Neurobiologie Übersicht
Slides in this set (17)
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Neurobiologie (für das Abitur)
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- Was du nach diesen Folien beantworten kannst:
- Wie ist die Nervenzelle aufgebaut und was sind die einzelnene Funktionen der Bestandteile?
- Beschreibe das Ruhe- & Aktionspotential
- Beschreibe verschiedene Erregungsleitungen & welche Art bei welchen Lebewesen auftritt

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- Caption: Abschnitte eines Neurons
- Caption: Detailliertere Ansicht des Zellkörpers/Soma
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- Zellkörper (Soma):
- biosynthetische Zentrum, enthält den Zellkern und alle Zellorganellen, die für
- die Proteinbiosynthese notwendig sind: Ribosomen, ER und Golgi-Apparat. Zudem
- geht vom Zellkörper das Wachstum der Zelle aus.
- Dendriten: weitverzweigte
- Zellfortsätze. Große Oberfläche für den Empfang von Signalen anderer
- Nervenzellen. Eine Nervenzelle hat an den Dendriten mehrere Tausend
- Verbindungen zu anderen Nervenzellen („Synapsen“)
- Axon: Ein einzelner Zellfortsatz, der
- länger als die Dendriten sind. Die von
- den Dendriten aufgenommen Signale werden im Axon weitergeleitet. Da im Axon
- auch Mitochondrien vorhanden sind, lässt dies darauf schließen, dass
- Weiterleitung der elektrischen Signale im Axon ein aktiver,
- energieverbrauchender Prozess ist.
- Axonhügel: Der Axonhügel ist der
- Summationsort von postsynaptischem Potentialen (EPSP und IPSP). Bei dem
- überschreiten eines Schwellenwert wird das Signal weitergeleitet.
- Myelinscheiden: Sind nur
- bei Wirbeltieren vorhanden, werden von Gliazellen gebildet, den Schwann‘schen
- Zellen. Die Myelinscheide isoliert das Axon elektrisch und ermöglicht eine
- schnelle Erregungsleitung.
- Ranvierscher Schnürring:
- Bezeichnet den freiliegenden Abschnitt eines Axons zwischen zwei Schwann’schen
- Zellen und ist wichtig für die saltatorische Erregungsleitung, da das
- Aktionspotential von Schnürring zu Schnürring „springt“.
- Präsynaptische Endigungen: Befinden
- sich am Ende des Axon und bilden mit den Dendriten anderer Nerven- oder
- Muskelzelle eine Synapse. Die Signale, die von der Nervenzelle transportiert
- werden, werden dort übertragen.
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Wie funktioniert eine Nervenzelle?
- Ausschlaggebend für eine Info-Aufnahme, Weiterleitung und
- Verarbeitung in den Neuronen sind elektrische
- Vorgänge.
- Solche sind nur möglich, sofern Ladungsträger vorhanden sind.
- In der Salzlösung (NaCl), die in den Nervenzellen und um sie herum
- vorhanden ist, ist genau dies in Form von positiv oder negativ geladenen
- Ionen der Fall. Im tierischen Gewebe sind die Hauptvertreter meist
- positiv geladene Kationen, wie Natriumionen (Na+), Kaliumionen (K+) und
- Calciumionen (Cl2+) sowie negativ geladene Anionen von Chlorid (Cl-),
- Hydrogencarbonat (HCO3-) und Proteinen.
- Die Membran des Axons, dem Verbindungsglied zwischen Zellkörper und
- nachfolgendem Neuron, ist grundsätzlich aufgrund einer
- Lipid-Doppelschicht (also ihrer hydrophoben Eigenschaft) nur äußerst
- schwer für die hydrophilen Ionen durchlässig.
- Sie besitzt jedoch eine
- selektive Permeabilität, die auf eingelagerte Ionenkanäle im Axonbereich
- beruht, die bestimmen, welche Ionen passieren können. Die
- Durchlässigkeit in Bezug auf die Ionen lässt sich hierbei in der Größe
- und den Ladungsverhältnissen innerhalb des Ionenkanals begründen.
- Doch wie wird nun ein Reiz durch das Axon weitergeleitet? Grundsätzlich
- befindet sich das Axon in einem Ruhepotential (ungefähr
- -75mV). Dieses kommt aufgrund von Ionenaustauschen zustande, die durch
- die Membran diffundieren, bzw. zu groß für die Kanäle sind und deshalb
- zurückbleiben müssen.
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- Das Ruhepotential beschreibt den Zustand des negativen Potentials einer unerregten Nervenzelle.
- Dieses negative Potential lässt sich auf ein Ladungsungleichgewicht der Ionen zwischen
- Extrazellularraum und Cytoplasma zurückführen.
- Ohne eine Aufrechterhaltung des Ruhepotentials, wäre die Weiterleitung von Nervenimplusen im Rahmen
- des Aktionspotentials gar nicht möglich!
- Einzelnd betrachtet sind die Gesamtladungen im Zellinneren und Zelläußeren ausgeglichen. Bedeutet: Im
- Zellinneren gleichen sich die Ladungen von K+ und A- aus; Im Zelläußeren gleichen sich die Ladungen
- von Na+ und Cl- aus.
- Kausal für das Ruhemembranpotential ist nun der Ladungsunterschied
- zwischen diesen beiden Ladungen (Intrazellulär vs. Extrazellulär).
- Das wiederum liegt an der ungleichen Verteilung
- der positiv- und negativ
- geladenen Ionen zwischen Zellinnerem und Zelläußerem.
- Das Neuron muss also eine negative Ladung im Inneren zuerst einmal aufbauen und dann dauerhaft
- halten. In der Membran existieren Kalium-, Chlorid- und Natrium-Kanäle. Die beiden letzteren sind
- beim Ruhepotential jedoch geschlossen. Aufgrund der Brownschen Molekularbewegung bewegen sich K+
- Ionen durch die offenen Kalium-Kanäle nach außen (und zwar nur nach Außen; ein umgekehrtes Eintreten
- wird durch die Ionenkanäle verhindert), wodurch das Ladungspotential im Axon negativer wird
- (dementsprechend wird es im Außenbereich positiver).
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- Von Außen strömen aber dennoch Na+-Ionen durch sogenannte Leckströme in die Zelle und würden früher
- oder später für einen Ausgleich der Ladungen von Extrazellularraum und Cytoplasma sorgen, wodurch das
- Ruhepotential zerstört wäre. Ursache dafür ist die Diffusion von Teilchen. Moleküle und Ladungsträger
- streben immer nach einem Ausgleich der Konzentration.
- In der Membran befindliche Natrium-Kalium-Pumpen sorgen für einen
- Rücktransport der eingeströmten Na+Ionen. Unter ATP Verbrauch
- werden drei Na+-Ionen nach Außen transportiert und im Gegenzug zwei K+-Ionen nach Innen.
- Auf diese Weise wird das negative Membranpotential von ca. -70mV aufrecht erhalten. Wieso das nötig ist, erfährst
- du beim Aktionspotential.

- Caption: Am Ende liegt das Ruhepotantial
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- Kurze Zusammenfassung:
- Unter Ruhepotential versteht man den negativ geladenen Zustand einer unerregten Nervenzelle
- Nur die Aufrechterhaltung des Ruhepotentials gewährleistet die Erregungsübertragung beim Aktionspotential
- Die Natrium-Kalium-Pumpe und die selektive
- Permeabilität der Membran sorgen für die Aufrechterhaltung des negativen
- Ruhepotentials bei ca. -80mV.

- Caption: Das Ruhepotential
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- Beim Aktionspotential kommt es zur Weiterleitung einer elektrischen Erregung durch Veränderung des
- Membran-potentials. Aktionspotentiale sind wichtig für jegliche Form der
- Reizübertragung.
- Um das Aktionspotential messen zu können, benötigt man zwei Messelektroden: Eine Messelekrode wird in die
- Nervenzelle hineingestochen und die andere von außen an die Zelle gehalten. Die linke Abbildung zeigt den
- elektrisch gemessenen Verlauf eines Aktionspotentials.
- Es gliedert sich also in 5 Phasen.
- Kurzzusammenfassung des Aktionspotentials:
- Durch Veränderung des Membranenpotentials
- kommt es beim Aktionspotential zur Weiterleitung einer elektrischen
- Erregung durch das Axon
- Der Ablauf des Aktionpotentials lässt sich
- in fünf Phasen gliedern: Ruhepotential, Überschreitung des
- Schwellenpotentials, Depolarisation, Repolarisation und
- Hyperpolarisation

- Caption: Phasen des Aktionspotentials
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- 1. Ruhepotential: Das Membranpotential beträgt ungefähr -70mV
- 2. Überschreitung des Schwellenpotentials: Die Dendriten nehmen
- Reize von
- umliegenden Nervenzellen auf & leiten sie weiter. Damit ein Aktionspotential ausgelößt werden
- kann, muss am Axonhügel ein bestimmter Schwellenwert
- (in unserem Fall -50 mV) überschritten werden. Es gilt das "Alles oder nichts Prinzip",
- entweder der Schwellenwert wird überschritten und
- das Aktionspotential läuft über das Axon ab oder es
- wird keine Reaktion ausgelößt. Folglich gibt es
- auch keine Abstufungen der Reaktionsstärke. Das
- Aktionspotential läuft immer gleich ab.
- 3. Depolarisation: Wird der Schwellenwert überschritten läuft das
- Aktionspotential über das Axon ab: Die Na+-Kanäle öffnen sich und von Außen strömen schlagartig Na+Ionen in
- das Zellinnere des Axons. (K+-Kanäle sind währenddessen geschlossen). Es kommt zur Umpolarisierung, dem
- sogenannten Overshoot. Der Intrazelluläre Raum ist jetzt sogar positiv geladen.
- 4. Repolarisation: Die Na+ Kanäle beginnen wieder sich zu
- schließen. K+ Kanäle öffnen sich und
- sorgen dafür, dass Kalium Ionen aus dem positiv geladenen Zellinnerem
- heraus diffundieren können. Dies läuft wegen dem
- Spannungsunterschied auch relativ schnell ab, denn das
- Zelläußere ist im Vergleich negativ geladen. Folge:
- Die elektrische Spannung im Zellinneren sinkt wieder.
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- 5. Hyperpolarisation: Die K+-Kanäle schließen sich. Im
- Vergleich zu Na+-Kanälen sind die K+Kanäle jedoch deutlich langsamer und es dauert rund 1-2ms bis diese
- komplett geschlossen sind. In der Zeit sind weitere K+-Ionen nach außen hin diffundiert und die Spannung
- sinkt unter das eigentliche Ruhepotential (Hyperpolarisation).
- Nachdem die Na+ Kanäle sich im Laufe der Repolarisation wieder geschlossen haben, ist ein erneutes
- Aktionspotential unmittelbar darauf nicht möglich. Diese Zeitspanne nennt man auch Refraktärzeit und
- dauert ungefähr 2 ms
- Ruhepotential: Die Natrium-Kalium-Pumpen regulieren
- die Spannung daraufhin wieder auf ca. -70 mV, also
- dem ursprünglichen Ruhepotential. Das Axon ist bereit für das
- nächste Aktionspotential.
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- https://www.youtube.com/watch?v=gYd5wQsngL4 (Embed)
- https://www.youtube.com/watch?v=lqq6lu3WouY (Embed)
- Caption: Das Ruhepotential
- Caption: Ruhepotential und Aktionspotential
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Kontinuierliche Erregungsleitung
- Wenn eine Erregung aufgenommen und bis hin zum Axonhügel
- weitergeleitet wurde, entscheidet sich dort ob ein Aktionspotenzial ausgelößt wird. Bei dieser Erregungsweiterleitung gibt es aber Unterschiede.
- 1. Die kontinuierliche Erregungsleitung
- Dabei wird die Erregung durch das Axon mittels einer
- fortlaufenden Bildung des Aktionspotentials weitergeleitet.
- Folglich muss an jeder Stelle des Axons eine Depolarisation stattfinden.
- Die kontinuierliche Erregungsleitung ist v.a. bei wirbellosen Tieren wie Tintenfischen oder
- Regenwürmer die Form der Erregungsweiterleitung. Tintenfische besitzen bis zu 1mm dicke Axone
- (Riesenaxon), zurückzuführen auf evolutionäre Gründe: Denn die Geschwindigkeit der Erregungsleitung
- lässt sich bei der fortlaufenden Bildung eines Aktionspotentials nur durch eine Vergrößerung des
- Durchmessers steigern. Infolgedessen sinkt der Innenwiderstand des Axons und das Aktionspotential
- kann schneller gebildet werden.

- Caption: Die kontinuierliche Erregungsleitung
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Saltatorische Erregungsleitung
- 2. Saltatorische Erregungsleitung:
- Wirbeltiere besitzen im Gegensatz zu den eben genannten Tintenfischen nach Außen hin eine
- Isolierung des Axons. Fettreiche Lipide bilden die sogenannten Myelinscheiden und umhüllen
- fortlaufend das Axon. Sie werden nur durch die Ranvierschen Schnürringe voneinander getrennt. Auf
- diese Weise kann ein Aktionspotential nur an den nicht isolierten Ranvierschen Schnürringen
- gebildet werden. Im Vergleich zur kontinuierlichen Erregungsleitung läuft die saltatorische um ein
- vielfaches schneller ab. Die Erregung 'springt' innerhalb des Axons von Ranvierschem Schnürring zu
- Ranvierschem Schnürring und überbrückt die nach Außen hin isolierenden Myelinscheiden. Eine
- Depolarisation muss und kann nur an den unisolierten Schnürringen erfolgen.
- Bei der kontinuierlchen
- Erregungsleitung gibt es die Myelinscheiden nicht und diese Bereiche müssen fortlaufend depolarisiert
- werden, was mehr Zeit in Anspruch nimmt.

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- Die Natrium-Kalium-Pumpe ist eine in der Zellmembran befindliche Ionenpumpe und sorgt aktiv für die
- Aufrechterhaltung des Ruhemembranenpotentials. In einem Zyklus tauscht sie 3 Na+ Ionen gegen 2 K+ Ionen & sorgt
- so für zunehmendes negatives Potenzial im Intrazellulärraum.
- https://www.youtube.com/watch?v=2PpDMFz-1GA (Embed)
- Caption: Erklärvideo
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- Wirkungsweise:
- Die Pumpe ist zu Beginn nur dem Zellinneren
- zugewandt &
- auch nur für diese Seite offen. In der Ionenpumpe befinden sich
- spezielle Carrierproteine an denen nur Kalium- & Natriumionen
- andocken können. Die Carrierproteine
- für Kalium sind in dem Moment, wo die Ionenpumpe zum Intrazellulärraum
- hin geöffnet ist, aber
- deaktiviert. So können nur Natrium Ionen an die 3 Bindungsstellen
- andocken. Wenn alle
- gleichartigen Carrierproteine besetzt sind, klappt der Mechanismus der
- Pumpe um, wodurch sich die
- Ionenpumpe zum Extrazellularaum hin öffnet und zum Intrazellularraum hin
- schließt.
- Durch diesen
- Mechanismus stellt die Zelle sicher, dass wirklich nur ihre beförderten Ionen die Membranseite
- wechseln. Der Prozess wiederholt sich jetzt mit Kalium: An den zwei Andockstellen der
- Carrierproteine lagern sich die Kalium Ionen an. Der Mechanismus klappt wieder um und gibt die
- beiden Kalium Ionen ins Zellinnere frei.
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- Hier findet ihr einige hilfreiche Links zu Überungsmaterialien:
- Abiturübungsaufgabe vom bayerischen Staat: https://www.isb.bayern.de/download/916/neurobiologie.pdf
- Klett Verlag - Sehr ausführliches Buchkapitel zur Neurobiologie (u.a. mit Übungsmaterial) http://www2.klett.de/sixcms/media.php/71/DO01045560_S130_153.pdf
- https://www.youtube.com/watch?v=j_Z8PWku768 (Embed)
Information
- Description
- Perfekte multimediale Übersicht zum Thema Neurobiologie
- Created by
- Laura Overhoff
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