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Flashcards

Fragenkatalog Wirtschaftspolitik

Isaak Roscher Alemão 5,0Avaliação média 5,0 de 5 (1 avaliação) 27 flashcards

Flashcards do conjunto (27)

  1. 1Erläutern Sie den Begriff „ Konjunktur“.Die in gewisser Regelmäßigkeit auftretenden mehrjährigen Auf- und Abwärtsbewegungen der gesamtwirtschaftlichen
    Aktivitäten einer Volkswirtschaft werden als Konjunktur bezeichnet.
  2. 2Nennen Sie die vier Phasen des KonjunkturverlaufsBoom, Abschwung, Rezession, Aufschwung
  3. 3Beschreiben Sie die Phasen der Konjunktur mit drei Indikatoren.Boom: Auftragseingänge hohes Niveau stagnierend, Veränderung BIP %: stark zunehmende Wachstumsraten, Arbeitslosenrate
    niedrig (Fachkräftemangel, Aufbau von Überstunden).
    Abschwung: Auftragseingänge stark fallend, Veränderung BIP %: abnehmende Wachstumsraten, Arbeitslosenquote
    steigend (Abbau von Überstunden, Kurzarbeit, Beginn Entlassungen).
    Rezession: Auftragseingänge niedriges Niveau stagnierend, Veränderung BIP % stagnierend – geringe bis negative
    Wachstumsraten, Arbeitslosenquote hoch (zunehmende Entlassungen).
    Aufschwung: Auftragseingänge steigend, Veränderung BIP % langsam steigende Wachstumsraten, Arbeitslostenquote
    abnehmend (Einstellung von Mitarbeiter/-innen)
  4. 4Erläutern Sie für jede Phase mindestens ein wirtschaftspolitisches Problem, das meist in dieser Phase auftritt.Boom: hoher Exportüberschuss – Außenwirtschaftliches Gleichgewicht gefährdet
    Abschwung: Arbeitslosenquote steigend – hohe Beschäftigung gefährdet.
    Rezession: Veränderung BIP % gering bis negativ – stetiges, angemessenes Wirtschaftswachstum gefährdet
    Aufschwung: steigende Inflationsraten – Preisniveaustabilität gefährdet.
  5. 5Unterscheiden Sie Prozess- und Ordnungspolitik.Ordnungspolitik: Festlegung von Rahmenbedingungen der Wirtschaftsordnung (=rechtliche Ausgestaltung der Eigentums-,
    Markt-,Wettbewerbs-, Unternehmens-, Geld-, Finanz- Außenwirtschafts- und Sozialordnung)
    Prozesspolitik: Ergänzungs- und Korrekturmaßnahmen bei Marktversagen ( = zielgerichtete Beeinflussung des Wirtschaftsgeschehens)
  6. 6Erläutern Sie die Begriffe „qualitative“ und „quantitative“ wirtschaftspolitische Ziele.Quantitative Ziele der Wirtschaftspolitik sind im Stabilitätsgesetz festgelegt und lassen sich zahlenmäßig formulieren
    und überprüfen.
    Qualitative Ziele der Wirtschaftspolitik sind an anderen Stellen (z.B. Art. 20a GG) genannt. Sie lassen sich nicht
    zahlenmäßig formulieren und damit somit auch nicht überprüfen, ob sie erreicht wurden.
  7. 7Nennen Sie vier quantitative Ziele der deutschen Wirtschaftspolitik.Stabilität des Preisniveaus, Hoher Beschäftigungsstand, Außenwirtschaftliches Gleichgewicht, Stetiges und angemessenes
    Wirtschaftswachstum.
  8. 8Nennen Sie zu jedem quantitativen Ziel die entsprechende Messgröße und deren angestrebten ZielwertStabilität Preisniveau: Verbraucherpreisindex Veränderung < 2,0 %
    Hoher Beschäftigungsstand: Arbeitslosenquote < 3 – 5 %
    Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: Anteil Außenbeitrag am BIP % < 1,5 % - 2 %
    Stetiges, angemessenes Wirtschaftswachstum: BIP real > 2,0 – 3,0 %
  9. 9Nennen Sie zwei qualitative Ziele der deutschen Wirtschaftspolitik.Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung, Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen
  10. 10Erläutern Sie den Begriff „antizyklische Fiskalpolitik“.Fiskalpolitik ist der Einsatz der Staatseinnahmen und -ausgaben zur Abmilderung oder Beseitigung von konjunkturellen
    Schwankungen. In der Hochkonjunktur bedeutet antizyklische Fiskalpolitik, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage
    durch Verringerung der Staatsausgaben und Erhöhung der Staatseinnahmen zu dämpfen. In der Rezession bedeutet
    antizyklische Fiskalpolitik, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage durch Erhöhung der Staatsausgaben und Verringerung
    der Staatseinnahmen anzukurbeln
  11. 11Erläutern Sie je zwei wirtschaftspolitische Maßnahmen einer antizyklischen Fiskalpolitik im Aufschwung/Boom bzw. Abschwung/Rezession. Begründen Sie die Maßnahme und beschreiben Sie seine angestrebte Wirkung.Aufschwung/Boom: Erhöhung der Einkommensteuer, Gewährung von Sparprämien – Maßnahmen zielen darauf ab,
    die gesamtwirtschaftliche Güternachfrage zu senken – Wirkung erfolgt über eine Verringerung des nachfragewirksamen
    Einkommens bzw. durch einen Anreiz den Anteil des Sparens am Einkommen zu erhöhen.
    Abschwung/Rezession: Gewährung von konsum- oder investitionswirksamen Subventionen/Transfers , zeitliches
    Vorziehen staatlicher Güterkäufe – Maßnahmen zielen darauf ab, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu erhöhen –
    Wirkung erfolgt durch Vergünstigung privater Güterkäufe bzw. durch Erhöhung der staatlichen Güterkäufe.
  12. 12Erklären Sie die Grundkonzepte einer „nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik“ und stellen Sie deren Vorteile dar.Vertreter einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik setzen auf eine aktive Konjunktur- und Beschäftigungspolitik
    des Staates. Durch Maßnahmen zur Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage soll die wirtschaftliche Entwicklung
    gestützt und gefördert werden. Sie gehen davon aus, dass Unternehmen nur dann investieren und Arbeitsplätze
    schaffen, wenn die erzeugten Güter (=Angebot) absetzbar sind. Voraussetzung dafür ist eine genügend große Nachfrage.
    Vorteile: Staat kann auf wirtschaftliche Entwicklung direkt Einfluss nehmen. Bei volkswirtschaftlichem Gleichgewicht
    bei Unterbeschäftigung kann Beschäftigung erhöht werden.
  13. 13Stellen Sie die Nachteile einer „nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik“ dar.Nachteile: Bei höherer Auslastung des Produktionspotentials führt Erhöhung der staatlichen Nachfrage zu Preissteigerungen und Verdrängung privater Investitionen.
    Entscheidungs- und Wirkungsverzögerungen führen zu ggf. prozyklischer Fiskalpolitik. Zügig ändernde Bedingungen
    staatlicher Haushaltsentscheidungen führen zu Vertrauensverlust bei den Bürgerinnen und Bürgern (Stop-and-goPolitik).
    In Demokratien ist es für die Politik schwierig, bei steigenden Staatseinnahmen die -ausgaben zu senken,
    der Aufbau eine Konjunkturausgleichsrücklage scheitert, die Staatsverschuldung wächst von Rezession zu Rezession.
  14. 14Beschreiben Sie die Grundkonzepte einer „angebotsorientierten Wirtschaftspolitik“ und erläutern Sie deren Vor- und Nachteile.Die Vertreter einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik sehen die Lösung gesamtwirtschaftlicher Probeme in der
    Verbesserung der Produktionsbedingungen und der Gewinnaussichten der Unternehmen. Sie gehen davon aus, dass
    die Unternehmen bei positiven Gewinnerwartungen investieren und damit Arbeitsplätze schaffen. Der Staat soll daher
    lediglich für günstige Rahmenbedingungen sorgen (z.B. Senkung der Unternehmenssteuern, Abbau von gesetzlichen
    Hemmnissen) und nicht durch eine aktive Wirtschaftspolitik in das Wirtschaftsgeschehen eingreifen.
    Vorteile: Staat greift nicht in Märkte ein sondern fördert die Entscheidungsfähigkeit der Marktteilnehmer, die über
    mehr Marktkenntnis verfügen. Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik kann auch Stagflation ( hohe Arbeitslosigkeit bei
    hoher Preissteigerung) vermeiden. Ansatz vernachlässigt den Nachfrageeffekt von Löhnen und sozialer Sicherheit.
    Einkommensdisparität steigt. Kurzfristige staatliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft sind nicht möglich.
  15. 15Das Bruttoinlandsprodukt ist ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Erklären Sie den Begriff „Bruttoinlandsprodukt“.Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Wert aller Güter (=Waren und Dienstleistungen), der in einer bestimmten Periode
    im Inland produziert wird.
  16. 16Stellen Sie drei Möglichkeiten dar, das Bruttoinlandsprodukt zu berechnen.Entstehungsrechnung: Die Entstehungsrechnung ermittelt das BIP aus der Summe der Beiträge der einzelnen Wirtschaftsbereiche
    (sog. Wertschöpfung).
    Verwendungsrechnung: Die Verwendungsrechnung ermittelt das BIP aus der Summe der verschiedenen Verwendungszwecke
    (Konsum, Investition, Staat, Außenhandel) der Güter.
    Verteilungsrechnung: Die Verteilungsrechnung zeigt die Aufteilung des entstandenen Einkommens auf Einkommen
    aus nichtselbständiger Arbeit sowie auf Gewinne und Vermögenseinkommen.
  17. 17Erläutern Sie die Aussage der Verwendungs- und Verteilungsrechnung.Mithilfe der Verwendungsrechnung zeigt, welcher Nachfragebereich in welchem Umfang zur gesamten Wirtschaftsleistung
    eines Landes beigetragen hat. Die Verteilungsrecnung zeigt, wie das durch die Produktion entstandene Einkommen
    auf Arbeitnehmer (Lohnquote) sowie auf Unternehmer und Selbständige (Gewinnquote) aufgeteilt wird. Die
    Entwicklung der Lohnquote ist ein Hinweis auf die Entwicklung der Einkommensverteilung eines Landes.
  18. 18Erklären Sie den Begriff des „Strukturwandels“ mithilfe der Bruttoinlandsproduktsberechnung.Mit Strukturwandel wird die Veränderung der Bedeutung einzelner Wirtschaftssektoren während des wirtschaftlichen
    Entwicklungsprozesses bezeichnet ( = Änderung der sektoralen Wirtschaftsstruktur). Aus der Entstehungsrechnung
    verschiedener nachfolgender Jahre lässt sich erkennen, dass sich der Anteil einzelner Wirtschaftsbereiche am BIP
    verändert. Der Anteil der Land- und Forstwirtschaft sinkt stetig, die produzierenden Wirtschaftsbereiche (KFZ, Chemie,
    etc.) steigt zunächst im Zeitablauf um danach zugunsten der Wirtschaftsbereiche der Dienstleistungen wieder zu
    sinken. Dieses bei vielen entwickelten Volkswirtschaften festzustellende wirtschaftliche Phänomen wird „Drei-Sektoren-Hypothese“
    genannt
  19. 19Stellen Sie dar, welche Bedeutung das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt für die Wirtschaftspolitik hat.Wirtschaftswachstum im Sinne einer stetigen Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts stellt eines von vier quantitativen
    Ziele des deutschen Stabilitätsgesetzes dar. Steigerung der Güterproduktion führt – in der Tendenz - einerseits
    zu einer Erhöhung der Beschäftigung und andererseits zur Steigerung des Einkommens. Damit können möglichst
    viele Menschen ein Arbeitseinkommen erzielen und Güter konsumieren. Dadurch kann Armut vermieden werden.
  20. 20Nennen Sie fünf Länder, die der europäischen Währungsunion angehören.Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Luxembourg
  21. 21Nennen Sie drei Länder, die der europäischen Union, nicht aber der Europäischen Währungsunion angehören.Schweden, Rumänien, Tschechien
  22. 22Erläutern Sie das zentrale rechtliche Prinzip, das die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank bestimmt.Unabhängigkeit (Schulbuch, S. 433)
  23. 23Erläutern Sie das vorrangige Ziel der Europäischen Zentralbank.Preisniveau – bzw. Geldwertstabilität (Schulbuch, S. 432).
  24. 24Erklären Sie drei geldpolitische Instrumente der Europäischen Zentralbank.1. Offenmarktgeschäft: Kreditvergabe an Geschäftsbanken, Kauf und Verkauf von Wertpapieren zwischen ESZB
    (EZB) und Geschäftsbanken sowie Ausgabe von EZB-Schuldverschreibungen. Die Offenmarktpolitik ist das wichtigste
    Instrument der Geldpolitik der EZB. Sie umfasst verschiedene Maßnahmen, mit denen die Europäische Zentralbank
    (EZB) die Geldmenge in der Wirtschaft beeinflussen kann. Das Hauptrefinanzierungsgeschäft wird allgemein als
    das wichtigste Offenmarktgeschäft eingestuft, weil die Geschäftsbanken sehr kurzfristig mit Liquidität versorgt werdenkönnen. Wegen der kurzen Laufzeit von einer Woche und der wöchentlichen Ausschreibung kann die Europäische
    Zentralbank flexibel auf zwischenzeitlich eingetretene Veränderungen reagieren.
  25. 25Erklären Sie drei geldpolitische Instrumente der Europäischen Zentralbank.2. Ständige Fazilitäten: Die EZB gewährt den Geschäftsbanken auf deren Initiative bei Bedarf in unbeschränkter
    Höhe Kredit- und Geldanlagemöglichkeiten für einen Tag ( = ständige Fazilitäten). Bei der Spitzenrefinanzierungsfazilität
    gewährt die EZB einer Geschäftsbank einen Tagesgeldkredit gegen Verpfändung von Wertpapieren. Bei den
    Einlagefaziliäten können Geschäftsbanken für einen Tag ihre „überschüssige“ Liquidität bei der EZB anlegen.
    3. Mindestreservesatz: Mindestreserven sind Guthaben, die die Geschäftsbanken bei den nationalen Zentralbanken
    im Verhältnis zu den von ihnen gewährten Krediten zwangsweise hinterlegen müssen.Der Mindestreservesatz legt
    den Anteil fest, der von den eingeräumten Krediten als Mindestreserve der Geschäftsbanken bei der EZB zu hinterlegen
    ist.
  26. 26Stellen Sie dar, was sich hinter dem Begriff „Leitzins“ und „Zinskanal“ verbirgt.Die Zinssätze, die die EZB den Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe in Rechnung stellt, werden als Leitzinsen
    bezeichnet. Dies Leitzinssätze beeinflussen wiederum das Zinsniveau für die von den Geschäftsbanken an Unternehmen,
    Haushalte und Staat vergebenen Kredite (Schulbuch, S.435). Der Unterschied zwischen den Zinssätzen für
    die Spitzenrefinanzierungsfazilität ( = Obergrenze) und für die Einlagefazilität ( = Untergrenze) wird als Zinskanal bezeichnet.
    Der Zinskanal entspricht der Schwankungsbreite für Tagesgeldzinsen am Geldmarkt.
  27. 27Beschreiben Sie die Begriffe „expansive Geldpolitik“ und „restriktive Geldpolitik“ sowie deren Zielsetzung und Wirkungsweise.Expansive Geldpolitik: Die EZB versucht die nachfragewirksame Geldmenge innerhalb der Währungsraumes zu erhöhen.
    Dazu senkt sie die Leitzinsen und erhöht die den Geschäftsbanken angebotenen kurzfristigen Kredite
    (Hauptrefinanzierungsgeschäft). Mithilfe des erhöhten Geldangebots setzt die EZB darauf, dass die Kreditvergabe der
    Geschäftsbanken an Haushalte und Unternehmen steigt und deren Konsum und Investitionen steigen und die Sparneigung
    sinkt. Damit steigt die Güternachfrage, bei langsam wachsenden Gütermenge steigt das Preisniveau und die
    Gefahr der Deflation sinkt.
    Restriktive Geldpolitik: Die EZB versucht die nachfragewirksame Geldmenge innerhalb des Währungsraums zu senken.
    Dazu erhöht sie die Leitzinsen und senkt die (Höhe der) den Geschäftsbanken angebotenen kurzfristigen Kredite.
    Das verringerte Geldangebot vermindert die Kreditvergabemöglichkeit der Geschäftsbanken, die Kreditaufnahme
    der Unternehmen und Haushalte sinkt. Damit bleibt weniger Geld für Konsum und Investition, die Güternachfrage
    sinkt, die Gleichgewichtspreise sinken, die Preissteigerungsrate sinkt.

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Fragenkatalog Wirtschaftspolitik
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Isaak Roscher
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