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Flashcards

Kapitel 2 - Marktwirtschaft

Simon Jakob VWL German 17 cards

Cards in this deck (17)

  1. 1Funktionsprinzip des MarktmechanismusSelbststeuerungseigenschaften des Marktmechanismus ergeben sich durch die Anreize, die bei freier (nicht staatlicher) Preisbildung auf Anbieter und Nachfrager von Güter ausgehen. Ein intaktes Preissystem bietet durch die dezentrale Struktur allen Individuen ihr spezifisches Wissen als Anbieter/Nachfrager in den Markt einzubringen. So vermittelt das Preissystem korrekte Signale über die Knappheiten an den Märkten, die Voraussetzung für Reationalität der Teilnehmer. Wettbewerb ist damit das zentrale Organisationsprinzip einer Marktwirtschaft. Freie Märkte werden als selbst steuernde System verstanden die unter Bedignungen von freiem Wettbewerb und freier Preisbildung optimale Ergebnisse bringen können
  2. 2Walter Eucken Werdegang1891-1950
    Studium Nationalökonomie
    Professur darin ab 1927 in Freiburg
    Mitbegründer der Freiburger Schule
    Wesentliche Überlegungen:
    - Marktwirtschaftliche Ordnung zur Erreichung sozialer Gerechtigkeit
    - Staatliche Sicherstellung eines funktionsfähigen Preissystems vollständiger Konkurrenz
    - Vermeidung von Machtstellung von Unternehmen als Ursache von Armut
    Hauptwerk: Grundsätze der Wirtschaftspolitik, 1952
  3. 3Konstituierende (systembildende) Prinzipen nach Eucken1) Vertragsfreiheit
    2) Privateigentum
    3) Offene Märkte
    4) Haftung
    5) Konstanz der Wirtschaftspolitik (langfristigkeit)
    6) Primat der Währungspolitik (stabile Preise)
    7) Funktionsfähiges Preissystem bei vollständiger Konkurrenz
  4. 4Regulierende Prinzipien nach Eucken8) Monopolkontrolle (Verhinderung von wirtschaftlicher Machtkonzentration)
    9) Vorkehrungen gegen anomales Angebotsverhalten (Dumping)
    10) Korrektur extener Effekte (müssen internalisiert werden -> kosten durch umweltverschmutzung durch den Staat)
    11) Einkommenspolitik / Umverteilung (progressives Steuersystem)
  5. 5MarktformenPolypol: viele, gleichstarke Marktteilnehmer auf einem Markt; keiner hat beherrschenden Einfluss
    Oligopol: wenige, große, gleichstarke Marktteilnehmer mit relativ großen Marktanteilen teilen den Markt unter sich auf
    Monopol: einer beherrscht den Markt uneingeschränkt; keine Konkurrenz
  6. 6Gestalter soziale Marktwirtscht1) Ludwig Erhard: Bundeswirtschaftsminister + Bundeskanzler
    2) Alfred Müller-Armack: Staatsekretär im Bundeswirtschaftsministerium
    Überlegungen:
    Synthese von marktwirtschaftlicher Ordnung und sozialem Ausgleich
    Forderung nach nachhaltigen, staatlichen Investitionen in Humankapital
    Marktkonforme staatliche Eingriffe (Progressive Einkommenssteuer)
  7. 7Funktionen des Staates in einer sozialen Marktwirtschaft1. Definition und Gewährleistung des verfassungsgemäßen Rahmen (Wirtschaftsordnung, Wirtschaftsverfassung) durch Maßnahmen der Ordnungspolitik
    2. Bereitstellung öffentlicher Güter (Finanzierung durch Zwangsabgaben)
    3. Sicherstellung der Funktionstüchtigkeit des Marktmechanismus (Wettbewerbspolitik)
    4. Korrektur unerwünschter Auswirkungen des Marktmechanismus durch Maßnahmen der Sozialpolitik
    Grundsatz: möglichst marktkonforme Eingriffe des Staates
  8. 8Externe EffekteMarkpreise sollen der tatsächliche Knappheitsrelation entsprechen, also Kosten- und Nutzenelemente müssen komplett eingepreist sein
    Externe Effekte: wird nicht zutreffend widergespiegelt - individuelle und kollektive Kosten und Nutzen stimmen nicht überein
    Liegen externe Effekte vor, stimmen die privaten Grenznutzen und Grenzkosten im GG nicht mit den gesellschaftlichen Grenznutzen und Grenzkosten überein
  9. 9Negative externe EffekteLiegen vor, wenn die Wirtschaftstätigkeit eines Individuums den Nutzen anderer Individuen vorteilhaft oder nachteilig beeinflusst.
    Peuniäre Externalität: Folge normaler Marktbeziehungen - Angebots- und Nachfrageentscheidungen ändern die Marktpreise und damit die Knappheitsrelation für alle Marktteilnehmer (kein Marktversagen)
    Technologischen Externalitäten: direkt Zusammenhang zwischen Produktions- und Nutzenfunktionen mehrerer Akteure, der nicht in der Marktpreisbildung erfasst wurde
  10. 10Natürliches MonopolWas?
    zunehmende Skalenerträge führen dazu, da Produktion mit hohen Fixkosten verbunden und somit sinken die Durchschn.kosten mit höherer Angebotsmenge -> Größere Anbieter produzieren billiger als kleinere
    Problem?
    Grenzkosten liegen bei sinkenden Durchschn.kosten darunter -> Preisbildung nach GK führt zu Stückverlust -> Große Anbieter verdrängen kleinere aus dem Markt
    Deshalb?
    Marktmacht als Rechtfertigung für Wirtschaftspolitische Eingriffe
  11. 11WettbewerbseinschränkungOptimal - vollkommener Markt:
    Marktteilnehmer müssen entspr. den tatsächlichen Knappheitsverhältnissen Konsum-/Inv.entsch. treffen
    Problem - keine Freiheit des Wettbewerbs:
    Marktteilnehmer übt Macht aus und Preise spiegeln nicht mehr die relativen Knappheit wieder
    -> falsche Konsum-/Inv.entsch + Ausbeutung anderer Marktteilnehmer
  12. 12Gründe für wirtschaftspolitische Aktivitäten1. Marktversagen
    2. Gesellschaftlich unerwünschte Ergebnisse (funktionierender) Marktprozesse
  13. 13Gesellschaftlich unerwünschte Ergebnisse (funktionierender) MarktprozesseGrundsatz: Marktbewertung individueller Leistung entspr. dem Knappheitsgrad (Äquivalenzprinzip)
    Resultat: Personen mit geringer, am Markt verwertbarer Leistungsfähigkeit und/oder -bereits erhalten geringere Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
    Konflikt: gesellschaftliches Ziel der wirtschaftlichen und sozialen Existenzsicherung für ein menschenwürdiges Dasein
    Ergebnis: kollektive wirtschaftspolitische Aktivität (Mindestlohn)
    Sozialstaat:
    - Ex-post: Abfederung der Verlierer am wirtschaftlichen Prozess
    - verschafft Verlierern die Möglichkeit, erneut bzw. weiterhin am Marktprozess teilzunehmen
    Wirtschaftspolitische Maßnahmen im Bereich Verteilung und Stabilität :
    bspw: Umverteilungspolitik, Diskriminierungsverbote, Chancengleichheit - Bildungspolitik
  14. 14Grundlegendes zu Kollektiven Zielen und EntscheidungKollektive Ziele und Entscheidungen sind:
    - Basis rationaler Wirtschaftspolitik
    - Ergebnis gemeinsamer Bewertung aller individuellen Bedürfnisse und Ziele der Gesellschaftsmitglieder
  15. 15Voraussetzung für gesellschaftliche Koordinationsverfahren für kollektive Ziele bzw. kollektive Entscheidungen1) Freiwilligkeit
    2) Einstimmigkeit
  16. 16Vorgehensalternativen für kollektive Ziele und Entscheidungen1) Einstimmigkeitsregel und Grundkonsens
    wegen des individuellen Vetorechts kosten- und zeitintensive Suche nach Ergebnis, Problem der Verschleierung der wahren Präferenzen
    2) Soziale Wohlfahrtsfunktion
    Kenntnis und Entscheidungsbasis: Vollständige Präferenzordnung der Mitglieder über alternative gesellschaftliche Zustände
    3) Mehrheitsregeln
    - Condorcet-Paradoxon: nicht eindeutige Entscheidung. bei Auswahl von mehr als zwei Alternativen
    - Zyklische Mehrheiten: Wechselnde Entscheidungsmodelle. je nach Reihenfolge der Alternativen wegen mehrgipfliger Präferenzen bei einzelnen Individuen
    - Indirekte Demokratie: Entscheidungskompetenzen werden per Wahl an Repräsentant delegiert
  17. 17Optimales ZustimmungserfordernisGrafik -> Skript
    Gegenüberstellung Kosten der Konsensfindung mit externen Kosten des Einstimmigkeitsverzichts = Optimale Zstimmungserfordernis für Mehrheitsentscheidung
    -> Dieses liegt im Minimum der Gesamtkosten aus den beiden Kosten

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VWL Flashcards on Kapitel 2 - Marktwirtschaft, created by Simon Jakob on 15/02/2017.
Created by
Simon Jakob · Feb 2017
Updated
Feb 16, 2017
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