Flashcards
M14 Albers: Polit. u. ökonom. Grundlagen

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- 1Was ist Politik? (laut Patzelt)Politik ist jenes menschliche Handeln, welches auf die Herstellung von allgemein verbindlichen Regelungen und Entscheidungen in und zwischen Gruppen von Menschen abzielt.
- 2Menschliches Handeln ist geprägt von:-Normen
-Interessen
-Werten
-Weltanschauungen - 3Menschen beziehen ihre Handlungen auf die Handlungen anderer Menschen, meint...Sinnhaft aufeinander bezogenes Handeln ist soziales Handeln.
Soziales Handeln, das auf die Herstellung von Verbindlichkeiten abzielt ist politisches Handeln. - 4Aus sozialem/politischem Handeln entstehen...Rollen als Bausteine von Organisationen und Institutionen
- 5Politische Analyse ist......die Frage, welche Rollen und Rollengefüge bei der Herstellung von allgemeiner Verbindlichkeit entstehen.
- 6Eine politische Entscheidung ist...... die Herstellung allgemeiner Verbindlichkeit im Einzelfall.
- 7Eine politische Regelung ist......die Gestaltung ganzer Klassen von Fällen.
- 8Der Staat ist...... eine politische Organisation der Gesellschaft
... eine Gemeinschaft mit dem legitimen Monopol der Physikalischen Gewalt auf dem Gebiet (Nach Weber)
... die Oberste Regelungsmacht (?)
... am Gemeinwohl orientiert - 9(zumeist kollektive) politische Akteure......verfolgen immer Interessen.
-Parteien
-Vereine/Verbände
/BürgerInneninitiativen - 10Politische Konflikte......sind die Grundkonstellation politischer Entscheidungen
...werden durch Nichtübereinstimmung bei der Herstellung von Verbindlichkeiten verursacht.
... in Form von Interessenkonflikten sollen von der Politik bewältigt werden. - 11Macht...... wird genutzt um allgemein verbindliche Entscheidungen herzustellen
"... ist jede Chance, in einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht."
-Weber - 12A1: Was gehört zur Politik?Dimensionen | Bezeichnungen
Formen | polity
Inhalt | policy
Prozess | politics - 13A2: FormenPOLITY
Erscheinungsformen:
Verfassung, Normen, Institutionen
Merkmale:
Organisationen, Verhaltensregelungen, Ordnung - 14A3: InhaltPOLICY
Erscheinungsformen:
Aufgaben und Ziele, politische Programme
Merkmale:
Problemlösung, Aufgabenerfüllung, Wert- und Zielvorstellung, Gestaltung - 15A4: ProzessPOLITICS
Erscheinungsformen:
Interessen, Konflikte, Kampf
Merkmale:
Macht, Konsens, Durchsetzung - 16Zusammenfassung PolitikPolitik ist überall da, wo Regelungen und Entscheidungen Gegenstand von sozialen Beziehungen sind.
Analytisch kann man immer die Dimensionen Formen, Inhalt und Struktur/Prozess auseinanderhalten. - 17Was gehört zur Sozialpolitik?- Verhinderung materieller Verelendung
- Schutz vor den Wechselfällen des Lebens
-Linderung der Ungleichheit der Lebensführungschancen - 18Definition Sozialpolitik nach KaufmannSozialpolitik ist das Eingreifen des Staates in die sozialen Verhältnisse, in die strukturellen Bedingungen, in denen Menschen ihr alltägliches Leben führen.
- 19Sozialpolitik...... ist Schnittstelle von Politik und Gesellschaft
... dient der Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der gesellschaftlichen Gemeinschaften und ihrer Integrationsfunktion
... kann eingreifen in das Marktgeschehen / Schutz vor Marktkräften: Dekommodifizierung
... ist Intervention in lebensweltliche Zusammenhänge - 20Der Wohlfahrtsstaat...... übernimmt Verantwortung für umfassende Daseinsvorsorge
... inkludiert Bevölkerungsmehrheiten
... ist mehr als sozialpolitische Förderung einzelner Gruppen
... ist der sozialen Sicherung verpflichtet. - 21B1 Der Beginn der SozialpolitikRadikaler wirtschaftlicher und sozialer Wandel im 19. Jahrhundert
Industrielle Kinderarbeit
Verarmung breiter Bevölkerungsschichten
Rasch voranschreitende Urbanisierung
Hohe räumliche Mobilität und damit einhergehender Verlust sozialer Beziehungen - 22Industriearbeiter als Zielgruppe der beginnenden Sozialpolitik1883
Gesetz der Krankenversicherung der Arbeiter
1884
Unfallversicherungsgesetz
1889
Gesetz der Invaliditäts- und Alterssicherung
1927
Arbeitslosenversicherung
Vier zentrale Risiken:
Invalidität, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Alter - 23Politische Voraussetzungen für die Entstehung der SozialpolitikEntstehung von Gewerkschaften und sozialistischen Parteien
Notwendigkeit "pazifizierender" Sozialpolitik
Gestiegene staatliche Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit: Bürokratie - 24Kulturelle Voraussetzungen für die Entstehung der SozialpolitikKultureller Wandel: gesellschaftliche Verhältnisse sind nicht naturgesetzlich -> Aufklärung
Zentralstaat erscheint als geeignetes Instrument zur Bewältigung kollektiver Aufgaben
Veränderte Sicht auf Hilfsbedürftige - 25Sozialpolitik im Wohlfahrtsstaat: aktuellHoch ausdifferenziertes System
Instrumente: Anrechte, Geld, Beteiligung
Leitidee:
Gleichheit verstanden als Chancengleichheit
Gerechtigkeit verstanden als Verteilungsgerechtigkeit - 26Verantwortungsbereiche im Wohlfahrsstaat (1&2)

- 27Verantwortungsbereiche im Wohlfahrsstaat (3)

- 28Ausgaben pro Kopf für den Sozialschutz in Deutschland von 2005 bis 2016

- 29Verteilung des Sozialbudgets nach Funktionen im Jahr 2016

- 30Fazit Sozialpolitik:Sozialpolitik...
-ist in einer bestimmten historischen Situation entstanden
-hat sich zu wohlfahrtsstaatlicher Politik ausgeweitet
- durchdringt den gesamten Alltag
-teilt sich auf in private, vorstaatliche und staatliche Verantwortungsbereiche
-ist ein inhaltlicher Teil von Politik und Ergebnis von Entscheidungen - 31Gesellschaft 1: SegmenteNebeneinander/Gleichheit der Teile
Segmente sind autonom
Beziehungen sind heterarchisch - 32Gesellschaft 2: StratifizierungAdel > Klerus > dritter Stand
-klare Ober- Unterordnung
-Ungleichheit als Prinzip
-Interdependenz: eine Schicht ist ohne die andere nicht denkbar
-Steuerung: Hierarchie
-Gesellschaftliche Zentralinstanz: Religion - 33Gesellschaft 3: Funktionale Differenzierung-Spezialisierte Teile
-Teile sind autonom und interdependent
-Ordnung entsteht durch Verflechtung
-Gesellschaft ist nach Funktionen differenziert: Wirtschaft, Recht, Politik, Erziehung, Medizin
-Menschen gehören nicht mehr nur einem Teil-System an, sondern mehreren
-Es entsteht Einheit in Differenz - 34Funktionssysteme: RechtFunktion: Ausschaltung der Kontingenz normativer Erwartung
Leistung: Erwartungserleichterung, Konfliktregulierung
Medium: Recht, -sprechung
Code: Recht/Unrecht - 35Funktionssysteme: WirtschaftFunktion: Knappheitsminderung
Leistung: Bedürfnisbefriedigung
Medium: Geld
Code: Zahlung/Nichtzahlung - 36Funktionssystem: PolitikFunktion: Ermöglichung kollektiv bindender Entscheidungen
Leistung: Umsetzung kollektiv bindender Entscheidungen
Medium: Macht
Code: Machtvoll/machtlos - 37Was ist Arbeitslosigkeit aus der Perspektive eines Funktionssystems?Wirtschaft: Irrelevanz der Leistungsrolle, Knappheit
Recht: Legalität der Kündigung / Ansprüchen
Politik: Legitimität, Gemeinwohl - 38Folgeprobleme funktionaler Differenzierung1. Mehrfachrepräsentation: Was ein Problem ist, wird in jedem System intern entschieden
2. Selbstlimitierung: Systemen mangelt es daran. Sie totalisieren ihre eigene Perspektive
3. Exklusionszone: Moderne Gesellschaft multipliziert Ausschlusskriterien. Gesamtpersönlichkeiten bekommt moderne Gesellschaft nicht in den Blick - 39Entzauberung der Politik-Wenn Funktionssysteme autonom und interdependent sind, gibt es kein übergeordnetes System
-Politik kann deshalb nicht ein anderes Funktionssystem dominieren
-Beeinflussung geht nur durch "Übersetzung"
-Gegenmodell: Diktatur; Preis: Effizienzverlust - 40Warum also kann der Staat Arbeitslosigkeit nicht abschaffen?-Funktionssysteme entwickeln ihre eigene Logik, eine Eigengesetzlichkeit; eigenen Sinn
-Dasselbe Problem ist für jedes Funktionssystem etwas anderes
-Ein Phänomen wird nur dann wahrgenommen, wenn es sich in den entsprechenden Code übersetzen lässt. - 41Was ist ein System?Gegenüber einer Umwelt abgrenzbare Einheit
Besteht aus Einzelelementen
Diese stehen miteinander in Beziehung
Elemente haben Eigenschaften und Funktionen
Begriff: analytisches Konzept; Nachweis:
-deskriptiv -theoretisch - 42V4: Was wird erkennbar wenn Politik als System verstanden wird? Vorüberlegungen/AnschlussPolitik hat ein Eigenleben, eine Autonomie und operative Geschlossenheit
Politik hat eigene Rationalität und Logik
Politik: alle Interaktionen, Kommunikationen und Handlungen die auf die Herstellung allgemeiner Verbindlichkeit ausgerichtet sind
Medium der Politik (legitime/illegitime) politische Macht
Politik =/= politisches System; das heißt, Politik findet auch außerhalb des Funktionssystem Politik statt. - 43Teilfunktionen der PolitikPolitische Sozialisation
-Darin: Koordination sozialer Lernprozesse
Elitenrekrutierung
Politische Kommunikation
-Darin: "Beziehungen" zu Massenmedien
Interessenartikulation
-Darin: Entwicklung politischer Alternativen
Interessenaggregation - 44Politische Systemebenen mit BeispielenLebensweltliche politische Kommunikation -> politische Gespräche i.d. Familie, mit Freunden, am Stammtisch, auf pol. Veranstaltungen, Kritik an PolitikerInnen
"Einfache" Interaktionssysteme -> Protestbewegungen, Bürgerinitiativen
Organisationen -> Parteien, Verbände
Nationale pol. Subsysteme -> Staatsorgane, Parteien, Verbände
Nationale politische Systeme ("Staaten") -> Systeme der Politik eines Landes
Internationale pol. Subsysteme -> EU, NATO, WTO, ect.
Weltpolitische Systeme -> UNO - 45Grafik: Code, Funktion und Struktur von Staat, Interessensvertretung, pol. Öffentlichkeit, Zivilgesellschaft

- 46Subsysteme: Funktionen/Akteure 1/2Defintition und Festlegung gesellschaftlicher Ziele -> Parteien, Verbände, Regierungen, Medien
Ziel: Steuerung, Konfliktkanalisierung, Interessenaggregation
Vorbereitung politischer Entscheidungen -> Bürgerinitiativen, Parteien, Medien, Verbände, Bürokratien
Ziel: Mobilisierung von Aufmerksamkeit und Unterstützung
Mobilisierung von Ressourcen -> Bürokratien, Parteien
Ziel: Sicherung der Entscheidungsrationalität
Bindende Wertverteilung -> Parlamente, Gerichte
Ziel: Problemlösung
Durchsetzung politischer Entscheidungen
-> Regierung, Bürokratie, Gerichte
Ziel: Problemlösung - 47Subsysteme: Funktionen/Akteure 2/2Rechtfertigung der bindenden Werteverteilung -> Regierung, Parlamente, Verfassungssystem (Gericht), Regierungsparteien, Verbände
Ziel: Mobilisierung von Unterstützung und Akzeptanz (Legitimität)
Kritik der bindenden Werteverteilung -> Oppositionsparteien, Verbände, Medien
Ziel: Offenhalten von politischen Alternativen
Rekrutierung des politischen Führungspersonals -> Parteien
Ziel: Reproduktion der Politik
Stabilisierung/Expansion der Politik -> Parteien, Regierung, Parlamente
Ziel: Sicherung der Funktionserfüllung u.d. gesellschaftlichen Positionsverbesserung der Politik - 48Medium: MachtSoziale Technologie, die zum Einsatz kommt, wenn eine Situation mehr als eine Handlungsmöglichkeit aufweist
Ergibt sich aus dem "Herstellungsprozess" verbindlicher Regulierungen/Entscheidungen
Physische Macht als ultima ratio
Gewaltmonopol (Staat) konsultiert politisches System - 49Medium: Macht KonsequenzenKomplexität des Systems Politik steigt im Zuge der funktionalen Differenzierung; Reaktion des Systems auf gestiegene Komplexität der Umwelt
Demokratie ist eine Ausprägung des Systems Politik:
-Responsivität: Empfänglichkeit, Zugänglichkeit, Antizipation, Reaktionsfähigkeit
-Politische Partizipation: Einfluss gesellschaftlicher Akteure auf politische Entscheidungen
-Offenheit: Transparenz, Bereitschaft zu Innovation u. Weiterentwicklung; Voraussetzung f. Partizipation und Responsivität - 50Fazit: Was also wird erkennbar, wenn Politik als System verstanden wird?Politik ist ein (Funktions-) System unter vielen anderen Systemen
Es funktioniert nach einer eigenen Logik, die zentral von ihren (Teil-) Funktionen und ihrem Medium (Macht) sowie den Ebenen der Systembildung bestimmt wird
Die Teile des Systems selbst wiederum sind autonom und interdependet
Demokratie ist eine von mehreren Ausprägungen des Systems Politik, allerdings eine besonders erfolgreiche - 51Was sind Konflike? (Meyer)Grundkonstellation politischer Problemlagen
Alle Formen der Nicht-Übereinstimmung politisch relevanten Interessen in der Wahrnehmung der beteiligten Akteure
Politische Konflikte: Nichtübereinstimmung solcher Interessen, die einer politischen Regulierung bedürfen
-> das heißt diese können nicht durch Individuelle Ausweichhandlungen vermieden werden
Politik: Verfahren zur Bewältigung von Interessenskonflikten - 52Umgang mit Konflikt in einer funktional differenzierten GesellschaftKonflikte sind Gesellschaftsgrundlage und treten daher oft auf
Gewaltmonopol liegt beim Staar: "Selbsthilfe" wird stillgelegt, stattdessen gewaltarme "Konfliktlösung"
Rechtssystem als Grundlage für das, was erlaubt ist und was nicht
Konflikte treten in jedem System auf und sind dort auch gewünscht: z.B: Politik - 53Folgen des Umgangs mit Konflikt in einer funktional differenzierten GesellschaftKonflikte werden verrechtlicht
Konfliktermutigung führt zu Allgegenwertigkeit
Regelungsmechanismen halten nicht mit der Multiplizierung mit
Konflikte sind dann gesellschaftlich bedrohlich, wenn sie sich entlang einer Linie fudamentalisieren, d.h. alle Systeme durchziehen
Konflikte können nicht gelöst, sondern nur geregelt werden - 54KonflikttheorieWenn Konflikte nur disruptive, destruktive Folgen hätten, bestände das Konfliktmanagement schlicht in Konfliktunterdrückung/-vermeidung
Bedeutende Theorietradition: Frage nach der Funktionalität und Dysfunktionalität von Konflikten (Simmel/Coser)
Konflikt und Harmonie sind gleichwichtig und können normativ nicht gegeneinander ausgespielt werden
Konflikt: Form der Sozialisation, bekommt dadurch soziale Funktion - 55Funktionen des Konflikts nach Simmel und CoserDer Konflikt festigt und erhält die Gruppe
Je enger die Beziehung, desto stärker der Konflikt
Führt zu Einheit und Gleichheit in der Gruppe
Die Stabilität eines Systems ist umso größer, je mehr unterschiedliche Konflikte es gibt
Das Auftreten von Konflikten beweist die Flexibilität des Systems
Konflikte mit anderen Gruppen verstärken den Zusammenhalt - 56Wirkungen / Funktionen von KonfliktenFunktional:
Fördert Problemverständnis
Forciert Lösungsdruck
Fördert Interaktion
Stimuliert Idee und Interessen
Fördert konstruktiven Wettbewerb
Schafft klare Verhältnisse
Dysfunktional:
Organisatorische Störungen & Leistungsabfall
Sozio-emotionale Störungen & Leistungsabfall
Abnahme an Rationalität und Aufbau von Emotionalität - 57Definition 1 Konflikt nach GlaslSozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren, wobei wenigstens ein Aktor Differenzen im Wahrnehmen und im Denken/Vorstellen/Interpretieren und im Fühlen und im Wollen mit einem anderen Aktor in der Art erlebt, dass beim Verwirklichen dessen eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor erfolge.

- 58Konfliktmanagement Eskalationsmodell nach GlaslSektor 1 (win-win):
1. Verhärtung
2. Debatten
3. Taten
Sektor 2 (win-lose):
4. Images, Koalitionen
5. Gesichtsverlust
6. Drohstrategien
Sektor 3 (lose-lose):
7. Begrenzte Vernichtungsschläge
8. Zersplitterung
9. Gemeinsam in den Abgrund - 59Definition 2 Konflikt nach LuhmannVon Konflikten wollen wir immer dann sprechen, wenn einer Kommunikation widersprochen wird. Ein Konflikt ist die operative Verselbstständigung eines Widerspruchs durch Kommunikation.
- 60Der soziale Konflikt nach Messner Eskalationsmodell KonfliktepisodeDimension: zeitlich
Referenz: Ende
Kommunikation: Meidung
Unvereinbarkeit: Widerspruch vs. Konsens
Aktivität: Meinen
Intention: Grenzsetzung
Funktion: symbolische Opposition - 61Der soziale Konflikt nach Messner Eskalationsmodell SachkonfliktDimension: sachlich
Referenz: Erwartung
Kommunikation: Widerspruch
Unvereinbarkeit: Sinn vs. Gegensinn
Aktivität: Überzeugen
Intention: Erwartungsänderung
Funktion: sachliche Akkordierung - 62Der soziale Konflikt nach Messner Eskalationsmodell BeziehungskonfliktDimension: sozial
Referenz: Verhalten
Kommunikation: Anschuldigung
Unvereinbarkeit: Verantwortungszurechnung vs. Verantwortungsabwehr
Aktivität: Anschuldigen
Intention: Verhaltensänderung
Funktion: soziale Akkordierung - 63Der soziale Konflikt nach Messner Eskalationsmodell MachtkonfliktDimension: physisch/psychisch
Referenz: Körper / Identität
Kommunikation: Drohung
Unvereinbarkeit: Zwang vs. Widerstand
Aktivität: Zwingen
Intention: Grenzüberwindung
Funktion: Subordination - 64Zivilisierungsmodell nach Giesen

- 65Steven Pinker zum sozialen Konflikt"Der Rückgang der Gewalt dürfte die bedeutsamste und am wenigsten gewürdigte Entwicklung in der Entwicklung unserer Spezies sein." 2011
These: zunehmende Humanisierung und Moralisierung, kein stetiges Abgleiten ins Verderben
Hauptargument: Rückgang des Verhältnisses von Gewaltopfern in Kriegen in Relation zur Bevölkerung
- 66Einordnung / Bewertung Konflikt 1/2Umschlagpunkt von Funktionalität zu Dysfunktionalität muss im Einzelfall empirisch bestimmt werden
Voraussetzung für positive Funktionalität:
grundlegender Konsensus / fundamentale Werte dürfen nicht bedroht sein -> VERFASSUNG
Konflikt ist dann dysfunktional, wenn es keine / nur unzureichende Tolerierung und Institutionalisierung von Konflikt gibt
Letztlich kann Funktionalität/Dysfunktionalität nur im Rahmen eines größeren, normativen Bezugsystems geklärt werden - 67Einordnung / Bewertung Konflikt 2/2Eigendynamik von Konflikten: Eskalation, Wahrnehmungsverengung, Parteienbildung, Ansteckungswirkung
Eingesetzlichkeit des Konflikts als soziales System: der Konflikt übernimmt die Selbststeuerung. Hohe Bindung; Selbstreferentialität, Eigenlogik
"Bedingungen" für Konfliktbearbeitung:
Rationalisierung. Vom Kampf zum Spiel zur Debatte ( Macht / Spiel / Debatte)
Politische Konflikte: Unwahrscheinlichkeit einer "Lösung", Transformation/Regelung ist das Ziel; Institutionalisierung der Konfliktbearbeitung - 68Fazit Konflikt Was ist ein Konflikt? Warum sollten wir uns damit beschäftigen?Konflikte sind allgegenwärtige Phänomene und sind bedeutsam für alle sozialen Systeme
Sie können normativ nicht einfach in das Schema gut/schlecht gebracht werden
Konflikte haben eine Eigengesetzlichkeit und entwickeln sich nach eigenen Regeln
Ihre Transformation in gewaltärmere und potentiell funktionale Verlaufsformen ist gesellschaftliche Aufgabe, und damit auch Aufgabe für Politik und Soziale Arbeit - 69Die drei Versuche, die aktuellen Konflikte um Terrorismus und Islamisierung zu erklärenKampf der Kulturen
- Samuel Huntington
Kulturelle Entwurzelung von Religion
- Oliver Roy
Religionspolitik
-Rolf Schieder - 70Ausgangspunkt: ModernitätstheorienEthnizität: Name, Abstammung, geschichtliche Erinnerung, geteilte Kultur, territorialer Bezug, Gruppenbewusstsein
Marx, Weber, Parson:
Devalorisierung "vormoderner" Elemente wie Religion
Moderne Gesellschaften: "blind" gegenüber ethnischen Merkmalen? Beispiel: Arbeitsstelle, Mietwohnung ect.
Modernität bzw. Modernisierungstheorien gescheitert? - 71Terrorismus, Pegida, Migration: ethnische Konflikte?Ethnizität: keine primäre Differenzierung sondern Inklusionsformen in gesellschaftlicher Kommunikation
Ethnizität stellt eine Identifikationsmöglichkeit/Ressource unter viele dar. Abgenommene Kraft: Wirkung des Wohlfahrtsstaats, kulturelle Liberalisierung, Individualisierung
Umkehrschluss: Unter BESTIMMTEN BEDINGUNGEN lässt sich Ethnizität/Religion wieder Mobilisierungs-/Identifikationswirkung im Hinblick auf soziale Lage erzielen (Terrorismus, wirtschaftliche Krise, Fußball) - 72Dittrich & Radtke über den Ursprung ethnischer KonflikteDie nach dem Verlust Gottes und der Dorfgemeinschaft identitätsstiftende Zuflucht zu funktional äquivalenten Ideologien und Dogmen, darunter Rasse, Ethnie, Nation und Sprache, ist eine defensive Reaktion auf die als Zerfall erlebte Erosion der äußeren Ordnung
- 73Kampf der Kulturen 1 (Huntington)In der Welt nach dem kalten Krieg sind die wichtigsten Unterschiede nicht mehr ideologisch, politisch oder ökonomisch. Sie sind kultureller Art.
Die gefährlichsten Konflikte sind jene an den Bruchlinien der Kulturen
Wichtigstes Merkmal von Kulturkreisen ist Religion.
Aktuelle Kulturkriesen: sinisch, japanisch, hinduistisch, islamisch, westlich, lateinamerikanisch, "afrikanisch, vielleicht" - 74Kampf der Kulturen 2 (Huntington)Die Konflikte drehen sich um Waffen, Menschenrechte und Einwanderung
Insbesondere der Islam weist "blutige Ränder" auf
Die Ursachen für Konflikte liegen in der Natur der Religion und der auf ihnen basierenden Kulturen.
"What counts for people are blood and belief, faith and family" - 75Kritik an Huntingtons "Kampf der Kulturen" Ansatz 1/2Rein statistisch sind die größten Massenmorde in Kriegen zwischen Parteien passiert, die an dieselben Götter glauben.
Kulturelle Bruchlinien existieren, aber sie verlaufen nicht zwischen den Kulturen, sonder IN ihnen.
Konflikte entstehen vor allem innerhalb der Kulturen, offen ausgetragene Konflikte entlang von Zivilisationsgrenzen sind die Ausnahme.
Nicht die kulturellen Unterschiede erleben eine Wiederentdeckung; die Instrumentalisierung des kulturellen Unterschieds erlebt eine Renaissance. - 76Kritik an Huntingtons "Kampf der Kulturen" Ansatz 2/2Selbst die jüngste Geschichte des "zivilisierten" christlichen Westens belegt eine weitgehende Akzeptanz für die Unterdrückung von Menschenrechten und Demokratie
Wir erleben eine Politisierung von Kultur: Soziale und ökonomische Verhältnisse werden als Folge des Verfalls kultureller Identität bzw. der Vermengung von Kulturen dargestellt.
Die herausragenden Konflikte und Kriege sind Ergebnis tiefgreifender ökonomischer und politischer Sachverhalte. - 77Entkulturalisierung von Religion nach Roy 1Nicht "Wiederkehr" der Religion, sondern Mutation
Trennung von Religion und Kultur zu Gunsten von Religion die Quelle von Gewalt
Religion im kulturellen Sinne ist i.d.R. "zivilisiert", in ihrem fundamentalen Charakter relativiert
Das macht sie für Konvertiten/bisher "Nichtreligiöse"/sozial Deklassierte unattraktiv - 78Entkulturalisierung von Religion nach Roy 2Religion wird aus dem Zusammenhang gerissen, sie verliert ihre Grundlage in Milieus und Traditionen
Religion ist wählbar, aus den kulturellen Mustern herausgelöst
Religion wird zur Legitimierungsressource von (militanten) Deutungsmustern
Fundamentalisierungen sind nicht nur ein Problem im Islam, sondern auch in allen anderen Religionen unter diesen Bedingungen - 79Kultur nach Wimmer"Kultur lässt sich als ein offener und instabiler Prozess des Aushandelns von Bedeutungen definieren, der Akteure in unterschiedlichen Interessenslagen zueinander in Beziehung setzt."
- 80Religionspolitik nach Rolf Schieder 1/2"Terrorismus ist ein Problem kulturell entwurzelter, oft gebildeter, aber dennoch erfolgloser, politisch radikalisierter, ärgerlicher junger Männer, die gegen eine Welt aufbegehren, die ihnen keine Heimat mehr bietet"
Terror ist kein strategischer, sondern ein performativer Akt;
Erfolg: Zustimmung, Schrecken, religiöse Rahmung
Religiöse Menschen sind nicht nur religiös
Europäer haben zu ihren Kirchen eine Beziehung wie zur Feuerwehr - 81Religionspolitik nach Rolf Schieder 1/2Moderne Gesellschaften sind keine säkularen Gesellschaften, sondern Gesellschaften mit säkularen staatlichen Institutionen
Moderne Gesellschaft ist eine "company of strangers"
Notwendig: interreligöse Kompetenz: Die Fähigkeit, mit Problemen umgehen zu können, die durch religiösen Pluralismus entstehen
"Ein funktionierender sozialer Nahbereich ist ein guter Schutz gegen radikale gewaltbereite Religionen." - 82Schlussfolgerung Terrorismus und IslamisierungDer Kampf der Kulturen findet nicht statt. Wohl aber ein Konflikt um Ressourcen, Deutungsmuster und Zugehörigkeit in Kulturen
Entkulturalisierung ist ein Problem aller Kirchen und Religionen in Europa. Bestes Beispiel: katholische Kirche und Sexualmoral
Religion wird entgegen früherer Vermutungen auch in modernen Gesellschaften bedeutend bleiben
Moderne Gesellschaften werden von Konflikt zusammengehalten, nicht von (religiösen) Konsens.
Die (konfliktreiche) Gestaltung des sozialen Nahbereichs ist die Aufgabe der Sozialen Arbeit. - 83Welche Rollen und Aufgaben hat der Staat?Polizeistaat
Rechtsstaat
Sozialstaat
Steuerungsstaat - 841. Rolle des PolizeistaatsPolizeistaat = Obrigkeit
16.-18. Jhdt: Bildung/Konsolidierung Nationalstaaten
Staatsaufgabe: Legitimation staatlicher Herrschaft
"gute Polizey" -> inhaltliches Aufgabengebiet des Staates (policies) / der "polizeilichen" Implementation
Herstellung und Gewährleistung der "bürgerlichen Gesellschaft" -> private Rechte - 852. Rolle des RechtsstaatsKontrolle und Begrenzung staatlicher Macht
Justiziables öffentliches Recht
Trennung von Staat und Gesellschaft
Zivilisierende Wirkung von Interessen (unsichtbare Hand) ohne staatlichen Eingriff - 863.Rolle des SozialstaatsKorrektur/Kompensation von Folgen gesellschaftlicher wirtschaftlicher Modernisierung
Legitimation von Eingriffen liegt bei den Wirkungen
Leistungsfähigkeit des Staates ist nötig zur Lösung sozialer Probleme
Einmischung des Staates in die Gesellschaft
Ansprüche und Interessen an den Staat zentral - 87Sozialstaat - Der aktive Staat (70er J.)Planung, aktive Politik, innere Reformen
Zentrales Problem: Markt(-versagen), Problemlösungskapazitäten
Werte: "social engeneering", politische Kontrolle
Ordnungskommune - 88Sozialstaat - Der kooperative Staat (80er)Implementation, Evaluation, Verhandlung
Problem: Politikversagen, Unregierbarkeit
Werte: Effektivität, Problemlösung, Kooperation
Urbane Regime - 894. Rolle des SteuerungsstaatsStaat als Steuerer gesellschaftlicher Entwicklungen durch präventives Eingreifen: Präventionsstaat?
Unerwünschte Nebenfolgen/mangelnde Effektivität hoheitlicher Eingriffe: neue Formen staatlichen Handelns nötig?
Etablierung von Verhandlungssystemen, prozeduralem Recht, Kontextsteuerung - 90Steurungsstaat - Der schlanke Staat (90er)Management, Entbürokratisierung, Verwaltungsvereinfachung, Aufgabenkritik
Problem: Staatsversagen, Bürokratieversagen
Werte: Effizienz, Dienstleistung, Qualität
Dienstleistungskommune - 91Steuerungsstaat - der aktivierende Staat (00er)Gewährleistungsstaat, Bürgergesellschaft, Zivilgesellschaft
Problem: Gesellschaftsversagen, Exklusion
Werte: Inklusion, soziale Kohäsion, Beteiligung
Bürgerkommune - 92Fazit Welche Rollen und Aufgaben hat der Staat?Weder unsichtbare Hand noch Allmacht des starken Staates
Notwendig: lernfähige Formen der politischen Willensbildung
Wir erleben eine Umbruchphase: Was gehört zum Kernbereich staatlichen Handelns? - 93Welche Aufgaben hat also der Staat?Beantwortung hängt von der eigenen Verortung in den Diskursen ab
Rollen des Staates verändern sich zwischen den Polen:
Allmächtig/Allzuständig
vs.
Staatsversagen/Nicht-Steuerbarkeit - 94Welche Systeme in der Sozialpolitik sind Teil der Sozialen Arbeit?Versicherungssysteme
Versorgungssysteme
Fürsorgesysteme
Förderungssysteme - 95Wer "macht" Soziale Arbeit/Heilpädagogik?Soziale Arbeit bedeutet: die Organisation von Hilfe
Soziale Arbeit findet immer in Organisationen statt
Sie folgt der Systemlogik der Organisation
Sie findet in einem sozialpolitischen Rahmen statt
Sie hat "Herstellungsbedingungen" - 96Unterscheidung von Begriffsdimensionen und Handlungsebenen nach Rudoloph Bauer (Grafik)

- 97Trägerstrukturen:Staatliche/öffentliche Träger (zumeist kommunal)
Frei-gemeinnützige/Nonprofit-Organisationen)
Privat-gewerbliche/Forprofit-Organisationen - 98Welch öffentlichen Träger gibt es?Kommunen, Kreisfreie Städte, (Land-)Kreise, Kommunalverbände
Bundesländer
Sozialversicherungen
Rentenversicherungen
Krankenversicherungen
Pflegeversicherungen
Unfallversicherungen
Arbeitslosenversicherungen - 99Welchen freien Träger gibt es?Wohlfahrsverbände, AWO, Caritas, DRK, Diakonisches Werk, Der Paritätische, Wohlfahrtsstelle der Juden
Jugendverbände
Andere freie Träger - 100Grafik Verbandliche Zusammenschlüsse

- 101SpitzenverbändeAWO, Caritas, Der Paritätische, DRK, Dakonie, ZWST

- 102Struktur Verband: Beispiel Caritas (Grafik)

- 103Welche privaten Träger gibt es?Privat-gewerbliche Anbieter
Ein-Personen-Unternehmen / Freiberufler
Kleinunternehmen
Sozialkonzerne - 104Aufgabendelegation der öffentlichen TrägerÖffentliche Träger (also Kommunen/Bundesländer/Sozialversicherungen)
->
engagieren
->
Freie Träger/Wohlfahrtspflege ODER privat-gewerbliche Anbieter - 105Wer also macht Soziale Arbeit?Soziale Arbeit findet in Organisationen statt
Die Organisationsformen können staatlich, frei-gemeinnützig oder privat-gewerblich sein
Alle drei befinden sich in einem engen Aushandlungsverhältnis
Sozialpolitik stellt den Rahmen dar - 106Wie finanziert sich Soziale Arbeit?Wer wird bezahlt?
"Wohlfahrtsmix":
Öffentliche Träger
Frei-gemeinnützige Träger
Privat-gewerbliche Träger
Bundesverfassungsgericht: öffentliche Letzt- und Gesamtverantwortung - 107Woher wissen wir, was bezahlt werden muss?"Sozialplanung":
Traditionelle Bedarfsplanung: Hochrechnung mittels Sozialindikatioren
Objektförderung: Sicherung von Angebotsstruktur
Subjektförderung: Individuen werden mit Kaufkraft ausgestattet
Kleinteilige Sozialberichterstattung: Befragung, Konferenzen, NutzerInnenbeteiligung - 108Wer finanziert die Sozialen Dienste der Öffentlichen Träger?Sozialversicherungen: Arbeitgeber/-nehmer-Beiträge
Beispiel: Krankenhaus-Sozialdienst
Bund/Land/überörtliche Träger: Bundes-/Landeshaushalt, also Steuermittel
Kommunen: eigene Steuereinnahmen, Landeszuweisungen, Bundes-/EU-Mittel, Entgelte - 109Wer finanziert Frei-gemeinnützige Träger?Zuwendungen der öff. Träger
Leistungsentgelte aufgrund von Leistungsverträgen
Mitgliederbeiträge
Kirchensteuern
Projektförderung durch Stiftungen ect.
Spenden, Sammlungen, Sponsoring, Lotterien
Vermögenseinnahmen, Vermietung und Verpacktung - 110Wer finanziert Privat-gewerbliche Träger?Verkaufserlöse am Markt durch Kunden
Vergütungen/Leistungsentgelte aus öffentlichen Haushalten aufgrund von Leistungsentgelten - 111Schwierigkeiten/Problem bei der FinanzierungÖff. Träger: Konjunkturabhängigkeit, Arbeitsmarktkrisen, Steuerpolitik
Frei-gemeinnützig: Transparenz, Effizienzdruck, Konkurrenzsituation, Mitgliederschwund
Privat-gewerblich: geringe Kaufkraft der "KundInnen", "unechter" Markt - 112Finanzierungsmodell: ZuwendungenDurch öff. Haushalte
Müssen beantragt werden
Unterschied Projektförderung/Globalförderung
Decken nur einen Teil der Kosten ab, Eigenanteil
Gelten i.d.R. nur für ein Haushaltsjahr
Sind zumeist freiwillige Zahlungen
Sind "Subventionen" - 113Finanzierungsmodell: LeistungsentgelteDurch öff. Haushalte
Vertragliche Vereinbarung
Mit frei-gemeinnützigen oder privat-gewerblichen Trägern
Pauschal/Einzelleistung: Fachleistungsstunde
Kriterium: Bei gleichem Leistungsumfang günstigeres Angebot
Vorher ausgehandelte Leistungskategorien
Gründet im "sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis"
- 114Finanzierungsmodell: LeistungsverträgeVertraglich genau definierte Leistung im Auftrag des öff. Trägers (eigene Zielsetzung unerheblich)
Leistung wird "eingekauft"
Bestandteile: verbindliche Ziele, Leistungsprofile, Wirkungen
Grundlage: öff. Träger muss Aufgabe erfüllen (z.B. Jugendgerichtshilfe) - 115KontraktmanagementÜbertragung betriebwirtschaftlicher Verfahren auf die Kommunalpolitik:
BürgerInnen = Kunden
Verwaltung = Management
Amts-/Dezernatsleitung = Konzernspitze, Politik = Auftraggeber
Politik definiert Ziele / Budget, Verwaltung legt Wege zur Zielerreichung fest: Kontraktmanagement
Produkt: Ziele, Volumen, Qualität, Kosten
Controlling: Ziele erreicht? Zu welchen Kosten? - 116Wie also finanziert sich Soziale Arbeit?In der Regel nicht der "Kunde"
Unterschiedliche Finanzquellen, zum allergrößten Teil aber Steuermittel
Kommunen sind die Hauptfinanzierer/Auftraggeber/Letztverantwortlichen
Mittel werden hauptsächlich über Zuwendungen und Leistungsverträge/-entgelte vergeben
Das damit zusammenhängende Verfahren nennt man Kontraktmanagement - 117Hat Soziale Arbeit ein Mandat? Das Doppelmandat"Doppelmandat": Soziale Arbeit ist beauftragt durch:
1. Die Gesellschaft (vermittelt über Finanzierung/Gesetze ect.
2. Den/die KlientInnen (durch unmittelbaren Kontakt, Beziehungsgestaltung, Hilfeplan)
Interpretation: Loyalitätskonflikte! - 118Wortbedeutung MandatMan'dat,
1. RECHT Vertretungsvollmacht, Auftrag
2. Amt, Würde eines gewählten Volksvertreters
3. von einem Staat treuhändisch verwaltetes Gebiet - 119Hat Soziale Arbeit ein politisches Mandat? Nach Kusch und Krüger1. Kompetenzen/Orte der politischen Einflussnahme: im Jugendhilfegesetz / KJHG; durch andere Gesetze: Beteiligung
2. Demokratietheorisch: das Recht, politische Interessen auch für andere zu reklamieren
3. Im Zweifel: Selbstmandatierung!
Soziale Arbeit muss sich endlich zu ihrem Mandat bekennen! - 120Hat Soziale Arbeit ein politisches Mandat? Nach Merten1. Wer hat das Mandat erteilt? Hat Soziale Arbeit einen Ruf gehört, den andere gar nicht ausgestanden haben?
2. Wer genau ist "die Soziale Arbeit"? Hochschulen? Berufspraktiker? Berufsständige Organisationen?
3. Wie sieht dieses Mandat inhaltlich aus? Einheitlichkeit ist weder wünschenswert noch machbar
Politische Mandatierung wäre Paternalismus! - 121Merten zum Ansatz: "Professioneller Auftrag, statt politisches Mandat?""Soziale Arbeit hat ... einen professionellen Auftrag!
Wenn sie diesen mit einem Höchstmass an Kompetenz wahrnehmen will, dann wird sie dazu beitragen, dass ihre Klientel die ihr zustehenden Rechte erhält, ja besser noch:
dass sie dazu befähigt, ihre Rechte selbstständig wahrnehmen und realisieren können." - 122Politisches MandatSoziale Arbeit hat es meistens mit "schwachen" Interssen zu tun - Selbstvertretung ist schwierig
Lebensbedingungen und Teilhabechancen sind Ergebnis politischer Entscheidungen
Soziale Arbeit ist nur Ausführungsorgan staatlicher Politik - es gibt ein fachliches Verständnis über die Organisation von Hilfe
Quellen eines politischen Verständnisses: Sozialstaatsgebot, Fachwissenschaft, Organisationsfreiheit - 123Organisationen als Träger eines politischen VerständnissesProfessionelles/Individuelles Verständnis und Organisationsebenen müssen auseinandergehalten werden
Staatliche Träger: Teil der Exekutive, also "näher dran" an parlamentarischen Akteuren
Frei-gemeinnützige Träger: aus ihrer Geschichte / ihren Selbstverständnis auf Partizipation und Gestaltung von Gesellschaft angelegt
Gemeinnützigkeit als Prinzip von Subsidiarität - 124Differenzierung nach Benz/Rieger//Drei Kreise Modell
"Politik Sozialer Arbeit" als Teildisziplin der Wissenschaft Sozialer Arbeit
"Politik Sozialer Arbeit" als Politikfeld
"Politik Sozialer Arbeit" als Intervention/professionelles Handeln - 125Soziale Arbeit als politisches HandelnPolitikimplementation: angewandte Sozialpolitik, Umsetzung politischer Programme
Politikberatung. Information, Aufklärung, Irritation von Institutionen/Akteuren der Politik hinsichtlich sozialer Probleme und Interventionsansätze
Interessenvertretung: Soziallobbying als Einflussnahme auf politische Entscheidung
Politische Bildung:
Befähigung der Klientel zu politischem Bewusstsein, Selbstorganisation und Selbstvertretung - 126Hat also Soziale Arbeit ein politisches Mandat?Die Frage ist so alt wie soziale Berufe selbst; genau so gestellt ist wie wahrscheinlich unterkomplex
Die Antwort darauf wäre immer abhängig vom Zeitgeist/der vorherschenden Strömung in der Professionsentwicklung; aber: alleine die Behauptung advokatorischen Handelns reicht nicht zur Begründung aus
Fachlich muss nach Politikimplementation, Politikberatung Interessenvertretung und politischer Bildung unterschieden werden
Ein Anspruch an die Mitgestaltung "allgemein verbindlicher Regelungen und Entscheidungen", also Politk ist m.E. unbestreitbar. - 127—
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- Lernzettel zur M14 Klausur der KatHo Münster im Sommersemester 2020. Alle Vorlesungsfolien als Karteikarten.
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- yeah boi
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