Flashcards
Klinische Neuropsychologie - Neglect
Cards in this deck (10)
- 1Klinische Symptomatik-Vernachlässigung der kontralateral zur Schädigung gelegenen Seite (meist links)
→ Seite des Außenraumes hört auf zu existieren, Verschiebung der visuellen und taktilen Exploration
→ auch Vernachlässigung der linken Körperseite, teils Eindruck einer Hemiplegie
-Orientierung von Augen und Kopf zur Seite der Schädigung
→ selbst in absoluter Dunkelheit/Reizfreiheit
-Häufig in mehreren Modalitäten, selten isoliert
-Unbewusst
-Basale Störung, die nicht erst beim Ausführen kognitiver Leistung sichtbar wird - 2Experimentelle BeobachtungenVerschobenes Zentrum der Raumexploration
Objekt- und Raumbezogener Neglect beruhen auf derselben Störung
Neglect ist kurzzeitig kompensierbar - 3Verschobenes Zentrum der Raumexploration-Zentrum stimmt nicht mehr mit der sagittalen Körpermitte überein; Verschiebung zur ipsiläsionalen Seite
-Je größer der Abweichungswinkel, desto stärker die Vernachlässigung - 4Objekt- und raumbezogener Neglect beruhen auf derselben Störung-Teilweise auch Vernachlässigung der kontralateralen Seite eines Objektes, das im ipsilateral verlagerten Suchfeld gefunden wurde
-Wahrscheinlich gleiche Störung wie raumzentrierter Neglect, determiniert duech Konzentration auf Objekt statt den ganzen Raum
→ Bei Konzentration auf Raum wird noch ganzes Objekt wahrgenommen
-Enge Verschränkung zwischen objektzentrierter und egozentrischer Kodierung von Umgebungsinformationen: je weiter das Objekt zur kontraläsionalen Seite verschoben wird, desto stärker ist die Vernachlässigung der linken Objektseite - 5Neglect ist kurzzeitig kompensierbarDarbietung von zusätzlichen oder extrem auffälligen Reizen (bottom-up) auf Neglect-Seite oder eindringlicher Verbaler Instruktion (Top-down) => vorübergehende Verbesserung der Leistung
- 6Lokalisation-Meist nach rechtsseitiger Schädigung
-Oberer und mittlerer temporaler Kortex und rechte Inselregion
→ Verbindung durch Faserbündel (perisylvisches Netzwerk); Verletzung dieser kann zur Neglect-Symptomatik führen → homologes linksseitiges Faserbündel, sprachspezialisiert
-selten unterer parietaler Lobulus und ventrolateraler präfrontaler Kortex
-Subkortikal: Basalganglien (Putamen und Nucleus caudatus) oder Thalamus (Pulvinar)
→ Ursache nicht Schädigung der Neurone selbst, sondern Fernwirkung: Reduktion des Stoffwechsels (Perfusion) => Funktionseinschränkung in perisylvischem Netzwerk - 7Erklärungsmodelle-Aufmerksamkeitshypothesen
-Repräsentationshypothesen
-Transformationshypothese - 8AufmerksamkeitshypothesenIndiz: Hinweisreize (cueing) reduzieren Vernachlässigung vorübergehend
-Kinsbourne (1970): Übergewicht der automatischen Orientierung der Aufmerksamkeit in ipsilateraler Richtung
→ Zwei sich wechselseitig inhibierende Prozessoren: Wendung der Aufmerksamkeit nach links oder rechts
=> Bei stärkerer Aktivierung der einen Seite: Verschiebung
=> Durch Schädigung Schwächung des Prozessors => Orientierung stets zum äußersten nicht-geschädigten Rand
→ weitere Annahme: durch Randorientierung sollten Patienten beginnen, sich im Kreis zu drehen, jedoch wegen Schlaganfallsymptomatik nicht beobachtbar (schwaches Argument), daher fraglich.
Posner et al. (1987): Störung der Lösung der Aufmerksamkeit von einem Reiz, wenn die Aufmerksamkeit in kontraläsionaler Richtung verlagert werden soll
Aber: exp. Beobachtungen sprechen gegen Defizit
Allerdings häufiges gemeinsames Auftreten, da Regionen nahe beieinander - 9RepräsentationshypothesenBisiach et al. (1981):
kontralateraler Neglect von aktuell vorhandenen Reizen wie auch von gespeicherten sensorischen eindrücken durch das Fehlen ihrer inneren mentalen Repräsentation bedingt
Experiment: Beschreibung des Mailänder Domplatzes aus Vorstellung aus zwei Perspektiven immer nur rechtsseitig flüssig (auch nach umkehrung des Betrachters, also die vorher vernachlässigte Seite) => Vernachlässigung nicht nur auf Perzeptuation und Handlung, sondern auch mentale Vorstellung bezogen
Milner (1987), Halligan und Marshall (1991), Bisiach (1996):
Vernachlässigung kontralateraler Reize wegen verzerrter (statt nicht vorhandener) mentaler Repräsentation des Raumes im Sinne einer Stauchung und/oder Dehnung der horizontalen Raumdimension → Bisiach: logarithmische Transformation (widerlegt) - 10TransformationshypotheseAnnahme:
Basale Störung der Raumwahrnehmung, evtl. Störung der neuronalen Koordinationssysteme, die für Orientierung im Raum und Bestimmung der Körperposition in Relation zur Umgebung zuständig ist
Transformationshypothese: Beeinträchtigung der neuronalen Transformation der multimodalen sensorischen Information hin zur Raumrepräsentation
→ Karnath (1994): Schädigung bewirkt Rotation der Raumrepräsentation zur ipsiläsionalen Seite
→ Pouget und Driver (2000): Asymmetrisches Verhalten ist Folge eines pathologischen Gradienten der Auffälligkeit der räumlichen Position
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- Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Flashcards on Klinische Neuropsychologie - Neglect, created by Joney Stoney on 29/07/2018.
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