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Flashcards

Klinische Neuropsychologie - Funktionen frontaler Strukturen

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie German 11 cards

Cards in this deck (11)

  1. 1Funktionen frontaler StrukturenFrontalhirn ist unterteilt in funktionell und anatomisch getrennte aber interagierende Bereiche
    → Unterscheidung hinsichtlich Zytoarchitektonik und Verbindungen zu anderen Strukturen
    → starke bidirektionale Verschaltungsdichte => integrative Funktionen wie Handlungsplanung und -durchführung
    → Oberste Hierarchieebene, sowohl bottom-up als auch top-down Einflüsse zu anderen Ebenen
  2. 2Frontalhirnfunktion: Einheit oder Vielfalt?Essenziell an Exekutivfunktionen (Schnittstelle Motorik-Sensorik) beteiligt
    → Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeitskontrolle, Handlungsplanung, Entscheidungsfindung, strategisches Planen, Monitoring etc.
    => ermöglichen flexibles, intentionales Handeln
    => Prozesse teilweise aber nicht vollständig unabhängig
    → auch LZG (Schädigung → Gedächtnisstörungen)
    => Erlerntes Material wird oft wiedererkannt, Wiedergabe jedoch nicht möglich
    => Störung der Anwendung von Gedächtnisstrategien, episodischem Gedächtnis und Metagedächtnisstörungen
  3. 3Lateraler präfrontaler KortexStrukturen:
    Gyrus frontalis superior, medius und inferior
    Funktion:
    Evtl. Arbeitsgedächtnisprozesse
    Domänenspezifisches Modell: frontolaterale Modelle unterscheiden sich hinsichtlich der Art der repräsentierten Infos
    → Ventrolateral: nicht-räumliche
    → Dorsolateral: räumliche
    Aber: v.a. bei nicht-menschlichen Primaten
    Funktionsspezifisches Modell:
    mittlere ventrolaterale Bereiche sind aktiv am Abruf aus posterior gelegenen Regionen beteiligt
    LPFC repräsentiert Ziele und notwendige Mittel
    -spielt Rolle bei top-down-Kontrolle des Verhaltens: Einfluss auf andere aktivierte Areale und Beeinflussung der Verarbeitung zugunsten der individuellen Ziele
    Evidenz für einen rostrokaudalen Funktionsgradienten → Annahme, dass die Repräsentationen in anteriorer Richtung zunehmend abstrakter werden
  4. 4Inferior-frontales Kreuzungsareal-beteiligt an der Repräsentation abstrakter Eigenschaften (z.B. Konzepte oder Aufgabenregeln) visueller Objekte (einschl. Wörter), die im Fokus der Aufmerksamkeit stehen
    → Objekte entweder in der Umwelt verfügbar oder im Arbeitsgedächtnis
    → verschiedene Prozesse können objektbezogenen Repräsentationen (und damit die Aktivität des IFJ) modulieren:
    1. Aktualisierung von Repräsentationen (durch Umweltereignisse oder durch Rehearsal im AG)
    2. Neuheitswert (z.B: Priming)
    3. AG-Belastung und Interferenz zwischen Repräsentationen
    → Evidenz, dass IFJ bei Aufgabenwechsel und bei AG-Prozessen mit Dopamin-D2-Rezeptordichte und Dopaminstoffwechsel zusammen hängt
  5. 5Frontopolarer Kortex-Funktion kaum verstanden
    -Mögliche Modelle:
    → Verzweigung (FPC repräsentiert übergeordnete Ziele, die wegen Bearbeitung aktuell notwendiger Ziele gerade zurückgestellt sind)
    → Integration der Ergebnisse von zwei getrennten kognitiven Operationen
    → Entdecken von Veränderung in der Umwelt und Neugewichtung der Aufmerksamkeit
  6. 6Mediawand und orbitofrontaler KortexStrukturen:
    mediane Anteile von Gyrus frontalis superior, Gyrus cinguli und paracingulärem Kortex
    → Differenzierung im Gyrus cinguli wg. Zytoarchitektonik und Konnektivität
    Funktion:
    Assoziiert mit intern getriebenen Entscheidungen, Werterepräsentationen, Emotion und sozialen und selbstreferenziellen Prozessen
  7. 7Repräsentation entscheidungsrelevanter Variablen-OFC und Medianwand essenziell an zielorientiertem Entscheiden und Auswählen beteiligt
    Annahme:
    Handlungswert wird durch Verstärkungs- und Assoziationslernen erworben; setzt sich aus Belohnungswert des erwarteten Handlungsergebnisses und Kosten der Handlung zusammen
    -Konsumieren und Vorhersage angenehmer, belohnender Reize in Tier- und Menschenstudien mit Aktivitätserhöhungen im OFC und vmPFC assoziiert
    → lateraler OFC: eher aversive Stimuli
    → medialer OFC: appetitive Reize
    → vmPFC: repräsentiert gleichzeitig positive und negative Werte einzelner Handlungsoptionen und aversiv wahrgenommenen Belohnungsaufschub
    → MCC (mittlerer Cingulärer Kortex) und präSMA (prä-supplementär-motorisches Areal) integrieren Handlungswert und notwendige Anstrengung
  8. 8Handlungsüberwachung-Für Handlungswert muss Handlung auf Erwartungsabweichung überwacht werden
    → Evtl. Aktualisierung von Handlungswert oder Verhaltensanpassung
    -MCC generiert error-related negativity (ERN), auch präSMA aktiv bei tatsächlichem oder drohendem Handlungsmisserfolg
    → fehlerbezogene MCC-Aktivität sagt attentionale Anpassung, Handlungswechsel und Lernprozesse vorher (u.a. auch allg. reaktive Verlangsamung nach Fehlern)
    → Dopamin, Noradrenalin und Acetylcholin wichtig für Anpassung nach Handlungsproblemen
    -Flexibles Verhalten ist Regelkreis der kognitiven Kontrolle:
    Handlungsüberwachung extrahiert Infos über evtl. notwendige Adaption aus externen und internen Quellen → Aktualisierung der Kosten-Nutzen-Rechnung (Handlungswert) → Initiation angemessener Anpassungen
    -Weitere Aufgabe des MCC: Statistik der bisherigen Handlungsergebnisse verfolgen und evtl. Anpassung des Handlungswerts
    → bei Läsion (anteriorer Sulcus Cinguli): Mangelnde Berücksichtigung bisheriger Ergebnisse bei Handlungsauswahl
  9. 9Emotion und Schmerz-ACC (anteriorer cingulärer Kortex) und MCC mit Emotionen und Emotionskontrolle assoziiert
    → verschiedene Emotionsqualitäten scheinen teilweise in verschiedenen Arealen repräsentiert zu werden:
    subgenuraler anteriorer cingulärer Kortex (sACC):
    Traurigkeit assoziiert (bei schweren Depressionen morphologische und metabolische Veränderungen)
    dorsaler, posteriorer Anteil (MCC, präSMA, dmPFC):
    eher Wahrnehmung, Bewertung und Expression
    vmPFC und ACC vermutlich eher Emotionsregulation
  10. 10Schmerzforschung-MCC durch akute Schmerzstimulation aktiv
    -vmPFC und pACC bei länger andauerndem Schmerz aktiv (Region an schmerzmodellierenden Mechanismen beteiligt; Placeboeffekt und Schmerzunterdrückung)
    → wahrscheinlich viele Opioidrezeptoren
    -MCC auch bei Schmerzbeobachtung aktiv (ähnlich Muster bei Handlungsfehlern anderer, unabhängig von Valenz) → wahrscheinlich Handlungswertaktualisierungen, Entscheidungsprozessen und resultierenden Verhaltensadaptionen
  11. 11Weitere Funktionen der frontalen Medianwandrostral-medialer präfrontaler Kortex (rmPFC ) und dorso-medialer präfrontaler Kortex (dmPFC) aktiv bei evaluativen Urteilen und bei Theory-of-mind-Aufgaben (sich und anderen emotionale und kognitive Zustände zuschreiben)
    → dmPFC nicht unbedingt nötig für kognitives Hineinversetzen, trotzdem beteiligt
    -Default-Mode-Netzwerk (DMN)
    → ventrale und rostrale Frontomedianwand
    → aktiv bei Ruhe (keine Stimuli/fokussierte Aufgaben)
    -Insgesamt sind Frontomedianwand und OFC essenziell an Entscheidungsprozessen, Handlungs- und affektiv- hedonischer Reizevaluation und daraus resultierenden Anpassungen motorischer Handlungen und des inneren Milieus beteiligt
    → rostroventrale Regionen: eher interne Zustände, Emotionskontrolle, autonome Reaktionen und Homöostase
    → dorsale Regionen (MCC und präSMA): auf externe motorische Handlungen gerichtete Werterepräsentationen und Anpassungen

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Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Flashcards on Klinische Neuropsychologie - Funktionen frontaler Strukturen, created by Joney Stoney on 29/07/2018.
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Joney Stoney
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