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Flashcards

SA & psychische Gesundheit

Rahel Schäfer Soziale Arbeit Bachelor German 199 cards

SA & psychische Gesundheit

Cards in this deck (199)

  1. 1Definition von Gesundheit- Gesundheit und Krankheit = Konstrukt → Beobachtung aus versch. Disziplinen kann unterschiedlich sein
    - Symptomatik von Krankheiten sind viel differenzierter beschrieben als die Symptomatik von Gesundheit
    - Keinen absoluten Zustand → Gesundheit-Krankheits-Kontinuum
    - Unterscheidung zwischen physischer und psychischer Gesundheit/Krankheit
    - Risiko- und Schutzfaktoren beeinflussen Gesundheit/Krankheit → physische, psychische, soziale und physikalisch-materielle Faktoren
    - P + GF verringern die Chancen für das Auftreten neuer Krankheiten
  2. 2Drei Gesellschaftsmodellesegmentäre Gesellschaft (kleinräumig, in sich geschlossen, hohe Reziprozität) → Hochkulturen → Bildung von Städten/Zentren → neue Strukturen → Schichtung: Oberschicht bestimmt Regeln (geringe Gestaltungsmöglichkeiten) → Reziprozität nicht mehr gegeben, neue Helferformen notwendig (Kirche, Sonderrollen) → funktionale Differenzierung (autonome Organisationen, die eine eigene Struktur haben, aber auf Erfüllung der Aufgaben der anderen Funktionssysteme angewiesen sind)
  3. 3Binäre Codeszur Unterscheidung zu anderen Systemen (Hauptfokus) → Bsp. Gesundheitssystem (krank/gesund); Soziale Hilfe (Hilfe/Nichthilfe) → können durch sekundäre Codes (Prävention/Behandlung) ergänzt werden
  4. 4Heterarchische GesellschaftsordnungHierarchie kann sich in Organisationen, aber nicht auf Ebene der Funktionssysteme etablieren
  5. 5SA und Gesundheitsprobleme- beeinflusst, unterstützt in sozialen Notlagen und leistet einen aktiven Beitrag zur Prävention und Früherkennung dieser Probleme.
    - Gesundheitsprobleme und soziale Notlage → haben Wechselwirkung
    -Psychische Erkrankungen beeinflussen die Beratungstätigkeit in allen Kontexten der SA → Einschätzung der eigenen Handlungskompetenzen; interdisziplinäre Zusammenarbeit
    - Medikalisierung sozialer Probleme (bsp. ADHS)
    - Die strukturelle Kopplung der Systeme ist hoch (Organisation)
  6. 6Wohlbefinden- Gesundheit = Abwesenheit von Krankheit
    → Wohlbefinden = sehr subj.
    - Zustände Nicht-Wohlbefinden = Krankheit → massiver Anstieg von Medikamentenverschreibung → ethische Problematik: Unterscheidung Wohlbefinden & Nicht-Wohlbefinden → Integration problematisch
    -
  7. 7Prävention & Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz- meist wirtschaftl. Gründe für Investitionen am Arbeitsplatz
    - Gesetzliche Auflagen (Verpflichtungen: Arbeitssicherheit (bsp. Alkkonsum → keine Maschinen bedienen; Schutzkleider)
    - Reduktion von krankheitsbedingten Kosten (Taggeldversicherung: Prämien steigen, wenn viele Ausfälle → Motivation zu investieren, um dies zu verhindern)
    - Leistungssteigerung (psych. Befindlichkeit steigert Leistung)
    - ROI
  8. 8Das Salutogenesekonzept von Antonovsky- Frauen in KZ → Weshalb wurden diese nicht krank?
    - Kohärenzgefühl als zentrale Widerstandsressource
    - Drei Komponente: Verstehbarkeit (das Erlebte zu integrieren, einzuordnen), Handhabbarkeit (etwas mit der Sit. aktiv gemacht), Sinnhaftigkeit (stabilen Übergeordneten Sinnhorizont unterstützt)
    - Salutogenese: Was hält uns gesund? / Pathogenese: Was macht uns krank?
    - Auch Salutogenese ist nur als Verhinderung von Krankheit möglich
    - Gesundheit/ Wohlbefinden vs. Krankheit/Unwohlsein → ethisch problematisch: Abwesenheit von Wohlbefinden bedeutet automatisch Anwesenheit von Krankheit
  9. 9Die arbeitsbezogenen GesundheitsproblemeAbsenzen:
    - unbeeinflussbare Fehlzeiten (Militär/Mutterschaftsurlaub etc.); Langzeitabwesenheiten (Verletzungen/chronische, psychische Krankheiten); Kurzzeitabwesenheiten (Demotivation, kurze Krankheiten)
    - Direkte & indirekte Kosten für das Unternehmen: Ersatzpersonal, Lohnfortzahlung, Erhöhung Prämie Taggeldversicherung, organisatorische Umstellungen, Störung der Abläufe etc.
    Präsentismus: Arbeiten trotz Krankheit
    - Besonders gefährdet: Berufe, die mit Menschen zu tun haben
    - Gründe: Pflichtgefühl, Rücksicht auf KollegInnen, Angst vor Arbeitsplatzverlust
    - Kosten: ca. 2/3 der gesamten krankheitsbedingten Kosten
    - Massnahmen: Zulassen von Absenzen → Sensibilisierung der MA; bei Rückenschmerzen/psych. Krankheiten: Präsenz trotz Produktivitätsverlusten fördern; Ausbau der betrieblichen GF → Reduktion von Absenzen und Präsentismus
    IV-Neuberentungen wegen psychischen Probleme steigt andauernd an durch höherer Arbeitsdruck
    Konsum von leistungssteigernden Mitteln im Arbeitsleben steigt (Aufputschmittel, Kokain)
  10. 10Stress als Schlüsselmechanismus- Stress als Spannungszustand
    - Negativer Stress (distress): Adrenalinausschüttung → Cortisol → langfristige Schwächungen (Immunsystem/Herzkreislaufsystem)
    - positiver Stress (eustress): Angeregtheit (bsp.: Arbeit sehr gerne machen)
    - Klassische und Unruhe-Stresssystem im Gehirn: wieder aktiviert durch Leistungsdruck, soz. Medien
    - Folgen lange anhaltender negativer Stressbelastung
    - Durch das Unternehmen beeinflussbare Stressoren und Widerstandsressourcen: Führungsstil, Betriebsklima, Sinnhaftigkeit
    - Extern: Mobbing, private Geselligkeit, emotionale Betreuung im 1. Lebensjahr
    - Stressfolgekosten: Unternehmen, Produktivitätsverlust, Gesundheitskosten, Sozialhilfekosten
  11. 11Merkmale vom System „Organisation“- Hierarchien: regelt Entscheidungskompetenz
    - Funktion
    - Struktur (formal/informell), Abläufe, Prozesse
    - Organisationsumwelten
    - Mitgliedschaft → Inklusion, Erwartungshaltung
    - Differenzierungsgrad
    - Bürokratie: Gedächtnis der Organisation (Bsp. Protokolle)
    - Zweckgebundenheit
    - Leistung gegen Lohn
    - Betriebswirtschaftlichkeit als Leitprinzip
    - Entscheidung als zentrale Kommunikation
    - Umwelten: psychisch (Zufriedenheit, Arbeitsqualität), sozial (Beratungsprozesse, Politik), körperl. (Rückenprobleme), materiell (Organisationsabhängig)
  12. 12Das Konzept der positiven Gesundheit von Seligman- Positive Gesundheitsmerkmale: Optimismus, positive Gefühle, Zielorientierung, positiv erlebte Beziehungen, Erfolgserlebnisse (= nicht nur Ursachen, sondern Symptome der Gesundheit)
    - Ebene der Symptomatik und Ebene der Einflussfaktoren = nicht ausreichend getrennt
  13. 13Organisationales Gesundheitsmanagement- Primärprävention: Prävention/Gesundheit, P + GF Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Arbeitshygiene → verhindern Auftreten von Gesundheitsproblemen
    - Sekundärprävention: Früherkennung
    - Tertiärprävention: (Früh-)Behandlung, Krankheit, Eingliederungsmanagement
    - Unterscheidung von OGM (auch andere Zielgruppen in Fokus (bsp. SuS) und BGM (MA im Fokus)
    zentrale Aspekte:
    - formaler Auftrag
    - ökonomischer Nutzen
    - finanz./personelle Ressourcen
    - externe Rahmenbedingungen
    - fachliches/methodisches Wissen
    - ethische Aspekte
    - als Führungsaufgabe
  14. 14Früherkennung- drei Ebenen: Beobachtung (MA-Gespräche), Austausch (über gesundh. Sit. in Unternehmen), Frühbehandlung (Zuständigkeiten klären)
    - Zentrale Aspekte: Kooperation und Partizipation, Vernetzung und Koordination, Nachhaltigkeit
    - Formen:
    o Absenzen/Präsenz-Management: kontinuierliche Erfassung von Fehlzeit
    o MA-Gespräche
    o MA-Gremien
    o MA-Befragungen: anonym → offene Auskünfte
  15. 15Prävention von psychischen Störungen- Anforderungen vs. Gestaltungsspielraum / Ressourcen / Belohnung
    - Angemessene Arbeitsmenge
    - Gestaltungsmöglichkeiten und Spielraum
    - Anerkennung
    - Arbeitsklima und Kollegialität
    - Gerechtigkeit
    - Beachtung von Werten
  16. 16Gesunde Führung- Ergebnisorientierung + Inspiration
    - Achtsamkeit gegenüber Stressbelastung
    - Beachtung von gesundheitlichen Warnsignalen
    - Vorbildverhalten → im Hinblick auf die Gesundheit (Strukturen schaffen)
  17. 17Rehabilitation (Zeit der Psychiatriereform)- Klinifizierung und Enthospitalisierung
    - kürzere Verweildauer
    - Bedarf an alternativen Versorgungsstrukturen/Integrationshilfen
    - Idee: auf besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittene Rehabilitation
  18. 18Rehabilitation (funktionale Gesundheit ICF)setzt Gesundheitsproblem voraus, aus dem Funktionsstörungen, Fähigkeitsstörungen und Partizipationsstörungen resultieren
  19. 19Rehabilitation (biopsychosoziales Krankheitsverständnis nach Egger)drei Krankheitsdimensionen:
    - biomed. als somatische Störung
    - psychologische als Störung des Erlebens und Verhaltens
    - öko-sozialen als Ergebnis einer pathogenen Mensch-Umwelt-Passform.
    --> Meso, Mikro, Makro
    drei Gesundheitsdimensionen:
    - biomed. als somatische Funktionstüchtigkeit
    - psych. als vitales Erleben/Verhalten von Gesundsein/Wohlbefinden
    - öko-sozial: salutogene Mensch-Umwelt-Passform
    --> Wechselseitige Beziehung, Grundlage für ICF
  20. 20Rehabilitation (therapeutische Interventionen)- müssen gesundheitliche, soziale, umweltbedingte Ausgangslagen berücksichtigen
    - Im Mittelpunkt: Verbesserung von psychischen Beeinträchtigungen & der Teilhabe, Förderung von Kompetenzentwicklung und Gesundheitsverhalten
  21. 21Rehabilitation (Definition)- Verbesserung von psychischen Funktionen und Fähigkeiten, Störungseinsicht, Bewältigung von Krisen und Konflikten
    - Erhaltung und Widerherstellung von Aktivitäten und Teilhabe, Begegnung der Beeinträchtigung
    - vs. Akutbehandlung (Notfall/Erstdiagnostik)
    - möglich: wenn relevante Funktionsstörung nach ICD-10
  22. 22Rehabilitation (Rehabilitationsmassnahmen)= komplexe Interventionen, zeitl. befristet, zur Integration von Menschen mit einer psych. Erkrankung, wenn Rehabilitationsbedarf/Indikationsbereich, Rehabilitationsfähigkeit/positive Rehabilitationsprognose gegeben sind.
  23. 23Rehabilitation (Ziele)- Verbesserung der Krankheitsbewältigung
    - Hebung der Lebensqualität
    - Stärkung der Selbstheilungskräfte
    - Verbesserung der Verlaufsprognose der Erkrankung
    - Reduktion der Dauer und Häufigkeit stationärer Behandlungsepisoden
    berufl. R.: ganze oder teilweise Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit, Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt
    med.: Veränderung und Einstellung und Verhalten der betroffenen Personen
    soz.: Hilfen zur Bewältigung des Alltags, Wohnen und Freizeitgestaltung
  24. 24Rehabilitation (Grundsätze)- Zugang zu geeigneten Leistungen der Rehabilitation
    - Psychiatrische R. setzt frühzeitig ein (Nahtlosigkeit)
    - Leistungen sind zur Vermeidung von Kontinuitätsbrüchen (Komplexleistung)
    - Wohnortnähe
    - Vorrang der ambulanten Rehabilitation
    - Personenzentrierung
    - Bedarfsgerechte Rehabilitation
    - Multiprofessionelles Team
  25. 25hist. Zusammenhänge19. Jh.: Gesundheit = Arbeitsfähigkeit der lohnabhängigen Bevölkerung --> Versicherungen
    2. Hälfte 19.Jh.: Gesundheitsfürsorge (Beratung, Aufklärung, Prophylaxe);
    gesundheitl. Probleme durch Armut, Wohnungsnot, mangelnde Ernährung, soz. Benachteiligung
    1. Viertel 20.Jh.: Wohlfahrtspflege/Aufbau von Verwaltungsstrukturen/ Gesundheitsfürsorge; Gründung erster Fachschulen SA
    Nationalsozialismus: Rassenhygiene
    nach den Kriegen: Abwehr von Infektionskrankheiten, Sicherstellung Grundernährung, Wiederherstellung Arbeitskraft, Gesundheitsförderung,
    1950/60er: Biomedizin (Risikofaktorenkonzepte
    1970er: Gesundheitsbewegung, Entstehen von Selbsthilfegruppen/Beratungsstellen
    1986: Ottawa-Charta WHO --> Öffnung Gesundheitsverständnis: Befähigen, Vermitteln, Selbsthilfe, Selbstbestimmung in Gesundheit
  26. 26Gesundheitserziehung (Defintion)= Gesamtheit der erzielten Interventionen, die über die Beeinflussung des individuellen Verhaltens des Menschen zur Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung seiner Gesundheit beitragen, die Verantwortung für die eigene Gesundheit festigen und einen Menschen befähigen aktiv an der Gestaltung der natürlichen/gesellschaftlichen Umwelt teilzunehmen
  27. 27Krankheit und Gesundheit (Definitionen)Krankheit:
    - Destruktion, Befreiung, Waffe gegen Anforderungen der Gesellschaft,
    - Aufgabe, gemeinsam mit Ärzten Heilung zu erreichen
    Gesundheit:
    - Vakuum, Abwesenheit von Krankheit, als Reservoir zur Bewältigung äusserer Einflüsse, Widerstandsfähigkeit, Gleichgewicht, Zustand des Wohlbefindens, Lebensweise
    --> gesellschaftliche Aufmerksamkeit von Krankheit und Gesundheit hat sich verändert
  28. 28drei Gesundheitsrevolutionen1. Überlebenssicherung (19.Jh.)
    2. Öffnung des Zugangs zur med. Versorgung
    3. Förderung von Gesundheit
  29. 29Positionierung/Mitwirkung der SA in fünf Handlungsebenen der Ottawa-Charta- kritische Auseinandersetzung mit med. und technisch-pharmkologisch ausgerichteten Verhaltenspräventionen
    - gesundheitsfördernde Mitarbeit SA in Settings
    - Fokus: Gruppe der schwer Erreichbaren
    - Kooperation mit Gesundheitsdienst, Stärkung einer salutogenetischen Ausrichtung
    - Verbesserung der Gesundheitschancen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
    --> Krankheitsrisiken/Bewältigungschancen sind sozial ungleich verteilt
  30. 30Peer-to-Peer- ähnlich hilfreich wie professionelle Unterstützung
    - Peers sind als Personen spürbar, die sich mit ihren eigenen Erfahrungen einbringen
  31. 31Peer-Fähigkeit der professionell Tätigen- Fachpersonen sollen in begrenztem Umfang bereit sein, von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten
    - Sie sollen als Mensch spürbar sein --> erleichtert Aufbau Arbeitsbeziehung/ Vertrauensverhältnis
    - Grenzen ist Sache der Fachperson, Reflexion der eigenen psychischen Beeinträchtigung, sich in Klientel hineinversetzen, Interesse an Person,
    - Teams: Kultur des Vertrauens etablieren, in der MA's offen mit ihren eigenen Krisen umgehen können
  32. 32Sozioökonomische und gesundh. Ungleichheit CH- niedriger SES --> kürzere Lebenserwartung
    - Ursachen: Lebensbedingungen, Stigmatisierung, gesundheitsschädlicher Lebensstil, weniger Bildungs- und finanziellen Ressourcen
  33. 33Psychiatriereform 1960er Jahre- Kritik und Proteste gegen menschenunwürdige Verhältnisse in psychiatrischen Anstalten
    - Forderungen: Befreiung aus Institutionen, in G zurückholen, Selbstbestimmung, Berücksichtigung Bedeutung soz. Faktoren
    - Einzug SA in psychosoziale Unterstützung/ Vernetzung
  34. 34Sozialpsychiatrie- die Ideen/Konzepte, welche seit Psychiatriereform praktiziert
    - Ziel: (Re-)Integration
    - Versuch: Entwicklung des med.-psychiatrischen Paradigmas zu korrigieren
    - subjekt- und gemeinwesenorientierte Sichtweise
    - Spannungsfeld: individuelles psychisches Leid vs. Erwartungen/Toleranz des gesellschaftl. Umfelds
  35. 35Soziale Arbeit in Psychiatrie- bio-psycho-sozialen Bedürfnisse im Zentrum
    - vier Unterstützungsformen: Beratung, Begleitung, Anleitung, Therapie --> Ziel: soz. Integration/Teilhabe
    - Theorien: Empowerment, Ressourcenorientierung, Lebensweltorientierung, Salutogenese, Recovery
  36. 36Definitionsunterscheidungen Krankheit/Behinderung/BeeinträchtigungKrankheit: med. beeinflussbar; Bündel von schweren psychischen Abweichungen, Fokus auf Störung/Entstehung/Symptomatik
    Behinderung: eine über längere Zeit anhaltende/dauernde Einschränkung der Teilhabe/Bedürfnisbefriedigung; Fokus: Konsequenzen für Lebenspraxis
    Beeinträchtigung: Ersatz für psych. Behinderung, Bezug auf bestimmte eingeschränkte Funktionen, weniger auf ein komplexes Ganzes
  37. 37Lebenslage (Definition)- gemeinsame charakteristische Lebensumstände abgrenzbarer sozialer Gruppen, die als Bindeglied zwischen Individuum und Sozialstruktur fungieren
    - Blick auf vielfältige Ressourcen von Einzelnen/Gruppen
    - = Zusammenhang individuelle/gruppenspez. Lebensverhältnisse
  38. 38Lebensweltkonzept (Definition)- Alltagsparadigma der SA
    - von AdressatInnen ausgehen
    - Wahrnehmung als Subjkete mit eigenen Bedürfnissen/Aufgaben
    - gemeinsam an Alltagsverbesserung arbeiten
    --> Ermöglichung eines gelingenderen Alltags
    Lebenswelten: familiäre Situation, soz. Unterstützung, Wohnbedingungen, Arbeitsbelastungen, Umweltbelastungen
  39. 39Person-in-der-Siutation-KonfigurationErfassung von Funktionsstörungen mittels vier Faktoren:
    - Probleme in soz. Rollen
    - Probleme in soz. Umgebung
    - Verhaltensauffälligkeit/psych. Erkrankung
    - Körperl. Krankheiten
  40. 40sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen- Zusammenhang von Armut/Benachteiligung und reduzierten Gesundheitschancen (Wechselwirkung)
    - Morbiditäts- und Mortalitätsraten korrelieren mit SES
    - Kinder und Jugendl. häufiger übergewichtig, psychische Auffälligkeiten, Verhaltenssötrungen
  41. 41Armut (Definition)- kumulierende Belastungen: geringes Einkommen, Schulden, schlechte/ungesicherte Wohnverhältnisse, langdauernde Arbeitslosigkeit, chronische Krankheit, psych. Probleme, Abhängigkeiten
    - erhöhtes Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko, gesundheitlich riskante Verhaltensweisen, Nichtinanspruchnahme med. Versorgung
  42. 42Einfluss der Bildung auf Lebenslage- empirisch belegt
    - Bildung wirkt auf Teilhabe am kulturellen/sozialen Leben als auch auf die Einstellung/gesunde Lebensweise aus.
    - je höher das Bildungsniveau, desto besser die Gesundheit, umso geringer das Erkrankungs- und Sterberisiko
    - Wechselwirkung zw. Arbeitslosigkeit und erhöhtem Krankheitsrisiko
  43. 43Gesundheit Migration- gelungene Bewältigung innerer und äusserer Anforderungen
    - Migration: Risiken/Chancen für Gesundheit
    - Zusammenhang von soz. Herkunft / Bildung
    - doppelt so hohe Arbeitslosenquote/ Leben unterhalb Armutsschwelle
    - Frauen stärker betroffen: Migrationsstress durch Mehrfachbelastungen
    - Ausländische Männer höheres Arbeitsunfallrisiko, Jugendliche verstärkt riskantes Verhalten, Frauen mehr Komplikationen in Schwangerschaft etc.
  44. 44Thesen zu krankmachenden Aspekten der Migration- Globalisierungseffekte, Armutsentwicklung, Werteauflösung
    - erschwerte Umsetzung effektiver Integrations- und Versorgungsangebote
    - Migration = lebenslanger Prozess
    - mangelnder Ausbau transkultureller Arbeit und Versorgungskonzepte
    - Vernachlässigung der med. Versorgung
  45. 45Handlungsbedarf Migration- strukturelle Lösungen sind nötig, die die besonderen Bedürfnisse dieser Menschen kultursensibel berücksichtigen.
    - Beitrag SA: Vermittlung, Koordination, niederschwellige Angebote, transkulturelle Fortbildung
  46. 46Genderperspektive Gesundheit und Krankheit- Frauen sind gesundheitsbewusster, verhalten sich weniger riskant, gebrauchen weniger Suchtmittel
    - Auslöser, Symptome, Auswirkungen vieler Krankheiten könne geschlechtsspezifisch verschieden sein.
    - Männer viel häufiger von Unfällen betroffen
    - Frauen: höhere Schmerzbelastung, suchen aktiver als Mäner nach Unterstützung, leben länger
    - Rollenbilder wirken sich gesundheitsschädigend aus.
  47. 47Fazit Gesundheit/Krankheit- Gesundheitsressourcen stärken, um Selbstverantwortung der KL zu fördern
    - Gerechtigkeit schafft mehr Gesundheit für alle
    - Bedarf: sozialberufl. Kenntnisse/Methoden, um das Verhalten/Verhältnisse, Person, (sozial-)Raum gesundheitsfördernd zu beeinflussen
    - SA: ganzen Menschen als soziales, körperl., geisites, spirituelles Wesen im Blick
  48. 48Das "Regenbogen-Modell" nach Whitehead und DahlgrenEinflussebenen der persönlichen und BevölkerungsgesundheitDas "Regenbogen-Modell" nach Whitehead und Dahlgren
  49. 49Determinanten von Gesundheit- jene Faktoren, die unsere Gesundheit wesentlich beeinflussen.
    - soziökonomische Faktoren & umweltbedingte Verhältnisse, Lebensweisen und Lebensstile, individuelle Faktoren wie Alter, Geschlecht und Erbfaktoren
    - sind in einer Vielfalt gesellschaftl. Strukturen, Lebensbedingungen und Gesundheitsverhalten verankert & beeinflussen sich gegenseitig
    - Risiko- und Schutzfaktoren
  50. 50soziale Determinanten- Einkommen und sozialer Status
    - Soziale Unterstützung & soz. Netzwerke
    - Bildung und Ausbildung
    - Teilnahme am Arbeitsmarkt
    - Arbeit und Arbeitsbedingungen
    - soziale und physische Lebensumwelt
    - persönl. Gesundheitsverhalten
    - Gesundheitskompetenz und Bewältigungsstrategien etc.
  51. 51aktueller Forschungsstand nach Kickbusch, Engelhardt- sozioökonomische Determinanten sind für den Gesundheitsstatus bestimmend (v.a. Erwerbstätigkeit)
    - Gesundheitsstatus und -chancen sind systematisch sozial ungleich verteilt. --> Einfluss sozialer Gradient
    - soziale Ungleichheit begründet untersch. Gesundheitschancen
    - soziale und individuelle Ressourcen haben eine hohe Bedeutung für die Gesundheit
  52. 52Das sozialepidemiologische Erklärungsmodell nach Elkeles, Mielck- gesundheitliche Ungleichheit kann durch ungleiche Lebensbedingungen erklärt werden
    - soziale Status = wichtiger Bestimmungsfaktor für Unterschiede in gesundheitlich relevanten Faktoren
    - Chancen und Risiken für ein gesundes/langes leben --> in Kindheit/Jugend gelegt
  53. 53Gründe für häufigere Erkrankung von sozial benachteiligten Menschen- Unterschiede in gesundheitlichen Belastungen
    - Unterschiede in den Bewältigungsressourcen
    - Unterschiede in der gesundheitlichen Versorgung
    --> führen zu sozialepidemiologisch auffälligen Unterschieden beim Gesundheits- und Krankheitsverhalten
  54. 54Das sozialepidemiologische Modell zur Erklärung des Zusammenhangs von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit nach Elkeles, MielckDas sozialepidemiologische Modell zur Erklärung des Zusammenhangs von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit nach Elkeles, Mielck
  55. 55Konzept der Teilhabe- und Verwirklichungschancen nach Sen, Nussbaum- Verwirklichungschancen = Möglichkeiten & Fähigkeiten von Menschen, ein Leben führen zu können, für das sie sich mit guten Gründen entscheiden konnten. --> Armut = Mangel an Verwirklichungschancen
    - Erst wenn ein Mensch in der Lage ist von eröffneten Chancen Gebrauch zu machen, werden aus Teilhabechancen Verwirklichungschancen. --> Ausgestaltung sozialer Sicherungssysteme, Bildungssystem, Lage auf Arbeitsmarkt etc.
    - Teilhabe = gesellschaftl. Zugehörigkeit, Solidarität
  56. 56Die Wilkinson-These- Je geringer Einkommensunterschiede ausgeprägt --> desto besser die allg. Gesundheit --> höhere Lebenserwartung
    - gesunde, egalitäre Gesellschaften haben einen grösseren sozialen Zusammenhalt und ein stärker ausgeprägtes gemeinschaftliches Leben
  57. 57Setting-Ansatz nach Kilian, Brandes, KösterMassnahmen, die sich an alle Bevölkerungsgruppen richten --> Vergrösserung der gesundh. Ungleichheit
    Je stärker sich eine Massnahme auf die Mitglieder der unteren Statusgruppe konzentriert, umso eher kann sie zu einer Verringerung der gesundheitlcihen Ungleichheit beitragen
  58. 58fünf Leitlinien für Politik/SA- klares "commitment" der Politik notwendig (Verringerung gesundh. Unleichheit)
    - Betroffene müssen in Planung/Durchsetzung der Massnahmen eingebunden werden
    - Gefahr von Diskriminierung = gross, wenn individuelle Gesundheitsverhalten in Mittelpunkt gestellt
    - Gesundheitl. Risiken und Beeinträchtigungen lassen sich auf belastende Lebensverhältnisse zurückführen --> Setting-Ansatz
    - Betroffene zur Partizipation befähigen
  59. 59Psychische Gesundheit vs. Psychische Krankheit/Störungpsych. Bewältigungskompetenzen:
    Wohlbefinden, Zufriedenheit, Selbstbewusstsein, Beziehungsfähgikeit, Alltagsbewältigung etc.
    Störung der Funktion:
    des menschl. Erlebens und Verhaltens auf somatischer, emotionaler, kognitiver und verhaltensbezogener Ebene
  60. 60Vulnerabilitäts-Stress-ModellVulnerabilitäts-Stress-Modell
  61. 61Die soziale Dimension- anhaltende Bedürfnisspannungen können zu physischer und psychischer Krankheit führen
    - Krankheit wirkt zurück auf den sozialen Handlungsraum
    - Nichterfüllung von soz., psych., biologischen Bedürfnissen = problematisch
  62. 62Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit- Medikalisierung
    - Krankenrolle (Rechte/Pflichten)
    - ADHS = zu häufig diagnostiziert
  63. 63Wahrnehmung- Zusammenhang von sozialer Status und Krankheitswahrnhemung --> tieferer soz. Status --> häufiger Belastungswahrnehmung
    - ca. 6% verspüren psychisches Wohlbefinden selten
  64. 64Verbreitung psych. Störungen CH- Prävalenz: 48%
    - 25-30% erkranken pro Jahr erstmals/wiederholt
    - Komorbidität ist bei 1/3 gegeben
    - 20% aller Kinder/Jugendl.
    - Suizid: 70% Männer/30% Frauen --> 50% Depression
    - Suizidrate: Zusammenhang mit Sozialhilfe
  65. 65Zunahme von psychischen Krankheiten?- 10% Zunahme --> jedoch durch statistische Faktoren erklärbar --> Wahrnehmung in G hat zugenommen
    - gr. Teil der IV-Neuberentungen haben psych. Störung
  66. 66Behandlung- ca.10% der Bev. sind behandlungsbedürftig
    - 2/3 bleiben unbehandelt --> führen zur Vergrösserung der Störung
    - Hospitalisierungsraten je nach Störung unterschiedlich --> Frauen v.a. Depression; Männer v.a: Alkohol
  67. 67Stigmatisierung- 45% der Pressemitteilungen psych. Krankheit in neg. Kontext
    - soziale Ablehnung blieb während den letzten 20 Jahren stabil
  68. 68Grundverständnis sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheit und Ungerechtigkeit- systemische Unterschiede im Gesundheitsstatus: systematisch, sozial hervorgerufen, unfair
    - die sozialen, ökonomischen, umweltbezogenen Faktoren sind veränderbar
    - Ausgangsbedingungen, Gesundheitschancen etc. = strukturell geprägt
  69. 69soziale und gesundheitliche Ungleichheit in der Schweiz- in CH --> beste Aussichten auf ein gesundes, erfolgreiches Leben
    - höhere Lebenserwartung
    - Gesundheitszustand hängt nur von 10-20% von frei wählbarem Verhalten ab
    - sozioökonomische Verhältnisse in CH von Quartier zu Quartier unterschiedlich
    - je besser die Bildung, je angesehener der Beruf, desto besser die gesundheitlichen Aussichten
    - je weniger Bildung und finanzielle Ressourcen --> umso häufiger körperl./psych. Probleme
    - Zusammenhänge zw. sozialen Faktoren und psych. Erkrankungen
  70. 70Erkenntnisse aus Texten- Multiproblemlagen
    - Armut macht krank- Krankheit macht arm
    - für Krankheitsbewältigung Vielzahl von psychischen, sozialen, rechtlichen, materiellen Ressourcen notwendig
    - SA kann zur Rehabilitation beitragen (Integration, Teilhabe, Vermeidung Stigma etc.)
    - Sozialwesen: "Daseinsvorsorge" / Bemühen um Sozialgerechtigkeit & soz. Teilhabe
    - Gesundheitsauftrag / Wirkung der SA --> schwer zu definieren
    - Fokus: Gesundheitsverhalten und -verhältnisse
  71. 71Aktuelle Herausforderungen des Gesundheitswesens- Zunahme Erkrankungen; Anstieg der Multimorbidität
    - wachsende soz. Ungleichheit/riskante Lebensformen
    - Abnehmende soz. Kohäsion
    - Sturkturveränderung in der gesundh. Versorgung
  72. 72Bio-psycho-soziales StörungsverständnisEinflussfaktoren (bio, psycho, sozial)
    psychische Störungen (b,p,s)
    Krankheitsfolgen & Aufrechterhaltung (b,p,s)
    --> Zuständigkeit der SA in allen drei Bereichen
  73. 73Arbeitsfeldbezogene Leitprofessionen und -LogikenJuristInnen: Sozialhilfe, Kinds- und Erwachsenenschutz, Strafrecht
    MedizinerInnen: Gesundheitswesen
    PädagogInnen: Bildungswesen
    --> SA = Gast im "fremden Haus" --> Brückfunktion
  74. 74Arbeitsfeld: GesundheitswesenSystemlogik: Heilung & gesundheitliche Rehabilitation
    therapeutische Funktion der SA --> Mithilfe bei bio-psycho-sozialer Behandlung (Klinische SA, Krisenintervention, soziale Diagnostik etc.)
  75. 75Arbeitsfeld: Staat und RechtSystemlogik: Recht/Unrecht & sozialstaatl. Integration
    leistungsverwaltende/-vermittelnde und integrierende Funktion der SA (Früherkennung, Triage, Einweisungen, Krisenintervention, Case Management etc.)
  76. 76Arbeitsfeld: Bildung und ErziehungSystemlogik: Bilden und Sozialisieren
    präventive, behandelnde, sozialisierende Funktion der SA (Prävention, Früherkennung, Triage, Krisenintervention, Nachbetreuung etc.)
  77. 77Zuständigkeit der SA und ihr BezugswissenBeschreibungs- und Erklärungswissen, Bewertungswissen/normatives Wissen, Interventionswissen
    --> erfordert interdisziplinäres Bezugswissen & sozialarbeiterische Diagnostik und Intervention
  78. 78Zuständigkeit der SA in der interprofessionellen Kooperation- Begleitung der (Re-)Integration
    - Ziel: Unterstützung bei der Gestaltung des Lebensführungssystems (soz. Vernetzung, Arbeitsintegration, Tagesstruktur, mat. Sicherheit)
    - Unterstützungsformen der psychosozialen Arbeit: Ressourcenerschliessung, Leiden erleichtern, Unterstützung geben, Veränderung fördern
  79. 79Herausforderungen für die SA- Dominanz der med.-psychotherapeutischen Perspektive
    - Fehlen interprofessionell integrierter Denk- und Handlungsmodelle
    - Fehlende Koordination (CM)
    - Unterbelichtung der Komplexität des Falles
  80. 80Lebenssituation psychisch erkrankter Menschen- vom normalen Arbeitsmarkt ausgeschlossen
    - leben unter der Armutsgrenze
    - Probleme auf dem Wohnungsmarkt
    - keine Vertrauensperson, nur kleines soziales Netzwerk
    - keine Hobbies
  81. 81Ebene der Klientel - Defizite- Entwicklungsdefizite (psychosoz., berufl, integr. Defizite)
    - kognitive Defizite (fehlende Krankheitseinsicht, negatives Selbstbild)
    - Emotionale Defizite (Empathie- und Affektstörungen)
    - Lebenspraktische Defizite (mangelnde Selbstfürsorge, Alltagsbewältigung, Konfliktfähigkeit)
  82. 82Ebene der Beratungspersonen/Institutionen- Falsches deuten des Verhaltens aufgrund fehlendem Hintergrundwissen
    - zu wenig Zeitressourcen
    - nicht einig über Vorgehen
    - interdisziplinäre und interinstitutionelle Vernetzung = zeit- und energieaufwendig
  83. 83Hilfreiche Grundannahmen in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen- haben ihre Probleme i.d.R. nicht selbst verursacht, müssen sie aber selbst lösen
    - jedes Verhalten macht Sinn
    - Wille Verbesserung der Situation
    - für Veränderung: stärker anstrengen, härter arbeiten, stärker motiviert sein
    - positive, korrigierende Bez.erfahrungen = therapeutischen Effekt
    - Motivation zur Veränderung --> Beziehung zw. Berautngsperson und KL
  84. 84Grundsätze zur Gestaltung der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen- tragfähige Beziehung als zentraler Wirkfaktor
    - Gewährleistung der Existenzsicherung (Basis Gesundungsprozess)
    - angemessene Beratungs- und Behandlungsziele
    - multiprofessionelle Zusammenarbeit, CM
    - Fokus auf Lebenswelt und Steigerung der Lebensqualität
    - aktive Haltung
    - klar strukturieren
    - Umfeld einbeziehen
    - Folgen des Problemverhaltens erfahrbar machen
    - Erfahrungen von Selbstwert, Selbstwirksamkeit, Sinnhaftigkeit etc.
  85. 85Ressourcenorientierung- Wünsche, Erwartungen der Betroffenen
    - Bild von pos. Zukunft
    - was gerne, gut machen
    - Ausnahmen, Erfolgserlebnisse
    - bereits verbessert
    - wie Umfeld unterstützend einbezogen werden
  86. 86Leitfaden zum BeziehungsaufbauBalance zw.:
    - stützender & wohlwollend fordernder, zurückhaltender Haltung
    - Einhaltung der Regeln & Flexibilität
    - Akzeptanz & Drängen auf Veränderung
    - Beachtung der nonverbalen Signale
    - Reflektiertes, achtsames Benennen der eigenen Emotionen
  87. 87Arbeit mit Angehörigen- Systemischer Ansatz: Problematisches Verhalten --> interpersonelles Problem
    - A. können mit ihrem Verhalten dazu beitragen, dass das Problemverhalten aufrechterhalten wird oder weniger auftritt
    - an Grenzen: Unverständnis, Mitleid, Wut, Schuldgefühle, Hilflosigkeit, Erschöpfung
    - A. lassen sich vom Verhalten der Betroffenen manipulieren --> verstärken problematisches Verhalten
  88. 88Arbeit mit Angehörigen (2)- A. das Problemverhalten der Betroffenen erklären (Psychoedukation)
    - Betroffenen deutlich machen, wie ihr Verhalten auf A. wirkt & mit welchen Konsequenzen --> & umgekehrt
    - Erarbeitung von gemeinsamen Veränderungsvorschlägen und Alternativen
    - hilfreiche Verhaltensweisen der A.
    (sich informieren, Unterstützung holen, eigene Gefühle äussern, Vermeiden von Eskalationen, für sich selbst sorgen, Grenzen setzen)
  89. 89Zusammenarbeit im Hilfesystem / Team- untersch. Sichtweisen (Diagnosen)
    - Gefahr der Spaltung statt gemeinsames Ziehen
    --> Austausch, Transparenz, CM etc.
  90. 90Fazit Arbeit mit psychisch Kranken- materielle Absicherung als Grundlage jeden Gesundungsprozesses
    - Zeitressourcen für Beratung
    - Interesse für Biografie, aktuelle Sit., Erleben der KL
    - Bereitschaft zu interprof. Zusammenarbeit
    - Weiterbildung zu Beratungsansätzen/Hintergrundwissen
    - Intervision/Supervision
  91. 91Diagnostik & SA (Definition)= Unterscheidung, Entscheidung
    SA: hat Aufgabe, sozialen Dysfunktionen vorzubeugen und entgegenzuwirken --> auf interprof./mehrdimensionales Vorgehen angewiesen
    Zusammenspiel zw. personalen, interpersonalen, institutionellen und kulturellen Dimensionen im sozialberufl. Handlungsfeld in Diagnostik
    Zur Strukturierung der komplexen Informationen
    Klärung der Fragen: welche Hilfsbereiche bearbeitet werden sollen; mit welchen Ressourcen gearbeitet werden kann; welche Defizite auf die Notwendigkeit von spez. Unterstützung verweisen
    Diagnostik ist Voraussetzung für Intervention als auch im selben Moment vollzogene Intervention
    fördert Selbstaneignungsprozesse, wirkt Chancenstruktur/Exklusionsprozessen/psychosozialenBeeinträchtigungen entgegen
  92. 92Diagnostik (integratives Modell)- Zusammendenken von klassifikatorischen und fallverstehenden Aspekten
    - Problemlagen/Ressourcen im Fokus
  93. 93Diagnostik (Soziale Arbeit)- AdressatInnen: sozial/gesundheitlich benachteiligte Personen/Gruppen
    - psychosoziale Hilfs- und Unterstützungsmassnahmen
    - steht im Spannungsfeld von gesellschaftlichen/professionellen Veränderungsprozessen
  94. 94Diagnostik (Person-in-der-Situation)- Fokus: Zusammenhang zw. Bedürfnissen der Person nach Selbstwert/Selbstregulation, ihren sozial-emotionalen Beziehungen und sozialen Unterstützungen sowie der jeweiligen sozialen, umgebenden Chancenstruktur
  95. 95Gestaltungsdiagnostiklebens-, subjekt- und situationsnahe Diagnostik, die neben klassifikatorischen Diagnostikinstrumenten dialogisch orientiert fallverstehende Aspekte der Biografie /Lebenswelt zusammenfügt
  96. 96Diagnostik (fünf Säulen der Identität)- Leiblichkeit, Gesundheitszustand
    - soziales Umfeld
    - Arbeit, Freizeit, Leisutng
    - materielles/kulturelles Kapital
    - Wertvorstellungen
    --> Fokus: sozialpathologische Risikofaktoren
    Zur Erhebung des Ausmasses der Beeinträchtigung auf der Ebene der "Person-In-Environment"
  97. 97bio-psycho-soziale Diagnostik- Stressoren/Belastungen, Defizite/Behinderungen
    - Stärken und Ressourcen
    - individuell personale Faktoren
    - Umgebungsfaktoren
    --> zur Ableitung von Interventionsplanung
  98. 98klassifikatorische DiagnostikOrientierung, Erfassung von Risikokonstellationen, Formulierung von Zuweisungsvorschlägen
    klassifikatorisch: gibt Einteilung vor --> Zuordnung Klassifikationen --> Erhalten von Suchrichtung für wichtige Entscheidungen und Vorgehensweisen
    (Bsp. ICD-10, ICF, DSM5)
  99. 99Borderline (Definition)- ständiger Wechsel von Gefühlen und Verhalten
    - Fehlen von dauerhafter Stabilität im eigenen Erleben und im Bezug zur Aussenwelt
    - Entstehung: wenn Lebensaufgaben und Bewältigungsmöglichkeiten nicht übereinstimmen oder Bewältigungsstrategien nicht verfügbar sind
  100. 100Borderline (Irrtümer)- Störung ist immer gleich
    - Besserung ist nicht möglich
    - immer in Kindheit ein Trauma erlebt
    - mit Betroffenen ist es nicht möglich über Krankheit zu sprechen
    - Ursache in gestörter Familienkonstellation
    - Medikamente helfen nicht
    - Psychotherapie hilft nicht
    - Berufstätigkeit ist nicht möglich
    - Selbstverletzendes Verhalten ist gleichbedeutend mit B-Störung
    - können für Handeln nicht verantwortlich gemacht werden
  101. 101Borderline (Diagnose)- Gefahr der Stigmatisierung
    - Etikettierung
    - Gefahr in soziales Abseits zu geraten, von Gesellschaft ausgeschlossen werden
    - gibt Orientierung
  102. 102Borderline (Erleben der Betroffenen)- ausgeprägte Stimmungsschwankungen
    - Wahrnehmung von Reizen sehr sensibel/ausgeprägt --> heftige Reaktion
    - Angst vor Alleinsein
    - Wunsch nach Nähe/Verständnis --> Nähe schnell bedrohlich
    - Gefühl der inneren Leere
    - hoher Anspannungszustand --> Unruhe, Erschöpfung, Depression, Suizidalität
    - selbstverletzendes Verhalten --> Spannungsabbau
    - Scham- & Schuldgefühle
    - tiefes Selbstwertgefühl
    - Schwarz-Weiss-Denken
    - exzessives Verhalten (Alkohol, Drogen etc.)
    - Essattacken
  103. 103Borderline (Angehörige)- fühlen sich verunsichert, abgelehnt und geraten in Teufelskreis
    - müssen ihr eigenes Selbstbild wahren
    - oft selbst am Rande ihrer Erschöpfung
    - hilfreiche Verhaltensweisen:
    sich informieren, Verantwortung teilen, Gedanken/Gefühle klar äussern, Vermeiden von Eskalationen, Absprachen für Krisenintervention
  104. 104Borderline (Diagnostische Kriterien nach DSM-VI)mindestens 5 der Kriterien müssen erfüllt sein:
    - Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden
    - Ein Muster instabiler, intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen --> Extremen der Idealisierung vs. Entwertung
    - Identitätsstörung --> Instabilität Selbstbild/Selbstwahrnhemung
    - Impulsivität in zwei selbstschädigenden Aktivitäten
    - Wiederholte suizidale Handlungen (Selbsttötung, Selbstverletzendes Verhalten)
    - Affektive Instabilität --> Stimmungsschwankungen
    - Chronische Gefühle von Leere
    - Schwierigkeiten Wut zu kontrollieren
    - paranoide Vorstellungen, schwere dissoziative Symptome
  105. 105Borderline (Diagnostische Kriterien nach ICD-10)- emotional instabile Persönlichkeitsstörungen
    - Persönlichkeitsentwicklung von Temperament und Charakter abhängig
    --> Temperament = angeborene Veranlagung zu Reaktionsweisen auf Umweltreize; Charakter = Verhaltensweisen, die Ich-Identität zeigen
    + zusätzliche Integration von Werten, Moral und ethischen Vorstellungen
    - aufgrund der vielfältigen/facettenreichen Beschwerden --> viele Fehldiagnosen
    - Impulsivität als diagnostisches Kriterium
  106. 106Borderline (Symptome)- Zentrales Problem: Umgang mit Gefühlen / Störung der Gefühlsregulation --> niedrige Reizschwelle / verzögerte Rückbildung der Gefühle
    - Spannungszustände
    - Körperwahrnehmungsstörungen (Schmerzunempflindlichkeit, dissoziative Phänomene)
    - selbstschädigendes Verhalten
    - Schwierigkeiten in der Ausbalancierung von Nähe/Distanz
    - Schlafstörungen
    - Alkohol- und Drogenmissbrauch, Essstörungen sind häufige Begleitbeschwerden
    - starke Polarisierungen (Schwarz-Weiss)
  107. 107Borderline (Angst)Intoleranz gegenüber Angst und unzureichende Angstbewältigungsmöglichkeiten
    --> Angst vor Alleinsein, Verlassenwerden, Selbstverlust, Nähe, Kontrollverlust
  108. 108Borderline (Verlauf)- gut besserbar, heilbar
    - Reduzierung im Verlauf des Lebens
    - Häufigkeit: 0.8-2%
  109. 109Borderline (Abwehrmechanismen)- = unbewusst ablaufende Prozesse, um innere Konflikte zu bewältigen
    - Spaltung (Abspaltung der eigenen Gefühle und Übertragung auf andere Personen) --> um Ambivalenzen nicht aushalten zu müssen
    - projektive Identifizierung (durch Projektion unangenehmer Gefühle auf Andere --> wiederholende Beziehungskonflikte --> Aufrechterhalten Selbstbild)
    - Idealisierung (Wahrnehmung des Anderen als idealer Mensch und ohne jegliche neg. Eigenschaften)
    - Verleugnung
    - Symptome der Borderline-Patienten dienen der Angstabwehr
  110. 110Borderline (Ursachen und Entstehungsbedingungen)- Zusammen- und Wechselspiel von genetischen und umweltabhängigen Faktoren
    - Lebenserfahrung, Interaktion im zwischenmenschl. Bereich, Wahrnehmung --> was als Stress erlebt?
    - Temperamentsfaktoren (erhöhte Empfindsamkeit gegenüber Reizen, Impulsivität, Erziehungsverhalten Eltern, protektive Faktoren)
    - Neurobiologie (serotonergen System, Noradrenalin, GABA --> Störung Botenstoffwechsel)
    - Trauma (Risikofaktoren --> Erlebnisverarbeitung)
    --> Kombination bio, psycho, sozialer Faktoren --> erhöhte Vulnerabilität
    --> multifaktorielles Modell
  111. 111Borderline (biosoziale Theorie nach Linehan)- wechselseitige Bedingungen biologischer, sozialer Einflussfaktoren
    - biologisch bedingte emotionale Vulnerabilität
    - invalidierende Umgebung: Milieu, in dem emotionale Erfahrungen für nicht gültig erklärt wurden --> Diskrepanz des eigenen Erleben und dem, was die Umwelt als richtig bestätigt. --> Nennung der eigenen Gefühle wird nicht gelernt
  112. 112Borderline (psychoanalytische Theorie)- tiefgreifende Störung in frühen Kindheit
    --> Entw. der Verselbständigung, Entw. der Unabhängigkeit
    - Verlassenheitsangst verhindert Verselbständigung
    - Begrenzte seelische Verabeitungsmöglichkeiten des Kindes --> Entstehung Abwehrmechanismus (Spaltung/Idealisierung)
  113. 113Sinnvolle Funktion von (psychiatrischer) Diagnostik- Orientierung und Reduktion von Komplexität
    - Verständigungsbasis zw. prof. ExpertInnen, AdressatInnen, Umfeld
    - Minderung von Angst und Verunsicherung
    - Handlungsanweisung
    - Klärung von Leistungsansprüchen
  114. 114Schattenseite diagnostischer Urteile- Einseitigkeit, geringe Objektivität/Zuverlässigkeit
    - Verstärkung von Angst/Verunsicherung
    - Vernachlässigung der Ressourcen funktionierender Lebensbereiche
    - Auswirkungen: selbsterfüllende Prophezeiungen
    - Verfestigung von Problem-und Klientenkarrieren
    - Verschärfung von Vorurteilen
  115. 115Systemischer Ansatz - HypothesenKonstruktivistisches Verständnis: Realität wird in Wechselwirkungen, Netzwerk- und Musterbildung konstruiert
    Störungsbilder als soziale Konstrukte, welche immer nur in bestimmten Kontexten so erscheinen
    Kompetenzorientierter Blick
  116. 11670er Jahre- Heimkampagne, Psychiatriereform
    - Protestbewegungen gegen Diagnostik
    - Psychische Krankheiten = soziales Konstrukt
  117. 117Diagnostisches Fallverstehen- Abbildung von Komplexität
    - Ermöglichung von Strukturierung
    - (Nicht-) Interventionen fachlich begründen
    - Fokus: Fragen der Inklusion
    - Förderung von Selbstaneignungsprozessen
    - Unterstützung des Dialoges (Experte für eigenes Leben)
    - ANHM: Problemdefinition --> Diagnose
  118. 118Bio-psycho-soziale Diagnostik in SA1. Anamnese (Was ist los?)
    2. Diagnose (Warum ist es so?)
    3. Intervention (Was ist zu tun?)
    4. Evaluation (Woran erkennen wir Erfolg?)
    Berücksichtigung von Lebensgeschichte, -lage, -konzept, -weise, -kontext
    Berücksichtigung von Stressoren/Defiziten; Stärken/Ressourcen
    Berücksichtigung von medizinischen, psychologischen Befunden
    Störung des Zusammenspiels von sozialem Zusammenleben, individuellem Erleben, Verhalten und leibliche Existenz
  119. 1194 Typen diagnostischen Fallverstehens- Orientierungsdiagnostik: Überblick über Ressourcen, Defizite, Interessen der KL
    - Zuweisungsdiagnostik: fachl. Entscheidung über geeignete Angebote
    - Gestaltungsdiagnostik: Konkretisierung der Hilfeplanung unter Einbezug der KL
    - Risikodiagnostik: bei aktueller Gefährdung Beurteilung, Dringlichkeit, Prognose
  120. 1205-Säulen-Modell nach Petzold- Sozial- und Lebenswelt orientierte Diagnostik: Person in Environment
    - 5 Säulen der Identität: Leiblichkeit/Körperlichkeit, Soziales Netzwerk, materielle Sicherheit, Arbeit/Leistung, Werte/Überzeugungen
    - in biopsychosoziale Diagnostik integrierbar
  121. 121Resümé Diagnostik SA- Gleichzeitigkeit individuell-physischer, psychischer, sozialer Aspekte und Prozesse sowie deren Wechselwirkung interdisziplinär zu erfassen
    - unabdingbare Voraussetzung für Intervention
  122. 122Zahlen zur Borderline-Persönlichkeitsstörung- Prävalenz: 1.5-3%
    - mehr Frauen
    - Suizidrisiko bei 7%
  123. 123Borderline (Bio-Psycho-Soziales Modell)Wechselwirkung zw. neurobiologischer Veranlagung und als traumatisch erlebten biographischen Erfahrungen bei mangelhaft ausgeprägten Strategien im adäquaten Umgang mit eigenen Emotionen
  124. 124Dysfunktionale Verhaltensmuster zur Reduktion von Anspannung und DissoziationDysfunktionale Verhaltensmuster zur Reduktion von Anspannung und Dissoziation
  125. 125Borderline (Soziale Probleme)- arbeitslos
    - Wohnung gekündigt
    - Schulden
    - Trennungssituation
  126. 126Borderline (Therapie)- DIE BPS gibt es nicht!
    - DIE Behandlungsform gibt es nicht
    - bringen Behandlungsteams an ihre Grenzen
    - eher ungünstige Prognose mit langwierigen Verläufen und Behandlungsabbrüchen
    - medikamentöse Therapie symptomatisch möglich (Angst, Depression)
    - komorbide Störungen müssen konsequent behandelt werden
    - Grobziele: Verbesserung der Impulskontrolle/sozialen Situation und Beziehungen /Selbstschädigung
    - Skillstraining (Stresstoleranz, Umgang mit Emotionen, Achtsamkeit etc. )
  127. 127Borderline (Hilfreiche Grundannahmen und Haltung)- Fokus auf Langfristigkeit, kleine Veränderungsschritte
    - Stabilisierung des Zustandes, Schadensminderung
    - Krankheitseinsicht, Akzeptieren, Verstehen = langfristiges Ziel
    - auch Behandelnde brauchen Unterstützung
    - Klar strukturieren, Einhaltung von Regeln/Flexibilität
    - Aktive Haltung, Qualität der Beziehung, Nonverbale Signale
    - Koordination der Hilfe, Akzeptanz/Drängen auf Veränderung
    - Einbezug des Umfeldes
    - Stützende/wohlwollende Haltung, Ressourcenorientierung, Bewältigungsstrategien
    - Problem erfahrbar machen
  128. 128Stressforschung und -konzepte (Grundmodell)Stressor: biologisch, psychologisch, sozial
    --> Stressreaktion --> Störung: psychisch, somatisch, psychosomatisch
    --> Lazarus war mit diesem Modell nicht einverstanden
  129. 129Psychologisch orientiertes Stressmodell nach LazarusPsychologisch orientiertes Stressmodell nach Lazarus
  130. 130Transaktionale Stresskonzept nach Lazarus (1981)Transaktionale Stresskonzept nach Lazarus (1981)
  131. 131Reaktion des Körpers auf Stress1. Wahrnehmung von Stressoren/Belastungen und Befürchtung, diese nicht adäquat bewältigen zu können
    2. Aktivierung Hypothalamus/Sympathikus/Nebenniere
    3. Ausschüttung Adrenalin/Noradrenalin
    4. Mobilisierung von Fett/Zucker
    5. Abbau durch Muskelleistung oder Ablagerung in Blutgefässen
    6. Aktivierung Hypophyse
    7. Ausschüttung Stresshormon ACTH/Cortesol
    8. Immunschwächung, Leistungsabfall
  132. 132Ertragsgewinn durch Pausen während LernphaseAufmerksamkeitslevel nimmt nach 22 Minuten stetig ab --> Pause notwendig, damit Ertragsgewinn wieder hoch
    Leistung kann nicht durch Stress gefördert werden, jedoch durch Anspannung
  133. 133Burnout (Definition)- Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit
    - Endzustand einer Entwicklungslinie (idealistische Begeisterung --> frustrierende Erlebnisse --> Desillusionierung/Apathie, psychosomatische Erkrankungen, Depression etc.)
  134. 134Burnout (Krankheitsbild)- = keine anerkannte Krankheit
    - ICD-10: Störungsgruppe Z (Probleme mit Lebensbewältigung)
    - Gefahr von vorschnellem/unreflektiertem Labeling
    - Uncharakteristische, vielfältige Symptome
  135. 135Burnout (zwei Kriterien nach Schaufeli)- Burnout bezieht sich auf die Arbeit (nicht nur Erwärbstätigkeit)
    - Unangemessene Erwartungen, hohe emotionale Anforderungen --> wichtige Rolle
    Abgrenzung von Depression: Burnout --> solange ausschliesslich Arbeitskontext betroffen
  136. 1364 Phasen des Burnout (nach Knauder)1. Berufliches Überengagement als Warnsymptom (ausserhalb der Arbeitszeiten, eigene Ressourcen überschreitet, mehr als nötig)
    2. Anfangsphase (allg. Erschöpfung --> überlastet, demotiviert)
    3. Weiterführende Phase (Aggressivität, Frustration, Depressivität)
    4. Endphase (Depression, Selbstisolation, Selbstmord(absichten))
  137. 137Burnout Symptomatik (nach Burisch)1. Warnsymptome der Anfangsphase (Überaktivität, Verleugnung)
    2. Reduziertes Engagement (nur noch das Nötigste --> bereits Überlastung)
    3. Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisung
    4. Abbau (Leistungsfähigkeit reduziert)
    5. Verflachung (wenig Engagement)
    6. Psychosomatische Reaktionen (Hilflosigkeit)
    7. Verzweiflung
  138. 138Dauerstress in "Fallen"-SituationenAktives Burnout: (durch eigene Anstrengung)
    Selbstverbrenner, beweisen, nie eingetroffene Anerkennung ihrer Person erfahren
    Passives Burnout: (durch Veränderungen der Lebenssituation)
    Opfer der Umstände, schlecht nein sagen, Hintanstellung ihrer persönl. Bedürfnisse --> selbstaufopfernd
  139. 139Abgrenzung Burnout vs. Depression (nach Burisch)Ausbrenner: überschätzen Leistungsfähigkeit, kämpfen gegen/für etwas, Wut/Angst, im finalen Stadium von schwer Depressiven nicht unterscheidbar
    Depressive: unterschätzen (keine Überaktivität), leiden an Unabänderlichem, Trauer
  140. 140Burnout (12 Phasenmodell nach Freudenberger/North)Stufe 1: Der Zwang, sich zu beweisen (Überschätzung)
    2: Verstärkter Einsatz (Gefühl Unentbehrlichkeit)
    3. Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
    (Zunahme Alkohol, Nikotin, Kaffeekonsum
    --> Verlangen nach Ruhe, Sex, Schlaf tritt in Hintergrund)
    4. Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen (Ausblenden der Ansprüche des Körpers; Unpünktlichkeit/ Vergesslichkeit)
    5. Umdeutung von Werten (alte Grundsätze gelten nicht mehr, Beziehung = Belastung)
    6. Verstärkte Verleugnung von Problemen (Leistungsschwächen, körperl. Beschwerden)
    7. Rückzug (Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit)
    8. Deutliche Verhaltensänderung (weitere Rückzug)
    9. Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit (funktionieren wie Maschine)
    10. Innere Leere (Angst/Panikattacken; Probleme mit Fressorgien/exzessivem Sex bewältigen)
    11. Depression (dauerhafte Verzweiflung/Niedergeschlagenheit)
    12. Völlige Burnout-Erschöpfung (angegriffenes Immunsystem, Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Suizidgefahr)
  141. 141Vier Elemente einer erfolgreichen Burnouttherapie- Diagnose annehmen
    - Entlastung vom belastenden Umfeld
    - Analyse der Psychodynamik: Wie konnte es zum Burnout kommen?
    --> 1. Belastungen am Arbeitsplatz
    2. Eigenschaften der Persönlichkeit
    3. Klima des Privatlebens
    4. Körperl./psychische Gesundheit
    - Erarbeitung neuer Lebensmuster
  142. 142Fehltage aufgrund psychischer Erkrankung- ist massiv gestiegen
    - Depressionen am häufigsten
    - Burnout wird seltener diagnostiziert, da keine Krankheit --> Depression häufiger
  143. 143Bindung zu Arbeitsplatz- sehr häufig geringe oder keine emotionale Bindung an die aktuelle Beschäftigung
    - hohe Bindung = weniger Fehlzeiten
  144. 144Burnout (Job-Stress-Index)- Ressourcen und Belastungen --> bei 45% der Arbeitnehmenden ausgeglichen!
  145. 145Burnout-Präventionskonzept (Perspektive des Individuums)-Pausen
    -Ritual zur Abgrenzung → Arbeitsplatz verlassen (Gefühl von Freiheit)
    -Nein-Sagen
    -Positives Denken
    -Entspannungstechnik → Entspannungs-/Einschlafübungen
    -Information über Burnout
    -Hilfe zur Selbsthilfe: Coaching, Workshopteilnahme
    -Ressourcen: Netzwerk, soziale Kontakte pflegen
    -Selbstwertgefühl, Anerkennung → für sich bester Wertschätzer sein → Selbstlob
    -Instrumentelle, regenerative, kognitive Stressbewältigung
    -Achtsamkeitsübungen
    -Sich Zeit nehmen und nachdenken → bewusst Freiräume schaffen (ein-zwei Tage pro Woche)
    -Einen längeren Urlaub im Jahr
    -Unabhängigkeit von Dingen und Menschen schaffen
    -Von eigenen Einstellungen trennen → Selbstreflexion
    -Zeitmanagement: klar, realistisch, Zeitpuffer
    -Denken und Einstellungen → Optimismus
    -Bewusste Ruhephasen → gezielt einplanen
    -Beobachtungen festhalten
    -Professionelle Hilfe frühzeitig suchen
    -Selbstreflexion
    -Sport, Fitness (Zwang zu Gesundheit → gefährlich → auch ok, Bäuchlein zu haben)
    -Ernährung
    -Supervision/Intervision: pos. Feedback, soziale Unterstützung
    -Bewältigungsstrategien entwickeln
  146. 146Burnout-Präventionskonzept (Perspektive des Teams)- klare Kommunikation (Kommunikationsregeln, Feedbackregeln)
    - klare Teamziele (gemeinsam, partizipativ Ziele formulieren)
    - klare Verantwortungsbereiche (regelmässige Überprüfung, Anpassung)
    - Rollenklarheit (Ansprechen von Rollenkonflikten)
    - Teamentwicklung/Zusammenarbeit (Teamtag, persönliche Kontakte ermöglichen)
    - Arbeitsorganisation verbessern (abwechselnder Telefondienst)
    - Supervision/Intervision einfordern
  147. 147Burnout-Präventionskonzept (Perspektive der Unternehmensleitung)- Aufbau eines gesundheitsförderl. Klimas → Führungsaufgabe
    - Führungsperson: hohe Sozialkompetenz, gute Führungsausbildung mit Sensibilisierung auf Gesundheitsaspekte, Vorbildfunktion
    - Aktive Gesundheitsförderung für MA
    - Soziale Rückendeckung
    - Handlungsspielräume
    - Information und Mitsprache
    - Klare Strukturen
    - Massnahmen:
    o Evaluation zu Stress am Arbeitsplatz
    o Schulungen laufen zu BGM
    o Wertschätzung von Anerkennung im Gespräch
    o Schlafräume für Powernapping
    o Niederschwelliges Sportangebot
    o Positive Fehlerkultur
    o Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsräume, Homeoffice
    o Regelmässige Feedbacks, persönliche MA-Gespräche
    o Klar geregelte Abläufe, Zuständigkeiten
    - Schutzfaktoren:
    o Anerkennung, Wertschätzung(gerechte Löhne etc.)
    o Anlaufstellen, Früherkennung
    o Angemessene Arbeitsmenge und Anforderungen
    o Genügend Mitarbeitende
    o Gerechtigkeit
    o Arbeitsklima, Kollegialität, Unternehmenskultur (Rituale, offene Kommunikation)
    o Beachtung von Werten
    o Netzwerkkapital
    o Gestaltungsmöglichkeit, Spielraum, Autonomität, Selbständigkeit
    o Führungskapital
  148. 148Depression- als Endglied einer kürzeren/längeren Kausalkette
    - Möglichkeit, auf innere/äussere Problematik zu reagieren
    - unterschiedliche Schweregrade (leicht, mittelgradig, schwer)
    - Verlauf (einmalig, rezidivierend)
    - Grenzziehung zw. gesund/depressiv = fliessend
    - 5 oder mehr Symptome über mind. 2Wo
    - Geschlecht, Alter, Kultur, Persönlichkeit, Milieu beeinflussen die Gestaltung depressiven Leidens
    - DIE Depression gibt es nicht!
    - Wozu NICHT Warum ist jemand depressiv?
    - Komorbidität häufig --> starken Einfluss auf Verlauf
  149. 149Depression (Häufigkeit)- am häufigsten: rein depressive, nicht ganz so schwer verlaufende Gemütsstörungen
    - Frauen doppelt so häufig wie Männer
    - tritt bereits in Jungen Jahren auf
    - junge Mütter haben grösstes Risiko
    - tritt in allen Kulturen auf
    - Wandlung der Erfassungsmethoden --> hat zu viel höheren Depressionszahlen geführt
    - Risiko: 10-15% (Männer), 20-30% (Frauen)
    - nur jede 2. depr. Person wird behandelt, nur jede 5. wird adäquat therapiert
    - mit zunehmenden Alter mehr Depressionen
  150. 150Depression (Symptome/Erleben)- Mühe, ihr Erleben in Worte zu fassen
    - Niedergeschlagenheit (nicht Traurigkeit)
    - depressive Stimmung
    - Verlust von Interesse/Freude
    - Verminderter Antrieb, gesteigerte Ermüdbarkeit
    - verminderte Konzentration/Aufmerksamkeit
    - vermindertes Selbstwertgefühl
    - Gefühle von Schuld/Wertlosigkeit
    - neg./pessimistische Zukunftsperspektiven
    - Suizidalität
    - Schlafstörungen
    - verminderter Appetit
    - Grübeln, Denkhemmung
    - innere Unruhe/Leere
    - Libidoverlust
    - Entscheidungsschwierigkeiten
    - Kopf- und Rückenschmerzen
    - Herz- und Atembeschwerden
    - Magen-Darmbeschwerden
    - Unterleibsbeschwerden
  151. 151Depression (Typen)nach Ursache:
    - Endogene Depression (melancholisch, von innen heraus)
    - Primäre Depression (ohne Zusammenhang mit anderen Krankheiten)
    - reaktive Depression (Anpassungsstörung, äussere Umstände)
    - Sekundäre Depression (andere Krankheit)
    nach Schweregrad/Erscheinungsbild:
    - Psychotische Depression (Wahnideen)
    - Major Depression (D. im engeren Sinne)
    - Episodische Störung (vorübergehend, akut)
    - Melancholische Depression (somatische Symptome, Morgentief)
    - Neurotische Depression (Konfliktlage, dysthymische Störung)
    - Minor Depression (mildere depressive Verstimmung)
    - Dysthymische Störung (schleichend, langer Verlauf, chronisch)
    - Atypische Depression (abendliches Stimmungstief, Schlaf-/Appetitssteigerung)
    nach Verlauf:
    - Unipolare Störung (depr. Episoden)
    - Saisonale Depression (Wintersaison)
    - Bipolare Störung (depr./manisch)
    - Rezidivierende kurze depr. Störung( häufig, Dauer: 2-3Tage)
  152. 152Depression (Wahrnehmung aus Sicht der Erkrankten)- Irritation --> können Veränderung nicht einordnen
    - Verunsicherung
    - Wahrnehmung, Empfindung, Denken --> verändert
    - innere Leere, Unruhe trotz Müdigkeit
    - Gedächtnisprobleme --> Angst Verstand zu verlieren
    - Zwang: denken zu müssen, ohne denken zu können
    - Grübelzwang, Denkhemmung
    - Beobachtung des eigenen Zustandes
    - Vorher selbstverständliches, nicht mehr nachfühlen
    - Blockiertheit
    - Veränderung der Körperempfindungen
    - Lebensraum = zunehmend einengend
    - Zeiterleben = gehemmt, verlangsamt
    - Beschäftigung mit Vergangenheit
    - zunehmende Verminderung ihres Könnens
    - fühlen sich den Blicken anderer stärker ausgesetzt
    - weniger selbst- als fremdbestimmt fühlen
    - Gefühllosigkeit, Nicht-traurig-sein-Können, existenzielle Leere
    - keine Kreativität
  153. 153Depression (Beziehungen)- Veränderung in zwischenmenschl. Beziehungen
    - Wechselwirkungen zw. Depressiven und ihren Partnerinnen (Appelations-, Hostilitäts-, Deprivationsverhalten)
    - Gefühlsleere = mögl. Reaktion auf Kontakt mit Depressiven
    - Auswirkungen bei kurzfristigen Kontakten: Verunsicherung, Verstimmung, Schonung der Depressiven, Tendenz zur Vermeidung weiterer Zusammenkünfte
    - Arzt-Patient-Bez.: Erwartung der Hilfe vom Arzt, Arzt fühlt sich verpflichtet --> Distanz fällt schwer, Körperhaltungen verändern sich
    - Angehörige: Schuldgefühle, Wut, Hilflosigkeit, ambivalente Gefühle, Pflichtübernahme, Stress, Rückzug, Ohnmacht, Überforderung, Fürsorge
  154. 154Depression (therapeutische Behandlung)- Leiden als Aufschrei
    - Rückzugsverhalten als biologisch verankertes Reaktionsmuster
    - integratives Verständnis: unterscheidet zw. Reaktionsmuster und Folgen dieser.
    - Berücksichtigung der Depressionstiefe und der Lebenssituation
    - 4 Schritte: Entlastung/Symptomlinderung, Schrittweise Aktivierung/problemorientierte Hilfe, Stärkung nicht depr. Verhaltens, eigenverantwortl. Änderung depressionsförderlicher Lebensumstände
    - Ziele: Erhöhung der Behandlungsbereitschaft, Verbesserung der Compliance, Befähigung zum Selbstmanagement
  155. 155Depression (Professionelle - Haltung)- Anbieten, aber nicht zwingen
    - Aufklären (Psychoedukation)
    - Phasengerechte Unterstützung
    - Verhaltensorientierung (Handeln, Gedanken, Aktivitäten im Vordergrund)
    - Abgrenzung: sachlich distanziert, Emotionen zulassen
    - Momentzustand --> geht wieder vorbei
    - Depression = Schutzmechanismus in dieser Zeit
    - keine Schonhaltung, kein Druckaufbau, keine Schuldzuweisung, keine Verharmlosung
    - neg. Haltung nicht als Ablehnung verstehen
    - Geduld statt Konfrontation
    - Gleichgewicht zw. Interesse/Wärme und Direktivität
    - zum Sprechen aktivieren
    - "Platten" Optimismus vermeiden
    - nicht negativ über Medikamente reden
  156. 156chronische Depressionliegt vor, wenn jdn. mind. zwei Jahre an der Hälfte aller Tage niedergeschlagen ist und an zwei oder mehr der folgenden Merkmale leidet: Schlaf-, Konzentrations- oder Selbstwertprobleme, veränderter Appetit, Erschöpfung, Hoffnunslosigkeit
  157. 157Depression (Positives)- depressive Menschen gehen Denkaufgaben analytischer an
    - treffen bessere Entscheidungen als Gesunde
  158. 158Depression (Schweregrade)- leicht: bedrückt, freudlos, trist, verstimmt
    - mittel: betrübt, deprimiert, melancholisch, taurig
    - schwer: am Boden zerstört, niedergeschmettert, teilnahmslos, lebensmüde
  159. 159Depression (Entstehung)Biologische Faktoren, Familie und Erziehung, Verlusterfahrung ---> erhöhte Anfälligkeit <--- andauernde Belastungen, chronische Belastungen, belastende Lebensereignisse
    --> Ausbruch der Depression
  160. 160Depression (Kognitive Theorie nach Aaron T. Beck)negative Triade (Pessimismus)
    --> neg. Schemata, Überzeugungen, die durch neg. Lebenserfahrungen ausgelöst werden --> Kognitive Verzerrungen
    --> Depression
    wichtigste Denkfehler: willkürliche Schlüsse, selektive Abstraktion, Übergeneralisierung, Über- und Untertreibung
  161. 161Theorien gelernter Hilflosigkeit der Depression1. Gelernte Hilflosigkeit: Unkontrollierbare aversive Ereignisse --> Gefühl der Hilflosigkeit --> Depression
    2. Umattribuierung: Aversive Ereignisse --> Attribution auf globale/stabile Faktoren --> Gefühl der Hilflosigkeit, keine Mögl. vorhanden die Sit. zu verändern --> Depression
    3. Hoffnungslosigkeit : Aversive Ereignisse --> Attribution auf globale/stabile Faktoren oder kognitiven Faktor --> Gefühl der Hoffnungslosigkeit, keine Mögl. vorhanden die Sit. zu verändern, Erwartung dass wünschenswertes Ereignis nicht eintreten wird --> Depression
  162. 162Depression (Risikofaktor Arbeitslosigkeit)- Wahrscheinlichkeit 2.4x grösser an Depression zu erkranken
    - Existenzängste, unkontrollierbares Ereignis --> Stress --> Zweifel mit geeigneten Ressourcen die Sit. bewältigen zu können
  163. 163Depression (Risikofaktoren)- Soziale Schicht
    - Familienstand (v.a. geschieden/verwitwet)
    - Elternschaft/Partner (v.a. allein erziehend) --> Männer häufiger
  164. 164Depression (ergänzende Massnahmen)- Physiotherapie
    - Musiktherapie
    - Akupunktur
    - Entspannungstechniken
    - Bewegung/Sport
    - Tagesstruktur
    - Haustiere
  165. 165Depression (sechs Schritte der kognitiven Umstrukturierung nach Beck)1. Vorstellung/Herausarbeitung des kognitiven Modells
    2. Aufdeckung/Bewusstwerdung der dysfunktionalen Kognitionen
    3. Infragestellung der dysfunktionalen Kognitionen
    4. Reflexion der Kognition
    5. Entwicklung alternativer Überzeugungen
    6. Training der funktionalen Kognitionen
  166. 166Suizid (versch. Arten)- Suizid = Selbsttötung
    - Suizidversuch = selbstschädigende Handlung --> zum Tod führt
    - Parasuizid = autodestruktive Verhalten, ohne tödlichen Ausgang
    - Suizidalität = Denk- und Verhaltensweisen --> eigenen Tod anstreben/durch Handlung in Kauf nehmen
    - keine Krankheit, sondern ein Symptom
    - weiche und harte Suizidmethoden
  167. 167Suizid (Prävalenz)- hohe Suizidrate in CH
    - mehr Männer als Frauen
    - v.a zw. 15-35 Jahren oder über 76J.
    - Familienstand: geschiedene, verwitwete, allein stehende höchstes Risiko
    - Beruf: Mediziner, Chemiker, Bauer höheres Risiko
    - sonstige Risiken: Arbeitslosigkeit, Migration, soz. Schicht, Homosexualität
    - Hälfte der depr. Erkrankten macht Suizidversuch
    - Rate Suizidversuche bei Frauen viel höher
  168. 168Suizid (Warnsignale)- Äusserungen über suizidale Absichten
    - Parasuizidale Handlungen
    - starke Depressivität
    - akute, wiederkehrende Krisenzustände
    - Hoffnungslosigkeit, fehlende Zukunftsperspektive
    - psychotische Episoden
  169. 169Suizid (Risiken)- mangelnde Impulskontrolle
    - Agitiertheit, Agressivität
    - Suchterkrankungen
    - frühere Suizidversuche
    - männlich, ab 50, alleinstehend
  170. 170Indikatoren für akute Suizidalität- konkretes Suizidarrangement
    - drängende Suizidgedanken
    - Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit
    - soziale Isolation
    - Gereiztheit, Impulsivität, Agitiertheit
    - Psychose
    - Suchterkrankung
    - chronisch körperliche Erkrankung
    - harte Suizidversuche in der Vorgeschichte
  171. 171Suizid (Was kann man tun?)- ruhiger Raum
    - Zeit nehmen
    - ruhig und effektiv zuhören
    - Verständnis zeigen
    - non-verbale Botschaften
    - ehrlich, offen sprechen
    - auf die Gefühle der Person eingehen
    - Ablauf Krisenintervention: Beziehungsaufbau, Einschätzung Schweregrad, Mobilisierung Ressourcen, Handlungsplan, Überprüfung
  172. 172Generalisierte Angststörung (Definition)- nicht auf best. Situationen beschränkt
    - unbegründete Sorge
    - Befürchtungen vor zukünftigen Unglücken oder Erkrankungen
    - kaum in der Lage die alltägl. Aufgaben zu bewältigen
    - Angst ist für Normalbürger nicht nachvollziehbar
  173. 173Generalisierte Angststörung (Symptome)- Panik vor Menschenmengen, Aufzügen, öffentlichen Verkehrsmitteln
    - Panik in einfachen/ganz alltägl. Situationen
    - körperliche Beschwerden: Zittern, Herzrasen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Muskelverspannungen etc.
    - fühlen sich nur noch in eigenen Wohnung sicher --> Vereinsamung / Verlust Arbeitsplatz
  174. 174Generalisierte Angststörung (Häufigkeit)- 5 von 100 Menschen
    - Frauen doppelt so häufig wie Männer
    - untersch. Einschätzung bezügl. erstmaligem Auftreten (zw. 11.-20.J. oder 35.-45.J.)
  175. 175Generalisierte Angststörung (Erklärungsansätze)- multifaktoriell
    - durch belastende Lebensereignisse
    - Erziehung
    - Trennungsängste
    - neurochemische Veränderungen im Gehirn
    - Weitervererbung von hoch eingestelltem Angstregulationssystem
    - oft bei Menschen, die bereits eher ängstlich sind
  176. 176Generalisierte Angststörung (Verlauf/Folgen)- chronisch
    - Beginn oft schleichend
    - Symptome können sich mit der Zeit abschwächen
    - Schwankungen beim Schweregrad (Zeiten ohne Symptome, Wiederauftreten)
    - ohne Behandlung --> langes Bestehen
    - Komorbidität
    - Angst nimmt immer mehr Platz ein, breitet sich stetig aus
    - Wohlbefinden/Lebensqualität = stark beeinträchtigt
  177. 177Generalisierte Angststörung (Angehörige)- starke Auswirkungen
    - ständige Versicherung, dass nichts passiert ist
    - Verunsicherung
    - Belastung
    - müssen einen WEg finden, wie sie auf die Angststörung reagieren können, ohne sich dabei schlecht zu fühlen
    - sollen nicht auf Aktivitäten verzichten
    - über Diagnose informieren
    - Betroffene nicht beruhigen --> halten Sorgen aufrecht
    - Betroffene nicht von allem entlasten --> verstärkt die Abhängigkeit vom Umfeld --> Betroffene werden immer unsicherer --> wissen nicht mehr, was sie selbst schaffen würden
  178. 178Generalisierte Angststörung (Behandlungsmöglichkeiten)- je früher eine Angststörung erkannt/behandelt --> Vermeidung von Verfestigung, Vermeidungsverhalten, sozial beeinträchtigte Folgen
    - Medikamente
    - Psychotherapie (Kognitive Verhaltenstherapie, Expositions- oder Konfrontationsverfahren, etc.)
    - Ziel: Betroffene stellen sich angstauslösenden Situationen, Bewältigung des Alltags ohne Vermeidungsverhalten
    - Verstehen = wesentlich bei Überwindung der Angst
  179. 179Phobische Störungen (Definition)- Angst vor eigentlich ungefährlichen Situationen
    - Situationen werden als Folge vermieden oder mit Furcht ertragen
    - häufige Komorbidität: Depression
    - drei Haupttypen:
    Spezifische Phobien (Furcht vor einzelnen Objekten oder abgrenzbaren Situationen)
    Soziale Phobien (Angst, in einer soz. Situation von anderen Personen beobachtet/bewertet zu werden
    Agoraphobie (Angst, eine Situation, in der eine Panikattacke auftreten könnte, nicht verlassen zu können)
  180. 180Phobische Störungen (Häufigkeit)- Frauen: überwiegend von spezifischen und Agoraphobie betroffen
    - soz. Phobie --> M/F ausgeglichen
    - 10-30% der Bevölkerung
    - 7 von 100 Menschen
  181. 181Phobische Störungen (Verlauf)- Spez. Phobien: Beginn in Kindheit, Betroffene können ihr normales Leben weiterführen
    - Soz. Phobien: Beginn im Kindes- und Jugendalter, langsamer Verlauf
    - Agoraphobie: Beginn ab 30J., langsam/steigender Verlauf
    - chronisch
    --> Kontakt zur Aussenwelt wird oft gemieden, Auslöser der Angst wird um jeden Preis vermieden --> führt zu Arbeitslosigkeit, Isolation, gesteigerte Angst
  182. 182Phobische Störungen (Erklärungsansätze)- Lerntheoretischer Ansatz: mehrstufiger Prozess, Mensch erlernt Angst vor einer ehemals neutralen Situation --> Vermeidung dieser Situation --> Aufrechterhaltung der Angst --> Phobie
    - Neurobiologischer Ansatz: labileres autonomes Nervensystem --> leichtere Entwicklung von Angstsymptomen
    - Tiefenpsychologischer Ansatz: durch versch. ungelöste Konflikte entwickelt
    - Wechselwirkung psychischer, familiärer, sozialer Faktoren; Grundlage = biologische Veranlagung (erhöhte Vulnerabilität, belastende Lebensereignisse, etc.)
  183. 183Phobische Störungen (Symptome)- Hilflosigkeit
    - Stress
    - Herzklopfen, Schwächegefühl
    - Ängste vor dem Sterben, Kontrollverlust, wahnsinnig zu werden
    - Erwartungsangst (dass Sit. eintreten könnte)
  184. 184Phobische Störungen (Behandlungsmöglichkeiten)- Grundsätzlich verhaltenstherapeutische Ansätze: Konfrontation mit der Situation
    - soz. Phobie: Veränderung ihrer Gedanken/Bewertungen/Einstellungen erzielt; Training in sozialen Fertigkeiten
    - Agoraphobie: Umgang des Patienten mit Panikattacken
    - Ergänzung: medikamentöse Behandlung
  185. 185Phobische Störungen (Umgang mit Betroffenen)- Rahmenbedingungen so gestalten, dass Ängste nicht zusätzlich aktiviert werden
    - räumliche Distanz erhöhen
    - freundlich/wertschätzend
    - Verbindlichkeit der Termine erhöhen
    - Information/Service = sehr wichtig
    - auf Komorbidität achten
    - hohe Gefahr von Vereinsamung --> finanzielle Ressourcen
    - Rückschläge sind normal
    - Fundiertes Wissen über Krankheit
  186. 186Posttraumatische Belastungsstörung (Definition)- aussergewöhnliche körperliche/seelische Belastung
    - durch erlebtes Trauma
  187. 187Posttraumatische Belastungsstörung (Entstehung)- durch Ereignis, das ausserhalb von allg. menschl. Erfahrungen liegt (bsp. Vergewaltigung)
    - durch länger anhaltende Ereignissen (bsp. Krieg)
    - durch Miterleben einer entsprechenden Bedrohung bei anderen Personen
    - multifaktorielles Rahmenmodell (Risiko-/Schutzfaktoren, Traumaschwere, initiale Reaktion, neurobiologische Veränderungen, Gedächtnisveränderungen, kognitive Veränderungen)
  188. 188Posttraumatische Belastungsstörung (Symptome)- Wiedererleben durch Erinnerung, Träume, Alpträume
    - Stumpfheit
    - Gleichgültigkeit
    - Teilnahmslosigkeit
    - Vermeidung von Situationen, die Erinnerungen an das Ereignis wecken könnten
    - Konzentrationsschwierigkeiten
    - Überregtheit
    - übermässige Schreckhaftigkeit
    - Schlafstörungen
    - Ängste
    - Depressionen
    - Reizbarkeit
    - Wutausbrüche
    - Veränderung Selbst- /Weltbild
  189. 189Posttraumatische Belastungsstörung (Häufigkeit)- Wahrscheinlichkeit des Auftretens hängt von Art des Traumas ab.
    (Bsp. Vergewaltigung 50%, Gewaltverbrechen 25%, Kriegsereignisse 20%)
    - ca. 1-10% der Gesamtbevölkerung
    - Menschen mit Risikoberufen häufiger betroffen: Feuerwehr, Flüchtlinge
    - Frauen stärker betroffen als Männer
  190. 190Posttraumatische Belastungsstörung (Verlauf)- PTBS setzt Tage bis Wochen nach erlebtem Trauma ein.
    - destabiliserende Auswirkungen: Beruf, Freizeit, Lebensplanung
    - Abklingen der Symptome mit Zeitverlauf
    - Ohne Therapie. mind. 64 Monate, bleibende/zunehmende Beschwerden
    - Mit Therapie: mind 36 Monate
    --> Zeit hängt stark vom Schweregrad, dem Alter und der Dauer, welcher man das Trauma ausgesetzt war, ab.
  191. 191Posttraumatische Belastungsstörung (Behandlung)- Psychotherapie (Sicherheit, Strategieentwicklung, Konfrontation)
    - EDMR (langsam an Trauma herangeführt --> Gewöhnung an Traumaerlebnis
    - kvt (gedankliche Übungen)
    - Erarbeitung von Bewältigungsstrategien
    - Entspannungstechniken, Ressourcenaktivierung
    - Medikation
  192. 192Posttraumatische Belastungsstörung (SA)- Belastungen reduzieren durch Vermittlung von Behandlungsmöglichkeiten, Arbeitsintegrationsprogramme, Bildungsmöglichkeiten, Existenzsicherung etc.
    - Beratung, Begleitung, interne Ressourcenerschliessung
    - Betroffene als Opfer wahrnehmen --> Empathie
  193. 193Zwangsstörungen (Definition)- Zwangsgedanken: Befürchtungen, die sich in Sätzen/bildhaften Vorstellungen/Impulsen ausdrücken. (bsp. Verunreinigung/Verschmutzung, Körperausscheidungen)
    - Zwangshandlungen: werden bewusst durchgeführt, damit ein starkes schlechtes Gefühl weniger wird (bsp. Waschen, Kontrollieren)
    --> können auch gemeinsam auftreten
    - treten während 14 Tagen die Mehrheit der Tage auf (ICD-10)
  194. 194Zwangsstörungen (Symptome)- unangenehm
    - nehmen mehrere Stunden am Tag in Anspruch --> beeinträchtigen Alltagsbewältigung/soziale Leben
  195. 195Zwangsstörungen (Häufigkeit)- ca. 100'000 Menschen in CH
    - 10% in ärztlicher Behandlung
    - M/F gleichhäufig betroffen
    - Frauen haben eher Waschzwänge, Männer eher Kontrollzwänge
  196. 196Zwangsstörungen (Verlauf)- vor dem 35.J. Symptome voll ausgeprägt
    - kann bereits im Kindesalter auftreten
    - im Kindesalter verschwinden Symptome nach einigen Wochen wieder
    - oft vergehen 7-10J bis Behandlung aufsuchen
    - Soziale Isolation, beruflicher Abstieg, Berentung
    - Verläufe sind individuell sehr verschieden
  197. 197Zwangsstörungen (Erklärung)- Neurobiologische Erklärungsmodelle (veränderte Impulsübertragung, Vererbung)
    - Psychologische Erklärungsmodelle (lern-/verhaltenstherapeutische Ansätze, Erziehung, belastende Lebensereignisse)
    - Kognitive Theorie: Zwangssymptome dienen zum Schutz vor drohenden Gefahren
  198. 198Zwangsstörungen (Behandlungsmöglichkeiten)- Medikation
    - Psychotherapie: Aufarbeitung von unbewussten Konflikten
    - Verhaltenstherapie: Verminderung der Probleme, Erweiterung der Handlungsfähigkeit
  199. 199Zwangsstörungen (Umgang mit Betroffenen)was nicht hilft:
    - "Reiss dich zusammen", "das wird schon wieder"
    - Diskussionen über Sinn und Zweck der Zwangshandlung
    - Zwangsstörung zum Familienthema Nr.1 werden lassen
    - Unterstützung der Zwangshandlungen und - rituale --> verstärkt Symptomatik
    - Schuld an Erkrankung suchen
    was hilft:
    - Grenzen setzen
    - für Abwechslung und gemeinsame Aktivitäten sorgen
    - Lob
    - Zwang kritisieren (nicht Person)
    - klare Absprachen, wo man helfen kann/wo nicht
    - Professionelle Hilfe einholen
    - Psychoedukation
    - Offener Umgang
    - über Probleme sprechen

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Bachelor Soziale Arbeit Flashcards on SA & psychische Gesundheit, created by Rahel Schäfer on 06/05/2016.
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Rahel Schäfer
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