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Flashcards

Klinische Neuropsychologie - Demenz

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie German 23 cards

Cards in this deck (23)

  1. 1Definition-Ätiologisch unspezifisches Störungsbild
    -Erworbene, hirnorganisch bedingte globale Beeinträchtigung mentaler Leistung
    -Multiple kognitive Defizite
    -Mindestens eines der Symptome: Aphasie, Apraxie, Agnosie oder schwere Beeinträchtigung der Exekutivfunktionen
  2. 2Klassifikation der DemenzformenDegenerative Demenz:
    Alzheimer-Demenz (häufigste), Levy-Körper-Demenz, Morbus Parkinson, Chorea Huntington, kortikibasale Degeneration (2%)
    Vaskuläre Demenz:
    auch Multiinfarkt-Demenz, evtl. keine eigene Form, sondern Alzheimer-Typ + zerebrale Mikroangiopathie
    Sekundäre Demenz:
    bei Infektionskrankheiten, schweren Enzephalitiden, Prion-Krankheiten, Intoxikationen (z.B: Alkohol, andere Gifte)
    Kortikale und subkortikale Demenz: keine Unterteilung mehr; fasst pathogenetisch und psychopathologisch unterschiedliche Krankheitsbilder zusammen (Parkinson, Wilson, Huntington, Thalamusinfarkte etc.)
  3. 3Primär degenerative Demenzen-Alzheimer-Krankheit (DAT)
    -Levy-Körper-Krankheit
    -Frontotemporale Demenzformen
  4. 4Alzheimer-DemenzAlzheimer-Krankheit (DAT)
    -Um 7. Lebensjahrzehnt herum
    -Mehr Frauen als Männer (Lebenserwartung)
    Symptomatik:
    → schwere Gedächtnisstörung
    → gut erhaltene Persönlichkeit
    → später amnestische Aphasie, Sprachzerfall, räumliche Orientierungsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, neurologische Symptome
    → Sensorische Informationsaufnahme und motorisches Antwortverhalten lange erhalten
    -Oft heterogenes Störungsbild, daher zwei Modelle diskutiert:
    1. Stadienmodell: homogener Funktionsabbau, zeitlich progrediente Verschlimmerung; Möglichkeit des Auftretens qualitativ andersartiger Störungen
    2. Subgruppenmodell: von Beginn an unterschiedliche Symptomatiken; Unterscheidung zwischen familiärem und sporadischem Auftreten
  5. 5Alzheimer-Demenz: Pathophysiologie - Hirnstrukturen-Kortikale Atrophie, zunächst parietotemporal und mediobasal temporal, später auch Frontallappen
    -Okzipitallappen und Kleinhirn fast unverändert
    -Später Schrumpfung des Marklagers
    -Erst äußere, dann innere Minderung des Hirnvolumens im CT
  6. 6Alzheimer-Demenz: Pathophysiologie – Histologie und Biochemie-Extrazelluläre amyloide Plaques
    -Intrazelluläre Fibrillen (tau-Protein) => quantitatives Merkmal, da Bildung im Alter physiologisch
    -Kortex:
    geringere Acetylcholinkonzentration und geringere Aktivität von noradrenergem und serotonergem System
  7. 7Levy-Körper-Krankheit-20% der älteren Demenzkranken; langsam fortschreitend
    Symptomatik:
    -visukonstruktive Störungen
    → Fluktuieren der Kognition mit häufigen luziden Intervallen
    => komplexe Halluzinationen, systematisierte Wahnideen
    → nur geringe Gedächtnisstörungen
    → Neurologische Symptome:
    Akinese und Rigor, Überempfindlichkeit gegen Neuroleptika
    => Behandlung mit Cholinesterase-Hemmstoffen
  8. 8Levy-Körper-Krankheit: Neuropathologische Befunde-In Hirnrunde und seltener Basalganglien: Levy-Körper (auch bei Parkinson)
    → Eosinophile, intraneurale Einschlüsse mit Immunreaktion auf Ubiquitin
    → Geringere Atrophie als bei Alzheimer
    → nur geringe Hirnvolumenreduktion
  9. 9Frontotemporale Demenz (FTD)Drei Formen:
    Semantische Demenz
    Morbus Pick
    Primär progressive Aphasie
  10. 10Semantische DemenzSympomatik:
    -Verlust der Objekterkennung und Benennung von Tatbeständen
    -Sprache flüssig aber Inhaltsleer;
    Später:
    Verlust Schriftsprache
    -Keine Objekterkennung durch taktile oder visuelle Merkmale
    Spätsymptome:
    -Beeinträchtigung von sozialem Verhalten
    -Beeinträchtigung des episodischen Gedächtnis
    -Beeinträchtigung räumlich-konsturktiven Fähigkeiten (vorher Objektbenennung nicht möglich, aber Abzeichnen)
    -Mutismus
    -Zeichen des Klüver-Bucy-Syndroms
    Neuropathologische Befunde:
    Zunächst Verminderung der Glucoseutilisation und Durchblutung, dann linksseitige, später beidseitige Atrophie, vorwiegend inferotemporal
  11. 11Morbus PickSymptomatik:
    -Verfall von Sozialverhalten und Emotion (2%)
    -Anfangs nur geringe kognitive Beeinträchtigungen
    -Dysexekutives Syndrom
    -Greifreflexe
    -Klüver-Bucy-Syndrom
    Neuropathologische Befunde:
    Atrophie in frontalem und basalem Neokortex und limbischem System, Pick-Körper (Einschlüsse in Ganglienzellen)
  12. 12Primär progressive AphasieSymptomatik:
    -nicht flüssige Sprachproduktion (Phonematische Paraphasien, agrammatische Syntax)
    -Sprachverständnis lange intakt
    -Mustismus (Endstadium)
    Neuropathologische Befunde:
    Akinetisches Parkinsonsyndrom, linksseitig perisylvische Atrophie, verringerte Durchblutung und Glucosseutilisation
  13. 13Kortikobasale Degeneration-Selten, schleichender Beginn
    Symptomatik:
    -Funktionsstörungen in kortikalen Arealen und Basalganglien => asymmetrische akinetisch-rigide Bewegungsstörungen, dann kortikale Sensibilitätsstörungen (disturbed sense of ownership)
    -Apraxie
    -Reflexmyoklonien
    -Haltungs- und Aktionstremor
    -Kognitive Störungen bis zur Demenz
    Neuropathologische Befunde:
    -Degeneration in: frontoparietalen kortikalen Arealen, Substantia Nigra, Thalamus
    -Dopaminverlust im Striatum => asymmetrisch reduzierte Dopaminaufnahme im Nucleus Caudatus und Putamen
    -Reduzierte Sauerstoffaufnahme in Temporal- Parietal und Okzipitallappen
    → keine Verbesserung unter Dopamintherapie
  14. 14Demenz bei anderen degenerativen KrankheitenMorbus Parkinson:
    -Häufig in Verbindung, evtl. nicht besondere Variante, sondern zusätzliche Alzheimer-Demenz
    -Degeneration von Substantia Nigra und Levy-Körperchen in Basalganglien, Zellverlust in Kortex und Subkortex
    Chorea Huntington:
    -Gedächtnisstörungen => Alltagsprobleme, Vernachlässigung von Familie und Beruf; auch prozedurales sensomotorisches Gedächtnis betroffen
    -Zellverlust im Corpus Striatum → kortikale Atrophie
  15. 15Klassifikation degenerativer DemenzkrankheitenMeist kein differentialdiagnostisch entscheidenes Kriterium auffindbar wegen sehr heterogener Epidemiologie, Befunde bildgebender Verfahren und Erfolge medikamentöser Therapie
  16. 16Vaskuläre und sekundäre DemenzenSubkortikale ateriosklerotische Enzephalopathie (SAE)
    Hirninfarkte
    Sekundäre Demenzen
  17. 17Subkortikale ateriosklerotische Enzephalopathie (SAE)Mikroangiopathie; zwei Kriterien:
    1. Multiple Lakunen (Hohlräume) in Stammganglien, Hirnstamm, Kleinhirn soowie fleckenförmige Demyelenisierung im Marklager beider Hemisphären
    2. dadurch evtl. Diskonnektion kortikaler Projektions- und Assoziationsareale
    => Verminderung der Kapazität zur Informationsverarbeitung
    Aber: spekulativ, Ursache bisher ungeklärt
  18. 18HirninfarkteBeeinträchtigung der kognitiven, psychomotorischen oder emotionalen Funktion nach großen Territorialinfarkten; teils Antriebs- und Affektstörungen (Hirnstamminsulte) oder Aufmerksamkeitsstörungen (bilaterale Thalamusinfarkte); insgesamt aber keine Bezeichnung als Demenz
  19. 19Sekundäre Demenzen-Demenzsymptome können Folge verschiedener neurologischer Erkrankungen sein
    → genaue Überprüfung wegen verschiedener therapeutischer Möglichkeiten nötig
    -Mögliche Ursachen:
    → chronischer Normaldruckhydrzephalus
    → chronischer Alkoholismus
    → AIDS-Demenz-Komplex
    → Medikamentenmissbrauch
    → chronische Depression (ähnliches Störungsbild; also rein symptomatisch)
  20. 20DemenztestsEigentlich keine gesonderten Tests nötig, da:
    1. Schwierigkeit traditioneller Testverfahren nicht zu hoch
    2. Zeitaufwand nicht zu groß
    → spezifische Demenztests unsensitiv bei Beginn/schwacher Ausprägung; nur bei schon länger entwickelter (und familiär gedeckter) Demenz hilfreich
  21. 21Psychometrische Tests-Zeigen Differenzierung im mittleren Leistungsbereich und Normierung für höheres Alter
    Zentrales Kriterium:
    multiple kognitive Defizite
    → differenzierte Erfassung aller Leistungsbereiche nötig, ermöglichen dann auch Differenzierung zwischen Demenzformen
    -Ergänzung durch Überprüfung von zeitlicher und örtlicher Orientierung und Sozial- und Beschwerdeanamnese
  22. 22Therapie degenerativer Demenzen-keine medikamentöse Therapie, die neuronalen Abbau stoppt
    → Verlangsamung durch Cholinesterasehemmer
    -Depressivität und Verhaltensstörungen: SSRI
    -Traditionelle Neuroleptika bei Unruhe und Ängstlichkeit (Ausnahme: Levy-Körper-Krankheit)
  23. 23Vaskuläre Demenzen-Verbesserung der zerebralen Mikrozirkulation durch rheologisch wirksame Medikamente
    -Kontrolle des meist erhöhten Blutdrucks (art. Hypertonus wichtigster Risikofaktor)

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Description
Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Flashcards on Klinische Neuropsychologie - Demenz, created by Joney Stoney on 29/07/2018.
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Joney Stoney
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