern zu beschreiben
- Klärungsorientierte Psychotherapie nach Sachse
- Relevanteste Weiterentwicklung der klassisch-rogerianischen Form der GT
- In der KOP wird nicht davon ausgegangen, dass Therapie auf einer Aktualisierungstendenz beruht
- Sondern: Der Patient ist durch dysfunktionale, oft unbewusste Schemata. Diese können zu psychischen Problemen führen. Der Patient alleine kann diese nicht verändern
- Ziel: dysfunktionale affektive und kognitive Schemata sollen in der Therapie aktiviert, bewusst gemacht, geklärt und bearbeitet werden
- Beispiele für Fragen bei der Klärung: Was anstelle von Warum Fragen / Paraphrasieren / Empathisches Spiegeln / Empathisches Erforschen / Prozesslenkung / Erlebenspräsenz / Prozessbeobachtung / Selbstoffenbarung
- Basisvariablen Empathie, Echtheit & Akzeptanz sind in der KOP notwendige aber nicht hinreichende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie
- Es werden weiter spezifische klärungsorientierte therapeutische Strategien eingesetzt
- Wirksamkeit: wissenschaftlich anerkanntes Therapieverfahren seit 2002 / GT als effektives Verfahren mit breitem Indikationsgebiet
- Prozess- & Erlebnisorientierte Therapie nach Greenberg: Die emotionalen Erfahrungen des Patienten stehen im Mittelpunkt
- Emotionsfokussierte Therapie nach Greenberg: Erfahrungen werden in Form von emotionalen Schemata gespeichert, Emotionen können mit Emotionen verändert werden
- Focusing-Therapie nach Gendlin: bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit des Patienten auf dessen Körperwahrnehmungen ("felt senses")
Gestalttherapie
- Der Begriff Gestalt ist aus der Gestaltpsychologie übernommen und wird in der Gestalttherapie gleichbedeutend verwendet mit "Ganzheit". Aus der Gestaltpsychologie stammt die Erkenntnis, dass der Mensch seine Wahrnehmungen zu sinnvollen Einheiten - Gestalten - zu schliessen versucht. Eine Gestalt ist mehr als die Summe ihrer Teile; alles Erfahrbare - auch eine Begegnung, eine Erinnerung, ein Gefühl - kann eine Gestalt sein.."
- Gegründet ca. 1936 durch Fritz Perls und Laura Perls und Paul Goodmann
- theoretische Grundlagen
- Humanistisches Menschenbild: Klient ist Experte seiner Selbst
- Phänomenologischen Zugangsweise (erfahrungsorientiert): In der Gestalttherapie wird nicht nur geredet, sondern auch ausprobiert & experimentiert
- Wichtige Begriffe: Gestalt / Konzentration / Ich-Du Beziehung als Zielvorstellung für die therapeutische Grundhaltung
- Perls ging davon aus, dass viele Menschen zersplittert sind, ihnen die Ganzheit fehlt. Dadurch erleben sie bewusst auch nur Teile ihrer Selbst und sich selbst nicht als Ganzes
- Kontaktstörung: Anpassungsprozess des Organismus an die Umwelt oder umgekehrt gelingt nicht
- Ziel: Bewusstwerden / Akzeptanz / Integration verdrängter, unbewusster Teile
- Therapeut als Begleiter auf gleicher Ebene
- Methodik
- Prinzip: der spontane, non-verbale Ausdruck unterliegt weniger den üblichen Abwehr- und Kontrollmechanismen
- Medien dienen zur Projektion innerer Strukturen / Köpertherapie / Medien = Malen, Tonen, Klangerzeugen / Rollenspiele, Stuhlarbeit, Skulpturarbeit
- Wirksamkeit: seit 2011 wissenschaftlich anerkannt / gute Wirksamkeit bei einem breiten Spektrum von psychischen Störungen
Information
- Description
- Bachelor Klinische Psychologie Mind Map on Systemische Therapie, Gestalttherapie, Gesprächstherapie, created by Ann-Kathrin Bührer on 08/06/2021.
- Created by
- Ann-Kathrin Bührer
- Views
- 4
- Rating