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Flashcards

Klinische Neuropsychologie - Zerebrale Blindheit und Gesichtsfeldausfälle

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie German 16 cards

Cards in this deck (16)

  1. 1Rückschlüsse auf funktionelle Organisation des zentralen visuellen Systems-Durch den Vergleich von Assoziation und Dissoziation von Teilfunktionen - Betrachtung betroffener und erhaltener visueller Teilleistungen
    2 Organisationsprinzipien besonders Wichtig:
    1. funktionelle Spezialisierung von Verarbeitung und Kodierung visueller Informationen
    2. Aufrechterhaltung der räumlichen und zeitlichen kohärenz visueller Wahrnehmung
    Schädigung/Beeinträchtigung des postchiasmatischen visuellen Systems => Gesichtsfeldstörung oder -ausfall im kontralateralen beidäugigen Halbfeld
    -zerebrale Amblyopie: Beeinträchtigung der Sehleistung
    -Anopie/zerebrale Blindheit: vollständiger Verlust des Sehens
    -Auch selektive Formen von kortikaler Blindheit möglich: selektiv für Farbe (Achromatopsie) oder Bewegung (Akinetopsie) etc.
  2. 2Formen homonymer Gesichtsfeldstörungen-homonyme Gesichtsfeldstörungen = Sehfunktionen in korrespondierenden (=homonymen) Bereichen beider kontralateraler Gesichtsfeldehälften beeinträchtigt/ausgefallen
    -Unterscheidung in:
    -uni-/ oder bilateral
    -Auftretensform (Hemianopsie, Quadrantenanopsie, Skotom etc.)
    -Schweregrad (Ausmaß an Restgesichtsfeld)
    Häufigkeiten:
    -Unilateral (absteigend):
    Hemianopsien (>50%), Quadrantenanopsien, parazentrale Skotome, Hemiamblyopie, Hemiachromatopsie
    -Bilateral (absteigend):
    Hemianopsien (ca. 44%), Quadrantenanopsien, parazentrale Skotome, Zentralskotome, Amblyopien
    -Unilaterale Gesichtsfeldeinbußen häufiger als bilaterale (ca. 90%)
    -Häufig Restgesichtsfeld von unter 2° bis 2°-4° (störungsbildabhängig)
  3. 3Ursachen homonymer GesichtsfeldausfälleAbsteigend nach Häufigkeit:
    -Hirninfarkt
    -Hirnblutungen
    -Hirntumoren
    -traumatische Verletzungen und neurochirurgische Eingriffe
  4. 4Eigenschaften homonymer Gesichtsfeldausfälle-Der foveale Anteil des Gesichtsfeldes (Durchmesser 1°) bleibt bei unilateralen Schädigung erhalten, da Repräsentation in beiden Hemisphären durch eine nasotemporale Überlappung bereits auf Ebene retinaler Ganglienzellen
    -Bilaterale homonyme Gesichtsfeldausfälle können beide Halbfelder, beide obere oder untere Quadranten etc. betreffen, je nach Schädigungsort und -ausmaß finden sich auch Kombinationen; schwerste Form: Röhrengesichtsfeld
    -Zentralskotome durch Schädigung ddes Okzipitalpols verursacht (zB. durch Schussverletzung, Hypoxie etc.)
  5. 5Homonyme Amblyopie-Teilweiser Verlust aller sehleistungen durch postchiasmatische Schädigung im betroffenen Gesichtsfeldbereich (= reltavie Ausfälle; zerebrale Amblyopien)
    -Homonyme Amblyopie: Lichtwahrnehmung in Gesichtsfeldbereichen vermindert, Wahrnehmung von Formen und Farben ausgefallen, bewegte und flickerndee Reize werden im Gesichtsfeld besser detektiert als stationäre (intakte dorsale Bahn)
  6. 6Selektive GesichtsfeldausfälleBeschrieben für: Farbwahrnehmung (Hemiachromatopsie), Größenwahrnehmung, Bewegungswahrnehmung (Akinetopsie), visuelle Lokalisation von Reizen
    => Unterstützung für Konzept der funktionellen Spezialisierung
    => Teilausfälle Hinweise für eine Retinotopie extrastriärer visueller Areale (z.B. Achromatopsie nur im Halbfeld etc.)
  7. 7Funktionelle Folgen von GesichtsfeldeinbußenZuordnung homonymer Gesichtsfeldausfälle zum Ort der postchiasmatischen schädigung
    => Entwicklung allgemeiner topografischer Gesetzmäßigkeiten sensorischer Systeme (auf sub-/kortikaler Ebene)
    Studium der funktionellen Folgen von Gesichtsfeldausfällen
    => Einsichten in Grundlagen visueller Wahrnehmung, z.B. globale und lokale visuelle Informationsverarbeitung
  8. 8GesichtsfeldErlaubt simultane/parallele "Aufnahme" eines entsprechend großen Ausschnittes der Umgebung und der groben räumlichen Struktur
    Ausschnitt kann durch Einsatz von Augen- und Kopfbewegungen erweitert werden
  9. 9Globale AufnahmeLiefert:
    -Rahmen für Detailanalyse
    -räumliche Informationen für Blickbewegungen (Hintergrundinformationen)
    Entdeckung eines Reizes
    => entsprechende räumliche Verlagerung der Aufmerksamkeit und Blickzuwendebewegung
    => Transport des zentralen, hochauflösenden Gesichtsfelds zum Reizort
    => Reiz für Dauer der (Detail-) Analyse fixiert
    Homonyme Gesichtsfeldausfälle engen den Überblick ein
    => Vernachlässigung eines Teils der Umwelt
    => Beeinträchtigung der Wahrnehmung der räumlichen Organisation der Umwelt möglich, da Gesamtausschnitt als Hintergrund für die räumliche Orientierung nur noch in Form sukzessiver Bilder zur Verfügung steht.
  10. 10Wie kann räumliche und zeitliche Kohärenz der Wahrnehmung trotz Einschränkungen des Überblicks wieder hergestelt werden?Läsion des striären Kortex: keine wesentliche Beeinträchtigung des Überblicks und der raumzeitlichen Organisation
    Läsion der okzipitoparietalen Strukturen: auffallende Veränderung okulomotorischer Blickstrategie
    Blickbewegungsmuster:
    -durch kleinamplitudige Sakkaden gekennzeichnet
    -erhöhte Anzahl an Fixationen
    -v.a. Fixationswiederholungen und fehlende Übereinstimmung mit räumlicher Struktur der Reizvorlage
    => erhöhte Suchzeit (3-5-fach)
    -kann durch Training reduziert werden
    -Berichte von "Aufnahmen", die mühsam zusammengesetzt werden müssen
    -Verlust der Repräsentation eines Gesichtsfeldbereichs in V1 = Verlust des Überblicks und der räumlichen Orientierung
    => Verlust kann durch okulomotorische Kompesationsstrategien effizient kompensiert werden; Ermöglichung durch posteriore und präfrontale Mechanismen, die für Planung und Überwachung von Blickbewegungsmustern zuständig sind
    Dorsale visuelle Areale: Wichtige Rolle für räumliche und zeitliche Kohärenz visueller Wahrnehmung durch Retinotopie, Verarbeitung visuell-räumlicher Infos und homo-/heterotope kallosale Verbindungen
  11. 11Gesichtsfeld und Lesen-Lesen als Beispiel für die Substitution eines Gesichtsfeldausfalls durch Blickmotorik
    -Effizientes Lesen => Bereiche von 5° links (3-4 Buchstaben) und 8° rechts (bis zu 15 Buchstaben) von der Fovea erforderlich
    => Asymmetrie durch Leserichtung
  12. 12Lesefenster-Ermöglicht parallele Verarbeitung von Textmaterial
    -Bildet die Grundlage für die regelrechte und kontinuierliche Weiterführung der Fixation
  13. 13Blickbewegungsmuster-Durch geordnete Abfolge von Fixationen und sakkadischen Sprüngen charakterisiert
    -Durchschnittliche Fixationsdauer: 200-250ms
    Patienten mit einem Verlust des parafovealen Gesichtsfeldes:
    Durch Beeinträchtigung des lokalen Überblicks verlust geordneter Abfolge von Fixationen und sakkadischen Sprüngen, dadurch Beeinträchtigung der Leseleistung
  14. 14LesestörungAbhängig von Seite des Ausfalls:
    links => Schwierigkeiten den Zeilenanfang zu finden, Übersehen von Vorsilben und kurzen Wörtern
    rechts => Probleme das Wortende zu finden; Erhöhung der Fixationsdauer und Verkleinerung der Blicksprünge
    Beides durch Training reduzierbar
    Patienten mit vorwiegend genikulostriärer Schädigung:
    => spontane Anpassung ihrer Lesebewegungen an den Ausfall
    Das Fehlen einer spontanen Anpassung ist mit einer extrastriären, vornhemlich dorsalen Schädigung assoziiert
  15. 15Fovea und visuelle BlickrichtungFovea intakt = zentrale Fixation gegeben
    Patienten mit Hemianopsie:
    -Häufig Verschiebung der subjektiven Geradeasurichtung in Richtung des Gesichtsfeldausfalls
    -Verschiebung ist KEINE Folge der Hemianopsie, sondern eine eigene Störung => Patienten haben aber keine Fixationsstörung im Sinne von exzentrischen Fixationen
    Zentralskotom:
    -Führt zu Verlust der zentralen Fixation und sakkadischer Genauigkeit beim Aufsuchen von Blickzielen
    Kortikale Repräsentation der Fovea in V1 stellt eine wichtige zentrale räumliche Referenz für die Steuerung der Blickbewegungen einschließlich Fixationen dar
  16. 16Zerebrale Blindheit= "Rindenblindheit"
    => die vollständige Zerstörung beider genikulostriären Projektionen (genikolustriäre Blindheit)
    => vollständiger Verlust aller Sehfunktiionen im gesamten Gesichtsfeld
    -25-30% bleiben bestehen, ansonsten gewisse Spontanerholung
    Rückkehr der Sehleistung nach Rindenblindheit: über 2-3 Monate nach charakteristischem Muster:
    1. Lichtwahrnehmung kehrt zurück
    2. Wahrnehmung von Farbe ("schmutzige"), grroben Konturen und Formen
    3. Visuelle Gesichts- und Objektwahrnehmung kehrt zurück
    => Rückbildungen teils nur bis Stufe 1 oder 2
    Zerebrale Blindheit auch in Form von extrastriärer Blindheit; betrifft einzelne Sehleistungen im gesamten Sichtfeld ohne Beeinträchtigung des striären Gesichtsfeldes (Lichtreize)

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Description
Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Flashcards on Klinische Neuropsychologie - Zerebrale Blindheit und Gesichtsfeldausfälle, created by Joney Stoney on 23/07/2018.
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Joney Stoney
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