Eriksons Modell psychosexueller und psychosozialer Entwicklung im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter
Slides do conjunto (15)
-
- Erik H. Erikson
- Das epigenetische Prinzip
- Stufenmodell psychosexueller Entwicklung
- 1. Phase
- 2. Phase
- 3. Phase
- 4. Phase
- Kritik
- 5. Phase
- 6. Phase
- 7. Phase
- 8. Phase
- Kritik
-
- Psychoanalytiker
- Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung
-
- Die Entwicklung hat einen Grundplan, das heißt alle Phasen sind miteinander verbunden.
- Phasen bauen aufeinander auf
- jede Krise hatte schon Vorläufer in der Entwicklung und ist auch nach "Bewältigung" noch als Thema vorhanden
- die Lösung der Probleme hängen von der richtigen Entwicklung zur rechten Zeit ab
- Die Entwicklung ist ein Prozess von Neubildungen, die auf der Basis der vorangegangenen Entwicklung entstehen
- Psyche ist nicht von Geburt an festgelegt, sondern der Mensch entwickelt seine Persönlichkeit auf Basis seiner Anlagen weiter
- Entwicklung immer innerhalb vob Beziehungen
- Ge- und Misslingen hängt maßgeblich von Verhalten der Bezugspersonen ab
-
Stufenmodell psychosexueller Entwicklung
- Kindheit:
- Phase 1 - 4
- Mögliches extremes Fehlverhalten der erwachsenen Bezugspersonen kann zu bestimmten Folgen für die weitere Entwicklung der betroffenen Kinder und Jugendlichen führen.
- Jugend- und Erwachsenenalter:
- Phase 5 - 8
-
- Urvertrauen vs. Urmisstrauen
- - enge Anknüpfung an Freuds "orale Phase"
- - Kind ist völlig von Mutter abhängig
- - Gefühl der tiefen inneren Geborgenheit = Urvertrauen
- ----> diffuses Gefühl
- ----> basiert auf Erfahrungen mit der eigenen Mutter, aber bedeutet nicht Vertrauen in sie
- - Enttäuschungen sind unvermeidbar
- ----> Urvertrauen wird erschüttert
- - entwicklungsfördernd
- - "innere Unruhe" im Kind
- ----> positive Folge möglich: Entwicklung von eigenen Aktivitäten
- - Aufgabe: Balance zwischen Urvertrauen und Urmisstrauen herstellen
- --> kein Urvertrauen: später keine Zuversicht, keine
- Aufgabenbewältigung, innerliche Unruhe
- --> kein Urmisstrauen: Gefährdung der Entwicklung,
- kann kaum
- Zurückweisungen oder Niederlagen hinnehmen
- ---------> Eltern dürfen Kinder nicht grob
- vernachlässigen, aber auch
- nicht NUR verwöhnen und liebkosen
- Hyperaktivität kann Folge beider Extrema sein
- "stabile", liebevolle Bezugspersonen sind wichtig
-
- Autonomie vs. Scham und Zweifel
- - enge Anknüpfung an Freuds "anale Phase"
- --> Kind würde einerseits etwas gerne tun, weiß jedoch, dass es
- verboten ist
- - Einschränkung der "Autonomie" des Kindes durch Verbote
- --> häufig Wut und Aggressivität
- - innerer Konflikt, wenn das bevorzugte Handeln verboten ist und
- gleichzeitig als "schlecht" dargestellt wird
- --> Scham, Gefühl von Mitmenschen auf Grund von Handeln /
- Eigenschaften als minderwertig wahrgenommen zu werden
- enstehende Krise ist sinnvoll:
- Lernen von Regeln und Verboten
- Lernen, dass nicht immer der eigene Wille durchgesetzt werden kann
- Trieb- und Bedürfniskontrolle
- Lernen, die Reaktionen der Anderen schrittweise einzuschätzen
- Erfahren, dass Handeln Folgen nach sich zieht
- extreme Erziehung & Folgen:
- nur Ge- und Verbote: zwanghafte Gehorsamsorientierung, Ablehnung von Ge- und Verboten, geringe Ordnungsbereitschaft, keine Anerkennung von Autoritäten
- keine Ge- und Verbote: Suche nach Autoritäten
-
- Initiative vs. Schuldgefühl
- Anknüpfung an Freud: Ödipuskonflikt ist bedeutsam
- --> Entstehung von Schuldgefühl wegen Konkurrenzdenken
- gegenüber dem gleichgeschlechtlichen Elternteil und
- gleichzeitiger Liebe zu diesem
- --> Erikson: Rivalität und Konkurrenz auch im Kindergarten oder
- unter Geschwistern
- ------> Eltern müssen vorbildlich handeln, Grenzen aufzeigen, aber
- Kind nicht abweisen
- --> gleichgeschlechtlich: aktiver Partner zum bewundern
- --> andersgeschlechtlich: Stellenwert des Lebenspartners
- verdeutlichen
- Gewissensbildung des Kindes (fremdbestimmt, heteronom)
- --> basierend auf Liebe, Bewunderung, Unterwerfung
- rigide Macht / Abweisung: Kinder lernen nicht die Initiative zu ergreifen, Kinder wollen nicht gefallen, Kinder sehen kein Vorbild
- --> keine Eigeninitiative, kaum eigenes Gewissen, schnelle
- Unterwerfung gegenüber (vermeintlichen) Autoritäten
- ODER
- --> hektische Ergreifung der Initiative, ständig neue Beziehungen,
- keine langen Beziehungen
- Eltern sollten Forderungen und Entscheidungen immer begründen!!!
-
- Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl
- große Relevanz
- Entstehung von Werksinn
- --> Schule ist wichtig und sinnvoll
- ------> Bewusstsein, dass bestimmte Leistungen noch nicht erbracht
- werden können
- -------------> Gefühl von Unterlegenheit gegenüber der Eltern und
- älteren Kindern
- -----------------> Minderwertigkeitsgefühl (prinzipiell)
- entwicklungsfördernd
- --------------------> Motivation sich anzustrengen, Ehrgeiz
- - ständige Abwertung
- ---> Arbeitsverweigerung, Furcht vor Ablehnung,
- Leistungsdruck
- - ständiges Loben
- ---> unrealistische Einschätzung der eigenen
- Leistungen
- WICHTIG:
- Gleichaltrige
- Leistungsvergleiche in der Schule
- Regelspiele
-
- nicht frei von bestimmten kulturellen Einstellungen des Autors
- nur Orientierung, keine "erzieherischen Rezepte"
- fraglich, ob das Modell heutzutage noch ausreicht
-
- Identität vs. Identitätsdiffusion
- physische Geschlechtsreife und körperliche und hormonelle Veränderungen --> Phase des Übergangs von Kindheit ins Erwachsenenalter
- Ausbildung einer eigenen Persönlichkeit
- Zunehmende Ablösung von der Familie, Mündigkeit
- Gruppe der Glecihaltrigen hat hohe Bedeutung
- Wer bin ich und wer will ich sein??
- Hinterfragen von ideologischen Perspektiven
- Kritische Betrachtung der Um- und Mitwelt
- Entdeckung von Schwächen und Fehlern der Menschen im unmittelbaren Umfeld.
- Bestimmte Erwartungen können nicht erfüllt werden oder man will es nicht
- Mühevolle Erarbeitung der Identität
- --> zu viele Identitätsangebote
- ------>manche schaffen es nicht eine Identität auszubilden
- -----------> Identitätsdiffusion
- Viele bedürfen eines Moratoriums
- Gruppen/Orte, wie Sportvereine, haben große Bedeutung
- Mädchen: innige Beziehungen zu Tieren --> Lebenssinn in Tierpflege
- Jugendliche müssen Verantwortung übernehmen, sollen für Folgen ihres Tuns einstehen, Berücksichtigung von moralischem Denken und Werten
-
- rigide Vorgaben und Verbote:
- --> Identität bleibt auf kritiklose Unterwerfung unter Autoritäten ausgerichtet
- ODER
- --> radikale Ablehnung aller Autoritäten, keine positive Identität
-
- Intimität und Solidarität vs. Isolierung
- Lernen intime Beziehungen einzugehen
- --> besondere Verantwortung für den Anderen übernehmen
- --> besondere Zuwendung erfahren
- ANSONSTEN: Zustand der Isolierung
-
- Generativität vs. Stagnation
- Fähigkeit und Wunsch sich für den Fortbestand der Gemeinschaft einzusetzen
- Zeugen und Gebären von Kindern
- Bereitschaft für die nachwachsende Generation Verantwortung zu übernehmen
- kriminelles Verhalten = misslungenes generatives Verhalten / sinnvolle generative Lebenseinstellung
-
- Integrität vs. Verzweiflung
- Möglichkeit auch im Alter noch Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken.
- Am Ende des Lebens muss das eigene Leben vor sich selbst bewertet werden.
-
- Folgt bestimmten kulturellen Orientierungen
- Erwachsene nehmen im Moratorium weiter Einfluss
- Moratorium kann immer nur zeitlich begrenzt gewährt werden
- während des Moratoriums könnte sich eine Identitätsdiffusion noch ausweiten
- ----> Bezüge zur Realität notwendig