Grundlagenwissen DaZ

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5 Biwi Mind Map on Grundlagenwissen DaZ, created by p s on 08/12/2015.

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Grundlagenwissen DaZ
  1. DaZ vs. DaF
    1. DaZ
      1. Spracherwerb in deutsprachigen Ländern
        1. Zielsprache = Umgebungssprache
          1. ungesteuerter Erwerb in kommunikativen Situationen
            1. Erwerb außerhalb von Institutionen
              1. mehrsprachige Sozialisation. L1 ggf nicht altersgemäß
                1. Weiterbildung in der Zielsprache
                  1. negative Bewertung
                    1. heterogene Ausgangssprachen
                    2. DaF
                      1. Spracherwerb in nicht-deutschsprachigen Ländern
                        1. Zielsprache ungleich Umgebungssprache
                          1. gesteuerter Erwerb in Lehr-Lern Situationen
                            1. Lernen im institutionellen Rahmen
                              1. einsprachige Sozialisation; L1 bleibt dominant
                                1. Weiterbildung fast nur in L1
                                  1. positive Bewertung
                                    1. homogene Ausgangssprachen
                                  2. Sprachen
                                    1. Erstprache = Sprache, die in dem Alter von 0-3 erworben wird.
                                      1. Bilingualismus = 2L1 (das Verfügen über zwei, aber auch mehr, Erstsprachen
                                        1. sukzesiv (zeitlich versetzt) oder simultan (gleichzeitig)
                                          1. balancierter Bilingualismus = beide Erstsprachen gleich ausgebildet
                                            1. dominanter Bilingualismus = eine Sprache besser, eine schlechter
                                              1. Semilingualismus = beide Sprachen nicht altersgemäß
                                              2. Wie lernt man die Erstsprache?
                                                1. Spracherwerbstheorien
                                                  1. behavioristischer Ansatz
                                                    1. Spracherwerb ist Imitation. Die Umwelt liefert sprachliche Vorbilder und verstärkt richtige Äußerungen z.B. durch Lob
                                                    2. nativistischer Ansatz
                                                      1. Spracherwerb ist Regelerwerb. Kindern ist eine sprachspezifische Fähigkeit angeboren, Regeln aus der gehörten Sprache abzuleiten. Eine Universalgrammatik ist uns angeboren. Die sprachlichen Strukturen einer Sprache werden dann durch Input nur aktiviert.
                                                      2. kognitivistischer Ansatz
                                                        1. Zugang zur Sprache erfolgt über die Bedeutungsseite. Spracherwerb gründet allein auf der generellen Symbolisierungsfähigkeit und der allgemeinen kognitiven Entwicklung. (Bsp. Kind nimmt mit allen Sinnen wahr, was ein Ball ist. Irgendwann weiß es, dass es Bälle gibt, auch wenn das Kind sie nicht sieht. Irgendwann kann das Kind ein Symbol (Wort) für den Ball benutzen).
                                                        2. Interaktionistischer Ansatz
                                                          1. Sprache wird in Interaktion erworben. Die sprachliche Interaktion wird an die Fähigkeit des Kindes angepasst (z.B. Motherese). Die Bezugspersonen unterstützen den Spracherwerb.
                                                        3. Was wird erworben?
                                                          1. Phonologie: Lautstruktur der Sätze
                                                            1. Prosodie: Tonhöhe, Lautheit, Intonation
                                                              1. Phoneme: Bedeutungsdifferenzierende Laute
                                                                1. Morphologie: Wortbildung, Anpassung der Wortformen
                                                                  1. Syntax: Satzbildung, Grammatik
                                                                    1. Lexikon: Wortsemantik
                                                                      1. Semantik: Satzbedeutung
                                                                        1. Pragmatik: Kontext, nicht wörtliche Bedeutung
                                                                        2. Meilensteine im Deutschen

                                                                          Annotations:

                                                                          • 1. Meilenstein (10-18 Monate): Einwortäußeruungen (z.B. da) 2. Meilenstein (18-24 Monate): Wortkombinationen (z.B. Mama da) 3. Meilenstein (24-36 Monate): EInfache Sätze (z.B. Ich baue Turm) 4. Meilenstein (ca. ab 30 Monate): Komplexe Sätze (z.B. Nebensätze) Vorher: Kinder trainieren Sprachapparat z.B. durch Schreien.
                                                                          1. Kinder bauen Satzstrukturen von rechts nach links
                                                                      2. Zweitsprache = Sprache, die ungesteuert im Alter ab 3 Jahre erworben wird.
                                                                        1. Theorien zum Zweitspracherwerb
                                                                          1. Kontrastivitätshypothese
                                                                            1. Einfluss des Behaviorismus. Sprachliche Strukturen werden von L1 auf L2 übertragen. Bei Übereinstimmung positiver Transfer (Bsp. Das ist gut - This is good) bei Differenz negativer Transfer (interferenzfehler (Bsp. Where - Wer?)
                                                                            2. Identitätshypothese
                                                                              1. Zweitspracherwerb ist genauso wie Erstspracherwerb. Spracherwerb ist Regelerwerb (genauso wie Nativismus). Häufige Fehler -> Übergeneralisierungen.
                                                                              2. Interlanguagehypothese
                                                                                1. Durch Orientierung an der L1 und Imitation gehörter L2 bildet der Lerner eine Interlanguage (Interimsprache, Übergangssprache). (Bsp: L1 Deutsch, L2 Türkisch. Z.B. Türkische Sätze mit Satzbau des Deutschen). (Häufige Fehler: Übergeneralisierungen und Fossilisierungen (Festsetzen falscher Regeln) der Interlanguage).
                                                                                2. Lernertypenhypothese
                                                                                  1. Jeder lernt anders. Unterschiedliche Lernstrategien, -verhalten und -ergebnisse.
                                                                              3. Fremdsprache = Sprache, die gesteuert gelernt wurde
                                                                                1. Umgebungsprache = Sprache, die in der Umgebung gesprochen wird
                                                                                  1. Familiensprache = Sprache die in der Familie gesprochen wird
                                                                                    1. Herkunftssprache = Sprache die in der Herkunftsregion gesprochen wird
                                                                                      1. Muttersprache = Erstsprache (emotional besetzt)
                                                                                        1. Mehrsprachigkeit
                                                                                          1. innere Mehrsprachigkeit (Dialekte, Soziolekte etc.)
                                                                                            1. Äußere Mehrsprachigkeit (Türkisch, Deutsch etc.)
                                                                                          2. Sprachpolitik
                                                                                            1. Warum? -> 90% der Sprachen auf der Welt sind in den nächsten 100 Jahren vom Aussterben bedroht
                                                                                              1. Möchte man eine vom Aussterben bedrohte Sprache erhalten, so ist Sprachplanung erforderlich. Bei erfolgreicher Anwendung kann die Sprache wiederbelebt/erhalten werden.
                                                                                                1. Status einer Sprache = Maßnahmen ergreifen, die den sozialen/gesellschaftlichen Status einer Sprache erhöhen (z.B. Anwendung im Beamtenwesen, als offizielle Sprache anerkennen etc.)
                                                                                                  1. Korpus einer Sprache = Änderungen an der Sprache vollführen (z.B. Schrift einführen, neue Vokabeln einführen etc.)
                                                                                                    1. Erwerb = Die Weitergabe der Sprache zwischen den Generationen verbessern (z.B. Eltern ermutigen Sprache weiterzugeben, Sprachenunterricht in der Schule etc.)
                                                                                                2. Alltagssprache vs. Bildungssprache
                                                                                                  1. Bildungssprache
                                                                                                    1. konzeptionell schriftlich
                                                                                                      1. überwiegend medial schriftlich
                                                                                                        1. reflektiert
                                                                                                          1. monologisch
                                                                                                            1. kontextentbunden
                                                                                                              1. Hypotaktisch (Hauptsatz, Nebensatzkonstruktionen
                                                                                                                1. höhere Informationsdichte, Integration, Kompaktheit, Komplexität, Planung
                                                                                                                2. CALP = cognitive academic language proficiency
                                                                                                                  1. Schlüsselrolle für den Schulerfolg (Schriftlichkeit, Kontextreduziert)
                                                                                                                    1. schriftsprachliche Kommunikation
                                                                                                                      1. CALP als Werkzeug des Denkens
                                                                                                                      2. weist Besonderheiten auf lexikalischer, syntaktischer und textueller Ebene auf
                                                                                                                        1. vor allem Hürde für Schüler, die von Zuhause keinen hohen sprachlichen Input erhalten
                                                                                                                          1. sprachliche Defizite
                                                                                                                            1. Diagnose von sprachlichen Defiziten
                                                                                                                              1. Fragebogen zur Sprachstandsanalyse
                                                                                                                                1. C-Test -> standardisiertes Verfahren
                                                                                                                                  1. 20 oder 25 Lücken
                                                                                                                                    1. erster und letzter Satz vollständig
                                                                                                                                      1. Eigennamen werden nicht beschädigt (nicht mitgezählt)
                                                                                                                                        1. 2er oder 3er Tilgung. Hälfte der Buchstaben tilgen. Bei ungerader Anzahl einen mehr. Bei Komposita der zweite Teile
                                                                                                                                        2. Profilanalyse -> informell
                                                                                                                                          1. Hörverständnisaufgaben
                                                                                                                                            1. Mündliche Sprachproduktionsuaufgaben
                                                                                                                                              1. Schreibaufgabe
                                                                                                                                                1. Leseaufgabe
                                                                                                                                                2. Diagnose bedarf der Kenntnis eines Normalzustandes. Einem Ist-Zustand wird ein Soll-Zustand gegenübergestellt.
                                                                                                                                                3. sprachliche Förderung
                                                                                                                                                  1. Scaffolding
                                                                                                                                                    1. Ein sogenanntes Gerüst wird um Aufgaben aufgebaut. Nach und nach wird dieses abgebaut und die SuS sollen ohne dieses in die Lage versetzt werden, Aufgaben zu lösen
                                                                                                                                                      1. Makroscaffolding (Bedarfsanalyse, Lernstandsanalyse, Unterrichtsplanung)
                                                                                                                                                        1. Mikroscaffolung (Unterrichtsinteraktion)
                                                                                                                                                        2. Language Awareness
                                                                                                                                                          1. Sprachbewusstsein fördern, z.B. indem man bei Zweisprachlern die Erst- und Zweitsprache vergleicht. (Wie ist das im Deutschen, wie sagt man das im Türkischen?)
                                                                                                                                                  2. Fachsprache
                                                                                                                                                    1. Ausprägung von Sprache, die zur effizienten und präzisen Kommunikation unter Fachleuten dient.
                                                                                                                                                      1. Besonderheiten: Wortebene(Fachtermini) Satzebene (z.B. Nebensätze) Textebene (z.B. Textsorten)
                                                                                                                                                        1. morphologische Besonderheiten
                                                                                                                                                          1. syntaktische Besonderheiten
                                                                                                                                                            1. Besonderheiten auf Textebene
                                                                                                                                                          2. Alltagssprache
                                                                                                                                                            1. Konzeptionell mündlich
                                                                                                                                                              1. überwiegend medial mündlich
                                                                                                                                                                1. spontan
                                                                                                                                                                  1. dialogisch und interaktiv
                                                                                                                                                                    1. affektiv, emotional
                                                                                                                                                                      1. kontextgebunden
                                                                                                                                                                        1. parataktisch (überwiegend Hauptsätze)
                                                                                                                                                                          1. geringere Informationsdichte, Integration, Kompaktheit, Komplexität, Planung
                                                                                                                                                                          2. BICS = Basic interpersonal communicative skills
                                                                                                                                                                            1. alltägliche Kommunikation
                                                                                                                                                                              1. Oberflächenphänomene (Aussprache, Grammatik, Wortschatz)
                                                                                                                                                                                1. Lehrer lassen sich häufig durch BICS-Kompetenzen täuschen.
                                                                                                                                                                            Show full summary Hide full summary

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                                                                                                                                                                            Bildungswissenschaft
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                                                                                                                                                                            Fachbegriffe MODUL 1C
                                                                                                                                                                            Linda Rohde
                                                                                                                                                                            B 2.2 2. Blickrichtung: Die struktur-funktionalistische Funktionszuweisung an Schulen und deren Kritik
                                                                                                                                                                            Yvonne Heitland
                                                                                                                                                                            Durkheim
                                                                                                                                                                            Yvonne Heitland
                                                                                                                                                                            B 3.2+3 Georg Hansen: Gute Segregation - schlechte Integration & Definitionen
                                                                                                                                                                            Yvonne Heitland
                                                                                                                                                                            Rousseau
                                                                                                                                                                            Yvonne Heitland
                                                                                                                                                                            Klausurfragen 2C Teil2
                                                                                                                                                                            ahmad.najm