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Flashcards

Klinische Neuropsychologie - Agnosie für Objektorientierungen

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie German 8 cards

Cards in this deck (8)

  1. 1ObjektorientierungenVorhandensein verschiedener neuronaler Mechanismen zur Identifikation von Objekten und Erkennen ihrer Orientierung
    Hirnschädigungen können zu selektiver Störung der Orientierungserkennung unter intakter Erkennung eines Objektes führen
    Forscher auf diesem Gebiet:
    Solms, Turnbull, Karnath
  2. 2SymptomatikUntersuchung von Best (1917) an Patienten mit Symptomen ähnlich zu Balint-Holmes-Syndrom unter beidseitiger Schussverletzung der Hemisphären:
    -Keine Möglichkeit der korrekten Erfassung von Objekten in Bezug zu seinem Körper
    -Keine Möglichkeit mentaler Vorstellung von räumlichen Situationen (z.B. Wegen)
    Präsentation von normalen und um 180° gedrehten Bildern:
    -Reize konnten unabhängig der Orientierung identifiziert werden; Lage konnte nicht bestimmt werden
    -Scheinbar stabiles Defizit, jedoch durch Übung verbeserbar
  3. 3LokalisationLäsion des Parietalkortex:
    -Häufige Assoziationen mit Balint-Holmes-Syndrom (bilaterale Läsionen des parietookzipitalen Kortex)
    Rechter intraparietaler sulcus (IPS):
    -Aktiv bei Objektbestimmung/-identifikation
    -TMS in Region bewirkt Performanzabnahme bzgl. der korrekten Bestimmung von Objektorientierungen um ca. 7%
  4. 4Erklärungshypothesen1.:
    -Klassische Interpretation des Phänomens durch Best
    +
    Interpretation aus Sicht standpunktunabhängiger Theorien des Objekterkennens
    2.:
    -Interpretation aus Sicht standpunktabhängiger Theorien des Objekterkennens
    +
    Annahme von Perrett et al. (1998)
  5. 5Klassische Interpretation des Phänomens durch BestBest interpretierte die Dissoziation (Objekterkennung vs. Orientierungserkennung) als eine Art Agnosie und Beleg, dass Objekterkennung orientierungsunabhängig sei
    Annahme von Best:
    Präcuneus in der Gegend der Fissura parieto-okzipitalis stellt mit angrenzenden Teilen des Gyrus parietalis superior Zentrum der absoluten optischen Lokalisation dar.
    => Zwei getrennte Systeme der Objektverarbeitung:
    1.ventral lokalisierte, objektzentriertes System zur Objekterkennung
    2. dorsal lokalisiertes, betrachterzentriertes System zur Analyse räumlicher Aspekte
    Klassische Interpretation geht davon aus, dass ein neuronales System geschädigt ist, das auf die Analyse von Objektorientierungen spezialisiert ist
  6. 6Interpretation aus Sicht standpunktunabhängiger Theorie des Objekterkennens-Korrespondieren mit klassischer Interpretation
    Annahme:
    -Interne mentale Repräsentation zuvor gesehender Objekte in objektzentrierten Referenzsystemen gespeichert
    => Unabhängig von der aktuellen Position des Betrachters zum Objekt; Basis auf individueller Geometrie der Objekte
    Erkennen eines Objektes:
    Repräsentationen in Referenzsystemen abgeleitet; abhängig von Position des Betrachters zum Objekt (beobachterzentriert) => gesehenes Bild muss in gespeichertes objektrepräsentierendes Bild umgewandelt werden
    Annahmen zur Umwandlung:
    Interpolieren zwischen dem aktuell gesehenen und gespeicherten Objekt ODER Transformation entweder des aktuell gesehenden Objektes und/oder des gespeicherten Bildes (z.B. durch mentale Rotation)
  7. 7Interpretation aus Sicht standpunktabhängiger Theorien des ObjekterkennensAlternativhypothese zur klassischen Interpretation
    Annahme:
    Beobachterzentrierte mentale Objektrepräsentation
    => Untersuchungen an Patientin mit Agnosie für Objektorientierungen: Randomisierte Darbietung unterschiedlicher Reize in 4 Orientierungen; Aufgabe: Reize benennen und entscheiden, ob aufrecht oder nicht; Ergebnis: Keine Bestimmung lediglich bei nicht-aufrechten Reizen (generalisierbar)
    Schlussfolgerung:
    Fähigkeit, aufrechte Orientierung zu bestimmen ist weniger stark gestört als bei nicht-aufrechten => spricht gegen klassische Interpretation, da keine generelle Unfähigkeit der Orientierungsdetektion vorliegen zu scheint, sondern lediglich eine Schwäche
    => Gegenevidenz zu zwei anatomisch streng getrennten Systemen
    Ähnliche Schlussfolgerungen durch fMRT-Studie bei Gesunden
  8. 8Annahme von Perrett et al. (1998)Annahme:
    Objekte werden durch Neurone repräsentiert, die auf bestimmte Ansichten, Orientierungen und Größen spezialisiert sind
    Vorhandensein von mehr Neuronen, die aufrechte Orientierungen detektieren als nicht-aufrechte (Anpassung an die Umwelt)
    => schnellere Erholung der größeren Neuronengruppe nach Läsion und daher Restfähigkeit vorhanden

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Description
Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Flashcards on Klinische Neuropsychologie - Agnosie für Objektorientierungen, created by Joney Stoney on 25/07/2018.
Created by
Joney Stoney
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