Flashcards
Klinische Neuropsychologie - Großhirn und funktionelle Basissysteme
Cards in this deck (66)
- 1TelencephalonEndhirn:
Größter Teil des Gehirns;
2 Hemisphären, durch Fissura Longitudinalis getrennt
Pro Hemisphäre 4 Lobuli: Frontal, Parietal, Temporal, Occipital - 22 Bereiche ohne Zuordnung zu einem Lobus1. Gyrus Cinguli (medial an der Großhirnrinde)
2. Lobus Insularis (lateral; durch Frontal- Parietal- und Temporallappen verdeckt) - 3SulciFurchen:
Dienen der Oberflächenvergrößerung
-Primärfurche: bei allen Menschen gleich
-Sekundärfurche: bei vielen Menhschen variabel
-Tertiärfurche: hoch individuell (vgl. Fingerabdruck) - 4Hauptfurchen1. Sulcus centralis ->Trennt Frontal- und Parietallapen
2. Sulcus lateralis -> Trennt Temporallappen von Parietal- und Frontallappen - 5GyriWindungen:
Dienen der Oberflächenvergrößerung
Typische Gyri für jeden der vier Lappen vorhanden - 6Gyri des Lobus Frontalis1. Gyrus frontalis superior
2. Gyrus frontalis medius
3. Gyrus frontalis inferior
4. Gyrus precentralis - 7Gyri des Lobus Parietalis1. Gyrus postcentralis
2. Gyrus supramarginalis
3. Gyrus angularis - 8Gyri des Lobus TemporalisDurch sulcus temporalis superior & inferior voneinander getrennt:
1. Gyrus temporalis superior
2. Gyus temporalis medius
3. Gyrus temporalis inferior
Heschl-Querwindungen (Gyrus temporalis sup.): Sitz der Primären Hörrinde - 9Wichtigste innere GroßhirnstrukturenGraue Substanz auf Rinde (Cortex) und im Marklager liegender Kerne (Nuclei) verteilt
Marklager-Kerne → einige davon als Basalganglien bezeichnet - 10Entstehung der Hirnlappen und Rotation der HemisphärenWährend der embryonalen Entwicklung des Gehirns findet in den Hemisphären eine "rotierende" Wachstumsbewegung statt;
Hemisphärenbläschen wachsen anhand einer Horinzontalen Achse; es entstehen der Frontal- Occipital- und Temporallappen - 11Entwicklungsgeschichtliche Gliederung des GroßhirnsPhylogenetisch alte von jungen Großhirnabschnitten unterscheidbar: Paleokortex (Riechhirn), Striatum, Archikortex (Hippocampus), Neokortex
-> alt nach jung - 12Rindenfeldgenerierung nach BrodmannEinteilung des Gehirns in 52 Areale; Einteilung anhand histologischer Merkmale
- 13BasalganglienZentrale Regulation der Moptorik (Feedbackschleifen)
Anatomische Bestandteile:
-Striatum; Corpus Striatum (Nucleus Caudatus, Putamen)
-Pallidum (Globus Pallidus)
Funktionell dazugehörig:
-Nucleus subthalamicus
-Substantia Nigra - 14Basalganglien: StriatumNucleus caudatus, Putamen, Nucleus Accumbens
Trennung in Matrix (85%) und Striosomen
Hauptaufgabe:
Integratorische und inhibitorische Beeinflussung motorischer Impulse
Afferenzen (wichtigste):
Substantia Nigra, Thalamus, motorischer, sensorischer, präfrontaler Assoziationskortex
Efferenzen (wichtigste):
Pallidum, Substantia Nigra
Funktion:
Inhibitorische oder exzitatorische Modulation motorischer Impulse: inhibitorische Funktion dominant
Beteiligt an: motorischen und anderen Lernvorgängen, kognitiven Integrationsvorgängen
Krankheitsbilder in Verbindung: Morbus Parkinson, Hyperkinesien
Nucleus Accumbens: kleiner Abschnitt des Striatums; intensive Affarenzen vom limbischen System; Teil des Belohnungssystems - 15Basalganglien: PallidumGlobus Pallidus: mediales und laterales Pallidussegment
Afferenzen:
Striatum, Thalamus, Nucleus subthalamicus
Efferenzen:
Laufen in große Faserbündel zusammen; v.a. Thalamus
Funktion:
funktioneller Antagonist des Striatums
mediales Segment: inhibitorische Modulation von Bewegungsimpulsen
laterales Segment: Exzitatorische Modulation von Bewegungsimpulsen
-> Hauptsächlich exzitatorische Modulation
Läsionen: Bewegungsarmut, Ungeschicktheit, evtl Hyperkinesien - 16Basalganglien: Nucleus subthalamicusAfferenzen: Pallidum -> hemmende Impulse aus lateralem Pallidussegment
Efferenzen: Pallidum -> fördernde Impulse zum medialen Pallidussegment
=> insgesamt Hemmung von Bewegungsimpulsen
Läsionen:
Kontralaterale hyperkinetische Symptome, Ballistisches Syndrom; Hemiballismus
-> Häufig einseitige Läsionen (Tumor) - 17Basalganglien: ClaustrumIn Funktion noch wenig verstanden;
Projektion vermutlich hauptsächlich zum Striatum - 18Zusammenwirken der Basalganglien und zentrale Regulation der MotorikBasalganglien: feine Abstimmung der Bewegungsabläufe; Ausmaß, Kraft, Richtung und Geschwindigkeit einer Bewegung
limbisches System: ursprünglicher Bewegungantrieb; Weitergabe der Bewegungsimpulse an Assoziationskortex, dann 3 Wege zum Thalamus:
1. Bewegungsvorbereitende Zentren des motorischen Kortex; Läsion: Lähmungserscheinungen
2. über Pons zum Kleinhirn -> Modulation und Korrektur der Bewegungsabläufe des Assoziationskortex; Läsion: Ataxie
3. über Basalganglien; Läsion: Hyper- oder Hypokinesien
Substantia Nigra: fördernde Wirkung auf die Motorik
Nucleus subthalamicus: hemmende Wirkung auf die Motorik
Kleinhirn: Feinabstimmung motorischer Impulse
Basalganglien: Bahnende oder unterdrückende Verarbeitung der Impulse - 19Paleokortex-Riechhirn
-Bulbus olfactorius
-Tractus olfactorius
-Tuberculum olfactorium
-Septum - 20Riechbahn und olfaktorischer KortexRiechrinde und -bahn:
1. Sinneszellen der Riechschleimhaut -> Fortsätze bilden Hirnnerv I und projizieren zum bulbus olfactorius
2. Verschaltung der Impulse in abgrenzbare Einheiten (Glomeruli) -> topisch getrennte Verarbeitung der Geruchsqualitäten im bulbus olfactorius; Weiterleitung an olfaktorischen Kortex
3. Enge Verbindung des tuberculum olfactorium mit nucleus accumbens -> Integration der Geruchswahrnehmung mit Impulsen anderer Areale
4. Weiterleitung der Information an Thalamus, frontobasale Neokortexareale, verschiedene vegetative Zentren -> Analyse, Interpretation und Erkennung der Geruchsinformation; funktionell eine Art "sekundärer olfaktorischer Kortex" - 21Area septalisSeptum verum, Septum pellucidum
Emotionale, vegetative und Gedächtnisleistungen - 22AmygdalaCorpus amygdaloideum
mehrere Einzelkerne; teilweise Integration in temporalen Kortex
Funktion:
-modulierender Einfluss auf die vegetativen Zentren des Hypothalamus
-Vermittlung von Verhaltensweisen
-emotional ausgelöste motorische Reaktionen
-emotionale Bewertung von Sinnesreizen
-Speicherung emotionaler Gedächtnisinhalte - 23Basale VorderhirnstrukturenGruppe von Kernen; wichtigster: Nucleus basalis
Afferenzen: limbisches System
Efferenzen: fast alle neokortikalen Areale
-> Bindeglied zwischen limbischem System und Neokortex
-> 90% der Zellen acetylcholinerg - 24Archikortex und limbisches System-Hippocampus
-Gyrus cinguli
-Gyrus parahippocampalis
-Amygdala
-Corpus mammilare
ferner auch: Teile des Thalamus, Riechhirn - 25Limbisches System: HippocampusAfferenzen:
Regio entorhinalis -> modulierte sensorische Impulse aus dem Neokortex;
Thalamus, Gyrus cinguli, Amygdala
Efferenzen:
Fast alle im Fornix enthalten, projizieren zu: Septum, Amygdala, Hypothalamus, corpora mammilaria
Besondere Efferenzen:
Papez-Neuronenkreis
Hippocampus -> Fornix -> Corpora mammilaria -> Thalamus -> Gyrus cinguli -> Area entorhinalis ->Hippocampus
Funktion des Kreises: Überführung von Gedächtnisinhalten vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis
Läsion des Schaltkreises: enorme Einbußen der Merkfähigkeit (max. ca. 2 Min.) bei Läsion eines Bestandteils
Funktion Hippocampus: Gedächtnisbildung, sowie endokrine, emotionale, vegetative Funktionen als Teil des limbischen Systems
Läsion Hippocampus: bilateral -> völlige räumliche und zeitliche Desorientierung - 26Histologie des ArchikortexGrößter Anteil des Archikortex 3-Schichtig und von Hippocampus gebildet
- 27Anatomische Grundlagen des GedächtnissesEbenen des Gedächtnisses:
1. Kurzzeitgedächtnis (Sekunden bis Minuten)
2. Gedächtniskonsolidierung (Tage bis Monate)
3. Langzeitgedächtnis (Jahre bis Jahrzehnte)
Kategorische Trennung:
-explizite Gedächtnisinhalte (=deklarative; Fakten, Ereignisse)
-implizite Gedächtnisinhalte (=non-deklarative; Handlungsabläufe/Gewohnheiten, motorisch und emotional Gelerntes)
Amnesie:
-anterograde Amnesie (keine Bildung neuer Erinnerungen)
-retrograde Amnesie (Verlust alter, vor der Schädigung bestehender Erinnerungen) - 28Gyrus Cingulinach Hippocampus größter Teil des limbischen Systems
Funktion: psychomotorischer und lokomotorischer Antrieb
Läsion: schwere Persönlichkeitsveränderungen, mangelnder psychomotorischer und lokomotorischer Antrieb ("Abgestumpftheit" und Bewegungsarmut) - 29Funktion der Bestandteile des limbischen SystemsHippocampus: Gedächtnis, Verhalten, emotionale und vegetative Funktion
Gyrus cinguli: psychomotorischer und lokomotorischer Antrieb, vegetative Modulation
Gyrus parahippocampalis: Gedächtnis, Zuleitung von Sinnesinformationen zum Hippocampus
Amygdala: Affekverhalten, emotionales Lernen, Beeinflussung vegetativer Funktionen
Corpus mammilare: Gedächtnis, Affektverhalten, vegetative Funktionen - 30Funktionelle Gliederung des NeokortexNeokortex = Allo- oder Isokortex; 6-Schichtig; fast gesamte Hemisphärenoberfläche
Funktionelle Einteilung:
-Primärfelder: unimodal; Sensorische Zentren, die ihre Sinnesaffarenzen direkt vom Thalamus erhalten und diese interpretationsfrei weiterleiten
-Sekundärfelder: unimodal; liegen neben den primären Rindenfeldern; Interpretation der primären Sinneseinformation mittels "erkennenden Zuordnens"
-Assoziationsfelder: multimodal; afferent und efferent mit vielen verschiedenen Sekundärfeldern verbunden - 31Histologie des Neokortex: neokortikale Neuronen2 Haupttypen:
1. Pyramidenzellen: Projektionsneurone (efferent); meist exzitatorisch (Glutamat); 85% aller kortikalen Neurone; Dendriten an Spitze und Basis, verlassen teils die Hirnrinde
2. Nicht-Pyramidenzellen: intrakortikale Interneurone; meist inhibitorisch (GABA); morphologisch unterschiedliche Typen voranden; keine Pyramidenform, Dendriten verlassen Hirnrinde nicht - 32Histologie des Neokortex: die 6 Schichten des Neokortex1. Molekularschicht: keine Pyramidenzellen, vereinzelt kleine Nicht-Pyramidenzellen
2. Äußere Körnerschicht: überwiegend kleine Pyramidenzellen, sehr dicht gepackt
3. Äußere Pyramidenschicht: überwiegend große Pyramidenzellen, mittlere Zelldichte, Assoziations- und Kommissurenfasern
4. Innere Körnerschicht: viele kleine Sternzellen, eng gepackt, Großteil der Nicht-Pyramidenzellen, hohe Zelldichte
5. Innere Pyramidenschicht: vorwiegend sehr große Pyramidenzellen, mittlere Zelldichte
6. Multiforme Schicht: kleine Pyrramidenzellen und Nicht-Pyramidenzellen, mäßige Zelldichte
Unterscheidung durch Nissl- oder Markscheidenfärbung möglich - 33Kortikale Faserverbindungen und RindentypenFaserverbindungen:
Großteil der afferenten Projektionen zum Kortex stammen aus spezifischen Thalamuskernen und deren Kortexarealen
Rindentypen:
granulärer Kortex: in sensorischen Rindengebieten; extrem stark entwickelte Körnerschicht und nur schwach entwickelte Pyramidenschicht
agranulärer Kortex:
stark ausgeprägte Pyramidenschicht und eher schwach ausgeprägte oder gar fhlenden Schichten 2 und 5
Kortikale Rindenfelder nach Brodmann: durch histologische Kriterien eingeteilt, darin existente kleinere Funktionseinheiten (einzelne, funktionell zusammengehörige Zellsäulen (Columnae), die innerhalt eines Kortexareals als Gruppe hinter und nebeneinander geschaltet sind - 34Bestandteile des Frontallappens-Gyrus precentralis
-Pyramidenbahnen
-Prämotorischer und supplementärmotorischer Kortex
-Frontales Augenfeld
-Motorisches Sprachzentrum
-Frontales Blasenzentrum
-Präfrontaler Kortex - 35Gyrus precentralis (inkl. Pyramidenbahnen)= primär somatomotorische Rinde/
Eigenschaften:
Motokortex
Brodmannareal 4
Ursprungsort von Willkürbewegungen
somatotope Gliederung
Afferenzen:
Thalamus, Gyrus postcentralis
Efferenzen:
= Pyramidenbahnen (Tractus corticonuclearis, Tractus corticospinalis)
Funktion:
willkürmotorische Versorgung der kontralateralen Körperhälfte, Feinmotorik
Läsion:
Symptome Ortsabhängig (Somatotop!)
kontralaterale Parese (isolierte Läsion) - 36Steuerung der GesichtsmuskulaturGyrus precentralis: Willkürbewegungen der unteren Gesichtshälfte (unilateral: kontralateral)
Supplementärmotorischer Kortex: Willkürbewegungen der oberen Gesichtshälfte (bilateral: ipsi- und kontralateral)
Gyrus cinguli: emotional ausgelöste Gesichtsbewegungen, in zwei Bereichen (obere und untere Gesichtshälfte) - 37Prämotorischer und supplementärmotorischer KortexPrämotorischer Kortex:
Brodmann 6 und teilw. 8
Supplementärmotorischer Kortex:
angrenzend an prämotorischen Kortex
Läsionen:
Prämotorischer Kortex: spastische Lähmung
Supplementärmotorischer Kortex (isoliert): Bewegungsarmut - 38Frontales AugenfeldEigenschaften:
= frontales Blickzentrum
liegt anterior des prämotorischen Kortex
Funktion:
Initiation willkürlicher Augenbewegungen auf gewähltes Blickziel,
Entstehung willkürlicher Augeneinstellbewegungen (Sakkaden)
Afferenzen:
primärer und sekundärer visueller Kortex
Efferenzen:
Formatio reticularis
Bei Blcikfolgebewegungen Einwirken von Parietal- und Temporallappen
Läsion:
Ipsilaterale Beeinträchtigungen der o.g. Fähigkeiten - 39Motorisches Sprachzentrum= Broca-Sprachzentrum
Aufgabe:
Formen der Sprache in Satzbau und Wortlaut
Afferenzen:
primärer und sekundärer auditiver Kortex, mehrere Assoziationsfelder
Efferenzen:
Gyrus precentralis
Läsion:
Bei Läsion der dominanten Hemisphäre: motorische Aphasie - 40Frontales BlasenzentrumLage:
Gyrus cinguli
Funktion:
Willkürliche Kontrolle über Harnblasen- und Enddarmentleerung
Läsion:
Inkontinenz - 41Präfrontaler KortexLage:
rostral des prämotorischen Kortex
Funktion:
Beteiligung am Kurzzeitgedächtnis,
höhere soziale, psychische und geistige Leistungen,
Handlungsmotivation,
kognitive Leistungen
Läsion:
Bilateral: schwere Persönlichkeitsstörungen - 42Bestandteile des Parietallappens-Somatosensible Bahnen
-Gyrus postcentralis
-Sekundärer somatosensibler Kortex
-Posteriorer parietaler Kortex
-Vestibuläre Bahn und vestibulärer Kortex
-Gyrus angularis - 43Somatosensible Bahnen/ afferentes System zum sensiblen KortexBahnen des sensiblen anterolateralen Systems:
Schmerz-, Temperatur-, grobe Druck- und Tastempfindungen,
beginnen peripher an entsprechenden Sinnesrezeptoren
Bahnen des Hinterstrang-/ medialen Systems:
feine Berührungs-, Vibrations- und Lagewahrnehmung - 44Gyrus postcentralis; primärer somatosensibler KortexEigenschaften:
-Brodmannareale 1,2,3
-Somatotop (unilateral); einzelne Körperteile überproportional Repräsentiert, Repräsentation korreliert mit Differenzierungsfähigkeit
-Sensible Informationen kontralateral
Funktion:
lokalisatorische Zuordnung, Differenzierung von Stärke und Art des Sinnesreizes
Area 1: v.a. Afferenzen von dermalen Berührungsrezeptoren
Area 2: v.a. Afferenzen des Lagesinns
Area 3: v.a. Afferenzen von Muskelspindeln, Schmerz- und Temperaturrezeptoren
Läsion:
Kontralaterale Beeinträchtigung der Empfindung von Berührung, Druck und Schmerz - 45sekundärer somatosensibler KortexEigenschaften:
-Somatotop (bilateral)
Funktion:
Dominante Hemisphäre: Erkennung, Zuordnung von Getastetem
Nicht-dominante Hemisphäre: Orientierung für Lage im Raum
Läsion:
taktile Agnosie bzw. räumliche Orientierungsstörung - 46Posteriorer parietaler KortexFunktion:
Basis sensorisch-kognitiver Funktionen, multisensorische Integration als Teil des temporo-parieto-occipitalen Assoziationskortex, visuelle Raumwahrnehmungs- und Aufmerksamkeitssteuerung
Läsion:
Kontralateraler Neglect - 47Sulcus interparietalisKortex, der diesen sulcus auskleidet
Lage:
Posteriorer Parietallappen
Funktion:
"Mathematischer Kortex", kalkulative Fähigkeiten
Klinik:
Bei Beeinträchtigung: Dyskalkulie - 48Vestibuläre Bahn und vestibulärer KortexVestibuläre Bahnen beginnen in Vestibulariskernen, welche gekreuzt und ungekreuzt über den Hirnstamm projizieren
Klinik:
Schwindelsymptome und Fallneigungen; eher selten - 49Gyrus angularisBA 39
Lage:
Übergang Parietal- zu Temporallappen
Funktion:
Dominante Hemisphäre: zentrale Rolle bei der Verknüpfung visueller Impulse und der Zuordnung zu sprachlichen Begriffen
Wichtige Schaltstelle zwischen visuellem und auditivem Kortex
Unerlässlich für den Vorgang des Lesens und Schreibens - 50Strukturen des Okzipitallappens-Sehbahn
-Primärer visueller Kortex
-Sekundärer visueller Kortex und weitere visuelle Rindenfelder - 51Sehbahn1. Sinneszellen der Retina ->
2. Bipolarre Zellen ->
3. Retinale Ganglienzellen* ->
4. Chiasma opticum
*Magnozelluläres System: Große Zellen der Retina; projizieren in corpus geniculatum laterale auf magnozelluläre Neuronen; Dient der Bewegungswahrnehmung und grober (nicht-farblicher) Objektwahrnehmung
*Parvozelluläres System: Kleine Zellen der Retina; projizieren in corpus geniculatum laterale auf parvozelluläre Neuronen; Dient der hochaufgelösten visuellen Wahrnehmung (Detailreich) und Farbwahrnehmung
Läsionen:
Nucleus opticus: ipsilaterale Blindheit des Auges
Chiasma opticum: bitemporale Hemianopsie
Traactus opticus: Homonyme Hemianopsie
Corpus geniculatum laterale: Kontralaterale Hemianopsie
Sehstrahlungsläsion: kleinere Gesichtsfeldausfälle - 52Primärer visueller KortexBA 17
Auch: Area striata
Zerebrale Bewusstwerdung visueller Impulse
Afferenzen:
Corpus geniculatum laterale
Efferenzen:
Sekundärer visueller Kortex (BA 18, 19)
Läsion:
kontralaterale kleinere Gesichtsfeldausfälle bis hin zur homonymen Hemianopsie - 53Sekundärer visueller Kortex und weitere visuelle RindenfelderSekundärer visueller Kortex:
BA 18, 19
Funktion:
Analyse der visuellen Informationen in Farbe, Form, Orientierung und Entfernung
Im Temporallappen: Interpretation visueller Information und Verknüpfung mit gelerntem
Afferenzen:
v.a. primärer visueller Kortex
Efferenzen:
zu übergeordneten visuellen Rindenfeldern
weitere visuelle Rindenfelder:
Blickzentrum: am Übergang zum Parietallappen gelegene Anteile der visuellen Rinde; verantwortlich für das Entstehen von Blickfolgebewegungen
Frontales Augenfeld im Frontallappen
Läsion des sek. vis. Kortex und weiterer Felder:
keine Zuordnung des Gesehenen/ visuelle Agnosie - 54Bestandteile des Temporallappens-Hörbahn
-Primärer auditorischer Kortex
-Sekundärer auditorischer Kortex
-Sprachassoziierte Schaltkreise - 55HörbahnEigenschaften:
Tonotop gegliedert
Kontra- (Faserkreuzungen) und Ipsilaterale Kommunikation der einzelnen Nuclei
Verlauf:
1. Cochleare Haarzellen
2. Nervus cochlearis
3. Nucleus cochlearis (Kommunikation mit 4. und 5.)
4. Nucleus olivaris superior
5. Nucleus colliculus inferior
6. Corpus geniculatum mediale
7. Auditorischer Kortex - 56Primärer auditorischer KortexBA 41
Afferenzen:
Hörbahn mit frequenzspezifischen Terminatonsorten
Efferenzen:
sekundäre Hörrinde
Läsion:
einseitig: geringe Minderung des Hörvermögens - 57Sekundärer auditorischer KortexBA 22, 42
Wernicke-Areal dort befindlich
Funktion:
interpretative Verarbeitung auditorischer Impulse
Hemisphärenasymmetrie:
Dominant: Rationale Integration
Nicht-dominant: Nicht-rationale Integration
Afferenzen:
Gyrus angularis
Efferenzen:
Primärer auditorischer Kortex
Funktionelle Bedeutung des Wernicke-Zentrums:
Wichtige Rolle bei Sprache und Denken; bei Schädigung tief greifende Persönlichkeitsstörung
Läsion:
Sekundärer auditorischer Kortex:
Sensorische Aphasie (dominante Hemisphäre)
Gyrus angularis:
Alexie oder Agraphie - 58Sprachassoziierte SchaltkreiseFunktion:
Nachsprechen von Wörtern
Lesen und Vorlesen
Ablauf:
1. Visuelle Impulse von Retina über Sehbahn zum primären visuellen Kortex
2. Dort Bewusstwerdung und Weiterleitung an sekundären visuellen Kortex
3. Sekundärer visueller Kortex: Identifikation als Schrift und Interpretation
4. Weiterleitung der Impulse zum Gyrus angularis
5. Weiterleitung zum Wernicke Areal (sekundärer auditiver Kortex): Verbindung des Schriftbildes mit sprachlichem Sinn
Läsion:
Wortfindungsstörunngen
Leitungsaphasie - 59Bestandteile der Inselrinde (Lobus insularis) und des multisensorischen Kortex-Multisensorischer Kortex der Inselrinde
-Viszerosensible und gustatorische Bahnen
-Sekundärer gustatorischer Kortex (jedoch im Frontallappen) - 60Multisensorischer Kortex der InselrindeWichtigste Teil der viszerosensiblen Rinde
Funktion:
Primäre Verarbeitung von kortikaler Geschmackswahrnehmung -> primärer gustatorischer Kortex;
Wichtige Komponente der Schmerzwahrnehmung - 61Sekundärer gustatorischer KortexIm orbitofrontalen Kortex gelegen; teilweise überlappend mit sek. olfakt. Kortex
Afferenzen:
Primärer gustatorischer Kortex - 62Viszerosensible BahnenAllgemein-viszerosensible Bahn beginnt an den peripheren Rezeptoren der inneren Organe
- 63Gustatorische Bahnen1. Verschiedene geschmackssensible Neuronen projizieren auf Ganglione des: Nervus fascialis (7. Hirnnerv), nervus glossopharyngeus (9. Hirnnerv), nervus vagus (10. Hirnnerv)
2. Weiterleitung der gustatorischen Reize an den nucleus solitarius (Hirnstamm)
3. Weiterleitung über formatio reticularis
4. Nucleus ventralis posterior (Thalamus)
5. primärer gustatorischer Kortex
6. sekundärer gustatorischer Kortex; Abzweigungen u.a. zum Thalamus un limbischen System - 64Kategorien der Bahnsysteme innerhalb des GroßhirnsUnterscheidung grundsätzlich zwischen:
1. Kommissurenfasern (Verbindung zwischen Hemisphären)
2. Projektionsfasern (Verbindung Kortex mit subkortikalen Gebieten)
3. Assoziationsfasern (Verbindung hemisphäreninterner Areale) - 65Wichtigste Bahnsysteme des GroßhirnsCorpus callosum (Balken)
Hauptverbindung der Hemisphären (Kommissur)
Läsion:
Split Brain; Kommunikation der Hemisphären hauptsächlich über periphere Singale; vollständiges Split Brain jedoch nur bei Kommissurotomie aller Kommissuren, nicht bei alleiniger corpus callosum Kommissurotomie
Weitere wichtige Kommissur: commissura anterior
Capsula interna
Enthält die meisten zu- und ableitende kortikalen Projektionsbahnen
Läsion:
große klinische Bedeutung; Funktionsstörungen im jeweils geschädigten Bereich, Kommunikation von bestimmten Hirnarealen nicht mehr möglich -> Integrative oder bewusstwerdende Leistungen nicht ausführbar - 66Präparative darstellung des GehirnsErmöglichen konkrete topografische Vorstellung der Lage der Gehirnteile zueinander
Post mortem anhand bestimmter Schnitte:
Frontalschnitte:
Schnitt 1: rostral des chiasma opticum
Schnitt 2: in Höhe des chiasma opticum
Schnitt 3: in Höhe des corpus amygdaloideum
Schnitt 4: in Höhe des corpus mammillare
Schnitt 5: in Höhe von Mesencephalon und Pons
Horizontalschnitte:
Schnitt 1: oberhalb des nucleus caudatus
Schnitt 2: in Höhe des Fornix
Schnitt 3: in Höhe der commissura anterior
Saggittalschnitte:
Schnitt 1: in Höhe des caput nuclei caudati
Schnitt 2: in Höhe des Putamens
Information
- Description
- Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Flashcards on Klinische Neuropsychologie - Großhirn und funktionelle Basissysteme, created by Joney Stoney on 04/07/2018.
- Created by
- Joney Stoney
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