Flashcards
Theorien und Konzepte der Entwicklungspsychologie 2
Flashcards do conjunto (62)
- 1Wo liegt der Fokus der Psychodynamischen Theorien?auf Motivation, Emotion und Beziehungen zu anderen Menschen
- 2Stichworte zu Psychoanalyse- Anlehnung an damals neue Ansätze der Physik: Triebenergie; Psychodynamik
- psychische Triebenergie leitet sich aus biologischer Energie ab, die Bedürfnisse auslöst (Libido)
- Entwicklung = VÄ des Ortes, an dem Libido wirksame wird und der Art ihrer Kontrolle; VÄ = bestimmt durch: biologische Reifungsprozesse und soziale Erfahrungen - 3Was ist Triebenergie?= psychische Energie auch für psychische Vorgänge
- 4Was ist Psychodynamik?Triebenergie bindet sich verteilt an bestimmte Objekte, wandelt sich um und entlädt sich
- 5Was sind die Phasen nach Freud?- orale Phase
- anale Phase
- phallische Phase
- Latenzperiode
- genitale Phase - 6Was ist die orale Phase?- bis Ende des 1. LJ
- Bedeutung der Mutter-Kind Bindung
- von anfänglich symbiotischer Beziehung hin zu eigenständigem Selbst - 7Was ist die anale Phase?- bis Ende 3. LJ
- Machterleben und Kontrolle über eigene Körperprozesse - 8Was ist die phallische Phase?- 4. - 6. LJ
- Entwicklung des ÜBER-ICHs im Zusammenhang mit der Lösung des Ödipuskomplexes
- Identifikation mit dem eigenen Geschlecht - 9Was ist die Latenzperiode?- bis Beginn der Pubertät
- Verdrängung (Sublimierung) sexueller Triebimpulse
- Verschiebung der Triebziele in andere Bereiche (Bsp. Schule, Sport, Freunde) - 10Was ist die Genitale Phase?- mit Beginn der Pubertät
- Triebregungen richten sich auf Geschlechtspartner außerhalb der Familie - 11Wie ist die Struktur der menschlichen Psyche nach Freud?- ES (angeboren, unbewusst, unlogisch, produziert Triebenergie = Lustprinzip)
- ICH (in der oralen Phase erworben, reguliert Triebabfuhr = Realitätsprinzip)
- ÜBER-ICH (ensteht frühestens in der analen Phase, entwickelt sich aber in der phallischen Phase weiter, repräsentiert soziale Normen = Moralitätsprinzip) - 12Was ist das Unbewusste?- vorwiegend verdrängte Gedanken und Gefühle
- Seele des Säuglings
- selbst beim Erwachsenen der größte Bereich - 13Was ist das Vorbewusste?- wird nicht aktiv aus dem Bewusstsein ausgeschlossen, ist ihm prinzipielle immer zugänglich
- nimmt mit zunehmenden Alter auf geistigem Gebiet mehr Raum ein - 14Was ist das Bewusste?Wahrnehmung und Denken, dass der Person direkt zugänglich ist
- nimmt mit zunehmenden Alter auf geistigem Gebiet mehr Raum ein - 15Stichworte zu Psychoanalyse (Ergänzungen)- ICH und ÜBER-ICH erstrecken sich über alle 3 topographischen Bereiche
- Freud betont frühe Kindheit (hat aber nie Kinder untersucht); Datenmaterial = Erinnerung seiner Patienten, führt Störungen auf frühkindliche Erfahrungen zurück
- Methoden: Hypnose, Traumdeutung, freie Assoziation - 16Wer war Erik H. Erikson?- Neo-Analytiker
- Unterschiede zu Freud: Lebensspannenperspektive, sieht zentrale Impulse für Entwicklung nicht alleine in der Verschiebung erogener Zonen, sondern auch in Veränderungen der sozialen Bezüge
- 8 Phasen Modell - 17Was ist das 8 Phasen Modell nach Erikson?= jede Phase hat eine Entwicklungsaufgabe, die bewältigt werden muss; als krisenhaft erlebt, da man zwischen 2 Polen seine Position/Identität finden muss; Art der Bewältigung beeinflusst alle weiteren Phasen
- Urvertrauen vs. Urmissvertrauen
- Autonomie vs. Scham und Zweifel
- Initiative vs. Schuldgefühl
- Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl
- Identität vs. Identitätsdiffusion
- Intimität und Solidarität vs. Isolierung
- Generativität vs. Selbstabsorption
- Integration vs. Verzweiflung - 18Stichworte Urvertrauen vs. Urmissvertrauen- 1. LJ
- inwieweit kann ich meiner (sozialen) Umwelt vertrauen?
- Hoffnung vs. Rückzug - 19Autonomie vs. Scham und Zweifel- 2.-3. LJ
- inwieweit darf ich mich selbstständig machen?
- Wille vs. Zwang - 20Initiative vs. Schuldgefühl- 4.-5. LJ
- wieweit darf ich die Umwelt erobern?
- Zielstrebigkeit vs. Hemmung - 21Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl- 6. LJ bis Pubertät
- Was kann ich mir zutrauen?
- Kompetenz vs. Trägheit - 22Identität vs. Identitätsdiffusion- Adoleszenz
- wer bin ich? Welche Rolle spiele ich für mich und für andere?
- Treue vs. Zurückweisung - 23Intimität und Solidarität vs. Isolierung- junge Erwachsene
- wie nahe lasse ich andere Menschen an mich heran?
- Liebe vs. Exklusivität - 24Generativität vs. Selbstabsorption- mittlere Erwachsene
- was habe ich zu geben?
- Fürsorge vs. Ablehnung - 25Integration vs. Verzweiflung- ältere Erwachsene
- wie bewerte ich mein Leben im Rückblick?
- Weisheit vs. Verachtung - 26Wer war Burrhus F. Skinner?- Vertreter der klassischen Lerntheorie
- 27Was besagt die klassische Lerntheorie?- nur beobachtbares VH ist von Interesse
- VH wird gelernt
- Verstärkung (Belohnung) erhöht die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens; Bestrafung verringert sie
- Lernen - 28Was ist Lernen laut der klassischen Lerntheorie?- zentraler Mechanismus der Verhaltensänderung
- unabhängig von der Art (Mensch oder Tier) und Alter
- erfolgt nach definierbaren Prinzipien - 29Was ist die Entwicklung laut der klassischen Lerntheorie?- kein Stadienmodell
- kontinuierlicher Prozess: Zunahme der Anzahl und Stärke von Assoziationen
- Fokus auf Umweltfaktoren/Lerngelegenheiten - 30Was sagte John B. Watson?dass, wenn er ein paar gesunde Säuglinge bekäme, er diese so formen könne, wie er wolle und sie zu allem (Arzt, Anwalt) machen könne - was aber nicht stimmte
- 31Was ist die soziale Lerntheorie?- Albert Bandura
- Verstärkung erhöht die Wrsl mit der VH gezeigt wird
- Prinzip der stellvertretenden Verstärkung (verdeutlicht Lernen ohne Versuch = Modelllernen/Imitation)
- Betonung der kognitiven Faktoren (Aufmerksamkeit, Motivation) - bei klassischen Lerntheorien ausgeblendet
- abstrakte Modellierung
- wechselseitige Beeinflussung zwischen Kind und seiner Umwelt - 32Was ist abstrakte Modellierung?= Fähigkeit, aus der Beobachtung einer Reihe spezifischer VHW, allgemeine Regeln zu abstrahieren (Bsp. Spracherwerb)
- 33Was ist die Bedeutung der Lerntheorien bis heute?- Rolle von Verstärker/Verstärkersystemen im pädagogischen und therapeutischen Kontext
- Verhaltenstherapie
- Bedeutung des Lernen am Modell (Bsp. Familie) - 34Was sind die Grundannahmen der humanistischen Theorien (5) ?1. Mensch = sinn- und zielorientiert
2. Individuum entwickelt sich in Richtung zunehmender Autonomie
3. Suche nach Selbstverwirklichung und Ganzheit im Erleben
4. Entwicklungsmotor = Streben nach Selbstverwirklichung
5. Kritik an den (mechanistischen) MB von Psychoanalyse und Lerntheorien/Behaviorismus - 35Was tat Charlotte Bühler?- legte Fokus auf Autonomieentwicklung des Individuums in seinen sozialen Bezügen
- Grundtendenzen aller menschlichen Strebungen: Bedürfnisbefriedigung (zur Selbstbeschränkung in Anpassung an die Umwelt; eine zur schöpferischen Expansion; zur Aufrechterhaltung innerer Ordnung)
- Methoden: Beobachtung und Erforschung des kindlichen VH in alltäglichen Situationen; Untersuchung von Tagebüchern Jugendlicher; Testreihen zur Feststellung des Entwicklungsquotienten von Kindern - 36Was sind die Grundannahmen kontextualistischer Ansätze?- Jeder Mensch entwickelt sich in sozialem Kontext
- wer Entwicklung verstehen will, muss diese Kontextbedingungen berücksichtigen und analysieren
- Untersuchungseinheit ist nicht das Kind, sondern das Kind im sozialen Umfeld - 37Stichworte zu Lev Vygotski- kulturhistorische Schule der russischen Psychologie => soziale Interaktion bestimmt die Kognition; alle intramentalen Prozesse sind ableitbar aus intramentalen Austausch mit anderen Personen; kulturelle/mentale Werkzeuge: Sprache, Zeichen, Symbole, ...
- Zone der proximalen Entwicklung
- Entwicklungsmotoren - 38Was ist die Zone der proximalen Entwicklung (Vygotski)?= Bereich in dem sich Lernen und Entwicklung abspielen
- 39Was ist gelenkte Partizipation (Vygotski)?= Lernkontext wird so gestaltet, dass das Kind durch Hilfestellung etwas lernen kann, dass es von sich aus nicht hätte lernen können
- 40Was ist die Bedeutung der kontextualistischen Ansätze für die heutige pädagogische Praxis?- Lehrende: Orientierung am potentiellen Entwicklungsniveau; passende Unterstützung bieten, mit zunehmenden Fortschritt abbaubar = Konzept des Scaffoldings
- aktive Mitbeteilung des Kindes an Lernentwicklung durch eigenständige Suche nach Lernkontexten und Hilfestellungen; Mitbestimmung der Lehr/Lerninteraktion durch Persönlichkeitseigenschaften des Kindes
- dynamische Leistungsbeurteilung des potentiellen Entwicklungsniveaus auf methodischer Ebene im Einklang mit der Betrachtung von Entwicklungsprozessen innerhalb der Zone proximaler Entwicklung - 41Was ist der ökologische Ansatz?- Uri Bronfenbrenner
- entscheidend für Betrachtung individ Entwicklung = subjek Repräsentation der Lernraumbedingungen durch Individuum
- Feldforschung (ökologisch valide innerhalb natürlichen Kontextes)
- Forderung nach soz.polit. Engagement von Entwicklungspsychologen
- fortschreitende gegenseitige Anpassung zw aktiven sich entwickelnden Menschen und wechselnden Eigenschaften seiner unmittelbaren Lebensbereichen
- fortlaufend von Bez dieser Lebensbereiche untereinander und den größeren Kontexten beeinflusst, in die sie eingebettet sind - 42Jean Piaget (1896-1980)- Theorie der genetischen Epistemologie = Entwicklung des Erkennens basierend auf Beobachtung von Kindern verschiedenen Alters
- Vorstellung von der Entwicklung des Denkens in aktiver Auseinandersetzung mit der Umwelt (intrinsische Neugier des Kindes als Entwicklungsmotor; Wissenserwerb als aktiver, erfahrungsgetriebener Konstruktionsprozess)
- bereichsübergreifende Stadientheorie - 43Was besagt die Stadientheorie von Jean Piaget?- qualitative VÄ (abgegrenzte, hierarchische Stadien)
- Stadien sind unveränderlich (invariante Abfolge), aufeinander aufbauend, universell
- breite Anwendbarkeit über verschiedene Themen und Kontexte hinweg
- sensomotorisch, preoperational, konkret operational, formal operational - 44Sensomotorisch- bis 2 Jahre
- Erfahrung durch Sinne und Taten; z.B. wie ein Hund ausseiht und wie er sich anfühlt - 45preoperational- 2-7 Jahre
- Welt durch Sprache und geistige Vorstellung repräsentieren
- Welt aus anderen Perspektiven betrachten - 46konkret operational- 7-12 Jahre
- logisches Denken
- Objekte zu Kategorien zusammenfassen
- Verständnis, dass Dinge nicht nur von einem, sondern mehrerern Faktoren beeinflusst werden - 47formal operational- ab 12 Jahren
- systemisches Denken
- Politisches, ethisches und wissenschaftliches Denken, sowie wissenschaftliches Begründen - 48Welche Entwicklungsprozesse gibt es ns laut Piaget?- Assimilation => info aus der Umwelt wird an die eigene Verständnisvoraussetzung angepasst
- Akkomodation => Wissensstrukturen (Schemata) werden an neue Erfahrungen angepasst
- Äquilibration => Wechselspiel zw Akkomodation und Assimilation; Ziel = stabiles Verständnisniveau
- angeborene Tendenz des Kindes auf Umwelt zu reagieren (Adaption); Gleichgewichtszustand zw seiner kognitiven Organisation und den Umwelterfahrung herzustellen (Äquilibration) - 49Was ist die Kritik an Piagets Theorie?- wenig empirische Bestätigung des Stadiumkonzepts
- geringe Konsistenz über Wissensdomänen hinweg
- Unterschätzung von frühen Kompetenzen (sprachabhängige Aufgaben)
- geringe Berücksichtigung sozialer und kultureller Komponenten (universeller Ansatz)
- wenig Verständnis über kognitive Prozesse und Mechanismen - 50Was ist die Gehirn-Computer-Analogie des Informationsverarbeitungsansatz?- Denken als Informationsverarbeitung (Input - Datenverarbeitung - Output = Verhalten)
- kog. Entwicklung als kontinuierliche vorwiegend quantitative VÄ (größere Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, größere Speicherkapazitäten)
- Analyse von Prozessen und Denk-Strategien
- Fokus auf Lernen, Gedächtnis, Problemlösen
- Kritik: starke Vereinfachung, Computeranalogie nicht plausibel - 51Welche domänspezifischen Theorien gibt es?- Kernwissenstheorien
- Domänen, in denen angeborenes Kernwissen angenommen wird (Elizabeth Spelke)
- Intuitive Theorien (Susan Carey) - 52Was sind die Kernwissenstheorien?- Fokus auf Domänen von evolutionärer Bedeutung (soziales, numerisches und physikalisches Wissen)
- Nativismus = angeborene kognitive Fähigkeit von Kd als Produkt evolutionärer Prozesse = Phylogenese
- Kd startet mit angeborenem Kernwissen in eine gegebene Domäne
=> Wissensanreicherung um diesen Kern
- kein qualitativer Unterschied zw kindl Wissenssystemen und den der Erw - 53Was besagt die Theorie von Elizabeth Spelke?- Domänen, in denen angeborenes Kernwissen angenommen wird
- Objektrepräsentation z.B. Kohäsion
- Personen bzw. Agenten
- Zahlen - 54Was besagen die intuitiven Theorien von Susan Carey?- domänenspezifisches Wissen ist theorieähnlich organisiert (intuitive Physik, Biologie, Theory of Mind)
- Theorien = extrem resistent gegenüber theoriekonsistenter Information
=> bei Theoriewandel: komplette Neuorganisation des Wissenssystems
=> kognitive Entwicklung als Theoriewandel (qualitative VÄ in Wissenssystemen) - 55Was ist die Theorie von Natasha Kirkham=- statistisches Lernen als domänenübergreifender Mechanismus
- Ablehnung nativistischer Positionen
- Lernen steht im Vorderung
=> wird durch statistische Regularitäten geleitet - 56Was ist die Idee von Denis Mareschal?- zentrale Frage: Wie kommt es zur Entwicklung? => mechanistischer Anstz
- Computermodellierung als Werkzeug, um die Plausibilität verschiedener Erklärungsmechanismen zu testen
=> neuronale Netzwerke - 57In was unterscheiden sich Theorien der menschlichen Entwicklung?- inhaltlichen Aspekte menschl. Erlebens und VH jeweils im Zentrum der Betrachtung => Kognition, Emotion und Motivation, Umgang mit der dinglichen oder der soziale Umwelt
- zugrundeliegende MB
=> z.B. Humanismsu vs. mechan. Ansätze der Psychoanalyse/Behaviorismus
- relative Gewichtung von biolog. und Umweltfaktoren
=> z.B. nativistische, domänenspezifische Ansätze vs. statistical learning - 58Was ist der Humanismus?Weltanschauung, in deren Zentrum die Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform und des Individuums zur Selbstverwirklichung steht
- 59Was ist Konditionierung?Formen des Lernens von Reiz-Reiz-Assoziationen bzw. Reiz-Reaktions-Assoziationen (Stimulus-Response-Lernen) durch wiederholte Kopplung von Reizen
- 60Was ist Nativismus?Ansicht, bestimmte Begabungen oder Fähigkeiten seien angeboren oder von Geburt an im Gehirn fest verankert
- 61Was ist ökologische Validität?Gültigkeit eines psychologischen Untersuchungsbefundes für das Alltagsgeschehen
- 62Was ist Scaffolding?Unterstütung des Lernprozesses durch die Bereitstellung geeigneter, angepasster Hilfestellungen, die nach und nach abgebaut werden
Informações
- Descrição
- Höhl, 2. VO zu Entwicklungspsychologie
- Criado por
- Miriam Brunner
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