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Flashcards

Substanzmissbrauch und -abhängigkeit illegal

evasophie Klinische Psychologie German 26 cards

Cards in this deck (26)

  1. 1Psychotrope SubstanzenStoffe, die auf psychische Erlebensweisen und Bewusstseinszustände einwirken
  2. 2Was wird im DSM-IV codiert?- Abhängigkeit
    - Missbrauch
    - Mischkonsum
    - Vergiftung (je nach Substanz)
    - Entzugssyndrome (je nach Substanz)
  3. 3Substanzabhängigkeit- = schwerwiegende psychische Störung mit gravierenden körperlichen und psychischen Symptomen und Folgeerscheinungen
    - 7 Kernkriterien, 4 davon müssen für Diagnosestellung erfüllt sein
  4. 4Kriterien der Abhängigkeit nach DSM-IVUnangepasster Substanzkonsum und klinisch bedeutsame(s) Leiden/Beeinträchtigung und:
    1. Toleranzentwicklung
    2. Entzugssymptome
    3. Kontrollverlust
    4. erfolglose Versuche (Dosis) zu verringern
    5. hoher Zeitaufwand
    6. Versagen bei Rollenaufgaben
    7. fortgesetzter Gebrauch trotz körperlicher/
    psychischer Probleme
  5. 5Substanzmissbrauch- = wiederholter, unangepasster Substanzkonsum über min. 12 Monate mit Folgeerscheinungen
    - daraus resultierende bedeutsame klinische Leiden o. psychosoziale Beeinträchtigungen
    (Versagen bei Rollenaufgaben, körperliche Gefährdung, gesetzliche Problem (immer erfüllt bei illegalen Drogen), Fortsetzung des Gebrauchsmusters trotz sozialer Probleme)
  6. 6Besonderheiten im ICD-10- nicht Missbrauch, sondern schädlicher Gebrauch psychoproper Substanzen - trifft nahezu auf jeden Rauschmittelgebrauch zu
  7. 7problematischer Konsum- man spricht zusätzlich von problematischen Konsum, wenn der Substanzgebrauch zu individuellen Problemen physischer, psychischer und sozialer Art führt
    - Funktionsbeeinträchtigung Arbeit/Freizeit ; Gesundheitsprobleme, soziale Beeinträchtigung ...
  8. 8Häufigkeit (Abhängigkeit & Missbrauch)- Experimentieren mit illegalen Drogen gehört zunehmend zum „normalen“ Verhalten von Jugendlichen —> 29% der Bundesbürger*innen berichten von Erfahrungen
    - besonders betroffen sind freizeitaktive und partyorientierte Jugendliche
    - polyvalenter Drogenkonsum nimmt zu (6,1% Mehrfachkonsumenten)
    - Erstkonsumalter deutlich gesunken
    - bei den meisten Substanzstörungen sind Männer häufiger betroffen als Frauen
    - Anteil der aktuell regelmäßiger Konsumenten weit unter Lebenszeit- o. 12-Monatsprävalenz
    - Hälfte der Probierkonsumenten stellt Konsum sofort wieder ein
    - meistens keine ernsthaften Probleme beim Experimentieren mit Drogen
    - nicht unbedeutende Minderheit entwickelt exzessive oder chronifizierte Konsummuster
    —> (wird zu) massive drogenbedingte Probleme
    - Lebenszeitprävalenz: Abhängigkeit von illegalen Drogen: m: 2,5% // w: 1,6% -
    Lebenszeitprävalenz: Missbrauch von illegalen Drogen: m: 4,1% // w: 1,8%
  9. 9Prävalenzen: Cannabis- am häufigsten konsumierte illegale Droge (12,4 Mio. Bundesbürger*innen —> Erfahrungen)
    - 12-Monats-Prävalenz: insgesamt 5-25%
    - geringe Persistenzraten (nur gelegentlicher Konsum für eine gewisse Zeitspanne)
    - Lebenszeitprävalenz in letzten 20 Jahren stark angestiegen (OSt: 2 —> 29% West:14%—>38%)
    - immer jüngeres Einstiegsalter
    - Cannabiskonsumenten, die ein Abhängigkeitssyndrom entwickelt ist vergleichsweise klein - 5% bei Gelegenheitkonsumenten bis 29% bei heavy usern
    - steigendes Risikopotential: zunehmende absolute Verbreitung & steigender Wirstoffgehalt (THC)
  10. 10Partydrogen- Sammelbegriff für chemisch verschiedene psychotrope Substanzen mit ähnlicher Rauschwirkung & ähnlichen Konsummustern
    - synthetische Drogen:
    - Stimulanzien wie Amphetamine (Methamphetamine) & Ecstasy (MDMA, MDA, MDEA ..) - aufputschende, stimmungsverändernde Wirkung
    - oft in Kombination mit Alkohol und/oder Cannabis
    - geringe Verbreitung in der Allgemeinbevölkerung
    - beachtliches Niveau unter Jugendlichen (gerade in Subkulturen)
    - Amphetamin in Europa am weitesten verbreitet (Lebenszeitkonsum: 2,7%)
    - Konsum von LSD seit langer Zeit auf niedrigen Niveau stabil (Lebenszeitprävalenz <1%)
    - Anstieg der Verfügbarkeit & des Konsums von natürlichen halluzinogenen Substanzen (Pilze)
    - Risiken:
    - lebensbedrohliche Zustände (Herz-Kreislauf-Versagen durch Dehydration & körperliche Überforderung); organische Psychosen; irreversible neurokognitive Schäden
    - neu: Designerdrogen, die nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen
  11. 11Kokain- lebenszeitbezogene Kokainkonsum in D. hat insgesamt zugenommen
    - bleibt in den jüngeren Altersgruppen deutlich unterrepräsentiert
    - Crack: epidemiologisch marginal, aber massive körperliche und psychische Abbauprozesse bei
    Betroffenen (meist polyvalenter Drogenkonsum)
  12. 12Heroin und Opioide- nur in sehr geringen Umfang (Heroin: Lebenszeitp.: 0,5-07%, 12-Monats-P.: 0,2-0,3%) - Lebenszeitprävalenz aller übrigen Opiate: 1%
    - tatsächliche Prävalenz wahrscheinlich höher
  13. 13Wie entsteht eine Abhängigkeit?Neurobiologische und psychologische Abhängigkeitsmechanismen
    - psychotrope Substanzen aktivieren das körpereigene „Lust- und Belohnungszentrum“ (= mesolimbisches Dopaminsystem —> Erklärung für Kreuztoleranzen!) und lösen einen Rauschzustand aus (will man wieder erleben)
    - Gehirn reagiert auf zwei Ebenen, um die Dopaminüberflutung zu kompensieren und eine normale Funktionsweise aufrecht zu erhalten —> Ziel: Abschwächung der Drogenwirkung
    1. neuroanatomische Veränderung der Anzahl spezifischer Rezeptoren (neuroplastische
    Down- oder Up-Regulation) und
    2. inhibitorische Rückkopplung auf Transmitterebene (System drosselt Drogenwirkung, indem
    es eigene gegenregulative Moleküle freisetzt)
  14. 14Toleranzwenn versucht wird, die nachlassende Wirkung der Drogen durch erhöhten Konsum zu kompensieren, produzieren die Zellen entsprechend mehr hemmende Moleküle, sodass immer mehr Substanz gebraucht wird, um den Rauscheffekt zu erzielen
  15. 15Entzug- dem Organismus wird die Substanz plötzlich vorenthalten —> System aus Balance
    - zu wenige körpereigene Transmitter (da Eigenproduktion gedrosselt)
    - Überangebot der kompensatorischen hemmenden Moleküle (schränken die normalen
    Restfunktionen des Transmitterhaushaltes weiter ein)
    - Resultat: massive Deprivationszustände (körperliche & psychische Entzugserscheinungen)
    —> können lebensbedrohliches Ausmaß annehmen
  16. 16andauernde Sensitivierung- verantwortlich für die andauernde Sensitivierung (Auftreten massiver Carving-Attacken bei
    niedrigschwelliger Reizintensität) sind:
    - neuroanatomische Strukturveränderungen (mehr dendritische Dornen an NAc-Neuronen) - komplexe Konditionierungsprozesse
    - Substanzabhängigkeiten = Negativvariante von Lernen
    - extreme Aktivierung zerebraler Prozesse —> Ausbildung außergewöhnlich stabiler
    synaptischer Verbindungen & neuroyaler Schaltkreise —> Suchtgedächtnis
  17. 17langfristige Abhängigkeit- langfristige Abhängigkeit primär durch klassisches & operantes Konditionieren
    - positive Verstärkung: Aktivierung Lust- und Belohnungssystem (stärker, je schneller der Wirkungseintritt ist)
    - negative Verstärkung: durch Drogen zunehmend unangenehme Zustände & Entzugssymptome lindern
  18. 18Suchtpotentialdurch Art der Substanzaufnahme (Schnelligkeit der Wirkung) bestimmt
    - Injizieren, Sniefen, Rauchen, Schlucken (absteigende Reihenfolge)
    - eher nicht durch pharmakologische Eigenschaften o. Potenzial für körperliche Abhängigkeit
  19. 19RisikofaktorenRisikofaktoren
    1. vorher bestandene Störung o. psychiatrische Komorbidität des/der Betroffenen
    2. ungünstige Einflüsse des familiären Milieus (elterliche Psychopathologie)
    - Entwicklung einer Substanzabhängigkeit = multifaktorielles Geschehen
    - genetische Veranlagungen (Anzahl von Rezeptoren, Funktion Transmittersystem, Enzyme) - vielfältig erworbene Vulnerabilitäten & äußere Belastungsfaktoren
  20. 20Risikofaktoren: personenbezogenpersonenbezogene Merkmale, die mit Substanzmissbrauch o. -abhängigkeit korrelieren:
    - komorbide psychische Störungen, Schwierigkeiten in Schule & sozialem Umfeld, Straftaten,
    Selbstzerstörerisches Verhalten, Aggressionen und Angst
  21. 21Risikofaktoren: umgebungsbezogenumgebungsbezogene Merkmale, die mit Substanzmissbrauch/-abhängigkeit korrelieren:
    - negative familiäre Vorbilder, instabile und konflikthafte Familien
    - zentrale Rolle familiärer Faktoren: Eltern selbst substanzabhängig o. psychische Störung
    - erhöhtes Risiko für: frühen Erstgebrauch (verdoppelt), Polysubstanzkonsum, regelmäßigen Gebrauch, Missbrauch & Abhängigkeit
    - ausgeprägtesten Zusammenhänge zw. Ecstasykonsum Kinder & Nikotinabhängigkeit, Angststörungen und Depressionen der Eltern
  22. 22Drogenkonsum oder psychische Störung - Was trat zuerst auf?sekundärer Substanzkonsum:
    Psychisch belastete Personen könnten im Sinne der Selbstbehandlungshypothese psychotrope
    Substanzen einsetzen, um ihren Leidensdruck zu lindern
    primärer Substanzkonsum:
    - Ein anhaltender exzessiver problematischer Konsum und dessen psychosoziale Folgen stellen pathogene Vorbedingungen dar, die die Entwicklung einer komorbiden psychischen Störung beeinflussen
    --> Chronifiziertes Alkoholtrinken könnte etwa zu Depressionen führen.
    - Der Substanzkonsum kann die psychischen Symptome kurzfristig triggern (Kater, Unruhezustände, Erschöpfung, Entzugssyndrom).
    - Eine episodisch auftretende Störung (z.B. Major Depression) kann den Drogen-/ Alkoholmissbrauch verschlimmern.
    - Der Substanzkonsum und eine psychische Störung treten unabhängig voneinander auf.
    Ergebnisse aus der Wissenschaft dazu:
    - beide chronologischen (Substanzkonsum primär o. sekundär) Abfolgen können vorkommen - beide Kausalitätsrichtungen (abhängig und unabhängiges Auftreten) können vorkommen
  23. 23Primärinterventionen- bei Kindern & Jugendlichen ist das Ziel die Primärprävention
    - Beispiel: Internetangebot zur Information und Beratung
    - Ziel: Motivation zu risikoarmen Umgang mit psychoaktiven Substanzen, Reduzierung & Beendigung des Konsums
  24. 24Zielsetzungen in der Therapie- Therapie kann zwei prinzipiell unterschiedliche Zielsetzungen haben:
    1. Abstinenztherapie (völliger Konsumverzicht) —> Kinder & Jugendliche
    2. Selbstmanagementtherapie (kontrollierter Konsum, harm reduction) —> Erwachsene
  25. 25Vier therapeutische Stufen1. Körperlicher Entzug des Suchtmittels
    2. psychotherapeutische Entzugsbehandlung (Langzeitentwöhnung)
    3. Mitbehandlung der Angehörigen
    4. Mitarbeit in Selbsthilfegruppen
  26. 26PsychotherapieEvidenzbasierte Komponenten einer komplexen Suchttherapie
    - Psychoedukation
    - Motivierende Gespräche
    - Soziale Unterstützung (Gruppentherapie —> Unterstützung untereinander)
    - Verhaltenstherapeutische Verfahren
    (Reiz- & Reaktionskontrolle, Verhaltensverträge, Kontingenzmanagement)
    - Kognitive Verhaltenstherapie (Selbstmanagement bei Konsum, Expositionsbehandlung)
    - Soziales Kompetenztraining
    —> nicht mehr als 20-40% der Abhängigen werden in Therapie abstinent —> 50% erreichen signifikante Reduktion ihrer Konsummenge
    —> 12-Monats-Katamnese: Abfall der Abstinenzrate auf unter 20%

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Klinische Psychologie (9.10. Substanzmissbrauch illegal) Flashcards on Substanzmissbrauch und -abhängigkeit illegal, created by evasophie on 31/07/2015.
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evasophie
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