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Flashcards

Medienökonomie

Sarah Zaugg Medien- und Kommunikationswissenschaft Bachelor German 30 cards

Cards in this deck (30)

  1. 1Medienökonomie Definition▸ „‚Media economics’ is a term applied to the study of the way economic and financial pressures affect a variety of communications activities, systems and organizations and enterprises, including media and telecommunications“ (Picard 2003: 301).
    Kurz gesagt: Medienökonomie handelt von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwängen.
    ▸ „Therefore, the media economy is defined as the study of how media firms and industries function across different levels of activity (e.g., global, national, household, and individual) in tandem with other forces (e.g., globalization, regulation, technology, and social aspects) through the use of theories, concepts, and principles drawn from macroeconomic and microeconomic perspectives“ (Albarran 2010: 3)
  2. 2Wirtschaftswissenschaftliche Perspektive: Wirtschaftsgüterz.B. Information, Unterhaltung, Bildung für den Einzelnen
  3. 3Kommunikationswissenschaftliche Perspektive: »meritorische« »Güter«Gesellschaftliche Funktionen wie: Zugang zur Öffentlichkeit aller Akteure, Vielfalt von Perspektiven, Forumsfunktion, die Legitimationsfunktion für die Politik etc.
  4. 4Was untersucht Medienökonomie?„Medienökonomie untersucht, wie die Güter Information, Unterhaltung etc. sowie die Verbreitung von Werbebotschaften in Massenmedien produziert, verteilt und konsumiert werden“
  5. 5Allokation knapper RessourcenMedienökonomie analysiert, wie die Industrie als Ganzes und wie einzelne Unternehmen unter Marktbedingungen ihre knappen Ressourcen einsetzen, um Waren und Dienstleistungen zu produzieren -> Im Zentrum steht also das Problem der optimalen Allokation der Ressourcen.
    ▸ Frage nach optimaler Organisation von Märkten, Unternehmen und Produkten
  6. 6Freier Markt als bestes Verfahren- Sicherung produktiver Effizienz (kostenminimale Produktion) -> effizient im Sinne von möglichst geringe Kosten erzeugen.
    - Effiziente Verteilung von Gütern und Dienstleistungen (Distribution) -> Mediennutzer mit Informationsverteilung optimal befriedigen können.
    - Verteilung von Einkommen nach Leistung „gerechte“ Verteilung -> Diejenigen, die ein Produkt mit den besten Leistungen auf dem Markt erbringen, sollen auch am meisten verdienen.
    - Kontrolle wirtschaftlicher Macht (effektive Kontrolle) -> Kein Unternehmen soll wirtschaftliche oder publizistische Macht haben. Es müssen immer potentielle Wettbewerber anwesend sein.
    -> Der ökonomische Wettbewerb, das Streben nach Gewinn, nach Steigerung von Marktanteilen und Umsätzen, dominiert das medienunternehmerische Handeln
  7. 7Meritorische GüterNachfrage geringer als gesellschaftlich gewünscht.
  8. 8Besonderheiten von Medienmärkten und "Marktversagen"- Publizistische Inhalte haben Rivalitätsgrad von Null (=Produkt kann von vielen Nutzern gleichzeitig genutzt werden, ohne dass der Nutzen sinkt)
    - Exklusionsgrad ist nach der Erstveröffentlichung (oft) Null (=man kann Nutzer nicht von der Produktnutzung ausschliessen -> Jeder hat Zugang)
    - Problem der Trittbrettfahrer ➜ ein Gut wird von anderen bereitgestellt, jeder kann es nutzen und muss nichts dafür bezahlen -> Finanzierungsprobleme
    ▸ Mögliche Lösung: Unterbringung von privaten Gütern (Werbung) innerhalb öffentlicher Güter (redaktionelle Inhalte) ➜ Verbundprodukte
  9. 9Weitere ökonomische Besonderheiten von Medienmärkten-Ausgeprägte Fixkostendegression
    -Economies of Scale
    -Economies of Scope
    -Marktsättigung
    -Hohe Marktzutrittsschranken
    -Überproportionale Vorteile für die Marktführer
  10. 10Ausgeprägte FixkostendegressionHerstellung von Medien verursacht im ersten Moment sehr hohe Kosten (Technik, Personal, Gebäude). Mit zunehmenden Exemplaren werden die Kosten aber immer geringer. Am rentabelsten ist also ein Produkt, das grosse Marktanteile verspricht.
  11. 11Economies of Scale(=Skaleneffekte) Grössenvorteile: mit wachsenden Betriebsgrössen, wachsen Produktionskosten langsamer als die Produktionsherstellung -> Massenproduktion
  12. 12Economies of Scope(=Verbundvorteile) Werden von denjenigen realisiert, die auf mehr als einem Markt tätig sind. Beispiel: Artikel von Printmedien wird auch online verteilt.
  13. 13MarktsättigungDer Markt der Aufmerksamkeit ist schon relativ natürlich gesättigt. Unternehmen können kaum mehr wachsen, sondern müssen den anderen Anbieter ihre Anteile abjagen/ andere vom Markt verdrängen -> ermöglicht Fusionen
  14. 14Hohe MarktzutrittsschrankenDas sind die Kosten, die auftreten, wenn man zum ersten Mal als Marktanbieter auftritt (Rekrutierung von Personal, Finanzierung von Infrastruktur und Publikumsmarkt aufbauen) -> Erschwert neue Marktzutritte (da relativ hohe Kosten)
  15. 15Überproportionale Vorteile für MarktführerAnzeigen-Auflagen-Spirale (Der Marktführer bietet auf seinem Markt seinen Kunden das beste Preis-Leistungsverhältnis an. -> Ist für die Werbekunden das attraktivste Medium und übt eine Sogwirkung auf alle Werbetreibende aus. -> Alle wollen werben, somit macht das Unternehmen mehr Umsatz und ermöglicht Investitionen in publizistische Leistungen. -> Macht die Attraktivität für Anzeigenkunden noch höher. -> Die Starken werden immer besser und die Schwachen müssen immer mehr Einbussen erleiden und fallen zurück, bis sie vom Markt verdrängt werden oder sich fusionieren müssen.)
  16. 164 Arten von Medienkonzentrationen-Horizontale Konzentration
    -Vertikale Konzentration
    -Multimediale Konzentration
    -Diagonale Konzentration
  17. 17Horizontale KonzentrationZusammenschlüsse auf der gleichen Produktionsebene.
    Zum Beispiel: Ein Zeitungsverlag übernimmt einen anderen Zeitungsverlag.
    Beispiel Schweiz: NZZ-Gruppe hat Thurgauerzeitung gekauft.
  18. 18Vertiakle KonzentrationZusammenschlüsse auf vor- und nachgelagerten Märkten. Verschiedene Aktivitäten unternehmerisch so miteinander verknüpfen, dass geschlossene Wertschöpfungsketten entstehen und die Koordination über Märkte entfällt.
    Beispiel Österreich: Mediaprint wird von zwei grossen Tageszeitungen je zur Hälfte kontrolliert.
  19. 19Multimediale KonzentrationProduktion und Distribution verschiedener Medien. Zum Beispiel versuchen traditionelle Zeitungsverlage bei den elektronischen Medien Fuss zu fassen, weil dort die Wachstumschancen grösser eingeschätzt werden.
    Beispiel Schweiz: Tamedia beschäftigt sich mit Rundfunk-programmen, mit Printmedien und sogar im Onlineberiech.
  20. 20Diagonale Konzentration= Bildung von Mischkonzernen. Bezeichnet den Vorgang, geschäftliche Aktivitäten über den Mediensektor hinaus unter einem Konzerndach zu bündeln. -> Marktstärken von Medien lassen sich nutzbringend für andere Geschäftsbereiche einsetzen.
    Ist in der Schweiz bisher kaum anzutreffen.
    Beispiel Frankreich: Vivendi ist im Medien- und Telekommunikationsbereich als auch in der Wasser- und Energieversorgung tätig.
  21. 21Ökonomisierung im MedienbereichTrend zum Primat (=Vorrang) der ökonomischen Ausrichtung gegenüber publizistischen Grundsätzen.
  22. 22Trends: Verstärkte Einflüsse der Werbewirtschaft auf Medienproduktion, Journalismus und Medienrezeptionz.B. Orientierung der redaktionellen Konzepte hinsichtlich Zielgruppenaffinität, Werbefreundlichkeit
  23. 23Trends: Kostenoptimierung▸ Outsourcing, Flexibilität bei Personal
    ▸ Rückgriff auf PR, weniger Geld für eigene (kostenintensive) Recherche
    ▸ Gefahr für publizistische Qualität (da Rezipienten Probleme haben zwischen Qualität und Nicht-Qualität zu unterscheiden)
  24. 24Trends: Verwertungsorientierung▸ Mehrfachverwertung, Digitalisierung
    ▸ z.B. Wiederholungen, Mantelprogramme
    ▸ »Versioning«: einmal produzierter Inhalt wird an verschiedene Zielgruppen angepasst
    ➜ Cross-Media-Strategien
  25. 258 mögliche Folgen der Ökonomisierung für Medien1. Massen- und spitze Zielgruppenorientierung
    2. fehlende Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten
    3. Konzernjournalismus und Cross-Promotion
    4. Suboptimale Angebotsvielfalt
    5. Strukturelle Angebotsausweitung
    6. Mangelnde Qualitätsorientierung
    7. Boulevardisierung + Entertainisierung
    8. Standaradisierung und Formatierung, Transnationale Homogenisierung
  26. 26Massen und spitzen Zielgruppenorientierung‣ Fokussierung auf (werbe-)relevante Zielgruppen: Medien tendieren, bestimmte Rezipienten (v.a. Personen die Geld haben) zu erreichen, bei denen sie idealerweise/ insbesondere für diese Zielgruppe Produkte produzieren, die dann von diesen auch bestimmt genutzt werden.
    -Vorteil: Kosten sparen.
    -Nachteil: bestimmte Gruppen werden ausgeschlossen, weil sie keine werberelevante Zielgruppe sind.
  27. 27fehlende Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten‣ Werbefreundliche Umfelder
    ‣ Integration der Werbung in den redaktionellen Kontext: Werbung wird gar nicht mehr gekennzeichnet, so dass Rezipienten diese gar nicht als Werbung wahrnehmen oder von redaktionellem Kontext trennen können (Bild von Shaqiri, Hintergund Coca-Truck)
  28. 28Konzernjournalismus und Cross-Promotion‣ Selbst- und Vorzensur aufgrund von Abhängigkeiten
    ‣ Cross-Ownership und Cross-Promotion (=mehrere Werbetreibende führen eine einheitliche Botschaft durch)
  29. 29Strukturelle Angebotsausweitung‣ Ausweitung von Titeln und Programmen
    ‣ Angebotsausweitung als Ergebnis von Produktentwicklung und –differenzierung
  30. 30mangelnde Qualitätsorientierung▸ Unklare Beziehung zwischen Qualität und Profit
    ▸ Fragen nach den relevanten Qualitätsdimensionen

Information

Description
Bachelor Medien- und Kommunikationswissenschaft (Einführung in die Kommunikationswissenschaft) Flashcards on Medienökonomie, created by Sarah Zaugg on 29/12/2015.
Created by
Sarah Zaugg
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