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Flashcards

StEOP '17 Methodologie _ 4

Cat Fischer Soziologie German 61 cards

Cards in this deck (61)

  1. 1Bronislaw Malinoswki (1884-1942)- "Argonauten des westlichen Pazifiks" (1921)
    - Gründer des Funktionalismus
    - Pionier in der Feldforschung
  2. 2Malinowskis "Argonauten des westlichen Pazifiks"Inselwelt von Melanesisch-Neuguinea
    -> soziales, ökonomisches, religiöses und handwerkliches Leben der Trobrianer
    -> Mensch als rationales und emotionales Wesen
    -> zwischen wissenschaftlicher Abstraktion und Komplexität des Lebens
    -> Bedeutung der primitiven Ökonomie
    ->
  3. 3Malinowskis "Argonauten des westlichen Pazifiks": Zeitraum der Untersuchung1914-1920
    -> insgesamt 3 Expeditionen
  4. 4Methoden der Feldtechnologie-unzivilisierte Länder
    - Einwohnerstudien
    - Problem: Kulturen werden bald verschwunden sein
  5. 5Ziel Malinowskis- Fortschritt im Methodischen
    - Tiefe und Umfassendheit
    - exact aber lebendig
    - Sammlung von Ethnographica
    - Trennung von Beschreibung und Schlussfolgerung
    - Regelmäßigkeiten des Lebens aufzeichnen
    - BEschreibung & Motive/Gefühle
    - Aufbau der Gesellschaft veranschaulichen
  6. 6Ethnographica?????
  7. 7Malinowskis "Argonauten des westlichen Pazifiks": Annahme"Das Verhalten ist eine Tatsache, eine relevante Tatsache, die aufgezeichnet werden kann"
  8. 8Malinowskis "Argonauten des westlichen Pazifiks": MethodeBeobachten und Aufzeichnen von Imponderabilien (unwägbare/unbeherrschbare Gegebenheiten) des wirklichen Lebens und des typischen Verhaltens in der Feldforschung (wichtig: VErlauf der Aufzeichnungen!!)
  9. 9Methodische Prinzipien (aktive und passive) bei Malinoswki- wissenschaftliche Ziele
    - gute Arbeitsbedingungen
    - Methode des Sammelns, Aufbereitens und Sicherns seines Materials
    - Methode und Information auf eine Karte oder synoptische Tabelle reduzieren
    - ethnographisches Tagebuch
  10. 10methodisches Prinzip: wissenschaftliche Ziele- gute theoretische Ausbildung und Kenntnis der neuesten Resultate
    - empirischer Forscher mit geistiger Landkarte ausrüsten, zur Vornehmung der Orientierung und Festlegung des Kurses
    - wechselseitige Befruchtung von konstruktiver Arbeit und Beobachtung
    - keine vorgefassten Ideen
    - Gespür für Probleme
    - präzise Begriffe
    - Trennen von direkter Beobachtung und indirekter Information
  11. 11methodisches Prinzip: gute Arbeitsbedingungen- sporadisches Eintauchen weckt Interesse und Bewusstsein, beobachtet zu werden
    - es entwickelt sich kein "Gefühl" für die Eingeborenen
  12. 12methodisches Prinzip: Methode des Sammelns, Aufbereitens und Sicherns seines Materials- sozialer Aufbau
    - Gesetze und Regelmäßigkeiten aller kulturellen Phänomene
    - Sicht auf das Ganze (Holismus)
  13. 13methodisches Prinzip: Methode und Information auf eine Karte oder synoptische Tabelle reduzieren= Methode der statistischen Dokumentation durch konkrete Zeugnisse
  14. 14methodisches Prinzip: ethnographisches TagebuchDokumentation komplexer inter-kultureller Sinnzusammenhänge
  15. 15William Foote Whyte (1914-2000)Street Corner Society: The Social Structure of An Italian Slum
    " I was seeking to build a sociology based on observed interpersonal events"
  16. 16Street Corner Society: Vorraussetzungen- Einwanderungsland USA
    - Chicago School
  17. 17Street Corner Society: Vorraussetzungen - Einwanderungsland USA- Masseneinwanderung
    - Großindustrie
    - Bevölkerungsdynamik
    --> "sozial-ökologische" Gemeindestudien:
    - sozialgeographische Methoden
    - sozialwissenschaftliche Feldforschung
    - Auswertung von Dokumenten
    - Methodentriangulation
  18. 18Street Corner Society: Vorraussetzungen - Chicago School= zentrale soziologischer Fakultät, zu dem Zeitpunkt auch standardisierte Befragung und Statistik
    -ethnographische Methoden
    - Stadt wird zum Forschungslabor für soziale Studien
    - Desintegration wird untersucht
    - aber: soziale Probleme ohne Berücksichtigung der sozialen Struktur
  19. 19Street Corner Society: Fragestellung-> die Sozialstruktur eines typischen Einwanderungsviertels verstehen
    -> Dynamik der sozialen Organisation (sehr komplettes Bild, will Leute verstehen)
  20. 20Street Corner Society: UntersuchungsgegenstandBoston - North End "Cornerville"
    (best fitted picture of what slumdistrict should look like)
    - italienische Einwanderer; zumeist 2. Generation
    - Italiener unbeliebteste Einwanderergruppe -> keine Integration
    - Stadtteil gilt als unordentlich und gesetzlos
  21. 21Street Corner Society: ErhebungMethode der teilnehmenden Beobachtung -> aktive Teilnahme am täglichen Leben
    - Exploration bei weitgehend unerschlossenem Forschungsbereich
    - Rolle des Forschers: Balance aus Nähe und Distanz
  22. 22Whyte: Rolle des Forschers-> Gruppenmitglied im Schweben
    Forscher -> Empfinden der eigenen Stellung im Feld?
    Feld-> Wie empfinden sie die Rolle des Forschers?
    ----> Die Vorstellung über die eigene Rolle vorher reflektieren und einen geeigneten Einstieg finden
  23. 23(idealtypische) Rollen des Beobachters1. Rolle des vollständigen Teilnehmers
    2. Rolle des Teilnehmers als Beobachter
    3. Rolle des Beobachters als Teilnehmer
    4. Rolle des vollständigen Beobachters
  24. 24Die Rolle des vollständigen Teilnehmersemisch+ going native
    völlige Identifikation mit dem Feld
    Beobachter nimmt Rollen ein, die im Feld alltäglich vorgesehen sind
  25. 25Die Rolle des Teilnehmers als Beobachteremisch
    primär Teilnehmer der Feldsituation und sekundär Beobachter
  26. 26Die Rolle des Beobachters als Teilnehmeremisch+etisch
    mehr formelle als informelle Beobachtung
  27. 27Die Rolle des vollständigen Beobachtersetisch
    ohne Interaktion mit dem Feld
  28. 28going nativeBezeichnung für den Verlust kritischer Distanz und Überidentifikation in der Feldforschung (teilnehmende Beobachtung)
  29. 29emischDer Standpunkt eines Ethnologen ist emisch, wenn er von der Innensicht, also dem Innern einer Gesellschaft aus argumentiert.
  30. 30etischEtisches Vorgehen bedeutet, der Ethnologe nähert sich von außen einer Kultur/Gesellschaft und erforscht sie anhand mitgebrachter Kriterien.
  31. 31Whyte im Feld: Feldzugang- Kontakt zu "Doc" über Sozialarbeiter
    - Leben in Cornerville
    - Sprache
    - Lernen der Verhaltensstandards
    - Teilnahme an Treffen von Vereinen
    - Hilfsbereitschaft
    - Mitarbeit an Lokalpolitik
  32. 32Whyte im Feld: Veränderungen im FeldDoc: vom Informanten zum Quasi-Mitarbeiter
  33. 33Whyte im Feld: Probleme- "Ethnozentrismus"
    - "going native"
    - fieldworker has to continue living with himself
  34. 34Street Corner Society: FragestellungWie ist die Gesellschaft von Cornerville organisiert?
    little guys<->big shots
  35. 35SoziometrieMethode von Jakob L Moreno (1890-1974) zur Messung von Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Gruppe
    - subjektive Beziehungspräferenzen
    - subjektive Beziehungsablehnung
    --> soziometrischer Status
  36. 36soziometrische Zeichenx ... Gruppenmitglieder
    -> ... Präferenz
    <-> ... gegenseitige Präferenz
    --> ... Ablehnung
    <--> ... gegenseitige Ablehnung
  37. 37wissenschaftliche Beobachtung-eigene Selbstverständlichkeiten und Vorurteile durchbrechen um zu verändertem Wissen über eigene Gesellschaft und ihre Besonderheit zu erlangen
    - genau beobachten, wo jeweils relevante Bezugspunkte des sozialen Prozesses zu finden sind und auf welche Weise sich verschiedene Elemente zu einer Gesamterscheinung zusammenfügen
  38. 38teilnehmende Beobachtung- Alltag
    - habitualisierte Routine
    - unvollständige oder falsche Rekonstruktion der Untersuchten
  39. 39Probleme teilnehmender Beobachtung- Beobachter beeinflusst das Feld
    - unbewusste Selektivität
    - Aufzeichnung
    - ethische Konflikte
    - Nähe/Distanz
    a) relative Beliebigkeit vs. extreme Selektivität
    b) Auffälliges vs. subtile Regulierungen alltäglicher Handlungsweisen
  40. 40Strukturiertheit in der wissenschaftlichen Beobachtung- systematisch
    - unsystematisch (naiv)
  41. 41systematisch-Die Wahrnehmung ist auf vorselektierte Erscheinungen gerichtet
    - Die Selektion ist durch die Fragestellung vorab festgelegt
  42. 42unsystematisch(naiv)- Die Wahrnehmung ist nicht durch theoretische Vorannahmen reduziert
    - Naivität und Offenheit
  43. 43Anforderungen an ein BeobachtungsschemaBeobachtungsschemata müssen die folgenden Bedingungen erfüllen, um einen ausreichenden Grad an Präzision zu erfüllen.
    1. Eindimensionalität
    2. Ausschließlichkeit der Kategorien
    3. Vollständigkeit der Kategorien
    4. Konkretion der Kategorien
    5. Begrenzung der Anzahl der Kategorien
    6. Kategorien sollten aufgrund einer theoretischen Konzeption entwickelt werden
  44. 44EindimensionalitätDie Messung in einem Schema sollte möglichst nur auf einer Dimension erfolgen und nicht auf mehreren gleichzeitig.
  45. 45Ausschließlichkeit der KategorienJedes beobachtete Ereignis sollte nur einer einzigen Beobachtungskategorie zugeordnet werden.
  46. 46Vollständigkeit der KategorienEin Kategorienschema muss erschöpfend sein, dass alle möglichen Beobachtungsereignisse erfasst werden.
  47. 47Konkretion der KategorienDie Kategorien müssen einem beobachtbaren Sachverhalt entsprechen.
  48. 48Begrenzung der Anzahl der KategorienAufgrund der begrenzten Beobachtungs- und Registrierfähigkeit sollte ein Beobachtungsschema nicht mehr als 10 Kategorien umfassen
  49. 49Beobachtungsarten1.Biotisch
    2. Semibiotisch
    3.Nichtbiotisch
  50. 50BiotischDie Testperson weiß nicht, dass sie beobachtet wird (z.b. Kundenumlaufstudien in Supermärkten)
  51. 51SemibiotischDie TEstperson weiß zwar, dass sie beobachtet wird, aber nicht wann (z.B. dem Ladenverkaufspersonal wird mitgeteilt, dass Sie ab und zu durch Testeinkäufe beobachtet werden)
  52. 52Nichtbiotisch=auch Experimente/Tests
    Die TEstperson weiß, dass sie beobachtet wird, wann sie beobachtet wird und worum es geht (z.B. Packungstests im Labor eines Marktforschungsinstitutes)
  53. 53natürliche Situation- Beobachtung erfolgt im natürlichen Umfeld (Feld)
    - keine Inszenierungen
  54. 54künstliche Situation- für die Beobachtung wird ein spezielles Setting erstellt (Labor)
    - vollständig durch Fragestellung geprägt
  55. 55Forschungsablaufa) Auswahl
    b) Wahrnehmung --> sprachliche Umsetzung
    c) Systematisierung (während/nach)
    d) Interpretation
  56. 56Fünf-Phasen-Modell der Feldannäherung von Weinberg&Williams (1973;1993)1. Annäherung
    2. Orientierung
    3. Initiation
    4. Assimilation
    5. Abschluss
  57. 57Feld= eine Gesamtheit gleichzeitig bestehender Tatsachen, die als gegenseitig abhängig begriffen werden (Lewin)
  58. 58Atteslander über FelduntersuchungenBerücksichtigung der Eigenkultur erschwert Fehlinterpretationen; lokale Kultur zum Ausgangspunkt der Erkenntnis heisst größere Wahrscheinlichkeit für Objektivität
  59. 59Grundfragen erkenntnistheoretischer Reflexion- Welche Beziehungen zwischen Beobachter und Beobachteten beeinflussen die Darstellung sozialer Abläufe?
    - Wo ist zu große Nähe ein Hindernis für objektive Erkenntnis?
    - Wie ist die Geschichte , die der Wissenshaftler erzählt, zustande gekommen?
    - Wo führt Erkenntnis nicht zum Verstehen, sondern auch zum Wunsch nach Veränderung?
    - Wie kann qualitative Forschung validiert werden?
    - Ist es überhaupt möglich, eine (fremde) Kultur zu erfassen?
  60. 60Grundlagen interpretativer Methodologiea) Realität bleibt immer außerhalb des Bewusstseins
    b) Die Konstruktion der Wirklichkeit vollzieht sich als aktiver Prozess
    c) Sinn wird in einem sozialen Prozess konstruiert
    d) Die Strukturierung des Felds bildet den Erkenntnisgegenstand
    e) Welt lässt sich nur als historischer Entwicklungsprozess verstehen
    Kongruenz vs. Differenz
    f) Gesellschaft beruht auf Kommunikation
    g) Forschungsgegenstände erlangen nur in ihrem Kontext Bedeutung
  61. 61—

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Soziologie (StEOP Univie'17_Methodologie) Flashcards on StEOP '17 Methodologie _ 4, created by Cat Fischer on 01/06/2017.
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Cat Fischer
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