Flashcards
Klinische Neuropsychologie - Liquor- und Ventrikelsystem, Hirnhäute
Cards in this deck (23)
- 1Liquor cerebrospinalis-Flüssigkeitskissen, das Rückenmark und Gehirn einbettet
-Vorhanden im äußeren Liquorraum (v.a. Pufferfunktion zwischen Gehirn und Schädelknochen) und inneren Liquorraum (Stofftransport, Stoffbarriere)
-ca. 150 ml im Liquorsystem vorhanden, stetige Bildung
-Zusammensetzung als Indikator für pathologische Veränderungen - 2Inneres Liquorsystem4 Ventrikel:
-stehen miteinander in Verbindung
-bilden ein hintereinander geschaltetes Liquorbildungs- und -transportsystem
-jedem Hirnabschnitt kann ein Teil zugeordnet werden:
Großhirnhemisphären: Seitenventrikel (1&2)
Zwischenhirn: 3. Ventrikel
Mittelhirn: Aquäductus cerebri
Rautenhirn: 4. Ventrikel - 3Liquorproduktion-In allen 4 Ventrikeln
-Fluss von Seitenventrikeln über 3. Ventrikel in Richtung des 4.
-Gesamtmenge an Liquor: ca. 150ml (20% Intraventrikulär, 80% im äußeren Liquorraum (inkl. Rückenmark) - 4Seitenventrikel-Form durch Hemisphärenrotation erhalten
Bestandteile:
-Cornu frontale
-Pars centralis
-Cornu occipitale
-Cornu temporale - 53. Ventrikel-Verbindung mit Seitenventrikeln über Foramen interventriculare; im Gegensatz zu Seitenventrikeln unpaarig
-Verfügt über mehrere recessus (Einbuchtungen)
Laterale Begrenzung: Thalami
Boden: Hypothalamus
Dach: Plexus choroideus - 64. VentrikelVerbindung zum 3. Ventrikel über aquaeductus cerebri (mesencephali)
Ventrale Begrenzung: Medulla oblongata, Pons
Stelle der Verbindung des inneren und äußeren Liquorraumes, größter Teil des dort produzierten Liquors wird in den Subarachnoidalraum abgegeben - 7EpendymLiquorraum ist von Gliazellen ausgekleidet (Ependymzellen), tragen zahlreiche Mikrovilli und Kinozilien, welche dem Liquortransport dienen
- 8Zirkumventrikuläre OrganeTanzyten: spezialisierte Neuronen, direkter Kontakt mit Liquor und Blut => Umgehung der Blut-Hirn-Schranke
Zirkumventrikuläre Organe:
Verdichtung dieser Zellen (starke Vaskularisierung, fehlende Blut-Hirn-Schranke)
7 zirkumventrikuläre Organe:
-Area postrema
-Eminentia mediana
-Neurohypophyse
-Epiphyse
-Organum vasculosum laminae terminalis
-Subfornikalorgan
-Subkommissuralorgan - 9Liquorbildung und Plexus choroideusPlexus choroidei
-Täglich Produktion von ca. 500ml Liquor
-Produktion größtenteils in Plexus choroidei
-In jedem Ventrikel vorhanden
-Morphologisch verästelt sowie von Plexusepithel überzogen, welches zahlreiche, sekretionsfördernde Mikrovilli aufweist
-Grundgerüst: Tela choroidea - 10Liquorzusammensetzung-Ultrafiltrat aus Blutgefäßen der Plexus choroidei
-Stark modifizierte Zusammensetzung, aktive Sezernierung (Plexus choroidei)
-Klare, zell-, eiweiß- und glukosearme Flüssigkeit (verglichen mit Blut) - 11Blut-Liquor-SchrankeTrennung des Blutes vom Liquor durch Kapillarendothel, Basalmembran und Plexusepithel -> bilden in Gesamheit die Blut-Liquor-Schranke; nur für H2O, O2 und CO2 ohne weiteres durchlässig
- 12LiquorresorptionRückresorption des Liquors ins Blut im äußeren Liquorraum
-Bereits kleine Schwankungen des Sollvolumens (insg. ca. 150ml) können erhebliche Funktionseinschränkungen des Gehirns verursachen
Resorption über 2 Wege:
1. Im Schädelbereich: über Ausstülpungen der Arachnoidea mater (Arachnoidalzotten), die Kontakt zu der venösen Blutleiter der Dura mater hat (Sinus durae matris)
2. Im Wirbelkanal und Schädelbasisbereich: Resorption an den Austrittsstellen der Spinal- und Hirnnerven, Aufnahme des Liquors dort von Venen- und Lymphgefäßplexus
Klinik:
Liquorresorptionsstörungen/-transportstörungen führen zu Liquoraufstau -> Hydrocephalus
=> intrakranieller Druck steigt, bei Kindern Schädelgrößenzunahme, bei Erwachsenen: Hirndruckzeichen - 13Funktion des Liquors-Pufferfunktion: Reduktion des tatsächlichen Gehirngewichts (1.500g) auf ein physikalisches Effektivgewicht von etwa 50g
-Konstanhaltung des extrazellulären Milieus, Entfernung potenziell schädlicher Metaboliten
-Z.T. direkter Einfluss auf neuronale Funktion (bspw. Regulation des Atemzentrums durch CO2-Plasmaspiegelvermittlung an Medulla oblongata) - 14HirndruckDurch Verdrängung/Raumforderung oder Hirnschwellung entsteht ein Hirndruck, das Gehirn wird in Folge dessen verdrängt.
Folge:
untere Einklemmung: Hirnmasse durch foramen magnum nach unten gepresst
obere Einklemmung: meist zeitlich vor unterer Einklemmung, Hirnmasse wird in Incisura tentorii des Tentorium cerebelli gedrückt => Bewusstseinsverlust, lichtstarre Pupillen, Gewebeschäden - 15Hirnhäute (Meningen)3 Schichten; umgeben Gehirn und Rückenmark
Von außen nach innen:
1. Dura mater (harte Hirnhaut; Pachymeninx)
2. Arachnoidea mater (Spinnengewebshaut, Leptomeninx)
3. Pia mater (Weiche Hirnhaut, Leptomeninx) - 16Dura mater-Kein Hohlraum zwischen Dura und Schädelknochen
-Bei Blutung: Entstehung eines Raumes (Epidurales Hämatom)
-Mit Arachnoidea verbunden durch Neurothelschicht
-An mehreren Stellen Duplikaturen vorhanden: Entstehung von endothelausgekleideten Hohlräumen (Sinus durae matris)
-Sinus sagittalis superior, Sinus sagittalis inferior als Beispiel für Sinus durae matris - 17Arachnoidea mater-Folgt unterseitig dem kompletten Verlauf der Dura mater
-Sehr feine Hirnhaut
-Physiologisch kein Raum zwischen Dura mater und Arachnoidea mater, jedoch pathologisch bei Einblutung (Subdurales Hämatom)
-Verbindung mit Pia mater durch zahlreiche spinnengewebsartige Bindegewebsfasern => dadurch entstehung eines hohlraumes (Subarachnoidalraum), entspricht dem äußeren Liquorraum, beherbergt zudem Blutgefäße - 18Pia mater-Legt sich ummittelbar der Oberfläche des Gehirns an und folgt ihr bis in alle Sulci hinein
-Umkleidet auch ins Gehirn eintretende Blutgefäße mit einer Bindegewebshülle (Spatium perivasculosum, Virchow-Robin-Raum) und begleitet sie ins tiefe ZNS - 19MenningeomHirnhauttumor; ausgehend von sog. Pacchioni-Granulationen, meist gutartig und daher langsam wachsend und spät bemerkt
- 20MeningitisHirnhautentzündung; Entzündung der Pia oder Arachnoidea mater, meist bakteriell oder viral
Symptome:
Kopfschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit, Meningismus, Bewusstseinseintrübungen, neurologische Ausfallerscheinungen - 21Blutversorgung und Innervation der MeningenHauptstämme der Gefäße und Nerven der Meningen verlaufen in Dura mater
Blutversorgung: 3 Gefäße, aus Arteria carotis interna hervorgehend:
1. Arteria meningea anterior
2. Arteria meningea media
3. Arteria meningea posterior
Besonders Arteria meningea media im Temporalbereich gefährdet, bei Schädelverletzungen zu reißen => Epidurale Blutung
Innervation:
Größtenteils über Nervus trigeminus
Hirnhäute äußerst schmerzempfindlich (Gehirn hingegen nicht) => Meningen als Kopfschmerzquelle - 22Epidurale BlutungAkut lebensbedrohliches Ereignis, meist in Folge eines SHT (Schädel-Hirn-Traumas)
Symptome:
Hirndruckzeichen
Diagnostik:
CT
Therapie:
Druckentlastung mittels Bohrlochtrepanation; Kraniotomie zur Gehirnentlastung (bei zusätzlicher Schwellung oder großem Blutungsherd) - 23MigränekopfschmerzDurchblutungsstörung der Meningen:
Vom Hirnstamm ausgehende Impulse => Vasokonstriktion meningealer Gefäße => Ischämie => anschließend Vasodilatation => Hyperfusion
Information
- Description
- Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Flashcards on Klinische Neuropsychologie - Liquor- und Ventrikelsystem, Hirnhäute, created by Joney Stoney on 07/07/2018.
- Created by
- Joney Stoney · Jul 2018
- Updated
- Jul 8, 2018
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