Flashcards
Jugendalter
Cards in this deck (23)
- 1AdoleszenzFrühe: 10-13
Mittlere: 14-17
Späte: 18-22
Gekennzeichnet durch Vielzahl an biologischen, kogn. und sozialen Veränderungen, mit Geschlechtsreife als Beginn
Entwicklungsaufgaben: Indentitätsfindung, Selbstständigkeit, Ablösung von Familie, Integration in Peergruppe, Partnerschaften - 2Kognitive Entwicklung in der Adoleszenz - Empirische BefundeFähigkeit, eigenes Verhalten zu kontrollieren/zielgerichtet zu agieren steigt bis ins junge Erwachsenenalter an
Fähigkeit zum Belohnungsaufschub nimmt von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter zu, wo dann kurz- vs. langfristiger Nutzen gegeneinander abgewägt werden kann - 3Zusammenhang zu strukturellen Veränderungen des FrontalhirnsGraue Substanz nimmt mit dem Alter zu, nach der Pubertät ab (Pruning)
Weiße Substanz nimmt bis ins junge Erwachsenenalter zu (Myelinisierung)
=> Frontalhirn wird effizienter und schneller - 4Risiko und kognitive KontrolleJugendliche rekrutieren frontale Hirnareale, die für das Ausüben kognitiver Kontrolle zuständig sind, weniger als Erwachsene
Erwachsene aktivieren bei hohem Risiko Hirnareale, die für kognitive Kontrolle zuständig sind
Damit einhergehend nimmt die Risikobereitschaft ab - 5Sind Jugendliche besonders Belohnungssensitiv?Hormonelle Veränderungen in der Adoleszenz:
Geschlechtshormone werden ausgeschüttet => Beeinflussung der NT-Systeme im limbischen System
=> besondere Empfänglichkeit für positive Reize und Belohnungen (Spear, 2000)
Folge: Hirnareale, die an der Verarbeitung von Belohnung beteiligt sind, sind hyperaktiv (Galvan et al., 2006) - 6Studie von Galvan et al. (2006)Probanden: Kinder (7-11), Jugendliche (13-17) und junge Erwachsene (23-29)
Ergebnis: Limbische Hiirnareale, die Belohnungen verarbeiten, sind bei Jugendlichen Hyperaktiv, v.a. bei hohen Belohnungen - 7Mögliche Erklärungen für jugendliche Risikobereitschaft1. Unvollendete kognitive Entwicklung
=> zahlreich empirisch belegt, aber nicht alleinige Erklärung
2. Belohnungssensitivität
-Jugendliche sind "reward seeker", wegen besonderer Belohnungssensitivität
-Um Belohnungen zu erhalten gehen sie größere Risiken ein
Aber: Nicht immer riskantes Verhalten, oftmals auch sehr rationales Verhalten - 8Gegenwärtige Erklärungsmodelle zur Diskrepanz zwischen Risikobereitschaft und Rationalität - Die Kognitions-Emotions-Balance-Hypothese (Van Leijenhorst & Crone, 2009)Kognitionssystem (lateraler PFC, OFC, Parietalkortex) und Emotionssystem (Nucleus Accumbens, Amygdala) sind beide am Entscheidungsverhalten beteiligt, wie stark ein System jeweils beteiligt ist, ist situationsabhängig
In der Adoleszenz ändert sich, was als besonders belohnend wahrgenommen wird, nämlich v.a. soziale Interaktionen und Anerkennung durch Peers - 9Die Kognitions-Emotions-Balance-Hypothese - Modell (Van Leijenhorst & Crone, 2009)
- 10Einfluss von Peers - Studie von Chein et al. (2001): AufbauEntscheidungsverhalten von Jugendlichen und Erwachsenen in einer Fahrsimulation
aV: Nummer der Unfälle, Anzahl der riskanten Entscheidungen, Aktivitäten im OFC, VPFC, VS
uV: 1. Alleine, 2. unter Peerbeobachtung - 11Einfluss von Peers - Studie von Chein et al. (2001): Ergebnisse-Risikoreiche Durchgänge für Jgendliche besonders belohnend
-Jugendliche rekrutieren Hirnareale, die mit kognitiver Kontrolle zusammenhängen weniger stark als Erwachsene (LPFC)
-Jugendliche gehen mehr Risiken ein und verursachen mehr Unfälle, wenn sie von Peers beobachtet werden. Ohne Beobachtung kein Unterschied
-Jugendliche zeigen unter Peerbeobachtung größere Aktivierungen im Belohnungssystem (ventrales Striatum und OFC) - 12Einfluss von Peers - Studie von Chein et al. (2001): SchlussfolgerungenDie Anwesenheit von Peers erhöht die Risikobereitschaft bei Jugendlichen
Jugendliche zeigen selektiv größere Aktivierung in Hirnregionen, die Belohnungen verarbeiten, wenn sie von Peers beobachtet werden
Besonders risikoreiche Ereignisse scheinen bei Jugendlichen besonders belohnend zu wirken
Aktivität in Hirnarealen, die für das Ausüben kognitiver Kontrolle zuständig sind, nimmt mit dem Alter zu (aber variiert nicht mit der Anwesenheit von Peers) - 13Die Kognitions-Emotions-Balance-Hypothese - FazitHypothese kann Risikoverhalten im Jugendalter erklären und ist empirisch gestützt
Aber noch nicht vollständig geklärt:
-Verschiedene Stadien der Adoleszenz und das Zusammenspiel von Hormonen und Hirnreifung
-Risikoverhalten im tatsächlichen Leben
-Persönlichkeitsunterschiede im Risikoverhalten - 14MIKADO-Projekt - Messverfahren (Motivationale und kognitive Entwicklung in der Adoleszenz)
- 15Gesundheitsverhalten von JugendlichenNegatives Gesundhetisverhalten im Kindesalter Prädiktor für selbiges im Jugendalter
=> Hohe Stabilität des Gesundheitsverhaltens
=> Relevanz früher Prävention für Risikogruppen
Positives Gesundheitsverhalten steigt im GS-Alter an und nimmt im Jugendalter wieder ab - 16Entwicklungsaufgaben des Jugendalters und GesundheitsverhaltenEntwicklungsuafgaben gehen mit Risiken für Wohlbefinden und Gesundheit einher:
-erhöhter Konsum von Rauschmitteln
-höhere Rate ungeschützen Geschlechtsverkehrs
-höhere Anzahl an Todesfällen durch Unfall
Im Jugendalter werden viele Gesundheitsverhaltensweisen etabliert und stabilisiert, die Bedeutung für das weitere Leben haben (inkl. Ernährungsverhalten) - 17Besondere Problematik von Prävention und Intervention im Jugendalter - FokusKindheeit: Externale Regulation des Gesundheitsverhaltens durch die Eltern
Jugend: Zunehmende Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit
=> Kompetente Entscheidungen & Handlungen von Jugendlichen in den Fokus von Präventions- und Gesundheitsförderungsansätzen rücken - 18Besondere Problematik von Prävention und Intervention im Jugendalter - positives vs. negatives GesundheitsverhaltenHohe Gegenwartsorientierung von Jugendlichen macht kurzfristige positive Konsequenzen attraktiver als langfristige
NEgatives GEsundheitsverhalten hat eine Funktion:
-Spaß und sensation seeking
-Anerkennung durch Peergroup
-Versuch der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben (z.B. Konsum von Suchtmitteln als Übernahme der Erwachsenenrolle)
=> Konkurrenz von positivem und negativem Gesundheitsverhalten erschwert die Präventionsarbeit - 19Besondere Problematik von Prävention und Intervention im Jugendalter - Wichtigkeit der PeergroupPeergroup:
-Setzt Verhaltensnormen
-Modellwirkung
-Hilfe bei Problembewältigung und Coping
=> Einbeziehen von Peers in die Präventionsarbeit
=> jugendliche Richter - 20Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung - Globales ZielRisiko für eine mögliche negative Entwicklung verringern
Erreichung:
-Minimierung von Risikofaktoren
=> Krankheitsprävention
-Erzeugung von Schutzfaktoren, Unterstützung von Ressourcen
=> Gesundheitsförderung - 21Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung - Individuumsorientierte Prävention

- 22Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung - Inner- und außerschulische MaßnahmenInnerschulische Maßnahme:
-Vorteil: gute Erreichbarkeit
-Nachteil: mglw. negative konnotation des Schulumfelds
Außerschulische Maßnahmen:
Strukturelle Gesundheitsförderung - Fokus nicht auf Individuum, sondern auf den Rahmenbedingungen
-Bundesweite Maßnahmen: Gesetzliche Regelungen, Kampagnen
-Vorteil: Breite Wirkunsgweise, weniger abhängig von der Motivation der Zielperson - 23—
Information
- Description
- Zellbiologie Psychologie (KLE II) Flashcards on Jugendalter, created by Joney Stoney on 12/02/2019.
- Created by
- Joney Stoney · Feb 2019
- Updated
- Feb 12, 2019
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