Flashcards
Allgemeine Psychologie
Cards in this deck (28)
- 1Vor- und Nachteile der Methoden zur Schwellenbestimmung (zusammengefasst)- Grenzmethode: mittlere Stellung
- Herstellungsmethode: effizient, aber fehleranfällig
- Konstanzmethode: aufwendigste, aber genauste - 2Konstanzmethode (ausführlich)= Methode zur Schwellenbestimmung
- "Methode der richtigen und falschen Fälle"
- einzelne Reize präsentiert, aber Variation der Reizstärke zufällig (d.h. mal verstärkt, dann vermindert, dann nochmal vermindert, dann wieder verstärkt etc.)
- stärkster Reiz = Reiz, der auf jeden Fall über Schwelle liegt
- schwächster Reiz = Reiz, der auf jeden Fall unter Schwelle liegt
- Proband gibt an, welcher Reiz wahrgenommen, welcher nicht
= aufwendigste, aber genauste
-> stellt Inkonsistenzen fest (z.B. dass schwächerer Reiz entdeckt wurde, obwohl stärkerer Reiz unentdeckt -> bei Grenzmethode nicht festgestellt, weil hört auf, wenn Reiz nicht mehr entdeckt wurde) - 3Herstellungmethode (ausführlich)= Methode zur Schwellenbestimmung
- "Methode der mittleren Fehler"
- Reiz wird kontinuierlich verstärkt oder vermindert (das heißt nicht einzelne Töne, sondern ein durchgängiger Ton wird verändert)
- Proband sagt, wann wahrgenommen und nicht mehr wahrgenommen
= sehr effizient, aber fehleranfällig, weil durch kontinuierliche Veränderung ist Übergang von Nicht-Wahrnehmung zu Wahrnehmung (und andersherum) eigentlich fließend - 4Perservationstendenzen= Hemmung, auf andere Antwort zu wechseln, d.h. Versuchsperson antwortet tendenziell so, wie sie vorher schon geantwortet hat
- auftretend bei Grenzmethode
- Lösung: Reize sowohl in ab- als auch aufsteigender Stärke präsentiert -> Ja- und Nein-Sage-Tendenzen gleichen sich aus - 5Grenzmethode (ausführlich)= Methode der Schwellenbestimmung
- "Methode der eben merklichen Unterschiede"
- diskrete, einzelne Reize in auf- und absteigender Stärke präsentiert (z.B. einzelne Töne in gleicher Höhe aber unterschiedlicher Lautstärke)
- angeben, ob Reiz wahrgenommen oder nicht
- Problem: Perservationstendenzen
- Lösung: Reize mal in ab-, mal aufsteigender Stärke präsentiert -> Nein- & Ja-Sage-Tendenzen gleichen sich aus - 6Methoden der Schwellenbestimmung (Auflistung)- Grenzmethode
- Herstellungsmethode
- Konstanzmethode - 7Definition absolute Reizschwelle= Intensität, die mit Wahrscheinlichkeit von 50% entdeckt
(daraus folgt: unterschwelliger Reiz kann sehr wohl entdeckt werden; Wahrscheinlichkeit dafür 0-50 - 8Korrektur von klassischer Schwellentheorie- Wahrscheinlichkeit, dass Reiz bemerkt, steigt nicht sprunghaft, sondern graduell
- Schwellenstärke interindividuell unterschiedlich
- auch intraindividuelle Schwankungen (manchmal entdeckt Person Reiz dieser Stärke, manchmal nic - 9klassische Schwellentheorie- Reiz braucht Mindeststärke, damit bemerkbar
- wenn Mindeststärke erreicht, dann auf jeden Fall bemerkt
-> Beziehung zw. physikalischer Reizstärke und Wahrscheinlichkeit von Wahrnehmung des Reizes hat Stufenform
-> bis Reizschwelle Wahrscheinlichkeit 0%, dann 100% - 10Anliegen von PsychophysikBestimmung von Wahrnehmungsschwellen
-> absolute Reizschwelle (wie stark muss Reiz physikalisch sein, damit man ihn bemerkt?)
-> Unterschiedsschwelle (wie stark muss Reiz physikalisch verändert werden, damit man Veränderung bemerkt?) - 11Webersches Gesetz (Aussage und Einschränkung)- Standardreiz muss immer um bestimmten Prozentsatz seiner Intensität erhöhrt werden, damit Unterschied feststellbar
- Webersche Konstante = Prozentsatz = für jede Reizart verschieden
- Einschränkung: in Nähe zu absoluter Reizschwelle sind interindividuelle Unterschiede zu hoch -> Weberscher Quotient erst konstant, wenn absolute Reizschwelle definitiv überschritten - 12Weberscher Quotient (Erklärung- bzgl. Unterschiedsschwelle
- Unterschiedsschwelle = abhängig von Vergleichsgröße, d.h. wenn Stärke von Reiz wächst, wächst gleichzeitig Größe von eben noch merklichem Unterschied
- Verhältnis zw. eben noch merklichem Unterschied und Reizstärke = konstant für jeweiligen Reiz - 13Weberscher Quotient (Gleichung)K = [latex]\frac{ΔS}{S}[/latex]
K = Webersche Konstante
ΔS = eben merklicher Unterschied
S = Stärke des Ausgangsreizes - 14Definition Unterschiedsschwelle= Betrag der physikalischen Änderung, ab der eine Veränderung von Reiz wahrnehmbar ist
- 15Signalentdeckung= Möglichkeit, Antworttendenzen in Griff zu bekommen:
auch Durchgänge einbauen, in denen kein Reiz präsentiert -> falsche Alarme entlarvt
+ auf- und absteigende Reize zufälig präsentiert (wie bei Konstanzmethode), um Inkonsistenzen zu entlarven - 16Gewohnheit (ausführlich, bzgl. Antworttendenzen)= Grund für Antworttendenz
- manche Personen tendieren generell zum Ja-Sagen, andere generell zum Nein-Sagen - 17Erwartung (ausführlich, bzgl. Antworttendenzen)= Grund für Antworttendenz
- wenn gewusst, dass Reiz präsentiert wird, dann Sinne geschärft (z.B. U-Boot auf Kriegsmission erkennt auch schwaches Signal; Touristen-U-Boot übersieht das vielleicht) - 18Wunsch (ausführlich, bzgl. Antworttendenzen)= Grund für Antworttendenz
- manchmal möchte man etwas z.B. nicht bemerken (z.B. unangenehme Situation auf Straße ignoriert und gezielt nicht wahrgenommen) - 19Antworttendenzen (Definition und Gründe - Auflistung)- hat Proband Reiz wirklich bemerkt/nicht bemerkt oder gibt er das nur an?
-> wenn Proband weiß, dass immer Reiz kommt, sagt er öfter ja, weil wäre ja eigentlich nie falsch
-> Verzerrungen
- mögliche Gründe für Antworttendenzen:
- Wunsch
- Erwartung
- Gewohnhei - 20top-down-Verarbeitung (Einordnung und Erklärung)- Grundgedanke der Gestaltpsychologie
- von Gesamteindruck wird auf Einzelteile geschlossen
- z.B. Lesen der Muttersprache: Wort als Ganzes erfasst, nicht jeder Buchstabe einzeln (Tippfehler z.B. gar nicht gleich bemerkt) - 21Gestaltpsychologie (Grundgedanke, Leitmotto und Hauptvertreter)= Gegenbewegung zu Elementenpsychologie
- Leitmotto: Ganzes ist mehr als die Summe seiner Teile
- Grundgedanke: "top-down-Verarbeitung"
- Hauptvertreter: Max Wertheimer, Kurt Kofka, Wolfgang Köhler - 22bottom-up-Verarbeitung (Einordnung und Erklärung)- Grundgedanke der Elementenpsychologie
- von Einzelheiten wird auf Ganzes geschlossen
- z.B. beim Lesen einer Fremdsprache setzt man einzelne Buchstaben zu einem Wort zusamm - 23Elementenpsychologie (Inhalt)- Wahrnehmung setzt sich aus kleinen Bausteinen (Elementarempfindungen) zusammen
- Elementarempfindungen bilden in Summe den Wahrnehmungseindruck
- Grundgedanke: "bottom-up-Verarbeitung" - 24Weg zum Stevenschen Potenzgesetz- Versuchsleiter präsentiert Reiz, dessen Intensität bestimmter Wert zugeordnet wird (z.B. 10)
- Reiz wird in Intensität verändert
- Proband soll Intensität einschätzen (z.B. wenn eingeschätzt, dass nur noch halb so stark, dann 5)
- Mittelwerte aller Testpersonen und Reize gebildet und als Funktion dargestellt - 25Stevensches Potenzgesetz (Beispiele)n = 1: Linienlänge (Empfindung der Länge proportional zu tatsächlicher Länge)
n > 1: Schmerz (Änderungen werden sehr viel stärker empfunden als sie tatsächlich sind -> Alarmsignal für Gefahrenabwehr)
n < 1: Helligkeit (Änderungen schwächer empfunden als sie tatsächlich sind -> tatsächliche Kontraste würden wahrscheinlich zur Überforderung und Überreizung führen) - 26Stevensches Potenzgesetz (Antwortdimension)W = K * Sn
- n = 1, dann normale Antwortdimension, d.h. empfundene Stärke proportional zu tatsächlicher Stärke (lineare Gleichung)
- n > 1, dann Spreizung von Antwortdimension, d.h. empfundene Stärke wächst überproportional zu tatsächlicher Stärke (Exponenzialfunktion)
- n < 1, dann Verdichtung von Antwortdimensionen, d.h. empfundene Stärke unterproportional zu tatsächlicher Stärke (Logarithmusfunktion) - 27Stevensches Potenzgesetz (Theorie und Formel im Allgemeinen)- bzgl. Messung von überschwelligen Reizintensitäten: wie ist Zusammenhang zwischen Reizstärke und subjektiver Wahrnehmung nach Überschreitung der absoluten Reizschwelle? (empfindet man bei doppelter Stärke Reiz auch doppelt so stark)
- Fechner: Unterschiedsschwellen sind gleichzeitig psychische Einheiten für das subjektive Empfinden
- Stevens entdeckte 1957 tatsächlichen Zusammenhang:
-> W = K * Sn
W: empfundene Stärke
K: reizspezifische Konstante
S: physikalische Stärke des Reizes
n: reizspezifischer Exponent - 28prospect theory- Übertragung Webersches Gesetz auf Verlust
- kleine Verluste wiegen bei geringerer Gesamtmenge schwerer als bei höherer Gesamtmenge
- Verluste schmerzen mehr als Gewinne freuen